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67_III_142

BGE 67 III 142

Bundesgericht (BGE) · 1941-01-01 · Deutsch CH
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Schuldbetreibungs:' und Konkursrecht. N° 45.

vorschlages wä.r:e. Das Betreibungsamt muss wissen,

für welchen Forderungsbetrag gegenüber dem einzelnen

Schuldner eine J:?fändung vollzogen werden soll, wie dies

anderseits auch für die Aufnahme einer Retentions-

urkunde gelten muss.

Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkur8kammer :

In Gutheissung des Rekurses und Aufhebung des ange-

fochtenen Entscheides werden die Betreibungen Nr. 96,

97 und 272 sowie die Retentionsurkunde Nr. 1 (vom

13. August 1941) aufgehoben.

45. Auszug aus dem Entseheid vom 14. Oktober 1941

i. S. Lenggenhager.

Lohnp/ändung (Art. 93 SchKG) : Bezieht der Schuldner Barlohn

neben freier Station, so ist diese nicht in Geld zu werten, son-

dern es ist zu prüfen, wie weit sie den notwendigen Bedarf des

Schuldners deckt und wie weit er noch auf Barmittel ange-

wiesen bleibt.

.

Saisie de salaire (art. 93 LP) : Lorsque le debiteur re90it deson

employeur la pension et un salaire en espooes, il n'y a pas lieu

de convertir en argent les prestations en nature, mais il faut

rechercher dans quelle mesure ces prestations couvrent le

minimum indispensable au debiteur et dans quelle mesure

celui-ci doit eneore faire face ades depenses necessaires.

Pignoramenw di salario (art. 93 LEF): Se il debitore riceve dal

suo padrone vitto e alloggio corne pure un salario in contanti,

non si debbono convertire in denaro le prestazioni in natura,

ma devesi esaminare in quale misura queste prestazioni coprano

il minimo indispensabile al debitore e in quale misura quest'ul-

timo debba ancora fare fronte a spese necessarie.

AU8 dem Tatbestand:

Vom Monatslohn von Fr. 125.-, den der als Landar-

beiter in einer Anstalt angestellte Schuldner neben freier

Station bezieht, pfändete das Betreibungsamt für teilweise

im letzten Jahr vor der Betreibung aufgelaufene Unter-

haltsansprnche der Rekurrentin, einer Tochter, monatlich

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 45.

Fr; 20.- auf die Dauer eines Jahres. Auf Beschwerde der

Rekurrentin erhöhte die obere kantonale Aufsichtsbehörde

die pfändbare Quote auf Fr. 30.- : Das monatliche

Existenzminimum des Schuldners betrage Fr. 180.- und

dasjenige der drei Kinder Fr. 108.-. Diesem Existenz-

minimum der ganzen Familie von Fr. 288.-, das aus dem

Lohn des Schuldners· bestritten werden sollte, stehe das

tatsächliche Lohneinkommen von Fr. 245.- gegenüber,

indem die zum Barlohn von Fr. 125.- tretenden Natural-

bezüge auf monatlich Fr. 120.- zu werten seien. Für die

.

245

Rekurrentin pfändbar seien somit Fr. 36.- X 288 = ca.

Fr. 30.-.

Die Rekurrentin hält mit dem vorliegenden Rekurs an

weitergehender Erhöhung der pfändbaren Lohnquote fest;

sie beantragt Rückweisung an die kantonale Instanz zu

neuer Beurteilung.

A U8 den Erwägungen:

Wenn die Vorinstanz von einem Existenzminimum des

Schuldners von monatlich Fr. 180.- ausgeht und ander-

seits die ihm vom Arbeitgeber gebotene freie Station nur

auf Fr. 120.- im Monat wertet, so übersieht sie, dass der

als Existenzminimum angenommene Geldbetrag üblicher-

weise die Notwendigkeit, den Lebensaufwand durch Aus-

gabe von Geld zu bestreiten, voraussetzt. Bezie~t ~r

Schuldner Naturallohn, geniesst er insbesondere WIe hier

freie· Station, so ist es nicht zutreffend, das ihm damit

Gebotene in Geld umzuwerten, etwa damach, was es den

Arbeitgeber kostet, um dann mit dem gefundenen Geld-

betrag rechnen zu können, als würde er in bar ausbezahlt.

Vielmehr ist zu prüfen, welche Elemente des Zwangs-

bedarfs durch die freie Station gedeckt werden, ob. nicht

ausser Nahrung und Wohnung ganz oder teilweise noch

Kleidung (einschliesslich Schuhe und Leibwäsche),. Ge-

sundheitspflege, sowie dringliche Kulturbedürfnisse. BIetet

doch die freie Station in manchen Fällen ein eigentliches

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Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N0 46.

