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222 Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (Kreisschreiben). N° 49. eantons concernant des faillites de personnes qui avaient ete inscrites au registre du commerce, n'ont pas paru dans la Feuille officielle suisse du commerce, mais unique- ment dans Ia Feuille officielle cantonale. Ceci nous engage a vous rappeier l'article 35 LP aux; termes duquel toutes les publications officielles doivent ~tre inserees non seulement dans la Feuille officielle cantonale, mais en outre dans la Feuille officielle suisse du commerce lorsque le debiteur est sujet a la poursuite par voie de faillite ou y etait sujet avant l'ouverture de la f8illite. Nous prions d'attirer derechef I'attention des offices de votre canton sur la disposition legale precitee et de contröler de la manitrre qui vous paraitra opportune si cette disposition est observee. Pubblicazioni nel Foglio ufficiale svizzero di commercio. Seeondo una comunicazione deI Dipartimento federale dell'economia pubbliea, un eonfronto da esso praticato .. durante due settimane tra i Fogli ufficiali cantonali ed il Foglio ufficiale svizzero di eommercio avrebbe dimostrato, ehe, in numerosi casi, degli avvisi ufficiali degli uffiei concernenti fallimenti di persone gia iscritte al registro di commereio, fuiono inseriti solo nei Fogli ufficiali cantonali e non anehe nel Foglio ufficiale svizzero di eommercio. Questo modo di procedere e eontrario all'art. 35 LEF, il quale dispone ehe, se il debitore e soggetto aHa procedura di fallimento, 0 vi era soggetto prima della dichiarazione di fallimento, tutte le pubblicazioni debbono essere fatte tanto nel Foglio ufficiale cantonale ehe nel Foglio ufficiale sviz- zero di eommercio. Vogliate rendere attenti i Vostri uffici di fallimenti al disposto precitato e controllarne l' osservailza nel modo piil opportuno. OfDAG Offset-, formular- und fotodruck AG 3000 Bern SchuldbeLreibungs- und Konkursrecht. PoursuiLe et raUme. I. ENTSCHEIDUNGEN DER SCHULD- BETREIBUNGS- UND KONKURSKAMMER ARRETS DE LA· CHAMBRE DES POURSUITES ET DES FAILLITES
50. Entscheid. vom 1a. Juli 1928 i. S. Ruprecht. Der im Handelsregister eingetragene S c h u I d n e r kann gegen die P f ä n dun g für andere als die in Art. 43 SchKG aufgeführten Forderungen auch noch nach Ablauf von zehn Tagen B e s c h wer d e führen. Zu diesen Forderungen gehören jedoch die P r ä- mienforderungen der Schweizerischen U n f a I I ver s ich e run g san s tal t in Luzern. Le debiteur inscrit au registre du commerce est en droit de porter plainte, meme apres l'expiration du delai de 10 jours, contre toutes saisies autres que celles pratiquees en vertu de I'art. 43 LP. Les primes dues a la Caisse nationale suisse d'assurance en cas d'accidents, a Lucerne, constituent des prestations de droit public au sens de l'art. 43 LP. Il debitore iscritlo al registro di commercio ha il diritto di aggra- varsi, anche dopo il termine di 10 giorni, contro ogni pigno- ramento che non sia avvenuto in virtu delI'art. 43 LEF. I premi dovuti aUa Cassa nazionale di assicurazione per infor- tuni costitniscono delle prestazioni di diritto pubblico a mente delI'art. 43 LEF. A. - Am 2. Mai führte der Rekurrent Beschwerde, weil die von der Schweizerischen Unfallversicherungs- anstalt in Luzern, Kreisagentur Luzern, gegen ihn ange- hobene Betreibung für Prämien aus obligatorischer AS 54 III - 1928 18 224 Schuldbctreibungs- und KOllkursrecht. No 50. Versicherung am 9. Januar durch Pfändung fortgesetzt wurde, obwohl er im Handelsregister einge~ragen sei. B. - Durch Entscheid vom 16. Mai hat das Ober- gericht Uri die Beschwerde abgewiesen.
