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IV.2017.00323

Erstanmeldung, mangels Arbeitsunfähigkeitszeugnissen und objektivierbaren Befunden ist ein invalidisierender Gesundheitsschaden nicht ausgewiesen; Abweisung.

Zürich SozVersG · 2018-05-22 · Deutsch ZH
Quelle Original Export Word PDF BibTeX RIS
Sachverhalt

1.

1.1

X.___, geboren 1962, meldete sich am 27. Oktober 2004 erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Mit Schreiben vom 10. Mai 2006 zog der Versicherte sein Leistu ngsbegehren zurück (Urk. 7/28).

Am 22. September 2008 erfolgte durch den Arbeitgeber des Versicherten eine Meldung zur Früherfassung (Urk. 7/29, Urk. 7/31). Nach entsprechenden Abklärungen erachtete die IV-Stelle eine Anmeldung bei der Invalidenversicherung als nicht notwendig (Schreiben vom 17. November 2008; Urk. 7/35). 1.2

Am 14. August 2015 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invaliden versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/40). Die IV-Stelle klärte daraufhin die medizinische und erwerbl iche Situation ab und zog Akten des

Kranken taggeldversicherers bei (Urk. 7/41, Urk. 7/62) . Nach ergangenem Vorbescheid (Urk. 7/69) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom

13. Februar 2017 einen Renten anspruch (Urk. 7/70 = Urk. 2) . 2.

Der Versicherte erhob am

16. März 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom

13. Februar 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, den Sachverhalt seriös abzuklären und ihm hierauf die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Urk. 1 S. 2).

Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom

20. April 2017 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am

2. Mai 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8). Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die: a.

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her stellen, erhalten oder verbessern können; b.

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min des tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c.

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.3

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits unfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 1.4

Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsan spruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizi nischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweis material zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt.

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). 2. 2.1

Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass

der Beschwerdeführer durch sein Leiden nicht dauerhaft arbeitsunfähig sei. Er sei nur nach der Operation beziehungsweise nach den Eingriffen für kurze Zeit arbeitsunfähig gewesen. Aus medizinischer Sicht könne der Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit weiterhin ausüben. Dabei müsse eine Toilette kurzfristig erreichbar sein. Da der Beschwerdeführer keine Erkrankung habe, die zu einem länger dauernden Ausfall der Erwerbsfähigkeit führe, habe er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente und berufliche Massnahmen (S. 1). 2.2

Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer beschwerdeweise auf den Standpunkt (Urk. 1), er habe sich aufgrund eines urologischen Leidens zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Gemäss Bericht von Dr. Y.___

bestehe eine Blasenentleerungsstörung mit einer fast nicht beherrschbaren Drangsymptomatik. Wahrscheinlich liege eine chronische, nicht behandelbare Prostatitis vor, gleichzeitig habe sich am Blasenausgang eine narbige Veränderung nach der transurethralen Prostatasektion entwickelt. Es trete immer wieder Urinverlust auf. Die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit würde erst in Frage kommen, wenn die Blasenentleerungsstörung behoben sei. Bei Dr. Y.___ handle es sich um den vom privaten Taggeldversicherer beigezogenen Gutachter (S. 3 Ziff. 4). Die Beschwerdegegnerin habe den Anspruch offen sichtlich lediglich gestützt auf die Beurteilung von Dr. Y.___ sowie auf die Akte nbeurteilung der Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) verneint (S. 3 Ziff. 6). Ein Abstellen auf ein Gutachten, welches von einem privaten Krankentaggeldversicherer mit offensichtlichen wirtschaftlichen Interessen bei einem Vertrauensarzt in Auftrag gegeben worden sei, sei indes kein Beweis mittel im Sinne von Art. 43 ATSG, zumal ein privater Versicherer im Gegensatz zur IV-Stelle nicht zur Abklärung des Sachverhalts verpflichtet sei, sondern vielmehr einen Gewinn anstrebe (S. 4 Ziff. 7). Durch das Abstellen auf den Bericht von Dr. Y.___ sei der Untersuchungsgrundsatz verletzt worden. Weder der Bericht von Dr. Y.___ noch die Aktenbeurteilung der RAD- Ärztin sei en geeignet, als Grundlage für die Beurteilung seiner Ansprüche zu dienen (S. 4 Ziff. 8). Er stehe noch immer in urologischer Behandlung und die Blasen entleerungsstörung bestehe noch immer (S. 4 Ziff. 9). Selbst gemäss Dr.

Y.___ komme die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit erst in Frage, wenn die Blasenentleerungsstörung behoben sei. Dr. Z.___ halte im Übrigen eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität fest, was eine Einschränkung der Arbeits fähigkeit impliziere (S. 4 Ziff. 11). Hinzu komme, dass sich bei ihm zwischen zeitlich ein Nierenschaden entwickelt habe, welcher ebenfalls Aus wirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe (S. 4 Ziff. 12). 2.3

Strittig und zu prüfen ist

somit der Anspruch auf eine Invalidenrente und in d iesem Zusammenhang insbesondere die Höhe der Arbeitsfähigkeit. 3. 3.1

Dr. med. A.___, Fachärztin für Urologie,

B.___, nannte im Bericht vom 16. Juni 2015 (Urk. 7/41/5-7) als Diagnosen eine benigne Prostata hyperplasie Stadium II, Rezidiv-Steinbilder, eine erektile Dysfunktion, einen Status nach offener Cholezystektomie, einen Status nach Gastric

banding, einen Nikotinabusus sowie einen unspezifischen Nodulus

laterobasal im Lungenunter lappen links. Dazu führte sie aus, der Beschwerdeführer habe sich zur Verlaufs kontrolle vorgestellt. Das Medikament Duodart habe dem Beschwerdeführer über haupt nicht geholfen. Weiterhin bestünden Schmerzen bei der Miktion, sehr erschwertes Wasserlösen mit nur schwachem Harnstrahl, persistierend sei die Harndrangsymptoma t i k und zum Teil tropfenweiser ungewollter Urinverlust. Sie könne die Beschwerden nicht eindeutig der Prostata zuordnen . Dennoch sehe sie als letzten Therapieversuch/Therapieoption die transurethrale Resektion (TUR) der Prostata. Sie habe mit dem Beschwerdeführer über die möglichen Komplikationen und auch das Persistieren der Schmerzen bei der Miktion sowie der Harndrangsymptomatik gesprochen. Die TUR-Prostata werde voraussichtlich im Juli 2015 stattfinden. 3.2

Dr. A.___ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 22. September 2015 (Urk.

7/50/8-10) aus, es bestehe weiterhin ein ausgeprägter Harndrang. Wenn nicht sofort die Toilette aufgesucht werde, gehe der Urin ungewollt in die Hose. Vorlagen (richtig wohl: Einlagen) würde der Beschwerdeführer zurzeit nicht verwenden. Die Miktionsfrequenz werde mit etwa stündlich tagsüber und drei bis viermal Nykturie, bei einer Trinkmenge von zwei bis drei Liter am Tag angegeben. Beim Wasserlösen würden gute Urinportionen bestehen und der Urin würde sich mit gutem Strahl lösen. Das Wasserlösen selber sei im Ver gleich zu vor der Operation wesentlich besser. Am Ende des Wasserlösen s bestehe ein Brenn en im Bereich der Harnröhre. Sie führte weiter aus, die TUR Pro stata sei mittlerweile drei Monate her. Weshalb weiterhin diese ausgeprägte Drangsymptomatik mit Harndranginkontinenz bestehe, sei ihr unklar. 3.3

Dr. med. C.___, Fachärztin für Urologie,

B.___,

berichtete am 30.

Oktober 2015 (Urk. 7/50/6-7) über eine videourodynamische Untersuchung und nannte als Diagnosen eine hyperaktive Harnblase ohne Detrusorhyper aktivität (sensorische Urge) sowie eine benigne Prostatahyperplasie mit Status nach TUR-Prostata. Dazu führte sie aus, beim Beschwerdeführer liege allenfalls eine hyperaktive Harnblase ohne Detrusorhyperaktivität vor. Es hätte keine echte Detrusorhyperaktivität nachgewiesen werden können. Die Blasenkapazität sei völlig normal gewesen . Es liege keine persistierende infravesikale Obstruk tion durch die benigne Prostatavergrösserung vor. Nachdem keine organische Ursache für die Überaktivität der Harnblase vorliege, habe sie dem Beschwerde führer Betmiga verordnet, dessen Wirkung werde man frühestens in sechs bis acht Wochen beurteilen können. 3. 4

Dr. A.___ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 10. November 2015 (Urk.

7/50/1-4) aus, sie behandle den Beschwerdeführer sei t Mai 2014 (Ziff. 1.2) und nannte als Diagnosen eine hyperaktive Harnblase, eine rezidivierende Nephrolit iasis sowie eine Prostatahyperp lasie (Ziff. 1.1) . Dazu führte sie aus, die Nephrolitiasis könne immer wieder auftreten, die Prostata sei abschliessend behandelt und die hyperaktive Harnblase werde medikamentös therapiert (Ziff.

1.4). Die Frage der Arbeitsunfähigkeit könne sie als behandelnde Ärztin nicht beantworten, sie denke, dass der Hausarzt Dr. D.___ dafür der richtige Ansprechpartner sei (Ziff. 1.6). 3. 5

Dr. med. D.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 18. Dezember 2015 (Urk. 7/51/1-4) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit Mai 2014 (Ziff. 1.2) und nannte als Diagnosen eine Harndrangsymptomatik mit Harndranginkontinenz bei Status nach TUR Pro stata, eine benigne Prostatahyperplasie, eine Prostatolithiasis sowie rezidi vierende Steinbilder (Ziff. 1.1). Eine Prognose sei zurzeit unbestimmt (Ziff.

1.4). Weitere Informationen inklusive Arbeitsfähigkeit sollen bei den behandelnden urologischen Fachä rzten von B.___ verlangt werden (Ziff. 1.11). 3. 6

Dr. A.___ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 12. Februar 2016 (Urk.

7/62/6-8) aus, warum es zu dieser Harndrangsymptomatik mit Harn inkontinenz nach der von ihr durchgeführten TUR-Prostata gekommen sei, könne sie nicht eruieren. Auch die Kollegin Frau Dr. C.___ habe bei der urodynamischen Untersuchung keine groben Auffälligkeiten au s ser der senso rischen Urge feststellen können. In einer diagnostischen Urethrozystoskopie Ende letzten Jahres hätte sich die Sphinkterregion intakt gezeigt, der Beschwer deführer habe a uf Aufforderung den Sp h inkter zu 100 % schliessen können. Da sämt liche Anticholinergika und auch Betmiga zu keiner Besserung der Beschwer den geführt hätten, soll nun ein Therapieversuch mit Becken boden gymnastik und Elektrostimulation durchgeführt werden (S. 2 unten f.) . 3.7

Im Überweisungsbericht ans E.___ vom 10. Mai 2016 (Urk. 7/62/2-4)

führte Dr. A.___ unter anderem aus, sie bitte die Harndrang symptomatik und Harndranginkontinenz-Situation nochmals zu evaluieren. Nach der von ihr durchgeführten TUR-Prostata könne der Beschwerdeführer wieder sehr gut Wasser lösen mit einem guten maximalen Flow. Leider habe postoperativ eine Harndrangsymptomatik kombiniert mit Harndranginkontinenz begonnen, für die sie keine Ursache finden könne. Zystoskopisch habe sich der S p hinkter zu 100 % schliessend gezeigt. Auch die Urodynamik habe keine Pathologie ausser der sensorischen Urge ergeben. Sämtliche ausprobierten Anticholinergika sowie auch Betmiga hätten zu keiner Besserung der Beschwerden geführt. 3. 8

Dr. med. Y.___, Facharzt für Urologie, berichtete am

6. Juli 2016 (Urk.

7/62/37-40) von einer am 5. Juli 2016 durchgeführten Untersuchung und nannte

als Diagnosen eine Prostatahyperplasie mit irritativen Beschwerden, eine persistierende Drangsymptomatik sowie eine rezidivierende Urolithiasis links (S.

