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IV.2016.00814

Rente: Gerichtsgutachten, Prüfung der Standardindikatoren, Einkommensvergleich; Auferlegung Gutachtenskosten an IV-Stelle; teilweise Gutheissung.

Zürich SozVersG · 2018-05-22 · Deutsch ZH
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Sachverhalt

1.

X.___ , geboren 1988, war vom 1. März 2011 bis 3 1. Dezember 2013 als Buchhalterin bei der

Y.___ tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 8.

November 2013 war ( Urk. 11/13; Urk. 11/8/8 ) .

Unter Hinweis auf eine Hirn blutung und Epilepsie meldete sich die Versicherte am 2 4. April 2014 bei der Invaliden versicherung zum Leistungsbezug an ( Urk. 11/3 ). Die Sozial ver siche rungs anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb liche Situation ab, zog Akten der Krankentaggeld versicherung bei (Urk.

11/8 ) und holte bei der Z.___ ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 8. De zember 2015 erstat tet wurde (Urk. 11/43). Nach durchgeführtem Vor besc heid verfahren ( Urk. 11/48; Urk. 11/56; Urk. 11/61 ; Urk. 11/70 ) verneinte die IV Stelle mit Verfügung vom 2 8. Juni 2016 einen Rentenanspruch (Urk.

11/76 = Urk. 2). 2.

Die Versicherte erhob am 1 5. Juli 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2 8. Juni 2016 ( Urk.

2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr nach Durchführung der notwendigen Abklärungen eine Rente zuzusprechen ( Urk. 1 S. 2 oben ).

Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 5. Oktober 2016 ( Urk. 9 ) die Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 3 0. November 2016 nahm die Beschwerdeführerin Stellung ( Urk. 14). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Einreichen einer Duplik ( Urk. 17).

Nach Durchführung der notwendigen Verfahrensschritte ( Urk. 18-21) beauftrag te das hiesige Gericht m it Verfügung vom

28. Februar 2017

die Medi zinische Abklärungsstelle (MEDAS) A.___ mit der Begutachtung der Beschwer de führerin ( Urk. 22; vgl. auch Verfügung vom 2 8. Juni 2017 betreffend Gutach ter, Urk. 30 ). Das Gutachten der MEDAS A.___ wurde am 1 3. Februar 2018 erstattet ( Urk. 38). Dazu nahm die Beschwerde führerin am 5. März 2018 Stellung

( Urk. 42 ) . Die Beschwerdegegnerin ver zichtete auf eine Stellungnahme ( Urk. 43). Diese Eingaben wurden der jeweili gen Gegenpartei am 1 0. April 2018 zur Kenntnis gebracht ( Urk. 44) . Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a.

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her stellen, erhalten oder verbessern können; b.

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min des tens 40 % arbeitsunfähig ( Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c.

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ( Art. 8 ATSG) sind.

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente , bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.3

Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 1.4

Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Pra xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfer tigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine sol che vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/ aa ). 2. 2.1

Strittig und zu prüfen ist der Rentena nspruch , mithin Arbeitsfähigkeit und Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.

2.2

Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) fest, dass eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähig keit beziehungsweise starke Einschränkung in der angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin Kreditoren wie auch in einer anderen Tätigkeit nicht ausge wiesen sei (S. 1 unten). Es sei darauf zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin in der Lage sei, ein gleiches Einkommen wie vor dem Gesundheitsschaden zu erzielen (S. 2 oben). Es sei daran fest zuhalten , dass auf das Z.___ - Gutachten nach Würdigung sämtlicher medizinischer Fakten, Akten und bildgebenden Be funde vollumfänglich abgestellt werden könne (S. 2 unten). 2.3

Die Beschwerdeführerin üb te in ihr er Beschwerde (Urk. 1) insbesondere Kritik am Gutachten der Ärzte der Z.___ . So sei das Z.___ -Gutachten nicht in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden (S. 4 f. Ziff. 6 f.). Die Psychologin erkläre nicht, welche Tests sie gemacht habe (S. 6 Ziff. 11). Bei den nicht in Zweifel zu ziehenden neuropsychologischen Einschränkungen aufgrund der Folgen einer Hirnblutung und einer Epilepsie sowie einer psychi atri schen Diagnose sei nicht nachvollziehbar, weshalb vorliegend eine Aggravation vor liegen solle. Dies werde auch in keiner Weise begründet (S. 6 f. Ziff. 13). Des Weiteren verfüge die Psychologin nicht über die notwendige Ausbildung für die Abfassung eines neuropsychologischen Gutachtens (S. 7 f. Ziff. 1 5 ). Der Psychiater Dr. B.___ habe sie sehr oberflächlich befragt und sich nicht mit den psychiatrischen Diagnosen des F.___ auseinandergesetzt (S. 9 Ziff. 18 f.). Schliesslich sei Prof. Mast bei seinen Begutachtungen nicht ergeb nisoffen (S. 10 Ziff. 20).

Mit Stellungnahme vom 5. März 2018 ( Urk.

42) hielt die Beschwerdeführerin fest, dass das Gutachten der Medas

A.___ beweiswertig sei (S. 1 unten). Sie beantrage, dass ihr aufgrund eines Prozentvergleichs vo n November 2014 bis Dezember 2017 eine Dreiviertelsrente und ab Januar 2017 eine Viertelsrente zu gewähren sei (S. 2 Mitte). 3. 3.1

Dem Bericht der Ärzte des C.___ vom 8. November 2013 ( Urk. 11/8/8 -1 1 ) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin per Sanität auf grund einer Synkope mit fremdanamnestisch beobachtetem Zittern/Krampfen der Extremitäten zugwiesen worden sei. Die Symptomatik werde am ehesten als vasovagale Synkope beurteilt (Differentialdiagnose: epileptischer Anfall; S. 1 Mitte).

3.2

Im Bericht der Ärzte des E.___ vom 1 8. November 2013 ( Urk. 11/60/4-5) wurde die Diagnose einer z erebralen Blutung rechts occipital genannt. Die notfallmässige Zuweisung sei bei Nachweis einer zerebralen sub akuten Blutung im MRI erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe seit drei Wochen an persistierenden frontalen Kopfschmerzen gelitten (S. 1 Mitte). 3.3

Dr. med. D.___ , Leitender Arzt Neurologie des E.___ , attestierte der Beschwerdeführerin im Bericht vom 1 1. Februar 2014 (Urk. 11/8/12 -13) eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 1 4. November 20 13 bis zum 2 8. Februar 20 14

und danach eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ( Ziff. 2) . B ürotätigkeit en seien

im Umfang von 50 % möglich, je nach Verlauf sogar 100 % ( Ziff. 6) . Es sei v ermutlich nicht mit einer dauerhafte n Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes zu rechnen (Ziff. 8) . 3.4

Dr. D.___ nannte im Bericht vom 2 6. März 20 14 ( Urk. 11/14/11-12) folgende Diagnosen (S. 1 Mitte): - Status nach intrazerebraler Blutung rechts parieto-occipital , Erstdiagno se am 1 4. November 2013 - Status nach akut symptomatischem epileptische m Anfall am 8. No vember 2013 - symptomatische Epilepsie mit einfachen fokalen und sekundär generali sierten Anfällen, Therapie mit Lamotrigin seit März 2014

Dr. D.___ führte aus, dass es ohne Medikation leider am 2 0. März 2014 zu einem epileptischen Anfall gekommen sei. Dieser habe mit einer Sehstörung begonnen, die Beschwerdeführerin habe Halluzinationen gehabt und es sei ihr übel geworden. Hier auf dem Notfall habe sie dann einen Grand mal Anfall erlitten (S. 1 unten). 3. 5

Nebst den bekannten Diagnosen nannte Dr. D.___

im Bericht vom 3 0. Mai 2014 zuhanden der Beschwerdegegnerin ( Urk. 11/14/1-4) neuropsychologische Defi zite sowie einen Verdacht auf Anpassungsstörung ( Ziff. 1.1) . Er attestierte der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Buchhalterin eine 100%ige A rbeitsunfähig keit seit November 2013 (Ziff. 1.6) . Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei noch nicht möglich (Ziff. 1.7; Ziff. 1.9) . Es sei eine n eu ropsychologische Testung erforderlich (Ziff. 1.11) . 3. 6

Die Ärzte des F.___ , Privatklinik für Psychiatrie und Psycho therapie, nannten im Bericht vom 1 7. Juli 2014 zuhanden der Beschwerdegeg nerin ( Urk. 11/17) aus psychiatrischer Sicht die Diagnose einer Anpassungsstö rung ( S. 1 Ziff. 1.1). Im Affekt zeige sich eine leichte Affektlabilität, die Beschwerdeführerin berichte über eine erhöhte Ängstlichkeit, eine Reizbarkeit und gesteigerte Aggressivität. Es bestehe eine deutliche Störung der Vitalge fühle mit rascher Ermüdbarkeit. Zudem sei der Antrieb leicht vermindert (S. 3 oben).

Aus neuropsychologische r Sicht stünden leichte bis mittelgradige Ein schränkungen im Bereich der Aufmerksamkeit im Vordergrund. Darüber hinaus fänden sich leichte Leistungsminderungen im Gedächtnis, die wahrscheinlich durch die verminderte Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit mitbedingt seien. I n den übrigen kognitiven Bereichen fänden sich normgerechte Resultate. Die dargestellten Befunde liessen sich gut mit der rechtsseitigen Hirnläsion ver einbaren . Fokale neuropsychologische Defizite hätten sich nicht gezeigt.

B ei geeigneter Unterstützung sei von einer positive n Prognose auszugehen (S. 3 Mitte; vgl. auch den neuropsychologischen Bericht der Ärzte des F.___ vom 1 7. Juli 2014, Urk. 11/19 ) .

Die Ärzte des F.___ attestierten der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 1 4. April 2014 (Behandlungsbeginn) bis auf Weiteres ( S. 4 Ziff. 1.6). Aufgrund der genannten kognitiven Einschränkungen sei sie momentan nicht in der Lage, sich über längere Zeit auf etwas zu konzentrieren (S. 4 Ziff. 1.7).

Es werde eine s chrittweise Wiedereingliederung empfohlen (S. 4 f.).

3. 7

Im Bericht der Ärzte des F.___

vom 2 2. Januar 20 15 zuhanden der Krankentaggeldversicherung ( Urk. 11/60/1 -3 ) wurden folgende Diagnosen genannt (S. 2 Ziff. 3): - mittelgradige depressiv Episode

- Agoraphobie mit Panikstörung

- Status nach intrazerebraler Blutung parieto-occipital rechts und sympto matischer Epilepsie mit einfach fokalen und sekundär gene ralisierten Anfällen

Die Ärzte des F.___ führten aus, die Beschwerdeführerin sei deutlich stabiler, traue sich zu, alleine nach draussen zu gehen und habe kaum mehr Panikattacken erlebt (S. 2 Ziff. 3.5). Sie sei derzeit

zu 100 % arbeits unfähig (S. 3 Ziff. 4.4). Es bestünden Einschränkungen insbesondere in der Auf merk samkeit, Konzentration, Belastbarkeit und im Gedächtnis (S. 3 Ziff. 4.3). 3.8

Im Bericht vom 7. April 2015 zuhanden der Beschwerdegegnerin ( Urk. 11/29) nannten die Ärzte des F.___

neben dem bekannten Status nach intrazerebraler Blutung und symptomatischer Epilepsie eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (S. 1 Ziff. 1.2) . Es bestünden m it telschwere Einschränkungen insbesondere in der Aufmerksamkeit, Kon zentration, Belastbarkeit und im Gedächtnis. Diese hätten si ch im Vergleich zum letzten Bericht etwas verbessert. Des Weiteren zeige die Beschwerdeführerin ein leichtes bis mittelschweres depressives Syndrom mit leichtem Derealisations erleben (S. 1 f. Ziff. 1.3).

Die Arbeitsfähigkeit als Buchhalterin betrage eine bis maximal zwei Stunden pro Tag, zunächst im Sinne eines Arbeitsversuches (S. 2 Ziff. 2.1).

Die Beschwerdeführerin dürfe nach einigen Abklärung en im rechts medizinischen Institut nun die Fahrprüfung absolvier en (S. 2 Ziff. 3.3) .

3.9

Dr. med. G.___ , Fachärztin für Neurologie, führte am 2 0. April 2015 eine verhaltensneurologisch-neuropsychologische Abklärung durch. In ihrem Bericht vom 1 8. Mai 2015 zuhanden der Taggeldversicherung ( Urk. 11/60/8) führte sie aus, dass sich medizinisch-theoretisch init i al eine 20-30 % ige Arbeits fähigkeit mit Steigerung auf eine 50 % ige Arbeitsfähigkeit ergeben habe . E ine Aggravation wurde nicht festgestellt (vgl. Urk. 11/60/11). 3.10

Das Gutachten der Ärzte der Z.___ vom 8. Dezember 2015 ( Urk. 11/43) basiert auf einer internistischen, einer psychiatrischen, einer neur ologischen sowie einer neuro psycho logischen Untersuchung (vgl. S. 1 ).

Die Guta chter nannten als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit

eine symptomatische Epi lepsie mit sekundärer Generalisierung bei Status nach intrazerebraler Blutung rechts parieto-occipital (S. 38 Ziff. 3) . Zudem nannten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39 oben): - Colon irritabile - gastroösophagealer Reflux - rezidivierende Synkopen seit der Kindheit (anamnestisch), Differential diagnose: symptomatische Epilepsie - Agoraphobie mit Panikstörung

In Zusammenfassung aller Teilgutachten ka me n die Gutachter gemeinsam zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausge übten sowie jedweder vergleichbaren Tätigkeit „e x tunc “ mit 100 % einzu schätzen sei.

Medizinisch-theoretisch würden Tätigkeiten an gefährdenden Maschinen und in gefährdenden Höhe sowie das berufliche Fahren von Kraft fahrzeugen aufgrund des vorliegenden Anfallsleidens ausscheiden (S. 35 unten) . Die hier erhobenen klinischen Befunde ergäben durchgehend keinen Anhalt für ein objektives Korrelat der reklamierten Beschwerden. Die

n europsychologisch e Untersuchung weise zudem einen deutliche n

Anhalt für eine bewusstseinsnahe , demonstrative Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden aus . Auf den subjektiven Beschwerdevortrag könne also in besonderer Weise nicht abgestellt werden. Die a namnestisch aufscheinende ungehinderte Alltagsaktivität – so nehme d ie Beschwerdeführerin Fahrstunden, geh e Tanzen, besorg e den Haus halt , lerne eine dritte Fremdsprache

(vgl. S. 31 und S. 34 oben) – spreche zudem gegen eine namhafte Limitation.

Die Beschwerdeführerin habe zweifelsfrei eine intrakranielle Blutung erlitten; derartige Schlaganfallereignisse gingen jedoch nicht per se mit einer resultierenden dauerhaften kognitiven Störung einher, zumal hier auch lediglich eine wenig grosse und umschriebene Läsion vorliege (S. 36 oben) . Es lägen keine sachlich fundiert entgegenstehende aktenkundige Voreinschätzungen vor (S. 38 Mitte). 3.11

Die Ärzte der Z.___ nahmen am 4. Mai 20 16 ( Urk. 11/68) Stellung zu nach träglich eingereichten Arztberichten, die bei der Gutachtenserstellung nicht vor lagen, sowie zum Vorwurf der fehlenden fachlichen Qualifikation der neuro psychologischen Gutachterin .

Da bei wurde festgehalten, dass die nachge reichten Unterlagen nicht geeignet seien, das Ergebnis der Begutachtung zu ändern (S. 5 oben). Die durch Dr. G.___ am 2 0. April 2015 erstellte ver haltens neuro logisch-neuropsychologische Abklärung sei ohne Symptom vali dierung erfolgt und somit versicherungsmedizinisch nicht brauchbar (S. 4 f.). 3.1 2

Im MRI des Schädels vom 1 3. Mai 2016 ( Urk. 6) wurden erhebliche Hämo side rin ablagerungen mit fokal intrakortikaler Ausdehnung als Residuen einer wahr scheinlich venös bedingten Blutung festgestellt. 4 .

