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45_I_380

BGE 45 I 380

Bundesgericht (BGE) · 1919-10-20 · Deutsch CH
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380

Staatsrecht.

VI. STAATSVERTRÄGE

TRAlTES INTERNATIONAUX

53. Urteil vom G. Dezember 1919 i. S. Pattiera gegen Banger.

Behandelt die nationale Gesetzgebung den Beklagten, sobald

er ein Rechtsmittel ergreift, in Beziehung auf die Ausländer-

kautionspflicht wie einen Kläger, so muss sich der Schutz, den

Art. 17 der Haager Übereinkunft betr. Zivilprozessrecht

vom 17. Juli 1905 diesem gewährt. auch auf den Beklagten

in seiner Stellung als « Rechbmittelkläger J) erstrecken.

A. -

Der Rekurrent, der in Dresden wohnt, ist in

Zürich von den Rekursbeklagten mit einer Klage belangt

worden. Gegen das in diesem Prozesse gefällte Urteil des

Bezirksgerichts Zürich ergriff er die Berufung an das

Obergericht des Kantons Zürich.

Durch Beschluss vom 20. Oktober 1919 forderte ihn

die H. Kammer des Obergerichtes auf, « für die allfällig

, ihn treffenden Prozesskosten und Prozessentschädigun-

gen » binnen einer zehntägigen Frist eine Kaution von

2000 Fr. zu leisten « unter der Androhung, dass sonst

Rückzug der Berufung gefolgert würde.»

. Diese Kautionsauflage stützt sich auf § 59 zürch. ZPO,

. wonach « der Kläger .. <. sowie derjenige, welcher gegen

einen erstinstanzlichen Entscheid ein Rechtsmittel er-

greift, für die Prozesskosten und Prozessentschädigung

angemessene Kaution zu leisten hat, sofern er in der

Schweiz keinen festen Wohnsitz hat.))

B. -

Gegen den Beschluss des Obergerichts hat

Pattiera am 1. November 1919 die staatsrechtliche Be-

schwerde an das Bundesgericht ergriffen mit dem Antrag

auf Aufhebung.

Er macht gelte:ad, dasfl Art. 17 der Haager Überein-

kunft betreffend Zivilprozessrecht vom 17. Juli 1905

Staatsverträge. ::-\0;):1

verletzt sei, indem er auf das Urteil des Bumlesgeriehts

i. S. Aigner vom 16. März 1917 (AS -43 I S. 99) verweist.

C. -

Die 11. Kammer des Obergerichts hat auf Gegcn-

bemerkungen verzichtet.

D. -- Die Rekursbeklagten beantragen Abweisung der

Beschwerde. Sie berufen sich auf eincn in den BI. für

zürch. Rechtspr. (Bd. 18 Nr. 144) ahgedruckten Entseht"id

fies ziircherlschen Obergerichts.

Das Bundesgel'ichl ziehL in Erwägung:

Das Bundesgericht hat im Entscheid i. S. Aigner

(jeOen Roedl vom 16. März 1917 (AS 43 I S. 101 fr.)

,., 0

••

ausgeführt, dass es mit Art. 17 der Haager Uberem-

kuuft vom 17. Juli 1905 unvereinbar sei, einen Beklagten,

der ein Rechtsmittel ergreift, nach § 39 ziircher. ZPO

deshalb zur Sicherheitsleislung für die Prozesskosten

anzuhalten, weil er im Au~lallde wohnt. Und im Ellt-

scheid i. S. Delvaux gegen Epstein vom 20. Juni 1918

(AS -4-4 I S. 77 rf.) hat das Bundesgericht, unter etwas

einschränkender Motivierung, daran festgehalten, dass

der Beklagte, der ein Rechtsmittel ergreift, gle~~h d:-m

Kläger den Schutz des Art. 17 der Haager l!berelll-

kunft geniesse. Im vorliegenden Fan handelt es SIch nun

um eine wesenllieh gleiche Sachlage wie beim Urteil

i.. S. Aigner gegen Roedl, und es besteht kein genügender

Grund, um den damals aufgestellten und im Entscheid

i. S. Delvaux gegen Epstein bestätigten Standpunkt auf-

zugeben. Allerdings wird d,'r Beklagte dadurch, dass

er einen Prozess vor die obere Instanz durch Berufung

oder Beschwerde weiterzieht, prozess rechtlich nicht zum

Kläger. Wenn ihn aber die natio:lale G~setzge~un? in

Beziehung auf die AusländerkautIonspfhcht WIe emen

Kläoer behandelt, sobald er ein Rechtsmittel ergreift, so

mus~ sich der Schutz, den der Staatsvertrag dem Kläger

gewährt, notwendig auch auf ihn in seiner Stellung als

" Rechtsmittelkläger » erstrecken. Als Beklagter, als wel-

cher er internationalrechtlich erscheint, kann ihm nach

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Staatsrecht.