1). Dazu führte er aus, der Untersuchungszeitpunkt sei ungünstig gewesen, da der Beschwerdeführer vor knapp zehn Tagen einen Eingriff am linken Harnleiter gehabt habe. Die Harnleiterschiene sei erst am 4. Juli 2017 entfernt worden, so dass Restbeschwerden von dieser Behandlung bestanden hätten. Er habe die Untersuchung wegen dieser Beschwerden nicht vollständig durch führen können. Gewisse Befunde seien, wegen der kaum 24-Stunden zurück liegenden Blasenspiegelung nicht eindeutig zu verwerten.

Wahrscheinlich liege eine chronische, nicht behandelte Prostatitis vor, gleichzeitig habe sich am Blasen ausgang nach der transurethralen Prostatasektion eine narbige Ver änderung entwickelt (S. 2 Ziff. 1).

Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er beim kleinsten Ha rn drang die Toilette aufsuchen müsse und diesen Drang kaum je unterdrücken könne . Dem entsprechend steh e er des Nachts drei bis vier Mal zum Wasser l ösen auf, allerdings komm e es des Nachts nie zum Einnässen. Tagsüber such e der Beschwerdeführer im häuslichen Umfeld die Toilette in halb bis stündlichen Abständen auf, ausser Haus könne er den Urin bis zu maximal zwei Stunden knapp zurückhalten. Der heftige Ha rn drang verstärk e sich beim Gang zur Toilette, so dass der U rin nicht immer ganz zurückgehalten werden könne . Obwohl immer wieder Urinverlust auftrete, trage der Beschwerdeführer k eine Einlagen, vielmehr wechsle er seine Unterhosen drei bis viermal täglich. Zum Schluss der Miktion könne es etwas brennen, blutigen Urin habe der Beschwerdeführer nie beobachtet, der Ha rn strahl sei gut, es

besteh e auch kein Restharngefühl und nur m ä ssiges Nachträufeln nach dem Wasser l ösen.

Der Beschwerdeführer berichte, dass beim Husten gelegentlich Ha rn drang auftrete und dann ein Urinverlust erfolgen könne, beim Treppensteigen, sowohl aufwärts wie abwärts, verlier e er keinen U rin, beim Aussteigen aus dem Auto könne der Ha rn drang heftig werden und ein Verlust auftre ten, bei Spaziergängen soll es gelegentlich ebenfalls zu imperativem Harndrang und Einnässen kommen (S. 2 Ziff. 1a) .

Die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden hätten in der Unter suchungs situation nur teilweise nachvollzogen werden können. Der Beschwer de führer habe beim Betasten der Blase Harndrang geäussert, ein erheblicher Urin verlust sei in der Untersuchungssituation bei einem Füllungs volumen von 180 Milliliter nicht zu beobachten gewesen (S. 3 oben).

Im Gespräch sei der Beschwerdeführer, der als Automechaniker tätig gewesen sei, nicht in der Lage seinem Beruf nachzugehen, solange die Drang sympto matik besteh e . Der Beschwerdeführer könne sich auch nicht vorstellen, seine Arbeit wenigste ns teilweise wiederaufzunehmen (S. 3 Ziff. 3). Aufgrund dieser Angaben sei nicht zu erwarten, dass der Beschwerdeführer bei einem anderen Arbeitgeber seine Tätigkeit als Automechaniker aufnehmen würde (S. 3 Ziff. 4). Weiter

sei es fraglich, dass der Beschwerdeführer zu einer, auch leichte n beruflichen Tätigkeit zu moti vieren sei, solange die Drangsymptomatik besteh e . Allenfalls komm e die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit infrage, wenn die Blasenentleerungs-Störung behoben sei und die allfällige chronische Prostata ent zündung zur Ausheilung komm e (S. 3 Ziff. 5) . Aufgrund der zur Verfügung stehenden Unterlagen habe der Beschwerdeführer bereits vor dem Prostata eingriff über eine Drangsymptomatik geklagt, im Aufklärungsgespräch bei der behandelnden Urologin sei er darauf hingewiesen worden, dass diese Beschwerden allenfalls andauern können und unter Ums tänden auch fort bestehen werden (S. 3 unten). Die behandelnde Urologin habe auch erwähnt, dass sie nicht sicher sei, dass die vom Beschwerdeführer damals geklagten Beschwerden auf die Prostatavergrösserung zurückzuführen seien (S. 4 oben). 3. 9

Nach Durchführung einer Ureterorenoskopie, Laserlithotripsie, Steinentfernung und DJ- Kathetereinlage links am E.___, Klinik für Urologie, am 26. Juni 2016 (Operations- und Austrittsbericht; Urk. 7/62/41-44) nannten die Ärzte nach sonographischer Nachkontrolle im Bericht vom 27. Juli 2016 (Urk. 7/62/45-47) als Diagnosen irritative Miktionsbeschwerden seit der Ureterorenoskopie, eine Steinfreiheit links, einen Status nach TUR-Prostata bei Prostataobstruktions syndrom, eine Blasenhalssklerose, eine erektile Dysfunktion, einen Status nach offener Cholezystektomie sowie einen Status nach gastric

banding (S. 1). Dazu führten sie aus, die vom Beschwerdeführer aktuell beschriebenen linksseitigen Flankenschmerzen seien am ehesten als muskuloskelettal zu bewerten. Des Weiteren werde die erhöhte Miktionsfrequenz am ehesten durch die bekannte Blasenhalssklerose verursacht, wobei differentialdiagnostisch auch eine Reizung der Prostata im Rahmen des letzten Eingriffs zu diskutieren sei. 3. 10

Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Vertrauens ärztlicher Dienst, Helsana Versicherungen AG, führte in seiner Stellungnahme vom 8. September 2016 (Urk. 7/62/48-49) aus, d er Beschwerdeführer sei auf grund von unklaren Miktionsbeschwerden seit dem 19. März 2015 durchgehend 100

% arbeitsunfähig. Eine Vielzahl von Untersuchungen hätten keine objekti vierbaren Befunde aufzeigen können. Die bisherigen therapeuti schen Bemühungen, konservativ-medikamentös und operativ, hätten die sub jektiv beklagten Miktionsbeschwerden nicht beeinflussen können . Die behandeln den Urologen der B.___ -Praxis hätten keine Arbeitsunfähigkeits zeugnisse aus gestellt, auch auf gezielte Anfrage nicht. Stattdessen hätte der Hausarzt Dr.

D.___ entsprechende Zeugnisse ausgestellt.

Dr. D.___ sei nach telefonischer Rücksprache am 5. April 2016 auch nicht überzeugt, dass der Beschwerdeführer arbeitsunfähig sei und seine Angaben plausibel seien. Er sei mit der Beurteilung einverstanden, dass ab dem 22. April 2016 eine volle Arbeitsfähigkeit besteh e, mit der Einschränkung, dass der Beschwerdeführer in nützlicher Frist eine Toilette am Arbeitsplatz aufsuchen könne.

Trotz dieses Konsenses habe Dr. D.___ weiterhin Zeugnisse für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgestellt. Deshalb sei eine weitere urologische Meinung bei Dr. Y.___ eingeholt worden. Diese sei nicht schlüssig ausgefallen, einerseits wegen ungünstige r Umstände (am Vortag sei eine Ureterschi ene wegen eines Nierensteinleidens entfernt worden, weshalb noch Restbeschwerden vorhanden gewesen seien) und andererseits, weil die Arbeitsunfähigkeits beurteilung nur auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers erfolgt seien, ohne diese mit den objektiven Befunden zu korrelieren. Aufgrund der g eklagten Beschwerden (starker Harndrang, drei bis viermal nachts Wasserlösen, tags, ausser Haus alle zwei Stunden Miktion, keine Einlagen) sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit als Werkstattmitarbeiter medizi nisch nicht nachvollziehbar (S. 1). Trotz weiterhin attestierter 100%iger Arbeitsunfähigkeit, habe Dr. D.___ am 1. September 2016 erneut telefonisch bestätigt, dass er von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit nicht überzeugt sei und der Beschwerde führer sicherlich zumindest teilweise arbeiten könnte.

Zusammenfassend sei festzuhalten, dass aufgrund eines gesteigerten Harn dranges ohne objektivierbare Ursache mit einer Miktionsfrequenz von ein - bis vier mal stündlich eine seit nun eineinhalb Jahren bestehende 100%ige Arbeitsun fähigkeit medizinisch nicht nachvollziehbar sei (S. 2). 3. 1 1

Dipl.- m ed.

G.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Prävention und Gesundheitswesen, RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom 19. Oktober 2016 (Urk. 7/67/3-4) aus, eine Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liege nicht vor. Eine Einschränkung in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Werkstattmitarbeiter bestehe dahingehend, dass eine erhöhte Miktionsfrequenz und Harndranginkontinenz bestehe und eine Toilette in nützlicher Frist erreichbar sein müsse. Die bisherige Tätigkeit könne weiterhin verrichtet werden, sofern eine Toilette kurzfristig erreichbar sei. Aus versicherungsmedizinisch-theoretischer Sicht, bestehe seit jeher eine voll ständige Arbeitsfähigkeit, welche jeweils aufgrund der operativen/invasiven Ein griffe kurzzeitig unterbrochen gewesen sei.

Ein Gesundheitsschaden, welcher sich längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auswirke, habe vorliegend nicht festgestellt werden können. Aus urologischer Sicht liege keine längerfristige arbeitsunfähigkeits begründende Erkrankung vor. Die Operation der Prostata und die Entfernung von Harnsteinen bewirke jeweils für einen kürzeren Zeitraum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Vertrauensarzt der Helsana habe berichtet, dass der Hausarzt weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiere, obwohl er im Telefonat nicht davon überzeugt sei, dass der Beschwerdeführer t atsächlich krank sei. Sämtliche Feststellungen würden auf subjektiv geäusserten Beschwerde n basieren, trotz wiederholter urologischer Abklärungen seien keine objektivierbaren Befunde feststellbar gewesen. Eine diskrete Harninkontinenz sei nach Prostataresektion nicht ungewöhnlich. Diesem Symptom könne mit der Verwendung von Einlagen begegnet werden. Die Verwendung von Einlagen sei dem Beschwerdeführer zumutbar. 4. 4.1

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE

126 V 353 E. 5b S. 360; BGE 125 V 193 E. 2 S. 195; je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.; SVR 2011 UV Nr. 11 S. 39, 8C_693/2010 E. 10). 4.2

Grundsätzlich setzt der Nachweis einer Invalidität im Rechtssinn eine gesund heitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus. Dieser Massstab gilt für sämtliche Leiden gleichermassen (BGE 139 V 547 E. 9.4).

Zur Annahme einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches Substrat, das fachärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Eine Anspruchs berechtigung setzt dabei stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus, wobei für die Eignung eines Gesundheitsschadens, die Leistungs fähigkeit rechtserheblich einzuschränken, nicht bereits die Befunde und Diagno sen, sondern erst deren Folgeabschätzung entscheidend ist.

Weiter ist zu bemerken, dass die Beurteilung, ob ein invalidisierender Gesund heitsschaden vorliegt, eine Rechtsfrage ist und damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behörden obliegt (BGE 140 V 193 E.

