opencaselaw.ch

54_II_47

BGE 54 II 47

Bundesgericht (BGE) · 1928-01-01 · Deutsch CH
Quelle Original Export Word PDF BibTeX RIS
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

46 Schlusstitel zum ZGB. N0 7. Proportion und zahle an die Klägerin eine Entschädi- gung für den ihr entzogenen Boden nach Ermessen des Gerichtes, als verspätet zurückgewiesen und die Haupt- klage zugesprochen. C. - Gegen dieses Urteil hat der Beklagte die Berufung an das Bundesgericht eingelegt unter Wiederaufnahme seiner Haupt- und Subsidiarschlüsse. Das Bundesgericht zieht in Erwägung : ~ach Art. 56 des Bundesgesetzes über die Organi- satIOn der Bundesrechtspflege ist die Berufung an das Bundesgericht nur statthaft in Zivilstreitigkeiten, welche von .. d~n kantonalen Gerichten unter Anwendung eid- genossIscher Gesetze entschieden worden oder nach solchen Gesetzen zu entscheiden sind. Weder die eine noch die andere Voraussetzung ist vorliegend gegeben. Aus den Urteilsgründen ist keinerlei Anwendung von Bundesgesetzen, weder des ZGB, noch insbesondere des aOR ersichtlich. Und in der Tat -ist es gemäss den Bestimmungen des früheren kantonalen Rechtes zu beurteilen, ob jemand vor 1912 dingliche Rechte an Grundstücken, z. B. Grundeigentum, erworben habe wie sich schon aus den allgemeinen Bestimmungen de~ Schlusstitels des ZGB unzweideutig ergibt und durch die besonderen sachenrechtlichen Vorschriften desselben bestätigt wird. Namentlich ist die Anwendung des von der Klägerin angerufenen aOR durch Art. 231 desselben ausgeschlossen. Auch ist der vorliegende Prozess auf die Streitfrage des Eigentumserwerbes in der Zeit vor dem Inkrafttreten des ZGB beschränkt, da die Vorin-.. stanz den Subsidiarschluss des Beklagten aus prozes- sualen Gründen nicht in Beurteilung gezogen hat, wor- über dem Bundesgericht keinerlei Nachprüfung zusteht. Demnach erkennt das Bundesgericht: Auf die Berufung wird nicht eingetreten. Prozessrecht. N° 8. IV. PROZESSRECHT PROCEDURE 47

8. .Arr6t d, la. IIe Seetion civile du 3 fhriar lSaS dans la cause da Beding contre Montavon et consorts Art. 189, al. 3 OJF. Les questions de for ne peuvent etre soumises au Tribunal federal par la voie du recours en reforme. Attendu que Paul de Reding a assigne en justice devant les tribunaux genevois dame Montavon et con- sorts, heritiers legaux de sa femme, Marie de Reding- Moritz, decMee a DeIemont le 19 septembre 1922, aux fins de les contraindre a la liquidation de la succession; que les dHendeurs ont decline la competence des tri- bunaux genevois en invoquant rart. 538 Cc et en soute- nant que la defunte Hait domiciliee a Delemont lors de son deces; que, par jugement du 31 janvier 1927,le Tribunal de premiere instanee de Geneve s'est declare competent pour eonnaitre de l'action intentee par le demandeur; qu'en revanche, la Cour de Justiee civile. statuant le 16 deeembre 1927 sur appel des dHendeurs, a declare les tribunaux genevois incompetents, en application des art. 538, 25 et 170 Ce; que le demandeur a interjete en temps utile un reeours en reforme en concluant a ce qu'il plaise au Tribunal fMeral declarer Ies tribunaux de Geneve competEmts pour examiner le merite de son action. En droit: Considerant que, d'apres la loi d'organisation judiciaire et la jurisprudence, les decisions concernant des questions de for ne peuvent etre portees devant le Tribunal fMeral

