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48_III_86

BGE 48 III 86

Bundesgericht (BGE) · 1922-01-01 · Deutsch CH
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86 Sehuldbetreibungs- und Konkursrecht. N0 23.

2. - Unter welchem rechtlichen Gesichtspunkte der Rekurrentin eine Entschädigungsforderung für die VOf- zeiiige Auflösung des Mietvertrages g e gen den E I' wer bel', im Ergebnis also mit Vorrang vor sämtlichen Pfandforderungen zugebilligt werden könnte. ist schlechterdings unerfindlich. Demnach erkennt die Schllidbetr.- und Konkurskammer: Der Rekurs wird abgewiesen.

23. Entscheid vom 6. Kai 1922 i. S. ltiinzle. Art unß Weise de~ Vollzuges des Verwertungsbegehrens, wenn der Schuldner unter Mitnahme der gepfändeten Gegenstände unbekannt wohin weggezogen ist. A. - Als Beda Künzle in seiner Betreibung gegen,Walter Stutz in Unterägeri, welche zur Pfändung von Mobiliar geführt hatte, das Verwertungsbegehren stellte, sandte das Betreibungsamt es ihm wieder zurück mit der Mitteilung, dass der Schuldner «, von hier fortgezogen ist I). Hiegegen beschwerte sich der Gläubiger mit dem Antrage, das Betreibungsamt sei zur Durchführung der Verwertung anzuhalten. Dieses bemerkte in seiner Vernehmlassung, der Schuldner· habe die gepfändeten Gegenstände mit- genommen, und da infolgedessen nichts· mehr vorhanden sei, könne es die Verwertung nicht durchführen. B. - Durch Entscheid vom 10. u. 11. April hat der Re- gierungsrat des Kantons Zug die Beschwerde {(im Sinne der Erwägungen als unbegründet abgewiesen)), davon aus- gehend, dass das Betreibungsamt bei der gegebenen Sach- lage berechtigt war, das Verwertungsbegehren zurückzu- weisen, und dass es auch nicbt den G Verlustschein, d. h. die Pfändungsurkunde mit dem Vermerk, dass kein pfänd- bares Vermögen mehr vorhanden sei, zustellen» dürfe, Schuldbetreibungs- und Konkursreeht. N"23. 87 solange der Glaubigel' nicht « den Unterga~g der Pf~nd­ gegenstände, sei es durch Beseitigung, Widerrechtliche Veräusserung ete. »michgewiesen habe. . . . C.~. Diesen Entscheid hat der Gläubiger am 13. April an das Bundesgericht· weitergezogen mit dem· Antrage, das Betreibungsamt sei anzuhalten, das Verwertungs- begehren in Empfang zrt nehmen, zu protokollieren und die Verwertung ·durchzuführen bezw. die Betreibung durch Ausstellung eines Verlustscheines zu Ende zu führen. Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zieht in Erwägung:

1. - Ist der Rekursantrag auch anders formuliert als der vor der kantonalen Aufsichtsbehörde gestellte Be- schwerdeantrag, so stimmt er inhaltlich doch mit diesem überein, da er auf nichts weiteres hinzielt, als dass dem Verwertungsbegehren Folge gegeben werde. Die Angabe der Art und Weise, in welcher dies zu geschehen habe, ändert am Inhalte des Antrages nichts, da, nachdem das Verwertungsbegehren vorliegt, das weitere ohnehin von Amtes wegen vorzukehren ist. .. ~.

2. - Zutreffend hat die Aufsichtsbehörde angenommen, dass die Betreibung. trotz dem Wegzug des Schuldners durch das Betreibungsamt Unterägeri weiterzuführen sei (Art. 53 SchKG). Alsdann aber durfte dieses das Ver- wertungsbegehren nicht unter Hinweis auf jenen Wegzug zurückweisen, sondern musste es entgegennehmen und gemäss Art~ 29 ff. der Verordnung Nr. 1 im· Eingan?s- register und im Betreibungs- bezw.· Gruppenbuch elD- tragen. Erwies sich die Verwertung infolgedesWegzuges des Schuldners unter Mitnahme der· gepfändeten Gegen- stände an einen dem· Betreibungsamt nicht bekannten Ort als unmöglich, so hatte dieses in der Pfändungsur- kunde hievon Vormerk zu nehmen und in analoger An- wendung des Art. 145 SchKG unve;züglich vo.n A~tes wegen zur Nachpfähdung zu schreIten. SchreIbt dIese

