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Obligationenrecht. N° 27.
remplacement, le prejudice concret subi par eux etait
etabli. L'usage que Stolz et Kambli ont fai! ensuite de
cette marchandise ne touche en aucune fa~on les rela-
tions juridiques existant entre eux et 1a defenderesse et
na diminue en rien la responsabilite de cette derniere.
On pourrait des lors seulement se demander si, en
application des art. 99, al. 3 et 43, al. 1 er CO combines,
une reduction equitable des dommages-interets ne serait
pas possible, etant donne qu'on est en presence d'un
contrat de guerre, que la faute de «Lumina II est peu
cOWiiderable et que l'inexecution du contrat doit etre
attribuee en partie a un cas fortuit. Il est exact que le
Tribunal federäl a tenu compte a reiterees reprises de
pareilles circonstanees pour reduire les indemnites qu'il
jugeait excessives, mais dans toutes ces especes il s'agis-
sait d'un dommage abstrait et non pas, comme c'est le
cas ici, d'un dommage roneret, exactement detennine
par la difference entre le prix de vente et Je prix de la
chose acheh~e de bonne foi pour remplacer la marchand.ise
non livree. Dans cette derniere eventualite, oi! la preuve
precise d'un prejudice reeIlement eprouve est fournie,
on ne peut pas mettre une partie du dommage a la charge
de l'acheteur qui n'en est nullement responsable.
Le Tribunal lederal prononce:
Le recours est admis et l'ru:ret cantonal est reforme
dans ce sens que l'indemnite a payer par « Lumina)) est
portee a la somme de 25265 fr. 95 avec interets de droit.
Obligationenrecht. N° 28.
28. t1rteil der L ZivUabteUung vom. as. Kai 19aO
i. S. :Müller gegen Kongler.
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Unlauterer Wettbewerb. Art. 41 OR: Individual-
recht an einer Verpackung (Ausstattung und Verpackung).
A. -
Die Klägerin betreibt die Fabrikation und den
Verkauf von Christbaumkerzen. Seit Jahrzehnten ver-
wendet sie für die Verpackung der Ware sogenannte
Ausziehschachteln, deren Etikette einen Christbaum
mit brennenden Kerzen, sowie zwei Kinder, einen Knaben
und ein Mädchen, darstellt und die Aufschrift « Christ-
baumkerzen)I und die Initiale « M ») (d. h. Müller) trägt.
Die Etiketten sind teils in schwarz und gold, teils in
weiss und gold ausgeführt. Im Juli 1919 hat die Klägerin
zwei solcher Schachteln beim schweizerischen Amt für
geistiges Eigentum als gewerbliche Muster zum Zwecke
der Erlangung des gesetzlichen Muster- und Modell-
schutzes hinterlegt. Der beklagte Hongler, ein Konkurrent
der Klägerin, hat im Juli 1919 ebenfalls solche Schachteln
herstellen lassen und hat sie zur Verpackung seiner Ware
für das Weihnachtsgeschäft 1919 verwendet. Diese Schach-
telnhaben genaudi~gleicheEtikette mit dem gleichenBilde
und der gleichen Aufschrift, ausgenommen die Initiale
« M I), die durch die Buchstaben (J. H. » (d. h. J. Hon-
gIer) ersetzt ist. Es sind ebenfalls Ausziehschachteln und
zwar in der gleichen Fonn, wie sie die Klägerin ver.,
wendet. Sie sind mit Glanzpapier beklebt, das von ver-
schiedener Farbe, blau und rot und gold ist, während
die Schachteln der Klägerin blaues oder rotes oder rosa
Papier aufweisen. .
B. -
Die Klägerin erhob daher gegen den Beklagten
beim. Handelsgericht des Kantons St. Gallen Klage mit
den Rechtsbegehren, es sei zu erkennen :
1. Der Beklagte habe sich durch Verwendung nach-
gemachter Packungen für Christbaumkerzen des unlau-
AS 46 U -
t9!O
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ObJigationenrecht. N0 28.
tern Wettbewerbes gegenüber der Klägerin schuld
gemacht, und er sei daher pflichtig zu erklären, dieses.