3.1 f., Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.3.1). Dabei gilt es zu beachten, dass ärztliche Gutachten und Berichte zwar zur Arbeits fähigkeit Stellung zu nehmen haben und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde – der Verwaltung, oder im Streitfall, dem Gericht – obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründende Art eingetreten ist. 4. 3

De n Bericht en von Dr. A.___ vom 16. Juni und 22. September 2015 lässt sich entnehmen, dass beim Beschwerdeführer bei Vorliegen einer benignen Prostatahyperplasie und erfolgloser medikamentöser Therapie (vgl. vorstehend E. 3.1) eine t ransurethrale Resektion der Prostata durchg eführt wurde, wobei auch nach dem Eingriff eine Harndrang symptomatik mit Harninkontinenz persistierte (vorstehend E. 3.2). Danach erfolgte n zahlreiche fachärztliche Untersuchungen. Dr. C.___ stellte im Bericht vom 30. Oktober 2015 fest, dass beim Beschwerdeführer allenfalls eine hyperaktive Harnblase ohne Detrusor hyper aktivität vorliege . Eine echte Detrusorhyperaktivität hätte nicht nachge wiesen werden können. Die Blasenkapazität sei völlig normal gewesen. Eine persistierende infravestikale Obstruktion (Verengung der Harnröhre) durch die benigne Prostatavergrösserung liege nicht vor. Nachdem keine organische Ursache für die Überaktivität der Harnblase vorliege, sei eine medikamentöse Therapie mit Betmiga verordnet worden (vgl. vorstehend E. 3.3). Dr. A.___ führte in weiteren Bericht en vom 12. Februar sowie 10. Mai 2016 aus, es könne nicht eruiert werden, warum es zu dieser Harndrangsymptomatik mit Harn inkontinenz gekommen sei. Auch bei der urodynamischen Untersuchung von Dr. C.___ hätten keine groben Auffälligkeiten respektive Pathologie ausser der sensorischen Urge festgestellt werden können. Die Sphinkterregion habe sich intakt gezeigt. Sämtliche Anticholinergika und auch Betmiga hätten zu keiner Besserung der Beschwerden geführt (vgl. vorstehend E. 3.6).

Der Beschwer de führer wurde in der Folge von Dr. A.___ ans E.___ zur nochmaligen Evaluation der Harndrangsymptomatik und Harndranginkontinenzsituation über wiesen (vgl. vorstehend E. 3.7).

S chliesslich holte die Helsana Versicherungen AG eine urologische Zweit meinung bei Dr. Y.___ ein. Dieser hielt in seinem Bericht vom 6. Juli 2016 fest, die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden hätten nur teilweise nachvoll zogen werden können . Zur Arbeitsfähigkeit führte er schliesslich aus, im Gespräch sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage seinem Beruf nach zugehen, solange die Drangsymptomatik bestehe. Der Beschwerdeführer könne sich auch nicht vorstellen, seine Arbeit wenigstens teilweise wieder auf zunehmen, weshalb es fraglich sei, dass der Beschwerdeführer zu einer leichten beruflichen Tätigkeit zu motivieren sei (vgl. vorstehend E. 3.8) . Dr. F.___ des Vertrauensärztlichen Dienstes der Helsana Versicherungen AG führte in seiner Stellungnahme im Wesentlichen aus, eine Vielzahl von Unter suchungen hätten keine objektivierbaren Befunde aufzeigen und alle bisherigen therapeutischen Bemühungen hätten die subjektiv beklagten Miktionsbe schwerden nicht beein flussen können . Eine seit eineinhalb Jahren bestehende 100%ige Arbeits un fähigkeit sei medizinisch nicht nachvollziehbar (vgl. vor stehend E.

3.10). 4. 4

Angesichts dieser medizinischen Sachlage ging die Beschwerdegegnerin ent gegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 3 ff.) zu Recht davon aus, dass vorliegend kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen ist. Weder die behandelnden Urologinnen der B.___ -Praxis (vgl. vorstehend E.

3.1-4, E. 3.6) noch die Ärzte des E.___ (vgl. vorstehend E. 3.7 und E. 3.9) attestierten dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit. Etwas anderes ergibt sich entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 4 Ziff. 10) auch aus dem Bericht des E.___ vom

17. Januar 2017 (Urk. 3) nicht. Einzig aus dem Wortlaut, dass eine «deutliche Einschränkung der Lebensqualität aufgrund der Blasenfunktionsstörung» bestehe, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, nachdem auch in diesem Bericht keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit gemacht wurden.

Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit selbst gemäss Dr. Y.___ erst in Frage komme, wenn die Blasen entleerungsstörung behoben sei (vgl. Urk. 1 S. 3 Ziff. 4 und S. 4 Ziff. 10), kann ihm nicht gefolgt werden. Geht doch aus der Arbeitsunfähigkeits beurteilung und der Formulierung von Dr. Y.___ deutlich hervor, dass diese nur auf d en sub jektiven Angaben des Beschwerdeführers basier t, eine vollständige Unter suchung nicht möglich war und die angegebenen Beschwerden nur teilweise nachvollzogen werden ko nnten (vgl. vorstehend E. 3.8). Die rein subjektive Einschätzung der versicherten Person betreffend ihre Arbeitsfähigkeit ist nicht relevant. Vielmehr ist es primär ärztliche Aufgabe, anhand der objektiven Befunderhebung die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Leistungs fähigkeit zu bestimmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 E. 4.1.2 und 4.2.2). Objektivierbare Befunde liessen sich vorliegend trotz wiederholter urologischer Abklärungen jedoch keine feststellen. Sodann erachtet offenbar selbst der behandelnde Hausarzt Dr. D.___ - dies entgegen seine n anderslautend ausgestellten Arbeitsunfähigkeitszeugnissen zuhanden des Krankentaggeldversicherer s

- den Beschwerdeführer mit der Einschränkung, dass der Beschwerdeführer in nützlicher Frist eine Toilette am Arbeitsplatz aufsuchen könne, als arbeitsfähig (vgl. vorstehend E. 3.10).

In gleichem Sinne führte die RAD-Ärztin Dipl.-Med. G.___ aus, dass in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Werkstattmitarbeiter eine Einschränkung lediglich dahingehen d bestehe, dass eine erhöhte Miktionsfrequenz und Harndranginkontinenz bestehe und ent sprechend eine Toilette in nützlicher Frist erreichbar sein müsse (vgl.

vorstehend E. 3.11). 4. 5

Nach der allgemeinen Beweisregel obliegt es bei erstmaliger Rentenprüfung der versicherten Person, die invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzu weisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungs anspruch (BGE 139 V 547 E. 8.1).

Vor dem Hintergrund fehlender Arbeitsunfähigkeitsbeurteilungen und fehlender objektivierbarer Befunde, welche auf eine längerfristige arbeitsunfähigkeits begründende

Erkrankung respektive auf eine krankheitsbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schliessen l ie ssen, bleibt kein Raum für die Annahme eines invalid isierenden Gesundheitsschadens. Anderslautende

Berichte wurden durc h den Beschwerdeführer trotz Inaussichtstellung nicht nachgereicht. Die sub jektive Einschätzung des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Arbeitsun fähigkeit reich t für einen rechtsgenüglichen Nachweis einer Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit nicht aus.

Bei objektiver Betrachtung ist vom Beschwerdeführer

forderbar, dass er seine Arbeitsfähigkeit vollumfänglich verwertet und dabei im Sinne der Schadenminderungspflicht nötigenfalls auf Einlagen zurückgreift. Da für das Vorhandensein eines invalidisierenden Leidens keine Anhaltspunkte bestehen, wurde der Sachverhalt seitens der Beschwerdegegnerin entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S.

5) genügend abgeklärt.

Die Beschwerdegegnerin hat nach dem Gesagten zu Recht einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 5.

Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 bis IVG) und auf Fr. 7 00.-- anzusetzen und de m unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.

Die Gerichtskosten von Fr. 7 00 .-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

Rechnung und Einzahlungsschein werden dem Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt. 3.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Christos Antoniadis - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 4.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber MosimannP. Sager

Erwägungen (12 Absätze)

E. 1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

E. 1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die: a.

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her stellen, erhalten oder verbessern können; b.

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min des tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c.

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

E. 1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits unfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).

E. 1.4 Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsan spruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizi nischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweis material zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt.

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). 2.

E. 2 Der Versicherte erhob am

16. März 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom

13. Februar 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, den Sachverhalt seriös abzuklären und ihm hierauf die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Urk. 1 S. 2).

Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom

20. April 2017 (Urk.

E. 2.1 Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass

der Beschwerdeführer durch sein Leiden nicht dauerhaft arbeitsunfähig sei. Er sei nur nach der Operation beziehungsweise nach den Eingriffen für kurze Zeit arbeitsunfähig gewesen. Aus medizinischer Sicht könne der Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit weiterhin ausüben. Dabei müsse eine Toilette kurzfristig erreichbar sein. Da der Beschwerdeführer keine Erkrankung habe, die zu einem länger dauernden Ausfall der Erwerbsfähigkeit führe, habe er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente und berufliche Massnahmen (S. 1).

E. 2.2 Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer beschwerdeweise auf den Standpunkt (Urk. 1), er habe sich aufgrund eines urologischen Leidens zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Gemäss Bericht von Dr. Y.___

bestehe eine Blasenentleerungsstörung mit einer fast nicht beherrschbaren Drangsymptomatik. Wahrscheinlich liege eine chronische, nicht behandelbare Prostatitis vor, gleichzeitig habe sich am Blasenausgang eine narbige Veränderung nach der transurethralen Prostatasektion entwickelt. Es trete immer wieder Urinverlust auf. Die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit würde erst in Frage kommen, wenn die Blasenentleerungsstörung behoben sei. Bei Dr. Y.___ handle es sich um den vom privaten Taggeldversicherer beigezogenen Gutachter (S. 3 Ziff. 4). Die Beschwerdegegnerin habe den Anspruch offen sichtlich lediglich gestützt auf die Beurteilung von Dr. Y.___ sowie auf die Akte nbeurteilung der Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) verneint (S. 3 Ziff. 6). Ein Abstellen auf ein Gutachten, welches von einem privaten Krankentaggeldversicherer mit offensichtlichen wirtschaftlichen Interessen bei einem Vertrauensarzt in Auftrag gegeben worden sei, sei indes kein Beweis mittel im Sinne von Art. 43 ATSG, zumal ein privater Versicherer im Gegensatz zur IV-Stelle nicht zur Abklärung des Sachverhalts verpflichtet sei, sondern vielmehr einen Gewinn anstrebe (S. 4 Ziff. 7). Durch das Abstellen auf den Bericht von Dr. Y.___ sei der Untersuchungsgrundsatz verletzt worden. Weder der Bericht von Dr. Y.___ noch die Aktenbeurteilung der RAD- Ärztin sei en geeignet, als Grundlage für die Beurteilung seiner Ansprüche zu dienen (S. 4 Ziff. 8). Er stehe noch immer in urologischer Behandlung und die Blasen entleerungsstörung bestehe noch immer (S. 4 Ziff. 9). Selbst gemäss Dr.

Y.___ komme die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit erst in Frage, wenn die Blasenentleerungsstörung behoben sei. Dr. Z.___ halte im Übrigen eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität fest, was eine Einschränkung der Arbeits fähigkeit impliziere (S. 4 Ziff. 11). Hinzu komme, dass sich bei ihm zwischen zeitlich ein Nierenschaden entwickelt habe, welcher ebenfalls Aus wirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe (S. 4 Ziff. 12).

