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78 Strafgesetzbuch. No 14. - o'est-a-dire sous le ·oh. 2 qui traite du patronage - est que les motifs de l'ootroi du sursis determinent la oonduite a imposer au delinqu~nt pendant le delai d'epreuve. En revanche l'obligation de motiver le refus du sursis resulte des principes generaux de la procedure penale fMerale. Des le moment qu'une telle· dOOision peut etre attaquee pour violation du droit federal, il faut que l'autorite char- goo d'assurer l'application uniforme de ce droit puisse remplir sa mission. Elle ne pourra le faire que si le refus est suffisamment motive pour qu'elle puisse se rendr~ oompte comment la loi a ete appliquee. S'il n'est pas motive du tout ou ne l'est pas a satisfaction, la Cour de cassation doit appliquer l'art. 277 PPF (RO 50 I 353 ; 37 I 108). En regle generale, le refus du sursis fera l'objet d'un considerant topique: lä tribunal de repression ne pourra s'en dispenser que si les raisons du refus ressortent a l'evidence des autres motifs du jugement.
5. - En l'espece, le Tribunal de la Gruyere a refuse le sursis « vu la gravite des faits retenus a la charge d'Ida Tornare ». La Cour de oassation oantOnale interprete ce considerant en ce sens que le Tribunal n'aurait pas fait allusion a la gravite de l'infraction prise thooriquement, mais a la gravite du cas partioulier, tiree de l'ensemble des ciroonstances de la cause. :Mais l'üne et l;autre de ces interpretations sont incompatibles aveo la raison d'etre du sursis. La gravite d'une infraction, prise d'une maniere abstraite et telle que la definit la partie speciale du oode, est un ele- ment dont le Iegislateur a tenu oompte pour fixer les conditions objectives du sursis. S'il n'a exclu ce benefice que pou,r les infractions punies de la reclusion, le juge ne saurait le faire de son cöte pour teile categorie d'infrac- tions frappees simplement d'emprisonnement ou d'a.rrets. Quanta la gravite de l'infraction in casu, elle est mesuree par la peine prononcee. Or le legislateur a aussi regle l'infiuence de la gravite partiouliere de l'infraction sur le sursis, en :fixant a un an le maximum de l'emprisonnement Strafgesetzbuch. No 15. 79 qui permette encore l'octroi dec cette faveur. Le juge ne peut abaisser cette limite. La Cour de cassation cantonale laisse entendre que sous les mots de« gravite des fäits », le Tribunal de la Gruyere a voulu faire etat de circonstances particulieres et indivi- duelles du cas qui justifieraient le refus du sursis. Cela serait en soi legitime. Mais rien dans le jugement ni meme dans le dossier ne pennet 8. la Cour de ceans de voir quels seraient oes motifs particuliers et de dire que les juges du fait n'ont pas refuse le sursis a tort et en se fondant uni- quement sur les considerants errones ci-dessus. Les oonditions objectives du sursis etaient remplies. Nulle part le jugement ne s'exprime sur l'effet preventif du sursis eu 6gard aux anteoMents et au caractere de la oonda.mnee. Le reoours doit en consequence etre admis et la cause renvoyee a la juridiction oantonale qui - en s 'inspirant des considerants du present arret - statuera a nouveau sur l'octroi ou le refus du sursis. Par ces motifs, le Tribunal federal admet le pourvoi, annule l'arret attaque et renvoie la oouse a la juridiction cantonale pour nouveau jugement.
