Sachverhalt
In der Betreibung Nr. 79.908 des Betreibungsamtes von Liestal für eine Forderung des Paul Laub-
5',n 'weil!, •• Wad ~
N •• 8.
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DiibIiD in Oherwil gegen 1lteodorMeier-Ze.ler in Prat~ .
teIa. pfändete der Betreibungsbeamte VOll Liestal allf
~hrett des GlätIbigers am 'EI. April 1926 fünf dem
Sdtuldaer gehörende Aktien der Firma Bumag (Bureaumaschinen AAi.). Albanvorstadt 11 ia Basel. Da diese
Aktien vom Sclutldner bei der paanten F~
deren
einziges Verwalwogsratsmitglie4' er ist, als Pflichtaktien
hinte~ wordeu waren und diese deshalb auf die
Pfändungsanzeige hin ein FautpfaAdrecht,an diesen
Aktien geltend madtte. setzte da.'i Betreibungsamt
dem Betreibu~ubiger gemäss Art. 109 SehKG
Frist zur EinreieJmng einer Wtderspruchsldage an.
In der Folge ersuchte der Betreibu~ubiger das
Betreibungsamt, die F"mna Bumag aufzufordern sich
zu erklären, für welche Fordenmg das Faustpfandreeht
geltend gemacht werde, zugleicll stellte sie das Begehren
um amtliche Verwahrung der erwähnten Aktien. Das
Betreibungsamt Liestal hob, darauf die Fristansetzung
wieder auf und beauftragte das Betreibungsamt von
Basel-Stadt, die fünf Aktien bei der Vmna Bumag zu
pfänden, sie in amtliche Verwahnmg zu nehmen und
zudem von dieser Fmna die genaue Angabe des Faust-_
pfaudfordentngsbetrages zu verlaDgeIL Anlässlich dieses
Vollzuges erklärte die Firma Bumag. dass sie an den
fünf Aktien gemäss Ar(658 und 673 ff OR sowie, Art.
895 . ZGB ein Retentionsrecht geltend mache. Obwohl
die Firma Bumag wieder keinen bestimmten Betrag
angab. erneuerte das Betreib~ngsamt von Liestal am
23. August 1926 seine Fristarisetzung gemäss Art. 100
SchKG.
B. -
Hiegegen beschwerte sich der Betreibungsgläubiger Laub-Düblin bei der kantonalen Aufsichtsbehörot; indem er beantrn.gte. ~ sei die erwähnte Fristansetzung -aufzuheben und das Betreibungsamt Liestal
anzuweisen, der Finna Bwnag eine Frist' zur 'Erklärung
übel' die Höhe ÜIrer' angeblicllen Fonk,tung an den
Betreibangsschuldner. für welche sie.. Retentions-
~'f; .. j'
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Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N0 46.
recht beanspruche, anzusetzen oder requisitorisch ansetzen zu lassen, mit der Androhung, dass im Unterlassungsfalle der Retentionsanspruch nicht berücksichtigt werde.
C. -
Mit Urteil vom 26. Oktober 1926, den Parteien
zugestellt am 27. Oktober 1926, hat die kantonale
Aufsichtsbehörde die Beschwerde abgewiesen, wogegen
der Beschwerdeführer am 5. November 1926 den Rekurs
an das Bundesgericht erklärte, unter 'Viederholung des
bei der Vorinstanz gestellten Beschwerdeantrages.
Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zieht
Erwägungen (1 Absätze)
E. 13 186 Schuldbetreibungs- und KQnkursrecht. N° 47. ratsmitglied gegen diesen entstandenen und auch in der Zukunft noch entstehenden, heute noch nicht bestimmbaren Forderungen haften. Nachdem die Pfändbarkeit derartiger Objekte grundsätzlich zulässig und die Angabe des Forderungsbetrages, bis zu dem ein Drittanspruch an diesen Objekten geltend gemacht werden will, aus den vorgenannten Gründen unerlässlich ist, hat sich der betreffende Drittansprecher schon bei der Geltendmachung seines Anspruches über diesen Betrag unter allen Umständen, ob ihm dies schwer falle oder nicht, schlüssig zu machen, wie ja auch der Richter im Widerspruchsverfahren zu einem Schlusse kommen und den Umfang dieses Drittanspruches, falls er einen solchen anerkennt, auf alle Fälle feststellen muss. Demnach erkennt die Schuldbetr.- und Konkurskammer : Der Rekurs wird im Sinne der Motive gutgeheissen.
