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63_III_125

BGE 63 III 125

Bundesgericht (BGE) · 1937-09-16 · Français CH
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S(')llIldb"lreilnlll!-"'. lind Konkurl hl1lc1hctrcihunv~- Hnd I{Ol'lknrsrppllt. No- 37.

que 1e creancier lui-meme pretend etre sa propriete. D'ou il

suit qu'il ne peut etre procede a la saisie de ces biens que

posMrieurement meme a la saisie du salaire : les autorites

de poursuite ne sauraient. en effet, sous pretexte de respec-

tel' l'ordre de saisie, assumer Ja responsabilite de provo quer

des proces qui sont parfaitement superflus tant que le

debiteur touche un salaire exoodant son minimum d'exis-

tence. On doit pour ce motif rejeter la procedure preconisee

par les premiers juges. Celle-ci d'ailleurs ne mettrait pas

le debiteur a l'abri d'une saisie de salaire, car i1 a etC juge

qu'une saisie compIementaire peut avoir lieu lorsque la

propriete de l'unique objet saisi est revendique par un tiers

et que cette revendication est reconnue par le creancier

poursuivant, mais contestee par le debiteur (RO 57 111211);

(',ette jurisprudence devrait naturellement s'appliquer

aussi dans le cas ou les objets revendiques par le creancier

lui-meme constitueraient la presque totaliM des biens

saisis.

Par ces moti/s,

la Ohambre des poursuites et des /aUlites :

admet Je recours, rumule l'arret attaque et renvoie I'affaire

a la Cour eantonale a l'effet de determiner la part saisissa-

ble du salaire du debiteur.

37. Entscheid vom2G. November 1937 i. S. Weinberg.

1. An nu i t ä te n im Sinne des Art. 41 Abs. 2 SchKG sind

nur solche Kapitalraten, die mit dem Zins zu einer einheitlichen

Summe vereinigt sind;

-

nicht auch andere Kapitalteilzahhmgen, selbst wenn sie

im Pfandtitel vorgesehen sind (entgegen der zivilrechtlichen

Praxis zu Art. 862 und 874 ZGB).

2. Wo dem Gläubiger die \Vahl der ordentlichen Betreibung

neben der Pfandbetreibung nicht zusteht (Art. 41 Abs. I

SchKG), hat das Betreibungsamt einem Begehren um Ein-

leitung der ordentlichen Betreibung dennoch Folge zu geben.

Sache des Schuldners ist es, den Gläubiger solchenfalls durch

fristgerechte Beschwerde auf das Pfand zu verweisen (Art. 85

Abs. 2 VZG).

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Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. No 37.

I. Il ne faut enten!ire par anuitis au sens de l'art. 41 aI. 2 LP que

les remboursements partiels du capital, qui, ajoutes a l'interet,

forment avec ce dernier une somme unique, -

et non pas

d'autres remboursements partiels, meme s'ils sont prevus

dans le titre (contrairement a I'interpretation donnee par Ia

jurisprudence aux art. 862 et 874 CC).

2. Lorsque Ie creancier ne peut pas, a son choix, requerir

une poursuite ordinaire au lieu d'une poursuite en realisation

de gage (art. 41 aI. 1 LP), l'office doit cependant donner suite

a une requisition d'engager une poursuite ordinaire. Il appar-

tient dans ce cas au debiteur, par une plainte formulee en temps

utile, de renvoyer le creancier a exercer ses droits sur le gage

(art. 85 aI. 2 ORI).

. 1. Per annualitd nel senso dell'art. 41 cpv. 2 LEF si debbono inten.

dere soltanto quei rimborsi parziali deI capitale ehe, aggiunti

. all 'interesse, formano une somma unica, e non altri rimborsi

parziali, anehe se previsti nel titolo ipotecario (contrariamente

all'interpretazione data dalla giurisprudenza agli art. 862

e 874 CC).

2. Quando il creditore non puö, a Bua sceIta, domandare un'ase.

cuzione ordinaria invece di un'esecuzione in via di realizzazione

deI pegno (art. 41 cpv. 1 LEF), l'ufficio deve tuttavia dar

corso alla domanda di promuovere un'esecuzione ordinaria.