15. Urteil des Kassationshofes vom 19 . .Juli 1942 i. S. Högger gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Zilrleh. Art. 41 Ziff. 1 StGB. Der bedingte Strafvollzug darf nicht aus bestimmten im Gesetz nicht genannten Gründen allgemein verweigert werden. Art. 41 eh. 1 CP. Le sursis ne doit pas etre refuse d 'u,ne maniere gtrlhale pour des motifs determines non enonces dans la. loi. Art. 41 cifra 1 CPS. La sospensione ?O!ldiziona~e n?n puo ess~ rifiutata in modo generale per mot1vi determmat1 non preVtSti nella legge. A. - Am 30. April 1942 verurteilte die III. Kammer A des Obergerichts des Kantons Zürich Paul Högger wegen Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 des BRB vom 6. Au-
80 Strafgesetzbuch. N• 15. gust 1940 über Mas~a.hmen gegen die kommunistische und anarchistische Tätigkeit zu drei Wochen Gefängnis, weil er vom März bis Ende Juli 1941 wiederholt kleinere und grössere Mengen kommunistischer Schriften und Zettel zu Propagandazwecken entgegengenommen, auf- bewahrt und weiterverbreitet, soohsmal an Sitzungen kommunistischer Zellen teilgenommen und seine Wohnung dreimal zu solchen Sitzungen zur Verfügung gestellt hatte. Den bedingten Strafvollzug versagte sie ihm mit der Begründung, aus seiner ausserordentlich starken Betäti- gung im Rahmen der kommunistischen Organisationen und Ersatzorganisationen während mehrerer Monate müsse gefolgert werden, dass Högger .Anhänger der kommuni- stischen Weltanschauung sei. Seine Gesinnung sei Beweg- grund seiner Verfehlungen, Wie die grosse Zahl seiner im Interesse des Kommunismus begangenen Vergehen und seine intensive Beteiligung an der kommunistischen Schu- lungs- und Bildungsarbeit schliessen liessen. Für eine Gesinnungsänderung lägen bei ihm keine Anhaltspunkte vor. Daher sei es sehr unwahrscheinlich, dass eine bloss bedingt zu vollziehende Strafe genügen würde, ihn von weiteren ähnlichen Vergehen abzuhalten. Immer dann wenn die Gesinnung des Täters der alleinige oder doch überragende Beweggrund einer strafbaren Handlung sei und nichts dafür vorliege, dass der Täter die betreffende Gesinnung aufgegeben oder sich 'doch so weit von ihr distanziert habe, dass er auf eine aktive Betätigung für ihre Verwirklichung verzichte, könne nach Vorleben und Charakter des Verurteilten nicht erwartet werden, dass er durch den bedingten Strafvollzug von weiteren Ver- brechen oder Vergehen abgehalten würde. B. - Paul Högger erklärte rechtzeitig die Nichtigkeits- beschwerde. Er beantragt Aufhebung des erwähnten Urteils, soweit es ihm den bedingten Strafvollzug ver- weigere, und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung. Er erblickt eine Verletzung der .Art. 41 StGB und 335 BStrP darin, dass die Vorinstanz Strafgesetzbuch. N• 15. 81 für alle Gesinnungsdelikte und somit unter _aderem all- gemein für Widerhandlungen gegen d~n BRD vom 6. Au- gust 1940 über Massnahmen gegen die kommunistische und anarchistische Tätigkeit, welche ja in der Regel auf die Gesinnung des Täters zurückzuführen seien, den bedingten Strafvollzug nicht gewähren wolle.
0. - Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich bean- tragt Abweisung der Nichtigkeitsbeschwerde. Der Kassationshof zieht in Erwägung :
1. - Nach der Auslegung, welche der Kassationshof Art. 335 BStrP und Art. 41 StGB bisher gegeben hat, ist der bedingte Strafvollzug grundsätzlich zu gewähren, wenn die im Gesetz hiefür genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Die Frage, ob der Richter im emzelnen Falle aus- nahmsweise noch weitere Voraussetzungen verlangen dürfe, wurde unter der Herrschaft des Art. 335 BStrP bejaht (BGE 61 I 447, 63 I 266), in bezug auf Art. 41 StGB dagegen bisher offen gelassen. Sie kann auch heute offen bleiben. Selbst wenn nämlich die erwähnte Möglichkeit zu bejahen wäre, würde der Richter das zulässige Ermessen überschreiten, wenn er den bedingten Strafvollzug aus bestimmten im Gesetz nicht genannten Gründen allgemein verweigern wollte. In der Annahme der Vorinstaµz, dass für strafbare Handlungen, deren Beweggrund aussohliess- lich oder überragend in der Gesinnung des Täters liege, der bedingte Strafvollzug ausgeschlossen sei, liegt daher eine unzulässige Verallgemeinerung einer "Überlegung, welche im einzelnen Falle zulässig sein kann, verallgemeinert dagegen dem Sinn des Gesetzes widerspricht. Der bedingte Strafvollzug darf nicht wegen einer bestimmten Gesinnung schlechthin, sondern nur wegen der Gesinnung des kon- kreten Täters verweigert werden, wenn und weil sie ein Indiz dafür sein kann, dass dieser nach seinem Vorleben und Charakter sich d:urch diese Massnahme nicht von weiteren Verbrechen oder Vergehen würde abhalten lassen. Wenn der Richter die Gesinnung des Verurteilten AS 68 IV - 1942 6
82 Strafgesetzbuch. No lli. in die Erwägungen üb~r die Unzulässigkeit des bedingten Strafvollzuges einbezie?-en will, muss er immer individuell prüfen, ob sie im betreffenden Falle auch tatsächlich die Verweigerung des bedingten Strafvollzuges rechtfertige. Der Kassationshof hat es denn auch unter der Herrschaft des Art. 335 BStrP z. B. als unzulässig bezeichnet, für das Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustande allgemein den bedingten Strafvollzug zu versa.gen (BGE 63 I 264).
