Sachverhalt
1.
X.___, geboren 1966, war von 2 9. Dezember 2011 bis 3 1. Oktober 2013 als Leiter Versichertenverwaltung bei der Y.___ in einem 10 0 %-Pen sum angestellt (Urk. 6/16, Urk. 6/28, Urk. 6/45).
Am 1 1. März 2011 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der Sozial ver sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf eine seit 2007 bestehende bipolare Erkrankung zum Bezug von Leistungen der Invaliden versicherung an (Urk. 6/3). Angesichts dessen, dass der Versicherte von einer neuen Arbeitsstelle seit Mai 2011 berichtete, wies d ie IV-Stelle den An spruch auf berufliche Massnahmen aufgrund nicht mehr benötigter Unter stützung bei der Suche einer neuen Arbeitsstelle mit Verfüg ung vom 20. Juli 2011 ab (Urk. 6/14).
Der Versicherte meldete sich a m 1 0. Februar 2014 (Eingangsdatum) erneut bei der IV-Stelle
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an, unter Hin weis auf die
bipolare Störung sowie ein chronische s Schmerz syndrom
(Urk. 6/16).
Die IV-Stelle klärte die erw erblichen und medizinischen Verhält nisse ab, zog wiederholt die Akten der Krankentaggeld versicherung (Urk. 6/25, Urk. 6/34-37, Urk. 6/49-51, Urk. 6/115) bei und holte die Berichte der behan delnden Ärzte (Urk. 6/24, Urk. 6/30, Urk. 6 /56, Urk. 6/65, Urk. 6/74, Urk. 6/84, Urk. 6/112, Urk. 6/114, Urk. 6/120, Urk. 6/124, Urk. 6/125, Urk. 6/131, Urk. 6/139) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug, Urk. 6/23) ein
und prüfte berufliche Eingliederungs massnahmen (Urk. 6/ 45 S. 4). Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten Kostengutsprache für ein Aufbau training vom 1
Erwägungen (4 Absätze)
E. 1 X.___, geboren 1966, war von
E. 2 9. Dezember 2011 bis
E. 3 1. Oktober 2013 als Leiter Versichertenverwaltung bei der Y.___ in einem 10 0 %-Pen sum angestellt (Urk. 6/16, Urk. 6/28, Urk. 6/45).
Am 1 1. März 2011 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der Sozial ver sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf eine seit 2007 bestehende bipolare Erkrankung zum Bezug von Leistungen der Invaliden versicherung an (Urk. 6/3). Angesichts dessen, dass der Versicherte von einer neuen Arbeitsstelle seit Mai 2011 berichtete, wies d ie IV-Stelle den An spruch auf berufliche Massnahmen aufgrund nicht mehr benötigter Unter stützung bei der Suche einer neuen Arbeitsstelle mit Verfüg ung vom 20. Juli 2011 ab (Urk. 6/14).
Der Versicherte meldete sich a m 1 0. Februar 2014 (Eingangsdatum) erneut bei der IV-Stelle
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an, unter Hin weis auf die
bipolare Störung sowie ein chronische s Schmerz syndrom
(Urk. 6/16).
Die IV-Stelle klärte die erw erblichen und medizinischen Verhält nisse ab, zog wiederholt die Akten der Krankentaggeld versicherung (Urk. 6/25, Urk. 6/34-37, Urk. 6/49-51, Urk. 6/115) bei und holte die Berichte der behan delnden Ärzte (Urk. 6/24, Urk. 6/30, Urk.
E. 6 /56, Urk. 6/65, Urk. 6/74, Urk. 6/84, Urk. 6/112, Urk. 6/114, Urk. 6/120, Urk. 6/124, Urk. 6/125, Urk. 6/131, Urk. 6/139) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug, Urk. 6/23) ein
und prüfte berufliche Eingliederungs massnahmen (Urk. 6/ 45 S. 4). Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten Kostengutsprache für ein Aufbau training vom 1
Dispositiv
- Mai bis 1
- November 2015 b e i der Z.___ (Mitteilung vom
- Mai 2015 , Urk. 6/ 61 ) , welches bis zum 10. Februar 2016 verlängert wurde (Mitteilung vom 2
- Oktober 2015, Urk. 6/81) . Nach erfolg reichem Abschluss des Aufbautrainings (vgl. Abschlussbericht vom 2
- Januar 2016, Urk. 6/94) über nahm die IV-Stelle die Kosten für die Arbeit zur Zeit überbrückung bei der Z.___ vom 1
- Februar bis längstens
- März 2016 (Mitteilung vom 1
- Februar 2016, Urk. 6/95) und gewährte Leistungen im Rahmen eines Arbeitsversuches ( Mitteilung vom 1
- Februar 2016, Urk. 6/96) sowie Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die Z.___ (Schreiben vom 15. September 2016, Urk. 6/105). Nach einem Abschlussgespräch am 2
- März 2017 (vgl. Urk. 6/136 S. 25) teilte die IV-Stelle mit Schreiben vom 2
- April 2017 mit, da trotz Bemü hungen und Unterstützung innert angemessener Zeit keine Integration in den Arbeitsmarkt gelungen sei, werde die Arbeits vermittlung abge schlossen ( Urk. 6/135). Ausgehend von der Möglichkeit einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes bei Abstinenz von sämt lichen illegalen und legalen Drogen auferlegte die IV-Stelle dem Ver sicherten mit Schreiben vom 3
- Januar 2017 eine Schadenminderungspflicht im Rahmen einer Entzugsbehandlung, sprich einer kompletten Suchtmittelabstinenz für min destens sechs Monate und an schliessender Haaranalyse zum Abstinenz nachweis ( Urk. 6/123). Nach Eingang des Haaranalysegutachtens der A.___ vom
- November 2017 ( Urk. 6/146) stellte die IV-Stelle mit Vor bescheid vom
- Dezember 2017 die Ab weisung des Leistungsbegehrens in Aussicht ( Urk. 6/148). Dagegen erhob der Ver sicherte mit Schreiben vom 1
- Januar 2018 Einwand ( Urk. 6/149). Mit Ver fügung vom 1
- März 2018 ver neinte die IV-Stelle wie vorbeschieden einen Leistungsa n spruch ( Urk. 6/152 = Urk. 2).
- Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
- April 2018 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Beschwerde gegnerin sei zu verpflichten, ihm eine Invalidenrente auszurichten . Ferner sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuord n en ( Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 3
- Mai 2018 auf Abweisung der Beschwerde ( Urk. 5), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
- Juni 2018 angezeigt wurde ( Urk. 7). Gleichzeitig wurde ein zweiter Schr if ten wechsel angeordnet. Am 1
- Juni 2018 reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein, wobei er an den bereits gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest hielt und eve ntualiter beantragte, es sei eine erneute Haaranalyse durch zu führen, diesmal mit den Kopfhaaren ( Urk. 8). Die Beschw erdegegnerin verzichtete am 16. Juli 2018 auf das Einreichen einer Duplik ( Urk. 11), was dem Beschwerde füh rer am 1
- Juli 2018 zur Kenntnis gebracht wurde ( Urk. 12).
