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VB.2001.00137

Zürich VerwG · 2001-07-12 · Deutsch ZH
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Submission | Dem Eigentümer eines in den Quartierplan einbezogenen Grundstückes steht die Submissionsbeschwerde für die Anfechtung der Vergabe von Arbeiten im Zusammenhang mit der Ausarbeitung des Quartierplanes und dem Bau der darin festgesetzten Erschliessungsanlagen nicht offen. Nichteintreten.

Erwägungen (3 Absätze)

E. 1 Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber können unmittel­bar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kom­mentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich,

2. A., Zürich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVöB) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes über den Beitritt des Kantons Zürich zur Interkantonalen Vereinbarung vom 22. September 1996 (IVöB-BeitrittsG) zur Anwendung.

E. 2 a) Die (Submissions)Beschwerde steht gemäss § 15 Abs. 1 IVöB offen "gegen Verfügungen der Auftraggeberin oder des Auftraggebers". Mit der Beschwerde können laut Art. 16 Abs. 1 IVöB Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser­heblichen Sachverhaltes (lit. b) gerügt werden. Als Rechtsverletzungen gelten Verletzun­gen des materiellen und formellen Vergaberechtes. Die Submissionsbeschwerde ist auf die Anfechtung von Vergabeentscheide durch betroffene Anbieterinnen und Anbieter ausgerichtet (vgl. auch RB 1998 Nr. 11 = BEZ 1999 Nr. 10). Dies ergibt sich schon aus dem Gesetzeswortlaut, wonach die Beschwerde zulässig ist "gegen Verfügungen der Auftraggeberin oder des Auftraggeber s" (Art. 15 IVöB; § 4 IVöB-BeitrittsG), mithin durch Anbieter als – nicht zugelassene – Auftragneh­mer und Adressaten solcher Verfügungen. Auch §

E. 6 IVöB-BeitrittsG geht davon aus, dass die Beschwerde (nur) Anbietenden

offensteht, indem diese Bestimmung die Haftung für rechtswidrige

Vergabeentscheide allein auf Aufwendungen bezieht, die "der Anbieterin

oder dem Anbieter" im Zusammenhang mit dem Vergabe- und

Rechtsmittelverfahren er­wachsen sind (§ 6 Abs. 2 IVöB-BeitrittsG). Die

Submissionsbeschwerde steht damit nicht offen für Rechtsschutzsuchende, deren

Begehren nicht auf die Verbesserung ihrer Rechts­stellung als Anbieterin oder

Anbieter ausgerichtet ist.

b) Dem Grundeigentümer eines in den

Quartierplan einbezogenen Grundstückes steht nach dem Gesagten die

Submissionsbeschwerde nicht offen für die Anfechtung der Vergabe von Arbeiten

im Zusammenhang mit der Ausarbeitung des Quartierplanes und mit dem Bau der

darin festgesetzten Erschliessungsanlagen. Dies gilt selbst dann, wenn er gel­tend

macht, bei der Vergabe seien submissionsrechtliche Bestimmungen verletzt

worden, z.B. es sei zu Unrecht das freihändige Verfahren statt das

Einladungsverfahren gewählt worden; denn mit dem Rechtsmittel verfolgt er

Interessen an einer korrekten Arbeitsverge­bung in seiner Eigenschaft als

Eigentümer

(Quartierplangenosse) eines in den Quartierplan einbezogenen Grundstückes und

nicht Interessen als (nicht berücksichtigter)

Anbieter

an der

Arbeitsvergabe

.

Sein Rechtsmittelinteresse zielt mit anderen Worten

nicht auf die Zu­lassung als Anbieter zum (Vergabe)Verfahren oder auf die

Auftragsvergabe selber; er ver­ficht vielmehr Interessen als

Grundeigentümer

,

beispielsweise an der Vergebung des Auf­trages an einen preisgünstigeren

Anbieter, an der Einholung weiterer Offerten usw. Die Submissionsbeschwerde ist

auch dann ausgeschlossen, wenn dem Grundeigentümer kein anderer Rechtsmittelweg

offen steht, um seine Interessen zu verfechten.

c) Es kann

angemerkt werden, dass das Planungs- und Baugesetz vom 7. September 1975

(PBG) eine Spezialbestimmung enthält über den Rechtsweg bei Streitigkeiten über

die Vergebung der Arbeiten und Lieferungen für den Bau von

Erschliessungsanlagen, Ausstat­tungen und Ausrüstungen, welche im

Quartierplanverfahren festgesetzt wurden. Solche Strei­tigkeiten sind laut

§ 331 lit. a PBG von der Baudirektion als einzige Instanz zu entschei­den.

