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75_I_139

BGE 75 I 139

Bundesgericht (BGE) · 1947-12-16 · Français CH
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Staatsrecht.

on le bassin serait plein, causerait des degats aux ouvrages

construits avec l'aide de la Confederation sur le cours infe-

rieur de la Printze et sur le Rhöne. Il conteste cependant

la competence du Conseil federal pour ordonner la mesure

attaquee, en faisant etat, d'une part, de la distance qui

separe ces ouvragoo du barrage et, d'autre part, du fait

que, si les autorites federales ont interdit la construction

d'un barrage evide, ce n'est pas pour prot6ger c~ ouvrages,

mais pour proMger la vallee entiere et ses habitants. On

doit repondre a cela qu'en vertu de l'art. 21 a1. 3 LUFH

(combine avec l'art. 3 a1. 2 LPE), le Conseil federal peut

exiger qu'on prenne des mesures de protection chaque fois

que la construction d'un ouvrage hydraulique risque de

causer un dommage aux travaux de correction d'un cours

d'eau efIectues a l'aide de subventions federales, ce qui

est le cas en l'espece. Peu importe que les autoriMs fede-

raloo n'aient pas invoque d'emblee cette consideration a

l'appui de leur d6cision. On ne saurait refuser a la Confe-

deration, en cas de conftit de comp6tence, le droit de faire

valoir de nouveaux moyens jusque devant le Tribunal

federaL Contrairement a ce que pretend le Conseil d'Etat,

il n'y a pas eu de «detournement de pouvoir » de la part

du Conseil federal; ce dernier n'a pas fait du pouvoir que

lui conferaient les art. 21 a1. 3 LUFH et 3 a1. 2 LPE un

usage contraire aux intentions du Iegislateur. L'interdic-

tion d'edifier un barrage evid6 sert incontestablement a

proteger 100 ouvrages de correction qui ont et6 efIectues

a l'aide des subsidoo federaux sur les rives de la Printze et

du Rh,öne. Sans doute vise-t-elle en meme temps a pro-

teger d'autres inMrets autrement plus importants, mais

ce n'est pas la une raison pour dire que les autorites fede-

raloo n'avaient pas le droit de la decreter. La question

pourrait, il est vrai, se poser de savoir si le souci de pro-

Mger les ouvrages de correction ex6cutes sur 1es rives de

la Printze et du Rhöne justifiait une atteinte aussi grave

aux droits de la Societ6 EOS. Mais le Tribunal federal n'a

pas qualite pour 1a resoudre. Comme on l'a deja dit, il

suffisait, pour fonder 1a competence de 1a Confederation,

Staatsrechtliche Streitigkaiten zwischen Kantonen. N0 20.

139

que l'interdiction d6cretee par les autorites federales

servit a prot6ger des ouvrages de correction de cours d'eau;

la question de savoir si cette mesure etait r6ellement justi-

fiee dans les conditions particulieres de l'oopece n'oot plus

une question de delimitation de comp6tences.

10. -

TI est exact que, dans une lettre du 4 juin 1932

adressee au Departement des travaux publics du Canton

du Valais, le Service federal des eaux ecrivait au sujet

des plans du barrage du Val des Dix, barrage du meme

type que celui de Cleuson, que c'etait a.,l'autorit6 canto-

nale et non pas a l'autorit6 federale qu'incombait la respon-

sabilite de 1es approuver. Mais cette opinion erronee ne

lie en aucune maniere l'autoriM a laquelle l'office oot

subordonne. Elle s'explique probablement par le fait

qu'il ya deux offices federaux qui ont a s'occuper des plans

des constructionS hydrauliques, a savoir le Service federal

des eaux et l'Inspection des travaux publics.

Le Tribunal jederal prononce:

Les conclusions prises par le Conseil d'Etat du Valais

sont rejetees.

VI. STAATSRECHTLICHE STREITIGKEITEN

ZWISCHEN KANTONEN

CONTESTATIONS DE DROIT PUBLIC

ENTRE CANTONS

20. Urteil vom 12. Mal 1949 i.'S. Regierungsrat des Kantons

ObwaIden gegen Regierungsrat des ~tons Zftrleh.