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
46. Entscheid vom 8. Dezember 1926 i. S. La.ub-Diiblin.
D r i t t ans p r u c h. Wird an' einem gepfändeten Gegenstand von einem Dritten ein Pfand- bezw. Retentionsrecht
geltend gemacht, so hat dieser Dritte unter allen Umständen
den Betrag anzugeben, für den er sieh vor dem betr.
_ Betreibungsgläubiger _aus -dem für diesen gepfändeten
Gegenstand bezahlt machen will. SchKG. Art. 106 fl.
Die. durch~. 658 OR den Mitgliedern des Verwaltungsrates
emer Akt~engesellschaft vorgeschriebene Hinterlage von
s.og. P f I 1 C h t akt i e n begründet nicht eine gesetzhche Unveräusserlichkeit dieser Papiere. Diese sind für
Dritte' pfändbar.
A. -
In der Betreibung Nr. 79.908 des Betreibungsamtes von Liestal für eine Forderung des Paul Laub-
5',n 'weil!, •• Wad ~
N •• 8.
133
DiibIiD in Oherwil gegen 1lteodorMeier-Ze.ler in Prat~ .
teIa. pfändete der Betreibungsbeamte VOll Liestal allf
~hrett des GlätIbigers am 'EI. April 1926 fünf dem
Sdtuldaer gehörende Aktien der Firma Bumag (Bureaumaschinen AAi.). Albanvorstadt 11 ia Basel. Da diese
Aktien vom Sclutldner bei der paanten F~
deren
einziges Verwalwogsratsmitglie4' er ist, als Pflichtaktien
hinte~ wordeu waren und diese deshalb auf die
Pfändungsanzeige hin ein FautpfaAdrecht,an diesen
Aktien geltend madtte. setzte da.'i Betreibungsamt
dem Betreibu~ubiger gemäss Art. 109 SehKG
Frist zur EinreieJmng einer Wtderspruchsldage an.
In der Folge ersuchte der Betreibu~ubiger das
Betreibungsamt, die F"mna Bumag aufzufordern sich
zu erklären, für welche Fordenmg das Faustpfandreeht
geltend gemacht werde, zugleicll stellte sie das Begehren
um amtliche Verwahrung der erwähnten Aktien. Das
Betreibungsamt Liestal hob, darauf die Fristansetzung
wieder auf und beauftragte das Betreibungsamt von
Basel-Stadt, die fünf Aktien bei der Vmna Bumag zu
pfänden, sie in amtliche Verwahnmg zu nehmen und
zudem von dieser Fmna die genaue Angabe des Faust-_
pfaudfordentngsbetrages zu verlaDgeIL Anlässlich dieses
Vollzuges erklärte die Firma Bumag. dass sie an den
fünf Aktien gemäss Ar(658 und 673 ff OR sowie, Art.
895 . ZGB ein Retentionsrecht geltend mache. Obwohl
die Firma Bumag wieder keinen bestimmten Betrag
angab. erneuerte das Betreib~ngsamt von Liestal am
23. August 1926 seine Fristarisetzung gemäss Art. 100
SchKG.
B. -
Hiegegen beschwerte sich der Betreibungsgläubiger Laub-Düblin bei der kantonalen Aufsichtsbehörot; indem er beantrn.gte. ~ sei die erwähnte Fristansetzung -aufzuheben und das Betreibungsamt Liestal
anzuweisen, der Finna Bwnag eine Frist' zur 'Erklärung
übel' die Höhe ÜIrer' angeblicllen Fonk,tung an den
Betreibangsschuldner. für welche sie.. Retentions-
~'f; .. j'
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Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N0 46.
recht beanspruche, anzusetzen oder requisitorisch ansetzen zu lassen, mit der Androhung, dass im Unterlassungsfalle der Retentionsanspruch nicht berücksichtigt werde.
C. -
Mit Urteil vom 26. Oktober 1926, den Parteien
zugestellt am 27. Oktober 1926, hat die kantonale
Aufsichtsbehörde die Beschwerde abgewiesen, wogegen
der Beschwerdeführer am 5. November 1926 den Rekurs
an das Bundesgericht erklärte, unter 'Viederholung des
bei der Vorinstanz gestellten Beschwerdeantrages.
Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zieht
in Erwägung:
Wie das Bundesgericht schon früher entschieden
hat (vgl. BGE 24 II S; 358 ff. = Sep.-Ausg. 1 S. 174 ff.),
begründet die durch Art. 658 OR den Mitgliedern des
Verwaltungsrates einer Aktiengesellschaft vorgeschriebene Hinterlage von Pflichtakten nicht eine gesetzliche
Unveräusserlichkeit dieser Papiere. Diese können daher
von Dritten gepfändet werden, und es ist in einem solchen
Falle die betreffende Aktiengesellschaft darauf angewiesen, ein Retentionsrecht oder· allenfalls ein Faustpfandrecht -
falls ein solches bestellt worden ist -
geltend zu machen, wenn sie gegenüber dem betreffenden
Verwaltungsratsmitglied Anspruche zu haben behauptet.
