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72_I_175

BGE 72 I 175

Bundesgericht (BGE) · 1946-11-07 · Deutsch CH
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Staatsrecht.

incontestablement graves au sens de I'art. 45 a1. 3, le litige

se ramene a Ia question de savoir si le fait que la seconde

de ces condamnations a; eM prononcee avec sursis n'auto-

rise pas a dire qu'elle ne devrait pas entrer en ligne de

compte.

Avant l'entree en vigueur du code penal, Ie Tribunal

fMeral n'attachait pas d'imporlance au fait qu'une con-

damnation avait ete prononcee avec sursis a l'execution de

la peine ni au fait que Ie condamne avait subi avec sucres

l'epreuve imposee. Il justifiait cette decision notamment

par la diversiM des principes suivis par les cantons en

matiere de sursis et de remise conditionnelle de la peine

(cf. RO 51 I 120 et suiv.). Depuis l'entree en vigueur du

code penal suisse, il a attenue la rigueur de cette jurispru-

dence en jugeant que les condamnations prononcees avec

sursis a l'application de la peine ne pouvaient etre retenues

pour motiver le retrait de l'etablissement si le condamne

avait subi jusqu'au bout l'epreuve imposee et il a justifie

cette decision par la consideration que Ie condamne avait

en pareil cas le droit absolu de faire rayer sa condamnation

dans le casier judiciaire (RO 69 I 70, arrets non publies :

Semoroz du 15 juillet 1943, Schmutz du 23 septembre 1943,

et Monney du 12 septembre 1946). Lors d'une affaire Waser

contra Canton de Beme du 14 septembre 1944, il a fait un

pas de plus en decidant que du moment qu'une fois

l'epreuve subie,les condamnations prononcees avec sursis

n'entraient plus en ligne deo compte pour l'application de

l'art. 45 al. 3 Const, fM., il n'etait pas admissible non plus

qu'elles pussent servir a fonderun retrait de l'etablissement

meme durant le temps de l'epreuve, c'est-a-dire tant que

le juge n'aurait pas ordonne l'execution de la peine, car

i1 suffirait, en effet, que le condamne subit l'epreuve jus-

qu'au bout pour pouvoir de nouveau s'6tablir librement

dans le meme canton. Cette consideration est decisive et

l'emporte sur tous les motifs invoques a l'appui de Ja juris-

prudence ant6rieure. Toute autre interpretation risquerait

d'ailleurs de permettre aux autoriMs administratives d'em-

Gerichtsstand. ND 33.

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pieter sur les attributions du juge et de rendre illusoires les

effets que Ie Iegislateur federal a attaches a l'institution "du

sursis.

Le Trjbunal /6Ural prononce":

La recours est admis et l'aueM d'expulsion, confirme

par le Conseil d'Etat de Geneve le 24 mai 1946, est annule.

V. GERICHTSSTAND

FOR

33. Urteil vom 7. Novemher 1946 i. S. Leonl und Konsorten

gegen Desehwanden und Konsorten und Kantonsgerieh&s-

präsident von Nidwalden.

f1ericht88tand: 1. Gegenüber der Anwendung einer besonderen

eidgenössischen "Gerichtssta.qdsnorm (hier Art;. 538, Aha. 2

ZGB) kann die Ga.mn.tie des Gerichtsstandes am Wohnsitz

(Art. 59 BV) nicht angerufen werden.

2. Rügen wegen Verletzung von Art. 538, Aba. 2 ZGB sind mit

der Berufung an das Bundesgericht, nicht mit der staatsrecht-

Jichen Beschwerde geltend zu machen" (Art. 49 OG).

For: 1. La garantie de for instituee par l'art. 59 Const. fed. ne

peut ~tre invoquee a. l'encontre d'un jugement fonde BUr une

regle de for particuliere du droit fMerw (en respece l'art.

538 w. 2 CC).

2. La violation de l'art. 538 w. 2 ce est un moyen qui doit ~tre

souleve par la voie du recours en rMorme et non par cella du

recours de droit public (art. 49 OJ).

Foro : 1. La garanzia deI foro iatituita dall'art. 59 CF non puo essere

invocata nei riguardi d'una sentenza. basata su una norma

speciaJe deI diritto federale (come e quella dell'art. 538 cp. 2 ce).

2. La vioIazione dell'art. 538 cp. 2 CC dev'essere impugnata median-

te un ricorso per riforma e non mediante un ricorso di diritto

pubblico (art. 49 OGF).

1. -

Die Rekursbeklagten, gesetzliche Erben des am

24. Juni 1944 in Stans verstorbenen Caspar von Matt,

haben mit den Rekurrentinnen, als eingesetzten Erben

des Verstorbenen, am 20. November 1944 einen Erb-

tellungsvertrag abgeschlossen. Sie fechten diesen Vertrag

176

Staatsrecht.

mit einer beim Kantonsgericht Nidwalden eingereichten

Klageschrift an. Der Präsident des Kantonsgerichts hat

die Klageschrift den Rekurrentinnen zur Vernehmlassung

zugestellt und gleichzeitig die Edition verschiedener

Aktenstücke angeordnet (Verfügungen vom 20. März

1946). Gegen diese Verfügungen richtet sich die staats-

rechtliche Beschwerde mit der Behauptung, es werde

durch sie die Garantie des Gerichtsstandes am Wohnsitz

im Sinne von Art. 59 BV verletzt.