Spetta al debitore, mediante tempestivo reclamo, opporre ehe

il debito e garantito da pegno (art. 85 epv. 2 RRF).

Aus einem am 7. Oktober 1930 errichteten Schuldbrief

von Fr. 8000.-, der zu 5 ~ % jährlich je am 1. Mai

und am 1. November zu verzinsen und vom 1. Juli 1933

an vierteljährlich mit je Fr. 2000.- abzuzahlen sein

sollte (also am 1. Juli und 1. Oktober 1933 sowie am

1. Januar und 1. April 1934), "hat der Rekurrent für Fr.

Fr. 5000.- « längst verfallene Teilzahlungen» mit 5 ~ %

Zins seit dem 1. April 1937 (bis zu welchem Tag er die

Zinse erhalten zu haben anerkennt) Betreibung auf Pfän-

dung oder Konkurs angehoben. Er hält gegenüber der

vom Schuldner auf dem Beschwerdeweg erwirkten Auf-

hebung des Zahlungsbefehls an der Zulässigkeit dieser

Betreibungsart fest, weil die in Betreibung gesetzten

Teilzahlungen ({ Annuitäten » im Sinne von Art. 41 Abs. 2

SchKG seien.

Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. No 37.

Die 8chuldbetreibungs- und Konkurslcammer

zieht in Erwägung :

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In Lehre und Praxis des schweizerischen Vollstreckungs-

rechtes ist bisher der Begriff der Annuität im eigentlichen,

engem Sinne verstanden und angewendet worden; so

schon in einer Ansichtsäusserung des Betreibungsrates,

veröffentlicht im Archiv für Schuldbetreibung und Konkurs

Bd I Nr. 16, und in einem Entscheid des Bundesrates

vom 22. Juli 1892, daselbst Nr. 22. Darnach sind Annui-

täten nicht irgendwelche periodisch zu leistende Kapital-

raten, sondern nur solche, die, wie bei der Amortisations-

hypothek, in Form eines Zinszuschlages zu entrichten,

also mit dem Zins zu einer einheitlichen, zumeist gleich-

bleibenden Summe zusammengefasst sind, wobei sich

die in jeder Zahlung enthaltene, von Jahr zu Jahr anwach-

sende Kapitalrate an Hand der bisherigen Abzahlungen

und des Zinssatzes ermitteln lässt. Die mit der vorliegenden

Betreibung geltend gemachten, nach den Bestimmungen

des Schuldbriefes vom Zins getrennten und zu dem in

verhältnismässig hohen Beträgen und auf andere Termine

zu leistenden Kapita1raten .sind augenscheinlich nicht·

Annuitäten in diesem Sinne. Indessen möchte der Rekur-

rent nun auch im Gebiete des Schuldbetreibungsrechtes

den im Zivilrecht, im besondem bei Anwendung der Art.

862 und 874 ZGB zur Herrschaft gelangten weitem Begriff

der Annuität angewendet wissen, der. den erwähnten

Zinszuschlägen beliebige periodische, wenn auch vom

Zins getrennte Kapitalraten gleichstellt, sofern sie im

Pfandtitel selbst vorgesehen sind (vgJ. BGE 55 II 171 ff.).

Entscheidend hiefür ist, ob es auch dem Sinn von Art. 41

Abs. 2 SchKG entspricht, solche Kapitalraten, die « eigent-

lich » keine Annuitäten sind, gleich solchen zu behandeln.

Das ist entgegen den Ausführungen des Rekurrenten zu

verneinen. Aus der Erwägung, der Schuldbriefschuldner

solle, solange ihm ein Gläubigerwechsel nicht angezeigt

worden ist, gleich Zinsen und eigentlichen Annuitäten

1:!8

auch nndere im Pfandtitel vorgesehene Kapitalabzahlungen

an den bisherig~'n Gläubiger mit befreiender Wirkung

leisten können, ohne sich jeweilen vergewissern zu müssen,

ob der Schuldbrief nicht etwa Hand geändert habe -

aus der Erwägung also, der Erwerber eines Schuldbriefes

müsse damit rechnen, dass die darin vorgesehenen

Abzahlungen nach l\Iassgabe der in der Urkunde fest-

gesetzten Termine erfüllt seien, gleichgültig ob im Grund-

buch oder im Pfandtitel eine Verringerung des Kapitals

vermerkt ist -, lässt sich nichts für die Gestaltung des

Vollstreckungsverfahrens herleiten.

