Volltext (verifizierbarer Originaltext)
212
Pfandnachlaasverfahren. No 58.
teils wegen der schlechten Vorsaison und den in der
Hochsaison erzielten äusserst bescheidenen Preisen.
B. -
Die Obergerichtliehe Justizkommission Obwalden
ist am 31. Oktober 1935 auf das Gesuch « zur Zeit nicht
eingetreten ».
O. -
Diesen Entscheid hat die Rekurrentin an das
Bundesgericht weitergezogen mit dem Antrag auf Rück-
weisung der Sache an die Vorinstanz z ur vollständigen
Durchführung des Eröffnungsverfahrens.
Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
zieht in Erwägung :
Um die Eröffnung des Pfandnachlassverfahrens zu
erlangen, muss der Schuldner nach der neuen Vorschrift
des Art. 1 Abs. 2 litt. c des Bundesbeschlusses vom 21.
Juni 1935 glaubhaft machen, dass er sich ohne Erfolg
um eine gütliche Verständigung mit den Pfandgläubigern
bemüht hat. Die Vorinstanz hat den beiden einsprechen-
den Kantonalbanken eingeräumt, « dass die Korrespondenz
mit der Obwaldner Kantonalbank ... in der Tat kaum
als eine Bemühung im Sinne der erwähnten Vorschrift
aufgefasst werden kann », und « dass Bemühungen um eine
gütliche Verständigung mit den übrigen Pfandgläubigern
gemäss Zugabe der Schuldnerin überhaupt keine statt-
gefunden haben ».
Damit hat die Vorinstanz das neu
aufgestellte Erfordernis auf nicht zu rechtfertigende Weise
überspannt. Die Rekurrentin ist keineswegs unversehens
mit ihrem Gesuch um Eröffnung des Pfandnachlassver-
fahrens hervorgetreten, sondern hat die beiden Banken
-
andere Pfandgläubiger haben ihr keine Schwierigkeiten
gemacht -
über die Gründe ihrer Zahlungsschwierigkeiten
auf dem Laufenden gehalten. Insbesondere hat die Rekur-
rentin die Banken nicht etwa mit leeren Worten hinzu-
halten versucht, sondern auch noch in letzter Zeit, wenn
auch mit erheblicher Verspätung, Zahlungen an sie geleistet
und ist damit den an sie gestellten Anforderungen zum
Teil nachgekommen. Es ist nicht ersichtlich, wie anders
Pfandnachlassverfahren. No 59.
213
als durch weitere Zahlungen die Rekurrentin sich um
eine gütliche Verständigung mit der Obwaldner Kantonal-
bank hätte bemühen können. Dass sie etwa aus Renitenz
Zahlungen zurückgehalten hätte, ist nicht dargetan;
namentlich ist nur zu billigen, dass sie sich nicht bis auf
den letzten Rappen von Mitteln entblösste. Wenn die
Rekurrentin deswegen nicht zu einer gütlichen Verstän-
digung mit der Obwaldner Kantonalbank gelangt ist,
weil sie nicht imstande war, die von dieser Bank gesetzten
Bedingungen zu erfüllen, so ist dies noch kein Beweis
dafür, dass sie sich um eine Verständigung nicht bemüht
habe. Stund ihr kein Geld zur Verfügung -
und das
Gegenteil ist nicht bewiesen -, so erwies sich bei der
Stellungnahme der Bank jedes weitere Bemühen um eine
gütliche Verständigung von vorneherein als fruchtlos.
Gegenüber der Nidwaldner Kantonalbank stand der
Rekurrentin auch kein anderes Verständigungsmittel zu
Gebot als ein Gesuch um private Stundung. Dass dieses
nicht mehr ausdrücklich gestellt wurde, nachdem die
Verständigung mit dem Hauptgläubiger gescheitert war
und deshalb die Verständigung mit den kleineren Gläubi-
gern nichts mehr nützen konnte, darf der Rekurrentin
nicht weiter zur Last gelegt werden.