Im Rahmen des vorliegenden Gerichtsverfahrens wurde bei der MEDAS A.___ ein Gutachten zur Beurteilung des Gesundheitszustandes

und der Arbeitsfähigkeit der Beschwer de führerin eingeholt. Das Gerichtsgutachten der Ärzte der Medas

A.___ vom 1 3. Februar 2018 (Urk. 38 ) basiert auf einer internistischen, einer psychiatrischen, einer neur ologischen sowie einer neuro psychologischen Untersuchung sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 1

f. ). Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 32

Ziff. 4 .1): - Neurasthenie (F48.0) - unerwünschte Nebenwirkungen bei therapeutischer Anwendung: Anti epileptika (Y57.8) - symptomatische Epilepsie mit sekundärer Generalisierung, Erstmanife station am 8. November 2013 , mit/bei - Status nach intrazerebraler Blutung rechts parieto -okzipital im November 2013 - seit März 2014 unter antiepileptischer Medikation, aktuell Lamotrigin 200 mg täglich, darunter anfallsfrei

Des Weiteren wurden folgende Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, genannt (S. 32 Ziff. 4.2): - Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01) - Albträume (Angstträume, F51.5) - Essattacken bei sonstigen psychischen Störungen (F50.4) - Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (F42.1) - chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp - episodische Migräne ohne Aura - intermittierendes

zervikovertebrales Syndrom mit zervikozephaler Aus strahlung - anamnestisch Neigung zu Panikattacken mit Hyperventilation - alters

- und ausbildungsadäquate kognitive Leistungsfähigkeit bei anam nestischer Fatigue - Symptomatik - Colon irritabile - g astroösophageale

Refluxkrankheit - a namnestisch Neigung zu Hypotonie - Verdacht auf riskanten Alkoholkonsum, CDT 1.4 % (Grauzone)

Die Beschwerdeführerin beklage von somatischer Seite her vordergründig ein benebeltes Gefühl, sie fühle sich wie in Trance. Weisslich gelbes Licht störe sie, sie sei nicht belastbar, die Konzentration sei vermindert. Gelegentlich leide sie an Augen- respektive Stehstörungen. Texte würden auf Papier verschwimmen. Daneben leide sie an chronischen Kopfschmerzen, nuchal bis frontal; es bestehe auch ein Druckgefühl im gesamten Kopf. Intermittierend leide sie auch an Rückenschmerzen, panvertebral mit Ausstrahlungen in die Beine, die Schultern und die Arme, teilweise auch mit Kribbelgefühl einhergehend . Psychisch habe sie die Therapie seit über einem Jahr gestoppt. Aktuell sei sie wieder in einem Tief, da sie ihren Job verloren habe. Sie sei chronisch müde, leide auch an Stimmungsschwankungen. Tageweise gehe es sehr schlecht, dann pflege sie kaum soziale Kontakte. Mit dem öffentlichen Verkehr könne sie nicht reisen, sie bekomme Angst und Panik. Überhaupt leide sie gelegentlich an diffusen Ängsten, die sich dann auch in diversen somatischen Beschwerden wie Zittern, Schwindel und Präsynkopen äusserten (S. 20 Ziff. 1.2.4). Im neurologischen Teilgutachten wurde über einen unauffälligen Neurostatus berichtet. Die schlecht fassbare Symptomatik mit dem Gefühl , nicht ganz da zu sein, bei stärkerer Ausprägung verbunden mit Übelkeit, lasse sich weder durch die intrazerebrale Hämorrhagie noch durch die Epilepsie oder antiepileptische Medikation erklären. Möglicherweise seien diese im Rahmen von Ermüdungs symptomen mit Schwindel, Verschwommensehen und Übelkeit zu interpretieren (S. 23 Mitte) . Aus neurologischer Sicht ergäben sich aufgrund der gut einge stellten Epilepsie und den chronischen Kopfschmerzen vom Spannungs typ respektive der episodischen Migräne ohne Aura keine anhal tenden Einschrän kungen der Arbeitsfähigkeit. Zu diskutieren sei eine mögliche residuelle

Fatigue nach einer intrazerebralen Blutung. Diese sei naturgemäss schlecht zu fassen und könne zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in zeitlicher Hinsicht führen. Aufgrund der aktuellen anamnestischen Angaben sei, wenn überhaupt, von einer minimalen Einschränkung auszugehen (S. 23 unten). Die Einschrän kung betrage maximal 20 %, teilweise durch vermehrte Pausen und teilweise durch eine Reduktion der gesamten Arbeitszeit (S. 23 f.). Sympt o matisch seien aufgrund der berichteten Unverträglichkeit von hellem Licht, schwarzer Schrift und weissem Hintergrund qualitativ diese Situationen zu meiden. Bezüglich einer Arbeitstätigkeit vorwiegend am Computer bestünden diesbezüglich keine Einschränkungen. Aus rein neurologischer Sicht seien Tätigkeiten im kauf männischen Bereich nicht als ungünstig zu bewerten. Situationen mit Lesen und Arbeiten mit Schriften auf schneeweissem Hinter grund seien zu meiden (S. 24 oben).

Im Rahmen des neuropsychologischen Teilgutachtens wu rde festgehalten, dass sich bei der Beschwerdeführerin eine alters- und ausbildungsadäquate kognitive Leistungsfähigkeit bei anamnestisch Fatiguesymptomatik finde. Sie habe in den geprüften kognitiven Domänen durchschnittliche bis vereinzelt überdurch schnittliche Ergebnisse erbracht. Verglichen mit der neuropsychologischen Unter suchung vom Juli 2014 hätten sich deutliche Verbesserungen gezeigt. Diese seien im Rahmen des Zeitverlaufes nach Schlaganfall zu interpretieren. Verglichen mit der neuropsychologischen Teilbegutachtung 2015 zeige sich ebenfalls ein deutlich veränderter Befund. Im Gegensatz zur damaligen Untersu chung ergäben sich heute keinerlei Hinweise auf eine Symptom verdeutlichung. Die Beschwerdeführerin habe sich sehr gut auf die neuro psychologische Unter suchung einlassen können und habe motiviert und kooperativ mitgearbeitet (S.

24 Mitte). Es fänden sich somit keine kognitiven Dysfunktionen, die sich in leistungsmässiger Hinsicht limitierend auswirken würden (S. 24 unten).

Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin leistungs orientierte Persönlichkeitszüge und einen grossen Stolz auf ihre Leistungen zeige. Durch die Erkrankung und ihre Folgen sei das in Frage gestellt worden . Harmonie sei ihr sehr wichtig, sie habe erst sehr spät zu lernen begonnen, Signale ihres Körpers zu beachten und auf sich selber und ihre Gren ze n Rücksicht zu nehmen. Die Beschwerdeführerin habe auch Persönlichkeits züge und Coping-Muster, die günstig seien. So sei es ihr immer wieder gelun gen, ein Arbeitsumfeld zu finden, in dem sie entsprechend ihren Möglichkeiten eine als sinnvoll befriedigend aber auch herausfordernd erlebte Arbeit leisten könne. Dies w eise auch auf eine Fähigkeit , gewohnte Denkmuster zu verlassen, falls es notwendig sei, und auf eine gesunde Neugier und Offenheit für Heraus forderungen und Chancen hin (S. 26 Mitte). Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Ängste in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Menschenmengen entsprächen der Diagnose einer Agoraphobie. Allerdings vermeide sie entspre chende Situationen weitgehend, so dass diese Störung ihr Leben wenig beein trächtige. Sie müsse sich immer die Hände waschen und werde unruhig und fühle sich schmutzig, wenn sie das nicht könne. Dies entspreche einer leichten Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (S. 27 Mitte). Die Diagnose einer atypischen Depression könne nicht eindeutig gestellt, aber auch nicht sicher ausgeschlossen werden. In Bezug auf die Prognose und das Ansprechen auf die Therapie habe der Subtyp der Depression indessen keinen signifikanten Einfluss (S. 27 f.). D ie chronische Müdigkeit sei diagno stisch schwierig einzu ordnen . Die Diagnose Chronic

Fatigue -Syndrom sei noch nicht wirklich etabliert und die Symptomatik entspreche weitgehend einer Neurasthenie. Die affektive Symptomatik sei weniger ausgeprägt als die Erschöpfung, die Konzentrations schwäche und die Unfähigkeit, sich zu entspannen, so dass die Diagnose einer Neurasthenie besser passe (S. 28 oben). Obwohl dieser Aspekt in den Akten nur wenig diskutiert worden sei, seien unerwünschte Arzneimittelwirkungen anzu nehmen. Die Beschwerdeführerin erhalte mit Lamotrigin ein stimmungsausglei chendes Antiepileptikum , wobei Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Ataxie und Schläfrigkeit häufig berichtete Nebenwirkungen seien (S. 29 Mitte). Es gebe kei ne Hinweise auf eine wesentliche Verdeutlichung, Aggravation oder Simula tion, aber relativ ausge prägt für eine Neigung zur Dissimulation und einen star ken Wunsch, sich so zu verhalten, wie es in den Augen der Betroffenen sozial erwünscht sei (S. 29 unten). Zusammengefasst könne aus psychiatrischer Sicht für die bisherige Tätigkeit als Buchhalterin von einer Arbeitsunfähigkeit von etwa 40 % ausge gangen werden. In einer Verweistätigkeit, die tiefere Anforde rungen an die ps ychische Belastbarkeit stell e und keine besonderen Fähigkeiten verlange , sei die Arbeitsfähigkeit nur etwa 20 % eingeschränkt, vor allem durch die Kon zentrations

- und Antriebsstörung, die Verlangsamung und die erhöhte Müdig keit (S. 30 oben).

Die Gutachter gaben an, dass a us neurologischer Sicht von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit im Verlauf auf aktuell 80 % auszugehen sei . Aus psychia tri scher Sicht sei ebenfalls von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von 40 % auf aktuell 80 % in leidensangepasster Tätigkeit auszugehen (S. 34 oben). Aus polydisziplinärer Sicht bestehe somit in der angestammten Tätigkeit als Buchhalterin eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit von 60 %. In einer leidens angepassten Tätigkeit mit weniger hohen Anforderungen im kauf männischen Bereich liege die Arbeitsfähigkeit bei 80 % (S. 34 oben). Betreffend Verlauf der Arbeitsfähigkeit schätzte der psychiatrische Gutachter die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit ab Juli 2014 auf 40 % . Seit der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit im Oktober 2016 gelte dann die aktuelle Ein schätzung (psychiatrisches Teilgutachten, im Anhang zu Urk. 38, S. 19 f.). 5. 5.1

Das Gerichtsgutachten der Medas

A.___ vom Februar 2018 entspricht sämtlichen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (vgl. vorstehend E. 1. 3 ), was auch von den Parteien nicht in Frage gestellt wurde. Es ist umfas send und vermag zu überzeugen, weshalb darauf abzu stellen ist.

Im Gutachten der Medas

A.___

wurde auch zum polydiszipli näre n Gutachten der Ärzte der Z.___ vom Dezember 2015

Stellung genommen .

Es wurde unter anderem ausgeführt, dass im psychiatrischen Teilgutachten die Frage einer Verdeutlichung oder Aggravation nicht diskutiert worden sei und keine entsprechend en Befunde erwähnt worden seien. Gleichzeitig habe die Neuropsychologin über eine bewusstseinsnahe, demonstrative Darstellung von Einschränkungen und Beschwerden berichtet. Dies spreche nicht für eine sorg fältige Gesamtredaktion des polydisziplinären Gutachtens. Des Weiteren sei offensichtlich die Dissimulation nicht erkannt worden. Zudem könne man a uf grund der Angaben im psychiatrischen Gutachten bereits die Diagnose einer leichtgradigen Depression stellen. Man könne sogar annehmen, dass damals eine mittelgradige atypische Depression vorgelegen habe ( Urk. 38, psychiatri sches Teilgutachten, S. 2 0 f.).

Damit ist gestützt auf das Gutachten der Ärzte der Medas

A.___ davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin hauptsächlich

an einer Neurasthenie, einer symptomatischen Epilepsie sowie unerwünschten Arzneimittelwirkungen leidet. Die Ärzte der Medas

A.___ attestierten ihr ab Oktober 2016 eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie eine 80%ige Arbeits fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. In Bezug auf den zeitlichen Ver lauf ist dem Gutachten zu entnehmen, dass ab Juli 2014 sowohl in der zuletzt ausgeübte n Tätigkeit als Buchhalterin als auch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 4 0 %

vorlag. Zuvor war die Beschwerde führerin ab 1 3. November 2013 vollständig arbeitsunfähig, was sich auch aus den zeitnah verfassten Arztberichten ergibt (vgl. vorstehend E. 3.1 ff.). 5.2

Bei der diagnostizierten Neurasthenie handelt es sich um eine psychische Erkrankung. Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbs ein kommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG ,

BGE 139 V 547 E. 5 ,

131 V 49 E. 1.2 ,

130 V 352 E. 2.2.1).

Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2 ).

Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho somatische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat sächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE

141 V 281). Mit BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht erkannt, dass grund sätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweis ver fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank heits bild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung ein zelne r Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsun fähigkeit schliessen lassen (E. 7).

Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Funktioneller Schweregrad - Gesundheitsschädigung - Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde - Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz - Komorbiditäten - Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen - sozialer Kontext Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens) - gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba ren Lebensbereichen - behandlungs- und eingliederungs anamnestisch ausgewiesener Leidens druck

Diese Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs hindern der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations potenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs vermögen einzu schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2 60/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3). Die Anerkennung eines renten begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).

5.3

Nach dem Gesagten ist zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen.

Eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren ist gestützt auf das Gutachten der Ärzte der Medas

A.___ sowie die übrigen medizini schen Akten möglich. Weitere medizinische Abklärungen sind dement sprechend nicht angezeigt. 5.4

Im psychiatrischen Teilgutachten (im Anhang zu Urk. 38)

wurde der Schwere grad der Neurasthenie auf mittel gradig eingeschätzt

( S. 13 Mitte ).

Hinsichtlich der Ausprägung der diagnose relevanten Befunde wurde ausgeführt, dass auf grund der

Neurasthenie Antrieb, Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit, Durchhal tevermögen und Selbst ver trauen der Beschwerdeführerin beeinträchtigt seien. Sie sei vermehrt müde und kraftlos und gerate leicht in einen Erschöpfungs zustand, was zusammen mit den Schlaf störungen ihre Regene rations fähigkeit einschränke. Die Essstörungen, die leichte Zwangsstörung und die Albträume seien zu wenig ausgeprägt für eigenständige Auswirkungen auf die Arbeitsfä higkeit, sie verstärkten jedoch indirekt die Auswirkungen der Neurasthenie und der unerwünschten Arzneimittelwirkungen und seien ein Hinweis auf den Schweregrad der Gesamtstörung (S. 18 Mitte).

Zum Tagesablauf ist bekannt, dass die Beschwerdeführerin zwischen 8.30 und 9.00 Uhr aufstehe, sich ein kleines Frühstück zubereite, wenige Haushalts arbeiten besorge und ihre Katzen versorge. Schwerere Arbeiten würden auf grund der Rücken- und Nackenbeschwerden nicht mehr gehen. Dann erledige sie kleinere Einkäufe, gehe jedoch ungern unter die Leute. Gelegentlich besuche sie Kolleginnen und Freundinnen oder diese kämen bei ihr vorbei. Sie schaue dann fern oder suche nach Arbeitsstellen. Sie bereite sich ein kleines Mittag essen zu und lege sich nach dem Essen hin. Auch zwischendurch müsse sie sich oft hinlegen. Am Abend bereite sie für sich und den Partner das Nachtessen vor. Abends ble ibe sie oft zuhause, Besuche würde sie schon empfangen. Sie schaue dann fern und gehe oft erst nach Mitternacht ins Bett

( Urk. 38 S. 19 oben ).

Zum zweiten Indikator („Behandlungserfolg oder -resistenz") ergibt sich aus dem Medas -Gutachten, dass sich die Beschwerdeführerin in psycho thera peutischer Behandlung befunden habe, die sie aber im Einverständnis mit

den Therapeuten abgeschlossen habe, da sie wenige Fortschritte habe machen können und sich wiederholt nicht verstanden und nicht unterstützt gefühlt habe ( Urk. 38 S. 29 f.) . In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sei die Indikation für eine erneute Psychotherapie nicht zwingend ( Urk. 38 S. 33 unten).

Im Gerichtsgutachten wurde festgehalten, dass die Komorbidität von Neurasthe nie respektive einer Fatigue und einer Schmerzstörung relativ häufig sei. Auch die Essstörungen, die leichte Zwangsstörung und die Albträume seien Hinweise auf den Schweregrad und verringerten die Ressourcen für eine Wiederaufnahme einer Tätigkeit ( Urk. 38 S. 37 oben).

Bezüglich Persönlichkeit wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin leistungs orientierte Persönlichkeitszüge aufweise und einen grossen Stolz auf ihre Leistungen zeige. Harmonie sei ihr sehr wichtig, sie habe erst sehr spät zu lernen begonnen, Signale ihres Körpers zu beachten und auf sich selber und ihre Grenze Rücksicht zu nehmen. Sie neige zur Dissimulation und wolle sich so verhalten, wie es sozial erwünscht sei.

Die Beschwerdeführerin habe auch günstige Persönlichkeitszüge und Coping-Muster, so auch die Fähigkeit, nöti gen falls gewohnte Denkmuster zu verlassen, und eine gesunde Neugier und Offenheit für Herausforderungen und Chancen .

Betreffend den sozialen Kontext ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Partner zusammenlebt und zurzeit auf Stellensuche ist ( Urk. 38 S. 18 unten).

Sie zeigt einige Aktivitäten im Tagesablauf mit Einkaufen, Kochen, klei neren Haushaltsarbeiten, Versorgung der Katzen und Besuchen von Freundin ne n und Kolleg inn en .

Zu prüfen bleibt der Aspekt der Konsistenz. Im Gutachten der Ärzte der Medas

A.___

wurde ausgeführt, in Bezug auf die Erschöpfbarkeit und die Konzentrationsstörungen der Beschwerdeführerin sei ihre Schilderung der Beschwerden, ihres Tagesablaufes, ihrer Aktivitäten und ihrer sozialen Kontakte konsistent mit den Befunden und den Akten und kongruent mit den gestellten Diagnosen. Die Beschwerdeführerin nehme ein stimmungsaufhellendes Antiepi lep tikum . Der Serumspiegel liege im Normbereich, was für eine gute Compliance und einen hohen Leidensdruck spreche . Nachdem die Beschwerde führerin ihre letzte Arbeitsstelle verloren habe, sei es ihr gelungen, wieder eine geeignete Stelle zu finden. Diesen Erfahrungen unter realen Bedingungen komme klinisch und gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein grosses Gewicht zu. Das spreche für einen sehr hohen Leidensdruck und eine Moti vation wieder zu arbeiten ( Urk. 38 S. 37 Mitte ).

Die abschliessende Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standardindi ka toren ergibt, dass f ür die Zeit ab Oktober 2016 auf die Einschätzung der Arbeits fähigkeit, wie sie sich aus dem Gutachten der Medas

A.___ ergibt, abgestellt werden kann. Entsprechend besteht in der angestammten Tätig keit eine 60%ige und in einer angepassten Tätigkeit

eine 80%ige Arbeits fähigkeit . 5.5

Für die Zeit ab Juli 2014 wurde de r Beschwerdeführer in im Gerichtsgutachten

sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer angepassten Tätigkeit eine 40%ige Arbeitsfähigkeit attestiert.

Zum funktionellen Schweregrad ergibt sich aus dem Bericht der Ärzte des F.___ vom Ju l i 2014 (vgl. vorstehend E. 3.6) eine leichte Affektlabilität, eine erhöhte Ängstlichkeit, Reizbarkeit und gesteigerte Aggressivität, ein leicht verminderter Antrieb sowie eine deutliche Störung der Vitalgefühle mit rascher Ermüdbarkeit. Die Ärzte des F.___ gingen von der Diagnose einer Anpassungsstörung respektive einer depressiven Störung aus (vgl. auch Berichte vom Januar 2015 und April 2015 ; vgl. vorstehend E. 3.7 -8 ).

