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64_II_231

BGE 64 II 231

Bundesgericht (BGE) · 1938-03-11 · Deutsch CH
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Prozessreeht. N° 38.

IV. PROZESSRECHT

PROcEDURE

38. Extrait de l'arret de 1a Ire Saction eivile du 7 juin 193B

dans la cause Rufer contre de Rivaz.

Recours en re/arme. Lorsque les parties choisissent la voie de la

procMure arbitrale, elles ne peuvent recourir en reforme au

Tribunal fMeral meme si elles ont reserve l'appel au Tribunal

cantonal, et ont adopte la forme de la procMure ordinaire.

Amold Rufer et Paul de Rivaz ont collabore pendant

18 mois. Puis iIs ont decide de se separer, de regler comptes

et de faire juger le differend qui les divisait. A cette fin,

iIs ont signe le 25 janvier 1937 un compromis arbitral

designant les arbitres (art. l er) prevoyant la possibiliM

d'un appel au Tribunal cantonal valaisan (art. 4) et

adoptant la procedure d'un proces civil ordinaire (art. 5).

Le Tribunal arbitral a condamne le defendeur a payer

au demandeur une certaine somme.

Le defendeur a appeIe de cette sentence au Tribunal

cantonal.

Le Tribunal, par arret du 11 mars 1938, a

condamne

Rufer a payer a de Rivaz 4207 fr. 25 dont 2000 fr. d'indem-

nite.

Le defendeur a recouru en reforme au Tribunal federal

contre cet arret.

Extrait des motifs :

Les parties ont choisi la voie de la procedure arbitrale,

ce qui implique renonciation au recours au Tribunal

federal (WEISS, Berufung, p. 93 et 94). Le Tribunal can-

tonal n'a pas eM saisi comme juridiction ordinaire, c'est

en instance d'appel dans le pro ces arbitral que l'affaire

a 13M portee devant lui. Car, en soumettant leur difIerend

Prozessrecht. N° 39.

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ades arbitres, les parties l'ont soustrait a la juridiction

ordinaire et, en reservant l'appel au Tribunal cantonal,

elles ont simplement prevu une seconde instance arbitrale.

On ne con\loit pas qu'un seul et meme litige soit juge suc-

cessivement par des juridictions d'ordres differents, dont

l'une serait instituee et regie par les clauses d'une conven-

tion de droit prive, l'autre etant saisie et intervenant

comme s'i! s'agissait d'une cause instruite et jugee par une

autorite de premiere instance ordinaire. Sans doute, sui-

vant l'art. 5 du compromis, les parties ont adopM la forme

d'un proces civil ordinaire, mais cette clause se rapporte

evidemment aux regles applicables devant la juridiction

librement choisie et non au choix de la juridiction. Le soin

pris par les parties de declarer que la procedure serait celle

d'un proces ordinaire montre precisement que, dans leur

idee, et comme c'etait efIectivement le cas, il ne s'agissait

pas d'un pareil proces.

Par ces motifs, le Tribunal fiiUral

declare le recours irrecevable.

39. Urteil der 11. Zivil abteilung vom 13. Juni 1938

. i. S. Dr. Sehmid gegen Gonzenbach.

Ein Urteil, mit dem nur die Aktiv- oder die Passivlegitimation

b e j a h t, nicht aber auch zugleich über den Anspruch selbst

geurteilt wird, ist k ein Hau p t ur t eil (Art. 58 Abs. 1

OG).

In dem auf Pflichtteilsherstellung gerichteten Prozesse

ist Rechtsanwalt Dr. Schmid als Vollstrecker der Testa-

mente, die den Pflichtteil des Klägers verletzen sollen, mit

ins Recht gefasst. Er bestritt u. a. die Aktivlegitimation

des Klägers sowie seine eigene Passivlegitimation. Das

Bezirksgericht Meilen hiess die letztere Einrede gut und

wies demgemäss dem Beklagten Dr. Schmid gegenüber

die Herabsetzungsklage endgültig ab. Mit Urteil vom

232

Prozessrecht. N° 39.

