Sachverhalt
Durch Urteil vom 14. Dezember 1920 ist das Bundesgericht auf die Berufung der Beklagten gegen das die Klage gutheissende Urteil des Handelsgerichts des Kantons Beru vom 16. Juni 1920 nicht eingetreten. Die vollständige Ausfertigung dieses Urteils ist den Parteien noch nicht zugestellt worden. B. - Mit Eingabe vom 7. Januar 1921 hat die Be- . klagte ein Revisionsgesuch gegen das Urteil vom 14. Dezember 1920 eingereicht, mit dem Antrag, «das Prozessrecht. N° 20. 107 Gesuch sei gestützt auf Art. 192 Ziff. 1 litt. c BZP als zulässig zu erklären. l)
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
19. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung
vom 17. Janua.r 1921 i. S. « Union» .1.-0.. gegen Lawetzky.
Re v i s ion s ver f a h ren. Ein auf Art. 192 Ziff. 1 c BZP
gestütztes Revisionsgesuch kann erst nach Zustellung des
motivierten Urteils gültig erhoben werden.
A. -
Durch Urteil vom 14. Dezember 1920 ist das
Bundesgericht auf die Berufung der Beklagten gegen das
die Klage gutheissende Urteil des Handelsgerichts des
Kantons Beru vom 16. Juni 1920 nicht eingetreten. Die
vollständige Ausfertigung dieses Urteils ist den Parteien
noch nicht zugestellt worden.
B. -
Mit Eingabe vom 7. Januar 1921 hat die Be-
. klagte ein Revisionsgesuch gegen das Urteil vom 14.
Dezember 1920 eingereicht, mit dem Antrag, «das
Prozessrecht. N° 20.
107
Gesuch sei gestützt auf Art. 192 Ziff. 1 litt. c BZP als
zulässig zu erklären. l)
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
Ein Gesuch um Revision eines vom Bundesgericht
:ausgefällten Zivilurteils kann nicht erhoben werden,
bevor der Revisi<?nskläger von einem Revisionsgrund
Kenntnis erlangt hat. Das vorliegende Gesuch stützt
sich darauf, dass das Gelicht in den Akten liegende.
erhebliche Tatsachen aus Versehen gar nicht oder auf
irrtümliche Weise gewürdigt habe (Art. 192 Ziff. 1 c
BZP). Dass ein solches Versehen stattgefunden habe,
kann aber nur damit bewiesen werden, dass c:lie Begrün-
dung des Urteils die betreffenden Tatsachen nicht er-
wähnt. Es ist daher unter allen Umständen zunächst
die schriftliche Redaktion des Urteils abzuwarten, und
es kann auf das gegenwärtige Gesuch, als verfrüht, nicht
eingetreten werden.