Aus neuropsychologischer Sicht stan den leichte bis mittelgradige Einschränkungen im Bereich der Aufmerk samkeit im Vordergrund. Auch fanden sich leichte Leistungsminderungen im Gedächt nis. Die Beschwerdeführer in

stand in regelmässiger Behandlung der Ärzte des F.___ , mit psychotherapeutischen Gespräche n alle ein bis zwei Wochen sowie Abgabe von Psychopharmaka (vgl. Urk. 11/17 Ziff. 1.5 ). Im Übrigen finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte für massgebliche Verä n derungen nach September 2016 , weshalb im Wesentlichen auf die Prüfung der Standardindikatoren für die nachfolgende Zeit ab Oktober 2016 verwi esen wer den kann (vorstehende Erwägung

5.4 ). Die Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standardindikatoren ergibt, dass auf die Beurteilung der Arbeitsfä higkeit durch die Gutachter der Medas

A.___ abgestellt werden kann. Entsprechend ist für die Zeit ab Juli 2014 von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wie auch in einer angepassten Tätigkeit

auszuge hen. 5.6

Zusammenfassend ist für die Zeit von Juli 2014 bis September 2016 von einer 4 0%igen Arbeitsfähigkeit in jeder Tätigkeit sowie ab Oktober 2016 von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer 80%igen Arbeitsfä higkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen. 6 . 6.1

Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege benheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns abzustellen (BGE

128 V 174, BGE 129 V 222). D ie Beschwerdeführerin meldete sich im April 2014 zum Leistungsbezug an. Ein allfälliger Rentenanspruch besteht somit nach Ablauf des Wartejahres – im November 2013 erlitt die Beschwerdeführerin eine Hirnblutung – ab November 2014 (vgl. E. 1.2) .

Für die Zeit ab Januar 2017 (drei Monate nach Verbesserung) ist ein separater Einkom mensvergleich vorzu nehmen (Art. 88a Abs. 1 IVV).

Aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin im November 2014 aus medizinischer Sicht in der Lage war , ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Buch halterin im Umfang von 4 0 % auszuüben und auch in einer angepassten Tätig keit keine höhere Arbeitsfähigkeit bestand , genügt für die Ermittlung des Inva liditätsgrades die Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen (Prozentvergleich, BGE 114 V 313 E. 3a, 107 V 22, 104 V 136 E. 2a und b). Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von 6 0 % und damit der Anspruch auf eine Dreiviertelsr ente . 6.2

Die 60%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie die 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sind ab Januar 2017 zu berück sichtigen .

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr schein lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein kommens entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).

Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die ver sicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invali dität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohn struktur erhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück sichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).

Vorliegend kann zur Bestimmung des Valideneinkommens nicht auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit der Beschwerdeführerin abgestellt werden, d a sie ihr Arbeits verhältnis im September 2013 aus invaliditätsfremden Gründen gekün digt hat (Urk. 11/13/7). Die Beschwerdeführerin ist gelernte Gastronomie fach assistentin, erwarb im Oktober 2008 das Handelsdiplom und absolvierte schliesslich die kaufmännische Ausbildung zur diplomierten Kauffrau (vgl.

Urk. 11/2/7, Urk. 11/2/16-17). Seit Januar 2009 arbeitete sie im kauf männischen Bereich, zuerst als Assistentin respektive Sekretärin und dann als Sachbearbeiterin Kreditoren (vgl. Lebenslauf, Urk. 11/2/7-9).

Vor diesem Hintergrund erscheint es angemessen, sich zur Berechnung des Validen einkommens auf LSE 2014, Tabelle T 17 , Ziffer 4 „ Bürokräfte und ver wandte Berufe " , zu stützen (www.bfs.admin.ch, Tabelle T17 monatlicher Brutto lohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor zusammen). Angesichts des Alters der Beschwerdeführe rin – im vorliegend massgebenden Jahr 2017 wurde sie 29jährig – rechtfertigt es sich, vom Durchschnitt der Lebensalter-Gruppen „ bis und mit 29 Jahre ” und „ 30-49 Jahre ” auszugehen. Dies ergibt ein durchschnittliche s monatliches Ein kommen von Fr. 5'315.50 ( [ Fr. 4’783.00 + Fr. 5'848.00 ] : 2). Entsprechend resul tiert bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41. 7 Stunden (betriebs übliche Arbeitszeit nach Wirtschafts abteilungen in Stunden pro Woche; vgl.

www.bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb, Total ) ein Einkommen von

Fr. 66 ‘ 4 96 . 9 0 im Jahr 2014 (Fr. 5'315. 50 : 40 x 41. 7 x 12).

Dies erscheint ange messen , zumal sich diese Zahlen im Rahmen dessen bewegen, was die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit in der Buchhaltung verdient hat ( Fr. 61'880.00 im Jahr 2013, vgl. Urk. 11/13/1-6 Ziff. 2.10 ).

Unter Berück sichtigung der frauenspezifischen Nominallohnentwicklung von 0. 5 % im Jahr 201 5, 0.8 % im Jahr 2016 (Entwicklung der Nominal löhne, der Konsumenten preise und der Reallöhne; vgl.

www.bfs.admin.ch, Sta tistiken, Arbeit und Erwerb) sowie der geschätzten Nominalentwicklung im Jahr 2017 von 0.5 % (dritte Schätzung, basierend auf den Daten der ersten drei Quartale) ergibt sich für das Jahr 201 7

ein Validene inkommen von rund Fr. 6 7‘ 70 1 . -- ( Fr. 66 ‘ 496 . 9 0 x 1.005 x 1.00 8 x 1.0 05 ). 6.3

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik perio disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE

139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten ver öffentlich ten Tabellen der LSE zu verwenden ( BGE 143 V 295 E. 4.1.3 ; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1 , 133 V 545 E. 7.1). Der Beizug der Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist ( vgl.

BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/ Reichmuth , IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinwei sen auf die Rechtsprechung).

Da das letzte Arbeitsverhältnis der Beschwerdeführerin als Projektassistentin im Juni 2017 gekündigt wurde, ist das Invalideneinkommen ebenfalls gestützt auf die Lohnstrukturerhebungen zu ermitteln . Angesichts der Tatsache, dass im Medas -Gutachten Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich nicht als ungünstig bewertet wurden und keine Einschränkungen bezüglich einer Arbeitstätigkeit vorwiegend am Computer gesehen wurden, könnte zur Berechnung des Invali deneinkommens ebenfalls auf Ziffer 4 „ Bürokräfte und verwandte Berufe " der Tabelle T17 abgestellt werden . Da jedoch Situationen mit Lesen und Arbeiten mit Schriften auf schneeweissem Hintergrund zu meiden sind, was bei Büro arbeiten wohl kaum möglich ist, ist zugunsten der Beschwerdeführerin auf Ziffer 9 „Hilfsarbeitskräfte" abzustellen.

Gestützt auf LSE 2014, Tabelle T17, Ziffer 9 „Hilfsarbeitskräfte", ist wiederum vom Durchschnitt der Lebensalter-Gruppen „bis und mit 29 Jahre” und „30-49 Jahre” auszugehen. Dies ergibt ein durchschnittliches monatliches Einkommen von Fr. 4 ' 184 .50 ( [ Fr. 4’ 060 .00 + Fr. 4 ' 309 .00 ] : 2). Entsprechend resultiert bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41. 7 Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts abteilungen in Stunden pro Woche; a.a.O. ) ein Ein kommen von

Fr. 52 ‘ 348 . 1 0 im Jahr 2014 (Fr.

4'184. 50 : 40 x 41. 7 x 12).

Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von

0. 5 % im Jahr 201 5, 0.8 % im Jahr 2016 sowie 0.5 %

im Jahr 2017 ergibt sich für das Jahr 201 7 ein Ein kommen von Fr. 53 ' 295 . 85 ( 52 ‘ 348 . 1 0 x

1.005 x 1.00 8 x 1.005 ). Angepasst an das zumutbare Pensum von 8 0 % resulti ert somit ein Einkommen von rund Fr. 4 2' 63 7 . -- ( 53 ' 295 . 85 x 0. 8 ).

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf ti gungs grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/ aa ). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/ aa ). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdi gung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamt haft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5. 2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/ bb -cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine ver sicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfä higkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/ bb ). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthalte ne gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dür fen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 mit Hinweisen ).

Vorliegend ist kein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen . Bei der Beschwer deführerin liegen keine persönliche n

oder berufliche n Merkmale vor, welche einen solchen rechtfertigen würden. Zudem wurde den Konzentrations- und Antriebsstörungen, der Verlangsamung und der erhöhten Müdigkeit bereits bei der Festlegung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen (vgl.

Urk. 38 S. 33 Ziff. 5.2).

6. 4

Bei einem Valideneinkommen von Fr. 67‘70 1 . -- und einem Invaliden ein kommen von Fr. 4 2' 63 7 . -- bet rägt die Einkommenseinbusse Fr. 25 ' 064 . -- , was einem Invaliditätsgrad von 37 % entspricht. Damit hat die Beschwerde führerin –

trotz

Berücksichtigung

d es tiefen Hil f sarbeiterein kommens – ab Januar 2017 keinen A nspruch mehr auf eine Invalidenrente .

Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin für die Zeit von November 2014 bis Dezember 2016 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente . Ab Januar 2017 besteht kein Rentenanspruch mehr. Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Auf die beantragte Parteibefragung ( Urk. 1 S. 2) ist in antizipierter Beweiswürdigung ( BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d ) zu verzichten. 7. 7.1

Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind ermessensweise auf Fr. 1’0 00.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 7. 2

Die Kosten des Gerichtsgutachtens der Medas

A.___ vom 1 3. Februar 2018 belaufen sich auf Fr. 1 6 ‘ 405.20 ( Urk. 39 ).

Die Kosten eines Gerichts gutachtens können dem Versicherungsträger auferlegt werden, wenn die Abklä rungs ergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend beweiswertig sind, und zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrens fairness entfällt (vgl. BGE 139 V 225 E. 4. 2 mit Verweis auf BGE 137 V 210 ).

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das Gutachten der Ärzte der Z.___ vom Dezember 2015 , obwohl diesem nicht die vollständigen Akten zugrunde lagen und

es in verschiedener Hinsicht nicht zu überzeugen vermag (vgl. E. 5.1).

Dementsprechend sind ihr die Kosten für das Gerichtsgutachten aufzuerlegen .

Die Beschwerdegegnerin hielt in Bezug auf „die zu erwartenden Beg ut acht ungs kosten" fest, dass diese gemäss geltendem Tarif für polydiszi plinäre Gut achten entsprechend der mit dem Bundesamt für Sozialversicherung geschlosse nen Vereinbarung zu veranschlagen s eien , und verwies auf BGE 137 V 210 sowie auf das Urteil des Bundesgerichts 9C_217/2014 (Urk. 21).

In diesem Zusammenhang ist auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_113/2017 vom 2 9. Juni 2017 hinzuweisen. Darin nannte das Bundesgericht gewichtige Gründe, von der bisherigen Rechtsprechung abzurücken (E. 7.1). In Aufgabe der erörterten Rechtsprechung s eien die genannten Instanzen auch nicht an den Tarif gemäss Anhang 2 der Vereinbarung gebunden. Dies bedeute , dass die IV Stellen im Rahmen der mit BGE 139 V 496 umschriebenen (und mit BGE

140 V 70 bestätigten) Grundsätze gestützt auf Art. 45 Abs. 1 Satz 2 ATSG für die gesamten Kosten des Gerichtsgutachtens a ufzukommen h ätt en. Abzu lehnen sei insbesondere eine Lösung, die die Kantone im Umfang der den Tarif überschiessenden Kosten in die Pflicht nähme. Denn damit würde die mit BGE

137 V 210 aus Gründen der Verfahrensfairness angestrebte Zielsetzung, in ver mehrtem Masse Gerichtsgutachten zu veranlassen, geradewegs unterlaufen, indem es bei festgestellten Abklärungs- oder Beweiswertmängeln wieder ver mehrt zu Rückweisungen käme (E. 7.2) .

Vor diesem Hintergrund sind vorliegend die Kosten d es Gerichtsgutachtens von Fr. 1 6 ‘ 405.20 von der Beschwerdegegne rin in vollem Umfang zu übernehmen. 7.3

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, de r Beschwerdeführer in eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten ( § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses wird diese beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 2‘ 5 00 .-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt. Das Gericht erkennt: 1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversiche rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2 8. Juni 2016 aufgehoben, und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin von November 2014 bis Dezember 2016 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat. 2.

Die Gerichtskosten von Fr. 1’000 .-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

Rech nung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts kraft zugestellt. 3.

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Gerichtskasse die Kosten für das Gerichts gutachten im Betrag von Fr. 1 6 ‘ 405.20 zu erstatten.

Rechnung und Ein zahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt. 4.

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessent schädigung von Fr. 2’ 5 00 .-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen. 5 .

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Thomas Laube - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 6 .

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin MosimannNeuenschwander-Erni

Erwägungen (23 Absätze)

E. 1 X.___ , geboren 1988, war vom 1. März 2011 bis 3 1. Dezember 2013 als Buchhalterin bei der

Y.___ tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 8.

November 2013 war ( Urk. 11/13; Urk. 11/8/8 ) .

Unter Hinweis auf eine Hirn blutung und Epilepsie meldete sich die Versicherte am

E. 1.0 05 ).

E. 1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

E. 1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a.

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her stellen, erhalten oder verbessern können; b.

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min des tens 40 % arbeitsunfähig ( Art.

E. 1.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).

E. 1.4 Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Pra xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfer tigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine sol che vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/ aa ). 2.

E. 1.005 x 1.00 8 x 1.005 ). Angepasst an das zumutbare Pensum von 8 0 % resulti ert somit ein Einkommen von rund Fr. 4 2' 63 7 . -- ( 53 ' 295 . 85 x 0. 8 ).

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf ti gungs grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/ aa ). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/ aa ). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdi gung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamt haft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5. 2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/ bb -cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine ver sicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfä higkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/ bb ). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthalte ne gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dür fen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 mit Hinweisen ).

Vorliegend ist kein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen . Bei der Beschwer deführerin liegen keine persönliche n

oder berufliche n Merkmale vor, welche einen solchen rechtfertigen würden. Zudem wurde den Konzentrations- und Antriebsstörungen, der Verlangsamung und der erhöhten Müdigkeit bereits bei der Festlegung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen (vgl.

Urk. 38 S. 33 Ziff. 5.2).

6. 4

Bei einem Valideneinkommen von Fr. 67‘70 1 . -- und einem Invaliden ein kommen von Fr. 4 2' 63 7 . -- bet rägt die Einkommenseinbusse Fr. 25 ' 064 . -- , was einem Invaliditätsgrad von 37 % entspricht. Damit hat die Beschwerde führerin –

trotz

Berücksichtigung

d es tiefen Hil f sarbeiterein kommens – ab Januar 2017 keinen A nspruch mehr auf eine Invalidenrente .

Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin für die Zeit von November 2014 bis Dezember 2016 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente . Ab Januar 2017 besteht kein Rentenanspruch mehr. Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Auf die beantragte Parteibefragung ( Urk. 1 S. 2) ist in antizipierter Beweiswürdigung ( BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d ) zu verzichten. 7. 7.1

Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind ermessensweise auf Fr. 1’0 00.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 7. 2

Die Kosten des Gerichtsgutachtens der Medas

A.___ vom 1 3. Februar 2018 belaufen sich auf Fr. 1 6 ‘ 405.20 ( Urk. 39 ).

Die Kosten eines Gerichts gutachtens können dem Versicherungsträger auferlegt werden, wenn die Abklä rungs ergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend beweiswertig sind, und zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrens fairness entfällt (vgl. BGE 139 V 225 E. 4. 2 mit Verweis auf BGE 137 V 210 ).

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das Gutachten der Ärzte der Z.___ vom Dezember 2015 , obwohl diesem nicht die vollständigen Akten zugrunde lagen und

es in verschiedener Hinsicht nicht zu überzeugen vermag (vgl. E. 5.1).

Dementsprechend sind ihr die Kosten für das Gerichtsgutachten aufzuerlegen .

Die Beschwerdegegnerin hielt in Bezug auf „die zu erwartenden Beg ut acht ungs kosten" fest, dass diese gemäss geltendem Tarif für polydiszi plinäre Gut achten entsprechend der mit dem Bundesamt für Sozialversicherung geschlosse nen Vereinbarung zu veranschlagen s eien , und verwies auf BGE 137 V 210 sowie auf das Urteil des Bundesgerichts 9C_217/2014 (Urk. 21).

In diesem Zusammenhang ist auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_113/2017 vom 2 9. Juni 2017 hinzuweisen. Darin nannte das Bundesgericht gewichtige Gründe, von der bisherigen Rechtsprechung abzurücken (E. 7.1). In Aufgabe der erörterten Rechtsprechung s eien die genannten Instanzen auch nicht an den Tarif gemäss Anhang 2 der Vereinbarung gebunden. Dies bedeute , dass die IV Stellen im Rahmen der mit BGE 139 V 496 umschriebenen (und mit BGE

140 V 70 bestätigten) Grundsätze gestützt auf Art. 45 Abs. 1 Satz 2 ATSG für die gesamten Kosten des Gerichtsgutachtens a ufzukommen h ätt en. Abzu lehnen sei insbesondere eine Lösung, die die Kantone im Umfang der den Tarif überschiessenden Kosten in die Pflicht nähme. Denn damit würde die mit BGE

137 V 210 aus Gründen der Verfahrensfairness angestrebte Zielsetzung, in ver mehrtem Masse Gerichtsgutachten zu veranlassen, geradewegs unterlaufen, indem es bei festgestellten Abklärungs- oder Beweiswertmängeln wieder ver mehrt zu Rückweisungen käme (E. 7.2) .

Vor diesem Hintergrund sind vorliegend die Kosten d es Gerichtsgutachtens von Fr. 1 6 ‘ 405.20 von der Beschwerdegegne rin in vollem Umfang zu übernehmen. 7.3

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, de r Beschwerdeführer in eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten ( § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses wird diese beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 2‘ 5 00 .-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt. Das Gericht erkennt: 1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversiche rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2 8. Juni 2016 aufgehoben, und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin von November 2014 bis Dezember 2016 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat. 2.

Die Gerichtskosten von Fr. 1’000 .-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

Rech nung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts kraft zugestellt. 3.