Diese ist von der

Lösung jener zivilrechtlichen Frage unabhängig.

Wenn

nun Art. 4l SchKG für pfandgesicherte Forderungen im

allgemeinen die Betreibung nuf Verwertung des Pfandes

vorschreibt und damit den Zugriff auf das übrige Vermögen

des Schuldners nur für den allfälligen Pfandausfall gestattet,

dann aber für grundpfandgesicherte «(Zinse oder Annui-

täten » abweichend von der Regel die unmittelbare Voll-

streckung in das ganze Vermögen des Schuldners, ohne

Verzicht auf das Pfandrecht, zulässt, so besteht kein

triftiger Grund, dieser Ausnahmeordnung ausseI' den

Zinsen und Annuitäten im eigentlichen Sinne noch andere

Kapitalabzahlungen zu unterstellen.

Für das Kapital

soll sich der Gläubiger nach Art. 41 grundsätzlich zunächst

an das Pfand halten. Wird ihm zugebilligt, statt dessen

für Zinse ohne weiteres ordentliche Betreibung anzuheben,

so rechtfertigt es sich freilich,' ihm dieses Recht auch

dann zu gewähren, wenn der Zins mit einer Amortisations-

zahlung zusammengefasst ist, und von da aus bedarf

es nur eines kleinen Schrittes, der Einfachheit halber

die ordentliche Betreibung für die ganze Annuität statthaft

zu erklären, die ja bei normaler Abwicklung des Schuld-

verhältnisses jeweilen als einzige, ungeteilte Summe zu

erbringen ist. Darin erschöpft sich der Bereich der Sonder-

vorschrift von Art. 41 Abs. 2 (wobei deren Anwendbarkeit

auf die speziellen « Annuitäten)} mit zeitlich beschränktem

Pfandrecht gemäss Art. 821 ZGB unerörtert bleiben kann).

Schuldbetr(>ibllngR- lind KonkUl'8reeht_ N° 37.

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'Sie erstreckt sich nicht auf irgendwelche, vom Zins getrennte

Kapitalabzahlungen, die vielmehr von der Regel des Abs. 1

beherrscht werden. Dabei kann es für die Betreibungsart

keinen Unterschied ausmachen, ob die Abzahlung im

Schuldbrief festgelegt sei oder auf besonderer Abmachung

beruhe.

Dem gelegentlichen Interesse eines Schuldners, statt

auf Pfandverwertung auf Pfändung betrieben zu werden,

worauf im Rekurs noch hingewiesen wird, wäre nicht

damit gedient, dass ihm die ordentliche Betreibung für

pfandgesicherte Kapitalforderungen gegen seinen Willen

aufgezwungen würde. Es stand dem Schuldner frei, die

vom Betreibungsamt richtig entsprechend dem Begehren

des Gläubigers eingeleitete ordentliche Betreibung gelten

zu lassen. Hätte er nicht Beschwerde geführt, so wäre

diese Betreibung gemäss Art. 85 Abs. 2 der Verordnung

über die Zwangsverwertung von Grundstücken in Kraft

erwachsen. Mit der Beschwerde hat er nun aber von dem

in Art. 41 Abs. 1 SchKG begründeten Rechte Gebrauch

gemacht, den Gläubiger auf das Pfand zu verweisen.

Dem vermag der Gläubiger weder mit einer Ueberspannung

seines nur im Rahmen von Abs. 2 daselbst gegebenen

Wahlrechtes noch mit dem Hinweis auf ein angebliches

Interesse des Schuldners, das dieser selbst nicht erkannt

hätte, wirksam entgegenzutreten.

Demnach erkennt die SchUldbetreibunYI3-

und Konkur8kammer:

Der Rekurs wird abgewiesen.