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112 Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 28. die Post gegeben haben. Ja es sind eigentlich gar keine Kollokationsklagen angehoben worden, indem Klagen, welche nicht vor Ablauf der Kollokationsplanauflagefrist beim Konkursgericht eingebracht werden, überhaupt nicht als Kollokationsklagen qualifiziert zu werden ver- dienen. Dass einzelne Beschwerdeführer als Bürgen zur Be- schwerdeführung legitimiert seien, haben diese vor Bundesgericht nicht mehr geltend gemacht. Als Einzel- Aktionären der falliten Gesellschaft aber k:l'nn ihnen die Beschwerdelegitimation unmöglich zuerkannt werden. Demnach erkennt die Schuldbetr.- und Konkurskammer : Beide Rekurse werden begründet erklärt und das Obergericht des Kantons Zürich wird angewiesen, die Beschwerde ohne weiteren Verzug zu erledigen.
28. Entscheid. vom 2. Se-ptember 1927
i. S. Betreibungsamt Basel-Stad.t. G e b Ü h ren t a r i f Art. 3 9: Tilgt der Ersteigerer eine bar zu bezahlende Pfandforderung auf andere Weise (SchKG 156, VZG Art. 47), so schuldet er dem Amte nicht die In k ass 0 ge b ü h r des Art. 36 Abs. 1. A. - In den Grundpfal}dverwertungsbetreibungen gegen die Eheleute Neidecker-Sauter erwarb die Rekurs- gegnerin Frau Neidecker-Sauter an der zweiten Steigerung die Liegenschaften um 35,300 und 28,100 Fr., welche Summen zur Deckung von fälligen und daher nach den Steigerungsbedingungen bar zu bezahlenden Grund- pfandforderungen verwendet werden mussten. Obwohl die Rekursgegnerin rechtzeitig Erklärungen der Pfand- gläubiger über deren anderweitige Befriedigung vor- legte, belastete ihr das Betreibungsamt als Teil der Verwertungskosten die in Art. 36 des Gebührentarifes vorgesehenen Einzugs- und Ablieferungsgebühren von Sehuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 28. 113 1}~ %0 . = 52 Fr. 95 Cts. und 42 Fr. 15 Cts. Hiegegen führte die Rekursgegnerin Beschwerde. B. - Durch Entscheid vom 9. August 1927 hat die Aufsichtsbehörde über das Betreibungs- und Konkursamt des Kantons Basel-Stadt die Beschwerde in dem Sinne gutgeheissen, dass an Stelle der berechneten Inkasso- und Verteilungsgebühren von 52 Fr. 95 Cts. und 42 Fr. 15 Cts. nur die Gebühr des Art. 39 GebT von je 2 Fr. pro Liegenschaft geschuldet sei. C. - Diesen Entscheid hat das Betreibungsamt an das Bundesgericht weitergezogen. Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zieht in Erwägung: Der von der Vorinstanz zur Anwendung gebrachte Art. 39 des Gebührentarifes bestimmt: « Wird in der Betreibung auf Pfandverwertung der betreibende Pfand- gläubiger in anderer Weise als durch Barzahlung seines Anteiles am Zuschlagspreis gedeckt (Bundesgesetz Art. 156), so bezieht das Amt für diese Feststellung eine Gebühr von 2 Fr. für jede Forderung.» Zu Unrecht versucht das beschwerdebeklagte Betreibungsamt, gege n die Anwendung dieses Art. 39 GebT den Untersehied zwischen Barzahlung und Überbindung der Grund- pfandschulden auszuspielen, wie er in Art. 36 GebT folgendermassen zum Ausdruek gebraeht wird: « Für den Einzug des Erlöses aus der Verwertung und die Ablieferung des Ergebnisses an einen Gläubiger beträgt die Gebühr, wenn der auf den Gläubiger entfallende Erlös ergibt: über 1000 Fr. 1 Yz %0' Bei der Grund- pfandverwertung kann die Gebühr nur vom Barerlös, nicht von den überbundenen Beträgen berechnet werden. » Unverkennbar bezieht sich nämlich Art. 39 GebT, an dem das Betreibungsamt achtlos vorbeigeht, als ob er gar nicht bestünde, überhaupt nicht auf Grundpfand- schulden, welche dem Ersteigerer überbunden werden, sondern ausschliesslich auf den bar zu bezahlenden 114 Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 29. Zuschlagspreis ; denn die hier behandelte (in Betreibung gesetzte) Grundpfandforderung des betreibenden