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Gerichtskasse die Kosten für das Gerichts gutachten im Betrag von Fr. 1 6 ‘ 405.20 zu erstatten.

Rechnung und Ein zahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt. 4.

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessent schädigung von Fr. 2’ 5 00 .-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen. 5 .

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Thomas Laube - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 6 .

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin MosimannNeuenschwander-Erni

E. 1.5 ). Im Übrigen finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte für massgebliche Verä n derungen nach September 2016 , weshalb im Wesentlichen auf die Prüfung der Standardindikatoren für die nachfolgende Zeit ab Oktober 2016 verwi esen wer den kann (vorstehende Erwägung

5.4 ). Die Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standardindikatoren ergibt, dass auf die Beurteilung der Arbeitsfä higkeit durch die Gutachter der Medas

A.___ abgestellt werden kann. Entsprechend ist für die Zeit ab Juli 2014 von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wie auch in einer angepassten Tätigkeit

auszuge hen. 5.6

Zusammenfassend ist für die Zeit von Juli 2014 bis September 2016 von einer 4 0%igen Arbeitsfähigkeit in jeder Tätigkeit sowie ab Oktober 2016 von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer 80%igen Arbeitsfä higkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen. 6 .

E. 2 8. Juni 2017 betreffend Gutach ter, Urk. 30 ). Das Gutachten der MEDAS A.___ wurde am 1 3. Februar 2018 erstattet ( Urk. 38). Dazu nahm die Beschwerde führerin am 5. März 2018 Stellung

( Urk. 42 ) . Die Beschwerdegegnerin ver zichtete auf eine Stellungnahme ( Urk. 43). Diese Eingaben wurden der jeweili gen Gegenpartei am 1 0. April 2018 zur Kenntnis gebracht ( Urk. 44) . Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

E. 2.1 Strittig und zu prüfen ist der Rentena nspruch , mithin Arbeitsfähigkeit und Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.

E. 2.2 Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) fest, dass eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähig keit beziehungsweise starke Einschränkung in der angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin Kreditoren wie auch in einer anderen Tätigkeit nicht ausge wiesen sei (S. 1 unten). Es sei darauf zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin in der Lage sei, ein gleiches Einkommen wie vor dem Gesundheitsschaden zu erzielen (S. 2 oben). Es sei daran fest zuhalten , dass auf das Z.___ - Gutachten nach Würdigung sämtlicher medizinischer Fakten, Akten und bildgebenden Be funde vollumfänglich abgestellt werden könne (S. 2 unten).

E. 2.3 Die Beschwerdeführerin üb te in ihr er Beschwerde (Urk. 1) insbesondere Kritik am Gutachten der Ärzte der Z.___ . So sei das Z.___ -Gutachten nicht in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden (S. 4 f. Ziff. 6 f.). Die Psychologin erkläre nicht, welche Tests sie gemacht habe (S. 6 Ziff. 11). Bei den nicht in Zweifel zu ziehenden neuropsychologischen Einschränkungen aufgrund der Folgen einer Hirnblutung und einer Epilepsie sowie einer psychi atri schen Diagnose sei nicht nachvollziehbar, weshalb vorliegend eine Aggravation vor liegen solle. Dies werde auch in keiner Weise begründet (S. 6 f. Ziff. 13). Des Weiteren verfüge die Psychologin nicht über die notwendige Ausbildung für die Abfassung eines neuropsychologischen Gutachtens (S. 7 f. Ziff. 1 5 ). Der Psychiater Dr. B.___ habe sie sehr oberflächlich befragt und sich nicht mit den psychiatrischen Diagnosen des F.___ auseinandergesetzt (S. 9 Ziff. 18 f.). Schliesslich sei Prof. Mast bei seinen Begutachtungen nicht ergeb nisoffen (S. 10 Ziff. 20).

Mit Stellungnahme vom 5. März 2018 ( Urk.

42) hielt die Beschwerdeführerin fest, dass das Gutachten der Medas

A.___ beweiswertig sei (S. 1 unten). Sie beantrage, dass ihr aufgrund eines Prozentvergleichs vo n November 2014 bis Dezember 2017 eine Dreiviertelsrente und ab Januar 2017 eine Viertelsrente zu gewähren sei (S. 2 Mitte). 3. 3.1

Dem Bericht der Ärzte des C.___ vom 8. November 2013 ( Urk. 11/8/8 -1 1 ) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin per Sanität auf grund einer Synkope mit fremdanamnestisch beobachtetem Zittern/Krampfen der Extremitäten zugwiesen worden sei. Die Symptomatik werde am ehesten als vasovagale Synkope beurteilt (Differentialdiagnose: epileptischer Anfall; S. 1 Mitte).

3.2

Im Bericht der Ärzte des E.___ vom 1 8. November 2013 ( Urk. 11/60/4-5) wurde die Diagnose einer z erebralen Blutung rechts occipital genannt. Die notfallmässige Zuweisung sei bei Nachweis einer zerebralen sub akuten Blutung im MRI erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe seit drei Wochen an persistierenden frontalen Kopfschmerzen gelitten (S. 1 Mitte). 3.3

Dr. med. D.___ , Leitender Arzt Neurologie des E.___ , attestierte der Beschwerdeführerin im Bericht vom 1 1. Februar 2014 (Urk. 11/8/12 -13) eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 1 4. November 20

E. 2.10 ).

Unter Berück sichtigung der frauenspezifischen Nominallohnentwicklung von 0. 5 % im Jahr 201 5, 0.8 % im Jahr 2016 (Entwicklung der Nominal löhne, der Konsumenten preise und der Reallöhne; vgl.

www.bfs.admin.ch, Sta tistiken, Arbeit und Erwerb) sowie der geschätzten Nominalentwicklung im Jahr 2017 von 0.5 % (dritte Schätzung, basierend auf den Daten der ersten drei Quartale) ergibt sich für das Jahr 201 7

ein Validene inkommen von rund Fr. 6 7‘ 70 1 . -- ( Fr. 66 ‘ 496 . 9 0 x 1.005 x 1.00 8 x

E. 6 ATSG) gewesen sind; und c.

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ( Art.

E. 6.1 Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege benheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns abzustellen (BGE

128 V 174, BGE 129 V 222). D ie Beschwerdeführerin meldete sich im April 2014 zum Leistungsbezug an. Ein allfälliger Rentenanspruch besteht somit nach Ablauf des Wartejahres – im November 2013 erlitt die Beschwerdeführerin eine Hirnblutung – ab November 2014 (vgl. E. 1.2) .

Für die Zeit ab Januar 2017 (drei Monate nach Verbesserung) ist ein separater Einkom mensvergleich vorzu nehmen (Art. 88a Abs. 1 IVV).

Aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin im November 2014 aus medizinischer Sicht in der Lage war , ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Buch halterin im Umfang von 4 0 % auszuüben und auch in einer angepassten Tätig keit keine höhere Arbeitsfähigkeit bestand , genügt für die Ermittlung des Inva liditätsgrades die Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen (Prozentvergleich, BGE 114 V 313 E. 3a, 107 V 22, 104 V 136 E. 2a und b). Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von 6 0 % und damit der Anspruch auf eine Dreiviertelsr ente .

E. 6.2 Die 60%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie die 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sind ab Januar 2017 zu berück sichtigen .

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr schein lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein kommens entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).

Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die ver sicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invali dität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohn struktur erhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück sichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).

Vorliegend kann zur Bestimmung des Valideneinkommens nicht auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit der Beschwerdeführerin abgestellt werden, d a sie ihr Arbeits verhältnis im September 2013 aus invaliditätsfremden Gründen gekün digt hat (Urk. 11/13/7). Die Beschwerdeführerin ist gelernte Gastronomie fach assistentin, erwarb im Oktober 2008 das Handelsdiplom und absolvierte schliesslich die kaufmännische Ausbildung zur diplomierten Kauffrau (vgl.

Urk. 11/2/7, Urk. 11/2/16-17). Seit Januar 2009 arbeitete sie im kauf männischen Bereich, zuerst als Assistentin respektive Sekretärin und dann als Sachbearbeiterin Kreditoren (vgl. Lebenslauf, Urk. 11/2/7-9).

Vor diesem Hintergrund erscheint es angemessen, sich zur Berechnung des Validen einkommens auf LSE 2014, Tabelle T

E. 6.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik perio disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE

139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten ver öffentlich ten Tabellen der LSE zu verwenden ( BGE 143 V 295 E. 4.1.3 ; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1 , 133 V 545 E. 7.1). Der Beizug der Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist ( vgl.

BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/ Reichmuth , IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinwei sen auf die Rechtsprechung).

Da das letzte Arbeitsverhältnis der Beschwerdeführerin als Projektassistentin im Juni 2017 gekündigt wurde, ist das Invalideneinkommen ebenfalls gestützt auf die Lohnstrukturerhebungen zu ermitteln . Angesichts der Tatsache, dass im Medas -Gutachten Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich nicht als ungünstig bewertet wurden und keine Einschränkungen bezüglich einer Arbeitstätigkeit vorwiegend am Computer gesehen wurden, könnte zur Berechnung des Invali deneinkommens ebenfalls auf Ziffer 4 „ Bürokräfte und verwandte Berufe " der Tabelle T17 abgestellt werden . Da jedoch Situationen mit Lesen und Arbeiten mit Schriften auf schneeweissem Hintergrund zu meiden sind, was bei Büro arbeiten wohl kaum möglich ist, ist zugunsten der Beschwerdeführerin auf Ziffer 9 „Hilfsarbeitskräfte" abzustellen.

Gestützt auf LSE 2014, Tabelle T17, Ziffer 9 „Hilfsarbeitskräfte", ist wiederum vom Durchschnitt der Lebensalter-Gruppen „bis und mit 29 Jahre” und „30-49 Jahre” auszugehen. Dies ergibt ein durchschnittliches monatliches Einkommen von Fr. 4 ' 184 .50 ( [ Fr. 4’ 060 .00 + Fr. 4 ' 309 .00 ] : 2). Entsprechend resultiert bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41. 7 Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts abteilungen in Stunden pro Woche; a.a.O. ) ein Ein kommen von

Fr. 52 ‘ 348 . 1 0 im Jahr 2014 (Fr.

4'184. 50 : 40 x 41. 7 x 12).

Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von

0. 5 % im Jahr 201 5, 0.8 % im Jahr 2016 sowie 0.5 %

im Jahr 2017 ergibt sich für das Jahr 201 7 ein Ein kommen von Fr. 53 ' 295 . 85 ( 52 ‘ 348 . 1 0 x

E. 8 ATSG) sind.

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente , bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG).

E. 13 bis zum 2 8. Februar 20

E. 14 ( Urk. 11/14/11-12) folgende Diagnosen (S. 1 Mitte): - Status nach intrazerebraler Blutung rechts parieto-occipital , Erstdiagno se am 1 4. November 2013 - Status nach akut symptomatischem epileptische m Anfall am 8. No vember 2013 - symptomatische Epilepsie mit einfachen fokalen und sekundär generali sierten Anfällen, Therapie mit Lamotrigin seit März 2014

Dr. D.___ führte aus, dass es ohne Medikation leider am 2 0. März 2014 zu einem epileptischen Anfall gekommen sei. Dieser habe mit einer Sehstörung begonnen, die Beschwerdeführerin habe Halluzinationen gehabt und es sei ihr übel geworden. Hier auf dem Notfall habe sie dann einen Grand mal Anfall erlitten (S. 1 unten). 3. 5

Nebst den bekannten Diagnosen nannte Dr. D.___

im Bericht vom 3 0. Mai 2014 zuhanden der Beschwerdegegnerin ( Urk. 11/14/1-4) neuropsychologische Defi zite sowie einen Verdacht auf Anpassungsstörung ( Ziff. 1.1) . Er attestierte der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Buchhalterin eine 100%ige A rbeitsunfähig keit seit November 2013 (Ziff. 1.6) . Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei noch nicht möglich (Ziff. 1.7; Ziff. 1.9) . Es sei eine n eu ropsychologische Testung erforderlich (Ziff. 1.11) . 3. 6

Die Ärzte des F.___ , Privatklinik für Psychiatrie und Psycho therapie, nannten im Bericht vom 1 7. Juli 2014 zuhanden der Beschwerdegeg nerin ( Urk. 11/17) aus psychiatrischer Sicht die Diagnose einer Anpassungsstö rung ( S. 1 Ziff. 1.1). Im Affekt zeige sich eine leichte Affektlabilität, die Beschwerdeführerin berichte über eine erhöhte Ängstlichkeit, eine Reizbarkeit und gesteigerte Aggressivität. Es bestehe eine deutliche Störung der Vitalge fühle mit rascher Ermüdbarkeit. Zudem sei der Antrieb leicht vermindert (S. 3 oben).

Aus neuropsychologische r Sicht stünden leichte bis mittelgradige Ein schränkungen im Bereich der Aufmerksamkeit im Vordergrund. Darüber hinaus fänden sich leichte Leistungsminderungen im Gedächtnis, die wahrscheinlich durch die verminderte Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit mitbedingt seien. I n den übrigen kognitiven Bereichen fänden sich normgerechte Resultate. Die dargestellten Befunde liessen sich gut mit der rechtsseitigen Hirnläsion ver einbaren . Fokale neuropsychologische Defizite hätten sich nicht gezeigt.

B ei geeigneter Unterstützung sei von einer positive n Prognose auszugehen (S. 3 Mitte; vgl. auch den neuropsychologischen Bericht der Ärzte des F.___ vom 1 7. Juli 2014, Urk. 11/19 ) .

Die Ärzte des F.___ attestierten der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 1 4. April 2014 (Behandlungsbeginn) bis auf Weiteres ( S. 4 Ziff. 1.6). Aufgrund der genannten kognitiven Einschränkungen sei sie momentan nicht in der Lage, sich über längere Zeit auf etwas zu konzentrieren (S. 4 Ziff. 1.7).

Es werde eine s chrittweise Wiedereingliederung empfohlen (S. 4 f.).

3. 7

Im Bericht der Ärzte des F.___

vom 2 2. Januar 20

E. 15 zuhanden der Krankentaggeldversicherung ( Urk. 11/60/1 -3 ) wurden folgende Diagnosen genannt (S. 2 Ziff. 3): - mittelgradige depressiv Episode

- Agoraphobie mit Panikstörung

- Status nach intrazerebraler Blutung parieto-occipital rechts und sympto matischer Epilepsie mit einfach fokalen und sekundär gene ralisierten Anfällen

Die Ärzte des F.___ führten aus, die Beschwerdeführerin sei deutlich stabiler, traue sich zu, alleine nach draussen zu gehen und habe kaum mehr Panikattacken erlebt (S. 2 Ziff. 3.5). Sie sei derzeit

zu 100 % arbeits unfähig (S. 3 Ziff. 4.4). Es bestünden Einschränkungen insbesondere in der Auf merk samkeit, Konzentration, Belastbarkeit und im Gedächtnis (S. 3 Ziff. 4.3). 3.8

Im Bericht vom 7. April 2015 zuhanden der Beschwerdegegnerin ( Urk. 11/29) nannten die Ärzte des F.___

neben dem bekannten Status nach intrazerebraler Blutung und symptomatischer Epilepsie eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (S. 1 Ziff. 1.2) . Es bestünden m it telschwere Einschränkungen insbesondere in der Aufmerksamkeit, Kon zentration, Belastbarkeit und im Gedächtnis. Diese hätten si ch im Vergleich zum letzten Bericht etwas verbessert. Des Weiteren zeige die Beschwerdeführerin ein leichtes bis mittelschweres depressives Syndrom mit leichtem Derealisations erleben (S. 1 f. Ziff. 1.3).

Die Arbeitsfähigkeit als Buchhalterin betrage eine bis maximal zwei Stunden pro Tag, zunächst im Sinne eines Arbeitsversuches (S. 2 Ziff. 2.1).

Die Beschwerdeführerin dürfe nach einigen Abklärung en im rechts medizinischen Institut nun die Fahrprüfung absolvier en (S. 2 Ziff. 3.3) .

3.9

Dr. med. G.___ , Fachärztin für Neurologie, führte am 2 0. April 2015 eine verhaltensneurologisch-neuropsychologische Abklärung durch. In ihrem Bericht vom 1 8. Mai 2015 zuhanden der Taggeldversicherung ( Urk. 11/60/8) führte sie aus, dass sich medizinisch-theoretisch init i al eine 20-30 % ige Arbeits fähigkeit mit Steigerung auf eine 50 % ige Arbeitsfähigkeit ergeben habe . E ine Aggravation wurde nicht festgestellt (vgl. Urk. 11/60/11). 3.10

Das Gutachten der Ärzte der Z.___ vom 8. Dezember 2015 ( Urk. 11/43) basiert auf einer internistischen, einer psychiatrischen, einer neur ologischen sowie einer neuro psycho logischen Untersuchung (vgl. S. 1 ).

Die Guta chter nannten als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit

eine symptomatische Epi lepsie mit sekundärer Generalisierung bei Status nach intrazerebraler Blutung rechts parieto-occipital (S. 38 Ziff. 3) . Zudem nannten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39 oben): - Colon irritabile - gastroösophagealer Reflux - rezidivierende Synkopen seit der Kindheit (anamnestisch), Differential diagnose: symptomatische Epilepsie - Agoraphobie mit Panikstörung

In Zusammenfassung aller Teilgutachten ka me n die Gutachter gemeinsam zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausge übten sowie jedweder vergleichbaren Tätigkeit „e x tunc “ mit 100 % einzu schätzen sei.

Medizinisch-theoretisch würden Tätigkeiten an gefährdenden Maschinen und in gefährdenden Höhe sowie das berufliche Fahren von Kraft fahrzeugen aufgrund des vorliegenden Anfallsleidens ausscheiden (S. 35 unten) . Die hier erhobenen klinischen Befunde ergäben durchgehend keinen Anhalt für ein objektives Korrelat der reklamierten Beschwerden. Die

n europsychologisch e Untersuchung weise zudem einen deutliche n

Anhalt für eine bewusstseinsnahe , demonstrative Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden aus . Auf den subjektiven Beschwerdevortrag könne also in besonderer Weise nicht abgestellt werden. Die a namnestisch aufscheinende ungehinderte Alltagsaktivität – so nehme d ie Beschwerdeführerin Fahrstunden, geh e Tanzen, besorg e den Haus halt , lerne eine dritte Fremdsprache

(vgl. S. 31 und S. 34 oben) – spreche zudem gegen eine namhafte Limitation.