Inte!rlcantonale Rechtshilfe. Die Kantone sind gehalten, einander in

Vormundschaftssachen Rechtshilfe zu leisten. Voraussetzungen

für die Gewährung der Rechtshilfe.

A8BiBtance intercantonale. Las cantons sont tenus de se preter

mutuellement assistance en matiere de tutelle. Conditions pour

l'octroi de cette assistance.

A8BiBtenza intercantonale. I cantoni sono obbligati a. prestsrsi

mutua assistenza in materia ditutela. Condizioni da oui dipende

la. oonoessione di quast'assistenza.

uo

Staatsrecht.

A. -

Die ledige Agnes Huber, von und in Kerns, gebar

am 18. Juli 1945 den Knaben Hans Rudolf. Die Vormund-

schaftsbehörde Kerns ernannte August Bucher zum Bei-

stand des Kindes. Am 1. Dezember 1945 brachte Agnes

Huber den Knaben, der bisher in Kerns untergebracht war,

gegen den Willen des Beistandes zu Familie Keller-Siegffied

in Winterthur. Da Agnes Huber und ihr Kind katholisch,

die Eheleute Keller aber protestantisch sind, verfügte die

Vormundschaftsbehörde Kerns am 11. Januar 1946, dass

das Kind, bis der Vormund katholische Pflegeeltern ge-

funden habe, in ein katholisches Heim zu verbringen sei.

Agnes Huber widersetzte sich diesem Beschlusse, doch

wurde ihre Beschwerde mit Entscheid vom 8. Juni 1946

durch den Regierungsrat des Kantons Obwalden abge-

wiesen. Als sich die Pflegeeltern weigerten, das Kind heraus-

zugeben, ersuchte das Vormundschaftsdepartement des

Kantons Obwalden die zürcherischen Behörden am 5. No-

vember 1946 um Rechtshilfe.

Die Justizdirektion des Kantons' Zürich erklärte sich

vorerst bereit, dem Gesuch zu entsprechen, beschloss dann

aber, das Kind in Winterhur zu belassen, bis die Vater-

schaftsklage 'erledigt und darüber entschieden sei, ob es

unter Vormundschaft oder unter die elterliche Gewalt der

Mutter gestellt werde. Am 2. Dezember 1946 meldete das

Vormundschaftsdepartement Obwalden der Justizdirek-

tion Zürich, dass die Vaterschaftsklage zufolge Rückzuges

erledigt sei, und am 31. Dezember 1946 wandelte die Vor-

mundschaftsbehörde Kerns die Beistandschaft über Hans

Rudolf Huber in eine Vormundschaft um, wobei der bis-

herige Beistand zum Vormund bestellt wurde. Ein Begehren

der Vormundschaftsbehörde Winterthur um Übertragung

der Vormundschaft wurde von der Vormundschaftsbe-

hörde Kerns und am 15. März 1947 auch vom Regierungs-

rat des Kantons Obwalden abgewiesen, desgleichen eine

Beschwerde der Agnes Huber gegen die Umwandlung der

Beistandschaft in eine Vormundschaft.

Am 22. April 1947 verlangten die Obwaldner Behörden

Staatsrechtliche Streitigkeiten zwischen Kantonen. N0 20.

141

erneut die Überführung des Kindes in eine katholische

Anstalt. Da sich" die PfLegeeltern weigerten, den Knaben,

den sie lieb gewonnen hatten und der bei ihnen gut aufge-

hoben war, herauszugeben und erklärten, alle Garantien

für eine katholische Erziehung des Kindes bieten zu

wollen, ersuchte die Justizdirektion Zürich die Vormund-

schaftsbehörde Kerns, auf ihren Beschluss zurückzukom-

men. Nachdem verschiedene Verständigungsversuche ge-

scheitert waren, schrieb sie schliesslich am 2. Juli 1948

dem Vormundschaftsdepartement Obwalden, dass sie die

Wegnahme des Kindes, das sich nun seit 2 % Jahren bei

Familie Keller befinde, als eine herzlose und durch nichts

gerechtfertigte Massnahme betrachte und keine Rechts-

hilfe leisten könne.

