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ProzeSlireeht. N° 31.
VII. PROZESSRECHT
PROCEDURE
31. Arrit de 1a. Ire sleUon eivile du 8 ma.i 1919
dans Ia· ca use Korgenegg contre !ächler.
Recours en rCforme. -
Valeur litigieuse inferieure a 4000 fr.
-
Simple renvoi aux ecritures produites devant les ins-
tances cantonales. -
Recours irrecevable.
En septembre 1916, Bächler a assigne Morgenegg en
paiement de 152 fr. Le defendeur a conclu a liberation et
a reclame reconventionnellement 2450 fr.
Jugeant Ia cause en appeI, la Cour de Justice civile du
canton de Geneve a, par arret du 13 decembre 1918,
deboute Ie defendeur de sa demande reconventionneJle
et a achemine le demandeur a faire Ia preuve par Iui
offerte en ce qui concerne Ia somme qu'il reclame a Mor-
genegg. L'arret definitif a He rendu le 7 mars 1919.
Morgenegg a recouru en refornle au Tribunal fMeral
contre l'arret du 13 decembre 1918 en tant qu'il a ecarte
ses conclusions reconventionnelles. Le recourant declare
reprendre les arguments qu'il a fait valoir dans ses
ecritures en appel des 15 mai et 13 jUill 1918.
Considerant-;
qua Ia valeur de l'objet du litige n'atteignallt pas
4000 fr., le recourant aurait du joindre a sa declaration
un memoire motivant son recours, confOl1'l1ement a Ia
prescription de l'art. 67, dernier alinea OJF;
que, d'apres Ia' jurisprudence du Tribunal fMeraI, de
simples references aux ecritures produites devant les
instances cantonales ne sauraient remplacer le memoire
prevu par Ia loi (\1'. entre autres arrets, RO 28 II p.598 et
suiv.; 29 II p. 404; WEISS, Berufung, p. 108);
que le l'ecours est des 10rs entache d'un vice de forme
qui le rend irrecevable (RO 33 II p. 211).
Le Tribunal IMeral pl'olwnce :
n n'est pas entre en matiere sur le recours.
32. Urteil der II. Zivila.bteilung 1'ODl19. Februa.r 1919
i. S. :SolU gegen lIottinger.
Berechnung des Streitwertes wiederkehrender Leistungeu (Ull-
terhaltsbeiträge an ein aussereheliches Kind) nach Art. 54,
59, 67 ·OG. Berechnung nach den «Barwerttafeln ~ von
Piccard unter Zugrundlegung eines Zil1sfusses von 4 Yz %.
A. -
Durcb Urteil vom 11. Oktober 1918 hat das
Obergericht des Kantons Zürich II. Kammer über die
Streitfrage:
« Ist der Beklagte als ausserehelicher Vater des yon
» der Klägerin am 3. Januar 1918 geborenen Knaben
» Jakob zu erklären und als solcher zu folgenden Leistun-
i) gen verpflichtet :
» 1. an die Kin d s mut tel' :
,) a) für ~ntbindungskosten 40 Fr.
» b) für den Unterhalt während vier \\lochen vor
)) und vier Wochen nach der Geburt je 80 Fr.
» 2. an das Kin d : monatliche Unterhaltsbeiträge
» von je 30 Fr. monatlich vorauszahlbar, von der Geburt
»bis zum zurückgelegten 18. Altersjahr desselben;
l) alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten
»·des Beklagten ? »
erkannt:
;) 1. Die Klage wird abgewiesen.
» 2 u.3. I) (Kosten-und Entschädigungsbestimmungen)"
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Prozessrecht. N" :J~.
B. -
Gegen dieses den Parteien am 17. Januar 1919
zugestellte Urteil richtet sich die vorliegende Berufung
der Kläger mit dem Antrag auf Gutheissung der Klage-
begehren.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
Streitig sind nach den Klageanträgen einzig die
Leistungen von zusammen 200 Fr. nacll Art. 317 ZGB
an die Klägerin 1 und der monatliche Unterhaltsbeitrag
von 30 Fr. an das Kind. Der für das mündliche Berufungs-
verfahren erforderliche Streitwert von 4000 Fr. wäre
demnach nur dann erreicht, wenn der Kapitalwert der
Monatsrente von 30 Fr. mindestens 3800 Fr. ausmachen
würde (Art. 54, 59, 67_ OG). Nach Piccard (Tabelle 7),
beträgt der Barwert einer monatlich vorschüssigen Rente
von 30 Fr. bis zum vollendeten 18. Altersjahre für ein
Kind männlichen Geschlechts, je nachdem der Kapita-
lisierung ein Zinsfuss von 3 %, 4 oder 4 % % zu Grunde
gelegt \\<ird; 4002.80 (11,12 x 360), 3855 (10,71 x360)
oder 37-1;) (10,32 x 360) Fr. Die Frage des Vorhanden-
seins des Streitwertes hängt somit von der \Vahl de~
Kapitalisationszinsfusses ab.
Nun ist allerdings richtig, dass das Bundesgericht bisher
in der Haftpflichtpra.'{is und früher auch bei der Berech-
nung des Streitwertes auf Grund des OG im Anschluss
an die Tabel1e 3 bei Soldan niit einem Zinsfusse von nur
312 % gerechnet hat. Es ist indessen Piccard (Haftpflicht-
praxis und soziale Unfallversicherung S. 124 ff.) beizu-
stimmen, dass daran bei den Verhältnissen, wie sie sich
seither herausgebildet haben, nicht mehr festgehalten
werden kann. Da der Barwert einer Rente nichts anderes
als das Kapital ist, dessen es unter Hinzurechnung der
darauf erlaufenden Zinsen bedarf, um dem Rentenbe-
rechtigten daraus die Entnallme einer Rente in der zuge-
sprochenen Höhe während der Rentendauer zu ermög-
lichen, kann der dabei einzusetzende Zinsfuss niehtals
eine ein für alle Mal gegebene Grösse betrachtet, sondern
Proztssrecht. ~o 3:':.
-<
muss nach dem Durchschnittsertrag bestimmt werden.
den das Kapital mutmasslich während der Rente~dauer
abwerfen wird. Es hatte denn auch schon SOLDAN m den
Erläuterungen zu seiner Tabelle 3 (s. das Zitat bei
PICCARD, S. 128) darauf hingewiesen, dass bei der Wahl
des Zinsfusses auf die jeweilige Lage des Geldmarktes
Rücksicht genommen werden müsse. ErWägt man, dass
lleute der Ertrag erstklassiger Obligationen allgemein
5 % und mehr beträgt, so geht es daher nicht zu weit, we~n
für die Kapitalisierung von Renten nac? Art .. 54 ?G. ein
ZillSfuss von 4%% zu Grunde gelegt WIrd. DIe Moghch-
keit einer allmäligen Verbilligung des Leihsatzes nach
Rückkehr normalerer Verhältnisse ist damit immer noch
in hinlänglichem Masse berücksichtigt.
Da demnach der Streitwert mit 3915 Fr. (3715+200)
unter 4000 Fr. bleibt, hätte der Berufungserklärung,damit
sie als wirksam betrachtet werden könnte, eine sie be-
gründende Rechtsschrift beigelegt werden müssen (Ar~. 67
OG) und muss mangels Erfüllu~ dieses Erf.orderl11sses
während der Berufungsfrist das Emtreten auf die Berufung
abgelehnt werden.
Demnach erkennt das Bundesgericht:
Auf die Berufung wird nicht eingetreten.
Vgl. auch Kr. 26. -
Voir aussi n° 26.
AS 45 11 -
1919