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52_III_101

BGE 52 III 101

Bundesgericht (BGE) · 1926-01-01 · Deutsch CH
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ioo Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (ZiviIabteilungen). N° 25.

fait valoir des arguments tires de considerations pratiques.

Elle soutient que la liquidation a l'amiable d'une societe

par cession de son actif deviendrait impossible si le

liquidateur ne pouvait agir au nom de la masse. A cela

il y a lieu de repondre que lorsqu'il s'agit d'une societe

commerciaIe, il existe un moyen d'eviter toutes compli-

cations, c'est de conferer aux liquidateurs designes

conventionnellement la qualite de liquidateurs de Ia

societe, par une inscription au registre du commerce.

Comme teIs, Hs auront en effet le pouvoir de plaider,

sous le nom de Ia societe, au profit des creanciers. C'est

m@me la le seul mode normal de proceder, car il n'est

pas admissible qu'une societe commerciaIe, notamment

une societe anonyme, soit liquidee sans l'observation

des mesures de publicite prescrites par la loi.

Au surplus les inconvenients qu'il peut y avoir a ne

pas mettre les liquidations amiables sur Ie m~me pied

que les liquidations concordataires ne sont pas in-

surmontables. Il n'est pas excessü' d'exiger de chaque

creancier, en meme temps qu'une adhesion a l'arrange-

ment propose, une procuration permettant aux liqui-

dateurs d'agir en son nom. Si Ia cession de biens se

conclut dans des conditions serieuses. sur la base d'une

liste de creanciers et d'adhesions conferant les pouvoirs

necessaires aux liquidateurs, ceux-ci n'auront pas de

peine a savoir au nom de qui Hs doivent proceder le cas

echeant, ni les creanciers ä. savoir contre qui il leur

faudra proceder s'ils sont dans le cas de faire valoir

leurs droits en justice.

Il resulte de ce qui precede que les demandes formees

en l'espece contre la masse en liquidation de la «Rode

Watch Co» ou pour celle-ci sont irrecevables parce

qu'elles mettent en cause une collectivite qui ne peut

pas etre partie dans un proces.

Le Tribunal Jedeml prononce :

Le recours est rejete et le jugement attaque est confirme.

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (Kreisschreiben). No 26. 101

IH. KREISSCHREffiEN DES GESAMTGERICHTES

CIRCULAIRES DU TRffiUNAL FEDERAL

26. Xreisschreiben Nr. 19 vom a3. April 1926.

Gegenstand: Meldepflicht an Militärbehörden.

Einer Anregung des eidgenössischen Militärdeparte-

mentes Folge gebend, beehren wir uns, Ihre Aufmerk-

samkeit darauf zu lenken, dass die in der Amtlichen

Gesetzsammlung (Bd. 41 S. 755 ff.) veröffentlichte

und am 1. Januar 1926 in Kraft getretene bundesrät-

liche Ver 0 r d nun g übe r das m i 1 i t ä r i-

sc h e K 0 n t roll wes e n vom 7. Dezember 1925

den Betreibungs-

und Konkursämtern weitgehende

Meldepflichten auferlegt, und zwar unter Strafandro-

hung. Die einschlägigen Vorschriften lauten:

Art. 79 Abs. 1.

Die Betreibungs- und Konkursämter haben den kan-

tonalen Militärbehörden unter genauer Angabe der

Personalien jeweilen innert Monatsfrist Mitteilung zu

machen, wenn Offiziere, Unteroffiziere oder im Auszug

eingeteilte Kavalleristen in Konkurs fallen oder fruchtlos

ausgepfändet sind.

Art. 88.

Staats- und Gemeindebeamte, welche den auf sie

bezüglichen Vorschriften dieser Verordnung nicht nach-

kommen, sind bei ihrer Oberbehörde anzuzeigen und

von dieser zu bestrafen; sie sind ausserdem für all-

fällig verursachten Schaden haftbar.

Wir ersuchen Sie, die Betreibungs- und Konkurs-

ämter Ihres Kantons zur Befolgung der aufgeführten

102 Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (Kreisschreibr,n). N0 27.

Vorschriften anzuhalten, und empfehlen Ihnen und den

unteren Aufsichtsbehörden ein gleiches, soweit Veran-

lassung zu disziplinarischen Massnahmen gegeben ist.

Gleichzeitig machen wir Sie darauf aufmerksam. dass

das Bundesgericht den durch die neuen Vorschriften

überholten Art. 91 der Verordnung über die Geschäfts-

führung der Konkursämter vom 13. Juli 1911 aufgehoben

hat (siehe Gesetzsammlung Bd. 42 S. 252).

27. Xreisschreiben Nr. ao vom 13. Juli lSaS.

Verbot der Zustellung VOll Pfändungsanzeigell

nach Deutschland.

Einer Anregung des Eidgenössischen Politischen De-

partementes Folge gebend, sehen wir uns veranlasst,

Ihnen folgendes mitzuteilen :

Gemäss Art. 99 SchKG ist bei der Pfändung von

Forderungen oder Ansprüchen, für welche nicht eine

an den Inhaber oder an Ordre lautende Urkunde be-

steht, dem Schuldner des Betriebenen (Drittschuldner)

anzuzeigen, dass er rechtsgültig nur noch an das

Betreibungsamt leisten könne. \Vohnt der Drittschuldner

in Deutschland, so dürfte nach dem Kreisschreiben

Nr .. 4 des Bundesgerichts vo~ 12. Juni 1913 (Bundes-

blatt 1913, IU, deutsche Ausgabe S. 716, französische

Ausgabe S. 734; Taschenausgabe von Jaeger S. 283 ff.,

Kommentar von JAEGER, I. Ergänzung, S. 136 ff.) die

Zustellung einer solchen Anzeige an ihn nicht durch die

Post, sondern nur durch Vermittlung der zuständigen

deutschen Behörde bewirkt werden. In einem kürzlich

erfolgten Notenwechsel hat nun aber die Deutsche

Reichsregierung den Standpunkt eingenommen, das

an einen in Deutschland befindlichen Drittschuldner

ergehende Zahlungsverbot sei ein Akt staatlicher

Zwangsgewalt, der sich gegen ein nur der deutschen

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (Kreisschreiben). N° '13.

103

Vollstreckungsgewalt

unterliegendes

Vermögensstück

richte und demgemäss von einem ausländischen Amt

nicht wirksam vorgenommen werden könne. Entspre-

chend dieser Auffassung lehnt die Reichsregierung die

Rechtshilfe zur Bewirkung von Zustellungen auslän-

discher Zahlungsverbote an in Deutschland befindliche

Drittschuldner ab. Obwohl weder das Bundesgericht

(vgl. BGE 52, IH, S. 1 ff.) noch das Eidgenössische

Justizdepartement diese Auffassung teilen, bleibt nichts

anderes übrig, als sich ihr zu unterziehen, da nach Art. 4

der Haager Übereinkunft betreffend Zivilprozessrecht

vom 17. Juli 1905/27. April 1909 die Zustellung von der

ersuchten Behörde abgelehnt werden kann, wenn sie

nach der Auffassung des Staates, auf dessen Gebiet sie

erfolgen soll, geeignet erscheint, seine Hoheitsrechte zu

verletzen. Die Betreibungsämter werden deshalb zwecks

Vermeidung von Anständen mit der Deutschen Reichs-

regierung angewiesen, an in Deutschland wohnende

Drittschuldner keinerlei Pfändungsanzeigen zu erlassen,

weder durch die Post noch auch durch die Vermittlung

der dortigen Behörden.

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