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69_III_68

BGE 69 III 68

Bundesgericht (BGE) · 1943-09-10 · Français CH
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Bchuldbetreibungs. und KonkUi'8recht. N0 18. CQnflit entre le droit ~e propriete revendique et le dtoit d~ retention (cf. RO 65 UM). Il dependait uniquement des justifica.tions qu~ la recourante aura.it pu fournir quant au titre juridique sur lequel elle fondait l'acquisi- tion de son droit de propriete, et les deux seules voies par lesquelles elle etait recevable a faire ses preuves etaient ou l'actiQn en revendica.tion de l'art. 107 LP, si c'etait

a. elle a se porter demanderesse, ou l'action en contestation de 1a revendication, 'autrement dit l'action de l'art. 109 LP, si, au contra.ire, c'etait a 1a bailleresse a ouvrir l'action. nest vrai que, supposee exacte l'a:ffirmation d'apres 1aquelle 1es biens revendiques etaient deja en la possession de 1a recourante Jorsque l'office I'a sommee d'ouvrir action, il faudrait convenir qlie ce dernier a mal prooede ; qu'au lieu de fixer le delai I), la recourante, c'est a 1a bailleresse .qu'il aura.it du le faire (RO 54 IU 270). Mais cela. ne serait· pas encore une raison pour admettre le ~cours, ca.r si la recourante estimait que ce n'etait pas aelle a ouvrir action, elle aurait du soulever ce moyen en attaquant la decision de l'Office par la voie de la; plainte ~s les dix jours de sa communication. Comme ell~ ine l'a pas fait, la decision est devenue definitive et lui est donc actuellement opposable. La Okambre dea pcru,r8'u/i,tea et dea !aiZlites fYl'ononce : Le recours est rejete.

18. Entscheid vom 10. September 1943 i. S. Schild. F.ortaeWung der Betreibung ohne neuen Zahlungabe/ehl nach Aus- stellung eines Verlu.stscheins (Art. 149 Aha. 3 SchKG) : kmm nieht nochmals verlangt werden, wenn solche Fortsetzung neuerdings zur Ausstellung eines Verlustscheins geführt hat; - wohl aber bei einem auf nauem Zahlungsbefehl beruhenden Verlustschein. DO'JY(Jtilte Betreibung ~ Setzt der Gläubiger eine bereits in Betreibung stehende Forderung neu in Betreibung, so kmm der Schuldner Recht vorschlagen (Art. 69 Zifi. 3 SchKG). Bei unbestrittener Identität . der Forderung hilft auch Beschwerdeführung, und Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N° 18. 69 beiVersäumung des Beschwerderechtes ist immerhin die volle Tilgung der Forderung, falls .. sie ~ d~r einen Betreibung erfolgt, auch in der andem zu beruekslChtlgen. Oontinuation de la pO'Ursuite BanB nO'Ut!6au commandement de 1JaYBr, a.pres delivra.nce d'un a.cte de defa.ut de biens (art. 149 a.1. 3 LP) : La. continua.tion de la. poursuite ne peuy pas et~ d~d6e ~e seconde fois lorsque la. seconde pourSUlte a.en~-meme aboutl Ei la. delivra.nce d'un nouvel a.cte de defaut de bIens '; . _ iI en est a.utrement qua.nd le second a.cte de defaut de bIenS repose sur un nouvea.u comma.ndement de pa.yer. , [)QUble pO'Ursuite: Si le ereancier poursuit en vertu d'un~ crea.nce qui fa.it deja. l'objet d'une premiere poursuite, l~ ~?blte~ a le droit de faire opposition (art. 69 eh. aLP). SI lldentlte d~ crea.nees n'est pas contest6e, le debiteur peutr~urir B: la. VOle de la. pla.inte et s'il n'est plu.s a. temps pour le fa.Ire utIlez;nept, iI lui est toujours possible, dans le ca.s Oll la. c~ce a.uraat e~ entierement payee da.ns une des poursuites, d mvoquer ce falt dans l'autre. Proseguimento del1,' esoouzione senza nuooo 'precet'tO esecutivo, dopiJ rilaBeio d'un aJ;teBtat() di carenza di beni (art. 149 ep •. 3 LEF).: TI proseguimento dell'esoouzione non pub essere ehiesto uns. seconda. volta. a.llorche la. sooonda. esoouzione e terminata col rilascio d'un ~uovo attestato di ca.renza. di ~ ;. . ~