Demnach erkennt die SchUldbetr.- u. Konkurskammer :
Der Rekurs wird dahin begründet erklärt, dass der
angefochtene Entscheid aufgehoben und die Sache zur
weiteren Behandlung . des Gesuches der Rekurrentin an
die Vorinstanz zurückgewiesen wird.
59. Arret du 4 decemlDre 1936 dans la causa Bagnoud.
Concordat hypothooaire.
Les creanciers n'ont pas qualiU pour-:recourir au Tribunal federnl
contre Ia decision par laquelle l'autorite de ~oncordat refuse
d'homologuer 1e concordat.
(ArreM federal du 21 juin 1935, art. 45 aI. 2.)
214
Pfandnachlassverfahren. N° 59.
P fan d na c h La s s ver fa h ren.
Die Gläubiger sind nicht legitimiert, einen die Bestätigung des
Nachlassverttages ver w e i ger nd e n Entscheid der Nach-
lassbehörde ans Bundesgericht weiterzuziehen.
(Bundesbeschluss vom 21. Juni 1935, Art. 45 Abs. 2).
Concordato ipotecario.
I creditori non hanno veste per ricorrere al Tribunale federale
contro la decisione mediante la quale l'autoritit deI concordato
rifiutö d'omologare il concordato.
(Decreto fed. 21 giugno 1935, art. 45 cp. 2.)
Vu la decision en date du 7 novembre 1935, par laquelle
le President du Tribunal du district d'Aigle a refuse
d'homologuer le concordat presenM par Dame Arnold-
Kipfer, proprietaire de la clinique « les Fleurettes», a
Leysin;
Vu le recours forme par L. Bagnoud, negociant a Leysin,
qui conclut a l'annulation de cette decision et a l'homo-
logation du concordat;
Considerant que l'art. 45 al. 2 de l'arreM federal du
21 juin 1935 « instituant des mesures juridiques tempo-
raires en faveur de l'industrie höteliere et de la broderie »
dispose que « la decision de l'autoriM de concordat peut
etre deferee au Tribunal federal par le debiteur ou la
SocieM fiduciaire dans toute son etendue, et en outre
par chaque creancier et caution dans la mesure OU elle
le concerne»;
qu'il ressort de la forme de ce texte et notamment des
mots « dans la mesure ou elle le concerne» que le legis-
lateur n'a pas entendu accorder le meme droit de recours
aux creanciers et aux cautions qu'au debiteur et a la
SocieM fiduciaire;
que ces mots doivent s'interpreter en ce sens que seules
peuvent faire l'objet d'un recours de la part d'un creancier
les decisions qui portent atteinte a ses droits (cf. art. 19
de l'ordonnance du II avril 1935 concernant la procedure
de concordat pour les banques et les caisses d'epargne);
que s'il peut en etre ainsi d'une decision d'homolo-
gation, soit qu'elle ait eM rendue au mepris de la loi,
Staatsverträge
215
soit encore qu'elle consacre une situation qui meconnaisse
les droits des creanciers les uns envers les autres, il n'en
est pas de meme de la decision par laquelle l'autoriM
cantonale refuse d'homologuer le concordat;
que ce refus peut sans doute avoir pour consequence
de faire perdre a certains creanciers le benefice du divi-
dende promis, mais qu'il n'en resulte cependant aucune
atteinte aleurs droits, puisque ]e droit de proposer un
concordat est un privilege reserve au debiteur et qu'il
n'appartient pas aux creanciers de substituer a la proce-
dure ordinaire d'execution une liquidation amiable par
voie de concordat.
La Ohambre des PouTsuites et des Faillites prononce :
Le recours est irrecevable.
C. Staatsverträge.
Traites interDationaux.
ENTSCHEIDUNGEN DER SCHULD-
BETREIBUNGS- UND KONKURSKAMMER
ARR1tTS DE LA CHAMBRE DES POURSUITES
ET DES FAILLITES
ABKOMMEN ÜBER DEN DEUTSCH-SCHWEIZERISCHEN
VERRECHNUNGSVERKEHR
ACCORD POUR LA COMPENSATION DES PAIEMENTS
GERMANO-SUISSES
Siehe Nr. 57. -
Voir N° 57.