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. FamUienrecht. N0 51.
fait en 1907 -
debitrice de 4900 fr. solidairement avec
son mari, il en resulterait que, au moment de l'entree en
vigueur du CCS, elle etait tenue pour ce montant vi,,-a-
vis de la Caisse hypothecaire et il va sans dire qu'eIJe ne
pouvait refuser de payer en excipant de l'art. 177 al. 3,
car cette dispo~ition n'a pas d'effet retroactif (v. GMÜR,
Note 38 sur art. 177 et Praxis III, p. 190 et suiv.). Elle
devait ou payer ou, si la creanciere y consentait, renou-
veler l'effet. En prenant ce dernier parti, elle ne souscri-
vait pas un engagement nouveau, elle obtenait simple.-
ment une prorogation du delai de paiement de la dette
preexistante; le billet sigue en 1914 n'impliquait done
pas une obligation «dans l'interet du mari 1), mai& bien
une obligation prise par la femme dans son propre inte-
ret, c'est-ä-dire afin d'eviter les poursuites que la Caisbe
hypothecaire aurait ele en droit d'exercer eontre elle, si
elle n'avait ni acquitte, ni rellouveIe le billet precedent.
Dans l'hypotbese par consequent Oll il serait juge que
l'engagement eontracte en 1907 par dame Bochatey etait
valable d'apres le droit valaisan qui regissait acette
epoque la eapacite de la femme mariee, l'obligation de
change souscrite en 1914 en execution de cet engagement
originaire ne pourrait etre annulee en vertu de l'art. 177
al. 3 CCS et les conclusions de la demallderesse devraient
done etre ecartees.
Si au eOlltraire I'engagement primitif etait nul d'apres
le droit valaisall, il en resulterilit que, lors de l'entree en
vigueur du ces., dame Bochatey n'etait pas tenue envers
la Caisse hypothecaire, le mari etant seu} debiteur de la
somme de 4900 fr. Dans cette hypoihese, en souscrivant
le billet de 1914, la recourante a pris un engagement nou-
ueau et l'on se trouve exactement dans le cas prevu dans
l'arret rendu par le tribunal federal dans l'affaire Volks-
bank de Reinaeh e. dame Humbert (RO 41 II p. 636/
637 consid. 2) Oll il a ete juge que la femme qui s'oblige a
la place de son mari ou conjointement auec lui, alors qu'au~
para"ant il et-ait seul debiteur. fait un acte typique d'in.
Erbrecht. N0 52.
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tervention rentrant dans la categorie de ceux pourles-
quels Tart. 177, al. 3 exige l'approbation de l'autorite
tutelaire. Cette approbation n'ayant pas ete requise en
l'espece, l'engagement pris par dame Bochatey serait nul
et sa conclusion tendant ä faire prononcer qu'elle n'est
pas debitrice de la somme qui lui est reclamee devrait etre
admise.
Ainsi done c'est d'une question prejudicielle de droit
valaisan que depend tout le proces. Cette question ne
pouvant etre tranchee que par le tribunal cantonal et
celui-ci l'ayant laissee completement de cotf-. il y a lieu
de lui renvoyer la cause pour nouvelle decision.
Par ces motifs,
le Tribunal federal
prononce
Le recours est admis, en ce sens que l'arret attaque est
annule, la cause etant renvoyee ä l'instance cantonale
pour nouvelle decision.
In. ERBRECHT
DROIT DES SUCCESSIONS
52. l1rten der II. Zlvilabte1lung vom. as. Juni lS16
i. S. Brandt Beklagter, gegen Geissmann, Kläger.
Recht zur Ausübung des Amtes eines Erbschaftsverwalters
(streitig zwischen dem in einem angefochtenen Testament
bezeichneten WiHensvolIstrecker, einerseits, und dem durch
rechtskräftigen Beschluss der zuständigen Behörde zum
Erbschaftsverwalter ernannten bisherigen Vormund des
Erblassers andrerseits). Art. 518, 554 und 556 ZGB.