- Auf die Vorbringen der Parteien und die eingere ichten Akten wird, soweit erfor derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Gericht zieht in Erwägung:
- 1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundes gesetz es über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] ). Sie kann Folge von Geburts gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetz es über die Invalidenversicherung [IVG] ). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2 1.2 .1 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl. BGE 139 V 547 E. 5, 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
- November 2015 E. 5.4). Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2 .2 Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen). Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge richts 9C_590/2017 vom 1
- Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funk tionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider spruchs frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3). Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen). 1.2 .3 Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1): - Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) - Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1) - Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1) - Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2) - Komorbiditäten (E. 4.3.1.3) - Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res sourcen, E. 4.3.2) - Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3) - Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4) - gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich baren Lebensbereichen (E. 4.4.1) - behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens druck (E. 4.4.2) Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
- März 2018 E. 7.4). 1.3 Nach bisheriger und langjähriger höchstrichterlicher Rechtsprechung führten Suchterkrankungen als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Sie wurden im Rahmen der Invalidenversicherung erst relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt haben, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender, Gesundheitsschaden ein ge tre ten war, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesund heits schadens waren, dem Krankheitswert zukam. Ein invalidisierender psy chischer Gesundheitsschaden fehlte demgegenüber, wo in der Begutachtung im Wesentlichen nur Befunde erhoben wurden, welche in der Sucht ihre hin reichende Erklärung fanden (Hinweise zur bisherigen Rechtsprechung im zur Publikation vorgesehenen Urteil des Bundesgerichts 9C_724/2018 vom 1
- Juli 2019 E. 4.1). Diese bisherige Rechtsprechung änderte das Bundesgericht mit zur Publikation vorgesehenem Urteil 9C_724/2018 vom 1
- Juli 2019 dahingehend, dass - fach ärztlich einwandfrei diagnostizierten - Abhängigkeitssyndromen beziehungs weise Substanzkonsumstörungen nicht zum vornherein jede invalidenver siche rungs rechtliche Relevanz abgesprochen werden kann (E. 5.3.3), sondern diese vielmehr als invalidenversicherungsrechtlich beachtliche (psychische) Gesund heitsschäden in Betracht fallen (E. 6). Gemäss BGE 143 V 418 E. 6 f. ist die Frage nach den Auswirkungen sämtlicher psychischer Erkrankungen auf das funktionelle Leistungsvermögen grundsätzlich unter Anwendung des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 zu beantworten. Hierzu gehören nach dem oben Ausgeführten auch Abhängig keits syndrome (erwähntes Urteil 9C_724/2018 E. 6.2). Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens kann und muss insbesondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen werden. Diesem kommt nicht zuletzt deshalb Bedeutung zu, weil bei Abhängig keitserkrankungen - wie auch bei anderen psychischen Störungen - oft eine Gemengelage aus krankheitswertiger Störung sowie psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorliegt. Letztere sind selbstverständlich auch bei Abhän gig keits erkrankungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funkt ionelle Folgen zeitigen (vgl. bezüglich der Depressionen BGE 143 V 409 ff. E. 4.5.2). Eine krank heitswertige Störung muss umso ausgeprägter vorhanden sein, je stärker psycho soziale oder soziokulturelle Faktoren das Beschwerdebild mitprägen (E. 6.3). Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann immerhin dort von einem struktu rierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder geeignet ist. Es bleibt daher etwa dann entbehrlich, wenn für eine - länger dauernde ( Art. 28 Abs. 1 lit . b IVG) - Arbeitsunfähigkeit nach bestehender Akten lage keine Hinweise bestehen oder eine solche im Rahmen beweiswertiger fach ärztlicher Berichte in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (erwähntes Urteil 9C_724/2018 E. 7). 1.4 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen , erhalten oder verbessern können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes tens 40 % arbeitsunfähig ( Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ( Art. 8 ATSG) sind. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente , bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 1.6 Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde ( § 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer ).
- 2.1 In der angefochtenen Verfügung vom 1
- März 2018 ( Urk. 2) hielt die Beschwer de gegnerin fest, die medizinische Abklärung habe ergeben, dass die Arbeits un fähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund des Suchtmittelkonsums begründet sei. Der Beschwerdeführer habe die ihm auferlegte Schadenminderungspflicht nicht umgesetzt , was eine sorgfältige Abklärung seines Gesundheitszustandes ver hin dert habe. Deshalb bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invaliden ver siche rung . 2.2 Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 2
- April 2018 ( Urk. 1) sowie in seiner Replik vom 1
- Juni 2018 ( Urk. 8) zusammengefasst geltend, die Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdegegnerin sei unzutreffend. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe aufgrund der bipolaren Störung, wobei er die hypomanen Episoden mit Drogen bekämpft habe. Dem ihm von der Beschwer de gegnerin auferlegte n Suchtmittelentzug sei er vollständig nachge kommen. Die vorliegende Haaranalyse sei nicht mit Kopfhaaren sondern mit den Beinhaaren durchgeführt worden, was den Nachteil mit sich bringe, dass der Zeitraum, den Körperhaare widerspiegeln, nicht eingegrenzt werden könne. Das positive Resul tat stamme dem entsprechend wohl vom langjährigen Konsum oder seinem letzten Rückfall im September 201
- A ufgrund der bipolaren Störung sei er nur noch zu 50 bis 60 % in der Lage, eine angepasste Bürotätigkeit, möglichst ohne Zeitdruck, auszuüben, weshalb aus gesundheitlichen Gründen eine Invalidität von knapp 50 % bestehe.
