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Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (Kreisschreiben). N° 49.
eantons concernant des faillites de personnes qui avaient
ete inscrites au registre du commerce, n'ont pas paru
dans la Feuille officielle suisse du commerce, mais unique-
ment dans Ia Feuille officielle cantonale. Ceci nous engage
a vous rappeier l'article 35 LP aux; termes duquel toutes
les publications officielles doivent
~tre inserees non
seulement dans la Feuille officielle cantonale, mais en
outre dans la Feuille officielle suisse du commerce lorsque
le debiteur est sujet a la poursuite par voie de faillite
ou y etait sujet avant l'ouverture de la f8illite.
Nous prions d'attirer derechef I'attention des offices
de votre canton sur la disposition legale precitee et
de contröler de la manitrre qui vous paraitra opportune
si cette disposition est observee.
Pubblicazioni nel Foglio ufficiale svizzero di commercio.
Seeondo una comunicazione deI Dipartimento federale
dell'economia pubbliea, un eonfronto da esso praticato
.. durante due settimane tra i Fogli ufficiali cantonali
ed il Foglio ufficiale svizzero di eommercio avrebbe
dimostrato, ehe, in numerosi casi, degli avvisi ufficiali
degli uffiei concernenti fallimenti di persone gia iscritte
al registro di commereio, fuiono inseriti solo nei
Fogli ufficiali cantonali e non anehe nel Foglio ufficiale
svizzero di eommercio. Questo modo di procedere
e eontrario all'art. 35 LEF, il quale dispone ehe, se il
debitore e soggetto aHa procedura di fallimento, 0 vi
era soggetto prima della dichiarazione di fallimento,
tutte le pubblicazioni debbono essere fatte tanto nel
Foglio ufficiale cantonale ehe nel Foglio ufficiale sviz-
zero di eommercio.
Vogliate rendere attenti i Vostri uffici di fallimenti
al disposto precitato e controllarne l'osservailza nel
modo piil opportuno.
OfDAG Offset-, formular- und fotodruck AG 3000 Bern
SchuldbeLreibungs- und Konkursrecht.
PoursuiLe et raUme.
I. ENTSCHEIDUNGEN DER SCHULD-
BETREIBUNGS- UND KONKURSKAMMER
ARRETS DE LA· CHAMBRE DES POURSUITES
ET DES FAILLITES
50. Entscheid. vom 1a. Juli 1928 i. S. Ruprecht.
Der im Handelsregister eingetragene
S c h u I d n e r kann gegen die P f ä n dun g für andere
als die in Art. 43 SchKG aufgeführten Forderungen auch
noch nach Ablauf von zehn Tagen B e s c h wer d e
führen. Zu diesen Forderungen gehören jedoch die P r ä-
mienforderungen der Schweizerischen
U n f a I I ver s ich e run g san s tal t
in
Luzern.
Le debiteur inscrit au registre du commerce est en droit de porter
plainte, meme apres l'expiration du delai de 10 jours, contre
toutes saisies autres que celles pratiquees en vertu de I'art.
43 LP.
Les primes dues a la Caisse nationale suisse d'assurance en cas
d'accidents, a Lucerne, constituent des prestations de droit
public au sens de l'art. 43 LP.
Il debitore iscritlo al registro di commercio ha il diritto di aggra-
varsi, anche dopo il termine di 10 giorni, contro ogni pigno-
ramento che non sia avvenuto in virtu delI'art. 43 LEF.
I premi dovuti aUa Cassa nazionale di assicurazione per infor-
tuni costitniscono delle prestazioni di diritto pubblico a
mente delI'art. 43 LEF.
A. -
Am 2. Mai führte der Rekurrent Beschwerde,
weil die von der Schweizerischen Unfallversicherungs-
anstalt in Luzern, Kreisagentur Luzern, gegen ihn ange-
hobene Betreibung für Prämien aus obligatorischer
AS 54 III -
1928
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Schuldbctreibungs- und KOllkursrecht. No 50.
Versicherung am 9. Januar durch Pfändung fortgesetzt
wurde, obwohl er im Handelsregister einge~ragen sei.
B. -
Durch Entscheid vom 16. Mai hat das Ober-
gericht Uri die Beschwerde abgewiesen.
e. -
Diesen Entscheid hat der Rekurrent an das
Bundesgericht weitergezogen.