A. -
Der Kläger war Vormund der im Jahre 1842 ge-
borenen, im Jahre 1911 wegen Altersverblödung entmün-
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Erbrecht. N° 52.
digten Emilie Isler, von Wohlen. Vor ihrer Bevormundung
hatte die Genannte dem Beklagten und dessen Bruder
Notar Emil Brand Generalvollmacht zur Besorgung ihrer
Vermögensangelegenheiten erteilt. Da der Beklagte ge-
stützt auf diese Generalvollmacht eine Anzahl der Emilie
Isler gehörender Wertpapiere in Besitz genommen hatte,
sie in einem von ihm gemieteten Safe der Schweiz. Volks-
bank verwahrt behielt und ihre Herausgabe an den Vor-
mund verweigerte, erfolgte im Juni 1913 die Einreichung
der vorliegenden Klage, mit dem Rechtsbegehrell :
«(Der Beklagte sei schuldig und zu verurteilen, alle die-
)} jenigen der Frl. E. Isler in Bern gehörenden Vermögens-
I> stücke, die er in Händen hat, namentlich auch die hier-
)} nach aufgezählten Wertschriften und Dokumente dem
)} Kläger herauszugeben.» (Folgt eine Aufzählung der
Wertpapiere).
Am 1. September 1913 starb die Emilie !sler. Sie hatte
am 15. September 1910 ein Testament errichtet und da-
rin den Beklagten zum Willensvollstrecker ernannt. Die
gesetzlichen Erben fochten jedoch dieses, am 15. Septem-
ber 1913 eröffnete Testament an. Zur Vornahme der Si-
cherungsmassregeln im Sinne der Art. 551 ff. ZGB wurden
durch Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 1913
(AS 39 I S. 606 ff.) die aargauer Behörden zuständig er-
klärt. Darauf ordnete am 23. Dezember 1913 das Bezirks-
gericht Bremgarten auf BegelJren der gesetzlichen Erben
die Erbschaftsverwaltung an und ernannte zum Erb-
schaftsverwalter den Kläger, indem es diese Wahl damit
begründete, dass nach Art. 554 Abs. 3 ZGB beim Tode
einer bevormundeten Person und beim Fehlen einer an-
dern Anordnung dem bisherigen Vormund die Erbschafts-
verwaltung obliege. Der Beklagte hatte verlangt, selber
zum Erbschaftsverwalter ernannt zu werden, weil nach
Art. 554 Abs. 2 ZGB, wenn der Erblasser einen Willens-
vollstrecker bezeichnet habe, die Verwaltung die sem
zu übergeben sei.
Nach seiner Ernennung zum Erbschaftsverwalter er-
Erbrecht. Ko 5:i.
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klärte der Kläger, den Prozess namens der Erbmasse wie-
deraufzunehmen. Der Beklagte verweigerte jedoch auch
jetzt noch die Herausgabe der streitigen Wertpapiere,
weil e r, als Willensvollstrecker, zur Erbschaftsverwal-
turig befugt sei.
B. -
Durch Urteil vom 22. März 1916 hat der Appella-
tionshof des Kantons Bern die Klage gutgeheissell, wobei
er in prozessualer Beziehung davon ausgegangen ist, dass
der Rechtsstreit auf Grund der durch den Tod der Emilie
Isler und die K1age-Reassumption geschaffenen neuen
Grundlage zu beurteilen sei.
e. -
Gegen dieses Urteil richtet sich die vorliegende
Berufung, mit dem Antrag auf Abweisung der Klage.
Das Bundesgericht zieht
in Erwägung:
1. -
Da die Vorillstanz auf Grund ihrer, für das Bun-
desgericht verbindlichen Auslegung des kantonaleu Pro-
zessrechts davon ausgegangen ist, dass im vorliegenden
Falle auch die seit der Rechtshängigkeit eingetretenell
Tatsachen -
Tod der Emilie IsIer, Eröffnung ihres Tes-
taments, Einsetzung einer Erbschaftsverwaltung, Er-
nennung des Klägers zum Erbschaftsverwalter und vVie-
deraufnahme des Prozesses durch den Erbschaftsverwal-
ter im Namen der Erbmasse -
zu berücksichtigen seien,
so steht damit fest, dass die ursprünglich auf das Recht
des Vormundes einer lebenden Person gestützte Klage,
sowie die ursprünglich auf einen Auftrag derselben leben-
den Person gestützte Bestreitung der Klage nicht mehr
in Betracht fallen, sondern dass der Ausgang des Prozesses
nunmehr einzig davon abhängt, wem die Erb s c h a f t s-
ver wal tun g zustehe. Der Kläger beansprucht diese
auf Grund der Verfügung des Bezirksgerichts Bremgar-
ten vom 13. Dezember 1913, durch welche in der Tat er
zum Erbschaftsverwalter ernannt wordell ist, der Be-
klagte dagegen auf Grund der Art. 518 und 554 Abs. 2
ZGB. Darüber aber, dass diejenige Partei, welcher die
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Erbrecht. N. 52.
