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Strafgesetzbuch NO 41.
meme que l'on entendait donner a. la. loi; les Cha.mbres
n'ont, en realite, pas voulu la.isser l'epoux divorce sans
protection penale quant a son droit eventuel 8. des ali-
ments ou a des subsides en vertu du droit de fämille. La
solution contraire aurait d 'ailleurs ete surprenante, ce
droit de l'epoux divoroo etant, de tous ceux que vise
l'a.rt. 217, celui qui est le plus expose a etre meconnu par
un debiteur de mauvaise volonte, si bien que la Iegislation
recente ade plus en plus tendance a le proteger. C'est dono
au texte italien, conforme 8. oette evolution, que la prefä-
renoe doit etre donnee. Et le fäit que l'inculpe se serait
fonde sur l'un des deux autres textes offioiels ne saurait
en aucun cas etre juridiquement relevant dans le sens
indique plus haut, car en matiere de violation d'une obli-
gation d'entretien, teile qu'elle est decrite par l'art. 217
CP (c'est-8.-dire par mauvaise volonte, faineantise ou
inconduite), l'auteur de l'acte incrimine aura neoessaire-
ment et toujours eu conscienoe d'avoir omis de s'acquitter
d'un devoir.
2. -
Mais le recourant conteste en outre qu'il doive
8. son ancienne · femme, de par le jugement de divorce, des
aliments ou des subsides en vertu du droit de famille. Car
le divoroe a brise tout lien familial entre eile et lui. Cepen-
da.nt, la pretention de la femme est fondee sur le droit
applicable en matiere de divorce, c'est-8.-dire sur le droit
de famille. Cela suffit pour que l'art. 217 soit applicable a.
ce~ egard.
II s'agit aussi d'aliments au sens de cette disposition
legale. Car ce terme ne vise pas seulement la pension
alimentaire que le juge du divorce peut allouer en vertu
de l'art. 152 CC. II comprend egalement l'indemnite que
l'epoux coupable · peut etre, en vertu de l'art. 151 CC,
condamne 8. payer 8. l'epoux innocent pour remplaoer
l'entretien (cf. art. 160 al. 2 pour la femme) que le divoroe
lui a fait perdre. Car, d'apres la jurisprudence du Tribunal
fädera.l, c'est en premiere ligne en vertu de l'art. 151 que
l'epoux coupable doit contribuer a l'entretien de l'epoux
StrafgeaetzbucH No 42.
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innocent. C'est seulement si cette prestatioh ne suffit pa.s
pour eviter que celui-ci ne tombe da.ns le denuement, que
la pension alimentaire prevu& par l'art. 152 est a.llouee.
En outre, cette derniere disposition legale est seule a.ppli-
cable si les deux epoux sont innocents (cf. RO 60 II 394;
68 II 7). II resulte de cette jurisprudence que si, a la. forme,
la. rente ou le capital alloue en vertu de l'art. 151 CC sont
une indemnite, ils constituent en realite des aliments en
tant qu'ils sont a.lloues pour tenir compte d'une obligation
d'entretien.
En l'espece c'est en vertu de l'art. 151 al. 1 CC que le
juge du divorce a condamne le recourant a payer 30 fr.
par mois. II n'est pas douteux qu'on a voulu remplaoer
ainsi l'entretien auquel la femme avait droit. II s'agit
donc bien, pour le tout, d'aliments au sens de l'art. 217
CP, car non seulement le jugement de divorce parle d'une
pension a laquelle la femme innocente avait droit, mais en
outre il ne mentionne ni fortune, ni esperances de l'epoux
ooupable qui, outre l'entretien, auraient pu justi:fier une
pretention de la femme a indemnite en vertu de l'art. 151
al. 1. Le montant de la rente allouee n'exOOde pas non plus
oelui d'une simple pension alimentaire.
3. -
L'a.rret a.ttaque doit donc etre annule et Ia. cause
renvoyee a la juridiction cantonale pour qu'elle recherche
si les autres oonditions d'application de l'a.rt. 2~7 sont
rea.Iisees et pour qu'elle statue a nouveau.
42. Urteil des Kassationshofes vom tö. Oktober 1943
1. S. Frey gegen Staatsanwaltsehaft des Kantons Aargau.
Art. 336 ztfj. 1 StGB.
.
Die Kantone dürfen für die 'Obertretungen, deren Regelung ihrer
Gesetzgebung vorbehalten ist, neben der Strafe oder ohne
solche Deliebige strafrechtliche oder administrative Mfl88nt1h..
men vorsehen.
Art. 336 eh. 1 OP.
