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46_II_151

BGE 46 II 151

Bundesgericht (BGE) · 1920-01-01 · Deutsch CH
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1;)0

Obligationenrecht. N° 27.

remplacement, le prejudice concret subi par eux etait

etabli. L'usage que Stolz et Kambli ont fai! ensuite de

cette marchandise ne touche en aucune fa~on les rela-

tions juridiques existant entre eux et 1a defenderesse et

na diminue en rien la responsabilite de cette derniere.

On pourrait des lors seulement se demander si, en

application des art. 99, al. 3 et 43, al. 1 er CO combines,

une reduction equitable des dommages-interets ne serait

pas possible, etant donne qu'on est en presence d'un

contrat de guerre, que la faute de «Lumina II est peu

cOWiiderable et que l'inexecution du contrat doit etre

attribuee en partie a un cas fortuit. Il est exact que le

Tribunal federäl a tenu compte a reiterees reprises de

pareilles circonstanees pour reduire les indemnites qu'il

jugeait excessives, mais dans toutes ces especes il s'agis-

sait d'un dommage abstrait et non pas, comme c'est le

cas ici, d'un dommage roneret, exactement detennine

par la difference entre le prix de vente et Je prix de la

chose acheh~e de bonne foi pour remplacer la marchand.ise

non livree. Dans cette derniere eventualite, oi! la preuve

precise d'un prejudice reeIlement eprouve est fournie,

on ne peut pas mettre une partie du dommage a la charge

de l'acheteur qui n'en est nullement responsable.

Le Tribunal lederal prononce:

Le recours est admis et l'ru:ret cantonal est reforme

dans ce sens que l'indemnite a payer par « Lumina)) est

portee a la somme de 25265 fr. 95 avec interets de droit.

Obligationenrecht. N° 28.

28. t1rteil der L ZivUabteUung vom. as. Kai 19aO

i. S. :Müller gegen Kongler.

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Unlauterer Wettbewerb. Art. 41 OR: Individual-

recht an einer Verpackung (Ausstattung und Verpackung).

A. -

Die Klägerin betreibt die Fabrikation und den

Verkauf von Christbaumkerzen. Seit Jahrzehnten ver-

wendet sie für die Verpackung der Ware sogenannte

Ausziehschachteln, deren Etikette einen Christbaum

mit brennenden Kerzen, sowie zwei Kinder, einen Knaben

und ein Mädchen, darstellt und die Aufschrift « Christ-

baumkerzen)I und die Initiale « M ») (d. h. Müller) trägt.

Die Etiketten sind teils in schwarz und gold, teils in

weiss und gold ausgeführt. Im Juli 1919 hat die Klägerin

zwei solcher Schachteln beim schweizerischen Amt für

geistiges Eigentum als gewerbliche Muster zum Zwecke

der Erlangung des gesetzlichen Muster- und Modell-

schutzes hinterlegt. Der beklagte Hongler, ein Konkurrent

der Klägerin, hat im Juli 1919 ebenfalls solche Schachteln

herstellen lassen und hat sie zur Verpackung seiner Ware

für das Weihnachtsgeschäft 1919 verwendet. Diese Schach-

telnhaben genaudi~gleicheEtikette mit dem gleichenBilde

und der gleichen Aufschrift, ausgenommen die Initiale

« M I), die durch die Buchstaben (J. H. » (d. h. J. Hon-

gIer) ersetzt ist. Es sind ebenfalls Ausziehschachteln und

zwar in der gleichen Fonn, wie sie die Klägerin ver.,

wendet. Sie sind mit Glanzpapier beklebt, das von ver-

schiedener Farbe, blau und rot und gold ist, während

die Schachteln der Klägerin blaues oder rotes oder rosa

Papier aufweisen. .

B. -

Die Klägerin erhob daher gegen den Beklagten

beim. Handelsgericht des Kantons St. Gallen Klage mit

den Rechtsbegehren, es sei zu erkennen :

1. Der Beklagte habe sich durch Verwendung nach-

gemachter Packungen für Christbaumkerzen des unlau-

AS 46 U -

t9!O

tt

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ObJigationenrecht. N0 28.

tern Wettbewerbes gegenüber der Klägerin schuld

gemacht, und er sei daher pflichtig zu erklären, dieses.

