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56_II_156

BGE 56 II 156

Bundesgericht (BGE) · 1930-01-01 · Deutsch CH
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FamiJienrecht. N0 23.

a la seconde. Non seulement elle correspond mieux au

but social de l'institution, mais elle se justifie d'un point

de vue pratique eu egard a la nature des faits a etabIir.

En l'espke, le dossier ne fournit ni preuve ni indice quel-

conque que la demanderesse etait deja enceinte an moment

oU le demandeur Iui a promis le mariage. Cela etan1i, il y

a lieu de faire droit aux concIusions principales de la

demande.

23. Auszug aus dem Urteil der Il Zivilabteilung

vom S. Mai 1930 i. S. W. gegen W.

Nach Abla.uf der bestimmten Trennungszeit bezw. von drei

Ja.hrenkann die Scheidung a.uch dann nicht gemäss Art. 147/8

ZGB verlangt werden, wenn die Ehegatten vereinigt geblieben

sind.

Der Kläger kann nicht Art. 148 ZGB für sich in An-

spruch nehmen, wonach die Scheidung ausgesprochen

werden muss, wenn sie nach Ablauf der bestimmten Tren-

nungszeit auch nur von einem Ehegatten verlangt wird,

es sei denn, dass sie auf Tatsachen gegrfuidet werde, die

ausschliesslich den nunmehr die Scheidung verlangenden

Ehegatten als schuldig erscheinen lassen, oder Wtss der

andere Ehegatte die Wiedervereinigung verweigere. Denn

gemäss Art. 147 Abs. 2 ZGB kann eine solche auf da,s

Dahmfallen der Trennung g~stützte. Klage nur dann

erhoben werden, wenn eine Wiedervereinigung' nicht

erfolgt ist. UIßSoweniger kann diese Klage zur Verfügung

stehen, wenn die Ehegatten trotz dem Trerillungsurteil

während der Trennungszeit oder doch mindestens noch

auf längere Zeit hinaus vereinigt geblieben sind. Indem

die Klagepartei nicht zur Aufhebung der ehelichen Gemein-

schaft schreitet, widerlegt sie selbst die Annahme des

Trennungsgerichtes, dass ihr die Fortsetzung der ehelichen

Gemeinschaft nicht zugemutet werden dürfe, die dem

Trennungsurteile zugrunde Hegen muss, wenn es gestützt

auf den Scheidungsgrund der tiefen' Zerrüttung des eheli-

(:IDen Verhältnisses ausgesprochen wurde -

womit dar-

getan ist, dass der Scheidungsgrund in Wabrheit gar nicht

vorhanden war. Ähnlich verhält es sieh bei wegen schwerer

Ehrenkränkung ausgesprochener Trennung : entweder

wird durch das Vereinigtbleiben der Ehegatten das nega-

tive BegrifIsmerkmal des Mangels der tiefen Zerrüttung

nachgewiesen (vgl. BGE.53 II S. 196), oder es ergibt sich

daraus, da.ss der Kläger entgegen der Annahme des

Trennungsgerichtes in Wahrheit die Krällkung nicht als

schwere empfunden hat. Werden die Grundlagen des

Trennungsurteiles in dieser Weise erschüttert, so kann

nicht zugestanden werden, dass darauf noch ein Schei-

dungsurteil aufgebaut werde, gleichwie das Trennungs-

urteil für eine spätere Scheidungsklage nicht mehr von

Bedeutung ist, wenn es durch die Wiedervereinigung

überholt wird. Bei dieser Betrachtungsweise kann nichts

darauf ankommen, aus was für Gründen die Klagepartei

nicht zur Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft ge-

schritten ist, insbesondere dass es nur ökonomische Gründe

gewesen sein mögen, wie der Kläger hier glaubhaft macht.

Anderseits genügt zum Ausschlusse der Scheidungsklage

im Anschluss an die Trennung schon ein weiteres bloss

äusserllches Zusammenleben, vorausgesetzt nur, dass es

in einer Form in Erscheinung tritt, die gemeinhin als

eheliche

Gem~inschaft betrachtet wird. Solange auch

nur dieses weiterbesteht, kann nicht von einer Trennung

von Tisch und Bett bezw. umgekehrt gesprochen werden.