Dieser Rechtsweg steht nach dem Willen des Gesetzgebers (nur) den am Quartier­plan

be­teiligten Grundeigentümern offen, nicht aber den im Submissionsverfahren

nicht berück­sichtigten Anbietern (Peter Müller/Peter Rosenstock/Peter

Wipfli/Werner Zuppinger, Kom­mentar zum Zürcher Planungs- und Baugesetz vom

7. September 1975, Zürich 1985, § 169 N. 2b); diese wiederum

sind aber zur Erhebung der Submissionsbeschwerde befugt (RB 1999 Nr. 57

Erw. 1b = BEZ 1999 Nr. 35, auch zum Folgenden). Dass die Spezialbe­stim­mung

von § 331 lit. a PBG nur

bauliche

Massnahmen erfasst, nicht

aber auch

pla­ne­ri­sche

Arbeiten für die Projektierung des Quartierplanes

ändert – wie gesehen (E. 2 b) – am Ausschluss der Submissionsbeschwerde im

vorliegenden Fall nichts.

3. Auf das Rechtsmittel von A vom

12. Februar 2001 ist nach dem Gesagten nicht einzutreten. ...

Dispositiv
  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
  2. ...
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Zürich Verwaltungsgericht 01..2.12.0 VB.2001.00137 Zurich Verwaltungsgericht 01..2.12.0 VB.2001.00137 Zurigo Verwaltungsgericht 01..2.12.0 VB.2001.00137

Submission | Dem Eigentümer eines in den Quartierplan einbezogenen Grundstückes steht die Submissionsbeschwerde für die Anfechtung der Vergabe von Arbeiten im Zusammenhang mit der Ausarbeitung des Quartierplanes und dem Bau der darin festgesetzten Erschliessungsanlagen nicht offen. Nichteintreten.

Verwaltungsgericht des Kantons Zürich: VB.2001.00137 Standard Suche | Erweiterte Suche | Hilfe Druckansicht Geschäftsnummer: VB.2001.00137 Entscheidart und -datum: Endentscheid vom 12.07.2001 Spruchkörper:

1. Abteilung/1. Kammer Weiterzug: Dieser Entscheid ist rechtskräftig. Rechtsgebiet: Submissionsrecht Betreff: Submission Dem Eigentümer eines in den Quartierplan einbezogenen Grundstückes steht die Submissionsbeschwerde für die Anfechtung der Vergabe von Arbeiten im Zusammenhang mit der Ausarbeitung des Quartierplanes und dem Bau der darin festgesetzten Erschliessungsanlagen nicht offen. Nichteintreten. Stichworte: ANBIETER BESCHWERDEGRUND/-GRÜNDE LEGITIMATION QUARTIERPLANGENOSSE RECHTSSCHUTZINTERESSE SUBMISSIONSBESCHWERDE SUBMISSIONSRECHT Rechtsnormen: Art. 15 lit. i IVöB § 6 IVöB-BeitrittsG § 331 PBG Publikationen: RB 2001 Nr. 17 Gewichtung: (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung) Gewichtung: 3 I. Der Gemeinderat X leitete am

25. Januar 2000 den Quartierplan Z ein. Mit Ver­fügung vom

1. Dezember 2000 genehmigte die Baudirektion diese Quartierplaneinlei­tung. Der Gemeinderat übertrug hierauf mit Beschluss vom 8. Januar 2001 die Projektie­rung des Quartierplanes Z der Firma D. II. Gegen den Beschluss des Gemeinderates X vom 8. Januar 2001 erhob A, Eigen­tümer eines in den Quartierplan einbezogenen Grundstückes, entspre­chend der Rechtsmit­tel­belehrung am

12. Februar 2001 Rekurs an die Baudirektion und beantragte sinngemäss, die Planungsarbeiten auszuschreiben. Die Baudirektion überwies die Eingabe am

26. Feb­ruar 2001 zuständigkeitshalber an die Baurekurskommission II. Der Präsident der Baurekurskommission II trat mit einzelrichterlichem Entscheid vom 13. März 2001 auf das Rechtsmittel von A "mangels Vorliegens eines quartierplan­rechtlich anfechtbaren Entscheides" nicht ein. Im Weiteren überwies er die Eingabe von A an das Verwaltungsgericht "zur Prüfung ihrer Zulässigkeit unter submissionsrechtlichen Gesichtspunkten". Das Verwaltungsgericht führte hierauf einen Schriftenwechsel durch. Der Gemeinderat X beantragte am

15. Mai 2001 die Abweisung der Beschwerde und ver­zichtete auf eine Beschwerdeantwort. Die Ausführungen der Parteien werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgen­den Entscheidgründen wiedergegeben. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber können unmittel­bar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kom­mentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich,

2. A., Zürich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVöB) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes über den Beitritt des Kantons Zürich zur Interkantonalen Vereinbarung vom 22. September 1996 (IVöB-BeitrittsG) zur Anwendung.