B. -

Mit staatsrechtlicher Klage vom 20. Januar 1949

beantragt der Regierungsrat des Kantons Obwalden, den

Kanton Zürich zu verhalten, in der Vormundschaftssache

Hans Rudolf Huber die nachgesuchte Rechtshilfe zu

leisten. Zur Begründung führt er aus :

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes (BGE 51

I 309) seien die Kantone verpflichtet, rechtskräftige Be-

schlüsse der zuständigen Vormundschaftsbehörden eines

andern Kantons zu vollziehen. Sie seien nicht befugt, zu

prüfen, ob der ihnen zur Vollstreckung vorgelegte Ent-

scheid materiell richtig sei. Im vorliegenden Falle sei

übrigens die Verfügung der Vormundschaftsbehörde Kerns

sachlich begründet. Die religiöse Erziehung müsse nicht

bloss die Möglichkeit des Unterrichtsbesuches und der

Teilnahme an religiösen Übungen in sich schliessen. Nötig

sei vielmehr eine positive Anregung und Beeinflussung

seitens der täglichen Umgebung. Es sei daher erforderlich,

dass die Personen, denen unmittelbar die Erziehung ob-

liege, die Religion des Kindes praktizieren.

O. -

Der Regierungsrat des Kantons Zürich ersucht um

Abweisung der Beschwerde. Er macht geltend:

Er könne nicht bestreiten, dass die Vormundschafts-

behörde Kerns zur Anordnung der Beistandschaft und

142

Staaterooht.

später der Vormundschaft zuständig gewesen sei. Auch sei

es richtig, dass der Vormund und die Vormundschafts-

behörde über die Unterbringung, Pflege und Erziehung des

bevormundeten Unmündigen zu bestimmen habe. Die

Ausübung dieser Befugnisse diene jedoch nicht dem Wohle

des Mündels, wenn die Unterbringung und Erziehung in

einer gut geeigneten Pflegefamilie ausschliesslich aus kon-

fessionellen Gründen durch die Einweisung in ein Kinder-

heim ersetzt werde, wobei ganz unsicher sei, ob später

wieder eine geeignete Pflegefamilie gefunden werde und

in welchem Zeitpunkt.

Die Verpflichtung der Kantone, einander auf dem Ge-

biete des Vormundschaftswesens Rechtshilfe zum Vollzuge

rechtskräftiger Anordnungen der zuständigen Behörden

zu leisten, beruhe darauf, dass das Eltern-und Kindesrecht

und das Vormundschaftsrecht einheitlich für die ganze

Schweiz durch das Schweizerische Zivilgesetzbuch geregelt

sei. Sie setze voraus, dass das einheitliche Recht in allen

Kantonen in gleicher Weise angewendet werde. Wo sich eine

derartige Auffassung zeige wie im vorliegenden Fall, müsse

der interkantonalen Rechtshilfepflicht Grenzen gesetzt sein.

Es könne dem Regierungsrat nicht zugemutet werden, dass

er Hand biete zum. Vollzuge einer Anordnung, die unter

gleichen Umständen im Kanton Zürich niemals getroffen

worden wäre und geradezu das sittliche Empfinden der

Bevölkerung verletze. Im Entscheide des Bundesgerichtes

in BGE 51 I 309 ff. habe es sich darum gehandelt, eine

Dirne, die im Kanton Zürich in eine Anstalt eingewiesen

worden sei, in einem andern Kanton festzunehmen und

zum Vollzuge der Anstaltsversorgung nach Zürich zu

führen. Hier solle ein Pflegekind seinen Pflegeeltern weg-

genommen werden, einzig weil diese reformiert statt katho-

lisch seien, und dies, obwohl das Bundesgericht in BGE 31 I

627 erklärt habe, die Pflege und Unterbringung eines be-

vormundeten Unmündigen sei nicht ausschliesslich unter

dem konfessionellen Gesichtspunkt zu betrachten und zu

entscheiden. Unter solchen Umständen könne einem

Staateroohtliche Streitigkeiten zwischen Kanton<;ln. N° 20.