Geschäftsgebaren einzustellen.

2. Der Beklagte' habe der Klägerin unter allen Titeln

eine Entschädigung von 2000 Fr. eventuell eine Summe-

nach richterlichem Ermessen zu bezahlen.

Zur Begründung machte die Klägerin geltend, dass

ihre Firma die in Frage stehenden Christbaumkerzen

als besondern Artikel und als Qualitätsware führe und

sie an bessere Spielwarengeschäfte und Drogerien seit

über vierzig Jahren immer in der gleichen Verpackung

und mit den nämlichen Etiketten verkaufe. Diese Aus-

stattung sei von der Konkurrenz nie nachgemacht wor-

den. Der Beklagte habe sich nun mit seiner nachge-

ahmten Verpackung an ihre Kundschaft herangemacht,

und es sei ihm auch gelungen, ihr dadurch Kunden abzu-

wenden.

Der Beklagte bestritt den Tatbestand des unlautern

Wettbewerbes. Die Verpackung sei nicht originell; sie

werde seit .lahren von einer Reihe von Konkunenz-

fabrikanten verwendet; bei all diesen Firmen sei die

Cartonage gleich und lediglich in 'den Etiketten be-

ständen kleine Abweichungen., Die Klägerin habe ihre

Muster erst hinterlegen lassen, nachdem der Beklagte

seine Schachteln bereits bestellt gehabt habe.

D. -

In der mündlichen Verhandlung vor HandelS-

gericht hat die Klägerin -ihr Rechtsbegehren dahin

ergänzt, es seien die durch den Beklagten bezogenen

nachgemachten Schachteln und Etiketten zu beseitigen.

E. -

Das Handelsgericht fand die Ausstattung der

Packung, nicht abel' die Packung selbst für originell

und hat mit Urteil vom 27. Februar 1920 elkannt :

1. Der Beklagte hat sich durch Verwendung nach-

gemachter Packungen für Christbaumkerzen im Sinne

der Motive des unlautern Wettbewerbes gegenüber der

Klägerin schuldig gemacht und wird daher pflichtig.

erkläIt, dieses Geschäftsgebaren einzusteUen.

Obligationenrecbt. N° 28.

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Der Beklagte hat die Klägerin unter allen Titeln mit

500 Fr. zu entschädigen.

3. Auf das nachträglich gestellte Begehren um Be-

seitigung der nachgemachten Schachteln und Etiket-

ten wird nicht eingetreten.

F. -

Gegen dieses Urteil hat di~Klägerin die Berufung

an das Bundesgericht erklärt mit dem Antrage, Ziffer 1

ihres Rechtsbegehrens im vollen Umfange zu schützen,

so dass dem Beklagten auch die Verwendung der nach-

gemachten Verpackung als solcher zu untersagen sei;

eventuell sei der Streitfall zur Beweisergänzung und

neuen Beurteilung an die Vorinstanzzurückzuweisen.

Der Beklagte hat Abweisung der Berufung und Be-

stätigung des angefochtenen Urteils beantragt.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

In der bundesgerichtlichen Instanz besteht nur noch

darüber Streit, ob der Beklagte sich eines unberechtigten

Eingriffs in die klägerischen Individualrechte dadurch

schuldig gemacht hat, dass er die von der Klägerin seit

langem gewählte Art der Ver p a c k u n g ihrer Ware,

d. h. der Schachteln, in welchen diese zum Verkauf

gelangt, nachmachte. Ein Individualrecht an dieser Art

der Verpackung k~n indessen die Klägerin nur dann,

und insoweit geltend machen, als sie sich von der

g e w ö h n 1 ich e n, im Handel und Verkehr auch sonst-

wie anzutreffenden Form und Gestaltung unterscheidet,

gegenüber der alltäglichen, gewohnheit&mässigen sich

als etwas besonderes, originelles darstellt. Nun hat die

Klägerin Erklärungen von einer Anzahl Kunden vor-

gelegt, aus welchen hervorgeht, dass diese Kunden die

Form der von ihr verwendeten Schachteln in der Tat

als Erkennungszeichen für Ware der Klägerin betrachten.