48 Prozessrecht. No 9. que par la voie du recours de droit public, quaud bien meme il s'agirait d'un for cree par une loi civile fMerale, ou, dans certains cas, par la voie du recours de droit civil (cf. art. 189 al. 3,175 et 87 OJF; RO 50 Hp. 153 et 412); qu'en l'espece, le jugement attaque se borne a trancher une question de for en application de certaines dispo- sitions du code civil suisse; que le recourant n'invoque pas d'autres dispositions legales que celles des art. 538 et 25 Ce, sur lesquelles est preeisement base le jugement du 16 decembre 1927; que, dans ces conditions, le differend ne pouvait etre soumis au Tribunal de eeans que par la voie du recours de droil public; qu'en consequenee, le present recours en reforme est irrecevable et doit ~tre eearte prejudiciellement, Le TribunalIMerat prononce : Il n'est pas entre en matiere sur le recours.

9. Urteil der I. Zlvilabteilung vom 7. Februar 19a&

i. S . .Erni und Zeerleder gegen Bär u. Xonsorten. Hau p t u r t eil. Zweckbestimmung des Art. 58 OG. Verneinung des Charakters eines Haupturteils bei einem Straferkenntnis, das die adhäsionsweise geltend gemachte Schadenersatzforderung grundsätzlich bejaht, die Fest- setzung der Entschädigung aber einem besonderen Ver- fahren vorbehält. A. - Am 2. Januar 1927 fuhr der Beklagte Erni mit einem Automobil der Garage Monbijou A.-G., Bern. bei der er als provisorischer Verkäufer angestellt war, von Bern her durch die Muristrasse Richtung Muri mit einer Stundengeschwindigkeit von wenigstens 60 km. Im Auto hatten die Kläger, sowie Frieda Bär Platz ge- nommen. Als Erni dem Beklagten Zeerleder, der mit Prozessrecht. No 9. 49 seinem Auto von seiner Besitzung im Egghölzli recht- winklig über das Trottoir in die Muristrasse hinausfuhr, ausweichen wollte, geriet das Auto auf der mit Schnee bedeckten, gefrorenen Strasse ins Schleudern und prallte links der Strasse heftig an einen Baum. Frau Anna Bär und die beiden Töchter Frieda und Anna Emma Bär wurden auf die Strasse geschleudert und schwer ver- letzt. Frieda Bär starb wenige StuDden nach dem Unfall. In dem gegen beide Automobilführer angehobenen Strafprozess belangten die Kläger adhäsionsweise Erni und Zeerleder, sowie die Garage Monbijou A.-G. auf Schadenersatz. B. - Mit Urteil vom 5. November 1927 verurteilte das Obergericht des Kantons Bern(erste Strafkammer) Erni zu 4 Monaten und Zeerleder zu 2 Monaten Kor- rektionshaus, umgewandelt in 60, bezw. 30 Tage Einzel- haft, sowie zum Entzuge der Fahrbewilligung auf be- stimmte Zeit. Im Zivilpunkte erklärte es die heiden Angeklagten solidarisch unter sich und mit der. Garage Monbijou A.-G. grundsätzlich als schadenersatzpflichtig, behielt aber die Festsetzung der Entschädigung einem be sondern Verfahren vor. C. - Gegen dieses Urteil haben Erni und Zeerleder die Berufung an das Bundesgericht erklärt mit den Begehren um Abweisung der Schadenersatzklage. Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1. - (Streitwert).

2. - Dagegen erhebt sich die Frage, ob auch ein Haupt- urteil im Sinne von Alt. 58 OG vorliege. Das angefochtene Urteil erledigt das auf Bezahlung einer nach richter- lichem Ermessen zu bestimmenden Schadenersatz- summe lautende Klagebegehren nicht endgültig, sondern spricht bloss grundsätzlich aus, dass die Angeklagten solidarisch unter sich und mit der Autogarage Monbijou A.-G. für den entstandenen, aber seiner Höhe nach erst noch in einem besonderen Verfahren festzusetzenden AS 54 11 - 1928 4