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63_I_7

BGE 63 I 7

Bundesgericht (BGE) · 1937-01-01 · Deutsch CH
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6 Staatsrecht. « Le Conseil :d'Etat refuse toute nouvelle patente s'il estime que les etablissements existants sont suffisants pour les besoins d'une 10caliM, d'un quartier ou d'un hameau ». Cet article a remplace l'art. 12 al. 3 de la loi du 21 aout 1903, qui etait ainsi con,;lU : « Lor:;que le Conseil d'Eta~ estime que le nombre des etablissements existants est suffisant pour les besoins d'une 10caliM, d'un quartier ou d'un hameau, il refuse l'octroi de nouvelles patentes ». La seule difierence entre les deux textes, sauf l'arrange- ment des mots, .est que, suivant le nouveau, le Conseil d'Etat refuse tmde nouvelle patente, tandis que l'ancien disait : « refuse l'octroi de nouvelles patentes ». La nou- velle loi, en tant qu'elle differerait intentionnellement de l'ancienne, aurait renforce le pouvoir du Conseil d'Etat et voulu couper court a toute casuistique. Or le Tribunal fMeral a declare dans la causa Hoirs Cantin c. Conseil d'Etat du canton de Vaud (arret cite plus haut, co:n.sid. 3) que l'art. 12 a1. 3 de la loi de 1903 permettait a l'autorite, sans qu'on put lui adresser le reproche d'arbitraire, de refuser, en raison du trop grand nombre de debits, l'octroi d'une patente pour un etablisse- ment deja existant. L'autorisation d'exploiter est, en droit vaudois, de caractere purement personnel (cf. art. 19 de la loi de 1933), et elle se rapporte a un local determine. Celui qui veut reprendre un cafe exploite jusque-Ia par une autre personne doit requerir une nouvelle autorisation, comme celui quientend ouvrir un nouvel etablissement. TI est des lors conforme au systeme de la loi de permettre au Conseil d'Etat d'examiner a cette occasion la question du besoin. Les arguments tires par la recourante de la genese de l'art. 16 a1. 4 n'infirment pas ce raisonnement; en presence du texte formel de l'art. 19, on ne peut pas admettre que le Iegislateur vaudois ait voulu rattacner la patente a l'immeuble et conferer ainsi au proprietaire une sorte de droit acquis. Si la clause de besoin doit atteindre son but, il est essentiel que l'Etat puisse profiter des cas Niederla.ssungsfreiheit. N° 3. 7 'ou le droit a la patente s'eteint dans la personne d'un tenancier, pour refuser de maintenir, par l'octroi d'une nouvelle patente, un etablissement qui ne repond plus a aucun besoin dans des 10caliMs ou le nombre des caf6s est excessif. III. NIEDERLASSUNGSFREIHEIT LIBERTE D'ETABLISSEMENT

3. t7rteU vom 19. Februar 1937 i. S. Blppstein gegen Zürich Begimmgsrat. Der Bevormundete kann das Recht auf Niederlassung nicht selbständig, ohne Mitwirkung des Vormundes, ausüben. Amold Rippstein von Kienberg (Kanton Solothurn), Wirt in Aeugst a. A. (Kanton Zürich), der am 3. Oktober 1936 wegen Delirium tremens bei schwerem chronischem Alkoholismus in die Heilanstalt Burghölzli verbracht und am 5. Oktober unter Vormundschaft gestellt worden war- wurde durch Beschluss des Waisenamtes der Wohnge, meinde vom 21. November 1936 für die Dauer von zwei Jahren in eine durch die Justizdirektion zu bestimmende Verwahrungsanstalt eingewiesen. Da Rippstein für die Kosten der Versorgung nicht auf- kommen konnte und eine Verständigung mit den Solo- thurner Behörden über die Leistung der Unterstützung für die Versorgung ihres Bürgers im Kanton Zürich nicht zustande kam, verfügte der Regierungsrat des Kantons Zürich die Heimschaffung. Rippstein wurde demgemäss in die solothurnische Anstalt Rosegg übergeführt. Rippstein erhebt rechtzeitig die staatsrechtliche Be- schwerde gegen die Ausweisung mit dem Antrag, sie wo- möglich aufzuheben. Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde nicht eingetre- ten

