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68 Staatsrecht. faire soigner a Geneve, suffisait, puisque son indigence etait constatee, a creer I'obligation pour le Canton de Geneve de subvenir, temporairement tout au moins, aux frais de son traitement. TI est vrai que le Canton de Geneve conteste que Gmtz soit indigent. TI pretend fonder cette opinion sur le fait que le Canton de Berne reconnait dans sa demande que Gmtz gagnait 100 fr. par mois en sus de son logement et de sa nourriture. Mais a tort. En rappelant les conditions dans lesquelles Gmtz travailln.it a Geneve, le Canton de Berne entendait simplement relever qu'une fois gu6ri Gmtz pourrait reprendre son activit6 et ne remplissait donc pas les conditions qui eussent permis au Canton de Geneve de rexpulser, ce qui ne veut pas dire qu'il n'avait pas besoin d'etre secouru. Aussi bien les autorites gene- voises l' ont-elles implicitement considere comme indigent, puisqu'elles lui ont offert de payer les frais de son transport a Beme. Le fait enfin que le Canton de Beme s'est adresse a l'employeur de Gmtz pour obtenir le remboursement des frais du traitement de son employe est une simple mesure de precaution qui ne saurait modifier les obligations que la Constitution f6d6rale pouvait imposer au Canton de Geneve. L'accord du 7 juin 1934 n'etant plus en vigueur depuis le 1 er janvier 1936, les arguments que le Canton de Geneve pretendait en tirer ne pr6sentent evidemment aucun inreret en l'occurrence. Le Tribunal federal p1"OO()'fI,Ce : Le Canton da Geneve remboursera au Canton de Berne !es frais du traitement d'Alfred Gmtz. Organisation der Bundesrechtspfiege. No 11. 69 IX. ORGANISATION DER BUNDESRECHTSPFLEGE ORGANISATION JUDICIAIRE FEDERALE
11. Auszug aus dem Urteß vom 9. Februar 1940
i. S. Protekta gegen St. Gallen. Frist zur Erhebung der staatsrechtlichen Beschwerde (Art. 178 Ziff. 3 OG) : Sie beginnt für die Anfechtung allgemein verbind- licher Erlasse mit der amtlichen Bekanntmachung des Erlasses oder des Ergebnisses der Abstimmung über ihn, nicht erst mit der Vo1lziehbarkeit, selbst wenn der Erlass den Beginn seiner Anwendbarkeit hinausschiebt. Delai pour former le recours de droit public (art. 178 ch. 3 OJ) : S'agissant de decisions d'une portee gen6rale, le delai court des 1110 publieation officielle de 1110 decision elle-meme ou du resul- tat de 1110 votation y relative et non pas des l'entree en vigueur, alors meme que 1110 decision litigieuse prevoit, pour son entree en vigueur, une date posterieure a 1110 publication. Termine per inoltrare rieorso di diritto pubbIieo (art. 178 cifra 3 OGF) : Trattandosi di decreti di earattere obbligat{)rio generale, il termine decorre dalla pubblicazione offieiale deI decreto 0 deI risultato della relativa votazione e non dall'entrata in vigore, anehe se il deereto stabilisee ehe entrera in vigore ad una data posteriore alls sua pubblicazione. Mit dem 1. Januar 1940 gelangt im Kanton St. Gallen das Gesetz über die Zivilrechtspflege vom 7. Februar 1939 zur Anwendung. Die Protekta Prozesskostenversicherung A. G. in Bem hat gegen eine die Einschränkung der freien Anwaltswahl durch Rechtsschutzversicherungen betref- fende Bestimmung dieses Gesetzes wegen Verstosses gegen Art. 4 und 31 BV am 26. Januar 1940 staats- rechtliche Beschwerde erhoben. In Bezug auf die Wahrung der Beschwerdefrist wird geltend gemacht, das genannte Gesetz sei am 1. Januar 1940 « in Wirksamkeit getreten» sodass die Beschwerde innert 30 Tagen seit der « Inkraft- setzung » des Erlasses und damit rechtzeitig erhoben wor- den sei. Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde nicht einge- treten