Erbschaftsverwaltung zusteht, zur Anhandnahmeder in
der Klage aufgezählten Wertpapiere befugt sei, herrscht
kein Streit und sind auch keine Zweifel möglich.
2. -
Was zunächst die Berufung des Beklagten auf
Art. 518 ZGB betrifft, so genügt es, festzustellen, dass
diese Gesetzesbestimmung nur dann gilt, wenn keine Erb-
schaftsverwaltung im Sinne der Art. 554 und 556 einge-
setzt ist. Der Willensvollstrecker leitet seine Rechte aus
der letztwilligen Verfügung ab und kann sie nur aus
dieser ableiten. Die Erbschaftsverwaltung hat nun aber
u. a. gerade den Zweck, die Ausführung letztwilliger Ver-
fügungen, deren Gültigkeit zweifelhaft oder bestritten ist,
bis nach Abklärung der Sachlage hinauszuschieben. So-
fern also, wie im vorliegenden Falle, weil die in Betracht
kommende letztwillige Verfügung den Gegenstand einer
Anfechtung bildet, eine Erbschaftsverwaltung eingesetzt
worden ist, und solange diese besteht, kann der Willens-
vollstrecker als solcher sein Amt nicht, oder doch nur
mit Genehmigung des Erbschaftsverwalters ausüben, und
er kann sich somit gegenüber dem Erbschaftsverwalter,
vorausgesetzt, dass dieser gültig ernannt worden ist, nicht
auf Art. 518 berufen.
3. -
Nun schreibt allerdings Art. 554 Abs. 2 vor, dass.
wenn «der Erblasser einen Willensvollstrecker bezeich-
net » habe, dann die s e r zum Erbschaftsverwalter zu
ernennen sei, und der Beklagte beruft sich denn auch.
wie bereits bemerkt, gerade aUf diese Gesetzesbestim-
mung, um daraus die von ihm behauptete U n g e set z-
I ich k e i t der Ernennung des Klägers zum Erbschafts-
verwalter abzuleiten. Allein, abgesehen von der Frage, ob
die angeführte Gesetzesbestimmung wirklich auch für den
Fall gilt, dass, wie hier, die letztwillige Verfügung, welche
die Ernennung des Willensvollstreckers enthält, a n g e-
f 0 c h t e n ist, -
fällt namentlich in Betracht, dass es
sich im gegenwärtigen Stadium der Angelegenheit gar
nicht mehr um die Frage handelt, ob der Beklagte ein
Recht auf Ernennung zum Erbschaftsverwalter besaß.
Erbrecht. N° 52.
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~der nicht. Art. 554 Abs. 2 ist eine blosse Weisung an die-
jenige Behörde, welcher die Ernennung des Erbschafts-
verwalters obliegt. Zur Ausübung des Amtes eines Erb-
sch=!ftsverwalters genügt es daher nicht, sich auf jene Ge-
setzesbestimmung berufen zu können, sondern es bedarf
eines Ern e n nun g s akt e s von Seiten der dazu kom-
petenten Behörde. Im vorliegenden Falle hat sich deshalb
der Richter auf die Feststellung zu beschränken, dass die
eine Partei, nämlich der Kläger, durch einen rechtskräf-
tigen Beschluss der zuständigen Behörde zum Erbschafts-
verwalter ernannt worden ist. Die Kompetenz des Be-
zirksgerichts Bremgarten zu der am 13. Dezember 1913
von ihm vorgenommenen Ernennung des Erbschaftsver-
walters ergibt sich nämlich ohne weiteres aus dem Urteile
des Bundesgerichts vom 28. November 1913, durch wel-
ches zur Anordnung der Sicherungsmassregeln im Sinne
der Art. 551 ff. ZGB die aar gau erBehörden zuständig
erklärt worden sind; die R e c h t s k r a f t jener Ernen-
nung aber folgt u. a. schon aus der Tatsache, dass der Be-
klagte selber nicht behauptet. ein Rechtsmittel dagegen
ergriffen zu haben, -
weshalb nicht untersucht zu wer-
den braucht, ob (was der Beklagte bestreitet) ein Rechts-
mittel überhaupt ge g e ben war. Ist aber der Kläger
durch einen rechtskräftigen Beschluss der zuständigen
Behörde zum Erbschaftsverwalter ernannt worden, so
hat der Beklagte zur Zeit jedenfalls kein Recht mehr, die
streitigen Erbschaftsaktiven deln Kläger vorzuenthalten.
Demnach hat das Bundesgericht
erkannt:
Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Ap-
pellationshofes des Kantons Bern vom 27. April 1916 be-
stätigt.