der nationalen Ordnung eine Kaution nicht, auferlegt

werden; behandelt ihn aber diese letztere als Kläger, UlU

ihn so zur Kaution zu verhalten, so steht dem das inter-

nationale Recht entgegen; dieses hat die Wirkung, das5

der beklagte Rechtsmittelkläger hinsichtlich der Kautions-

pflicht entweder als Beklagter behandelt oder von der

Kautionspflicht entbunden werden muss.

Demnach erkennl das BumlesgericlIl :

Der Rekur~ wird gutgeheissen und der Beschluss der

II. Kammer des Obergerichts des Kantons Ziirich vom

20. Oktober 191.9 aufgehoben.

VII. ORGANISATION

DER BUNDESRECHTSPFLEGE

ORGANISATION JUDICIAIRE FEDER ALE

54. Sentanza clel 90 dicembre 1919 nella causa Calvi

, contro Grigioni.

La questione, sc a ragione Ic, autorita calltOllali competenti

abbiano accordato ad un coneessionario di derivazione di

acque pub bliche Ia facolta di espropriare i diritti di un pri-

vato ehe si oppongono all'attuazione deH'opera, e tU

competenza deI Consiglio federale.

,.4,. -

Marco Calvi in Roveredo e, per cessione, in

possesso di uu diritto di derivazione delle acque della

Calancasca in Val Mesocco par l'esercizio di un suo maglio

sito sn quel di Grono. La concessione data deI 1837, fu

conseguita contro il versamento di una somma di fr. 2000

una volta tanto, e da al concessionario il diritto perpetuo

di derivare l'acqua deI fiurne Calancasca sotto e sopra

Organisation der BUlldcsrcrhtspflegc. ~o,', L

il ponte deI Harne. Attualmellte 1a presa d'acqua a"viene-

al disotto del ponte deI Hame.

B. -

Con risoluzione deI 20 maggio /6 giugno 1919 il

Piecolo Consiglio deI Cantone dei Grigioni approvava Ull

contratto 15 ottobre 1918 conchiuso da J. Büchi, ingegnere

in Zurigo (contratto che fu poi assunto dalla Societa di

Alurninio in Neuhausen), col quale al prefato sig. Büchi

veniva concessa l'utilizzazione delle acque della Calan-

casca e dei suoi affluenti di parte dest.ra per un irnpianto

idraulico di vasta mole. Il progetto prevede la presa

d'acqua presso Molino, al disopra della derivazione

Calvi: 10 scarico delle acque sortenti dalle turbine e

previsto al disopra deI canale di Roveredo.

C. -

Contro la precitata risoluzionc deI Piccolo Consi-

glio Calvi ha interposto ricorso di diritto pubblico alle-

gando in sostallza, che U Piccolo Consiglio non aveva il

diritto, ratificando la concessione Büchi, di decretarne la

pubblica utilita riconoscendo a1 con(·,~ss~ .. nario qw:')1n di

valersi deHn procedura di esproprio in suo confronto.

Cfllvi sostiene, inoltre, che nel casQ. J.essun interesse

pubblico e in giuoco, tratt:mdosi di UlW pura specu-

. lazione dei

Comuni concedenti c,

sulla questione

della

competenza,

fa

capo, tra altro, alla

legge

t'ederale 22 dicernbre 1916 sull'utilizzazione delle forz(

i(~rauliche (art. 43, 40 ecc.).

D. -

La ditta Societa Aluminiu di Neuhausen e il

Piccolo. Consiglio, basandosi essi pure sulla legge federale

precitata (art. 43), sollevano l'eccezione d'incornpetenza

deI Tribunale federale.

E. -

Con ufficio deI 17 Ilovembre 1919 il Tribunalefede-

I'ale e entrato., sulla questione d'ordine, in corrispondenza

('0.1 Consiglio federale a sensi delI'art. 191 OGF;

Considerando in dirittu :

1° -

La questione dominante e quella di sapere, se a

Lorto fu concessa al sig. Büchi la facoltä. di espropriazionc

·dei diritti che si oppongono all'attuazione deI suo pro-

AS 45 I -

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