Pfand- . gläubigers muss ja nach Art. 156 SchKG unter allen Umständen in Geld bezahlt werden, es sei denn, dass die Beteiligten eine anderweitige Vereinbarung treffen, was ebenfalls schon Art. 156 SchKG vorsieht. Gerade, aber auch ausschliesslich den Fall einer derartigen Ver- einbarung der Beteiligten über die anderweitige Befrie- digung des betreibenden Pfandgläubigers für den ihm zukommenden, und zwar eben in Geld zu bezahlenden, Anteil am Zuschlagspreis regelt Art. 39 GebT. Immerhin ist nicht einzusehen, wieso ein Unterschied gerechtfertigt werden könnte zwischen dem Falle, dass der betreibende Grundpfandgläubiger oder aber ein anderer Grundpfand- gläubiger den ihm zukommenden Anteil am Zuschlags- preis in Geld bezahlt zu erhalten beanspruchen kann, weil bezw. insoweit seine Grundpfandforderung ebenfalls fällig ist; mithin ist Art. 39 GebT auf diesen Fall analog anzuwenden. Direkt "ie analog findet er überall An- wendung, wo der Gläubiger erklärt, für eine nach den Steigerullgsbedingullgell bar zu bezahlende Forderung anderweitig befriedigt worden zu sein, und insofern dies zutrifft, ist Art. 36 GebT ausgeschaltet ...... Demnaclz erkennt die Sclzuldbetr.- und Konkurskammer : Der Rekurs wird abgewiesen.
29. Arr~t du 13 septembre 1927 en la cause Grebler. Art. 177 LP. Vocation po ur introduire des 'poursuites pour effets de change. Doit-elle etre reconnue sans autre par les organes de la poursuite atout detenteur quelconque du titre produit '1 - Incompetence des autorites de surveil- lance pour examiner si un detenteur qui se presente comme un payeur par intervention possede reellement une action ou un recours de change. Sieur A. Bianchini a tire le 1 er aoftt 1926 a son ordre sur Albert Grebler un effet de change de 50 000 fr. payable le 1 er aoftt 1927. Dans la suite, il endossa cet Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 29. 115 effet, dftment accepte par le tire, a la Societe de Banque suisse, qui le presenta a l' echeance. Albert Grebler refusa de payer ; protet fut dresse le 3 aoftt 1927. En date du 16 mars 1927, Bianchini avait tire, tou- jours a son ordre, sur la Societe Grebler Freres, un autre effet de change de 25 000 fr. payable le 1 er aoftt 1927. Cet effet fut accepte par Grebler Freres. Il fut egalement endosse a la Socil~te de Banque suisse. A l' ecMance, les tires en refuserent le paiement et prott~t fut dresse le 3 aoftt 1927. Le 15 aoftt 1927, Maurice Pariat se presenta a la Societe de Banque Suisse, versa a celle-ci le montant des deux effets, du 1 er aoftt 1926 et du 16 mars 1927, et se fit delivrer quittance sur les effets eux-memes. Les lettres et les protets furent remis a Pariat, qui fit notifier le 16 aoftt 1927 a Albert Grebler et a Grebler Freres des commandements de payer po ur effets de change (poursuites N0S 74 105 et 74 104). Albert Grebler et Grebler Freres porterent plainte a l'Autorite cantonale de surveillance aux fins d'ob- tenir l'annulation des poursuites en tant que poursuites pour effets de change. Ils faisaient valoir en substance que Pariat etait totalement etranger aux rapports juridiques resultant de la creation et de la circulation des effets en question ; qu'il n'avait notamment }.-'lint paye par intervention reguliere du moment que les paiements avaient ete effectues posterieurement au delai de prot~t et que rien n'indiquait qu'il se soit agi de veritables paiements par intervention on par honneur; qu'en consequence Pariat n'avait pas qualite ponr intenter en I'espece des pour- suites pour effets de change. Par decisions du 25 aoftt 1927, l'Autorite cantonale de surveillance a rejete les plaintes, pour cause d'incom- petence. Les plaignants ont forme recours au Tribunal federal en temps utile en reprenant les conclusions et les argu- ments de leurs plaintes.