88 Sehuldbetre1bunll- uDd KoDkurareeht. N- 24. Bestimmung die Nachpfändung vor. wenn der Verwer- tungserlös der gepfändeten Gegenstände den Betrag der Forderungen nicht deckt, so rechtfertigt sich eine Naeh- pfändung umsomehr, wenn überhaupt kein Erlös erzielt werden kann, weil sich die gepfändeten Gegenstände nicht mehr vorfinden. Lässt sich, wie voraus~sehen ist, infolge des Wegzuges des Schuldners unbekannt wohin eine Nachpfändung nicht vollziehen, so ist auch hievon in der Pfäudungsurkunde Vormerk zu nehmen, und die dem Gläubiger zuzustellende Abschrift des Nachtrages derselben stellt alsdann gemäss Art. 115 SchKG den Ver- lustschein dar., Demn(lch erkennt die Schuldbetr.- und Konkurskammer : Der Rekurs wird im Sinne der Erwägungen begründet erklärt.

24. Amt du 16 mai 1922 dtms la cause Katthq et Favre. Validit6 de la cession. Lorsqu'une personne dont la production dans la faillite a He ecartee et qui a ouvert action pour faire reconnattre sa creance, demande la cession simultanement avec d'autres creanciers reconnus, l'office doit accorder la cession requise. Toutefois c'est au juge qu'll' appartiendra de dire si cette cession donne a son titulaire le droit d'agir en justice au nom de la masse. L. Matthey et G. Favre ont produit une creance de 100 000 fr. dans la f3illite de la Societe Eleetrochimique du Leman (Selsa). Leur pretention ayant ete eeartee le 17 fevrier 1922 par laseconde assemblee des creaneiers, ils ont repris dans le deIai legalle pro,ces qu'ils avaient intente a la Societe Selsa. D'autre part la S.,.... Offieine Elettriche Ticinesi, a Bodio, arevendique dans la faillite la propriete de tous Schuldbetre1b1JDP- und KoDkunreeht. N- 24. 89 les bätiments construits sur son terrain, ainsi que de toutes les parties integrantes. objets mobiliers et ac- cessoires se trouvant dans les dits bätiments, a l'excep- tion de 20 000 kg. de charbon. La deuxieme assemblee a decide de ne pas contester cette revendication, et un deIai de 10 jours a ete imparti aux creaneiers pour demander la cession des droits de la masse (art.,260 LP). Le Credit suisse d'une part, L. Matthey d'autr'e part, et L. Matthey et G. Favre conjointement, ont use de cette faculte. En consequence l'office des faillites de Geneve a a"ise le 8 mars 1922 la S. A. Offieine Elettriche Ticinesi que sa revendication etait contesree et qu'un delai de 10 jours lui Hait fixe pour ouvrir action aux cessionnaires, re- presentants de la masse. La S. A. Officine Elettriche Ticinesi aporte, plainte contre cette mesure, en demandant la mise a neant de,la cession accordee a L. Matthey et G. Favre. Statuant le 24 avril 1922, l'Autorite desurveillance a admis le recours et annule Ia cession dont il s'agit. Ce prononce est, en substance, motive comme suit: Lorsque la cession est demandee par un creancier dont la pretention est discutee, il y a lieu de surseoir fl la ces- sion jusqu'fl jugement definitif sur I'existenee de Ia creance. En l'espece les droits de la masse ne pouvaient done etre cedes a Matthey et Favre tant que leur qualire de creanciers de la Selsa n'etait pas etablie. La deleg~tion intervenue est ainsi prematuree a leur egard. Matthey et Favre ont recouru en temps utile au Tribunal federal, en concluant a la reforme et a l'annulation du prononce de l'Autorite de surveillance, la cession accordee etant maintenue. Considerant en droH: La S .. A. Officine Elettriche Ticinesi, ayant interet a faire annuler' la cession, etait legitimee a l'attaquer par voie de plainte (RO 43 III p. 291). Le Tribunal federal a declare qu'une personne peut