Geschäftsgebaren einzustellen.
2. Der Beklagte' habe der Klägerin unter allen Titeln
eine Entschädigung von 2000 Fr. eventuell eine Summe-
nach richterlichem Ermessen zu bezahlen.
Zur Begründung machte die Klägerin geltend, dass
ihre Firma die in Frage stehenden Christbaumkerzen
als besondern Artikel und als Qualitätsware führe und
sie an bessere Spielwarengeschäfte und Drogerien seit
über vierzig Jahren immer in der gleichen Verpackung
und mit den nämlichen Etiketten verkaufe. Diese Aus-
stattung sei von der Konkurrenz nie nachgemacht wor-
den. Der Beklagte habe sich nun mit seiner nachge-
ahmten Verpackung an ihre Kundschaft herangemacht,
und es sei ihm auch gelungen, ihr dadurch Kunden abzu-
wenden.
Der Beklagte bestritt den Tatbestand des unlautern
Wettbewerbes. Die Verpackung sei nicht originell; sie
werde seit .lahren von einer Reihe von Konkunenz-
fabrikanten verwendet; bei all diesen Firmen sei die
Cartonage gleich und lediglich in 'den Etiketten be-
ständen kleine Abweichungen., Die Klägerin habe ihre
Muster erst hinterlegen lassen, nachdem der Beklagte
seine Schachteln bereits bestellt gehabt habe.
D. -
In der mündlichen Verhandlung vor HandelS-
gericht hat die Klägerin -ihr Rechtsbegehren dahin
ergänzt, es seien die durch den Beklagten bezogenen
nachgemachten Schachteln und Etiketten zu beseitigen.
E. -
Das Handelsgericht fand die Ausstattung der
Packung, nicht abel' die Packung selbst für originell
und hat mit Urteil vom 27. Februar 1920 elkannt :
1. Der Beklagte hat sich durch Verwendung nach-
gemachter Packungen für Christbaumkerzen im Sinne
der Motive des unlautern Wettbewerbes gegenüber der
Klägerin schuldig gemacht und wird daher pflichtig.
erkläIt, dieses Geschäftsgebaren einzusteUen.
Obligationenrecbt. N° 28.
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Der Beklagte hat die Klägerin unter allen Titeln mit
500 Fr. zu entschädigen.
3. Auf das nachträglich gestellte Begehren um Be-
seitigung der nachgemachten Schachteln und Etiket-
ten wird nicht eingetreten.
F. -
Gegen dieses Urteil hat di~Klägerin die Berufung
an das Bundesgericht erklärt mit dem Antrage, Ziffer 1
ihres Rechtsbegehrens im vollen Umfange zu schützen,
so dass dem Beklagten auch die Verwendung der nach-
gemachten Verpackung als solcher zu untersagen sei;
eventuell sei der Streitfall zur Beweisergänzung und
neuen Beurteilung an die Vorinstanzzurückzuweisen.
Der Beklagte hat Abweisung der Berufung und Be-
stätigung des angefochtenen Urteils beantragt.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
In der bundesgerichtlichen Instanz besteht nur noch
darüber Streit, ob der Beklagte sich eines unberechtigten
Eingriffs in die klägerischen Individualrechte dadurch
schuldig gemacht hat, dass er die von der Klägerin seit
langem gewählte Art der Ver p a c k u n g ihrer Ware,
d. h. der Schachteln, in welchen diese zum Verkauf
gelangt, nachmachte. Ein Individualrecht an dieser Art
der Verpackung k~n indessen die Klägerin nur dann,
und insoweit geltend machen, als sie sich von der
g e w ö h n 1 ich e n, im Handel und Verkehr auch sonst-
wie anzutreffenden Form und Gestaltung unterscheidet,
gegenüber der alltäglichen, gewohnheit&mässigen sich
als etwas besonderes, originelles darstellt. Nun hat die
Klägerin Erklärungen von einer Anzahl Kunden vor-
gelegt, aus welchen hervorgeht, dass diese Kunden die
Form der von ihr verwendeten Schachteln in der Tat
als Erkennungszeichen für Ware der Klägerin betrachten.