Die Beschwerdeführerin habe zweifelsfrei eine intrakranielle Blutung erlitten; derartige Schlaganfallereignisse gingen jedoch nicht per se mit einer resultierenden dauerhaften kognitiven Störung einher, zumal hier auch lediglich eine wenig grosse und umschriebene Läsion vorliege (S. 36 oben) . Es lägen keine sachlich fundiert entgegenstehende aktenkundige Voreinschätzungen vor (S. 38 Mitte). 3.11

Die Ärzte der Z.___ nahmen am 4. Mai 20

E. 16 ( Urk. 11/68) Stellung zu nach träglich eingereichten Arztberichten, die bei der Gutachtenserstellung nicht vor lagen, sowie zum Vorwurf der fehlenden fachlichen Qualifikation der neuro psychologischen Gutachterin .

Da bei wurde festgehalten, dass die nachge reichten Unterlagen nicht geeignet seien, das Ergebnis der Begutachtung zu ändern (S. 5 oben). Die durch Dr. G.___ am 2 0. April 2015 erstellte ver haltens neuro logisch-neuropsychologische Abklärung sei ohne Symptom vali dierung erfolgt und somit versicherungsmedizinisch nicht brauchbar (S. 4 f.). 3.1 2

Im MRI des Schädels vom 1 3. Mai 2016 ( Urk. 6) wurden erhebliche Hämo side rin ablagerungen mit fokal intrakortikaler Ausdehnung als Residuen einer wahr scheinlich venös bedingten Blutung festgestellt. 4 .

Im Rahmen des vorliegenden Gerichtsverfahrens wurde bei der MEDAS A.___ ein Gutachten zur Beurteilung des Gesundheitszustandes

und der Arbeitsfähigkeit der Beschwer de führerin eingeholt. Das Gerichtsgutachten der Ärzte der Medas

A.___ vom 1 3. Februar 2018 (Urk. 38 ) basiert auf einer internistischen, einer psychiatrischen, einer neur ologischen sowie einer neuro psychologischen Untersuchung sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 1

f. ). Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 32

Ziff. 4 .1): - Neurasthenie (F48.0) - unerwünschte Nebenwirkungen bei therapeutischer Anwendung: Anti epileptika (Y57.8) - symptomatische Epilepsie mit sekundärer Generalisierung, Erstmanife station am 8. November 2013 , mit/bei - Status nach intrazerebraler Blutung rechts parieto -okzipital im November 2013 - seit März 2014 unter antiepileptischer Medikation, aktuell Lamotrigin 200 mg täglich, darunter anfallsfrei

Des Weiteren wurden folgende Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, genannt (S. 32 Ziff. 4.2): - Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01) - Albträume (Angstträume, F51.5) - Essattacken bei sonstigen psychischen Störungen (F50.4) - Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (F42.1) - chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp - episodische Migräne ohne Aura - intermittierendes

zervikovertebrales Syndrom mit zervikozephaler Aus strahlung - anamnestisch Neigung zu Panikattacken mit Hyperventilation - alters

- und ausbildungsadäquate kognitive Leistungsfähigkeit bei anam nestischer Fatigue - Symptomatik - Colon irritabile - g astroösophageale

Refluxkrankheit - a namnestisch Neigung zu Hypotonie - Verdacht auf riskanten Alkoholkonsum, CDT 1.4 % (Grauzone)

Die Beschwerdeführerin beklage von somatischer Seite her vordergründig ein benebeltes Gefühl, sie fühle sich wie in Trance. Weisslich gelbes Licht störe sie, sie sei nicht belastbar, die Konzentration sei vermindert. Gelegentlich leide sie an Augen- respektive Stehstörungen. Texte würden auf Papier verschwimmen. Daneben leide sie an chronischen Kopfschmerzen, nuchal bis frontal; es bestehe auch ein Druckgefühl im gesamten Kopf. Intermittierend leide sie auch an Rückenschmerzen, panvertebral mit Ausstrahlungen in die Beine, die Schultern und die Arme, teilweise auch mit Kribbelgefühl einhergehend . Psychisch habe sie die Therapie seit über einem Jahr gestoppt. Aktuell sei sie wieder in einem Tief, da sie ihren Job verloren habe. Sie sei chronisch müde, leide auch an Stimmungsschwankungen. Tageweise gehe es sehr schlecht, dann pflege sie kaum soziale Kontakte. Mit dem öffentlichen Verkehr könne sie nicht reisen, sie bekomme Angst und Panik. Überhaupt leide sie gelegentlich an diffusen Ängsten, die sich dann auch in diversen somatischen Beschwerden wie Zittern, Schwindel und Präsynkopen äusserten (S. 20 Ziff. 1.2.4). Im neurologischen Teilgutachten wurde über einen unauffälligen Neurostatus berichtet. Die schlecht fassbare Symptomatik mit dem Gefühl , nicht ganz da zu sein, bei stärkerer Ausprägung verbunden mit Übelkeit, lasse sich weder durch die intrazerebrale Hämorrhagie noch durch die Epilepsie oder antiepileptische Medikation erklären. Möglicherweise seien diese im Rahmen von Ermüdungs symptomen mit Schwindel, Verschwommensehen und Übelkeit zu interpretieren (S. 23 Mitte) . Aus neurologischer Sicht ergäben sich aufgrund der gut einge stellten Epilepsie und den chronischen Kopfschmerzen vom Spannungs typ respektive der episodischen Migräne ohne Aura keine anhal tenden Einschrän kungen der Arbeitsfähigkeit. Zu diskutieren sei eine mögliche residuelle

Fatigue nach einer intrazerebralen Blutung. Diese sei naturgemäss schlecht zu fassen und könne zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in zeitlicher Hinsicht führen. Aufgrund der aktuellen anamnestischen Angaben sei, wenn überhaupt, von einer minimalen Einschränkung auszugehen (S. 23 unten). Die Einschrän kung betrage maximal 20 %, teilweise durch vermehrte Pausen und teilweise durch eine Reduktion der gesamten Arbeitszeit (S. 23 f.). Sympt o matisch seien aufgrund der berichteten Unverträglichkeit von hellem Licht, schwarzer Schrift und weissem Hintergrund qualitativ diese Situationen zu meiden. Bezüglich einer Arbeitstätigkeit vorwiegend am Computer bestünden diesbezüglich keine Einschränkungen. Aus rein neurologischer Sicht seien Tätigkeiten im kauf männischen Bereich nicht als ungünstig zu bewerten. Situationen mit Lesen und Arbeiten mit Schriften auf schneeweissem Hinter grund seien zu meiden (S. 24 oben).

Im Rahmen des neuropsychologischen Teilgutachtens wu rde festgehalten, dass sich bei der Beschwerdeführerin eine alters- und ausbildungsadäquate kognitive Leistungsfähigkeit bei anamnestisch Fatiguesymptomatik finde. Sie habe in den geprüften kognitiven Domänen durchschnittliche bis vereinzelt überdurch schnittliche Ergebnisse erbracht. Verglichen mit der neuropsychologischen Unter suchung vom Juli 2014 hätten sich deutliche Verbesserungen gezeigt. Diese seien im Rahmen des Zeitverlaufes nach Schlaganfall zu interpretieren. Verglichen mit der neuropsychologischen Teilbegutachtung 2015 zeige sich ebenfalls ein deutlich veränderter Befund. Im Gegensatz zur damaligen Untersu chung ergäben sich heute keinerlei Hinweise auf eine Symptom verdeutlichung. Die Beschwerdeführerin habe sich sehr gut auf die neuro psychologische Unter suchung einlassen können und habe motiviert und kooperativ mitgearbeitet (S.

24 Mitte). Es fänden sich somit keine kognitiven Dysfunktionen, die sich in leistungsmässiger Hinsicht limitierend auswirken würden (S. 24 unten).

Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin leistungs orientierte Persönlichkeitszüge und einen grossen Stolz auf ihre Leistungen zeige. Durch die Erkrankung und ihre Folgen sei das in Frage gestellt worden . Harmonie sei ihr sehr wichtig, sie habe erst sehr spät zu lernen begonnen, Signale ihres Körpers zu beachten und auf sich selber und ihre Gren ze n Rücksicht zu nehmen. Die Beschwerdeführerin habe auch Persönlichkeits züge und Coping-Muster, die günstig seien. So sei es ihr immer wieder gelun gen, ein Arbeitsumfeld zu finden, in dem sie entsprechend ihren Möglichkeiten eine als sinnvoll befriedigend aber auch herausfordernd erlebte Arbeit leisten könne. Dies w eise auch auf eine Fähigkeit , gewohnte Denkmuster zu verlassen, falls es notwendig sei, und auf eine gesunde Neugier und Offenheit für Heraus forderungen und Chancen hin (S. 26 Mitte). Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Ängste in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Menschenmengen entsprächen der Diagnose einer Agoraphobie. Allerdings vermeide sie entspre chende Situationen weitgehend, so dass diese Störung ihr Leben wenig beein trächtige. Sie müsse sich immer die Hände waschen und werde unruhig und fühle sich schmutzig, wenn sie das nicht könne. Dies entspreche einer leichten Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (S. 27 Mitte). Die Diagnose einer atypischen Depression könne nicht eindeutig gestellt, aber auch nicht sicher ausgeschlossen werden. In Bezug auf die Prognose und das Ansprechen auf die Therapie habe der Subtyp der Depression indessen keinen signifikanten Einfluss (S. 27 f.). D ie chronische Müdigkeit sei diagno stisch schwierig einzu ordnen . Die Diagnose Chronic

Fatigue -Syndrom sei noch nicht wirklich etabliert und die Symptomatik entspreche weitgehend einer Neurasthenie. Die affektive Symptomatik sei weniger ausgeprägt als die Erschöpfung, die Konzentrations schwäche und die Unfähigkeit, sich zu entspannen, so dass die Diagnose einer Neurasthenie besser passe (S. 28 oben). Obwohl dieser Aspekt in den Akten nur wenig diskutiert worden sei, seien unerwünschte Arzneimittelwirkungen anzu nehmen. Die Beschwerdeführerin erhalte mit Lamotrigin ein stimmungsausglei chendes Antiepileptikum , wobei Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Ataxie und Schläfrigkeit häufig berichtete Nebenwirkungen seien (S. 29 Mitte). Es gebe kei ne Hinweise auf eine wesentliche Verdeutlichung, Aggravation oder Simula tion, aber relativ ausge prägt für eine Neigung zur Dissimulation und einen star ken Wunsch, sich so zu verhalten, wie es in den Augen der Betroffenen sozial erwünscht sei (S. 29 unten). Zusammengefasst könne aus psychiatrischer Sicht für die bisherige Tätigkeit als Buchhalterin von einer Arbeitsunfähigkeit von etwa 40 % ausge gangen werden. In einer Verweistätigkeit, die tiefere Anforde rungen an die ps ychische Belastbarkeit stell e und keine besonderen Fähigkeiten verlange , sei die Arbeitsfähigkeit nur etwa 20 % eingeschränkt, vor allem durch die Kon zentrations

- und Antriebsstörung, die Verlangsamung und die erhöhte Müdig keit (S. 30 oben).

Die Gutachter gaben an, dass a us neurologischer Sicht von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit im Verlauf auf aktuell 80 % auszugehen sei . Aus psychia tri scher Sicht sei ebenfalls von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von 40 % auf aktuell 80 % in leidensangepasster Tätigkeit auszugehen (S. 34 oben). Aus polydisziplinärer Sicht bestehe somit in der angestammten Tätigkeit als Buchhalterin eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit von 60 %. In einer leidens angepassten Tätigkeit mit weniger hohen Anforderungen im kauf männischen Bereich liege die Arbeitsfähigkeit bei 80 % (S. 34 oben). Betreffend Verlauf der Arbeitsfähigkeit schätzte der psychiatrische Gutachter die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit ab Juli 2014 auf 40 % . Seit der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit im Oktober 2016 gelte dann die aktuelle Ein schätzung (psychiatrisches Teilgutachten, im Anhang zu Urk. 38, S. 19 f.). 5. 5.1

Das Gerichtsgutachten der Medas

A.___ vom Februar 2018 entspricht sämtlichen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (vgl. vorstehend E. 1. 3 ), was auch von den Parteien nicht in Frage gestellt wurde. Es ist umfas send und vermag zu überzeugen, weshalb darauf abzu stellen ist.

Im Gutachten der Medas

A.___

wurde auch zum polydiszipli näre n Gutachten der Ärzte der Z.___ vom Dezember 2015

Stellung genommen .

Es wurde unter anderem ausgeführt, dass im psychiatrischen Teilgutachten die Frage einer Verdeutlichung oder Aggravation nicht diskutiert worden sei und keine entsprechend en Befunde erwähnt worden seien. Gleichzeitig habe die Neuropsychologin über eine bewusstseinsnahe, demonstrative Darstellung von Einschränkungen und Beschwerden berichtet. Dies spreche nicht für eine sorg fältige Gesamtredaktion des polydisziplinären Gutachtens. Des Weiteren sei offensichtlich die Dissimulation nicht erkannt worden. Zudem könne man a uf grund der Angaben im psychiatrischen Gutachten bereits die Diagnose einer leichtgradigen Depression stellen. Man könne sogar annehmen, dass damals eine mittelgradige atypische Depression vorgelegen habe ( Urk. 38, psychiatri sches Teilgutachten, S. 2 0 f.).

Damit ist gestützt auf das Gutachten der Ärzte der Medas

A.___ davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin hauptsächlich

an einer Neurasthenie, einer symptomatischen Epilepsie sowie unerwünschten Arzneimittelwirkungen leidet. Die Ärzte der Medas

A.___ attestierten ihr ab Oktober 2016 eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie eine 80%ige Arbeits fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. In Bezug auf den zeitlichen Ver lauf ist dem Gutachten zu entnehmen, dass ab Juli 2014 sowohl in der zuletzt ausgeübte n Tätigkeit als Buchhalterin als auch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 4 0 %

vorlag. Zuvor war die Beschwerde führerin ab 1 3. November 2013 vollständig arbeitsunfähig, was sich auch aus den zeitnah verfassten Arztberichten ergibt (vgl. vorstehend E. 3.1 ff.). 5.2

Bei der diagnostizierten Neurasthenie handelt es sich um eine psychische Erkrankung. Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbs ein kommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG ,

BGE 139 V 547 E. 5 ,

131 V 49 E. 1.2 ,

130 V 352 E. 2.2.1).

Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2 ).

Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho somatische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat sächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE

141 V 281). Mit BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht erkannt, dass grund sätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweis ver fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank heits bild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung ein zelne r Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsun fähigkeit schliessen lassen (E. 7).

Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Funktioneller Schweregrad - Gesundheitsschädigung - Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde - Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz - Komorbiditäten - Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen - sozialer Kontext Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens) - gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba ren Lebensbereichen - behandlungs- und eingliederungs anamnestisch ausgewiesener Leidens druck

Diese Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs hindern der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations potenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs vermögen einzu schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2 60/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3). Die Anerkennung eines renten begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).

5.3

Nach dem Gesagten ist zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen.

Eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren ist gestützt auf das Gutachten der Ärzte der Medas

A.___ sowie die übrigen medizini schen Akten möglich. Weitere medizinische Abklärungen sind dement sprechend nicht angezeigt. 5.4

Im psychiatrischen Teilgutachten (im Anhang zu Urk. 38)

wurde der Schwere grad der Neurasthenie auf mittel gradig eingeschätzt

( S. 13 Mitte ).

Hinsichtlich der Ausprägung der diagnose relevanten Befunde wurde ausgeführt, dass auf grund der

Neurasthenie Antrieb, Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit, Durchhal tevermögen und Selbst ver trauen der Beschwerdeführerin beeinträchtigt seien. Sie sei vermehrt müde und kraftlos und gerate leicht in einen Erschöpfungs zustand, was zusammen mit den Schlaf störungen ihre Regene rations fähigkeit einschränke. Die Essstörungen, die leichte Zwangsstörung und die Albträume seien zu wenig ausgeprägt für eigenständige Auswirkungen auf die Arbeitsfä higkeit, sie verstärkten jedoch indirekt die Auswirkungen der Neurasthenie und der unerwünschten Arzneimittelwirkungen und seien ein Hinweis auf den Schweregrad der Gesamtstörung (S. 18 Mitte).

Zum Tagesablauf ist bekannt, dass die Beschwerdeführerin zwischen 8.30 und 9.00 Uhr aufstehe, sich ein kleines Frühstück zubereite, wenige Haushalts arbeiten besorge und ihre Katzen versorge. Schwerere Arbeiten würden auf grund der Rücken- und Nackenbeschwerden nicht mehr gehen. Dann erledige sie kleinere Einkäufe, gehe jedoch ungern unter die Leute. Gelegentlich besuche sie Kolleginnen und Freundinnen oder diese kämen bei ihr vorbei. Sie schaue dann fern oder suche nach Arbeitsstellen. Sie bereite sich ein kleines Mittag essen zu und lege sich nach dem Essen hin. Auch zwischendurch müsse sie sich oft hinlegen. Am Abend bereite sie für sich und den Partner das Nachtessen vor. Abends ble ibe sie oft zuhause, Besuche würde sie schon empfangen. Sie schaue dann fern und gehe oft erst nach Mitternacht ins Bett

( Urk. 38 S. 19 oben ).

Zum zweiten Indikator („Behandlungserfolg oder -resistenz") ergibt sich aus dem Medas -Gutachten, dass sich die Beschwerdeführerin in psycho thera peutischer Behandlung befunden habe, die sie aber im Einverständnis mit

den Therapeuten abgeschlossen habe, da sie wenige Fortschritte habe machen können und sich wiederholt nicht verstanden und nicht unterstützt gefühlt habe ( Urk. 38 S. 29 f.) . In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sei die Indikation für eine erneute Psychotherapie nicht zwingend ( Urk. 38 S. 33 unten).