a. meno ehe il sooondo attestato di ca.renzadl beni POggI su un nuovo precetto esecutivo. . D"oppia esoouzione: Se iI creditor~ promuov~. esoo~one per ll!1 eredito gi8. in eseussione i1 debltore ha diritto dl fare 0PPOSI- zione (art. 69 eifra 3 LEj!'). Se l'identita dei credi~i non e. con- iestata, i1 debitore puo inoltra.re recl~o 61 se.i1 te~e ,e spiratO, puo sempre invoca.re, qua.lora l! ~Ito SI!" stato mte- graImente paga.to in uns. de!le. esecUZlo~. un siffa.tto pa.ga- mento per quanto concerne I a.ltra. esoouzIone. A. - Die Firma Ernst Erni & (J1e erhielt am 23. Januar 1940 in der Betreibung Nr. 349 gegen Schild einen defini- tiven Verlustschein für Fr. 2793.85. Sie setzte' diesen Betrag am 19. Oktober 1940 mit dem Zahlungsbefehl Nr. 384 neu in Betreibung. Der Zahlungsbefehl blieb unbe- stritten. Am 12. Juli 1941 wurde Lohn auf ein Jahr und am 15. Dezember 1941 zudem ein Radioapparat « Orlon» gepfändet. Dessen Verwertung fand nach, Durchführung eines Widerspruchsverfahrens erst a.m 17. April 1943 statt. Am 19. Mai 1943 schloss das Betreibungsamt die Betreibung Nr. 384 durch Ausstellung eines Verlli.stscheines für Fr~ 2570.- ab. B. - Schon am 25. Juli 1942 hatte der Glälibigerauf Grund der als provisorischer Verlustschein ' ausgestellten

70 Schuldbotreibungs- und KonkurSrecht. No 18. Pfändungsurkunde der Betreibung Nr. 384 Lohn des Schuldners auf eIn weiteres Jahr arrestieren lassen, den Arrest dann mit dem Zahlungsbefehl Nr. 597 prosequiert, d6r gleichfalls unbestritten blieb, und am 1. Oktober 1942 eine Lohnpfändung erlangt. O. - Ohne Rücksicht hierauf verlangte er auf Grund des in der Betreibung Nr. 384 erhaltenen Verlustscheins am 21./24. Mai 1943 Fortsetzung der Betreibung im Sinne von Art. 149 Abs. 3 SchKG. Diesem Begehren wurde am

28. Mai 1943 durch Anschluss an eine Pf'andungsgruppe entsprochen. D. - Der Schuldner beschwerte sich über diese Pfan- dung mit Hinweis auf die noch laufende Arrestbetreibung Nr. 597 ; die Fortsetzung der andern Betreibung laufe auf die Geltendmachung einer zusätzlichen Forderung:' von Fr. 2570.- hinaus. Die untere Aufsichtsbehörde hob die angefochtene Pfändung auf, nicht aus dem vom Schuldner geltend gemachten Grunde, sondern weil der Verlusts(;hein vom 19. Mai 1943, als zweiter für die nämliche Forderung, den Gläubiger gar nicht zur Fortsetzung der Betreibung ohne neuen Zahlungsbefehl berechtigte. Die obere Auf- sichtsbehörde entschied am 20. August 1943 zugunsten des Gläubigers, wogegen der Schuldner mit dem vorlie- genden Rekurs am Beschwerdebegehren festhält. Die Sckuldbetreifntnga- und Konhurakammer zieht in Erwägung :