- 3.1 Seit April 2013 war der Beschwerdeführer bei med. pract . B.___ , Assis tenz ärztin Psychiatrie in der C.___, in psychia trischer Behandlung. Sie diagnostizierte eine bipolare affektive Störung (ICD-10: F31.4) sowie psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide und Kokain (ICD-10: F11.22 und F14.26 ; vgl. Arztbericht vom 2
- November 2013 [ Urk. 6/25/3 ] und Arztbericht vom 2
- März 2014 [ Urk. 6/30] ) . Im Februar 2014 begab sich der Beschwerdeführer in die D.___ zu einer integrierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Entwöhnungstherapie (vgl. Arztbericht vo m 1
- Februar 2014, Urk. 6/24). Im Verlauf wurde eine Kokain- und Heroin abhängigkeit (ICD-10: F14.21 und F11.21) diagnostiziert wobei der Beschwerde führer in beschützender Umgebung abstinent sei. Ausserdem wurde eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig hypomanische Episode , (ICD-10: F31.0) sowie ein schäd licher Gebrauch von Cannabinoiden (ICD-10: F12.1), eine Nikotinabhängig keit (ICD-10: F17.21) und ein Status nach chronischer Schmerzstörung mit soma tischen und psychischen Faktoren (ICD-10 : F45.41), zurzeit remittiert, festgehal ten (vgl. Arztbericht vom 2
- Mai 2014, Urk. 6/36). Dr. med. E.___ , Oberarzt in der D.___ , konstatierte, aufgrund der auffälligen Geselligkeit und Gesprächigkeit sowie des andauernden gesteigerten Aktivitätsniveaus sei beim Beschwerdeführer von einer Bipolaren II Störung auszugehen, mit gegen wärtigen hypomanischen Zügen. Da der Beschwerdeführer in seiner Anamnese lediglich während solcher hypomanen Phasen Kokain konsumiert habe, sei während seinen Konsumzeiten auch eine substanzbedingte Manie zu vermuten . I m Rahmen sporadische r Atemluft- und Urinkontrollen seien b eim Beschwerde führer bislang keine Rückfälle fest gestellt worden. Hinsichtlich der Arbeits fähig keit empfahl en die behandelnden Ärzte dem Beschwerdeführer mit einem niedri gen Arbeitspensum wieder einzusteigen. 3.2 Vom 1
- Oktober bis
- Dezember 2014 war der Beschwerdeführer in de r F.___ erneut in stationäre r psychiatrisch-psychotherapeutische r Be hand lung (vgl. Austrittsbericht vom 1
- Januar 2015, Urk. 6/56). D ie behan deln den Ärzte hielten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits fähigkeit im Wesentlichen fest: - Bipolare affektive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F31.3) - Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain: Schädlicher Gebrauch, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F14.1) - Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeits syn drom, mit Buprenorphin substituiert (ICD-10: F11.22) - Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika: Schädlicher Gebrauch, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F13.1) - Bronchopneumonie , nicht näher bezeichnet (ICD-10: J18.0) Die Anamnese und Befunde würden für eine depressive Episode mittelgradiger Ausprägung im Rahmen einer vordiagnostizierten bipolar affektiven Störung sprechen, wobei die Kriterien , wie niedergeschlagene Stimmung seit über zwei Wochen, Verlust von Freude, verminderter Antrieb und gesteigerte Ermüdbarkeit, Verlust des Selbstvertrauens, wiederkehrende Ge danken an Suizid und Klagen über vermindertes Konzentrationsvermögen , erfüllt seien. Aufrechterhaltend für das depressive Syndrom seien multiple Belastungs faktoren einschliesslich fehlen der Tages struktur sowie ein Mangel an funk tionalen Copingstrategien . Der Beschwerdeführer habe eine integrative Einzel psychotherapie erhalten und regel mässig an multimodalen, individuell zusammengestellten Gruppentherapie pro gramm en mit interpersoneller Psycho therapie teilgenommen. Dadurch h abe sich sein psychischer Gesundheitszustand verbessert , sodass der Beschwerde führer im Dezember 2014 in stabilisiertem teilremittierten Zustand bei fehlenden Hinweisen auf akute Selbst- oder Fremd gefährdung in die vorbestehenden Ver hältnisse habe entlassen werden können . Die Arbeitsfähigkeit sei jedoch nach wie vor , insbe sondere durch die Antriebs minderung, die Konzentrations störungen und das Gedankenkreisen mit Ein schränkungen in der Handlungs strukturierung , ein ge schränkt. 3.3 In der Folge nahm der Beschwerdeführer beim G.___ an einem 8-wöchigen Tagesprogramm mit verschiedenen Therapie modulen teil, deren Zweck die Gewährleistung einer Tagesstruktur, die Aufrecht erhaltung der Abstinenz, die Compliancekontrolle , die kognitive Umstruk turie rung (funktionale Copingstrategie ) sowie die soziale Reintegration war (vgl. Arzt bericht vom
- Juni 2015, Urk. 6/65). Die behandelnden Ärzte erachteten den Beschwerdeführer trotz mittelgradig gebessertem Zustand weiterhin vollständig arbeitsunfähig. Prognostisch günstig sei en die Therapiemotivation des Beschwer de führers sowie die reduzierte depressive Symptomatik, ungünstig hingegen die Rückfalltendenz und die Complianceproblematik ( Urk. 6/120). 3.4 Aufgrund eines Rückfalls trat der Beschwerdeführer a m 1
- August 2015 in die H.___ ein und war bis zum
- September 2015 hospitalisiert (vgl. Austrittsbericht vom
- September 2015, Urk. 6/74/7-10). Es wurde ein Methadon-gestützter Opioid -E ntzug durchgeführt , der komplika tions los verlaufen sei , und nach Austritt fortgeführt werden sollte. Nebenwirkun gen der Opioidsubstitution seien Müdigkeit, Fahruntüchtigkeit, Obstipation . Die behandelnden Ärzte konstatierten weiter , der Be schwerde führer sei optimistisch und sehr motiviert dabei, an seiner beruflichen Wiedereingliederung zu arbeiten. Im Rahmen ihrer ergänzenden Stellungnahme vom
- November 2015 ( Urk. 6/84) führten die Ärzte der H.___ aus, auf längere Sicht sei der Beschwerdeführer wahr scheinlich eingeschränkt arbeitsfähig. Er sei motiviert und diszipliniert, sehe aber re flektiert, dass seine Erkrankung schlecht mit Belastung und hoher Ver antwor tung vereinbar sei. Eine Vollzeit beschäf ti gung sowie Führungs positionen seien auf grund der Erkrankung mit einher gehen der beschränkter Belastbarkeit wahr scheinlich nicht mehr möglich. Er habe jedoch gute Aussichten auf Stabilisierung, vor allem wenn seine affektive Störung ausreichend therapiert werde und die Opioid-Abhängigkeit substituiert bleibe. 3.5 Die nachbehandelnden Ärzte des C.___ berichteten am 1
- Februar 2017 ( Urk. 6/124) über eine gewisse Stabilisierung unter Lithium-Therapie. Die Schwere der Phasen (Manie/Depres sion) seien abgemildert worden und auch der Phasenwechsel verlaufe langsamer, es habe eine teilweise Remission mit leichter (phasenweise mittelschwerer) depressiver Symptomatik erreicht werden können. Aufgrund der schweren affektiven Störung sei langfristig mit einer deutlichen Reduktion der Arbeits fähigkeit zu rechnen. Der Substanzkonsum sei moderat und ohne Auswir kungen auf die Arbeitsfähigkeit. Entsprechend führten sie die Diagnose psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain, ICD-10: F14.20, (abstinent seit August 2015), und durch Opioide, ICD-10: F11.20, (abstinent seit August 2015, Teilnahme an einem ärztlich überwachten Ersatzdrogenprogramm bis Oktober 2016) unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Sie empfahlen eine angepasste Tätigkeit zu 40 % mit dem Versuch, die Arbeits fähigkeit schrittweise zu steigern. Ein Arbeitspensum von nicht mehr als 5-6 Stunden pro Tag sei noch zumutbar. Es bestehe ein vermindertes Arbeitstempo und ein Leistungsabfall nach ca. 5-6 Stunden. Im Verlaufsbericht vom 1
- Juli 2017 ( Urk. 6/139) hielten die Ärzte des C.___ mit Blick auf die einzig aktuelle Diagnose einer bipolaren affektiven Störung, remittiert unter prophylaktischer Behandlung, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest, zu Behandlungsbeginn (2013) sei der Beschwerdeführer aufgrund einer schweren depressiven Episode nicht arbeitsfähig gewesen und habe seither mehrere depressive wie auch hypomane Episoden erlebt. Der Beschwerdeführer leide unter andauernder hoher innerer Anspannung. Der Abbau des Cannabiskonsums erhöhe diese innere Anspannung. Die von der Beschwerdegegnerin geforderte Cannabisabstinenz setze den Beschwerdeführer unter Druck und könne zusätzlich destabilisierend wirken und eine Dekompen sation nach sich ziehen. Als angepasste Tätigkeit nannten sie eine Bürotätigkeit möglichst ohne Zeitdruck, da hoher Stress depressive wie auch manische Episo den auslösen könnte. 3.6 Dem Protokoll der Eingliederungsberatung ( Urk. 6/136) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer beim Arbeitsversuch eine Arbeitsfähigkeit von 40 % zeigte, bei schwankenden Leistungen im Tagesverlauf und einer Präsenzzeit von fünf Stunden am Tag ( Urk. 6/136/22). 3.7 Im Nachgang der mit Schreiben vom 3