Ein solches Recht wird nun im vorliegenden Falle
von der Firma Bumag geitend gemacht, wobei allerdings nicht klar ist, ob sie ein Faustpfand- oder aber
ein Retentionsrecht behaupten will. Nach der Pfändungsurkunde vom 27. April 1926 wurde ein Faustpfandrecht, nach derjenigen vom 25. Juni 1926 ein
Retentionsrecht geltend gemacht, während endlich in
der Fristansetzungsverfügung vom 23. August 1926
erklärt worden ist, die Firma Bumag habe Pfand- und Retentionsrechte geltend gemacht. Sei dem indessen, wie ihm wolle, so hätte die Firma Bumag auf
alle Fälle den Betrag angeben müssen, bis Zu dem sie
Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N' 46.
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dieses Pfand- bezw. Retentionsrecht an den streitigen
Aktien geltend machen, d. h. m. a. W. für den sie sieh
vor dem betreffenden Thltreibungsgläubiger aus den
für diesen gepfändeten Aktien bezahlt machen will
(vgl. auch BGE 30 I S. 560 = Sep.-Ausg. 7 S. 262). Denn
man kann einem Betreibungsgläubiger, der einen derartigen Anspruch nicht ohne weiteres anerkennen will,
nicht zumuten, ohne Kenntnis dieses Thltrages einen
Prozess gegen die betreffende Aktiengesellschaft anzuheben. Kann dieser sich doch nur, wenn er den Umfang
des geltend gemachten, seinem Anspruch vorgehenden
Pfand- bezw. Retentionsrechtes kennt, darüber schlüssig
macben ob und in welchem Grade seine Forderung
allenfalis trotz dieses Drittanspruches noch gedeckt sei
und ob deshalb die Anhebung einer Widerspruchsklage
überhaupt notwendig bezw. angezeigt erscheine. Aber
auch mit Rücksicht auf die Durchführung der Betreibung ist die Angabe des Forderungsbetrages unerlässlich.
Denn die Geltendmachung eines Pfand- bezw. Retentionsrechtes hindert ja die Verwertung des betreffenden
Gegenstandes an sich nicht, sondern ist nur auf den
Zuschlag von Einfluss, indem dieser erteilt oder verweigert werden muss, je nachdem das Angebot ~as
vorgehende Pfand- bezw. Retentionsrecht übersteigt
oder nicht (Art. 126, 127 SchKG). Die Firma Bumag
ist daher anzuhalten, innert einer ihr vom Betreibungsamt anzusetzenden Frist den Betrag, bis zu dem sie
ein Pfand- bezw. . Retentionsrecht an den streitigen
Aktien zu haben behauptet, anzugeben, unter der Androhung, dass bei Nichteinhaltung dieser Frist angenommen würde, es werde der Anspruch bis zum voll~n
Schätzungswerte der streitigen Aktien erhoben.
I-h~
gegen kahn nicht etwa eingewendet werden, dass dIe
Firma Bumag zur Zeit gar nicht in der Lage wäre,
einen bestimmten Forderungsbetrag anzugeben, da ja
diese Aktien der Gesellschaft für sämtliche während der
Wirksamkeit des Betreibungsschuldners als Verwaltungs-AS 52 III -
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Schuldbetreibungs- und KQnkursrecht. N° 47.
ratsmitglied gegen diesen entstandenen und auch in
der Zukunft noch entstehenden, heute noch nicht
bestimmbaren Forderungen haften. Nachdem die Pfändbarkeit derartiger Objekte grundsätzlich zulässig und
die Angabe des Forderungsbetrages, bis zu dem ein
Drittanspruch an diesen Objekten geltend gemacht
werden will, aus den vorgenannten Gründen unerlässlich
ist, hat sich der betreffende Drittansprecher schon
bei der Geltendmachung seines Anspruches über diesen
Betrag unter allen Umständen, ob ihm dies schwer
falle oder nicht, schlüssig zu machen, wie ja auch der
Richter im Widerspruchsverfahren zu einem Schlusse
kommen und den
Umfang
dieses
Drittanspruches,
falls er einen solchen anerkennt, auf alle Fälle feststellen muss.
Demnach erkennt die Schuldbetr.- und Konkurskammer :
Der Rekurs wird im Sinne der Motive gutgeheissen.