1. - Mit Recht erkennt die Vorinstanz dem Verlust- schein vom 19. Mai 1943 die Wirkungen des Art. 149 Aha. 3 SchKG zu, obwohl dem Zahlungsbefehl der betreffenden Betreibung bereits ein Verlustschein zugrunde lag. Die Vergünstigung des Art. 149 Abs. 3 kann vom Gläubiger für die betreffende Forderung nicht schlechthin nur einmal, für den ersten Verlustschein, in Anspruch genommen wer- den. Eine Einschränkung dieses Rechtes ist freilich längst anerkannt: Führt die gemäss Art. 149 Abs. 3 fortgesetzte Betreibung nochmals zur Ausstellung eines definitiven Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N° 18. Verlustscheines, so kann nicht auf Grund des letztem wiederum ohne neuen Zahlungsbefehl fortgefahren werden (Archiv 5 Nr. 5 = BGE 22 S. 272, BGE 24 I 537 = 8ep.- Ausg. 1 S. 269). Wenn als Grund hiefür angegeben wurde, die gesetzliche Frist von sechs Monaten wolle den Sohuld- ner vor späterer Betreibung ohne neuen Zahlungsbefehl sohützen, so will dies jedoch nicht sagen, jeder später für die betreffende Forderung ausgestellte Verlustschein sei von den Wirkungen des Art. 149 Abs. 3 SohKG ausge- nommen. Es handelt sich gar n1cht um die Wirkungen des Verlustscheines als solchen, sondern des ihm zugrunde liegenden Zahlungsbefehls. Dessen Kraft als Vollstreckungs- titel überdauert die Ausstellung des Verlustsoheins noch sechs Monate, und nicht länger, so dass nur während dieSer Frist die Fortsetzung der Betreibung ohn~ neuen ZahlUngs- befehl verlangt werden kann, dagegen nicht nochmals, wenn eine solche Fortsetzung wiederum zur Ausstellung eines Verlustscheines führt. In diesem Falle ist der Gläu:.. biger, gleichwie wenn er die Frist gar nicht benutzt hat, darauf angewiesen, den Schuldner mit neuem Zahlungs- befehl zu betreiben. Der Deue Zahlungsbefehl hat dann aber die nämlichen Wirkungen wie der alte. Kommt. es in der auf ihm beruhenden Deuen Betreibung zur Ausstel- lung eines neuen Verlustscheines, so kann daher neuer- dings die Vergünstigung des Art. 149 Abs. 3 in Ans.pruch genommen werden: nicht auf Grund des frühem, ver- wirktel;l., sondern eben des neuen Zahlungsbefehls. Etwas Abweichendes folgt auch nicht aus der Natur der Verlust- scheinsfordemng. Die fruchtlos gebliebene Betreibung hat die in Art. 149 SchKG vorgesehenen Folgen für den mate- riellen Bestand der Forderung. Deren Vollstreckbarkeit ist aber nicht beschränkt, insbesondere nicht für den Fall, dass eine neue Betreibung wiederum nicht volle Tilgung ergibt.

2. - Der Schuldner erachtet sodann die auf dem Ver- lustschein der Betreibung Nr. 384 beruhende Fortsetzung deshalb als unzulässig, weil für die gleiche Forderung noch