D. -
Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
hat auf Gutheissung. der Beschwerde angetragen.
Die Schuldbetreibungs- und KQnkurskammer zieht
in Erwägung:
1. -
Die Vorschrift, des Art. 39 SchKG, wonach die
Betreibung gegen den als Inhaber einer Einzelfirma oder
sonstwie im Handelsregister eingetragenen Schuldner auf
dem Wege des Konkurses fortgesetzt 'wird, ist zwingend
und ohne Rücksicht auf allfällige Parteianträge von
Amtes wegen anzuwenden. Sie ist nämlich im Interesse
nicht so sehr des Schuldners, als vielmehr seiner sämt-
lichen Gläubiger erlassen, die sich nicht gefallen zu
lassen brauchen, dass ein einzelner Gläubiger vermittelst
Pfändung einen Teil der Aktiven des Schuldners vorab
zu eigener Befriedigung wegnehme. es wäre denn, d~ss
dies gesetzlich vorgesehen sei. . Daher kann,der Im
Handelsregister eingetragene Schuldner nicht nur binnen
zehn Tagen. sondern auch später noch Beschwerde
führen mit der Begründung, es sei grundlos eine Pfän":
dung gegen ihn vollzogen worden. Zu Unrecht hat daher
die Vorinstanz die Beschwerde als verspätet zurück-
gewiesen.
2. -
Gemäss Art. 43 SchKG erfolgt die Betreibung
für Steuern, Abgaben. Gebühren...... und andere im
öffentlichen Rechte begründete Leistungen an öffent-
liche Kassen ......• auch gegen die der Konkursbetreibung
unterliegenden Schuldner, auf dein Wege der Pfänd.ung
(oder der Pfandverwertung). Dass die als öffentlIche
Anstalt organisierte Schweizerische Unfallversicherungs-
anstalt in Luzern eine öffentliche Kasse im Sinne der
,
I
i
Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N0 50.
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angeführten Vorschrift sei, kann nicht in Zweifel ge-
zogen werden. Dagegen nimmt die Rekursgegnerin
selbst den Standpunkt ein, die ihr geschuldeten Prämien,
auch diejenigen aus obligatorischer Versicherung. seien
nicht im öffentlichen Rechte begründete Leistungen,
sondern
{(stellen ein eigentliches Äquivalent des Be-
triebsinhabers für die ihm durch Einführung der obligato-
rischen Versicherung gewährleistete Befreiung von der
bisherigell; Haftpflicht dar »,und . « das ganze Rechtsver-
hältnis zwischen Betriebsinhaber und Anstalt hat. wenig-
stens soweit die Prämie in Frage steht, doch einen ob liga-
tionenrechtlichen Charakter I). Dieser Auffassung kann
nicht beig~stimmt werden. Als « im öffentlichen Rechte
begründete Leistungen», auf welche Art. 43 SchKG
anwendbar ist, sind alle vom Staat im allgemeinen Inte-
resse auferlegten Leistungen anzusehen. Um derartige
Leistungen handelt es sich bei den der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt in Luzern geschuldeten Prä-
mien unbestreitbar. Die Schweizerische Unfallversiche-
rungsanstalt in Luzern ist mit finanzieller Hülfe des
Bundes und als öffentliche Anstalt errichtet worden
zwecks Schaffung einer auf dem Grundsatz der· Gegen-
seitigkeit aufgebauten U nfallversicherungsunternehmnng
Sie ist ein Werk der Gemeinnützigkeit, dessen Kosten
zum Teil vom Bunde getragen werden und an welches
Beiträge zu entrichten die daran Interessierten ver-
pflichtet sind. Die verlangten Beiträge, bestehend ans den
ganzen Prämien für Betriebsunfälle und drei Vierteilen
der. Prämien für Nichtbetriebsunfälle (vgl. Art. 108
des Kranken- und Unfallversicherungsgesetzes); sind
öffentliche Abgaben. Sie unterscheiden sich nicht wesent-
lich von anderen durch die Rechtsprechung bereits
dem Art. 43 SchKG unterworfenen Beiträgen, welche
Staat oder Gemeinde zur Deckung der Kosten gewisser
Verwaltungszweige denjenigen auferlegen, in deren Inte-
resse sie geführt werden (vgl. BGE 33 I S. 681 = Sep.-
Ausg. 10 S. 213). Besonders nahe stehen sie den für die
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Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 51.
obligatorische Feuerversicherung von den hiefür er-
richteten öffentlichen Anstalten erhobenen Prämien,
deren Subsumtion unter Art. 43 SchKG noch von nie-
mandem angezweifelt worden ist. Überall handelt es
sich um Verpflichtungen aus zwangsweiser Einbeziehung
in einen Zweig der öffentlichen Verwaltung, somit um
öffentlichrechtliche, nicht privatrechtliche Leistungen.