12. April 1938 hat jedoch das Obergericht auch die Passiv-

legitimation des Beklagten Dr. Schmid be ja h t (Dis-

positiv 5) und das Bezirksgericht Meilen zur Behandlung

der Klage als örtlich zuständig erklärt (Dispositiv 1).

Mit der vorliegenden Berufung verlangt Dr. Schmid

Abänderung des Dispositivs 5 im Sinne der Verneinung

seiner Passivlegitimation und demgemäss der endgültigen

Abweisung der Klage ihm gegenüber.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung :

Die Berufung ist nur gegen letztinstanzliche Hau p t -

urteile zulässig (Art. 58 Abs. lOG). Die Vernei-

nun g der Aktivlegitimation hat Haupturteilscharakter

(BGE 53 II 511), ebenso die Verneinung der Passivlegiti-

mation; denn durch beide wird endgültig festgestellt, dass

der zwischen dem Kläger und dem Beklagten geltend ge-

machte Anspruch nicht zu Recht besteht. Die B e j a -

h u n g der Aktiv- oder der Passivlegitimation dagegen

stellt, wenn nicht auch zugleich über den Anspruch selbst

geurteilt wird, kein Haupturteil dar; denn damit ist über

das Bestehen oder Nichtbestehen des vom Kläger gegen

den Beklagten erhobenen Anspruchs noch nicht entschie-

den, sondern es wird nun erst auf die Prüfung dieser Frage

eingetreten. Im vorliegenden Falle hat das Obergericht

mit dem angefochtenen Urteil die Sache zu diesem Zwecke

an das Bezirksgericht Meilen zurückgewiesen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

Vgl. auch Nr. 31,37. -

Voir aussi nOS 31, 37.

Versicherungsvertrag. No 40.

V. VERSICHERUNGSVERTRAG

CONTRAT D'ASSURANCE

40. Urteil der Ir. Zivilabteilung vom 25. Februar 1938

i. S. Allg. Versicherungsaktiengesellschaft gegen W.

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In der Berufshaftpflichtversicherung eines prakt. Arztes sind die

Folgen von Kunstfehlern, die bei Ausführung der kriminellen

Abtreibung passieren, nicht eingeschlossen (Art. 2 ZGB,

20 OR; 28, 33, 100 VVGt

A. -

Der Arzt Dr. med. B. in B. wurde durch Urteil

des Kantonsgerichts St. Gallen vom 28. Februar 1936 der

fortgesetzten Gehllfenschaft zur Fruchtabtreibung in

Idealkonkurrenz mit fortgesetzter Nachlässigkeit und

Unachtsamkeit bei Ausübung des Arztberufes schuldig

befunden und dafür zu einem Jahr und 6 Monaten Arbeits-

haus verurteilt. Zum geahndeten Tatbestand gehörte

auch der Fall der Frau W., an der Dr. B. nach seinem

Geständnis für Fr. 35.- den Eingriff mit einer Sonde vor-

genommen hatte, ohne diese vorher zu sterilisieren, was

eine allgemeine Sepsis zur Folge hatte, an der die Frau

starb.

Eine vom Ehemann und den zwei Kindern

gegen Dr. B. zuerst adhäsionsweise, dann im Zivilweg

erhobene Entschädigungsforderung von zusammen Fr.

33,371.- wurde mit Vergleich vom 5. Oktober 1936 erle-

digt, in welchem Dr. B. sich zur Zahlung von Fr. 15,000.-

verpflichtete. Zur Deckung dieser Forderung trat er den

Klägern seine Ansprüche gegen die « Allgemeine Ver-

sicherungs-Aktiengesellschaft » in Bern ab, bei der er sich

laut Police vom 8. Oktober 1930 in seiner Eigenschaft als

praktischer Arzt gegen die gesetzliche Haftpflicht auf

Grund des OR bis zum Gesamtbetrage von Fr. 150,000.-

bezw. Fr. 50,000.- für jede einzelne beschädigte Person

versichert hatte. Als sich die Versicherungsgesellschaft

weigerte, die vom Arzte anerkannten Ansprüche zu er-