Im Gerichtsgutachten wurde festgehalten, dass die Komorbidität von Neurasthe nie respektive einer Fatigue und einer Schmerzstörung relativ häufig sei. Auch die Essstörungen, die leichte Zwangsstörung und die Albträume seien Hinweise auf den Schweregrad und verringerten die Ressourcen für eine Wiederaufnahme einer Tätigkeit ( Urk. 38 S. 37 oben).

Bezüglich Persönlichkeit wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin leistungs orientierte Persönlichkeitszüge aufweise und einen grossen Stolz auf ihre Leistungen zeige. Harmonie sei ihr sehr wichtig, sie habe erst sehr spät zu lernen begonnen, Signale ihres Körpers zu beachten und auf sich selber und ihre Grenze Rücksicht zu nehmen. Sie neige zur Dissimulation und wolle sich so verhalten, wie es sozial erwünscht sei.

Die Beschwerdeführerin habe auch günstige Persönlichkeitszüge und Coping-Muster, so auch die Fähigkeit, nöti gen falls gewohnte Denkmuster zu verlassen, und eine gesunde Neugier und Offenheit für Herausforderungen und Chancen .

Betreffend den sozialen Kontext ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Partner zusammenlebt und zurzeit auf Stellensuche ist ( Urk. 38 S. 18 unten).

Sie zeigt einige Aktivitäten im Tagesablauf mit Einkaufen, Kochen, klei neren Haushaltsarbeiten, Versorgung der Katzen und Besuchen von Freundin ne n und Kolleg inn en .

Zu prüfen bleibt der Aspekt der Konsistenz. Im Gutachten der Ärzte der Medas

A.___

wurde ausgeführt, in Bezug auf die Erschöpfbarkeit und die Konzentrationsstörungen der Beschwerdeführerin sei ihre Schilderung der Beschwerden, ihres Tagesablaufes, ihrer Aktivitäten und ihrer sozialen Kontakte konsistent mit den Befunden und den Akten und kongruent mit den gestellten Diagnosen. Die Beschwerdeführerin nehme ein stimmungsaufhellendes Antiepi lep tikum . Der Serumspiegel liege im Normbereich, was für eine gute Compliance und einen hohen Leidensdruck spreche . Nachdem die Beschwerde führerin ihre letzte Arbeitsstelle verloren habe, sei es ihr gelungen, wieder eine geeignete Stelle zu finden. Diesen Erfahrungen unter realen Bedingungen komme klinisch und gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein grosses Gewicht zu. Das spreche für einen sehr hohen Leidensdruck und eine Moti vation wieder zu arbeiten ( Urk. 38 S. 37 Mitte ).

Die abschliessende Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standardindi ka toren ergibt, dass f ür die Zeit ab Oktober 2016 auf die Einschätzung der Arbeits fähigkeit, wie sie sich aus dem Gutachten der Medas

A.___ ergibt, abgestellt werden kann. Entsprechend besteht in der angestammten Tätig keit eine 60%ige und in einer angepassten Tätigkeit

eine 80%ige Arbeits fähigkeit . 5.5

Für die Zeit ab Juli 2014 wurde de r Beschwerdeführer in im Gerichtsgutachten

sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer angepassten Tätigkeit eine 40%ige Arbeitsfähigkeit attestiert.

Zum funktionellen Schweregrad ergibt sich aus dem Bericht der Ärzte des F.___ vom Ju l i 2014 (vgl. vorstehend E. 3.6) eine leichte Affektlabilität, eine erhöhte Ängstlichkeit, Reizbarkeit und gesteigerte Aggressivität, ein leicht verminderter Antrieb sowie eine deutliche Störung der Vitalgefühle mit rascher Ermüdbarkeit. Die Ärzte des F.___ gingen von der Diagnose einer Anpassungsstörung respektive einer depressiven Störung aus (vgl. auch Berichte vom Januar 2015 und April 2015 ; vgl. vorstehend E. 3.7 -8 ).

Aus neuropsychologischer Sicht stan den leichte bis mittelgradige Einschränkungen im Bereich der Aufmerk samkeit im Vordergrund. Auch fanden sich leichte Leistungsminderungen im Gedächt nis. Die Beschwerdeführer in

stand in regelmässiger Behandlung der Ärzte des F.___ , mit psychotherapeutischen Gespräche n alle ein bis zwei Wochen sowie Abgabe von Psychopharmaka (vgl. Urk. 11/17 Ziff.

E. 17 , Ziffer 4 „ Bürokräfte und ver wandte Berufe " , zu stützen (www.bfs.admin.ch, Tabelle T17 monatlicher Brutto lohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor zusammen). Angesichts des Alters der Beschwerdeführe rin – im vorliegend massgebenden Jahr 2017 wurde sie 29jährig – rechtfertigt es sich, vom Durchschnitt der Lebensalter-Gruppen „ bis und mit 29 Jahre ” und „ 30-49 Jahre ” auszugehen. Dies ergibt ein durchschnittliche s monatliches Ein kommen von Fr. 5'315.50 ( [ Fr. 4’783.00 + Fr. 5'848.00 ] : 2). Entsprechend resul tiert bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41. 7 Stunden (betriebs übliche Arbeitszeit nach Wirtschafts abteilungen in Stunden pro Woche; vgl.

www.bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb, Total ) ein Einkommen von

Fr. 66 ‘ 4 96 . 9 0 im Jahr 2014 (Fr. 5'315. 50 : 40 x 41. 7 x 12).

Dies erscheint ange messen , zumal sich diese Zahlen im Rahmen dessen bewegen, was die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit in der Buchhaltung verdient hat ( Fr. 61'880.00 im Jahr 2013, vgl. Urk. 11/13/1-6 Ziff.

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich IV.2016.00814

II. Kammer Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Sager Ersatzrichterin Lienhard Gerichtsschreiberin Neuenschwander-Erni Urteil vom

22. Mai 2018 in Sachen X.___ Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Laube KSPartner Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1.

X.___ , geboren 1988, war vom 1. März 2011 bis 3 1. Dezember 2013 als Buchhalterin bei der

Y.___ tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 8.

November 2013 war ( Urk. 11/13; Urk. 11/8/8 ) .

Unter Hinweis auf eine Hirn blutung und Epilepsie meldete sich die Versicherte am 2 4. April 2014 bei der Invaliden versicherung zum Leistungsbezug an ( Urk. 11/3 ). Die Sozial ver siche rungs anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb liche Situation ab, zog Akten der Krankentaggeld versicherung bei (Urk.

11/8 ) und holte bei der Z.___ ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 8. De zember 2015 erstat tet wurde (Urk. 11/43). Nach durchgeführtem Vor besc heid verfahren ( Urk. 11/48; Urk. 11/56; Urk. 11/61 ; Urk. 11/70 ) verneinte die IV Stelle mit Verfügung vom 2 8. Juni 2016 einen Rentenanspruch (Urk.

11/76 = Urk. 2). 2.

Die Versicherte erhob am 1 5. Juli 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2 8. Juni 2016 ( Urk.

2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr nach Durchführung der notwendigen Abklärungen eine Rente zuzusprechen ( Urk. 1 S. 2 oben ).

Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 5. Oktober 2016 ( Urk. 9 ) die Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 3 0. November 2016 nahm die Beschwerdeführerin Stellung ( Urk. 14). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Einreichen einer Duplik ( Urk. 17).

Nach Durchführung der notwendigen Verfahrensschritte ( Urk. 18-21) beauftrag te das hiesige Gericht m it Verfügung vom

28. Februar 2017

die Medi zinische Abklärungsstelle (MEDAS) A.___ mit der Begutachtung der Beschwer de führerin ( Urk. 22; vgl. auch Verfügung vom 2 8. Juni 2017 betreffend Gutach ter, Urk. 30 ). Das Gutachten der MEDAS A.___ wurde am 1 3. Februar 2018 erstattet ( Urk. 38). Dazu nahm die Beschwerde führerin am 5. März 2018 Stellung

( Urk. 42 ) . Die Beschwerdegegnerin ver zichtete auf eine Stellungnahme ( Urk. 43). Diese Eingaben wurden der jeweili gen Gegenpartei am 1 0. April 2018 zur Kenntnis gebracht ( Urk. 44) . Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a.

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her stellen, erhalten oder verbessern können; b.

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min des tens 40 % arbeitsunfähig ( Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c.

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ( Art. 8 ATSG) sind.

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente , bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.3

Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 1.4

Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Pra xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfer tigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine sol che vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/ aa ). 2. 2.1

Strittig und zu prüfen ist der Rentena nspruch , mithin Arbeitsfähigkeit und Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.

2.2

Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) fest, dass eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähig keit beziehungsweise starke Einschränkung in der angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin Kreditoren wie auch in einer anderen Tätigkeit nicht ausge wiesen sei (S. 1 unten). Es sei darauf zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin in der Lage sei, ein gleiches Einkommen wie vor dem Gesundheitsschaden zu erzielen (S. 2 oben). Es sei daran fest zuhalten , dass auf das Z.___ - Gutachten nach Würdigung sämtlicher medizinischer Fakten, Akten und bildgebenden Be funde vollumfänglich abgestellt werden könne (S. 2 unten). 2.3

Die Beschwerdeführerin üb te in ihr er Beschwerde (Urk. 1) insbesondere Kritik am Gutachten der Ärzte der Z.___ . So sei das Z.___ -Gutachten nicht in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden (S. 4 f. Ziff. 6 f.). Die Psychologin erkläre nicht, welche Tests sie gemacht habe (S. 6 Ziff. 11). Bei den nicht in Zweifel zu ziehenden neuropsychologischen Einschränkungen aufgrund der Folgen einer Hirnblutung und einer Epilepsie sowie einer psychi atri schen Diagnose sei nicht nachvollziehbar, weshalb vorliegend eine Aggravation vor liegen solle. Dies werde auch in keiner Weise begründet (S. 6 f. Ziff. 13). Des Weiteren verfüge die Psychologin nicht über die notwendige Ausbildung für die Abfassung eines neuropsychologischen Gutachtens (S. 7 f. Ziff. 1 5 ). Der Psychiater Dr. B.___ habe sie sehr oberflächlich befragt und sich nicht mit den psychiatrischen Diagnosen des F.___ auseinandergesetzt (S. 9 Ziff. 18 f.). Schliesslich sei Prof. Mast bei seinen Begutachtungen nicht ergeb nisoffen (S. 10 Ziff. 20).

Mit Stellungnahme vom 5. März 2018 ( Urk.

42) hielt die Beschwerdeführerin fest, dass das Gutachten der Medas

A.___ beweiswertig sei (S. 1 unten). Sie beantrage, dass ihr aufgrund eines Prozentvergleichs vo n November 2014 bis Dezember 2017 eine Dreiviertelsrente und ab Januar 2017 eine Viertelsrente zu gewähren sei (S. 2 Mitte). 3. 3.1

Dem Bericht der Ärzte des C.___ vom 8. November 2013 ( Urk. 11/8/8 -1 1 ) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin per Sanität auf grund einer Synkope mit fremdanamnestisch beobachtetem Zittern/Krampfen der Extremitäten zugwiesen worden sei. Die Symptomatik werde am ehesten als vasovagale Synkope beurteilt (Differentialdiagnose: epileptischer Anfall; S. 1 Mitte).

3.2

Im Bericht der Ärzte des E.___ vom 1 8. November 2013 ( Urk. 11/60/4-5) wurde die Diagnose einer z erebralen Blutung rechts occipital genannt. Die notfallmässige Zuweisung sei bei Nachweis einer zerebralen sub akuten Blutung im MRI erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe seit drei Wochen an persistierenden frontalen Kopfschmerzen gelitten (S. 1 Mitte). 3.3

Dr. med. D.___ , Leitender Arzt Neurologie des E.___ , attestierte der Beschwerdeführerin im Bericht vom 1 1. Februar 2014 (Urk. 11/8/12 -13) eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 1 4. November 20 13 bis zum 2 8. Februar 20 14

und danach eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ( Ziff. 2) . B ürotätigkeit en seien

im Umfang von 50 % möglich, je nach Verlauf sogar 100 % ( Ziff. 6) . Es sei v ermutlich nicht mit einer dauerhafte n Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes zu rechnen (Ziff. 8) . 3.4

Dr. D.___ nannte im Bericht vom 2 6. März 20 14 ( Urk. 11/14/11-12) folgende Diagnosen (S. 1 Mitte): - Status nach intrazerebraler Blutung rechts parieto-occipital , Erstdiagno se am 1 4. November 2013 - Status nach akut symptomatischem epileptische m Anfall am 8. No vember 2013 - symptomatische Epilepsie mit einfachen fokalen und sekundär generali sierten Anfällen, Therapie mit Lamotrigin seit März 2014

Dr. D.___ führte aus, dass es ohne Medikation leider am 2 0. März 2014 zu einem epileptischen Anfall gekommen sei. Dieser habe mit einer Sehstörung begonnen, die Beschwerdeführerin habe Halluzinationen gehabt und es sei ihr übel geworden. Hier auf dem Notfall habe sie dann einen Grand mal Anfall erlitten (S. 1 unten). 3. 5

Nebst den bekannten Diagnosen nannte Dr. D.___

im Bericht vom 3 0. Mai 2014 zuhanden der Beschwerdegegnerin ( Urk. 11/14/1-4) neuropsychologische Defi zite sowie einen Verdacht auf Anpassungsstörung ( Ziff. 1.1) . Er attestierte der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Buchhalterin eine 100%ige A rbeitsunfähig keit seit November 2013 (Ziff. 1.6) . Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei noch nicht möglich (Ziff. 1.7; Ziff. 1.9) . Es sei eine n eu ropsychologische Testung erforderlich (Ziff. 1.11) . 3. 6

Die Ärzte des F.___ , Privatklinik für Psychiatrie und Psycho therapie, nannten im Bericht vom 1 7. Juli 2014 zuhanden der Beschwerdegeg nerin ( Urk. 11/17) aus psychiatrischer Sicht die Diagnose einer Anpassungsstö rung ( S. 1 Ziff. 1.1). Im Affekt zeige sich eine leichte Affektlabilität, die Beschwerdeführerin berichte über eine erhöhte Ängstlichkeit, eine Reizbarkeit und gesteigerte Aggressivität. Es bestehe eine deutliche Störung der Vitalge fühle mit rascher Ermüdbarkeit. Zudem sei der Antrieb leicht vermindert (S. 3 oben).

Aus neuropsychologische r Sicht stünden leichte bis mittelgradige Ein schränkungen im Bereich der Aufmerksamkeit im Vordergrund. Darüber hinaus fänden sich leichte Leistungsminderungen im Gedächtnis, die wahrscheinlich durch die verminderte Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit mitbedingt seien. I n den übrigen kognitiven Bereichen fänden sich normgerechte Resultate. Die dargestellten Befunde liessen sich gut mit der rechtsseitigen Hirnläsion ver einbaren . Fokale neuropsychologische Defizite hätten sich nicht gezeigt.

B ei geeigneter Unterstützung sei von einer positive n Prognose auszugehen (S. 3 Mitte; vgl. auch den neuropsychologischen Bericht der Ärzte des F.___ vom 1 7. Juli 2014, Urk. 11/19 ) .

Die Ärzte des F.___ attestierten der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 1 4. April 2014 (Behandlungsbeginn) bis auf Weiteres ( S. 4 Ziff. 1.6). Aufgrund der genannten kognitiven Einschränkungen sei sie momentan nicht in der Lage, sich über längere Zeit auf etwas zu konzentrieren (S. 4 Ziff. 1.7).

Es werde eine s chrittweise Wiedereingliederung empfohlen (S. 4 f.).

3. 7

Im Bericht der Ärzte des F.___

vom 2 2. Januar 20 15 zuhanden der Krankentaggeldversicherung ( Urk. 11/60/1 -3 ) wurden folgende Diagnosen genannt (S. 2 Ziff. 3): - mittelgradige depressiv Episode

- Agoraphobie mit Panikstörung

- Status nach intrazerebraler Blutung parieto-occipital rechts und sympto matischer Epilepsie mit einfach fokalen und sekundär gene ralisierten Anfällen

Die Ärzte des F.___ führten aus, die Beschwerdeführerin sei deutlich stabiler, traue sich zu, alleine nach draussen zu gehen und habe kaum mehr Panikattacken erlebt (S. 2 Ziff. 3.5). Sie sei derzeit

zu 100 % arbeits unfähig (S. 3 Ziff. 4.4). Es bestünden Einschränkungen insbesondere in der Auf merk samkeit, Konzentration, Belastbarkeit und im Gedächtnis (S. 3 Ziff. 4.3). 3.8

Im Bericht vom 7. April 2015 zuhanden der Beschwerdegegnerin ( Urk. 11/29) nannten die Ärzte des F.___

neben dem bekannten Status nach intrazerebraler Blutung und symptomatischer Epilepsie eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (S. 1 Ziff. 1.2) . Es bestünden m it telschwere Einschränkungen insbesondere in der Aufmerksamkeit, Kon zentration, Belastbarkeit und im Gedächtnis. Diese hätten si ch im Vergleich zum letzten Bericht etwas verbessert. Des Weiteren zeige die Beschwerdeführerin ein leichtes bis mittelschweres depressives Syndrom mit leichtem Derealisations erleben (S. 1 f. Ziff. 1.3).

Die Arbeitsfähigkeit als Buchhalterin betrage eine bis maximal zwei Stunden pro Tag, zunächst im Sinne eines Arbeitsversuches (S. 2 Ziff. 2.1).

Die Beschwerdeführerin dürfe nach einigen Abklärung en im rechts medizinischen Institut nun die Fahrprüfung absolvier en (S. 2 Ziff. 3.3) .

3.9

Dr. med. G.___ , Fachärztin für Neurologie, führte am 2 0. April 2015 eine verhaltensneurologisch-neuropsychologische Abklärung durch. In ihrem Bericht vom 1 8. Mai 2015 zuhanden der Taggeldversicherung ( Urk. 11/60/8) führte sie aus, dass sich medizinisch-theoretisch init i al eine 20-30 % ige Arbeits fähigkeit mit Steigerung auf eine 50 % ige Arbeitsfähigkeit ergeben habe . E ine Aggravation wurde nicht festgestellt (vgl. Urk. 11/60/11). 3.10

Das Gutachten der Ärzte der Z.___ vom 8. Dezember 2015 ( Urk. 11/43) basiert auf einer internistischen, einer psychiatrischen, einer neur ologischen sowie einer neuro psycho logischen Untersuchung (vgl. S. 1 ).