So verlangt es ausserdem die Parallele zur Wiedervereini-

gung, die ja einer derartigen Klage entgegensteht, gleich-

gültig ob vielleicht während des neuerlichen Zusammen-

lebens erst recht sich herausgestellt haben mag, wie

unheilbar zerrüttet die Ehe ist. Immerhin kann eine

solche Fortsetzung der ehelichen Gemeinschaft nur dann

das Trennungsurteil zunichte machen, wenn sie noch

während längerer Zeit stattfindet; denn den Ehegatten

muss natürlich die nötige Zeit gelassen werden, um die

durch die Trennung notwendig werdende Veränderung

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Familienrecht. N° 24.

der Lebensverhältnisse zu bewerkstelligen. Vorliegend

aber hat der Kläger ja bis gegen den Ablauf des Trennungs-

jahres hin überhaupt keinerlei Anstalten zur Aufhebung

des gemeinsamen Haushaltes getroffen.

Somit könnte der Klage nur stattgegeben werden,

wenn der Kläger für den gegenwärtigen Zeitpunkt einen

Scheidungsgrund nachzuweisen vermöchte.

24,. Amt de la Ie Seetion civile du G juin 1930

dans la oause Dame Jaquet contre Jaquet.

Art. 138 eh. 1 ce : Le juge. appeIe a se prononcer sur le bien-fonde

d'une demande en divorce. doit tenir compte mame des faits

qui n'ont pas sw formellement allegu6s par les parties en tant

qu'ils -resultent du dossier. Si la procooure cantonale ne lui

permet pas d'etendre l'instruction 8. ces faits, il doit apprecier

ceux·ci, tels qu'ils resultent du dossier. et rejeter la demande

en divorce si cet examen ne le convamc pas du bien-fonde

de cette derniere.

Resume des laits.

Dame J aquet a ouvert action contre . son mari en

concluant a ce que le divoree fUt prononce aux torts de

eelui-ci « pour les causes prevues au titre IV du CC lI.

Le defendeur a conelu au reiet de la demande.·

Par jugement du 26 mars 1930 le Tribunal eivil du

distriet de Vevey a prononce le divorce aux torts du mari

et en application de I'art. r38 CC. Il a admis que las

brutalites, les injures et les vexations de tous genres dont

le defendeur s'etait rendu coupable envers sa femme

justifiaient l'application de cette disposition tout en

declarant qu'etant donnees les maladies dont, d'apres las

declarations de trois medecins, le defendeur souffre, on

pourrait se demander si ces actas ne sont pas la conse-

quenee d'un etat maladif exeluant l'application de l'artiole

138 CC. Toutefois, il a estime qu'il n'avait pas a trancher

cette question, le defendeur n'ayant pas fait etat de ces

maladies sous la forme d'un fait dliment allegue, ni etabli

Erbrecht. No 25.

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l'existence d'un rapport de causalit.e entre ces infirmites

et les actes qui Iui sont reproches.

En ce qui concerne ce dernier point, le Tribunal federal,

saisi par le defendeur d'un reeours en reforme, s'est exprime

comme suit :

Exirait des moti/s.

L'art. 158 eh. I CC prescrit que « le juge ne peut retenir

eomme etablis les faits a l'appui d'une demande en divorce

ou en separation que s'il est convaincu de leur existence ».

Le juge doit par consequent terur compte meme des faits

qui n'ont pas ete formellement alIegues par les parties en

tant qu'ils resultent du dossier. Quant a la question de

savoir si, en ce qui concerne les bits, il doit ordonner d'of-

fice une procedure probatoire ou fourrur aux parties 1'0e-

casion de prendre de nouvelles eonclusions, elle doit etre

resolue a la lumiE3re des dispositions de la proeedure ean-

tonale. Si le droit cantonal n'autorise le juge a prendre

ni l'une ni l'autre de ces mesures, celui-ci doit alors appre-

eier les faits tels qu'ils resultent du dossier et rejeter la

dem8!nde en divorce si eet examen ne le eonvaine pas du

bien-fonde da eelle-ei.

II. ERBRECHT

DROIT DES SUCCESSIONS

25. Auszug aus dem Urteil der II. Zivilabteilung

vom 21. März 1930 i. S. Brmdlen gegen lIallenbarter.

Let z t w i U i g e Ver füg u n g.

Art. 500 -

502 ZGB. Die unitas actus wird nicht gestört, wenn

zu den Formen des Art. 502 ZGB noch das Selbstlesen durch

den Testator oder zu den Formen nach Art. 500 und 501

das Vorlesen durch die Urkundsperson tritt (Erw. I).

Art. 467 und 519 Ziff. 1 ZGB. Ein behördlicher Akt,

durch den die U r t eil s u n f ä h i g k e i t

einer Person

festgestellt worden ist, bewirkt im Rechtsstreit über die