Les ca.ntons ont la faculte, pour les oontraventions relevant de leur
domaine, de prevoir, accessoirement a la. peine ou ~
l'a.~ce
de peine, toutes meaures de cara.otere penal ou a.dministratif.
18•
Strafgesetzbuch No 42.
Art. 336, cifra 1, OP.
:
Per le contra.vvenzioni loro riserva.te i cantoni hanno Ia. fa.colta
di Pi;~ede~, oltre o · senza. Ia. pena., ogni mi8ura pena.le od
a.mmunstra.tiva..
·
A. -
Am 17. Juli 1943 hat das Bezirksgericht Muri
Paul Leo Frey auf Grund der Oberweisungsverfügung der
Direktion des Innern und gestützt auf § 3 Ziff. II des
a.argauischen Gesetzes vom 19. Hornung 1868 über Errich-
tung einer Zwangsarbeitsanstalt wegen Landstreicherei
auf die Dauer von drei Jahren in die Zwangsarbeitsanstalt
eingewiesen. Die Beschwerde des Betroffenen hat das
aargauische Obergericht am 27. August 1943 abgewiesen.
Es stellt fest, dass die Landstreicherei nach der gegen-
wärtigen Gesetzgebung des Kantons Aargau nicht straf-
bar sei, aber die Massnahme der Einweisung in die Zwangs-
arbeitsanstalt nach sich ziehe; Diese Massnahme sei, weil
administrativer Natur, durch das Inkrafttreten des
Strafgesetzbuches nicht berührt worden.
B. -
Mit der Nichtigkeitsbeschwerde beantragt Frey
die Aufhebung des Entscheides und der Einweisung. Zur
Begründung führt er ll>ll, die Landstreicherei sei vom
eidgenössischen Gesetzgeber den Kantonen zur Ahndung
im Obertretullgsstrafrecht überlassen worden. Sie dürfe
daher von den Kantonen höchstens mit Haft bis zu drei
Monaten oder mit Busse belegt werden. Die Einweisung
des Beschwerdeführers auf die Dauer von drei Jahren in
die Zwangsarbeitsanstalt verstosse gegen Art. 400 Abs.
1 StGB, der auf den Zeitpunkt seines Inkrafttretens die
strafrechtlichen Bestimmungen der Kantone aufgehoben
habe. Es gehe nicht an, die Vorschriften des Strafgesetz-
buches durch administrative Massnahmen zu umgehen;
Der eidgenössische Gesetzgeber wolle, dass Liederliche
und Arbeitssoheue nur dann in eine Arbeitsanstalt einge-
wiesen werden, wenn sie wegen eines Verbrechens oder
Vergehens zu Gefangnis verurteilt worden sind (Art. 43
StGB). Weitere Voraussetzung sei die körperliche und
geistige Arbeitsfähigkeit und die Tatsache, dass der
Beschuldigte nicht schon vorher zu Zuchthaus verurteilt
Strafgesetzbuch No 42.
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oder in eine Verwahrungsanstalt eingewiesen worden sei.
0. -
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau
beantragt die Abweisung der Beschwerde. Sie hält daran
fest, dass die verfügte -Einweisung administrativen Cha-
rakter habe und daher vom Inkrafttreten des Strafgesetz-
buches unberührt geblieben sei.
Der Kassationshof zieht in Erwägung :
1. -
Ob die Einweisung des Landstreichers in die
Zwangsarbeitsanstalt auf Grund des aargauischen Gesetzes
vom 19. Hornung 1868 eine administrative Hassnahme
oder ob sie eine Hassnahme des kantonalen Strafrechtes
sei, braucht nicht entschieden zu werden. Denn auch in
letzterem Fa.lle verstösst sie nicht gegen das eidgenössi-
sche Strafreoht. Dieses überlässt durch Art. 335 Abs. 1
StGB den Kantonen das Übertretungsstrafrecht, soweit. es
nicht Gegenstand der Bundesgesetzgebung ist. Dazu gehört
auch die strafrechtliche Erfassung der Landstreicherei.
Soweit sie den Rahmen, der dem kantonalen Obertre-
tungsstrafreoht nunmehr gezogen ist, nicht überschreitet,
bleibt sie von der derogatorischen Norm des Art. 400
Abs. 1 StGB unberührt.
Im Fa.lle Clavel (BGE 69 IV 4) hat der Kassationshof
ausgesprochen, dass die Übertretung im Sinne des Art.
335 Abs. 1 StGB die in Art. 101 StGB umschriebene ist,
d. h. die mit Busse oder Haft bedrohte strafbare Handlung,
dass mithin die Kantone für ihr Übertretungsstrafrecht
auf diese beiden Strafen angewiesen sind. W a.s für die
Straf~, gilt aber nicht auch für die begrifllich davon
verschiedenen, unter anderen Gesichtspunkten stehenden
sichernden und anderen M~.