- Januar 2017 auferlegten Schadenmin derungspflicht wurde eine Haaranalyse durchgeführ t. Geprüft wurden Beinhaare, wobei dies e ohne Unterteilung als Ganzes untersucht wurden. Im Bericht des A.___ vom 6. November 2017 ( Urk. 6/146) wurde festgehalten, eine exakte Eingrenzung des Zeitraums, den Körperhaare widerspiegeln, sei nicht möglich. Sehr grob ab ge schätzt würden die untersuchten Beinhaare Auskunft über den durch schnittlichen Konsum mindes tens der letzten vier bis sieben Monate vor de r Sicherstellung der Haarprobe a m 2
- Oktober 2017 geben. In der untersuchten Haarprobe seien Cocain und dessen Metaboliten Benzoylecgonin und Norcocain nachgewiesen worden. Damit sei der Konsum von Cocain bewiesen, wobei die festgestellte Cocain -Konzentration im mittleren Bereich liege und mit einem schwachen bis mittelstarken Cocain -Konsum innerhalb der genannten Zeitperiode vereinbar sei. Ferner seien auch die Designerdrogen 3,4-Methylendiox ymethamphet amin (MDMA) und 3,4-Methyl endiox yamphetamin (MDA) nachgewiesen worden, was den Konsum von MDMA (z.B. Ecstasy, XTC) beweise. Die festgestellte MDMA-Konzentration liege im unteren Bereich und sei mit einem schwachen, vereinzelten MDMA-Konsum innerhalb der genannten Zeitperiode vereinbar. 3.8 In Bezug auf die durch die behandelnden Ärzte attestierte bipolare Störung hielt m ed. pract . I.___ , Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), fest, aus psychiatrischer Sicht sei diese Diagnose, welche auf anamnestischen Angaben beruhe, unsicher, insbe son dere bei Einfluss auf die Affektivität durch wechselnden Konsum illegaler Drogen, abgelöst von Substitution, Beikonsum , Entzug und Abstinenz. Eine redu zierte Leistungsfähigkeit sei nachvollziehbar, jedoch am ehesten durch die Be gleit er scheinungen des Drogenkonsums oder Nebenwirkungen des Medikamentes zur Opiatsubstitution bedingt und weniger durch eine affektive Störung. Die Arbeits fähigkeit könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch eine von legalen und illegalen Drogen abstinente Lebensweise gesteigert werden. Medizinisch-theoretisch könne durch entsprechende Massnahmen eine Arbeits fähigkeit von 80 % in angepasster Tätigkeit erwartet werden (vgl. Feststellungs blatt, Urk. 6/147 S. 5f.).
- 4.1 Vorab ist festzuhalten, dass gestützt auf diese Analyse davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer in den vier bis sieben Monaten vor der Haarentnahme (Oktober 2017) nicht vollständig abstinent war. Obwohl die Körperhaare keine genaue zeitliche Unterteilung zulassen und der geprüfte Zeitraum gemäss Gutachter nur grob geschätzt werden kann, ist entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers ( Urk. 8 S. 7) auszuschliessen, dass der Substanznachweis auf den Konsumvorfall im September 2015 oder gar den langjährigen Konsum ab 2009 zurückzuführen ist, zumal die weiteren geprüften Stoffe, insbesondere das Substitutionsmedikament Methadon, negativ ausfielen (vgl. Urk. 6/146/2), was die Angabe des Beschwerdeführers untermauert, seit Oktober 2016 keine substi tuierenden Medikamente mehr einzunehmen ( Urk. 6/127). Eine erneute Haar analyse ist daher nicht anzuordnen. Damit ist der Beschwerdeführer der mit Verfügung vom 3
- Januar 2017 ( Urk. 6/123) auferlegten Schadenminderungs pflicht grundsätzlich nicht nachgekommen. Zu prüfen ist, welche Folgen dies für die Beurteilung des Rentenanspruchs zeitigt. 4.2 RAD-Arzt Dr. I.___ schätzte – ohne eigene Untersuchung des Beschwerde führers – die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auf 80 % , wobei er den Einfluss von Suchtmitteln ausklammerte und die Diagnose einer bipolaren Störung als fraglich erachtete, das heisst die reduzierte Leistungsfähigkeit einzig auf den intermittierenden Drogenkonsum bzw. die substituierenden Medikamente zurückführte (E. 3.8). Die behandelnden Ärzte des C.___ verneinen demgegenüber eine Leistungseinschränkung aufgrund des (gelegentlichen) Bei konsums und führen die Arbeitsunfähigkeit einzig auf die affektive Störung zurück, welche unter Lithium jedoch relativ stabil geblieben sein soll (E. 3.5). Beide medizinischen Einschätzungen lassen hinsichtlich Begründungsdichte und Schlüssigkeit eine abschliessende Beurteilung der invalidenversicherungsrecht lich relevanten Einschränkungen nicht zu. Es kann angesichts der divergierenden medizinischen Unterlagen nicht gesagt werden, ob eine vom Suchtmittelkonsum unabhängige, leistungseinschränkende affektive Störung vorliegt oder ob eine solche (bipolare) Störung massgeblich substanzinduziert ist und/oder keine leis tungseinschränkenden Folgen bei vollständiger Abstinenz zeitigt. Kommt hinzu, dass gemäss dem zur Publikation vorgesehenen Urteil des Bundesgerichts 9C_724/2018 vom 1
- Juli 2019 auch einem ärztlich einwandfrei diagnostizierten Abhängigkeitssyndrom beziehungsweise einer Substanzkonsumstörung nicht zum vornherein jede invalidenversicherungsrechtliche Relevanz abgesprochen werden kann, sondern diese vielmehr als invalidenversicherungsrechtlich beacht liche (psychische) Gesundheitsschäden in Betracht fallen, wobei dies in Bezug auf den Schweregrad der Abhängigkeit und damit der zu beachtenden Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eines strukturierten Beweisverfahrens bedarf (E. 1.3.). Es ist nicht dargetan, dass weitere medizinische Sachverhaltsabklärungen nicht möglich sind, weil von einem anhaltenden, wenn auch moderaten (vgl. E. 3.7), Drogenkonsum auszugehen ist. Immerhin erklärten die behandelnden Ärzte des C.___ , dass - ausser Müdigkeit infolge der damals noch abgegebenen substituierten Medikamente – keine Leistungseinbussen durch den (gelegent lichen) Beikonsum zu verzeichnen seien, was nicht begründet widerlegt wurde. Soweit also Anhaltspunkte für invalidenversicherungsrechtlich beachtliche psychische Einschränkungen vorliegen (insbesondere die affektive Störung) und weitere Sachverhaltsabklärungen möglich sind, darf im Rahmen des Unter suchungsgrundsatzes ( Art. 61 lit . c ATSG) die Folge der Beweislosigkeit nicht greifen (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221; 117 V 261 E. 3b S. 264 mit Hinweis). Es sind daher weitere medizinische Abklärungen zur Frage, ob ein invalidenver sicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden mit Einfluss auf die Arbeits fähigkeit vorliegt, notwendig. Je nach Ergebnis werden weitere erwerbliche Abklärungen notwendig. Zu diesem Zweck ist die Sache unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 1
- März 2018 an die Beschwerdegegnerin zurück zuweisen, damit sie die notwendigen medizinischen (psychiatrischen) Abklärungen unter Beachtung der neuen Rechtsprechung zur Sucht einholt und gestützt hierauf erneut über den Rentenanspruch entscheidet. In dem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
- 5.1 Das vorliegende Verfahren geht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen, es ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 bis IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 5.2 Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese ist gestützt auf Art. 61 lit . g ATSG in Ver bin dung mit § 34 Abs. 1 und 3 GSVGer unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 2' 000 . -- (inkl. Baraus lagen und MWSt ) festzusetzen. Das Gericht erkennt:
- Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 1
- März 2018 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zu rückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwägungen verfahre und hernach über den Renten anspruch des Beschwerdeführers neu verfüge.