143

Kanton die Rechtshilfe nicht zugemutet werden. Der

Regierungsrat könne die Polizei nicht für den Zwangsvoll-

zug einer Massnahme zur Verfügung stellen, die er als

sachlich nicht gerechtfertigt und nicht im Interesse des

Knaben Hans Rudolf Huber liegend betrachte.

D. -

Vor der Entscheidung versuchte eine Delegation

des Bundesgerichtes am 13. April 1949 in Luzern in An-

wesenheit von Vertretern der beteiligten Regierungen und

Vormundschaftsbehörden, sowie in Beisein des Vormundes,

der Pflegeeltern und der Mutter des Kindes, einen Ver-

gleich herbeizuführen. Es konnte keine Verständigung

erzielt werden. Die Delegation aus dem Kanton Obwalden

, erklärte, sie müsse aus grundsätzlichen Erwägungen auf

der Wegnahme des Kindes beharren; sie werde dieses in

einer katholischen Familie in Kerns unterbringen, die

bereit sei, den Knaben zu adoptieren und zum Erben ein-

zusetzen. Es war auch nicht möglich, die Pflegeeltern zur

freiwilligen Herausgabe des Kindes zu bewegen.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1. -

Die Parteien sind mit Recht darüber einig, dass

eine staatsrechtliche Streitigkeit im Sinne des Art. 83

lit. b OG vorliegt (vgl. BGE 51 I 314 f.).

2. -

Nach dem Urteil des Bundesgerichtes in BGE 51 I

316 ff., das durch den Hinweis auf Art. 352 ff. StGB

ergänzt werden kann, sind die Kantone gehalten, einander

in Vormundschaftssachen Rechtshilfe zu leisten. Die Lehre

vertritt die gleiche Auffassung (vgl. z. B. BURCK1IARDT :

Komm. zu Art. 61 BV, S. 575;FLEINER/GIACOMETTI :

Schweiz. Bundesstaatsrecht, S. 166), und auch der Be-

klagte anerkennt, dass ein Kanton grundsätzlich verpflich-

. tet sei, die in einem andern Kanton ergangenen Verfügun-

gen der Vormundschaftsbehörden zu vollstrecken. Streitig

sind dagegen die Voraussetzungen, unter denen ausser-

kantonale Anordnungen vollzogen werden müssen. Der

Beklagte nimmt das Recht für sich in Anspruch, die ihm

zur Vollstreckung vorgelegten Entscheidungen materiell

144

Staatsrecht.

zu überprüfen, während nach Ansicht des Klägers bei

rechtskräftigen Beschlüssen einer zuständigen Behörde

ohne weitere Prüfung Rechtshilfe geleistet werden muss.

3. -

Die Pflicht der Kantone zur Vollstreckung ausser-

kantonaler Verfügungen in Vormundschaftssachen wird

von der Lehre zum Teil aus .Art. 61 BV abgeleitet (so z. B.

von BURCKHARDT : Komm. zu Art. 61 BV, S. 575, und von

FLEINER/GIACOMETTI: Schweiz. Bundesstaatsrecht, S. 166

N. 10 am Ende). Nach der Rechtsprechung des Bundes-

gerichtes (BGE 51 I 317 ff.; 67 I 10; vgL auch EGGER :

Komm. zu Art. 361 ZGB, N. 23) ist sie aber ein Ausfluss

des ungeschriebenen Rechtsgrundsatzes, dass alle Kantone

bei der Durchführung des Bundesrechtes mitzuhelfen

haben. Die Voraussetzungen für die Gewährung der

Rechtshilfe sind bei Annahme einer ungeschriebenen Ver-

pflichtung der Kantone der Natur der Sache nach grund-

sätzlich die nämlichen wie bei Art. 61 BV. Danach muss die

Verfügung von der zuständigen Behörde ausgegangen und

rechtskräftig sein, und es muss eine regelrechte Ladung

stattgefunden haben. Den beiden ersten Erfordernissen

wird die Verfügung der Vormundschaftsbehörde Kerns,

deren Vollstreckung verlangt wird, unbestrittenermassen

gerecht. Eine Ladung des bevormundeten kleinen Kindes

war unmögHch. Ob das Erfordernis der Ladung in diesem

Falle bedeutungslos ist oder die Benachrichtigung der

Interessierten verlangt, kann dahingestellt bleiben, weil

diesen jedenfalls die Beschwerde des Art. 420 ZGB möglich

war. Der Entscheid der Vormundschaftsbehörde Kerns,

dass der Knabe Hans Rudolf Huber den Pflegeeltern

Keller-Dietrich wegzunehmen sei, erfüllt demnach die

Voraussetzungen, von denen im allgemeinen die inter-

kantonale Rechtshilfe abhängig gemacht wird.

