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59_III_253

BGE 59 III 253

Bundesgericht (BGE) · 1933-01-01 · Deutsch CH
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252 ~ehuldootreibungs. und KouIrursrecht. ~o 61. Betreibung auf Pfandverwertung zulässig sei, dies binnen 10 Tagen seit Zustellung des Zahlungsbefehls durch Beschwerde geltend zu machen habe. Diese Vorschrift gilt auch da, wo der Schuldner gegenüber einer gewöhn- lichen Betreibung die Einrede der Pfandversicherung durch Fa u s t pfand erheben will (vgl. BGE III 243, ferner Ziff. 4 der auf dem Zahlungsbefehl aufgedruckten « Er- läuterungen »). Damit, dass hier positivrechtlich der Beginn der Beschwerdefrist auf den Tag der Zustellung des Zahlungsbefehls verlegt wurde, ist implicite die Auffassung des Rekurrenten abgelehnt, dass der Zeitpunkt der Erlangung der Kenntnis von der Pfandbestellung massgebend sei. Wohl wird der Schuldner in der Regel schon bei der Zustellung des Zahlungsbefehls über den Bestand von Pfandrechten aufgeklärt sein. Aber nicht das ist der Grund der jetzigen RegehlIlg, sondern die Notwendigkeit, dass einmal- und zwar schon zu Beginn des Verfahrens - fes1-stehel' muss, welche Betreibungsart durchzuführen sei. Es würde aller Verfahrensökonomie widelsprechen und unter Umständen auch Interessen Dritter verletzen, wenn noch nach Jahr und Tag und erst nach Durchführung von Widerspruchsprozessen eine ge- wöhnliche Betreibung nur deswegen aufgehoben werden könnte, weil der Schuldner nachträglich einer Pfand- bestellung auf die Spur kam und dies nun geltend macht. Das Gesetz bezw. die Verordnung stellen dem Schuldner die auf die Zustellung des' Zahlungsbefehls folgenden 10 Tage zur Verfügung, binnen welcher er sich die Kennt- nis der Tatsachen zu verschaffen hat, aus welchen sich Gründe für die Erhebung eines Rechtsvorschlages oder einer Beschwerde ergeben können. Gelingt ihm dies nicht in dieser Frist und bleibt der Zahlungsbefehl unangefoch- ten, so nimmt das angefangene Verfahren seinen Lauf. Dem Schuldner wird damit nicht Unmögliches oder Un- billiges zugemutet, wenn man von ihm verlangt, dass er sich nach Empfang eines Zahlungsbefahls u. a. auch die Frage vorlege, ob für die Forderung etwa von Mitverpflich- Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N0 62. 253 teten - jemand auders 'wird hiefür praktisch kaum in Betracht kommen - ohne sein Wissen Pfänder auch zu seinen Gunsten bestellt worden seien, und dass er sich darüber sofort sowohl beim Gläubiger wie auch bei den Mitverpflichteten erkundige.

2. - Eine Wiederherstellung der einmal abgelaufenen Beschwerdefrist kennt das Gesetz nicht, gleichgültig, aus welchem Grmld die Frist nicht gewahrt wurde - im Gegen- satz zur Regelung des Rechtsvorschlages (vgl. Art. 77 SchKG). Eine analoge Anwendung dieses Art. 77 auf die Beschwerde ist indessen grundsätzlich ausgeschlossen (BGI~ 47 III 81 am Schluss). Hievon abgesehen wäre auch zu sagen, dass ein Rechtsvorschlag nur dann nachträglich zugelassen werden kann, wenn der Schuldner durch Gründe, welche ausserhalb seiner Person liegen, am rechtzeitigen Handeln verhindert war; der blosse Umstand, dass er erst später vom Rechtsvorschlagsgrund Kenntnis erhielt, genügt dafür nicht (vgl. JAEGER No. 2 zu Art. 77 SchKG). Demnach erkennt die Bchuldbetr.- u. Konkurskammer : Der Rekurs wird abgewiesen. ß2. Auszug a.us dem Entscheil vom 4. Dezember 1933

