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76 Schuldbetreibungs· und Konkursrecht. No 21. laufen, bei welcher Gelegenheit der Schuldner die Vor- nahme jener Handlungen in Erfahrung bringen konnte. Der Rekurrent hat aoer diese Frist, wie bemerkt, unbe- nützt verstreichen lassen.
21. Auszug aus dem Entscheid vom 14. SuB 1942
i. S. Bächtold. G"!nd8tOOkverwertung. Bei Streit über die Be8tandteileigenscha.ft 1St das Verfahren betr. Zugehör entsprechend anzuwenden (Art. 11 fi., 38 ff. VZG). Wenn ~er der streitige ~enstand erst. auf Verlangen eines BeteilIgten als Bestandteil In das Lastenverzeichnis aufgenom- men wurde, ist die Klagefrist die8em Beteiligten anzusetzen (Art. 19 lit. b. der Anleitung zur VZG). Realisation: f?"cee des ~ub~. ·~n cas. de .litige sur la qualite da partUJ ~ntegrante d un obJet, Il y 80 heu d'appliquer par ana- logie 180 procedure prevue pour les accessoires (art. 11 ss 38 ss ORI). ' Si des lors l'objet litigieux ri'a ete porte a. l'etat des charges qu'a. la dem~de d'un iJ?-ter~se, c'est a. ce.demier que l'office impartira le delai pour ouvrir actIon (art. 19 htt. b des Instructions relati- ves a. I'ORI). . Realizzazione jorzata di 8tabili. Qualora sorga una contestazione sulla quali~ di parte costitutiva ß'un ogge~to, si deve applicare per analogm 180 procedura preVlsta per gh accessori (art. 11 e sag., 38 e sag. RRF). Se quindi l'oggetto litigioso e stato iscritto nell'elenco degli oneri soltanto su domanda d'un interessato~ l'ufficio impartira. 80 quest';lltim? i~ termine pe~ int:odurre azione (a.rt. 19 lett. b delle IstruZlOnI per 180 reahzzazlOne forzata di fondi.) A. - Als die Schuldnerin vor der Verwertung ihres Grundstücks ihre Himbeerpßanzungen nebst Pfählen weg- nehmen wollte, widersetzte sich die Gläubigerin, ohne aber beim Betreibungsamt Gehör zu finden, und führte daher Beschwerde. Die obere Aufsichtsbehörde ordnete die nach- trägliche Einleitung des Lastenbereinigungsverfahrens über die Frage der Bestandteileigenschaft an. Darauf erklärte das Betreibungsamt die Pflanzen samt Pfählen als Bestand- teil der Liegenschaft und setzte auf Bestreitung der Schuld- nerin hin der Gläubigerin mit Formular Nr. 23 Frist zur Klage gemäss Art. 107 SchKG. Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. No 21. 77 B - Hiegegen beschwerte sich die Gläubigerin mit dem Antrag, die Klagefrist sei der Schuldnerin anzuset?;en. Beide Aufsichtsbehörden wiesen die Beschwerde ab. Die obere führt aus, nach dem früheren Beschwerdeentscheid habe das Betreibungsamt das Verfahren nicht von vorne neu aufzunehmen gehabt, sondern dort, wo es unterlassen habe, dem Begehren der Gläubigerin um Aufnahme der fraglichen Sachen als Bestandteile im Lastenverzeichnis stattzugeben. Mit der Ablehnung desselben habe es bereits eine prima-facie-Entscheidung getroffen. In analoger An- wendung des in BGE 59 III 77 ausgesprochenen Grund- satzessei die Klägerrolle derjenigen Partei zuzuschieben, welche diese Entscheidung des Betreibungsamtes angreifen wolle, also hier der Gläubigerin. Diese Folgerung ergebe sich aber auch nach Art. 19 lit. b der Anleitung zur VZG, wonach dann, wenn der streitige Gegenstand gemäss Art. 11 Abs. 3 (oder Art. 38 Abs. 1) erst auf Verlangen eines Beteiligten als Zugehör in das Lastenverzeichnis aufge- nommen worden ist, die Klagefrist (mit Formular Nr. 12) demjenigen anzusetzen sei, der diese Aufnahme verlangte, also hier der Gläubigerin. O. - Mit dem vorliegenden Rekurse hält die Gläubi- gerin an ihrem Antrag fest mit der Begründung, die Auf- nahme der Pflanzen in das ergänzte Lastenverzeichnis stelle den berichtigten prima-facie-Entscheid des Betrei- bungsamtes dar, den mit Klage anzugreifen daher Sache der Schuldnerin sei. Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zieht in Erwägung :
1. '-'- Ober das Verfahren bei Streit über die Bestand- tellseigensdhaft enthält die VZG keine Vorschriften. Ange- sichts del' Gleichartigkeit der Rechtslage ist es jedooh gegeben, die Vorschriften derselben über Zugehör entspre- (lMfid ähzuwenden (vgL für das Konkursverfahren BGE 55 tU 44 E. 3) ; auch die Rekurrentin schlägt nichts grund- sä.tzlich anderes vor.