e. - Diesen Entscheid hat der Rekurrent an das Bundesgericht weitergezogen. D. - Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt hat auf Gutheissung. der Beschwerde angetragen. Die Schuldbetreibungs- und KQnkurskammer zieht in Erwägung:
1. - Die Vorschrift, des Art. 39 SchKG, wonach die Betreibung gegen den als Inhaber einer Einzelfirma oder sonstwie im Handelsregister eingetragenen Schuldner auf dem Wege des Konkurses fortgesetzt 'wird, ist zwingend und ohne Rücksicht auf allfällige Parteianträge von Amtes wegen anzuwenden. Sie ist nämlich im Interesse nicht so sehr des Schuldners, als vielmehr seiner sämt- lichen Gläubiger erlassen, die sich nicht gefallen zu lassen brauchen, dass ein einzelner Gläubiger vermittelst Pfändung einen Teil der Aktiven des Schuldners vorab zu eigener Befriedigung wegnehme. es wäre denn, d~ss dies gesetzlich vorgesehen sei. . Daher kann ,der Im Handelsregister eingetragene Schuldner nicht nur binnen zehn Tagen. sondern auch später noch Beschwerde führen mit der Begründung, es sei grundlos eine Pfän": dung gegen ihn vollzogen worden. Zu Unrecht hat daher die Vorinstanz die Beschwerde als verspätet zurück- gewiesen.
2. - Gemäss Art. 43 SchKG erfolgt die Betreibung für Steuern, Abgaben. Gebühren...... und andere im öffentlichen Rechte begründete Leistungen an öffent- liche Kassen ......• auch gegen die der Konkursbetreibung unterliegenden Schuldner, auf dein Wege der Pfänd.ung (oder der Pfandverwertung). Dass die als öffentlIche Anstalt organisierte Schweizerische Unfallversicherungs- anstalt in Luzern eine öffentliche Kasse im Sinne der , I i Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N0 50. 225 angeführten Vorschrift sei, kann nicht in Zweifel ge- zogen werden. Dagegen nimmt die Rekursgegnerin selbst den Standpunkt ein, die ihr geschuldeten Prämien, auch diejenigen aus obligatorischer Versicherung. seien nicht im öffentlichen Rechte begründete Leistungen, sondern {( stellen ein eigentliches Äquivalent des Be- triebsinhabers für die ihm durch Einführung der obligato- rischen Versicherung gewährleistete Befreiung von der bisherigell; Haftpflicht dar »,und . « das ganze Rechtsver- hältnis zwischen Betriebsinhaber und Anstalt hat. wenig- stens soweit die Prämie in Frage steht, doch einen ob liga- tionenrechtlichen Charakter I). Dieser Auffassung kann nicht beig~stimmt werden. Als « im öffentlichen Rechte begründete Leistungen», auf welche Art. 43 SchKG anwendbar ist, sind alle vom Staat im allgemeinen Inte- resse auferlegten Leistungen anzusehen. Um derartige Leistungen handelt es sich bei den der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt in Luzern geschuldeten Prä- mien unbestreitbar. Die Schweizerische Unfallversiche- rungsanstalt in Luzern ist mit finanzieller Hülfe des Bundes und als öffentliche Anstalt errichtet worden zwecks Schaffung einer auf dem Grundsatz der· Gegen- seitigkeit aufgebauten U nfallversicherungsunternehmnng Sie ist ein Werk der Gemeinnützigkeit, dessen Kosten zum Teil vom Bunde getragen werden und an welches Beiträge zu entrichten die daran Interessierten ver- pflichtet sind. Die verlangten Beiträge, bestehend ans den ganzen Prämien für Betriebsunfälle und drei Vierteilen der. Prämien für Nichtbetriebsunfälle (vgl. Art. 108 des Kranken- und Unfallversicherungsgesetzes); sind öffentliche Abgaben. Sie unterscheiden sich nicht wesent- lich von anderen durch die Rechtsprechung bereits dem Art. 43 SchKG unterworfenen Beiträgen, welche Staat oder Gemeinde zur Deckung der Kosten gewisser Verwaltungszweige denjenigen auferlegen, in deren Inte- resse sie geführt werden (vgl. BGE 33 I S. 681 = Sep.