Der Auffassung des Beklagten, dass der die Rechtshilfe

leistende Kanton befugt sei, den ihm zur Vollstreckung

vorgelegten ausserkantonalen Entscheid frei auf seine

Richtigkeit zu überprüfen, kann nicht beigepflichtet wer-

den. Ist ein rechtskräftiger Entscheid ergangen, darf der

Staatsrechtliche Streitigkeiten zwischen Kantonen. N0 20.

145

um Vollziehung angegangene Kanton nicht nochmals über

die gleiche Sache urteilen, sonst würden die Zuständig-

keitsvorschriften des Bundesrechtes und die Rechtshilfe

weitgehend hinfällig (vgl. BGE 74 I 135; 51 I 319; BURCK-

HARDT: Komm. zu Art. 61 BV, S. 576/7). Es kann sich

nur fragen, ob dem Vollstreckungskanton unter bestimm-

ten Voraussetzungen nicht wenigstens eine beschränkte

Überprüfungsbefugnis zugestanden werden sollte, etwa in

dem Sinne, dass er untersuchen dürfte, ob der Entscheid

überhaupt in Anwendung von Bundesrecht ergangen sei

oder auf Grundsätzen beruhe, die Init dem Bundesrecht

schlechthin unvereinbar seien. Die Frage liegt nahe in

einem Falle wie dem vorliegenden, wo eine eidgenössische

Oberaufsicht fehlt und niemand die Möglichkeit hatte, die

vom Vormund und der Vormundschaftsbehörde Kerns

beschlossene Wegnahme des Kindes an eine eidgenössische

Behörde weiterzuziehen (vgl. die Art. 44, 68 und 88 OG, '

wonach eine Berufung oder Nichtigkeitsbeschwerde nicht

in Betracht kam und mangels Legitimation weder die

Mutter des Kindes, noch dessen Pflegeeltern, noch die

zürcherischen Behörden die Möglichkeit hatten, die staats-

rechtliche Beschwerde zu ergreifen. Siehe auch EGGER:

Komm. zu Art. 361 ZGB N. 22). Sie braucht hier indessen

nicht entschieden zu werden, weil der Beschluss auf Weg-

nahme des Knaben Hans Rudolf Huber nicht auf Erwä-

gungen beruht, die dem schweizerischen Zivilrecht gänz-

lich fremd sind.

Das Zivilgesetzbuch spricht wiederholt von der reli-

giösen Erziehung (z. B. in Art. 277 und 378 ZGB) und

räumt diesbezüglich bei bevormundeten Unmündigen

sogar der heimatlichen Vormundschaftsbehörde ein Mit-

spracherecht ein (Art. 378 ZGB). Die Berücksichtigung

konfessioneller Verhältnisse bei der Wahl des Pflegeortes

lässt daher den Entscheid nicht völlig aus dem Rahmen

des Bundesrechtes fallen, wenn er auch der religiösen Er-

ziehung, die nur einen Teil der gesamten Erziehung bildet

(BGE 31 1633 f.), wohl zu grosse Bedeutung beimisst und

10

AB 75 I -

1949

146

Staatsrecht.

demgemäss allzusehr Gewicht darauf legt, dass Pflege-

eltern und Pflegekind der gleichen Konfession angehören,

auch dann, wenn sich, wie das hier zutrifft, protestantische

Pflegeeltern .bereit erklären, alles zu tun, um eine sorg-

Iältige Erziehung des Kindes im katholischen Glauben zu

gewä;hrleisten. Im übrigen ist nicht zu übersehen, dass das

Kind wider Willen des damaligen Beistandes nach Winter-

thur verbracht wurde und, als es im Jahre 1946 erstmals

herausverlangt wurde, noch nicht derart Init den jetzigen

Pflegeeltern verwachsen war wie heute. Die vorübergehende

Unterbringung des Knaben in einer Anstalt fällt nach den

neuesten Angaben der Vormundschaftsbehörde Kerns

dahin.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Die Klage des Regierungsrates des Kantons Obwalden

wird gutgeheissen Und der Kanton Zürich angewiesen,

, die nachgesuchte Rechtshilfe zu leisten.