E. 2.3 Strittig und zu prüfen ist

somit der Anspruch auf eine Invalidenrente und in d iesem Zusammenhang insbesondere die Höhe der Arbeitsfähigkeit. 3. 3.1

Dr. med. A.___, Fachärztin für Urologie,

B.___, nannte im Bericht vom 16. Juni 2015 (Urk. 7/41/5-7) als Diagnosen eine benigne Prostata hyperplasie Stadium II, Rezidiv-Steinbilder, eine erektile Dysfunktion, einen Status nach offener Cholezystektomie, einen Status nach Gastric

banding, einen Nikotinabusus sowie einen unspezifischen Nodulus

laterobasal im Lungenunter lappen links. Dazu führte sie aus, der Beschwerdeführer habe sich zur Verlaufs kontrolle vorgestellt. Das Medikament Duodart habe dem Beschwerdeführer über haupt nicht geholfen. Weiterhin bestünden Schmerzen bei der Miktion, sehr erschwertes Wasserlösen mit nur schwachem Harnstrahl, persistierend sei die Harndrangsymptoma t i k und zum Teil tropfenweiser ungewollter Urinverlust. Sie könne die Beschwerden nicht eindeutig der Prostata zuordnen . Dennoch sehe sie als letzten Therapieversuch/Therapieoption die transurethrale Resektion (TUR) der Prostata. Sie habe mit dem Beschwerdeführer über die möglichen Komplikationen und auch das Persistieren der Schmerzen bei der Miktion sowie der Harndrangsymptomatik gesprochen. Die TUR-Prostata werde voraussichtlich im Juli 2015 stattfinden. 3.2

Dr. A.___ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 22. September 2015 (Urk.

7/50/8-10) aus, es bestehe weiterhin ein ausgeprägter Harndrang. Wenn nicht sofort die Toilette aufgesucht werde, gehe der Urin ungewollt in die Hose. Vorlagen (richtig wohl: Einlagen) würde der Beschwerdeführer zurzeit nicht verwenden. Die Miktionsfrequenz werde mit etwa stündlich tagsüber und drei bis viermal Nykturie, bei einer Trinkmenge von zwei bis drei Liter am Tag angegeben. Beim Wasserlösen würden gute Urinportionen bestehen und der Urin würde sich mit gutem Strahl lösen. Das Wasserlösen selber sei im Ver gleich zu vor der Operation wesentlich besser. Am Ende des Wasserlösen s bestehe ein Brenn en im Bereich der Harnröhre. Sie führte weiter aus, die TUR Pro stata sei mittlerweile drei Monate her. Weshalb weiterhin diese ausgeprägte Drangsymptomatik mit Harndranginkontinenz bestehe, sei ihr unklar. 3.3

Dr. med. C.___, Fachärztin für Urologie,

B.___,

berichtete am 30.

Oktober 2015 (Urk. 7/50/6-7) über eine videourodynamische Untersuchung und nannte als Diagnosen eine hyperaktive Harnblase ohne Detrusorhyper aktivität (sensorische Urge) sowie eine benigne Prostatahyperplasie mit Status nach TUR-Prostata. Dazu führte sie aus, beim Beschwerdeführer liege allenfalls eine hyperaktive Harnblase ohne Detrusorhyperaktivität vor. Es hätte keine echte Detrusorhyperaktivität nachgewiesen werden können. Die Blasenkapazität sei völlig normal gewesen . Es liege keine persistierende infravesikale Obstruk tion durch die benigne Prostatavergrösserung vor. Nachdem keine organische Ursache für die Überaktivität der Harnblase vorliege, habe sie dem Beschwerde führer Betmiga verordnet, dessen Wirkung werde man frühestens in sechs bis acht Wochen beurteilen können. 3. 4

Dr. A.___ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 10. November 2015 (Urk.

7/50/1-4) aus, sie behandle den Beschwerdeführer sei t Mai 2014 (Ziff. 1.2) und nannte als Diagnosen eine hyperaktive Harnblase, eine rezidivierende Nephrolit iasis sowie eine Prostatahyperp lasie (Ziff. 1.1) . Dazu führte sie aus, die Nephrolitiasis könne immer wieder auftreten, die Prostata sei abschliessend behandelt und die hyperaktive Harnblase werde medikamentös therapiert (Ziff.

1.4). Die Frage der Arbeitsunfähigkeit könne sie als behandelnde Ärztin nicht beantworten, sie denke, dass der Hausarzt Dr. D.___ dafür der richtige Ansprechpartner sei (Ziff. 1.6). 3. 5

Dr. med. D.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 18. Dezember 2015 (Urk. 7/51/1-4) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit Mai 2014 (Ziff. 1.2) und nannte als Diagnosen eine Harndrangsymptomatik mit Harndranginkontinenz bei Status nach TUR Pro stata, eine benigne Prostatahyperplasie, eine Prostatolithiasis sowie rezidi vierende Steinbilder (Ziff. 1.1). Eine Prognose sei zurzeit unbestimmt (Ziff.

1.4). Weitere Informationen inklusive Arbeitsfähigkeit sollen bei den behandelnden urologischen Fachä rzten von B.___ verlangt werden (Ziff. 1.11). 3. 6

Dr. A.___ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 12. Februar 2016 (Urk.

7/62/6-8) aus, warum es zu dieser Harndrangsymptomatik mit Harn inkontinenz nach der von ihr durchgeführten TUR-Prostata gekommen sei, könne sie nicht eruieren. Auch die Kollegin Frau Dr. C.___ habe bei der urodynamischen Untersuchung keine groben Auffälligkeiten au s ser der senso rischen Urge feststellen können. In einer diagnostischen Urethrozystoskopie Ende letzten Jahres hätte sich die Sphinkterregion intakt gezeigt, der Beschwer deführer habe a uf Aufforderung den Sp h inkter zu 100 % schliessen können. Da sämt liche Anticholinergika und auch Betmiga zu keiner Besserung der Beschwer den geführt hätten, soll nun ein Therapieversuch mit Becken boden gymnastik und Elektrostimulation durchgeführt werden (S. 2 unten f.) . 3.7

Im Überweisungsbericht ans E.___ vom 10. Mai 2016 (Urk. 7/62/2-4)

führte Dr. A.___ unter anderem aus, sie bitte die Harndrang symptomatik und Harndranginkontinenz-Situation nochmals zu evaluieren. Nach der von ihr durchgeführten TUR-Prostata könne der Beschwerdeführer wieder sehr gut Wasser lösen mit einem guten maximalen Flow. Leider habe postoperativ eine Harndrangsymptomatik kombiniert mit Harndranginkontinenz begonnen, für die sie keine Ursache finden könne. Zystoskopisch habe sich der S p hinkter zu 100 % schliessend gezeigt. Auch die Urodynamik habe keine Pathologie ausser der sensorischen Urge ergeben. Sämtliche ausprobierten Anticholinergika sowie auch Betmiga hätten zu keiner Besserung der Beschwerden geführt. 3.

E. 6 ) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am

2. Mai 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk.

E. 8 Dr. med. Y.___, Facharzt für Urologie, berichtete am

6. Juli 2016 (Urk.

7/62/37-40) von einer am 5. Juli 2016 durchgeführten Untersuchung und nannte

als Diagnosen eine Prostatahyperplasie mit irritativen Beschwerden, eine persistierende Drangsymptomatik sowie eine rezidivierende Urolithiasis links (S.

1). Dazu führte er aus, der Untersuchungszeitpunkt sei ungünstig gewesen, da der Beschwerdeführer vor knapp zehn Tagen einen Eingriff am linken Harnleiter gehabt habe. Die Harnleiterschiene sei erst am 4. Juli 2017 entfernt worden, so dass Restbeschwerden von dieser Behandlung bestanden hätten. Er habe die Untersuchung wegen dieser Beschwerden nicht vollständig durch führen können. Gewisse Befunde seien, wegen der kaum 24-Stunden zurück liegenden Blasenspiegelung nicht eindeutig zu verwerten.

Wahrscheinlich liege eine chronische, nicht behandelte Prostatitis vor, gleichzeitig habe sich am Blasen ausgang nach der transurethralen Prostatasektion eine narbige Ver änderung entwickelt (S. 2 Ziff. 1).

Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er beim kleinsten Ha rn drang die Toilette aufsuchen müsse und diesen Drang kaum je unterdrücken könne . Dem entsprechend steh e er des Nachts drei bis vier Mal zum Wasser l ösen auf, allerdings komm e es des Nachts nie zum Einnässen. Tagsüber such e der Beschwerdeführer im häuslichen Umfeld die Toilette in halb bis stündlichen Abständen auf, ausser Haus könne er den Urin bis zu maximal zwei Stunden knapp zurückhalten. Der heftige Ha rn drang verstärk e sich beim Gang zur Toilette, so dass der U rin nicht immer ganz zurückgehalten werden könne . Obwohl immer wieder Urinverlust auftrete, trage der Beschwerdeführer k eine Einlagen, vielmehr wechsle er seine Unterhosen drei bis viermal täglich. Zum Schluss der Miktion könne es etwas brennen, blutigen Urin habe der Beschwerdeführer nie beobachtet, der Ha rn strahl sei gut, es

besteh e auch kein Restharngefühl und nur m ä ssiges Nachträufeln nach dem Wasser l ösen.

Der Beschwerdeführer berichte, dass beim Husten gelegentlich Ha rn drang auftrete und dann ein Urinverlust erfolgen könne, beim Treppensteigen, sowohl aufwärts wie abwärts, verlier e er keinen U rin, beim Aussteigen aus dem Auto könne der Ha rn drang heftig werden und ein Verlust auftre ten, bei Spaziergängen soll es gelegentlich ebenfalls zu imperativem Harndrang und Einnässen kommen (S. 2 Ziff. 1a) .

Die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden hätten in der Unter suchungs situation nur teilweise nachvollzogen werden können. Der Beschwer de führer habe beim Betasten der Blase Harndrang geäussert, ein erheblicher Urin verlust sei in der Untersuchungssituation bei einem Füllungs volumen von 180 Milliliter nicht zu beobachten gewesen (S. 3 oben).

Im Gespräch sei der Beschwerdeführer, der als Automechaniker tätig gewesen sei, nicht in der Lage seinem Beruf nachzugehen, solange die Drang sympto matik besteh e . Der Beschwerdeführer könne sich auch nicht vorstellen, seine Arbeit wenigste ns teilweise wiederaufzunehmen (S. 3 Ziff. 3). Aufgrund dieser Angaben sei nicht zu erwarten, dass der Beschwerdeführer bei einem anderen Arbeitgeber seine Tätigkeit als Automechaniker aufnehmen würde (S. 3 Ziff. 4). Weiter

sei es fraglich, dass der Beschwerdeführer zu einer, auch leichte n beruflichen Tätigkeit zu moti vieren sei, solange die Drangsymptomatik besteh e . Allenfalls komm e die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit infrage, wenn die Blasenentleerungs-Störung behoben sei und die allfällige chronische Prostata ent zündung zur Ausheilung komm e (S. 3 Ziff. 5) . Aufgrund der zur Verfügung stehenden Unterlagen habe der Beschwerdeführer bereits vor dem Prostata eingriff über eine Drangsymptomatik geklagt, im Aufklärungsgespräch bei der behandelnden Urologin sei er darauf hingewiesen worden, dass diese Beschwerden allenfalls andauern können und unter Ums tänden auch fort bestehen werden (S. 3 unten). Die behandelnde Urologin habe auch erwähnt, dass sie nicht sicher sei, dass die vom Beschwerdeführer damals geklagten Beschwerden auf die Prostatavergrösserung zurückzuführen seien (S. 4 oben). 3.