- Ausg. 10 S. 213). Besonders nahe stehen sie den für die 226 Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 51. obligatorische Feuerversicherung von den hiefür er- richteten öffentlichen Anstalten erhobenen Prämien, deren Subsumtion unter Art. 43 SchKG noch von nie- mandem angezweifelt worden ist. Überall handelt es sich um Verpflichtungen aus zwangsweiser Einbeziehung in einen Zweig der öffentlichen Verwaltung, somit um öffentlichrechtliche, nicht privatrechtliche Leistungen. Dieser Charakter der an die schweizeri~he Unfallver- sicherungsanstalt in Luzern geschuldeten Prämien ge- langt namentlich auch 2;um Ausdruck in dem in Art. 10 des Ergänzungsgesetzes betreffend Kr~nken- und Unfall- versicherung von 1915 vorgesehenen Vollstreckbarkeits- verfahren .. Welches die praktischen Bedürfnisse der Rekur~ gegnerin seien, die gebjeterisch verlangen sollen, dass Art. 43 SchKG auf ihre Prämienforderungen nicht angewendet werde, hat sie in ihrer Vernehmlassung nicht näher angegeben und ist nicht ohne weiteres ersichtlich, zumal da die Teilnahme anderer Gläubiger an der gegen einen der Konkursbetreibung unterliegenden Schuldner vollzogenen Pfändung nur in ganz beschränktem Masse in Betracht kommt und die Prämienforderungen über- dies in der zweiten Klasse privilegiert sind (Art. 13 des Ergänzungsgesetzes ). Demnach erkennt die Schuldbelr .. - und Konkurskammer : Der Rekurs wird abgewiesen.
51. Entscheid vom 13. Juli 1928
i. S. Estermann &. Colnaghi. Art. 278 SchKG: Wenn in verschiedenen Betreibungskreisen mehrere Arreste erwirkt worden sind, ohne dass ihnen am Wohnort des Schuldners eine Betreibung vorausgegangen ist, muss zur Verfolgung der Arreste an jedem Arrestort eine besondere Betreibung angehoben werden. Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 51. 227 Art. 278 LP. Lorsque plusieurs sequestres ont ete pratiques dans divers arrondissements, sans poursuite prealable au domicile du debiteur, les effets de chacun d'eux ne peuvent Hre main- tenus que par unepoursuite speciale intentee a chacun des fors de sequestre. Se phI sequestri, non preceduti da esecuzione al domicilio deI debitore, furono praticati in circondari diversi g1i effetti di ciascuno di essi non potranno essere mante~uti se non mediante esecuzione speciale promossa ai singoli fori di sequestro. A. - Die Rekurrenten erwirkten gegen W. L., in Toronto (Kanada), für eine Forderung von 26,079 Fr. 30 Cts. und die Zinsen verschiedene Ausländerarreste, den ersten in Steckborn, der am 5. April 1928 vollzogen wurde, die andern in Basel und Hinwil, sowie am 5./11. Mai 1928 in Flawil. Sie unterliessen es, für diese letzten Arreste Betreibung anzuheben, sondern leiteten diese (und zwar am 16. April) nur für den in Steckborn voll- zogenen Arrest ein, wo die arrestierten Vermögenswerte gepfändet und das Betreibungsamt ersucht wurde, die in Basel, Hinwil und Flawil beschlagnahmten Werte requisitionsweise pfänden zu lassen. Das Betreibungsamt Flawil . weigerte sich, dem ihm vom Betreibungsamt Steckborn übermittelten Pfändungsbegehren zu ent- sprechen, mit dem Hinweis, es sei bei ihm keine Betrei- bung erhoben" worden. Hiergegen beschwerten sich die Rekurrenten mit dem Begehren, das Betreibungsamt Flawil sei anzuweisen, dem Verlangen des Betreibungs- amtes Steckborn zu entsprechen und die durch den Arrest beschlagnahmten Werte des Schuldners zu pfänden. B. - Mit Entscheid vom 23. Juni 1928 hat die Auf- sichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs des Kantons St. Gallen die Beschwerde als unbegründet abgewiesen. Diesen Entscheid haben die Rekurrenten unter Erneuerung ihres Antrage"s an das Bundesgericht weitergezogen.