Denn die bundes-
rechtliche Umschreibung der Übertretung lässt die Hass-
nahmen ausser Betracht; diese sind nicht typisch für die
Übertretung. Auch sind die a.llgemeinen Bestimmungen
des Strafgesetzbuches, das die Massnahmen ordnet, für
das Übertretungsstra.frecht der Kantone nicht vorge-
schrieben. Daher sind die Kantone in ihrem Übertretungs-
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Strafgesetzbuch No 42.
stra.frecht in der An~endung der Massnahmen frei. Sie
brauchen sich nicht an die zu halten, die der Bund. für
'Obertretungen eidgenössischen Rechtes vorsieht, sondern
können irgendwelche sichernden und anderen Massnah-
men tre:ffen und jene des Bundesrechtes unter anderen
als den in Art. 43-45 und 104 Abs. 2 StGB vorgeschriebe-
nen Voraussetzungen. Die Kantone können die Ma.ssnah-
men mit der Strafe (Busse, Haft) verbinden oder von
Strafe absehen und es bei Massnahmen bewenden lassen,
wie es der Kanton Aargau auf . Grund des erwähnten
Gesetzes gegenüber Landstreichern tut (ein Analogon zu
Art. 14 Abs. 1 StGB, wonach der Strafrichter gegenüber
Unzurechnungsiahigen Ma.ssnahmen ohne Bestrafung an-
ordnet).
2. -
Liegt somit die angefochtene Einweisung in die
Zwangsarbeitsanstalt -
als strafrechtliche oder admini-
strative Massnahme verstanden -
im Rahmen des kan-
tonalen 'Obertretungsstrafrechtes oder Verwaltungsrech-
tes, so ist sie der Kontrolle des Kassationshofes entzogen,
denn diese erstreckt sich nur auf die Anwendung eidge-
nössischen Rechtes (Art. 269 Abs. 1 BStrP). Auf die
Ausführungen des Beschwerdeführers, welche darauf hin-
auslaufen, dass die Massnahme unbegründet sei, ist daher
nicht einzugehen.
Demnach . erkennt der KasMJ.tionshof :
Die Nichtigkeitsbeschwerde wird. abgewiesen, soweit
da.rauf eingetreten werden kann.
Verfahren. No 43.
II. VERFAHREN
PROcEDURE
IST
43. Auszug aus dem Entscheid· der Anklagekammer vom
9. November 1943 i. S. Bftchly gegen BnndesanwaltsehaU.
In Bundesstrafsachen, die der Bundesrat den kantonalen Behörden
überweist, richtet sich der Entschädigungsanspruch des V er-
hafteten insoweit nach Art. 122 BStrP. als die Haft in das
(bundesrechtliche) Ermittlungsverfahren, und insoweit nach
kantonalem Recht, als sie in das (kantonale) Untersuchungs-
verfahren fällt.
Dans les causes pena.les de droit federal que le Conseil federal
delegue aux autoritea cantona.les, la demande d'indemnite de
la personne a.rrMee est r6gie par l'art. 122 PPF en tant que la
detention preventive se situe dans la phase (federale) des
recherches, et par le droit cantona.l en tant qu'elle se situe dans
la phase (cantona.le) d'instruction,
Nelle cause pena.li di diritto federale, ehe il Consiglio federa.le
delega. alle autoritt\ cantonali, la domanda d'indennita dell'ar-
restato e disciplinata dall'art. 122 PPF in quanto il carcere.
preventivo e stato subito nella fase (federale) delle indagini
e dal diritto cantona.le in quanto esso e stato subito nella fase
(cantonale) d'istruttoria.
In einem Ermittlungsverfahren wegen Widerhandlung
gegen den BRB vom 6. August 1940 über Massnabmen
gegen die kommunistische und anarchistische T~tigkeit
wurde Ida Büchly am 22. August 1941 von den Behörden
des Kantons Basel-Stadt in Untersuchungshaft gesetzt.
Am 11. September 1941 erhielt die Staatsanwaltschaft den
Delegationsbeschluss des Eidgenössischen Justiz- und
Polizeidepartementes, wonach die Angelegenheit zur Un-
tersuchung und Beurteilung den Behörden dieses Kantons
übertragen wurde. Am 16. September 1941 wurde die
Beschuldigte aus der Haft entlassen. Nachdem später das
Verfahren gegen sie eingestellt worden war, verlangte sie
eine Entschädigung für den während der Haft erlittenen
Lohnausfall. Die Basler Behörden entsprachen dem Ge-
such, soweit den Lohnausfall vom 12. bis 16. September