E. 9 Nach Durchführung einer Ureterorenoskopie, Laserlithotripsie, Steinentfernung und DJ- Kathetereinlage links am E.___, Klinik für Urologie, am 26. Juni 2016 (Operations- und Austrittsbericht; Urk. 7/62/41-44) nannten die Ärzte nach sonographischer Nachkontrolle im Bericht vom 27. Juli 2016 (Urk. 7/62/45-47) als Diagnosen irritative Miktionsbeschwerden seit der Ureterorenoskopie, eine Steinfreiheit links, einen Status nach TUR-Prostata bei Prostataobstruktions syndrom, eine Blasenhalssklerose, eine erektile Dysfunktion, einen Status nach offener Cholezystektomie sowie einen Status nach gastric

banding (S. 1). Dazu führten sie aus, die vom Beschwerdeführer aktuell beschriebenen linksseitigen Flankenschmerzen seien am ehesten als muskuloskelettal zu bewerten. Des Weiteren werde die erhöhte Miktionsfrequenz am ehesten durch die bekannte Blasenhalssklerose verursacht, wobei differentialdiagnostisch auch eine Reizung der Prostata im Rahmen des letzten Eingriffs zu diskutieren sei. 3.

E. 10 Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Vertrauens ärztlicher Dienst, Helsana Versicherungen AG, führte in seiner Stellungnahme vom 8. September 2016 (Urk. 7/62/48-49) aus, d er Beschwerdeführer sei auf grund von unklaren Miktionsbeschwerden seit dem 19. März 2015 durchgehend 100

% arbeitsunfähig. Eine Vielzahl von Untersuchungen hätten keine objekti vierbaren Befunde aufzeigen können. Die bisherigen therapeuti schen Bemühungen, konservativ-medikamentös und operativ, hätten die sub jektiv beklagten Miktionsbeschwerden nicht beeinflussen können . Die behandeln den Urologen der B.___ -Praxis hätten keine Arbeitsunfähigkeits zeugnisse aus gestellt, auch auf gezielte Anfrage nicht. Stattdessen hätte der Hausarzt Dr.

D.___ entsprechende Zeugnisse ausgestellt.

Dr. D.___ sei nach telefonischer Rücksprache am 5. April 2016 auch nicht überzeugt, dass der Beschwerdeführer arbeitsunfähig sei und seine Angaben plausibel seien. Er sei mit der Beurteilung einverstanden, dass ab dem 22. April 2016 eine volle Arbeitsfähigkeit besteh e, mit der Einschränkung, dass der Beschwerdeführer in nützlicher Frist eine Toilette am Arbeitsplatz aufsuchen könne.

Trotz dieses Konsenses habe Dr. D.___ weiterhin Zeugnisse für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgestellt. Deshalb sei eine weitere urologische Meinung bei Dr. Y.___ eingeholt worden. Diese sei nicht schlüssig ausgefallen, einerseits wegen ungünstige r Umstände (am Vortag sei eine Ureterschi ene wegen eines Nierensteinleidens entfernt worden, weshalb noch Restbeschwerden vorhanden gewesen seien) und andererseits, weil die Arbeitsunfähigkeits beurteilung nur auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers erfolgt seien, ohne diese mit den objektiven Befunden zu korrelieren. Aufgrund der g eklagten Beschwerden (starker Harndrang, drei bis viermal nachts Wasserlösen, tags, ausser Haus alle zwei Stunden Miktion, keine Einlagen) sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit als Werkstattmitarbeiter medizi nisch nicht nachvollziehbar (S. 1). Trotz weiterhin attestierter 100%iger Arbeitsunfähigkeit, habe Dr. D.___ am 1. September 2016 erneut telefonisch bestätigt, dass er von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit nicht überzeugt sei und der Beschwerde führer sicherlich zumindest teilweise arbeiten könnte.

Zusammenfassend sei festzuhalten, dass aufgrund eines gesteigerten Harn dranges ohne objektivierbare Ursache mit einer Miktionsfrequenz von ein - bis vier mal stündlich eine seit nun eineinhalb Jahren bestehende 100%ige Arbeitsun fähigkeit medizinisch nicht nachvollziehbar sei (S. 2). 3. 1 1

Dipl.- m ed.

G.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Prävention und Gesundheitswesen, RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom 19. Oktober 2016 (Urk. 7/67/3-4) aus, eine Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liege nicht vor. Eine Einschränkung in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Werkstattmitarbeiter bestehe dahingehend, dass eine erhöhte Miktionsfrequenz und Harndranginkontinenz bestehe und eine Toilette in nützlicher Frist erreichbar sein müsse. Die bisherige Tätigkeit könne weiterhin verrichtet werden, sofern eine Toilette kurzfristig erreichbar sei. Aus versicherungsmedizinisch-theoretischer Sicht, bestehe seit jeher eine voll ständige Arbeitsfähigkeit, welche jeweils aufgrund der operativen/invasiven Ein griffe kurzzeitig unterbrochen gewesen sei.

Ein Gesundheitsschaden, welcher sich längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auswirke, habe vorliegend nicht festgestellt werden können. Aus urologischer Sicht liege keine längerfristige arbeitsunfähigkeits begründende Erkrankung vor. Die Operation der Prostata und die Entfernung von Harnsteinen bewirke jeweils für einen kürzeren Zeitraum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Vertrauensarzt der Helsana habe berichtet, dass der Hausarzt weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiere, obwohl er im Telefonat nicht davon überzeugt sei, dass der Beschwerdeführer t atsächlich krank sei. Sämtliche Feststellungen würden auf subjektiv geäusserten Beschwerde n basieren, trotz wiederholter urologischer Abklärungen seien keine objektivierbaren Befunde feststellbar gewesen. Eine diskrete Harninkontinenz sei nach Prostataresektion nicht ungewöhnlich. Diesem Symptom könne mit der Verwendung von Einlagen begegnet werden. Die Verwendung von Einlagen sei dem Beschwerdeführer zumutbar. 4. 4.1

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE

126 V 353 E. 5b S. 360; BGE 125 V 193 E. 2 S. 195; je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.; SVR 2011 UV Nr. 11 S. 39, 8C_693/2010 E. 10). 4.2

Grundsätzlich setzt der Nachweis einer Invalidität im Rechtssinn eine gesund heitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus. Dieser Massstab gilt für sämtliche Leiden gleichermassen (BGE 139 V 547 E. 9.4).

Zur Annahme einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches Substrat, das fachärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Eine Anspruchs berechtigung setzt dabei stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus, wobei für die Eignung eines Gesundheitsschadens, die Leistungs fähigkeit rechtserheblich einzuschränken, nicht bereits die Befunde und Diagno sen, sondern erst deren Folgeabschätzung entscheidend ist.

Weiter ist zu bemerken, dass die Beurteilung, ob ein invalidisierender Gesund heitsschaden vorliegt, eine Rechtsfrage ist und damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behörden obliegt (BGE 140 V 193 E.

3.1 f., Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.3.1). Dabei gilt es zu beachten, dass ärztliche Gutachten und Berichte zwar zur Arbeits fähigkeit Stellung zu nehmen haben und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde – der Verwaltung, oder im Streitfall, dem Gericht – obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründende Art eingetreten ist. 4. 3

De n Bericht en von Dr. A.___ vom 16. Juni und 22. September 2015 lässt sich entnehmen, dass beim Beschwerdeführer bei Vorliegen einer benignen Prostatahyperplasie und erfolgloser medikamentöser Therapie (vgl. vorstehend E. 3.1) eine t ransurethrale Resektion der Prostata durchg eführt wurde, wobei auch nach dem Eingriff eine Harndrang symptomatik mit Harninkontinenz persistierte (vorstehend E. 3.2). Danach erfolgte n zahlreiche fachärztliche Untersuchungen. Dr. C.___ stellte im Bericht vom 30. Oktober 2015 fest, dass beim Beschwerdeführer allenfalls eine hyperaktive Harnblase ohne Detrusor hyper aktivität vorliege . Eine echte Detrusorhyperaktivität hätte nicht nachge wiesen werden können. Die Blasenkapazität sei völlig normal gewesen. Eine persistierende infravestikale Obstruktion (Verengung der Harnröhre) durch die benigne Prostatavergrösserung liege nicht vor. Nachdem keine organische Ursache für die Überaktivität der Harnblase vorliege, sei eine medikamentöse Therapie mit Betmiga verordnet worden (vgl. vorstehend E. 3.3). Dr. A.___ führte in weiteren Bericht en vom 12. Februar sowie 10. Mai 2016 aus, es könne nicht eruiert werden, warum es zu dieser Harndrangsymptomatik mit Harn inkontinenz gekommen sei. Auch bei der urodynamischen Untersuchung von Dr. C.___ hätten keine groben Auffälligkeiten respektive Pathologie ausser der sensorischen Urge festgestellt werden können. Die Sphinkterregion habe sich intakt gezeigt. Sämtliche Anticholinergika und auch Betmiga hätten zu keiner Besserung der Beschwerden geführt (vgl. vorstehend E. 3.6).

Der Beschwer de führer wurde in der Folge von Dr. A.___ ans E.___ zur nochmaligen Evaluation der Harndrangsymptomatik und Harndranginkontinenzsituation über wiesen (vgl. vorstehend E. 3.7).

S chliesslich holte die Helsana Versicherungen AG eine urologische Zweit meinung bei Dr. Y.___ ein. Dieser hielt in seinem Bericht vom 6. Juli 2016 fest, die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden hätten nur teilweise nachvoll zogen werden können . Zur Arbeitsfähigkeit führte er schliesslich aus, im Gespräch sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage seinem Beruf nach zugehen, solange die Drangsymptomatik bestehe. Der Beschwerdeführer könne sich auch nicht vorstellen, seine Arbeit wenigstens teilweise wieder auf zunehmen, weshalb es fraglich sei, dass der Beschwerdeführer zu einer leichten beruflichen Tätigkeit zu motivieren sei (vgl. vorstehend E. 3.8) . Dr. F.___ des Vertrauensärztlichen Dienstes der Helsana Versicherungen AG führte in seiner Stellungnahme im Wesentlichen aus, eine Vielzahl von Unter suchungen hätten keine objektivierbaren Befunde aufzeigen und alle bisherigen therapeutischen Bemühungen hätten die subjektiv beklagten Miktionsbe schwerden nicht beein flussen können . Eine seit eineinhalb Jahren bestehende 100%ige Arbeits un fähigkeit sei medizinisch nicht nachvollziehbar (vgl. vor stehend E.

3.10). 4. 4

Angesichts dieser medizinischen Sachlage ging die Beschwerdegegnerin ent gegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 3 ff.) zu Recht davon aus, dass vorliegend kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen ist. Weder die behandelnden Urologinnen der B.___ -Praxis (vgl. vorstehend E.

3.1-4, E. 3.6) noch die Ärzte des E.___ (vgl. vorstehend E. 3.7 und E. 3.9) attestierten dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit. Etwas anderes ergibt sich entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 4 Ziff. 10) auch aus dem Bericht des E.___ vom

17. Januar 2017 (Urk. 3) nicht. Einzig aus dem Wortlaut, dass eine «deutliche Einschränkung der Lebensqualität aufgrund der Blasenfunktionsstörung» bestehe, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, nachdem auch in diesem Bericht keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit gemacht wurden.

Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit selbst gemäss Dr. Y.___ erst in Frage komme, wenn die Blasen entleerungsstörung behoben sei (vgl. Urk. 1 S. 3 Ziff. 4 und S. 4 Ziff. 10), kann ihm nicht gefolgt werden. Geht doch aus der Arbeitsunfähigkeits beurteilung und der Formulierung von Dr. Y.___ deutlich hervor, dass diese nur auf d en sub jektiven Angaben des Beschwerdeführers basier t, eine vollständige Unter suchung nicht möglich war und die angegebenen Beschwerden nur teilweise nachvollzogen werden ko nnten (vgl. vorstehend E. 3.8). Die rein subjektive Einschätzung der versicherten Person betreffend ihre Arbeitsfähigkeit ist nicht relevant. Vielmehr ist es primär ärztliche Aufgabe, anhand der objektiven Befunderhebung die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Leistungs fähigkeit zu bestimmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 E. 4.1.2 und 4.2.2). Objektivierbare Befunde liessen sich vorliegend trotz wiederholter urologischer Abklärungen jedoch keine feststellen. Sodann erachtet offenbar selbst der behandelnde Hausarzt Dr. D.___ - dies entgegen seine n anderslautend ausgestellten Arbeitsunfähigkeitszeugnissen zuhanden des Krankentaggeldversicherer s

- den Beschwerdeführer mit der Einschränkung, dass der Beschwerdeführer in nützlicher Frist eine Toilette am Arbeitsplatz aufsuchen könne, als arbeitsfähig (vgl. vorstehend E. 3.10).

In gleichem Sinne führte die RAD-Ärztin Dipl.-Med. G.___ aus, dass in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Werkstattmitarbeiter eine Einschränkung lediglich dahingehen d bestehe, dass eine erhöhte Miktionsfrequenz und Harndranginkontinenz bestehe und ent sprechend eine Toilette in nützlicher Frist erreichbar sein müsse (vgl.

vorstehend E. 3.11). 4. 5

Nach der allgemeinen Beweisregel obliegt es bei erstmaliger Rentenprüfung der versicherten Person, die invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzu weisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungs anspruch (BGE 139 V 547 E. 8.1).

Vor dem Hintergrund fehlender Arbeitsunfähigkeitsbeurteilungen und fehlender objektivierbarer Befunde, welche auf eine längerfristige arbeitsunfähigkeits begründende

Erkrankung respektive auf eine krankheitsbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schliessen l ie ssen, bleibt kein Raum für die Annahme eines invalid isierenden Gesundheitsschadens. Anderslautende

Berichte wurden durc h den Beschwerdeführer trotz Inaussichtstellung nicht nachgereicht. Die sub jektive Einschätzung des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Arbeitsun fähigkeit reich t für einen rechtsgenüglichen Nachweis einer Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit nicht aus.

Bei objektiver Betrachtung ist vom Beschwerdeführer

forderbar, dass er seine Arbeitsfähigkeit vollumfänglich verwertet und dabei im Sinne der Schadenminderungspflicht nötigenfalls auf Einlagen zurückgreift. Da für das Vorhandensein eines invalidisierenden Leidens keine Anhaltspunkte bestehen, wurde der Sachverhalt seitens der Beschwerdegegnerin entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S.

5) genügend abgeklärt.

Die Beschwerdegegnerin hat nach dem Gesagten zu Recht einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 5.

Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 bis IVG) und auf Fr. 7 00.-- anzusetzen und de m unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.

Die Gerichtskosten von Fr. 7 00 .-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

Rechnung und Einzahlungsschein werden dem Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt. 3.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Christos Antoniadis - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 4.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber MosimannP. Sager

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich IV.2017.00323

II. Kammer Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Käch Sozialversicherungsrichterin Sager Gerichtsschreiber P. Sager Urteil vom

22. Mai 2018 in Sachen X.___ Beschwerdeführer vertreten durch Rechtsanwalt Christos Antoniadis Antoniadis

Advokaturbüro Badenerstrasse 89, 8004 Zürich gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1.

1.1

X.___, geboren 1962, meldete sich am 27. Oktober 2004 erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Mit Schreiben vom 10. Mai 2006 zog der Versicherte sein Leistu ngsbegehren zurück (Urk. 7/28).

Am 22. September 2008 erfolgte durch den Arbeitgeber des Versicherten eine Meldung zur Früherfassung (Urk. 7/29, Urk. 7/31). Nach entsprechenden Abklärungen erachtete die IV-Stelle eine Anmeldung bei der Invalidenversicherung als nicht notwendig (Schreiben vom 17. November 2008; Urk. 7/35). 1.2

Am 14. August 2015 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invaliden versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/40). Die IV-Stelle klärte daraufhin die medizinische und erwerbl iche Situation ab und zog Akten des

Kranken taggeldversicherers bei (Urk. 7/41, Urk. 7/62) . Nach ergangenem Vorbescheid (Urk. 7/69) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom

13. Februar 2017 einen Renten anspruch (Urk. 7/70 = Urk. 2) . 2.

Der Versicherte erhob am

16. März 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom

13. Februar 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, den Sachverhalt seriös abzuklären und ihm hierauf die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Urk. 1 S. 2).

Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom

20. April 2017 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am

2. Mai 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8). Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die: a.

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her stellen, erhalten oder verbessern können; b.

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min des tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c.

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.3

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits unfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 1.4

Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsan spruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizi nischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweis material zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt.

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). 2. 2.1

Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass

der Beschwerdeführer durch sein Leiden nicht dauerhaft arbeitsunfähig sei. Er sei nur nach der Operation beziehungsweise nach den Eingriffen für kurze Zeit arbeitsunfähig gewesen. Aus medizinischer Sicht könne der Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit weiterhin ausüben. Dabei müsse eine Toilette kurzfristig erreichbar sein. Da der Beschwerdeführer keine Erkrankung habe, die zu einem länger dauernden Ausfall der Erwerbsfähigkeit führe, habe er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente und berufliche Massnahmen (S. 1). 2.2

Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer beschwerdeweise auf den Standpunkt (Urk. 1), er habe sich aufgrund eines urologischen Leidens zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Gemäss Bericht von Dr. Y.___

bestehe eine Blasenentleerungsstörung mit einer fast nicht beherrschbaren Drangsymptomatik. Wahrscheinlich liege eine chronische, nicht behandelbare Prostatitis vor, gleichzeitig habe sich am Blasenausgang eine narbige Veränderung nach der transurethralen Prostatasektion entwickelt. Es trete immer wieder Urinverlust auf. Die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit würde erst in Frage kommen, wenn die Blasenentleerungsstörung behoben sei. Bei Dr. Y.___ handle es sich um den vom privaten Taggeldversicherer beigezogenen Gutachter (S. 3 Ziff. 4). Die Beschwerdegegnerin habe den Anspruch offen sichtlich lediglich gestützt auf die Beurteilung von Dr. Y.___ sowie auf die Akte nbeurteilung der Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) verneint (S. 3 Ziff. 6). Ein Abstellen auf ein Gutachten, welches von einem privaten Krankentaggeldversicherer mit offensichtlichen wirtschaftlichen Interessen bei einem Vertrauensarzt in Auftrag gegeben worden sei, sei indes kein Beweis mittel im Sinne von Art. 43 ATSG, zumal ein privater Versicherer im Gegensatz zur IV-Stelle nicht zur Abklärung des Sachverhalts verpflichtet sei, sondern vielmehr einen Gewinn anstrebe (S. 4 Ziff. 7). Durch das Abstellen auf den Bericht von Dr. Y.___ sei der Untersuchungsgrundsatz verletzt worden. Weder der Bericht von Dr. Y.___ noch die Aktenbeurteilung der RAD- Ärztin sei en geeignet, als Grundlage für die Beurteilung seiner Ansprüche zu dienen (S. 4 Ziff. 8). Er stehe noch immer in urologischer Behandlung und die Blasen entleerungsstörung bestehe noch immer (S. 4 Ziff. 9). Selbst gemäss Dr.

Y.___ komme die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit erst in Frage, wenn die Blasenentleerungsstörung behoben sei. Dr. Z.___ halte im Übrigen eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität fest, was eine Einschränkung der Arbeits fähigkeit impliziere (S. 4 Ziff. 11). Hinzu komme, dass sich bei ihm zwischen zeitlich ein Nierenschaden entwickelt habe, welcher ebenfalls Aus wirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe (S. 4 Ziff. 12). 2.3

Strittig und zu prüfen ist

somit der Anspruch auf eine Invalidenrente und in d iesem Zusammenhang insbesondere die Höhe der Arbeitsfähigkeit. 3. 3.1

Dr. med. A.___, Fachärztin für Urologie,

B.___, nannte im Bericht vom 16. Juni 2015 (Urk. 7/41/5-7) als Diagnosen eine benigne Prostata hyperplasie Stadium II, Rezidiv-Steinbilder, eine erektile Dysfunktion, einen Status nach offener Cholezystektomie, einen Status nach Gastric

banding, einen Nikotinabusus sowie einen unspezifischen Nodulus

laterobasal im Lungenunter lappen links. Dazu führte sie aus, der Beschwerdeführer habe sich zur Verlaufs kontrolle vorgestellt. Das Medikament Duodart habe dem Beschwerdeführer über haupt nicht geholfen. Weiterhin bestünden Schmerzen bei der Miktion, sehr erschwertes Wasserlösen mit nur schwachem Harnstrahl, persistierend sei die Harndrangsymptoma t i k und zum Teil tropfenweiser ungewollter Urinverlust. Sie könne die Beschwerden nicht eindeutig der Prostata zuordnen . Dennoch sehe sie als letzten Therapieversuch/Therapieoption die transurethrale Resektion (TUR) der Prostata. Sie habe mit dem Beschwerdeführer über die möglichen Komplikationen und auch das Persistieren der Schmerzen bei der Miktion sowie der Harndrangsymptomatik gesprochen. Die TUR-Prostata werde voraussichtlich im Juli 2015 stattfinden. 3.2

Dr. A.___ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 22. September 2015 (Urk.

7/50/8-10) aus, es bestehe weiterhin ein ausgeprägter Harndrang. Wenn nicht sofort die Toilette aufgesucht werde, gehe der Urin ungewollt in die Hose. Vorlagen (richtig wohl: Einlagen) würde der Beschwerdeführer zurzeit nicht verwenden. Die Miktionsfrequenz werde mit etwa stündlich tagsüber und drei bis viermal Nykturie, bei einer Trinkmenge von zwei bis drei Liter am Tag angegeben. Beim Wasserlösen würden gute Urinportionen bestehen und der Urin würde sich mit gutem Strahl lösen. Das Wasserlösen selber sei im Ver gleich zu vor der Operation wesentlich besser. Am Ende des Wasserlösen s bestehe ein Brenn en im Bereich der Harnröhre. Sie führte weiter aus, die TUR Pro stata sei mittlerweile drei Monate her. Weshalb weiterhin diese ausgeprägte Drangsymptomatik mit Harndranginkontinenz bestehe, sei ihr unklar. 3.3

Dr. med. C.___, Fachärztin für Urologie,

B.___,

berichtete am 30.

Oktober 2015 (Urk. 7/50/6-7) über eine videourodynamische Untersuchung und nannte als Diagnosen eine hyperaktive Harnblase ohne Detrusorhyper aktivität (sensorische Urge) sowie eine benigne Prostatahyperplasie mit Status nach TUR-Prostata. Dazu führte sie aus, beim Beschwerdeführer liege allenfalls eine hyperaktive Harnblase ohne Detrusorhyperaktivität vor. Es hätte keine echte Detrusorhyperaktivität nachgewiesen werden können. Die Blasenkapazität sei völlig normal gewesen . Es liege keine persistierende infravesikale Obstruk tion durch die benigne Prostatavergrösserung vor. Nachdem keine organische Ursache für die Überaktivität der Harnblase vorliege, habe sie dem Beschwerde führer Betmiga verordnet, dessen Wirkung werde man frühestens in sechs bis acht Wochen beurteilen können. 3. 4

Dr. A.___ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 10. November 2015 (Urk.