70 Staatsrecht. aus folgenden Gründen: Nach Art. 178 Ziff. 3 OG beträgt die Frist zur staats- rechtlichen Beschwerde an das Bundesgericht 30 Tage von der Eröffnung oder Mitteilung der angefochtenen Verfü- gung oder des angefochtenen Erlasses an. Massgebend ist danach zwar nicht schon die Tatsache der Annahme eines Gesetzes oder einer Verordnung durch Abstimmung des zuständigen Staatsorgans oder des Erlasses einer bestimm- ten Einzelverfügung. Vielmehr muss eine auf die Eröffnung, Kundmachung an die Beteiligten gerichtete und dazu geeignete amtliche Handlung hinzutreten. Sie liegt bei all- gemein verbindlichen Erlassen (Gesetzen, Verordnungen), wo eine individuelle Mitteilung an alle dadurch (möglicher- weise) Betroffenen der Natur der Sache nach nicht in Betracht kommt, in der verbindlichen amtlichen allgemei- nen Bekanntmachung des angenommenen Erlasses oder doch des Ergebnisses der Abstimmung über diesen. Ge- schieht die Bekanntmachung durch ein amtliches Blatt, so kommt es ferner nicht auf die Bekanntmachungshand- lung als solche an, sondern auf die Möglichkeit der Kennt- nisnahme davon, also nicht auf das Datum der betreffenden Nummer des Blattes, sondern auf den Zeitpunkt, wo sie wii:klich ausgegeben wurde und nach dem ordentlichen Laufe der Dinge zur Verteilung kam (BGE 7 S. 711 Erw. 1 ; 13 S. 123 Erw. 4 ; 15 S. 184 Erw. 1 ; GIACOMETTI S. 194). Von diesem Tage an läuft aber alsdann auch die Frist zur staatsrechtlichen Beschwerde und nicht erst von demjeni- gen, wo der Erlass vollziehbar wurde (in diesem Sinne « in Kraft trat »). Dies ist denn auch bisher in den zahl- reichen Fällen nicht bezweifelt worden, wo der im Gesetz nicht bestimmte Zeitpunkt seines Inkrafttretens von der Vollziehungsbehörde im Bekanntmachungsbeschluss auf einen von diesem verschiedenen, späteren Tag festgesetzt worden war, und kann nach dem klaren Wortlaut des OG nicht zweifelhaft sein. Es muss aber auch dann gelten, wenn der Erlass selbst den Beginn seiner Anwendbarkeit Organisation der Bundesrechtspflege. N0 11. 71 (Vollziehbarkeit) derart hinausschiebt, wie es häufig bei grösseren Gesetzesvorlagen geschieht, deren Durchführung besondere Vorbereitungsmassnahmen erfordert (Steuer-, Justizgesetze usw.). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung fordert deshalb auch für die Beschwerdelegitimation gegen- über allgemein verbindlichen Erlassen keinen aktuellen Eingriff in die persönliche Rechtsstellung des Beschwerde- führers, seine rechtlich geschützten Interessen, sondern lässt es genügen, dass ein solcher Eingriff info1ge der als verfassungswidrig bezeichneten kantonalen Norm künftig einmal eintreten kann (BGE 48 I 265 Erw. 1 ; 594 Erw. 1 ; 55 I 110 Erw. 2). Die Interessen desjenigen, der erst nach dem von der Bekanntmachung verschiedenen späteren Termin der Vollziehbarkeit eines Erlasses wahrnimmt, dass dieser seine Rechtsstellung beeinträchtigt, sind da- durch hinlänglich gewahrt, dass die Verfassungswidrigkeit kantonaler allgemein verbindlicher Normen nach fest- stehender Rechtssprechung nicht nur im Anschluss an ihren Erlass geltend gemacht werden kann, sondern auch noch bei der Anwendung im einzelnen Falle durch Be- schwerde des durch die Anwendungsverfügung Betrof- fenen gegen diese, mit der Folge, dass gegebenenfalls zwar nicht der Erlass als solcher aufzuheben ist, aber jene Ein- zelverfügung. Im vorliegenden Falle ist das angefochtene kantonale Gesetz (über die Zivilrechtspflege), nach der Annahme durch den Grossen Rat in der Sitzung vom 7. Februar 1939, am. 17. Februar 1939 im kantonalen Amtsblatt bekanntgemacht worden mit der Eröffnung, dass die Re- ferendumsfrist bis zum 19. März 1939 laufe. Durch Be- schluss vom 24. März 1939 hat der Regierungsrat festge- stellt, dass es infoJge unbenützten Ablaufs dieser Frist « in Kraft getreten» (richtig: zustandegekommen) sei und hat diesen Beschluss wiederum im Amtsblatt vom 31. März 1939 (S. 479) bekanntgemacht. In der Folge ist der ganze Erlass auch noch in die kantonale Gesetzessammlung N.F. Bd. 16 S. 397-517 aufgenommen worden. Nach der bezüg-
72 Staatsrecht, lichen Anzeige im Amtsblatt vom 5. Mai 1939 (8. 611) sind die betreffenden Bogen der Gesetzessammlung Anfang Mai an die Amtsstellen und Postabonnenten versendet worden. Die Rekurrentin behauptet denn auch nicht, dass die Be- schwerde innert 30 Tagen seit irgend einer auf die amtliche Bekanntmachung des Gesetzes gerichteten Handlung er- hoben werde ; vielmehr nimmt sie irrtümlich an, dass zur Wahrung der Beschwerdefrist die Erhebung binnen 30 Ta- gen seit dem Inkrafttreten der Vollziehbarkeit des Erlasses genüge.