- Die Gerichtskosten von Fr. 600 .-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
- Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschä digung von Fr. 2’000 .-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen.
- Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Thomas Laube - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
- Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
- Juli bis und mit 1
- August sowie vom 1
- Dezember bis und mit dem
- Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu legen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin HurstStadler
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich IV.2018.00379
IV. Kammer Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna Sozialversicherungsrichterin Fankhauser Gerichtsschreiberin Stadler Urteil vom 1 7. September 2019 in Sachen X.___ Beschwerdeführer vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Laube KSPartner Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1.
X.___, geboren 1966, war von 2 9. Dezember 2011 bis 3 1. Oktober 2013 als Leiter Versichertenverwaltung bei der Y.___ in einem 10 0 %-Pen sum angestellt (Urk. 6/16, Urk. 6/28, Urk. 6/45).
Am 1 1. März 2011 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der Sozial ver sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf eine seit 2007 bestehende bipolare Erkrankung zum Bezug von Leistungen der Invaliden versicherung an (Urk. 6/3). Angesichts dessen, dass der Versicherte von einer neuen Arbeitsstelle seit Mai 2011 berichtete, wies d ie IV-Stelle den An spruch auf berufliche Massnahmen aufgrund nicht mehr benötigter Unter stützung bei der Suche einer neuen Arbeitsstelle mit Verfüg ung vom 20. Juli 2011 ab (Urk. 6/14).
Der Versicherte meldete sich a m 1 0. Februar 2014 (Eingangsdatum) erneut bei der IV-Stelle
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an, unter Hin weis auf die
bipolare Störung sowie ein chronische s Schmerz syndrom
(Urk. 6/16).
Die IV-Stelle klärte die erw erblichen und medizinischen Verhält nisse ab, zog wiederholt die Akten der Krankentaggeld versicherung (Urk. 6/25, Urk. 6/34-37, Urk. 6/49-51, Urk. 6/115) bei und holte die Berichte der behan delnden Ärzte (Urk. 6/24, Urk. 6/30, Urk. 6 /56, Urk. 6/65, Urk. 6/74, Urk. 6/84, Urk. 6/112, Urk. 6/114, Urk. 6/120, Urk. 6/124, Urk. 6/125, Urk. 6/131, Urk. 6/139) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug, Urk. 6/23) ein
und prüfte berufliche Eingliederungs massnahmen (Urk. 6/ 45 S. 4). Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten Kostengutsprache für ein Aufbau training vom 1 1. Mai bis 1 0. November 2015 b e i der Z.___ (Mitteilung vom 7. Mai 2015, Urk. 6/ 61), welches bis zum 10.
Februar 2016 verlängert wurde (Mitteilung vom 2 8. Oktober 2015, Urk. 6/81) . Nach erfolg reichem Abschluss des Aufbautrainings (vgl. Abschlussbericht vom 2 8. Januar 2016, Urk. 6/94) über nahm die IV-Stelle die Kosten für die Arbeit zur Zeit überbrückung bei der Z.___ vom 1 1. Februar bis längstens 4. März 2016 (Mitteilung vom 1 0. Februar 2016, Urk. 6/95) und gewährte Leistungen im Rahmen eines Arbeitsversuches (Mitteilung vom 1 0. Februar 2016, Urk. 6/96) sowie Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die Z.___ (Schreiben vom 15. September 2016, Urk. 6/105). Nach einem Abschlussgespräch am 2 7. März 2017 (vgl. Urk. 6/136 S. 25) teilte die IV-Stelle mit Schreiben vom 2 7. April 2017 mit, da trotz Bemü hungen und Unterstützung innert angemessener Zeit keine Integration in den Arbeitsmarkt gelungen sei, werde die Arbeits vermittlung abge schlossen (Urk. 6/135). Ausgehend von der Möglichkeit einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes bei Abstinenz von sämt lichen illegalen und legalen Drogen auferlegte die IV-Stelle dem Ver sicherten mit Schreiben vom 3 1. Januar 2017 eine Schadenminderungspflicht im Rahmen einer Entzugsbehandlung, sprich einer kompletten Suchtmittelabstinenz für min destens sechs Monate und an schliessender Haaranalyse zum Abstinenz nachweis (Urk. 6/123). Nach Eingang des Haaranalysegutachtens der A.___ vom 6. November 2017 (Urk. 6/146) stellte die IV-Stelle mit Vor bescheid vom 4. Dezember 2017 die Ab weisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 6/148). Dagegen erhob der Ver sicherte mit Schreiben vom 1 3. Januar 2018 Einwand (Urk. 6/149). Mit Ver fügung vom 1 9. März 2018 ver neinte die IV-Stelle wie vorbeschieden einen Leistungsa n spruch (Urk. 6/152 = Urk. 2). 2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2 5. April 2018 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Beschwerde gegnerin sei zu verpflichten, ihm eine Invalidenrente auszurichten . Ferner sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuord n en (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 3 0. Mai 2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 5. Juni 2018 angezeigt wurde (Urk. 7). Gleichzeitig wurde ein zweiter Schr if ten wechsel angeordnet. Am 1 9. Juni 2018 reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein, wobei er an den bereits gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest hielt und eve ntualiter beantragte, es sei eine erneute Haaranalyse durch zu führen, diesmal mit den Kopfhaaren (Urk. 8). Die Beschw erdegegnerin verzichtete am 16. Juli 2018 auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 11), was dem Beschwerde füh rer am 1 7. Juli 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12). 3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingere ichten Akten wird, soweit erfor derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Gericht zieht in Erwägung: 1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundes gesetz es über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Sie kann Folge von Geburts gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetz es über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2
1.2 .1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl. BGE 139 V 547 E. 5, 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1 8. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2 .2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge richts 9C_590/2017 vom 1 5. Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funk tionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider spruchs frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen). 1.2 .3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1): - Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) - Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1) - Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1) - Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2) - Komorbiditäten (E. 4.3.1.3) - Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res sourcen, E. 4.3.2) - Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3) - Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4) - gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich baren Lebensbereichen (E. 4.4.1) - behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1 5. März 2018 E. 7.4). 1.3
Nach bisheriger und langjähriger höchstrichterlicher Rechtsprechung führten Suchterkrankungen als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Sie wurden im Rahmen der Invalidenversicherung erst relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt haben, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender, Gesundheitsschaden ein ge tre ten war, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesund heits schadens waren, dem Krankheitswert zukam. Ein invalidisierender psy chischer Gesundheitsschaden fehlte demgegenüber, wo in der Begutachtung im Wesentlichen nur Befunde erhoben wurden, welche in der Sucht ihre hin reichende Erklärung fanden (Hinweise zur bisherigen Rechtsprechung im zur Publikation vorgesehenen Urteil des Bundesgerichts 9C_724/2018 vom 1 1. Juli 2019 E. 4.1).
