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72_I_94

BGE 72 I 94

Bundesgericht (BGE) · 1946-04-08 · Deutsch CH
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Staatsrecht.

damit den Grundsatz. verletzt, dass das eidgenössisohe

Recht dem kantonalen vorgeht {Art. 2 Übergangsbest.

z. BV}. Sein Kostenentscheid ist daher aufzuheben.

Demnach erkennt da8 Bundesgericht :

Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene

Kostenentscheid des Obergerichts des Kanf,ons Glarus

vom 13. März 1946 aufgehoben und die Sache zum -neuen

Entscheid über die Kosten an dieses zurückgewiesen.

VI. ORGANISATION DER BUNDESRECHTSPFLEGE

ORGANISATION JUDICIAIRE FEDERALE

18. Jl.uszug aus dem Urtell vom 18. Juni 1946 i. S. Kölbener

gegen Huber.

Art. 860G: Letztinstanzlichkeit eines kantonalen Entscheides

erst nach Erschöpfung auch der ausserordentlichen kantOIialen

Rechtsmittel (in casu der Rechtsverweigerungsbeschwerde).

Art. 86 OJ: Une decision n'est prise en derniere instanee que

lorsque les moyens extraordinaires de droit cantonal ont aussi

ete epuises (en l'espece, le recours pour deni de justiee).

Art. 86 OGF' : Una decisione e emanata in ultima. istanza soltanto

se anche. i rimedi straordinari di diritto .cantonale sono stati

esauriti (in concreto, il rioorso per: diniego di giustizia) •.

Die staatsrechtliohe Beschwerde wegen VerJetzung ver-

fassUIlgsmässiger Rechte ist gemäss Art .. 86 OG ~a.bge­

sehen von den darin ausdrücklich bezeichneten Ausnah-

men -

erst zulässig, nachdem der Beschwerdeführer· von

den kantonalen Rechtsmitteln Gebrauoh gemacht hat.

Das gilt insbesondere bei Beschwerden aus Art. 4 BV. Der

kantonale Instanzenzug im Sinne dieser Vorsohrift ist

aber nioht schon dann ersohöpft, wenn gegen· den Ent-

scheid kein kantonales Rechtsmittel mehr besteht, das die

Prozessrechtstheorie als ordentliohes bezeichnet, sondern

Organisation der Bundesrechtspflege. N° 19.

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erst, wenn der Beschwerdeführer auoh dieausserordent-

liohen Rechtsmittel ergriffen hat, mit denen eine Heilung

der Verfassungswidrigkeit möglioh gewesen wäre. Zu die-

sen Reohtsmitteln gehört die Nichtigkeitsbesohwerde we-

gen Verletzung klaren Rechts oder offensichtlioh willkür-

lioher tatsächlioher Feststellungen, ferner, faUs Willkür

geltend gemacht werden will, auch eine Reohtsverwei-

gerungsbeschwerde, mit der materielle Rechtsverw-eige-

rung, d~ h. offensiohtliche Verletzung, Missachtung klaren

Rechts gerügt werden kann. Das galt schon unter der

Herrschaft des aOG (vgl. für die . Nichtigkeitsbeschwerde

BGE 51 I 51; Urteile vom 18. Januar 1935 i. S. Stift Bero.,

münster, 5. Oktober 1942 i. S. Buohmann und 28. August

1944 i. S. Biiblmann f für die Reohtsverweigerungsbe-

sohwerde BGE 67 I 213 Erw. I; Urteil vom 26. Mai 1939

i. S. Sturzenegger; GUOOMETTI, Verfassungsgerichtsbar-

keit S. 129 f.; PETER, Die Ersohöpfung des kantona.len

Instanzenzuges S. 84 f.). Gleiches gilt für Art. 86 OG,

der lediglich die bisherige Praxis bestätigt (Urteile vom

10. Dezember 1945 i. S. Vogel; 11. März 1946 i. S. Lang,

8. April 1946 i. S. Protakta). Der Entscheid in :EGElSI

III 193, auf den der Beschwerdeführer sich für seine ab-

weichende Meinung beruft, bezieht sioh auf die zivilreoht-

liohe Besohwerde . des Art. ··87 aOG, für die -

ebenso wie

für die :Berufung ---:- der kantonale Entscheid nach bishe-

rigem wie naoh geltendem Reoht schon da.nnJetztinstanz-

lioh ist, wenn kein ordentliohes Rechtsmittel mehr zur

Verfügung steht.

19. Auszug aus dem. U11eI1 vom 27. Mal 19M.J i. S. Hengge

gegen HobL

Bei Beschwerden wegen Verweigerung der RechtsöiinlUlg wird

diese bei BegrüDdetheit der Beschwerde vom Bundesgericht

nur dann selbst erteilt, wenn ihm freie OberprüflUlg zusteht,

nicht auch bei Beschwerden aus Art. 4 BV.

Le Tribunal feders.I saisi d'un recours contre un refus de· mam~

levee n'accorde lui m~me la mainlevee, en CRS d'admiBsion du