2. -

Nach der feststehenden Rechtsprechung des

Bundesgerichts ist Art. 59 BV keine Gerichtsstandsbe-

stimmung in dem Sinne, dass dadurch das Recht und die

Pflicht des Richters des Wohnsitzes des Beklagten zur

Beurteilung von persönlichen Ansprüchen begründet wür-

de. Es handelt sich dabei vielmehr' um eine Norm des

interkantonalen und internationalen Prozessrechts zum'

, :' Zwecke der Abgrenzung der Gerichtshoheit der Kantone

und fremder Staaten, indem sie die in der Schweiz wohn-

haften Personen für persönliche Ansprüche, die gegen sie

geltend gemacht werden, unter gewissen Voraussetzungen

der Gerichtshoheit andere Kantone oder Staaten als

ihres WohnsitzkaIltons entzieht (BGE 29 I S. 434 f.;

40 I 496 f.; 47 11 113; 56 I 87; 57 11 548; 66 11 183).

Art. 59 BV gilt daher wohl gegenüberrichterli~hen Ver-

fügungen, für die der Richter seine Zuständigkeit aus

der Gerichtshoheit eines Kantons ~bleitet, nicht aber

gegenüber solchen, zu denen er sich auf Grund eines

vom Bunde festgesetzten Gerichtsstandes für zuständig

hält. In emem derartigen Fall stützt sich der Richter

f14' seine Kompetenz auf ein Stück Gerichtshoheit, das

ausnahmsweise vom Bunde in Anspruch genommen und

den Kantonen entzogen worden ist, so dass eine Norm,

die wie Art. 59 BV dazu bestimmt ist, die Gerichtshoheit

der Kantohe tiild :fremder Staaten gegenseitig abzugrenzen,

darauf nicht anwendbar sein kann.

3. -

Die Klage ist beim Kantonsgericht Nidwalden

eingereicht worden unter Berufung auf Art. 538 Abs. 2

Geriehtastand~ N° 33.

1'1'1

ZGB, der eine Gerichtsstandsbestimmung für Klagen

erbrechtlicher,Natur enthält. Allerdings ist in Art. 538

Aha. 2 nur vorgeschrieben, dass Klagen auf Ungültiger-

klärung oder Herabsetzung einer Verfügung des Erb-

lassers, sowie auf Herausgabe oder Teilung der Erbschaft

beim Richter des letzten Wohnsitzes des Erblassers

anzubringen sind. Doch ist die Aufzählung nicht ab-

schliessend. Andere Klagenerbrechtlicher Natur fallen

nach übereinstimmender Ansicht von Lehre und Recht-

sprechung gleichfalls UJiter diese Gerichtsstandsnorm

(BGE 45 I 307; Kommentare).

Die angefochtene Verfügung ist ergangen in der Mei-:

nung, dass diese Gerich~sstandsnorm auch Klagen aUf

Anfechtung von Erbteilungsverträgen umfasse, und' auf

Befragen teilt die zuständige 11. Zivilabteilung des Bun-

desgerichts mit, dass sie solche Klagen ebenfalls als

erbrechtliche im Sinne von Art. 538, Abs. 2 ZGB ansehe.

Gegenüber der Anwendung einer besondern eidgenössi-

schen Gerichtsstandsnorm aber kann die Garantie des

Gerichtsstandes in Art. 59 BV nicht angerufen werden.

Die Beschwerde wegen Verletzung von Art. 59 BV ist

daher unbegründet (vgl. BGE 40 I 496 f.; 41 I 452, Erw.

1; 57 11 548; 63 I 28 ff.; ferner das nicht publizierte

Urteil vom 19. November 1945 i. S. Kengelbacher und

Konsorten gegen Ötiker und Konsorten).

4. -

Wenn die Beschwetdeschrift etwa den Sinn haben

sollte, dass sich die Rekurrentinnen auch wegen Ver:

letzung des Art. 538 Abs. 2 ZGB beschweren, so wäre ~~

diese Beschwerde nicht einzutreten. Es würde sich dailei

um die Rüge der Verletzung einer bundesrechtlichen

Vorschrift über die örtliche Zuständigkeit in einer Zivil-

rechtsstreitigkeit handeln. Für diese Rüge stände, gemäss

Art. 49 OG, die Berufung zur Verfügung, womit die

staatsrechtliche Beschwerde, als subsidiäres Rechtsmittel

(Art. 84, Abs. 2 OG) ausgeschlossen ist.

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AS 72 I -

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