7/50/1-4) aus, sie behandle den Beschwerdeführer sei t Mai 2014 (Ziff. 1.2) und nannte als Diagnosen eine hyperaktive Harnblase, eine rezidivierende Nephrolit iasis sowie eine Prostatahyperp lasie (Ziff. 1.1) . Dazu führte sie aus, die Nephrolitiasis könne immer wieder auftreten, die Prostata sei abschliessend behandelt und die hyperaktive Harnblase werde medikamentös therapiert (Ziff.

1.4). Die Frage der Arbeitsunfähigkeit könne sie als behandelnde Ärztin nicht beantworten, sie denke, dass der Hausarzt Dr. D.___ dafür der richtige Ansprechpartner sei (Ziff. 1.6). 3. 5

Dr. med. D.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 18. Dezember 2015 (Urk. 7/51/1-4) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit Mai 2014 (Ziff. 1.2) und nannte als Diagnosen eine Harndrangsymptomatik mit Harndranginkontinenz bei Status nach TUR Pro stata, eine benigne Prostatahyperplasie, eine Prostatolithiasis sowie rezidi vierende Steinbilder (Ziff. 1.1). Eine Prognose sei zurzeit unbestimmt (Ziff.

1.4). Weitere Informationen inklusive Arbeitsfähigkeit sollen bei den behandelnden urologischen Fachä rzten von B.___ verlangt werden (Ziff. 1.11). 3. 6

Dr. A.___ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 12. Februar 2016 (Urk.

7/62/6-8) aus, warum es zu dieser Harndrangsymptomatik mit Harn inkontinenz nach der von ihr durchgeführten TUR-Prostata gekommen sei, könne sie nicht eruieren. Auch die Kollegin Frau Dr. C.___ habe bei der urodynamischen Untersuchung keine groben Auffälligkeiten au s ser der senso rischen Urge feststellen können. In einer diagnostischen Urethrozystoskopie Ende letzten Jahres hätte sich die Sphinkterregion intakt gezeigt, der Beschwer deführer habe a uf Aufforderung den Sp h inkter zu 100 % schliessen können. Da sämt liche Anticholinergika und auch Betmiga zu keiner Besserung der Beschwer den geführt hätten, soll nun ein Therapieversuch mit Becken boden gymnastik und Elektrostimulation durchgeführt werden (S. 2 unten f.) . 3.7

Im Überweisungsbericht ans E.___ vom 10. Mai 2016 (Urk. 7/62/2-4)

führte Dr. A.___ unter anderem aus, sie bitte die Harndrang symptomatik und Harndranginkontinenz-Situation nochmals zu evaluieren. Nach der von ihr durchgeführten TUR-Prostata könne der Beschwerdeführer wieder sehr gut Wasser lösen mit einem guten maximalen Flow. Leider habe postoperativ eine Harndrangsymptomatik kombiniert mit Harndranginkontinenz begonnen, für die sie keine Ursache finden könne. Zystoskopisch habe sich der S p hinkter zu 100 % schliessend gezeigt. Auch die Urodynamik habe keine Pathologie ausser der sensorischen Urge ergeben. Sämtliche ausprobierten Anticholinergika sowie auch Betmiga hätten zu keiner Besserung der Beschwerden geführt. 3. 8

Dr. med. Y.___, Facharzt für Urologie, berichtete am

6. Juli 2016 (Urk.

7/62/37-40) von einer am 5. Juli 2016 durchgeführten Untersuchung und nannte

als Diagnosen eine Prostatahyperplasie mit irritativen Beschwerden, eine persistierende Drangsymptomatik sowie eine rezidivierende Urolithiasis links (S.

1). Dazu führte er aus, der Untersuchungszeitpunkt sei ungünstig gewesen, da der Beschwerdeführer vor knapp zehn Tagen einen Eingriff am linken Harnleiter gehabt habe. Die Harnleiterschiene sei erst am 4. Juli 2017 entfernt worden, so dass Restbeschwerden von dieser Behandlung bestanden hätten. Er habe die Untersuchung wegen dieser Beschwerden nicht vollständig durch führen können. Gewisse Befunde seien, wegen der kaum 24-Stunden zurück liegenden Blasenspiegelung nicht eindeutig zu verwerten.

Wahrscheinlich liege eine chronische, nicht behandelte Prostatitis vor, gleichzeitig habe sich am Blasen ausgang nach der transurethralen Prostatasektion eine narbige Ver änderung entwickelt (S. 2 Ziff. 1).

Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er beim kleinsten Ha rn drang die Toilette aufsuchen müsse und diesen Drang kaum je unterdrücken könne . Dem entsprechend steh e er des Nachts drei bis vier Mal zum Wasser l ösen auf, allerdings komm e es des Nachts nie zum Einnässen. Tagsüber such e der Beschwerdeführer im häuslichen Umfeld die Toilette in halb bis stündlichen Abständen auf, ausser Haus könne er den Urin bis zu maximal zwei Stunden knapp zurückhalten. Der heftige Ha rn drang verstärk e sich beim Gang zur Toilette, so dass der U rin nicht immer ganz zurückgehalten werden könne . Obwohl immer wieder Urinverlust auftrete, trage der Beschwerdeführer k eine Einlagen, vielmehr wechsle er seine Unterhosen drei bis viermal täglich. Zum Schluss der Miktion könne es etwas brennen, blutigen Urin habe der Beschwerdeführer nie beobachtet, der Ha rn strahl sei gut, es

besteh e auch kein Restharngefühl und nur m ä ssiges Nachträufeln nach dem Wasser l ösen.

Der Beschwerdeführer berichte, dass beim Husten gelegentlich Ha rn drang auftrete und dann ein Urinverlust erfolgen könne, beim Treppensteigen, sowohl aufwärts wie abwärts, verlier e er keinen U rin, beim Aussteigen aus dem Auto könne der Ha rn drang heftig werden und ein Verlust auftre ten, bei Spaziergängen soll es gelegentlich ebenfalls zu imperativem Harndrang und Einnässen kommen (S. 2 Ziff. 1a) .

Die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden hätten in der Unter suchungs situation nur teilweise nachvollzogen werden können. Der Beschwer de führer habe beim Betasten der Blase Harndrang geäussert, ein erheblicher Urin verlust sei in der Untersuchungssituation bei einem Füllungs volumen von 180 Milliliter nicht zu beobachten gewesen (S. 3 oben).

Im Gespräch sei der Beschwerdeführer, der als Automechaniker tätig gewesen sei, nicht in der Lage seinem Beruf nachzugehen, solange die Drang sympto matik besteh e . Der Beschwerdeführer könne sich auch nicht vorstellen, seine Arbeit wenigste ns teilweise wiederaufzunehmen (S. 3 Ziff. 3). Aufgrund dieser Angaben sei nicht zu erwarten, dass der Beschwerdeführer bei einem anderen Arbeitgeber seine Tätigkeit als Automechaniker aufnehmen würde (S. 3 Ziff. 4). Weiter

sei es fraglich, dass der Beschwerdeführer zu einer, auch leichte n beruflichen Tätigkeit zu moti vieren sei, solange die Drangsymptomatik besteh e . Allenfalls komm e die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit infrage, wenn die Blasenentleerungs-Störung behoben sei und die allfällige chronische Prostata ent zündung zur Ausheilung komm e (S. 3 Ziff. 5) . Aufgrund der zur Verfügung stehenden Unterlagen habe der Beschwerdeführer bereits vor dem Prostata eingriff über eine Drangsymptomatik geklagt, im Aufklärungsgespräch bei der behandelnden Urologin sei er darauf hingewiesen worden, dass diese Beschwerden allenfalls andauern können und unter Ums tänden auch fort bestehen werden (S. 3 unten). Die behandelnde Urologin habe auch erwähnt, dass sie nicht sicher sei, dass die vom Beschwerdeführer damals geklagten Beschwerden auf die Prostatavergrösserung zurückzuführen seien (S. 4 oben). 3. 9

Nach Durchführung einer Ureterorenoskopie, Laserlithotripsie, Steinentfernung und DJ- Kathetereinlage links am E.___, Klinik für Urologie, am 26. Juni 2016 (Operations- und Austrittsbericht; Urk. 7/62/41-44) nannten die Ärzte nach sonographischer Nachkontrolle im Bericht vom 27. Juli 2016 (Urk. 7/62/45-47) als Diagnosen irritative Miktionsbeschwerden seit der Ureterorenoskopie, eine Steinfreiheit links, einen Status nach TUR-Prostata bei Prostataobstruktions syndrom, eine Blasenhalssklerose, eine erektile Dysfunktion, einen Status nach offener Cholezystektomie sowie einen Status nach gastric

banding (S. 1). Dazu führten sie aus, die vom Beschwerdeführer aktuell beschriebenen linksseitigen Flankenschmerzen seien am ehesten als muskuloskelettal zu bewerten. Des Weiteren werde die erhöhte Miktionsfrequenz am ehesten durch die bekannte Blasenhalssklerose verursacht, wobei differentialdiagnostisch auch eine Reizung der Prostata im Rahmen des letzten Eingriffs zu diskutieren sei. 3. 10

Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Vertrauens ärztlicher Dienst, Helsana Versicherungen AG, führte in seiner Stellungnahme vom 8. September 2016 (Urk. 7/62/48-49) aus, d er Beschwerdeführer sei auf grund von unklaren Miktionsbeschwerden seit dem 19. März 2015 durchgehend 100

% arbeitsunfähig. Eine Vielzahl von Untersuchungen hätten keine objekti vierbaren Befunde aufzeigen können. Die bisherigen therapeuti schen Bemühungen, konservativ-medikamentös und operativ, hätten die sub jektiv beklagten Miktionsbeschwerden nicht beeinflussen können . Die behandeln den Urologen der B.___ -Praxis hätten keine Arbeitsunfähigkeits zeugnisse aus gestellt, auch auf gezielte Anfrage nicht. Stattdessen hätte der Hausarzt Dr.

D.___ entsprechende Zeugnisse ausgestellt.

Dr. D.___ sei nach telefonischer Rücksprache am 5. April 2016 auch nicht überzeugt, dass der Beschwerdeführer arbeitsunfähig sei und seine Angaben plausibel seien. Er sei mit der Beurteilung einverstanden, dass ab dem 22. April 2016 eine volle Arbeitsfähigkeit besteh e, mit der Einschränkung, dass der Beschwerdeführer in nützlicher Frist eine Toilette am Arbeitsplatz aufsuchen könne.

Trotz dieses Konsenses habe Dr. D.___ weiterhin Zeugnisse für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgestellt. Deshalb sei eine weitere urologische Meinung bei Dr. Y.___ eingeholt worden. Diese sei nicht schlüssig ausgefallen, einerseits wegen ungünstige r Umstände (am Vortag sei eine Ureterschi ene wegen eines Nierensteinleidens entfernt worden, weshalb noch Restbeschwerden vorhanden gewesen seien) und andererseits, weil die Arbeitsunfähigkeits beurteilung nur auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers erfolgt seien, ohne diese mit den objektiven Befunden zu korrelieren. Aufgrund der g eklagten Beschwerden (starker Harndrang, drei bis viermal nachts Wasserlösen, tags, ausser Haus alle zwei Stunden Miktion, keine Einlagen) sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit als Werkstattmitarbeiter medizi nisch nicht nachvollziehbar (S. 1). Trotz weiterhin attestierter 100%iger Arbeitsunfähigkeit, habe Dr. D.___ am 1. September 2016 erneut telefonisch bestätigt, dass er von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit nicht überzeugt sei und der Beschwerde führer sicherlich zumindest teilweise arbeiten könnte.