8 Staatsrecht. in Erwägung: Da der RekUrrent bevormundet ist., kann er nach der Praxis des Bundesgerichtes (BURCKHARDT: Kommentar,

3. Aufl., S. 394; BGE 20 S. 740; 35 I S. 666) das Recht auf Niederlassung nicht selbst~dig geltend machen. Es kommt vielmehr auf den Willen des Vormundes und der Vormundschaftsbehörden an (Art. 377 und 421, Zifi. 14 ZGB). Das Bundesgericht hat sich daher mit der vor- liegenden Eingabe, die vom Rekurrenten persönlich aus- gegangen ist und die auch keine Erklärung des Vormundes zu dem darin gestellten Antrage enthält, nicht zu be- fassen... . IV. GEWALTENTRENUNG SEPARATION DES POUVOIRS

4. Urteil Tom 19. Kirz 1937 i. S. Dalski gegen lesirkarat linsiedeln ud. Regierungsrat Schwyz. Gewal ten trenn ~ng: In der blossen adnllnistrativen Polizeigewalt (der schwyzerischen Bezirksräte) ist die Verordnungsgewalt nicht inbegriffen (Erw. 2). Genehmigung der von einer unzuständigen Behörde erlassenen Verordnung durch die Behörde, die zum Erlass zuständig gewesen wäre (Erw. 3). Umfang der kantonalen Verordnungsgewalt im Gebiete der Was- serbaupolizei (Erw. 4). Verordnung nur für einen Bezirk (Erw.5). Aus dem Tatbestand : Am 8. Oktober 1936 erliess der Bezirksrat von Ein- siedeln eine « Verordnung über die Ausbeutung von Kies, Sand und Steinen in der Alp », die am 16. November 1936 vom Regierungsrat von Schwyz genehmigt wurde: Die Gewaltentrennung. No 4. 9 'Verordnung bestimmt, dass die Ausbeutung von Sand Kies und Steinen in der Alp auf dem Gebiete des Bezirk~ Einsiedeln einer bezirksrätlichen Bewilligung bedürfe (Zifi. 1), und dass die gewerbsmässige Ausbeutung die Ent- richtung einer Konzessionsgebühr bedinge (Ziff. 7). Im übrigen werden für die Ausbeutung bestimmte polizei- liche Schranken aufgestellt. Die Alp ist ein Bergwasser, das in seinem untern Teil den Bezirk Einsiedeln durchfliesst und an welchem ver- . schiedene Verbauungsarbeiten ausgeführt worden sind. Diese Verbauungen sind durch übermässige Kiesausbeu- tung gefährdet worden, was zum Erlass der Verordnung Anlass gab. Gegen die Verordnung erhob der Rekurrent, der im Bezirk Ein~iedeln gewerbsmässig Kies ausbeutet, die staatsrechtliche Beschwerde, unter anderm wegen Ver- letzung des Grundsatzes der Gewaltentrennung. Das Bundesgericht hat die Beschwerde hierin nur insoweit gutgeheissen, als Zifi. 7 über die Konzessionspflicht der gewerbsmässigen Ausbeutungsbetriebe aufgehoben wurde mit der ' Begründung :

1. - Die Verordnung über die Ausbeutung von Kies, Sand und Steinen in der Alp bei Einsiedeln stellt ein Verbot auf, diese Materialien aus dem Gewässer ohne eine Bewilli- ~ des . Bezirksrats zu gewinnen, welche Bewilligung beIm Vorliegen bestimmter Umstände zu erteilen ist. Es ist zugleich ein Befehl an alle diejenigen, die Kies usw. in der Alp ausbeuten wollen, zuerst um diese Bewilligung nachzusuchen. Es wird eine Bewilligungsgebühr und bei gewerbsmässiger Ausbeutung eine Konzessionsgebühr vor- gesehen. Für den Fall der Zuwiderhandlung gegen die Verordnung werden Strafbestimmungen aufgestellt durch Hinweis auf die Straf androhungen des eidgenössischen Wasserbaupolizeigesetzes (WBPG). Die Vorschriften der Verordnung sind ohne Frage