Dieser Charakter der an die schweizeri~he Unfallver-
sicherungsanstalt in Luzern geschuldeten Prämien ge-
langt namentlich auch 2;um Ausdruck in dem in Art. 10
des Ergänzungsgesetzes betreffend Kr~nken- und Unfall-
versicherung von 1915 vorgesehenen Vollstreckbarkeits-
verfahren ..
Welches die praktischen Bedürfnisse der
Rekur~
gegnerin seien, die gebjeterisch verlangen sollen, dass
Art. 43 SchKG auf ihre Prämienforderungen nicht
angewendet werde, hat sie in ihrer Vernehmlassung nicht
näher angegeben und ist nicht ohne weiteres ersichtlich,
zumal da die Teilnahme anderer Gläubiger an der gegen
einen der Konkursbetreibung unterliegenden Schuldner
vollzogenen Pfändung nur in ganz beschränktem Masse
in Betracht kommt und die Prämienforderungen über-
dies in der zweiten Klasse privilegiert sind (Art. 13 des
Ergänzungsgesetzes).
Demnach erkennt die Schuldbelr .. - und Konkurskammer :
Der Rekurs wird abgewiesen.
51. Entscheid vom 13. Juli 1928
i. S. Estermann &. Colnaghi.
Art. 278 SchKG:
Wenn in verschiedenen Betreibungskreisen mehrere Arreste
erwirkt worden sind, ohne dass ihnen am Wohnort des
Schuldners eine Betreibung vorausgegangen ist, muss zur
Verfolgung der Arreste an jedem Arrestort eine besondere
Betreibung angehoben werden.
Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 51.
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Art. 278 LP.
Lorsque plusieurs sequestres ont ete pratiques dans divers
arrondissements, sans poursuite prealable au domicile du
debiteur, les effets de chacun d'eux ne peuvent Hre main-
tenus que par unepoursuite speciale intentee a chacun
des fors de sequestre.
Se phI sequestri, non preceduti da esecuzione al domicilio deI
debitore, furono praticati in circondari diversi g1i effetti
di ciascuno di essi non potranno essere mante~uti se non
mediante esecuzione speciale promossa ai singoli fori di
sequestro.
A. -
Die Rekurrenten erwirkten gegen W. L., in
Toronto (Kanada), für eine Forderung von 26,079 Fr.
30 Cts. und die Zinsen verschiedene Ausländerarreste,
den ersten in Steckborn, der am 5. April 1928 vollzogen
wurde, die andern in Basel und Hinwil, sowie am 5./11.
Mai 1928 in Flawil. Sie unterliessen es, für diese letzten
Arreste Betreibung anzuheben, sondern leiteten diese
(und zwar am 16. April) nur für den in Steckborn voll-
zogenen Arrest ein, wo die arrestierten Vermögenswerte
gepfändet und das Betreibungsamt ersucht wurde, die
in Basel, Hinwil und Flawil beschlagnahmten Werte
requisitionsweise pfänden zu lassen. Das Betreibungsamt
Flawil . weigerte sich, dem ihm vom Betreibungsamt
Steckborn übermittelten Pfändungsbegehren zu ent-
sprechen, mit dem Hinweis, es sei bei ihm keine Betrei-
bung erhoben" worden. Hiergegen beschwerten sich die
Rekurrenten mit dem Begehren, das Betreibungsamt
Flawil sei anzuweisen, dem Verlangen des Betreibungs-
amtes Steckborn zu entsprechen und die durch den
Arrest
beschlagnahmten Werte des Schuldners zu
pfänden.
B. -
Mit Entscheid vom 23. Juni 1928 hat die Auf-
sichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs des
Kantons St. Gallen die Beschwerde als unbegründet
abgewiesen. Diesen Entscheid haben die Rekurrenten
unter Erneuerung ihres Antrage"s an das Bundesgericht
weitergezogen.