Allein auf diese Erklärungen kann nicht entscheidend

abgestellt werden; um den genannten Schachteln die

Eigenschaft

eines

gewerblichen

Individualisierungs-

merkmals beizumessen, müsste sich die Klägerin darauf

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Obligationenrecht. No 2.9.

berufen können, dass deren gewählte Form überhaupt,

im Allgemeinen, geeignet wäre, auf eine besondere

Herkunft der Ware hinzudeuten. Eine solche Wirkung

der Verpackungsart ist aber überall da schlechterdings

ausgeschlossen, wo sie einfach dellJ. natüdichen Bedürfnis

und allgemeinen Gebrauch, wie die Ware in Verkehr

gebracht und aufbewahrt wird, entspricht, und so ver-

hält es sich mit der in Rede stehenden Verpackung von

Christbaumkerzen. Das gewählte System der Schachteln

ist, wie sich auch aus den bei den Akten liegenden

Mustern ergibt, für Behältnisse von Gegenständen dieser

Art und Form nichts neues; es entspricht einem von

vorneherein gegebenen praktischen Bedürfnis und kann,

da es sich nicht etwa um eine gewerbliche Erfindung der

Klägerin handelt, von dieser nicht monopolisiert werden.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des

Handelsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Fe-

bruar 1920 bestätigt.

29. Arrit da 1a 1re lac~ion civile 4u 31 mai 1920

dans la cause IIoirs B. contre d.ama C.-J'.

ResponsabiIite de I'avorteuse envers les heritiers d'une femme

morte des suites de l'avortement.

Dame Sophie B., femme divorcee, mere' de cinq

enfants, est decedee le 5 juin 1914 des suites d'un avor-

tement pratique sur elle par dame F., sage-femme

a Geneve, avec l'assistance du Dr B. Ses enfants -

dont l'un Hait majeur lors du deces et dont les autres

Haient ages de 7, 10, 15 et 19 an!) -

ont ouvert action a

dame F. (qui, en cours de proces, s'est mariee avec

OblIgationenrecht. Ne 29

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Je sieur C.) et ils lui ont reclame une indemnite de

20000 fr.

Par arret du 20 femer 1920 la Cour de justice civile a

alloue aux demandeurs une indemnite de 3000 fr.; faute

de preuve suffisante d'un dommage materiel, elle a esti-

me que les demandeurs n'avaient droit qu'a une repara-

tion morale et elle a roouit de 5000 fr. a 3000 fr. l'indem-

nite de ce chef pour tenir compte de la faute commise par

dame B.

Les demandeurs ont recouru en reforme en reprenant

l'integralire de leurs conclusions.

La defenderesse s'est jointe au recours et concIut a

liberation.

Considerant en droit :

L'instance cantonale constate que la defenderesse est

une avorteuse de profession et que les manreuvres

abortives qu'elle a pratiquees sur dame B. ont entmine

la mort de cette dernh~re. Bien loin d'etre contraire aux

pieces du dossier, cette constatation de fait s'imposait au

vu du resultat des enquetes qui ne laissent subsister au-

cun doute sur l'activite criminelle de la defenderesse et

sur les consequences fatales qu'elle a eues en l'espece .

.D'autre part, il ne saurait· etre question de liberer la

defenderesse de toute;responsabilite en consideration de

la faute commise par la victime qui s'est soumise a une

operation dont elle ne pouvait ignorer ni le caractere illi-

cite, ni les risques. Ainsi que le Tribunal federall'a juge

recemment dans une affaire d'avortement tres ana-

logue (arret du 2 mai 1918, dame D. c. demoiselle K.),

l'auteur de l'acte illicite peut invoquer l'art. 44 al. 1 CO,

non seulement lorsque l'action lui est intentee par la vic-

time elle-meme, mais aussi lorsque ce sont les personnes

privees de leur soutien qui font valoir les droits direc~

qui leur appartiennent en vertu de I'art. 45 al. 3; en pareil

cas. elles peuvent se voir opposer les causes de suppres-

sion ou de red uction de l'indemnite qui ont leur fonde-