i. S. Schneider. B e t r e i b u n g g e g e 11 ein e Ehe fra. u. Auch auf Grund eines der Ehefrau allein zugestellten Zahlungs- befehles kann Pfändung des in der ehelichen Wohnung befind. lichen Hausrates verlangt werden. La saisie des ustensiles de menage se trouvant au domicile conjugal peut etre requise meme en vertu d'un commandement de payer notifie uniquement a la femme. 11 pignommento degli arredi domestici siti al domicilio eoniugale pue essere chiesto auche in forzn cl'nl1 precetto esecutivo notificato soltanto aBa moglie. Das Betreibungsamt hat nicht auszuscheiden, was Son- dergut der Ehefrau, was eingebrachtes Gut und was Eigen- 254 Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (Zivilsbteilungen). N° 63. tum des Ehemannes sei. Auch in einer ausschliesslich gegen die Ehefrau gerichteten Betreibung kann Pfändung des Hausrates verlangt werden, da die Ehefrau an den in der ehelichen Wohnung befindlichen Gegenständen mit dem Ehemann Gewahrsam hat (vgl. BGE 57 III 180). Dem Ehemann bleibt es dann uberlassen, seine der Pfän- dung entgegenstehenden Rechte (Eigentum oder Nutzung) geltend zu machen, worauf das Widerspruchsverfahren nach Art. 106/107 SchKG einzuleiten ist und der Richter die Entscheidung zu treffen hat (BGE 58III 185). H. URTEILE DERZIVILABTEILUNGEN ARR:H:TS DES SECTIONS CIVILES

63. Arrit de la IIe Section eivile du la7 oetobre 1933 dans la cause BesanQon contre «La Forelotiere» S. A- et La Banque Cantona.le Neuehiteloise. Tram !ranco-SUÜJ8e du 15 juin 1869. L'action tendant a faire declarer nuls ou inopposables 8,1a masse les actes du failli qui ont eu pour· effet de soustraire au droit de gage general des cr6anciers tel ou tel element de son patri- moine (action revocatoire des art. 285 et.suiv. LP) doit, en pl'in- eipe, se juger d'apres le droit sous l'empire duquel 180 faillite 80 ete dec1ar6e. Il en est sp6cialement ainsi de l'aetion intentee par le syndie d'une faülite ouverte en France. C'est done le droit franQais qui r6git une teIle action. Gerichtsstandsvertrag mit Frankreich, vom

15. Juni 1869. Die Klage auf Nichtig- oder Anfechtbarerklärung von Rechts- handlungen des Kridars, welche bezw~kten, bestimmte Aktiven dem Beschlagsrecht der Masse zu entziehen (Anfechtungskla.ge gemäss Art. 285 f. SchKG) beurteilt sich grundsätzlich nach dem Recht, gestützt auf welches der Konkurs eröffnet wurde. Insbesonders ist auf eine von der Konkursverwaltung eines in Frankreich eröffneten Konkurses eingeleitete derartige Klage das französische Recht anwendbar. -Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (Zivilsbteilungen). No 63. ~56 OonfJe!flZione franco-BVizzera del 15 giugno 1869. L'azioue tendente a far dichiarare nulli 0 non opponibili alla ma.ssa. gli atti deI fallito che ebbero 1a conseguenza di sottrarre e.l diritto di peguo generale dei creditori certi elementi deIl'attiVo del debitore (azione revocatoria. degIi art. 285 e sag. LEF), dev'essere giudicata a stregua del diritto sotto il cui impero il fallimento fu dichiarato. eiö e il caso singolarmente dell'azione proposta dal siuda.co di un fallimento aperto in Francia: l'azione e quindi retta dal diritto francese. A. - Ulysse Calame et Henn Bolliger exploitaient a. Gilley (Doubs), sous la raison sociale « Scierie electrique de Gilley, Calame et Bolliger» un commerce de bois. Ils possedaient egalement un etablissement au Locle, connu sous le nom de « Scierie du Verger ». Par jugement du 24 septembre 1930, le Tribunal de premiere instance du Doubs, siegeant en matiere de commerce, a declare la Societe Calame et Bolliger en etat de faillite. Par jugement du 9 octobre 1930, il areporte au 14 avril 1930 la date de la cessation des payements de la faillite Calame et Bolliger. Par jugement du 17 ferner 1931, il a enfin declare en etat de faillite Ulysse Calame et Henri Bolliger, pris individuellement, et fixe la date de la cessation de leurs payements a. la meme date que celle fixoo pour la societe. Le 3 juillet 1931, le Tribunal cantonal de Neuchatel a accorde l' exequatur aces trois jugements. Le 27 avril1932, Albert Besan90n, huissier a. Pontarlier~ qui avait eM designe comme syndic de la faillite de la Societ6 Calame et Bolliger et des faillites individuelles des deux associes, a, en cette qualite, ouvert action contre la Societ6 anonyme « La Forestiere » au Locle devant le Tribunal cantonal de NeuchateI areffet: 1° de faire prononcer la nullit6 de deux actes de vente aux termes desquels la Societ6 Calame' et Bolliger, d'une part, avait, en date du 14 aout 1930, vendu a la defenderesse les immeubles nOs 2033, 2419, 2987 et 3257 du cadastre du Locle, 511 et 46 du cadastre de la Chaux-du-Milieu,et Henri Bolliger, d'autre part, vendu egalement a la defen-