Diese bisherige Rechtsprechung änderte das Bundesgericht mit zur Publikation vorgesehenem Urteil 9C_724/2018 vom 1 1. Juli 2019 dahingehend, dass - fach ärztlich einwandfrei diagnostizierten - Abhängigkeitssyndromen beziehungs weise Substanzkonsumstörungen nicht zum vornherein jede invalidenver siche rungs rechtliche Relevanz abgesprochen werden kann (E. 5.3.3), sondern diese vielmehr als invalidenversicherungsrechtlich beachtliche (psychische) Gesund heitsschäden in Betracht fallen (E. 6).
Gemäss BGE 143 V 418 E. 6 f. ist die Frage nach den Auswirkungen sämtlicher psychischer Erkrankungen auf das funktionelle Leistungsvermögen grundsätzlich unter Anwendung des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 zu beantworten. Hierzu gehören nach dem oben Ausgeführten auch Abhängig keits syndrome (erwähntes Urteil 9C_724/2018 E. 6.2).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens kann und muss insbesondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen werden. Diesem kommt nicht zuletzt deshalb Bedeutung zu, weil bei Abhängig keitserkrankungen - wie auch bei anderen psychischen Störungen - oft eine Gemengelage aus krankheitswertiger Störung sowie psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorliegt. Letztere sind selbstverständlich auch bei Abhän gig keits erkrankungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funkt ionelle Folgen zeitigen (vgl. bezüglich der Depressionen BGE 143 V 409 ff. E. 4.5.2). Eine krank heitswertige Störung muss umso ausgeprägter vorhanden sein, je stärker psycho soziale oder soziokulturelle Faktoren das Beschwerdebild mitprägen (E. 6.3).
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann immerhin dort von einem struktu rierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder geeignet ist. Es bleibt daher etwa dann entbehrlich, wenn für eine - länger dauernde (Art. 28 Abs. 1 lit . b IVG) - Arbeitsunfähigkeit nach bestehender Akten lage keine Hinweise bestehen oder eine solche im Rahmen beweiswertiger fach ärztlicher Berichte in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (erwähntes Urteil 9C_724/2018 E. 7). 1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). 2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1 9. März 2018 (Urk.
2) hielt die Beschwer de gegnerin fest, die medizinische Abklärung habe ergeben, dass die Arbeits un fähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund des Suchtmittelkonsums begründet sei. Der Beschwerdeführer habe die ihm auferlegte Schadenminderungspflicht nicht umgesetzt, was eine sorgfältige Abklärung seines Gesundheitszustandes ver hin dert habe. Deshalb bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invaliden ver siche rung . 2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 2 5. April 2018 (Urk.
1) sowie in seiner Replik vom 1 9. Juni 2018 (Urk.
8) zusammengefasst geltend, die Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdegegnerin sei unzutreffend. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe aufgrund der bipolaren Störung, wobei er die hypomanen Episoden mit Drogen bekämpft habe. Dem ihm von der Beschwer de gegnerin auferlegte n Suchtmittelentzug sei er vollständig nachge kommen. Die vorliegende Haaranalyse sei nicht mit Kopfhaaren sondern mit den Beinhaaren durchgeführt worden, was den Nachteil mit sich bringe, dass der Zeitraum, den Körperhaare widerspiegeln, nicht eingegrenzt werden könne. Das positive Resul tat stamme dem entsprechend wohl vom langjährigen Konsum oder seinem letzten Rückfall im September 201 5. A ufgrund der bipolaren Störung sei er nur noch zu 50 bis 60 % in der Lage, eine angepasste Bürotätigkeit, möglichst ohne Zeitdruck, auszuüben, weshalb aus gesundheitlichen Gründen eine Invalidität von knapp 50 % bestehe. 3. 3.1
Seit April 2013 war der Beschwerdeführer bei med. pract . B.___, Assis tenz ärztin Psychiatrie in der C.___, in psychia trischer Behandlung. Sie diagnostizierte eine bipolare affektive Störung (ICD-10: F31.4) sowie psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide und Kokain (ICD-10: F11.22 und F14.26; vgl. Arztbericht vom 2 1. November 2013
[ Urk. 6/25/3 ] und Arztbericht vom 2 0. März 2014 [ Urk. 6/30]) . Im Februar 2014 begab sich der Beschwerdeführer in die D.___ zu einer integrierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Entwöhnungstherapie (vgl. Arztbericht vo m 1 9. Februar 2014, Urk. 6/24). Im Verlauf wurde eine Kokain- und Heroin abhängigkeit (ICD-10: F14.21 und F11.21) diagnostiziert
wobei der Beschwerde führer in beschützender Umgebung abstinent sei. Ausserdem wurde eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig hypomanische Episode, (ICD-10: F31.0) sowie ein schäd licher Gebrauch von Cannabinoiden (ICD-10: F12.1), eine Nikotinabhängig keit (ICD-10: F17.21) und ein Status nach chronischer Schmerzstörung mit soma tischen und psychischen Faktoren (ICD-10 : F45.41), zurzeit remittiert, festgehal ten (vgl. Arztbericht vom 2 6. Mai 2014, Urk. 6/36). Dr. med. E.___, Oberarzt in der D.___, konstatierte, aufgrund der auffälligen Geselligkeit und Gesprächigkeit sowie des andauernden gesteigerten Aktivitätsniveaus sei beim Beschwerdeführer von einer Bipolaren II Störung auszugehen, mit gegen wärtigen hypomanischen Zügen. Da der Beschwerdeführer in seiner Anamnese lediglich während solcher hypomanen Phasen Kokain konsumiert habe, sei während seinen Konsumzeiten auch eine substanzbedingte Manie zu vermuten . I m Rahmen sporadische r Atemluft- und Urinkontrollen seien b eim Beschwerde führer bislang keine Rückfälle fest gestellt worden. Hinsichtlich der Arbeits fähig keit empfahl en die behandelnden Ärzte dem Beschwerdeführer mit einem niedri gen Arbeitspensum wieder einzusteigen. 3.2
Vom 1 6. Oktober bis 8. Dezember 2014 war der Beschwerdeführer in de r
F.___ erneut in stationäre r psychiatrisch-psychotherapeutische r Be hand lung (vgl. Austrittsbericht vom 1 4. Januar 2015, Urk. 6/56).