Heim, so dass der Betreffende nur noch in geringem Mass

auf Geld angewiesen bleibt; anderseits sind freilich auch

solche notwendige Ausgaben zu berücksichtigen, die, so

geringfügig sie erscheinen, im Lauf eines Jahres doch

einen beachtlichen Betrag ausmachen. Ein Bericht des

Arbeitgebers wird die Grundlage für die zu treffende Ent-

scheidung abzugeben vermögen. Insbesondere wird noch

zu prüfen sein, was für eigentliche Zwangsausgaben, die

nicht einmal verhältnismässiger Kürzung unterliegen,

allenfalls dem Schuldner erwachsen, wie Beiträge an die

Lohnausgleichskasse, Versicherungen (ausser Lebensver-

sicherungen) und dergleichen (vgl. BGE 51 III 68 ff.).

Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurskammer :

Der Rekurs wird gutgeheissen, der angefochtene Ent-

scheid aufgehoben und die Sache zu neuer Beurteilung an

die kantonale Aufsichtsbehörde zurückgewiesen.

46. Arr~t du 31 oetobre 1941 dans la cause Hgger.

Saisie. Tierce-opposition.

Lorsque la chose saisie et revendiquee par un tiers n'est pas en

la possession du debiteur, c'est, en regle generale, au creancier

poursuivant a ouvrir action contre le revendiquant.

La regle selon Iaquelle, en cas de saisie d'une automobile, le titu-

lake du permis de circulation doit etre repute possesseur de

la voiture dans le sens des art. 106 et suiv. LP (cf. RO 60 In 219

ev 64 In 138) ne presente d'interet que si l'automobile est

effectivement utilisee par plusieurs personnes dont le debiteur

lui-meme.

JVider~verlahren.

Befindet sich der von einem Dritten angesprochene Pfändungs-

gegenstand nicht im Gewahrsam des Schuldners, so kommt

die Klägerrolle grundsätzlich dem betreibenden Gläubiger zu.

Die demgegenüber angenommene Sonderregel, dass ein gepfän-

detes Motorfahrzeug sich im Gewahrsam desjenigen befinde,

auf dessen Namen der Fahrzeugausweis ausgestellt ist (BGE

60 III 219, 64 III 138), greift nur dann Platz, wenn mehrere

Personen, . worunter der Schuldner selbst, das Fahrzeug tat-

sächlich benutzen.

Schuldbetrcibungs. und Kimkursrecht. No 46.

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Pignoramento, rivendicazione.

Se l'oggetto pignorato c rivendieato da un terzo non si trova in

possesso deI debitore, ineombe, in massima, al creditore proce-

dente di promuovere aziono contro il rivendieante.

La norma, secondo eui, in easo di pignoramento d'un'automobile,

iI titolare della licenza di circoiazione dev'essere ritenuto

possessore deI veicolo a'sensi dell'art. 106 e seg. LEF (cfr. RU

60 In 219 0 64 In 138), e applicabile soitanto so l'automobile

e effettivamente utilizzata da piil persone, tra le quaIi i1 debi-

tore stesso.

A. -

Le 21 juin 1941, a la requisition de la Societ6 ano-

nyme Garage Bel-Air Metropole, l'office des poursuites

de Lausanne a sequestre au prejudice de Charles Jan une

voiture automobile, marque Morris, qui etait garee chez

Un nomme Oswald a Reneus. La proprieM de cette voi-

ture a 15M revendiquee par DUe Egger. Celle-ci soutenait

que la voiture n'avait jamais appartenu au debiteur seques-

tre et que si elle avait bien eMla proprieM d'un nomme

Aime Jan, son locataire, qui etait titulaire du permis de

conduire, elle la lui avait cependant acheree en novembre

1939 deja, ainsi qu'il resultait, d'apres elle, des pieces

qu'elle produisait (acte de vente et quittance du prix).

Si elle n'avait pas fait transferer le permis a son nom,

c'etait a cause de la penurie de l'essence. L'auto n'avait

du reste plus roule depuis :/in 1939 et les plaques avaient

15M rendues. Quant au garage, c'est elle qui en etait loca-

taire et non Aime J an.

La creanciere ayant conteste la revendication, I'office a

assigne a Dlle Egger Un delai de dix jours pour faire valoir

ses droits en justice.

Le 29 juillet, en temps utile, DUe Egger aporte plainte

contre cette decision en demandant que le delai fftt fixe

a la creanciere.

B. -

Quelques jours auparavant, soit le 23 juillet, la

meme voiture avait ere saisie au prejudice, cette fois-ci,

d'un sieur Aime J an, dans une poursuite intentee contre

ce dernier par un autre creancier, la SocieM anonyme

Auto-Port. DUe Egger en revendiqua de nOuveau la pro-

prieM pour les memes motifs que lors du sequestre. La

AS 67 III -

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