Zusammenfassend sei festzuhalten, dass aufgrund eines gesteigerten Harn dranges ohne objektivierbare Ursache mit einer Miktionsfrequenz von ein - bis vier mal stündlich eine seit nun eineinhalb Jahren bestehende 100%ige Arbeitsun fähigkeit medizinisch nicht nachvollziehbar sei (S. 2). 3. 1 1

Dipl.- m ed.

G.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Prävention und Gesundheitswesen, RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom 19. Oktober 2016 (Urk. 7/67/3-4) aus, eine Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liege nicht vor. Eine Einschränkung in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Werkstattmitarbeiter bestehe dahingehend, dass eine erhöhte Miktionsfrequenz und Harndranginkontinenz bestehe und eine Toilette in nützlicher Frist erreichbar sein müsse. Die bisherige Tätigkeit könne weiterhin verrichtet werden, sofern eine Toilette kurzfristig erreichbar sei. Aus versicherungsmedizinisch-theoretischer Sicht, bestehe seit jeher eine voll ständige Arbeitsfähigkeit, welche jeweils aufgrund der operativen/invasiven Ein griffe kurzzeitig unterbrochen gewesen sei.

Ein Gesundheitsschaden, welcher sich längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auswirke, habe vorliegend nicht festgestellt werden können. Aus urologischer Sicht liege keine längerfristige arbeitsunfähigkeits begründende Erkrankung vor. Die Operation der Prostata und die Entfernung von Harnsteinen bewirke jeweils für einen kürzeren Zeitraum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Vertrauensarzt der Helsana habe berichtet, dass der Hausarzt weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiere, obwohl er im Telefonat nicht davon überzeugt sei, dass der Beschwerdeführer t atsächlich krank sei. Sämtliche Feststellungen würden auf subjektiv geäusserten Beschwerde n basieren, trotz wiederholter urologischer Abklärungen seien keine objektivierbaren Befunde feststellbar gewesen. Eine diskrete Harninkontinenz sei nach Prostataresektion nicht ungewöhnlich. Diesem Symptom könne mit der Verwendung von Einlagen begegnet werden. Die Verwendung von Einlagen sei dem Beschwerdeführer zumutbar. 4. 4.1

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE

126 V 353 E. 5b S. 360; BGE 125 V 193 E. 2 S. 195; je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.; SVR 2011 UV Nr. 11 S. 39, 8C_693/2010 E. 10). 4.2

Grundsätzlich setzt der Nachweis einer Invalidität im Rechtssinn eine gesund heitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus. Dieser Massstab gilt für sämtliche Leiden gleichermassen (BGE 139 V 547 E. 9.4).

Zur Annahme einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches Substrat, das fachärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Eine Anspruchs berechtigung setzt dabei stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus, wobei für die Eignung eines Gesundheitsschadens, die Leistungs fähigkeit rechtserheblich einzuschränken, nicht bereits die Befunde und Diagno sen, sondern erst deren Folgeabschätzung entscheidend ist.

Weiter ist zu bemerken, dass die Beurteilung, ob ein invalidisierender Gesund heitsschaden vorliegt, eine Rechtsfrage ist und damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behörden obliegt (BGE 140 V 193 E.

3.1 f., Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.3.1). Dabei gilt es zu beachten, dass ärztliche Gutachten und Berichte zwar zur Arbeits fähigkeit Stellung zu nehmen haben und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde – der Verwaltung, oder im Streitfall, dem Gericht – obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründende Art eingetreten ist. 4. 3

De n Bericht en von Dr. A.___ vom 16. Juni und 22. September 2015 lässt sich entnehmen, dass beim Beschwerdeführer bei Vorliegen einer benignen Prostatahyperplasie und erfolgloser medikamentöser Therapie (vgl. vorstehend E. 3.1) eine t ransurethrale Resektion der Prostata durchg eführt wurde, wobei auch nach dem Eingriff eine Harndrang symptomatik mit Harninkontinenz persistierte (vorstehend E. 3.2). Danach erfolgte n zahlreiche fachärztliche Untersuchungen. Dr. C.___ stellte im Bericht vom 30. Oktober 2015 fest, dass beim Beschwerdeführer allenfalls eine hyperaktive Harnblase ohne Detrusor hyper aktivität vorliege . Eine echte Detrusorhyperaktivität hätte nicht nachge wiesen werden können. Die Blasenkapazität sei völlig normal gewesen. Eine persistierende infravestikale Obstruktion (Verengung der Harnröhre) durch die benigne Prostatavergrösserung liege nicht vor. Nachdem keine organische Ursache für die Überaktivität der Harnblase vorliege, sei eine medikamentöse Therapie mit Betmiga verordnet worden (vgl. vorstehend E. 3.3). Dr. A.___ führte in weiteren Bericht en vom 12. Februar sowie 10. Mai 2016 aus, es könne nicht eruiert werden, warum es zu dieser Harndrangsymptomatik mit Harn inkontinenz gekommen sei. Auch bei der urodynamischen Untersuchung von Dr. C.___ hätten keine groben Auffälligkeiten respektive Pathologie ausser der sensorischen Urge festgestellt werden können. Die Sphinkterregion habe sich intakt gezeigt. Sämtliche Anticholinergika und auch Betmiga hätten zu keiner Besserung der Beschwerden geführt (vgl. vorstehend E. 3.6).

Der Beschwer de führer wurde in der Folge von Dr. A.___ ans E.___ zur nochmaligen Evaluation der Harndrangsymptomatik und Harndranginkontinenzsituation über wiesen (vgl. vorstehend E. 3.7).

S chliesslich holte die Helsana Versicherungen AG eine urologische Zweit meinung bei Dr. Y.___ ein. Dieser hielt in seinem Bericht vom 6. Juli 2016 fest, die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden hätten nur teilweise nachvoll zogen werden können . Zur Arbeitsfähigkeit führte er schliesslich aus, im Gespräch sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage seinem Beruf nach zugehen, solange die Drangsymptomatik bestehe. Der Beschwerdeführer könne sich auch nicht vorstellen, seine Arbeit wenigstens teilweise wieder auf zunehmen, weshalb es fraglich sei, dass der Beschwerdeführer zu einer leichten beruflichen Tätigkeit zu motivieren sei (vgl. vorstehend E. 3.8) . Dr. F.___ des Vertrauensärztlichen Dienstes der Helsana Versicherungen AG führte in seiner Stellungnahme im Wesentlichen aus, eine Vielzahl von Unter suchungen hätten keine objektivierbaren Befunde aufzeigen und alle bisherigen therapeutischen Bemühungen hätten die subjektiv beklagten Miktionsbe schwerden nicht beein flussen können . Eine seit eineinhalb Jahren bestehende 100%ige Arbeits un fähigkeit sei medizinisch nicht nachvollziehbar (vgl. vor stehend E.

3.10). 4. 4

Angesichts dieser medizinischen Sachlage ging die Beschwerdegegnerin ent gegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 3 ff.) zu Recht davon aus, dass vorliegend kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen ist. Weder die behandelnden Urologinnen der B.___ -Praxis (vgl. vorstehend E.

3.1-4, E. 3.6) noch die Ärzte des E.___ (vgl. vorstehend E. 3.7 und E. 3.9) attestierten dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit. Etwas anderes ergibt sich entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 4 Ziff. 10) auch aus dem Bericht des E.___ vom

17. Januar 2017 (Urk. 3) nicht. Einzig aus dem Wortlaut, dass eine «deutliche Einschränkung der Lebensqualität aufgrund der Blasenfunktionsstörung» bestehe, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, nachdem auch in diesem Bericht keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit gemacht wurden.

Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit selbst gemäss Dr. Y.___ erst in Frage komme, wenn die Blasen entleerungsstörung behoben sei (vgl. Urk. 1 S. 3 Ziff. 4 und S. 4 Ziff. 10), kann ihm nicht gefolgt werden. Geht doch aus der Arbeitsunfähigkeits beurteilung und der Formulierung von Dr. Y.___ deutlich hervor, dass diese nur auf d en sub jektiven Angaben des Beschwerdeführers basier t, eine vollständige Unter suchung nicht möglich war und die angegebenen Beschwerden nur teilweise nachvollzogen werden ko nnten (vgl. vorstehend E. 3.8). Die rein subjektive Einschätzung der versicherten Person betreffend ihre Arbeitsfähigkeit ist nicht relevant. Vielmehr ist es primär ärztliche Aufgabe, anhand der objektiven Befunderhebung die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Leistungs fähigkeit zu bestimmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 E. 4.1.2 und 4.2.2). Objektivierbare Befunde liessen sich vorliegend trotz wiederholter urologischer Abklärungen jedoch keine feststellen. Sodann erachtet offenbar selbst der behandelnde Hausarzt Dr. D.___ - dies entgegen seine n anderslautend ausgestellten Arbeitsunfähigkeitszeugnissen zuhanden des Krankentaggeldversicherer s

- den Beschwerdeführer mit der Einschränkung, dass der Beschwerdeführer in nützlicher Frist eine Toilette am Arbeitsplatz aufsuchen könne, als arbeitsfähig (vgl. vorstehend E. 3.10).

In gleichem Sinne führte die RAD-Ärztin Dipl.-Med. G.___ aus, dass in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Werkstattmitarbeiter eine Einschränkung lediglich dahingehen d bestehe, dass eine erhöhte Miktionsfrequenz und Harndranginkontinenz bestehe und ent sprechend eine Toilette in nützlicher Frist erreichbar sein müsse (vgl.

vorstehend E. 3.11). 4. 5

Nach der allgemeinen Beweisregel obliegt es bei erstmaliger Rentenprüfung der versicherten Person, die invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzu weisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungs anspruch (BGE 139 V 547 E. 8.1).

Vor dem Hintergrund fehlender Arbeitsunfähigkeitsbeurteilungen und fehlender objektivierbarer Befunde, welche auf eine längerfristige arbeitsunfähigkeits begründende

Erkrankung respektive auf eine krankheitsbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schliessen l ie ssen, bleibt kein Raum für die Annahme eines invalid isierenden Gesundheitsschadens. Anderslautende

Berichte wurden durc h den Beschwerdeführer trotz Inaussichtstellung nicht nachgereicht. Die sub jektive Einschätzung des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Arbeitsun fähigkeit reich t für einen rechtsgenüglichen Nachweis einer Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit nicht aus.

Bei objektiver Betrachtung ist vom Beschwerdeführer

forderbar, dass er seine Arbeitsfähigkeit vollumfänglich verwertet und dabei im Sinne der Schadenminderungspflicht nötigenfalls auf Einlagen zurückgreift. Da für das Vorhandensein eines invalidisierenden Leidens keine Anhaltspunkte bestehen, wurde der Sachverhalt seitens der Beschwerdegegnerin entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S.

5) genügend abgeklärt.

Die Beschwerdegegnerin hat nach dem Gesagten zu Recht einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 5.

Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 bis IVG) und auf Fr. 7 00.-- anzusetzen und de m unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.

Die Gerichtskosten von Fr. 7 00 .-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

Rechnung und Einzahlungsschein werden dem Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt. 3.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Christos Antoniadis - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 4.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber MosimannP. Sager