78 Sehuldbetreibungs. und Konkursrecht. N0 21.
2. - Im vorliege:Q.den Falle hatte das Betreibungsamt die Himbeerpflanzungen nebst Pfählen deshalb nicht in das Lastenverzeichnis aufgenommen, weil es sie nicht als B"estandteile gelten lassen wollte. Zufolge des Begehrens der Gläu bigerin und der gemäss dem Rekursentscheid vom
6. Mai 1942 erlassenen Ergänzungsverfügung des Betrei- bungsamtes vom 13. Mai sind sie als solche aufgenommen. Daher ist, wie schon die Vorinstanz zutreffend ausführt, der auf den Fall des Streites um die Bestandteileigenschaft auszudehnende Art. 19lit. b der Anleitung zur VZG anzu- wenden, wonach Klagefrist demjenigen anzusetzen ist, der die Aufnahme der neuen Gegenstände in das Verzeich- nis verlangte. Freilich kann hieraus eine wenig sachgemäss erscheinende Parteirollenverteilung resultieren, dann näm- lich, wenn das Betreibungsamt die Bestandteils- oder Zugehöreigenschaft aus offenbar unzutreffenden Gründen abgelehnt hat; denn hätte es sie (richtigerweise) von sich aus bejaht und die Gegenstände primär aufgenommen (Art. II Abs. 2, 34 lit. a, 38 Abs. 2 VZG), so käme die Klägerrolle dem die Bestandteileigenschaft Bestreitenden zu (Art. 19 lit. a Anleitung). Allein die~ausnahmslose An- wendung des Art. 19 ist der einzige mögliche Weg, um zu vermeiden, dass schon blOBS wegen der Parteirollenver- teilung ein Beschwerdeverfahren durch drei Instanzen hindurch geführt werde. Wie in Art. 19 lit. b der Anleitung ausdrücklich b~merkt ist, hätte das Betreibungsamt für die Klagefristansetzung das Formular VZG Nr. 12 statt des gewöhnlichen Nr. 23 verwenden sollen. Der Irrtum ist aber ohne Bedeutung ; die Rekurrentin wird einfach das Klagebegehren entspre- chend dem Formular VZG Nr. 12 zu formulieren haben. Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkur8kammer : Der Rekurs wird abgewiesen. Sehuldbetreibungs. und Konkursrecht (ZivilabteilungenI. N° 22. 79 IT. URTEILE DER ZIVILABTEILUNGEN ARRETS DES SECTIONS CIVlLES
22. Arrat de Ia He Seetion civile du 26 mars 1942 dans Ia cause Kramer contre Saurin. For de l'action en liberation de dette. La disposition de l'art. 83 aI. 2 LP n'est pas de droit imperatif. Les parties peuvent y deroger par convention, meme avant l'introduction du proces. Gerichtsstand der Aberkennungsklage. Art. 83 Abs. 2 SchKG enthält keine zwingende Gerichtsstands- norm. Die Parteien können eine abweichende Vereinbarung treffen, auch schon vor Anhebung des Prozesses. Fora dell'azione di disoonascimento di debito. L'art. 83 cp. 2LEF non sancisc~ una norma di diritto imperat~vo. Le parti possono derogarvl contrattualmente anche pnma d'iniziare Ia causa. Ä. - Par contrat passe a Lausanne le 26 octobre 1938 la sociere Molinor S. A., ayant son siege a Lausanne, s'est engagee solidairement avec Edouard Kramer, « demeurant a Geneve», et Mario Saini, demeurant a Pontarlier, a servir a Edouard Saurin, demeurant a Cagnes sjMer (France), en echange de la cession de divers titres, une rente annuelle et viagere de 6000 fr., ladite rente etant, en cas de deces de Saurin, reversible pour la moitie, soit 3000 fr., en faveur de Dame Saurin, sa femme. Par un second contrat passe le meme jour, egalement a Lausanne, Kramer, reconnaissant devoir la somme de 10 000 fr. a Saurin, s'engageait en outre a servir a celui-ci une rente annuelle et viagere de 600 fr., egalement rever- sible a concurrence de la moitie en faveur de Dame Saurin en cas de predeces de son mari. L'un et l'autre contrats portent la clause suivante : « Pour tous litiges qui pourraient naitre du present contrat, les parties attribuent competence aux tribunaux ordinaires de Lausanne, avec appIication de la loi suisse. »