Allein auf diese Erklärungen kann nicht entscheidend
abgestellt werden; um den genannten Schachteln die
Eigenschaft
eines
gewerblichen
Individualisierungs-
merkmals beizumessen, müsste sich die Klägerin darauf
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Obligationenrecht. No 2.9.
berufen können, dass deren gewählte Form überhaupt,
im Allgemeinen, geeignet wäre, auf eine besondere
Herkunft der Ware hinzudeuten. Eine solche Wirkung
der Verpackungsart ist aber überall da schlechterdings
ausgeschlossen, wo sie einfach dellJ. natüdichen Bedürfnis
und allgemeinen Gebrauch, wie die Ware in Verkehr
gebracht und aufbewahrt wird, entspricht, und so ver-
hält es sich mit der in Rede stehenden Verpackung von
Christbaumkerzen. Das gewählte System der Schachteln
ist, wie sich auch aus den bei den Akten liegenden
Mustern ergibt, für Behältnisse von Gegenständen dieser
Art und Form nichts neues; es entspricht einem von
vorneherein gegebenen praktischen Bedürfnis und kann,
da es sich nicht etwa um eine gewerbliche Erfindung der
Klägerin handelt, von dieser nicht monopolisiert werden.
Demnach erkennt das Bundesgericht:
Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des
Handelsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Fe-
bruar 1920 bestätigt.
29. Arrit da 1a 1re lac~ion civile 4u 31 mai 1920
dans la cause IIoirs B. contre d.ama C.-J'.
ResponsabiIite de I'avorteuse envers les heritiers d'une femme
morte des suites de l'avortement.
Dame Sophie B., femme divorcee, mere' de cinq
enfants, est decedee le 5 juin 1914 des suites d'un avor-
tement pratique sur elle par dame F., sage-femme
a Geneve, avec l'assistance du Dr B. Ses enfants -
dont l'un Hait majeur lors du deces et dont les autres
Haient ages de 7, 10, 15 et 19 an!) -
ont ouvert action a
dame F. (qui, en cours de proces, s'est mariee avec
OblIgationenrecht. Ne 29
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Je sieur C.) et ils lui ont reclame une indemnite de
20000 fr.
Par arret du 20 femer 1920 la Cour de justice civile a
alloue aux demandeurs une indemnite de 3000 fr.; faute
de preuve suffisante d'un dommage materiel, elle a esti-
me que les demandeurs n'avaient droit qu'a une repara-
tion morale et elle a roouit de 5000 fr. a 3000 fr. l'indem-
nite de ce chef pour tenir compte de la faute commise par
dame B.
Les demandeurs ont recouru en reforme en reprenant
l'integralire de leurs conclusions.
La defenderesse s'est jointe au recours et concIut a
liberation.
Considerant en droit :
L'instance cantonale constate que la defenderesse est
une avorteuse de profession et que les manreuvres
abortives qu'elle a pratiquees sur dame B. ont entmine
la mort de cette dernh~re. Bien loin d'etre contraire aux
pieces du dossier, cette constatation de fait s'imposait au
vu du resultat des enquetes qui ne laissent subsister au-
cun doute sur l'activite criminelle de la defenderesse et
sur les consequences fatales qu'elle a eues en l'espece .
.D'autre part, il ne saurait· etre question de liberer la
defenderesse de toute;responsabilite en consideration de
la faute commise par la victime qui s'est soumise a une
operation dont elle ne pouvait ignorer ni le caractere illi-
cite, ni les risques. Ainsi que le Tribunal federall'a juge
recemment dans une affaire d'avortement tres ana-
logue (arret du 2 mai 1918, dame D. c. demoiselle K.),
l'auteur de l'acte illicite peut invoquer l'art. 44 al. 1 CO,
non seulement lorsque l'action lui est intentee par la vic-
time elle-meme, mais aussi lorsque ce sont les personnes
privees de leur soutien qui font valoir les droits direc~
qui leur appartiennent en vertu de I'art. 45 al. 3; en pareil
cas. elles peuvent se voir opposer les causes de suppres-
sion ou de red uction de l'indemnite qui ont leur fonde-