D ie behan deln den Ärzte hielten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits fähigkeit im Wesentlichen fest: - Bipolare affektive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F31.3) - Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain: Schädlicher Gebrauch, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F14.1) - Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeits syn drom, mit Buprenorphin substituiert (ICD-10: F11.22) - Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika: Schädlicher Gebrauch, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F13.1) - Bronchopneumonie, nicht näher bezeichnet (ICD-10: J18.0)
Die Anamnese und Befunde würden für eine depressive Episode mittelgradiger Ausprägung im Rahmen einer vordiagnostizierten bipolar affektiven Störung sprechen, wobei die Kriterien, wie niedergeschlagene Stimmung seit über zwei Wochen, Verlust von Freude, verminderter Antrieb und gesteigerte Ermüdbarkeit, Verlust des Selbstvertrauens, wiederkehrende Ge danken an Suizid und Klagen über vermindertes Konzentrationsvermögen, erfüllt seien. Aufrechterhaltend für das depressive Syndrom seien multiple Belastungs faktoren einschliesslich fehlen der Tages struktur sowie ein Mangel an funk tionalen Copingstrategien . Der Beschwerdeführer habe eine integrative Einzel psychotherapie erhalten und regel mässig an multimodalen, individuell zusammengestellten Gruppentherapie pro gramm en mit interpersoneller Psycho therapie teilgenommen. Dadurch h abe sich
sein psychischer Gesundheitszustand verbessert, sodass der Beschwerde führer im Dezember 2014 in stabilisiertem teilremittierten Zustand bei fehlenden Hinweisen auf akute Selbst- oder Fremd gefährdung in die vorbestehenden Ver hältnisse habe entlassen werden können . Die Arbeitsfähigkeit sei jedoch nach wie vor, insbe sondere durch die Antriebs minderung, die Konzentrations störungen und das Gedankenkreisen mit Ein schränkungen in der Handlungs strukturierung, ein ge schränkt. 3.3
In der Folge nahm der Beschwerdeführer beim G.___ an einem 8-wöchigen Tagesprogramm mit verschiedenen Therapie modulen teil, deren Zweck die Gewährleistung einer Tagesstruktur, die Aufrecht erhaltung der Abstinenz, die Compliancekontrolle, die kognitive Umstruk turie rung (funktionale Copingstrategie) sowie die soziale Reintegration war (vgl. Arzt bericht vom 1. Juni 2015, Urk. 6/65). Die behandelnden Ärzte erachteten den Beschwerdeführer trotz mittelgradig gebessertem Zustand weiterhin vollständig arbeitsunfähig. Prognostisch günstig sei en die Therapiemotivation des Beschwer de führers sowie die reduzierte depressive Symptomatik, ungünstig hingegen die Rückfalltendenz und die Complianceproblematik (Urk. 6/120). 3.4
Aufgrund eines Rückfalls trat der Beschwerdeführer a m 1 4. August 2015 in die H.___ ein und war bis zum 4. September 2015 hospitalisiert (vgl. Austrittsbericht vom 7. September 2015, Urk. 6/74/7-10). Es wurde ein Methadon-gestützter Opioid -E ntzug durchgeführt, der komplika tions los verlaufen sei, und nach Austritt fortgeführt werden sollte. Nebenwirkun gen der Opioidsubstitution seien Müdigkeit, Fahruntüchtigkeit, Obstipation . Die behandelnden Ärzte konstatierten weiter, der Be schwerde führer sei optimistisch und sehr motiviert dabei, an seiner beruflichen Wiedereingliederung zu arbeiten. Im Rahmen ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 2. November 2015 (Urk. 6/84) führten die Ärzte der H.___ aus, auf längere Sicht sei der Beschwerdeführer wahr scheinlich eingeschränkt arbeitsfähig. Er sei motiviert und diszipliniert, sehe aber re flektiert, dass seine Erkrankung schlecht mit Belastung und hoher Ver antwor tung vereinbar sei. Eine Vollzeit beschäf ti gung sowie Führungs positionen seien auf grund der Erkrankung mit einher gehen der beschränkter Belastbarkeit wahr scheinlich nicht mehr möglich. Er habe jedoch gute Aussichten auf Stabilisierung, vor allem wenn seine affektive Störung ausreichend therapiert werde und die Opioid-Abhängigkeit substituiert bleibe. 3.5
Die nachbehandelnden Ärzte des C.___ berichteten am 1 3. Februar 2017 (Urk. 6/124) über eine gewisse Stabilisierung unter Lithium-Therapie. Die Schwere der Phasen (Manie/Depres sion) seien abgemildert worden und auch der Phasenwechsel verlaufe langsamer, es habe eine teilweise Remission mit leichter (phasenweise mittelschwerer) depressiver Symptomatik erreicht werden können. Aufgrund der schweren affektiven Störung sei langfristig mit einer deutlichen Reduktion der Arbeits fähigkeit zu rechnen. Der Substanzkonsum sei moderat und ohne Auswir kungen auf die Arbeitsfähigkeit. Entsprechend führten sie die Diagnose psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain, ICD-10: F14.20, (abstinent seit August 2015), und durch Opioide, ICD-10: F11.20, (abstinent seit August 2015, Teilnahme an einem ärztlich überwachten Ersatzdrogenprogramm bis Oktober 2016) unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Sie empfahlen eine angepasste Tätigkeit zu 40 % mit dem Versuch, die Arbeits fähigkeit schrittweise zu steigern. Ein Arbeitspensum von nicht mehr als 5-6 Stunden pro Tag sei noch zumutbar. Es bestehe ein vermindertes Arbeitstempo und ein Leistungsabfall nach ca. 5-6 Stunden.
Im Verlaufsbericht vom 1 7. Juli 2017 (Urk. 6/139) hielten die Ärzte des C.___ mit Blick auf die einzig aktuelle Diagnose einer bipolaren affektiven Störung, remittiert unter prophylaktischer Behandlung, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest, zu Behandlungsbeginn (2013) sei der Beschwerdeführer aufgrund einer schweren depressiven Episode nicht arbeitsfähig gewesen und habe seither mehrere depressive wie auch hypomane Episoden erlebt. Der Beschwerdeführer leide unter andauernder hoher innerer Anspannung. Der Abbau des Cannabiskonsums erhöhe diese innere Anspannung. Die von der Beschwerdegegnerin geforderte Cannabisabstinenz setze den Beschwerdeführer unter Druck und könne zusätzlich destabilisierend wirken und eine Dekompen sation nach sich ziehen. Als angepasste Tätigkeit nannten sie eine Bürotätigkeit möglichst ohne Zeitdruck, da hoher Stress depressive wie auch manische Episo den auslösen könnte. 3.6
Dem Protokoll der Eingliederungsberatung (Urk. 6/136) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer beim Arbeitsversuch eine Arbeitsfähigkeit von 40 % zeigte, bei schwankenden Leistungen im Tagesverlauf und einer Präsenzzeit von fünf Stunden am Tag (Urk. 6/136/22).