12. Aldt du 12 avrll 1940 dans la cause Etat du Valals contre Banque oommereiale de StOB. Qualite de l'Etat cantonal '[Jour recourir. L'E~t cantonal, pris comme detenteur de Ia puissance pubIique. n est p~ .recev~ble a former un recours de droit public contre U?e deClsIOn dun de ses propres organes. TI n a not~ent pas ce~te quaIiM lorsqu'iI est recherche en r~po~bIIite du chef dun acte accompIi par un de ses fonc- tIOnnaires dans l'exercice de son mandat officiel. Legitimation d~ Staates (Kantons) zur staat8rechtlichen Beschwerde. Der Staat als Inhaber der öffentlichen Gewalt ist zur Beschwerde . gegen, ~en . Entschei~ ein~s seiner Organe nicht legitimiert. DIe Le~t~atIOn f,ehIt Ihm msbesondere gegenüber einem Ent- sc~eId uber seme Verantwortlichkeit für Amtshandlungen semer Beamten. Qualita '!eUo Stato (Cantone) per imerporre ricorso di diritto pubblwo. . Lo Stat? in quanto deten~re dei pubbIici poteri. non ha veste per TIcorre contI? Ia d(;:Cls~one di llIl:0 dei suoi organi. segnata- mente quando SI trattI di una deClsione che concerne la sua resI!0nsa1?il.ita per atti compiuti da uno dei suoi funzionari neU eserClzIO della sua funzione. .A. - En avril 1933, Ia Banque de Riedmatten & Oie
- a la quelle a succede l'intimee au recours - a escompte une lettre de change de 1500 fr. qui, selon son texte, etait tiree par Oamille Dussex a l'ordre d'un certain Julien Pralong et sur laquelle figuraient en outre les signatures d' Antoine Dussex, Nicolas Dussex et Adolphe Rossier. Las quatre signatures etaient Iegalisees par le Organisation der Bundesrechtspflege. N° 12. 73 notaire de Quay a Sion. Lorsque la banque presenta la lettre au paiement, il se revela que le debiteur et les cau- tions n'avaient jamais signe I'effet et que toutes les signa- tures etaient l'amvre de Julien Pralong. La Banque com- merciale de Sion, ayant cause de la Banque de Ried- matten & OIe, rechercha le notaire de Quayen paiament du montant de l'effet et des frais occasionnes. De Quay ne contesta pas sa responsabilite prevue par l'art. 1 er de la loi du 4 mars 1896 sur Ie notariat, mais ne fut pas en mesure de reparer le dommage cause. La poursuite enga- gee contre lui aboutit a un acte de defaut de biens de 3698 fr. 20. La Banque commerciale de Sion, invoquant l'art. 21 Oonst. val. qui dispose que l'Etat est subsidiairement responsable des actes accomplis officiellement par les fonctionnaires nommes par lui, reclama alors ce montant a I'Etat du Valais. Oelui-ci excipa d'une transaction qui serait intervenue entre la banque et les cautions du notaire. Il soutint d'autre part que les notaires valaisans ne seraient pas des fonctionnaires au sens da l'art. 21 Oonst. val. --... Oonfirmant le jugement de premiere instance, le Tri- bunal cantonal du Valais a admis l'action de la banque par amt du 2 novembre 1939. G. - L'Etat du Valais a forme un recours de droit public tendant a I'annulation de cet amt pour violation de l'art. 4 OF. Il estime avoir qualite pour racourir du fait qu'il a ete actionne par la voie d'un proces civilordi- naire ; il serait ainsi atteint par le jugement de la meme maniere qu'un simple particulier ; il doit par consequent etre considere comme une corporation au sens da I'art. 178 eh. 2 OJ. Au fond, le recourant developpe, sous l'angle de l'arbitraire, les moyens avances devant les juridictions cantonales. D. - La banque intimee a conclu a l'irrecevabilite, subsidiairement au rejet du. recours. Elle invoque notam- ment le defaut de qualite pour recourir de I'Etat du Valais.