2. a) Die (Submissions)Beschwerde steht gemäss § 15 Abs. 1 IVöB offen "gegen Verfügungen der Auftraggeberin oder des Auftraggebers". Mit der Beschwerde können laut Art. 16 Abs. 1 IVöB Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser­heblichen Sachverhaltes (lit. b) gerügt werden. Als Rechtsverletzungen gelten Verletzun­gen des materiellen und formellen Vergaberechtes. Die Submissionsbeschwerde ist auf die Anfechtung von Vergabeentscheide durch betroffene Anbieterinnen und Anbieter ausgerichtet (vgl. auch RB 1998 Nr. 11 = BEZ 1999 Nr. 10). Dies ergibt sich schon aus dem Gesetzeswortlaut, wonach die Beschwerde zulässig ist "gegen Verfügungen der Auftraggeberin oder des Auftraggeber s" (Art. 15 IVöB; § 4 IVöB-BeitrittsG), mithin durch Anbieter als – nicht zugelassene – Auftragneh­mer und Adressaten solcher Verfügungen. Auch § 6 IVöB-BeitrittsG geht davon aus, dass die Beschwerde (nur) Anbietenden offensteht, indem diese Bestimmung die Haftung für rechtswidrige Vergabeentscheide allein auf Aufwendungen bezieht, die "der Anbieterin oder dem Anbieter" im Zusammenhang mit dem Vergabe- und Rechtsmittelverfahren er­wachsen sind (§ 6 Abs. 2 IVöB-BeitrittsG). Die Submissionsbeschwerde steht damit nicht offen für Rechtsschutzsuchende, deren Begehren nicht auf die Verbesserung ihrer Rechts­stellung als Anbieterin oder Anbieter ausgerichtet ist.

b) Dem Grundeigentümer eines in den Quartierplan einbezogenen Grundstückes steht nach dem Gesagten die Submissionsbeschwerde nicht offen für die Anfechtung der Vergabe von Arbeiten im Zusammenhang mit der Ausarbeitung des Quartierplanes und mit dem Bau der darin festgesetzten Erschliessungsanlagen. Dies gilt selbst dann, wenn er gel­tend macht, bei der Vergabe seien submissionsrechtliche Bestimmungen verletzt worden, z.B. es sei zu Unrecht das freihändige Verfahren statt das Einladungsverfahren gewählt worden; denn mit dem Rechtsmittel verfolgt er Interessen an einer korrekten Arbeitsverge­bung in seiner Eigenschaft als Eigentümer (Quartierplangenosse) eines in den Quartierplan einbezogenen Grundstückes und nicht Interessen als (nicht berücksichtigter) Anbieter an der Arbeitsvergabe . Sein Rechtsmittelinteresse zielt mit anderen Worten nicht auf die Zu­lassung als Anbieter zum (Vergabe)Verfahren oder auf die Auftragsvergabe selber; er ver­ficht vielmehr Interessen als Grundeigentümer, beispielsweise an der Vergebung des Auf­trages an einen preisgünstigeren Anbieter, an der Einholung weiterer Offerten usw. Die Submissionsbeschwerde ist auch dann ausgeschlossen, wenn dem Grundeigentümer kein anderer Rechtsmittelweg offen steht, um seine Interessen zu verfechten.

c) Es kann angemerkt werden, dass das Planungs- und Baugesetz vom 7. September 1975 (PBG) eine Spezialbestimmung enthält über den Rechtsweg bei Streitigkeiten über die Vergebung der Arbeiten und Lieferungen für den Bau von Erschliessungsanlagen, Ausstat­tungen und Ausrüstungen, welche im Quartierplanverfahren festgesetzt wurden. Solche Strei­tigkeiten sind laut § 331 lit. a PBG von der Baudirektion als einzige Instanz zu entschei­den. Dieser Rechtsweg steht nach dem Willen des Gesetzgebers (nur) den am Quartier­plan be­teiligten Grundeigentümern offen, nicht aber den im Submissionsverfahren nicht berück­sichtigten Anbietern (Peter Müller/Peter Rosenstock/Peter Wipfli/Werner Zuppinger, Kom­mentar zum Zürcher Planungs- und Baugesetz vom

7. September 1975, Zürich 1985, § 169 N. 2b); diese wiederum sind aber zur Erhebung der Submissionsbeschwerde befugt (RB 1999 Nr. 57 Erw. 1b = BEZ 1999 Nr. 35, auch zum Folgenden). Dass die Spezialbe­stim­mung von § 331 lit. a PBG nur bauliche Massnahmen erfasst, nicht aber auch pla­ne­ri­sche Arbeiten für die Projektierung des Quartierplanes ändert – wie gesehen (E. 2 b) – am Ausschluss der Submissionsbeschwerde im vorliegenden Fall nichts.

3. Auf das Rechtsmittel von A vom

12. Februar 2001 ist nach dem Gesagten nicht einzutreten. ... Demgemäss beschliesst das Verwaltungsgericht: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.    ...