3.7
Im Nachgang der mit Schreiben vom 3 1. Januar 2017 auferlegten Schadenmin derungspflicht wurde eine Haaranalyse durchgeführ
t. Geprüft wurden Beinhaare, wobei dies e ohne Unterteilung als Ganzes untersucht wurden. Im Bericht des A.___ vom 6. November 2017 (Urk. 6/146) wurde festgehalten, eine exakte Eingrenzung des Zeitraums, den Körperhaare widerspiegeln, sei nicht möglich. Sehr grob ab ge schätzt würden die untersuchten Beinhaare Auskunft über den durch schnittlichen Konsum mindes tens der letzten vier bis sieben Monate vor de r Sicherstellung der Haarprobe a m 2 5. Oktober 2017 geben. In der untersuchten Haarprobe seien Cocain und dessen Metaboliten Benzoylecgonin und Norcocain nachgewiesen worden. Damit sei der Konsum von Cocain bewiesen, wobei die festgestellte Cocain -Konzentration im mittleren Bereich liege und mit einem schwachen bis mittelstarken Cocain -Konsum innerhalb der genannten Zeitperiode vereinbar
sei. Ferner seien auch die Designerdrogen 3,4-Methylendiox ymethamphet amin (MDMA) und 3,4-Methyl endiox yamphetamin (MDA) nachgewiesen worden, was den Konsum von MDMA (z.B. Ecstasy, XTC) beweise. Die festgestellte MDMA-Konzentration liege im unteren Bereich und sei mit einem schwachen, vereinzelten MDMA-Konsum innerhalb der genannten Zeitperiode vereinbar. 3.8
In Bezug auf die durch die behandelnden Ärzte attestierte bipolare Störung hielt m ed. pract . I.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), fest, aus psychiatrischer Sicht sei diese Diagnose, welche auf anamnestischen Angaben beruhe, unsicher, insbe son dere bei Einfluss auf die Affektivität durch wechselnden Konsum illegaler Drogen, abgelöst von Substitution, Beikonsum, Entzug und Abstinenz. Eine redu zierte Leistungsfähigkeit sei nachvollziehbar, jedoch am ehesten durch die Be gleit er scheinungen des Drogenkonsums oder Nebenwirkungen des Medikamentes zur Opiatsubstitution bedingt und weniger durch eine affektive Störung. Die Arbeits fähigkeit könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch eine von legalen und illegalen Drogen abstinente Lebensweise gesteigert werden. Medizinisch-theoretisch könne durch entsprechende Massnahmen eine Arbeits fähigkeit von 80 % in angepasster Tätigkeit erwartet werden (vgl. Feststellungs blatt, Urk. 6/147 S. 5f.). 4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass gestützt auf diese Analyse davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer in den vier bis sieben Monaten vor der Haarentnahme (Oktober 2017) nicht vollständig abstinent war. Obwohl die Körperhaare keine genaue zeitliche Unterteilung zulassen und der geprüfte Zeitraum gemäss Gutachter nur grob geschätzt werden kann, ist entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers (Urk. 8 S. 7) auszuschliessen, dass der Substanznachweis auf den Konsumvorfall im September 2015 oder gar den langjährigen Konsum ab 2009 zurückzuführen ist, zumal die weiteren geprüften Stoffe, insbesondere das Substitutionsmedikament Methadon, negativ ausfielen (vgl. Urk. 6/146/2), was die Angabe des Beschwerdeführers untermauert, seit Oktober 2016 keine substi tuierenden Medikamente mehr einzunehmen (Urk. 6/127). Eine erneute Haar analyse ist daher nicht anzuordnen. Damit ist der Beschwerdeführer der mit Verfügung vom 3 1. Januar 2017 (Urk. 6/123) auferlegten Schadenminderungs pflicht grundsätzlich nicht nachgekommen. Zu prüfen ist, welche Folgen dies für die Beurteilung des Rentenanspruchs zeitigt. 4.2
RAD-Arzt Dr. I.___ schätzte – ohne eigene Untersuchung des Beschwerde führers – die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auf 80 %, wobei er den Einfluss von Suchtmitteln ausklammerte und die Diagnose einer bipolaren Störung als fraglich erachtete, das heisst die reduzierte Leistungsfähigkeit einzig auf den intermittierenden Drogenkonsum bzw. die substituierenden Medikamente zurückführte (E. 3.8). Die behandelnden Ärzte des C.___ verneinen demgegenüber eine Leistungseinschränkung aufgrund des (gelegentlichen) Bei konsums und führen die Arbeitsunfähigkeit einzig auf die affektive Störung zurück, welche unter Lithium jedoch relativ stabil geblieben sein soll (E. 3.5). Beide medizinischen Einschätzungen lassen hinsichtlich Begründungsdichte und Schlüssigkeit eine abschliessende Beurteilung der invalidenversicherungsrecht lich relevanten Einschränkungen nicht zu. Es kann angesichts der divergierenden medizinischen Unterlagen nicht gesagt werden, ob eine vom Suchtmittelkonsum unabhängige, leistungseinschränkende affektive Störung vorliegt oder ob eine solche (bipolare) Störung massgeblich substanzinduziert ist und/oder keine leis tungseinschränkenden Folgen bei vollständiger Abstinenz zeitigt. Kommt hinzu, dass gemäss dem zur Publikation vorgesehenen Urteil des Bundesgerichts 9C_724/2018 vom 1 1. Juli 2019 auch einem ärztlich einwandfrei diagnostizierten Abhängigkeitssyndrom beziehungsweise einer Substanzkonsumstörung nicht zum vornherein jede invalidenversicherungsrechtliche Relevanz abgesprochen werden kann, sondern diese vielmehr als invalidenversicherungsrechtlich beacht liche (psychische) Gesundheitsschäden in Betracht fallen, wobei dies in Bezug auf den Schweregrad der Abhängigkeit und damit der zu beachtenden Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eines strukturierten Beweisverfahrens bedarf (E. 1.3.). Es ist nicht dargetan, dass weitere medizinische Sachverhaltsabklärungen nicht möglich sind, weil von einem anhaltenden, wenn auch moderaten (vgl. E. 3.7), Drogenkonsum auszugehen ist. Immerhin erklärten die behandelnden Ärzte des C.___, dass - ausser Müdigkeit infolge der damals noch abgegebenen substituierten Medikamente – keine Leistungseinbussen durch den (gelegent lichen) Beikonsum zu verzeichnen seien, was nicht begründet widerlegt wurde. Soweit also Anhaltspunkte für invalidenversicherungsrechtlich beachtliche psychische Einschränkungen vorliegen (insbesondere die affektive Störung) und weitere Sachverhaltsabklärungen möglich sind, darf im Rahmen des Unter suchungsgrundsatzes (Art. 61 lit . c ATSG) die Folge der Beweislosigkeit nicht greifen (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221; 117 V 261 E. 3b S. 264 mit Hinweis).
Es sind daher weitere medizinische Abklärungen zur Frage, ob ein invalidenver sicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden mit Einfluss auf die Arbeits fähigkeit vorliegt, notwendig. Je nach Ergebnis werden weitere erwerbliche Abklärungen notwendig. Zu diesem Zweck ist die Sache unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 1 9. März 2018 an die Beschwerdegegnerin zurück zuweisen, damit sie die notwendigen medizinischen (psychiatrischen) Abklärungen unter Beachtung der neuen Rechtsprechung zur Sucht einholt und gestützt hierauf erneut über den Rentenanspruch entscheidet.
In dem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen. 5. 5.1
Das vorliegende Verfahren geht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen, es ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 bis IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese ist gestützt auf Art. 61 lit . g ATSG in Ver bin dung mit § 34 Abs. 1 und 3 GSVGer unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 2' 000 . --
(inkl. Baraus lagen und MWSt) festzusetzen. Das Gericht erkennt: 1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 1 9. März 2018 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zu rückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwägungen
verfahre und hernach über den Renten anspruch des Beschwerdeführers neu verfüge. 2.
Die Gerichtskosten von Fr. 600 .-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt. 3.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschä digung von Fr. 2’000 .-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen. 4.
Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Thomas Laube - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 5.
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin HurstStadler