2. Im Ergebnis hat nun aber die Vorinstanz dem Beschwerdeführer den bedingten Strafvollzug nicht unbe- sehen deshalb verweigert, weil sie diese Massnahme für Gesinnungsdelikte allgemein als unangebracht erachtet, sondern sie hat anhand der Umstände des konkreten Falles untersucht, ob nach Vorleben lind Charakter des Beschwer- deführers zu erwarten sei, dass er sich durch den bedingten Strafvollzug von weiteren Verbrechen oder Vergehen würde abhalten lassen. Sie zog in Erwägung, dass der Beschwerdeführer sich ausserordentlich stark und während mehreren Monaten in kommunistischen Organisationen und Ersatzorganisationen betätigt, im Interesse des Kom- munismus viele Vergehen begangen und sich intensiv an der kommunistischen Schulungs- und Bildungsarbeit be- teiligt habe. Zwar machte sie diese Überlegung, um. die kommunistische Gesinnung des Beschwerdeführers und den Beweggrund seines Handelns darzutun. Im Ergebnis zieht sie jedoch damit aus Umständen des konkreten Falles Rückschlüsse auf Charaktereigenschaften des Beschwerde- führers, welche einer bessernden Wirkung des bedingten Strafvollzuges nach ihrer Auffassung entgegenstehen. Damit hat sie den Rahmen des zulässigen Ermessens nicht überschritten. Demnach erkennt der Kassationshof : Die Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen. Strafgesetzb.uch. No 16. 83
16. Urteil des Kassationshofes vom 6. .Juni 1942 i. S. Plaß gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Ztlrleb. ~ 1 • Art. 122 Ziff. l,· Art. 125 Abs. 2 StGB. Begrifi der schweren Schädigung bei Körperverletzung.
2. Art. 25 Abs. 1 MFG. Wer trotz aufgehobener Sicht (Schnee~ gestöber, Blendung durch entgegenkoi:unendes Fahrzeug) weiterfährt, handelt schuldhaft, unbekümmert darum, ob tatsächlich ein Unfall eintritt und, wenn ja, ob er durch Dritte mitversehuldet sei.
1. Art. 122 eh. 1, 125 al. 2 CP. Notion des lesions corporelles graves.
2. Art. 25 al. 1 LA. Le condu,cteur d'un vehicule a moteur qu,i, malgre le manqu.e. de visibilite (temp~te de neige, eblouissement par les phares d'un au.tre vehicule ), continue de circuler commet u,ne faute; peu. importe qu'un accident se produise ou non et, s'il arrive, qu,'un tiers y ait eontribue par sa faute.
1. Art. 122 cifra 1, art. 125 cifra 2 CPS. Nozione di gravi lesioni corporali.
2. Art. 25 ep. 1 LCAV. Il conducente di un autoveicolo ehe, n<!n- ostante la mancanza di visfüilita. (tempesta di neve, abbaglia- mento eoi fari di un altro veieolo) eontinua 1a sua corsa, com- mette una colpa, nulla importando se l'infortunio si produca o no e, in caso a:ffermativo, se esso sia dovuto alla colpa conco- mitante d'un terzo. .A. - Am 29. Oktober 1941 führte Rene Pfaff nach eingebrochener Dunkelheit im heftigen Schneegestöber einen Motorlastwagen auf der 7 m breiten Fahrbahn der mit Fussgänger- und Radfahrerstreifen versehenen unbe- leuchteten Staatsstrasse von Regenau nach Gfenn. Um 1815 Uhr kreuzte er beim Ödenbühl auf gerader Strecke ein Automobil, dessen Führer er durch wiederholtes Licht- signal erfolglos aufgefordert hatte, die Scheinwerfer abzu- blenden. Unmittelbar nachher fuhr er von hinten in den auf der Fahrbahn 1,5 m vom rechten Strassenrand entfernt gegen Gfenn radelnden Ernst Colombarolli, dessen Fahrrad ohne Reflexlinse war und den er zu spät bemerkt hatte. Im Augenblick des Zusammenstosses war die Geschwindig- keit des Lastwagens nur noch gering. Der Radfahrer erlitt eine Rissquetschwunde am linken Oberlid, einen typischen Bruch der Speiche des linken Vorderarmes mit kleinem Abriss an der Elle, einen Bruch des linken Wadenbeins und einen Bluterguss im rechten