72 Schuldbetraibungs- und Konkursrecht. N0 18. die Betreibung Nr. 5"97 läuft. In der Tat ist der Gläubiger nicht befugt, nebeneinander mehrere Betreibungen für di~selbe Forderung durchzuführen. Die Einwendung des Schuldners ist jedoch verspätet. Sie hätte erhoben werden müssen, als neben der bis zum 19. Mai 1943 hängig geblie- benen Betreibung Nr. 384 am 31. Juli 1942 die Arrest- betreibung Nr. 597 angehoben wurde. Und "zwar wäre hiefür in erster Linie nicht der Beschwerdeweg, sondern ein Rechtsvorschlaggegen die Arrestbetreibung in Frage gekommen (Archiv 5 Nr. 130,BGE 39 1469 = Sep.-Ausg. 16 S. 171). Die Identität der Forderung zu beurteilen, steht nicht den Betreibungsbehörden, sondern nur dem Richter zu. Bei feststehender und" unbestrittener Identität lässt sich die Korrektur allerdings auch auf dem Beschwerdeweg erzielen. Hier ergibt sich die Identität aus den eigenen Vorbringen des Gläubigers, der ja den Arrest eben für die Forderung der Betreibung Nr. 384 verlangte, auf GrUnd des in dieser Betreibung erhaltenen provisorischen Verlust- scheins. Weil die Betreibung Nr. 384 hängig blieb, hätte es keiner nauen zur Prosequierung des Arrestes bedurft (Art. 278 SchKG). Indessen ist das Beschwerderecht längst versäumt. Die beiden Betreibungen bleiben daher neben- einander bestehen. Immerhin wird das Betreibungsamt darauf Bedacht zu nehmen haben, dass sie auf Vollstrek- kung der nämlichen Forderung gerichtet sind. Führt die eine Betreibung zu voller Befriedigung, so ist auch die andere erledigt und gegebenenfa.1ls ein in ihr ausgestellter Verlustschein aufzuheben. Demnach erkennt die 8ch'lildbetr.- 'U. Kon,k'Ur8kammer : Der Rekurs wird abgewiesen. Schuldbetraibungs. und Konkurarecht. N0 19.

19. Auszug aus dem Entscheid vom 23. September 1M3

i. S. Aiutana. 73 Lohwp/änilAmg, Art. 93 ScbKG. Wird dem Betreibungsamt eine vom Schuldner vor dem Pfändungsvollzug vorgenommene Lohna.btretung gemeldet, sei es auch erst längere Zeit nach der Pfändung, so ist na.ch BGE 65 m 129 und 66 m 42 vorzu- gehen; Art. 107 IV SchKG. Das Betreibungsa.mt hat jedoch festzustellen, wann die Abtretung dem Drittschuldner (Arbeit- geber) angezeigt wurde"und die damals bereits verfallenen und auch beglichenen LohngQthaben amser acht zu lassen. Art. 167 OR. 8aMie de salaire. Art. 93 LP. Si l'oftice apprend que la. creance da salaire 80 fait l'objet d'une cession, il procedera. selon les principes poses da.ns les arrllts RO 65 In 129 et 66 m 42, meme s'il n'a etS informe de"la. cession qu'apres I'execution da Ia saisie. "TI lui incombe toutefois de fixer Ja date a. la.quelle Ja cession 80 6tS portSe a. Ja conna.issa.nce du tiers d6biteur (emp.loyeur) et de faire abstraction des parts de sala.ire d6ja. 60hues et payees: Art. 167 CO. pignoramento di aaZario (m. 93 LEF). Se l'uftlcio viene 80 sapere che il credito a dipendenza. di salario e stato ceduto. procedera. secondo i principi posti nelle sentenze RU 65 Irr 129 e 66 m 42, anche se e stato edotto deIla" cessione soltanto dopo i1 pignoramento. L'ufticio e tuttavia tenuto a.d a.ccertare la data. alla qua.le la cessione e stata comunica.ta a.l terzo debitore (ossia 801 padrone) e a non tener conto deI salario allora. gia. sca.duto e pa.ga.to. Art. 167 CO. A'UB dem Tatbestand : A. - Die Rekurrentin liess sich am 17. Juli 1942 von ihrem Schuldner monatlich Fr. 20.- aeineskünftigen Lohnes abtreten. Von dieser Abtretung war kein Gebrauch zumachen, solange der Schuldner monatliche Abzahlungen von Fr. 20.- leiste. Im Mai 1943 hörte er damit auf. Er war bereits von verschiedenen andern" Gläubigern be- trieben, die Lohnprandungen erwirkt hatten. Am 20. Mai 1943 zeigte die Rekurrentin die Lohnabtretung dem Arbeitgeber des Schuldners und am 1. Juni dann auch dem Betreibungsamt an, mit dem Ersuchen, das Nötige vorzuke~n, da der Lohnabtretung <Jie absolute Priorität vor jedem andern Zugriff auf den Lohn zukomme. Das Betreibungsamt antwortete, die LohnpfändUngen gehen einer vom Schuldner vorgenommenen Abtretung vor; auf