Die Guta chter nannten als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit

eine symptomatische Epi lepsie mit sekundärer Generalisierung bei Status nach intrazerebraler Blutung rechts parieto-occipital (S. 38 Ziff. 3) . Zudem nannten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39 oben): - Colon irritabile - gastroösophagealer Reflux - rezidivierende Synkopen seit der Kindheit (anamnestisch), Differential diagnose: symptomatische Epilepsie - Agoraphobie mit Panikstörung

In Zusammenfassung aller Teilgutachten ka me n die Gutachter gemeinsam zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausge übten sowie jedweder vergleichbaren Tätigkeit „e x tunc “ mit 100 % einzu schätzen sei.

Medizinisch-theoretisch würden Tätigkeiten an gefährdenden Maschinen und in gefährdenden Höhe sowie das berufliche Fahren von Kraft fahrzeugen aufgrund des vorliegenden Anfallsleidens ausscheiden (S. 35 unten) . Die hier erhobenen klinischen Befunde ergäben durchgehend keinen Anhalt für ein objektives Korrelat der reklamierten Beschwerden. Die

n europsychologisch e Untersuchung weise zudem einen deutliche n

Anhalt für eine bewusstseinsnahe , demonstrative Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden aus . Auf den subjektiven Beschwerdevortrag könne also in besonderer Weise nicht abgestellt werden. Die a namnestisch aufscheinende ungehinderte Alltagsaktivität – so nehme d ie Beschwerdeführerin Fahrstunden, geh e Tanzen, besorg e den Haus halt , lerne eine dritte Fremdsprache

(vgl. S. 31 und S. 34 oben) – spreche zudem gegen eine namhafte Limitation.

Die Beschwerdeführerin habe zweifelsfrei eine intrakranielle Blutung erlitten; derartige Schlaganfallereignisse gingen jedoch nicht per se mit einer resultierenden dauerhaften kognitiven Störung einher, zumal hier auch lediglich eine wenig grosse und umschriebene Läsion vorliege (S. 36 oben) . Es lägen keine sachlich fundiert entgegenstehende aktenkundige Voreinschätzungen vor (S. 38 Mitte). 3.11

Die Ärzte der Z.___ nahmen am 4. Mai 20 16 ( Urk. 11/68) Stellung zu nach träglich eingereichten Arztberichten, die bei der Gutachtenserstellung nicht vor lagen, sowie zum Vorwurf der fehlenden fachlichen Qualifikation der neuro psychologischen Gutachterin .

Da bei wurde festgehalten, dass die nachge reichten Unterlagen nicht geeignet seien, das Ergebnis der Begutachtung zu ändern (S. 5 oben). Die durch Dr. G.___ am 2 0. April 2015 erstellte ver haltens neuro logisch-neuropsychologische Abklärung sei ohne Symptom vali dierung erfolgt und somit versicherungsmedizinisch nicht brauchbar (S. 4 f.). 3.1 2

Im MRI des Schädels vom 1 3. Mai 2016 ( Urk. 6) wurden erhebliche Hämo side rin ablagerungen mit fokal intrakortikaler Ausdehnung als Residuen einer wahr scheinlich venös bedingten Blutung festgestellt. 4 .

Im Rahmen des vorliegenden Gerichtsverfahrens wurde bei der MEDAS A.___ ein Gutachten zur Beurteilung des Gesundheitszustandes

und der Arbeitsfähigkeit der Beschwer de führerin eingeholt. Das Gerichtsgutachten der Ärzte der Medas

A.___ vom 1 3. Februar 2018 (Urk. 38 ) basiert auf einer internistischen, einer psychiatrischen, einer neur ologischen sowie einer neuro psychologischen Untersuchung sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 1

f. ). Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 32

Ziff. 4 .1): - Neurasthenie (F48.0) - unerwünschte Nebenwirkungen bei therapeutischer Anwendung: Anti epileptika (Y57.8) - symptomatische Epilepsie mit sekundärer Generalisierung, Erstmanife station am 8. November 2013 , mit/bei - Status nach intrazerebraler Blutung rechts parieto -okzipital im November 2013 - seit März 2014 unter antiepileptischer Medikation, aktuell Lamotrigin 200 mg täglich, darunter anfallsfrei

Des Weiteren wurden folgende Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, genannt (S. 32 Ziff. 4.2): - Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01) - Albträume (Angstträume, F51.5) - Essattacken bei sonstigen psychischen Störungen (F50.4) - Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (F42.1) - chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp - episodische Migräne ohne Aura - intermittierendes

zervikovertebrales Syndrom mit zervikozephaler Aus strahlung - anamnestisch Neigung zu Panikattacken mit Hyperventilation - alters

- und ausbildungsadäquate kognitive Leistungsfähigkeit bei anam nestischer Fatigue - Symptomatik - Colon irritabile - g astroösophageale

Refluxkrankheit - a namnestisch Neigung zu Hypotonie - Verdacht auf riskanten Alkoholkonsum, CDT 1.4 % (Grauzone)

Die Beschwerdeführerin beklage von somatischer Seite her vordergründig ein benebeltes Gefühl, sie fühle sich wie in Trance. Weisslich gelbes Licht störe sie, sie sei nicht belastbar, die Konzentration sei vermindert. Gelegentlich leide sie an Augen- respektive Stehstörungen. Texte würden auf Papier verschwimmen. Daneben leide sie an chronischen Kopfschmerzen, nuchal bis frontal; es bestehe auch ein Druckgefühl im gesamten Kopf. Intermittierend leide sie auch an Rückenschmerzen, panvertebral mit Ausstrahlungen in die Beine, die Schultern und die Arme, teilweise auch mit Kribbelgefühl einhergehend . Psychisch habe sie die Therapie seit über einem Jahr gestoppt. Aktuell sei sie wieder in einem Tief, da sie ihren Job verloren habe. Sie sei chronisch müde, leide auch an Stimmungsschwankungen. Tageweise gehe es sehr schlecht, dann pflege sie kaum soziale Kontakte. Mit dem öffentlichen Verkehr könne sie nicht reisen, sie bekomme Angst und Panik. Überhaupt leide sie gelegentlich an diffusen Ängsten, die sich dann auch in diversen somatischen Beschwerden wie Zittern, Schwindel und Präsynkopen äusserten (S. 20 Ziff. 1.2.4). Im neurologischen Teilgutachten wurde über einen unauffälligen Neurostatus berichtet. Die schlecht fassbare Symptomatik mit dem Gefühl , nicht ganz da zu sein, bei stärkerer Ausprägung verbunden mit Übelkeit, lasse sich weder durch die intrazerebrale Hämorrhagie noch durch die Epilepsie oder antiepileptische Medikation erklären. Möglicherweise seien diese im Rahmen von Ermüdungs symptomen mit Schwindel, Verschwommensehen und Übelkeit zu interpretieren (S. 23 Mitte) . Aus neurologischer Sicht ergäben sich aufgrund der gut einge stellten Epilepsie und den chronischen Kopfschmerzen vom Spannungs typ respektive der episodischen Migräne ohne Aura keine anhal tenden Einschrän kungen der Arbeitsfähigkeit. Zu diskutieren sei eine mögliche residuelle

Fatigue nach einer intrazerebralen Blutung. Diese sei naturgemäss schlecht zu fassen und könne zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in zeitlicher Hinsicht führen. Aufgrund der aktuellen anamnestischen Angaben sei, wenn überhaupt, von einer minimalen Einschränkung auszugehen (S. 23 unten). Die Einschrän kung betrage maximal 20 %, teilweise durch vermehrte Pausen und teilweise durch eine Reduktion der gesamten Arbeitszeit (S. 23 f.). Sympt o matisch seien aufgrund der berichteten Unverträglichkeit von hellem Licht, schwarzer Schrift und weissem Hintergrund qualitativ diese Situationen zu meiden. Bezüglich einer Arbeitstätigkeit vorwiegend am Computer bestünden diesbezüglich keine Einschränkungen. Aus rein neurologischer Sicht seien Tätigkeiten im kauf männischen Bereich nicht als ungünstig zu bewerten. Situationen mit Lesen und Arbeiten mit Schriften auf schneeweissem Hinter grund seien zu meiden (S. 24 oben).

Im Rahmen des neuropsychologischen Teilgutachtens wu rde festgehalten, dass sich bei der Beschwerdeführerin eine alters- und ausbildungsadäquate kognitive Leistungsfähigkeit bei anamnestisch Fatiguesymptomatik finde. Sie habe in den geprüften kognitiven Domänen durchschnittliche bis vereinzelt überdurch schnittliche Ergebnisse erbracht. Verglichen mit der neuropsychologischen Unter suchung vom Juli 2014 hätten sich deutliche Verbesserungen gezeigt. Diese seien im Rahmen des Zeitverlaufes nach Schlaganfall zu interpretieren. Verglichen mit der neuropsychologischen Teilbegutachtung 2015 zeige sich ebenfalls ein deutlich veränderter Befund. Im Gegensatz zur damaligen Untersu chung ergäben sich heute keinerlei Hinweise auf eine Symptom verdeutlichung. Die Beschwerdeführerin habe sich sehr gut auf die neuro psychologische Unter suchung einlassen können und habe motiviert und kooperativ mitgearbeitet (S.

24 Mitte). Es fänden sich somit keine kognitiven Dysfunktionen, die sich in leistungsmässiger Hinsicht limitierend auswirken würden (S. 24 unten).

Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin leistungs orientierte Persönlichkeitszüge und einen grossen Stolz auf ihre Leistungen zeige. Durch die Erkrankung und ihre Folgen sei das in Frage gestellt worden . Harmonie sei ihr sehr wichtig, sie habe erst sehr spät zu lernen begonnen, Signale ihres Körpers zu beachten und auf sich selber und ihre Gren ze n Rücksicht zu nehmen. Die Beschwerdeführerin habe auch Persönlichkeits züge und Coping-Muster, die günstig seien. So sei es ihr immer wieder gelun gen, ein Arbeitsumfeld zu finden, in dem sie entsprechend ihren Möglichkeiten eine als sinnvoll befriedigend aber auch herausfordernd erlebte Arbeit leisten könne. Dies w eise auch auf eine Fähigkeit , gewohnte Denkmuster zu verlassen, falls es notwendig sei, und auf eine gesunde Neugier und Offenheit für Heraus forderungen und Chancen hin (S. 26 Mitte). Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Ängste in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Menschenmengen entsprächen der Diagnose einer Agoraphobie. Allerdings vermeide sie entspre chende Situationen weitgehend, so dass diese Störung ihr Leben wenig beein trächtige. Sie müsse sich immer die Hände waschen und werde unruhig und fühle sich schmutzig, wenn sie das nicht könne. Dies entspreche einer leichten Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (S. 27 Mitte). Die Diagnose einer atypischen Depression könne nicht eindeutig gestellt, aber auch nicht sicher ausgeschlossen werden. In Bezug auf die Prognose und das Ansprechen auf die Therapie habe der Subtyp der Depression indessen keinen signifikanten Einfluss (S. 27 f.). D ie chronische Müdigkeit sei diagno stisch schwierig einzu ordnen . Die Diagnose Chronic

Fatigue -Syndrom sei noch nicht wirklich etabliert und die Symptomatik entspreche weitgehend einer Neurasthenie. Die affektive Symptomatik sei weniger ausgeprägt als die Erschöpfung, die Konzentrations schwäche und die Unfähigkeit, sich zu entspannen, so dass die Diagnose einer Neurasthenie besser passe (S. 28 oben). Obwohl dieser Aspekt in den Akten nur wenig diskutiert worden sei, seien unerwünschte Arzneimittelwirkungen anzu nehmen. Die Beschwerdeführerin erhalte mit Lamotrigin ein stimmungsausglei chendes Antiepileptikum , wobei Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Ataxie und Schläfrigkeit häufig berichtete Nebenwirkungen seien (S. 29 Mitte). Es gebe kei ne Hinweise auf eine wesentliche Verdeutlichung, Aggravation oder Simula tion, aber relativ ausge prägt für eine Neigung zur Dissimulation und einen star ken Wunsch, sich so zu verhalten, wie es in den Augen der Betroffenen sozial erwünscht sei (S. 29 unten). Zusammengefasst könne aus psychiatrischer Sicht für die bisherige Tätigkeit als Buchhalterin von einer Arbeitsunfähigkeit von etwa 40 % ausge gangen werden. In einer Verweistätigkeit, die tiefere Anforde rungen an die ps ychische Belastbarkeit stell e und keine besonderen Fähigkeiten verlange , sei die Arbeitsfähigkeit nur etwa 20 % eingeschränkt, vor allem durch die Kon zentrations

- und Antriebsstörung, die Verlangsamung und die erhöhte Müdig keit (S. 30 oben).

Die Gutachter gaben an, dass a us neurologischer Sicht von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit im Verlauf auf aktuell 80 % auszugehen sei . Aus psychia tri scher Sicht sei ebenfalls von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von 40 % auf aktuell 80 % in leidensangepasster Tätigkeit auszugehen (S. 34 oben). Aus polydisziplinärer Sicht bestehe somit in der angestammten Tätigkeit als Buchhalterin eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit von 60 %. In einer leidens angepassten Tätigkeit mit weniger hohen Anforderungen im kauf männischen Bereich liege die Arbeitsfähigkeit bei 80 % (S. 34 oben). Betreffend Verlauf der Arbeitsfähigkeit schätzte der psychiatrische Gutachter die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit ab Juli 2014 auf 40 % . Seit der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit im Oktober 2016 gelte dann die aktuelle Ein schätzung (psychiatrisches Teilgutachten, im Anhang zu Urk. 38, S. 19 f.). 5. 5.1

Das Gerichtsgutachten der Medas

A.___ vom Februar 2018 entspricht sämtlichen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (vgl. vorstehend E. 1. 3 ), was auch von den Parteien nicht in Frage gestellt wurde. Es ist umfas send und vermag zu überzeugen, weshalb darauf abzu stellen ist.

Im Gutachten der Medas

A.___

wurde auch zum polydiszipli näre n Gutachten der Ärzte der Z.___ vom Dezember 2015

Stellung genommen .

Es wurde unter anderem ausgeführt, dass im psychiatrischen Teilgutachten die Frage einer Verdeutlichung oder Aggravation nicht diskutiert worden sei und keine entsprechend en Befunde erwähnt worden seien. Gleichzeitig habe die Neuropsychologin über eine bewusstseinsnahe, demonstrative Darstellung von Einschränkungen und Beschwerden berichtet. Dies spreche nicht für eine sorg fältige Gesamtredaktion des polydisziplinären Gutachtens. Des Weiteren sei offensichtlich die Dissimulation nicht erkannt worden. Zudem könne man a uf grund der Angaben im psychiatrischen Gutachten bereits die Diagnose einer leichtgradigen Depression stellen. Man könne sogar annehmen, dass damals eine mittelgradige atypische Depression vorgelegen habe ( Urk. 38, psychiatri sches Teilgutachten, S. 2 0 f.).

Damit ist gestützt auf das Gutachten der Ärzte der Medas

A.___ davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin hauptsächlich

an einer Neurasthenie, einer symptomatischen Epilepsie sowie unerwünschten Arzneimittelwirkungen leidet. Die Ärzte der Medas

A.___ attestierten ihr ab Oktober 2016 eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie eine 80%ige Arbeits fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. In Bezug auf den zeitlichen Ver lauf ist dem Gutachten zu entnehmen, dass ab Juli 2014 sowohl in der zuletzt ausgeübte n Tätigkeit als Buchhalterin als auch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 4 0 %

vorlag. Zuvor war die Beschwerde führerin ab 1 3. November 2013 vollständig arbeitsunfähig, was sich auch aus den zeitnah verfassten Arztberichten ergibt (vgl. vorstehend E. 3.1 ff.). 5.2

Bei der diagnostizierten Neurasthenie handelt es sich um eine psychische Erkrankung. Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbs ein kommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG ,

BGE 139 V 547 E. 5 ,

131 V 49 E. 1.2 ,

130 V 352 E. 2.2.1).

Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2 ).

Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho somatische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat sächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE

141 V 281). Mit BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht erkannt, dass grund sätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweis ver fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank heits bild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung ein zelne r Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsun fähigkeit schliessen lassen (E. 7).

Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Funktioneller Schweregrad - Gesundheitsschädigung - Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde - Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz - Komorbiditäten - Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen - sozialer Kontext Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens) - gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba ren Lebensbereichen - behandlungs- und eingliederungs anamnestisch ausgewiesener Leidens druck

Diese Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs hindern der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations potenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs vermögen einzu schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2 60/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3). Die Anerkennung eines renten begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).

5.3

Nach dem Gesagten ist zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen.

Eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren ist gestützt auf das Gutachten der Ärzte der Medas

A.___ sowie die übrigen medizini schen Akten möglich. Weitere medizinische Abklärungen sind dement sprechend nicht angezeigt. 5.4

Im psychiatrischen Teilgutachten (im Anhang zu Urk. 38)

wurde der Schwere grad der Neurasthenie auf mittel gradig eingeschätzt

( S. 13 Mitte ).

Hinsichtlich der Ausprägung der diagnose relevanten Befunde wurde ausgeführt, dass auf grund der

Neurasthenie Antrieb, Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit, Durchhal tevermögen und Selbst ver trauen der Beschwerdeführerin beeinträchtigt seien. Sie sei vermehrt müde und kraftlos und gerate leicht in einen Erschöpfungs zustand, was zusammen mit den Schlaf störungen ihre Regene rations fähigkeit einschränke. Die Essstörungen, die leichte Zwangsstörung und die Albträume seien zu wenig ausgeprägt für eigenständige Auswirkungen auf die Arbeitsfä higkeit, sie verstärkten jedoch indirekt die Auswirkungen der Neurasthenie und der unerwünschten Arzneimittelwirkungen und seien ein Hinweis auf den Schweregrad der Gesamtstörung (S. 18 Mitte).