VII. STAATSVERTR.AGE

TRAITES INTERNATIONAUX

21. Ardt du 23 juin 1949 dans la cause Brönimann contre

Tribunal cantonal vaudois et Soeiete Universelle de Films.

Art. 17 al. 1 eh. 2 de. la eorwention franeo-sui886 du 15 juin 1869:

Conditions d'une citation reguliere. Point de depart du delal

d'assignation.

Art. 17 Abs. 1 Ziff. 2 des 8chweizerisch-französischen GerichtB-

8tandsvertrages vom 15. Juni 1869. VoraWlSetzungen für das

Vorliegen einer «gehörigen Zitation ». Beginn der Vorladungs-

frist.

Art. 17 ep.l cifra 2 della eonvenzione franco-svizzera del15 giugno

1869 in ~ia di foro. Condizioni d'una. citazione regolare.

Inizio deI termine per 10. comparsa.

A. -

Se fondant sur une clause de prorogation de for,

Ja Societe Universelle de Films (SUF) a actionne Bröni-

Sta.a.tsverträ.ge. N0 21.

147

mann, dOlnicilie a Lausanne, devant le Tribunal de com-

merce du Departement de la Seine, en le faisant assigner

a l'audience du 27 mars 1947. La citation Iui est parvenue

le 14 mars 1947. Le parquet de la Seine l'avait transmise

le 24 fevrier 1947 au Departement federal de justice et

police.

B. -

Le 22 mai 1947, Ie Tribunal de commerce a con-

daInne Brönimann a payer a la demanderesse, outre les

debours,2000 fr. suisses et 10000 fr. fran98-is. En ce qui

concerne la procedure, le jugement expose :

({ Par jugement en date du dit jour 27 mars 1947, le Tribunal,

attendu la non-comparution du defendeur ni de personne pour lui,

a donne contre Iui a. la socieM demanderesse, ce requerant, defaut

pour le profit etre adjuge a. quatre semaines. Depens reserves. »

«Par suite de cette remise, 10. cause venant a. l'audience du

24 avril 1947 0. eM appeloo et retenue ... Le dMendeur n'ayant

pas encore comparu ni personne pour lui, MaUre Deleau pour la

societ6 demanderesse a requis l'adjudica.tion du defaut prooedem-

ment prononce contre 1e defendeur, en consequence le benefice

de ses concIusions ... »

«Par jugement en date du dit jour 24 avril 1947, le Tribunal,

avant d'adjuger a la societ6 dema.nderesse le profit du defaut

precedemment prononce contre le dMendeur, d'office 0. ordonne

qu'il en serfl.it deliMre et ce deliMre n'ayant pu etre vide al'au-

dience du 24 avril 1947... »

Le jugement du 22 mai 1947, envoye le 28 aoilt au

Departement federal de justice et police, a ete COmmU-

nique le 20 septembre 1947 a Brönimann. Le greife du

Tribunal de commerce a atteste, le 16 decembre 1947, que

ce jugement ne faisait l'objet ni d'opposition ni d'appel.

O. -

La SUF a fait notifier a Brönimann, le 15 novem-

bre 1948, un commandement de payer 2179 fr. 45, plus

les interets, en indiquant comme titre de la creance:

« Capital et frais dus selon jugement du Tribunal de com-

merce du Departement de Ja Seine du 22 mai 1947. Une

partie du capital, soit 10000 fr. fr., les depens et les frais

d'enregistrement sont convertis au taux de 1 fr. 28 suisses

pour 100 fr. fran98-is». Le debiteur a eleve opposition.

Le pr6sident du Tribunal de distriet de Lausanne a

prononce, le II janvier 1949, la mainlevee definitive de'

l'opposition a concurrence de 2176 fr .. 65 avec interet a.