Zum Tagesablauf ist bekannt, dass die Beschwerdeführerin zwischen 8.30 und 9.00 Uhr aufstehe, sich ein kleines Frühstück zubereite, wenige Haushalts arbeiten besorge und ihre Katzen versorge. Schwerere Arbeiten würden auf grund der Rücken- und Nackenbeschwerden nicht mehr gehen. Dann erledige sie kleinere Einkäufe, gehe jedoch ungern unter die Leute. Gelegentlich besuche sie Kolleginnen und Freundinnen oder diese kämen bei ihr vorbei. Sie schaue dann fern oder suche nach Arbeitsstellen. Sie bereite sich ein kleines Mittag essen zu und lege sich nach dem Essen hin. Auch zwischendurch müsse sie sich oft hinlegen. Am Abend bereite sie für sich und den Partner das Nachtessen vor. Abends ble ibe sie oft zuhause, Besuche würde sie schon empfangen. Sie schaue dann fern und gehe oft erst nach Mitternacht ins Bett

( Urk. 38 S. 19 oben ).

Zum zweiten Indikator („Behandlungserfolg oder -resistenz") ergibt sich aus dem Medas -Gutachten, dass sich die Beschwerdeführerin in psycho thera peutischer Behandlung befunden habe, die sie aber im Einverständnis mit

den Therapeuten abgeschlossen habe, da sie wenige Fortschritte habe machen können und sich wiederholt nicht verstanden und nicht unterstützt gefühlt habe ( Urk. 38 S. 29 f.) . In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sei die Indikation für eine erneute Psychotherapie nicht zwingend ( Urk. 38 S. 33 unten).

Im Gerichtsgutachten wurde festgehalten, dass die Komorbidität von Neurasthe nie respektive einer Fatigue und einer Schmerzstörung relativ häufig sei. Auch die Essstörungen, die leichte Zwangsstörung und die Albträume seien Hinweise auf den Schweregrad und verringerten die Ressourcen für eine Wiederaufnahme einer Tätigkeit ( Urk. 38 S. 37 oben).

Bezüglich Persönlichkeit wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin leistungs orientierte Persönlichkeitszüge aufweise und einen grossen Stolz auf ihre Leistungen zeige. Harmonie sei ihr sehr wichtig, sie habe erst sehr spät zu lernen begonnen, Signale ihres Körpers zu beachten und auf sich selber und ihre Grenze Rücksicht zu nehmen. Sie neige zur Dissimulation und wolle sich so verhalten, wie es sozial erwünscht sei.

Die Beschwerdeführerin habe auch günstige Persönlichkeitszüge und Coping-Muster, so auch die Fähigkeit, nöti gen falls gewohnte Denkmuster zu verlassen, und eine gesunde Neugier und Offenheit für Herausforderungen und Chancen .

Betreffend den sozialen Kontext ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Partner zusammenlebt und zurzeit auf Stellensuche ist ( Urk. 38 S. 18 unten).

Sie zeigt einige Aktivitäten im Tagesablauf mit Einkaufen, Kochen, klei neren Haushaltsarbeiten, Versorgung der Katzen und Besuchen von Freundin ne n und Kolleg inn en .

Zu prüfen bleibt der Aspekt der Konsistenz. Im Gutachten der Ärzte der Medas

A.___

wurde ausgeführt, in Bezug auf die Erschöpfbarkeit und die Konzentrationsstörungen der Beschwerdeführerin sei ihre Schilderung der Beschwerden, ihres Tagesablaufes, ihrer Aktivitäten und ihrer sozialen Kontakte konsistent mit den Befunden und den Akten und kongruent mit den gestellten Diagnosen. Die Beschwerdeführerin nehme ein stimmungsaufhellendes Antiepi lep tikum . Der Serumspiegel liege im Normbereich, was für eine gute Compliance und einen hohen Leidensdruck spreche . Nachdem die Beschwerde führerin ihre letzte Arbeitsstelle verloren habe, sei es ihr gelungen, wieder eine geeignete Stelle zu finden. Diesen Erfahrungen unter realen Bedingungen komme klinisch und gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein grosses Gewicht zu. Das spreche für einen sehr hohen Leidensdruck und eine Moti vation wieder zu arbeiten ( Urk. 38 S. 37 Mitte ).

Die abschliessende Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standardindi ka toren ergibt, dass f ür die Zeit ab Oktober 2016 auf die Einschätzung der Arbeits fähigkeit, wie sie sich aus dem Gutachten der Medas

A.___ ergibt, abgestellt werden kann. Entsprechend besteht in der angestammten Tätig keit eine 60%ige und in einer angepassten Tätigkeit

eine 80%ige Arbeits fähigkeit . 5.5

Für die Zeit ab Juli 2014 wurde de r Beschwerdeführer in im Gerichtsgutachten

sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer angepassten Tätigkeit eine 40%ige Arbeitsfähigkeit attestiert.

Zum funktionellen Schweregrad ergibt sich aus dem Bericht der Ärzte des F.___ vom Ju l i 2014 (vgl. vorstehend E. 3.6) eine leichte Affektlabilität, eine erhöhte Ängstlichkeit, Reizbarkeit und gesteigerte Aggressivität, ein leicht verminderter Antrieb sowie eine deutliche Störung der Vitalgefühle mit rascher Ermüdbarkeit. Die Ärzte des F.___ gingen von der Diagnose einer Anpassungsstörung respektive einer depressiven Störung aus (vgl. auch Berichte vom Januar 2015 und April 2015 ; vgl. vorstehend E. 3.7 -8 ).

Aus neuropsychologischer Sicht stan den leichte bis mittelgradige Einschränkungen im Bereich der Aufmerk samkeit im Vordergrund. Auch fanden sich leichte Leistungsminderungen im Gedächt nis. Die Beschwerdeführer in

stand in regelmässiger Behandlung der Ärzte des F.___ , mit psychotherapeutischen Gespräche n alle ein bis zwei Wochen sowie Abgabe von Psychopharmaka (vgl. Urk. 11/17 Ziff. 1.5 ). Im Übrigen finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte für massgebliche Verä n derungen nach September 2016 , weshalb im Wesentlichen auf die Prüfung der Standardindikatoren für die nachfolgende Zeit ab Oktober 2016 verwi esen wer den kann (vorstehende Erwägung

5.4 ). Die Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standardindikatoren ergibt, dass auf die Beurteilung der Arbeitsfä higkeit durch die Gutachter der Medas

A.___ abgestellt werden kann. Entsprechend ist für die Zeit ab Juli 2014 von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wie auch in einer angepassten Tätigkeit

auszuge hen. 5.6

Zusammenfassend ist für die Zeit von Juli 2014 bis September 2016 von einer 4 0%igen Arbeitsfähigkeit in jeder Tätigkeit sowie ab Oktober 2016 von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer 80%igen Arbeitsfä higkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen. 6 . 6.1

Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege benheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns abzustellen (BGE

128 V 174, BGE 129 V 222). D ie Beschwerdeführerin meldete sich im April 2014 zum Leistungsbezug an. Ein allfälliger Rentenanspruch besteht somit nach Ablauf des Wartejahres – im November 2013 erlitt die Beschwerdeführerin eine Hirnblutung – ab November 2014 (vgl. E. 1.2) .

Für die Zeit ab Januar 2017 (drei Monate nach Verbesserung) ist ein separater Einkom mensvergleich vorzu nehmen (Art. 88a Abs. 1 IVV).

Aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin im November 2014 aus medizinischer Sicht in der Lage war , ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Buch halterin im Umfang von 4 0 % auszuüben und auch in einer angepassten Tätig keit keine höhere Arbeitsfähigkeit bestand , genügt für die Ermittlung des Inva liditätsgrades die Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen (Prozentvergleich, BGE 114 V 313 E. 3a, 107 V 22, 104 V 136 E. 2a und b). Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von 6 0 % und damit der Anspruch auf eine Dreiviertelsr ente . 6.2

Die 60%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie die 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sind ab Januar 2017 zu berück sichtigen .

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr schein lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein kommens entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).

Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die ver sicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invali dität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohn struktur erhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück sichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).

Vorliegend kann zur Bestimmung des Valideneinkommens nicht auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit der Beschwerdeführerin abgestellt werden, d a sie ihr Arbeits verhältnis im September 2013 aus invaliditätsfremden Gründen gekün digt hat (Urk. 11/13/7). Die Beschwerdeführerin ist gelernte Gastronomie fach assistentin, erwarb im Oktober 2008 das Handelsdiplom und absolvierte schliesslich die kaufmännische Ausbildung zur diplomierten Kauffrau (vgl.

Urk. 11/2/7, Urk. 11/2/16-17). Seit Januar 2009 arbeitete sie im kauf männischen Bereich, zuerst als Assistentin respektive Sekretärin und dann als Sachbearbeiterin Kreditoren (vgl. Lebenslauf, Urk. 11/2/7-9).

Vor diesem Hintergrund erscheint es angemessen, sich zur Berechnung des Validen einkommens auf LSE 2014, Tabelle T 17 , Ziffer 4 „ Bürokräfte und ver wandte Berufe " , zu stützen (www.bfs.admin.ch, Tabelle T17 monatlicher Brutto lohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor zusammen). Angesichts des Alters der Beschwerdeführe rin – im vorliegend massgebenden Jahr 2017 wurde sie 29jährig – rechtfertigt es sich, vom Durchschnitt der Lebensalter-Gruppen „ bis und mit 29 Jahre ” und „ 30-49 Jahre ” auszugehen. Dies ergibt ein durchschnittliche s monatliches Ein kommen von Fr. 5'315.50 ( [ Fr. 4’783.00 + Fr. 5'848.00 ] : 2). Entsprechend resul tiert bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41. 7 Stunden (betriebs übliche Arbeitszeit nach Wirtschafts abteilungen in Stunden pro Woche; vgl.

www.bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb, Total ) ein Einkommen von

Fr. 66 ‘ 4 96 . 9 0 im Jahr 2014 (Fr. 5'315. 50 : 40 x 41. 7 x 12).

Dies erscheint ange messen , zumal sich diese Zahlen im Rahmen dessen bewegen, was die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit in der Buchhaltung verdient hat ( Fr. 61'880.00 im Jahr 2013, vgl. Urk. 11/13/1-6 Ziff. 2.10 ).

Unter Berück sichtigung der frauenspezifischen Nominallohnentwicklung von 0. 5 % im Jahr 201 5, 0.8 % im Jahr 2016 (Entwicklung der Nominal löhne, der Konsumenten preise und der Reallöhne; vgl.

www.bfs.admin.ch, Sta tistiken, Arbeit und Erwerb) sowie der geschätzten Nominalentwicklung im Jahr 2017 von 0.5 % (dritte Schätzung, basierend auf den Daten der ersten drei Quartale) ergibt sich für das Jahr 201 7

ein Validene inkommen von rund Fr. 6 7‘ 70 1 . -- ( Fr. 66 ‘ 496 . 9 0 x 1.005 x 1.00 8 x 1.0 05 ). 6.3

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik perio disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE

139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten ver öffentlich ten Tabellen der LSE zu verwenden ( BGE 143 V 295 E. 4.1.3 ; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1 , 133 V 545 E. 7.1). Der Beizug der Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist ( vgl.

BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/ Reichmuth , IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinwei sen auf die Rechtsprechung).

Da das letzte Arbeitsverhältnis der Beschwerdeführerin als Projektassistentin im Juni 2017 gekündigt wurde, ist das Invalideneinkommen ebenfalls gestützt auf die Lohnstrukturerhebungen zu ermitteln . Angesichts der Tatsache, dass im Medas -Gutachten Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich nicht als ungünstig bewertet wurden und keine Einschränkungen bezüglich einer Arbeitstätigkeit vorwiegend am Computer gesehen wurden, könnte zur Berechnung des Invali deneinkommens ebenfalls auf Ziffer 4 „ Bürokräfte und verwandte Berufe " der Tabelle T17 abgestellt werden . Da jedoch Situationen mit Lesen und Arbeiten mit Schriften auf schneeweissem Hintergrund zu meiden sind, was bei Büro arbeiten wohl kaum möglich ist, ist zugunsten der Beschwerdeführerin auf Ziffer 9 „Hilfsarbeitskräfte" abzustellen.

Gestützt auf LSE 2014, Tabelle T17, Ziffer 9 „Hilfsarbeitskräfte", ist wiederum vom Durchschnitt der Lebensalter-Gruppen „bis und mit 29 Jahre” und „30-49 Jahre” auszugehen. Dies ergibt ein durchschnittliches monatliches Einkommen von Fr. 4 ' 184 .50 ( [ Fr. 4’ 060 .00 + Fr. 4 ' 309 .00 ] : 2). Entsprechend resultiert bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41. 7 Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts abteilungen in Stunden pro Woche; a.a.O. ) ein Ein kommen von

Fr. 52 ‘ 348 . 1 0 im Jahr 2014 (Fr.

4'184. 50 : 40 x 41. 7 x 12).

Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von

0. 5 % im Jahr 201 5, 0.8 % im Jahr 2016 sowie 0.5 %

im Jahr 2017 ergibt sich für das Jahr 201 7 ein Ein kommen von Fr. 53 ' 295 . 85 ( 52 ‘ 348 . 1 0 x

1.005 x 1.00 8 x 1.005 ). Angepasst an das zumutbare Pensum von 8 0 % resulti ert somit ein Einkommen von rund Fr. 4 2' 63 7 . -- ( 53 ' 295 . 85 x 0. 8 ).

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf ti gungs grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/ aa ). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/ aa ). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdi gung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamt haft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5. 2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/ bb -cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine ver sicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfä higkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/ bb ). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthalte ne gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dür fen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 mit Hinweisen ).

Vorliegend ist kein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen . Bei der Beschwer deführerin liegen keine persönliche n

oder berufliche n Merkmale vor, welche einen solchen rechtfertigen würden. Zudem wurde den Konzentrations- und Antriebsstörungen, der Verlangsamung und der erhöhten Müdigkeit bereits bei der Festlegung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen (vgl.

Urk. 38 S. 33 Ziff. 5.2).

6. 4

Bei einem Valideneinkommen von Fr. 67‘70 1 . -- und einem Invaliden ein kommen von Fr. 4 2' 63 7 . -- bet rägt die Einkommenseinbusse Fr. 25 ' 064 . -- , was einem Invaliditätsgrad von 37 % entspricht. Damit hat die Beschwerde führerin –

trotz

Berücksichtigung

d es tiefen Hil f sarbeiterein kommens – ab Januar 2017 keinen A nspruch mehr auf eine Invalidenrente .

Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin für die Zeit von November 2014 bis Dezember 2016 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente . Ab Januar 2017 besteht kein Rentenanspruch mehr. Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Auf die beantragte Parteibefragung ( Urk. 1 S. 2) ist in antizipierter Beweiswürdigung ( BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d ) zu verzichten. 7. 7.1

Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind ermessensweise auf Fr. 1’0 00.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 7. 2

Die Kosten des Gerichtsgutachtens der Medas

A.___ vom 1 3. Februar 2018 belaufen sich auf Fr. 1 6 ‘ 405.20 ( Urk. 39 ).

Die Kosten eines Gerichts gutachtens können dem Versicherungsträger auferlegt werden, wenn die Abklä rungs ergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend beweiswertig sind, und zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrens fairness entfällt (vgl. BGE 139 V 225 E. 4. 2 mit Verweis auf BGE 137 V 210 ).

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das Gutachten der Ärzte der Z.___ vom Dezember 2015 , obwohl diesem nicht die vollständigen Akten zugrunde lagen und

es in verschiedener Hinsicht nicht zu überzeugen vermag (vgl. E. 5.1).

Dementsprechend sind ihr die Kosten für das Gerichtsgutachten aufzuerlegen .

Die Beschwerdegegnerin hielt in Bezug auf „die zu erwartenden Beg ut acht ungs kosten" fest, dass diese gemäss geltendem Tarif für polydiszi plinäre Gut achten entsprechend der mit dem Bundesamt für Sozialversicherung geschlosse nen Vereinbarung zu veranschlagen s eien , und verwies auf BGE 137 V 210 sowie auf das Urteil des Bundesgerichts 9C_217/2014 (Urk. 21).

In diesem Zusammenhang ist auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_113/2017 vom 2 9. Juni 2017 hinzuweisen. Darin nannte das Bundesgericht gewichtige Gründe, von der bisherigen Rechtsprechung abzurücken (E. 7.1). In Aufgabe der erörterten Rechtsprechung s eien die genannten Instanzen auch nicht an den Tarif gemäss Anhang 2 der Vereinbarung gebunden. Dies bedeute , dass die IV Stellen im Rahmen der mit BGE 139 V 496 umschriebenen (und mit BGE

140 V 70 bestätigten) Grundsätze gestützt auf Art. 45 Abs. 1 Satz 2 ATSG für die gesamten Kosten des Gerichtsgutachtens a ufzukommen h ätt en. Abzu lehnen sei insbesondere eine Lösung, die die Kantone im Umfang der den Tarif überschiessenden Kosten in die Pflicht nähme. Denn damit würde die mit BGE

137 V 210 aus Gründen der Verfahrensfairness angestrebte Zielsetzung, in ver mehrtem Masse Gerichtsgutachten zu veranlassen, geradewegs unterlaufen, indem es bei festgestellten Abklärungs- oder Beweiswertmängeln wieder ver mehrt zu Rückweisungen käme (E. 7.2) .

Vor diesem Hintergrund sind vorliegend die Kosten d es Gerichtsgutachtens von Fr. 1 6 ‘ 405.20 von der Beschwerdegegne rin in vollem Umfang zu übernehmen. 7.3

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, de r Beschwerdeführer in eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten ( § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses wird diese beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 2‘ 5 00 .-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt. Das Gericht erkennt: 1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversiche rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2 8. Juni 2016 aufgehoben, und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin von November 2014 bis Dezember 2016 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat. 2.

Die Gerichtskosten von Fr. 1’000 .-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

Rech nung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts kraft zugestellt. 3.

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Gerichtskasse die Kosten für das Gerichts gutachten im Betrag von Fr. 1 6 ‘ 405.20 zu erstatten.

Rechnung und Ein zahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt. 4.

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessent schädigung von Fr. 2’ 5 00 .-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen. 5 .

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Thomas Laube - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 6 .

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin MosimannNeuenschwander-Erni