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IV.2015.00650

In psychiatrischer Hinsicht verbesserter Gesundheitszustand gestützt auf Gutachten ausgewiesen. Gutachten verliert Beweiswert nicht nach Praxisänderung zur somatoformen Schmerzstörung. PTBS verneint. Prozentvergleich ergibt Rentenanspruch. Gutheissung. (BGE 8C_805/2016)

Zürich SozVersG · 2016-10-03 · Deutsch ZH
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Sachverhalt

1.

1.1

X.___, geboren 1960 , meldete sich a m 31. Januar 2002 unter Hinweis auf seit dem 14. März 2001 bestehende Rücken beschwerden und ein depressives Zustandsbild bei der Invalidenversicherun g zum Leistungsbezug an ( Urk. 9/4 Ziff. 7.2-3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stel le, sprach ihm mit Verfügung vom 11. März 2003 b ei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente ab 1. August 2002 z u (Urk. 9/38 ).

Am 9. August 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Rentena n spruch sei unverändert (Urk. 9/66 ).

Nach Eingang eines am 9. Dezember 2006 ausgefüllt en Revisionsfragebogens (Urk. 9/68 ) holte die IV-Stelle unter anderem bei der Y.___ ein polydiszip linäres Gutachten ein, das am 12. Dezem ber 2007 erstattet wurde (Urk. 9/84). Nach durchgeführt em Vorbescheidverfahren (Urk. 9/89; Urk. 9/98 ) setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Oktober 2008 die bisherige ganze Rente auf eine Dreiviertelsrente herab (Urk. 9/103, Urk. 9/105). Am 14. September 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 9/113). 1.2

Am 7. November 2013 machten die behandelnden Psychiater der Z.___ eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers geltend (Urk. 9/119). Die IV-Stelle klärte die medizinische Situation ab und holte unter ander em bei Dr. med. A.___, Facharzt für Psychiatrie und für Psychotherapie, ein psy chia tri sches Gutachten ein, das am 13. Juni 2014 erstattet wurde (Urk. 9/131 ). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren ( Urk. 9/142; Urk. 9/153, Urk. 9/157, Urk. 9/166) hob di e IV-Stelle mit Verfügung vom 11. Mai 2015 die bisher aus gerichtete Rente auf (Urk. 9/170 = Urk. 2). 2.

Der Versicherte erhob am 11. Juni 2015 Besch werde gegen die Verfügung vom 11. Mai 2015 ( Urk.

2) und beantragte, es sei en ihm die gesetzlichen Leistungen aus dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG) zu erbringen, ins besondere sei ihm weiterhin eine Invalidenrente auszurichten und zwar eine volle Rente ab 1. Dezember 2013, mindestens eine Dreiviertelsrente. Eventuell sei eine gerichtliche Expertise (medizinisches Gutachten) zum Gesundheitszu stand und zur Arbeitsfähigkeit einzuholen (Urk. 1 S. 2 ).

Die IV-Stelle beantra gte mit Beschwerdeantwort vom 25. August 2015 (Urk. 8 ) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 24. Septem ber 2015 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10). Am 5. Oktober 2015 machte der Beschwerdeführer eine weitere Eingabe (Urk. 11), welche der Beschwer degegnerin am 12. Oktober 2015 zur Kenntnis zugestellt wurde (Urk. 12). Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

1.1

In validität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG ). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund heit verur sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über wind bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2

Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv be stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi schen Beein trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen). 1.3

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG . 1.4

B ei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom men ), in Bezie hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom mensver gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b eiden hypo thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei nander gegen übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen). 1.5

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben ( Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.

3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Augu st 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu stan des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi onsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein spracheent scheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts be messung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin weisen). 1.6

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege be nen falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits unfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam men hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 2.

2.1

Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, aus medi zini scher Sicht habe sich die somatische Situation beim Beschwerdeführer seit der letzten Begutachtung nicht verändert, und in einer angepassten Tätig keit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Aus psychiatrischer Sicht könne auf das Gutachten von Dr. A.___ vom Juni 2014 abgestellt und von einer Ge sund heitsverbesserung ausgegangen werden. Eine relevante Einschränkung habe nicht mehr objektiviert werden können. Psychosoziale Belastungsfaktoren seien als invaliditätsfremd zu werten. Zudem könne eine Einschränkung der Zumut barkeit einer Willensanstrengung zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit - trotz der vor allem subjektiv empfundenen Defizite - aus psychiatrisch-psycho thera peutischer Sicht nicht mehr begründet werden. Sowohl das Validenein kommen als auch das Invalideneinkommen seien gestützt auf die Lohnstruk turerhe b ungen des Bundesamtes für Statistik (LSE) zu berechnen und ein zu sätzlicher Abzug könne nicht gewährt werden. Ein Anspruch auf Eingliede rungsmass nahmen bestehe nicht (S. 2 ff.). 2.2

Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend, sein Gesundheitszustand habe sich seit der letzten Rentenprüfung nicht verbes sert, sondern sowohl in somatischer als auch in psychiatrischer Hinsicht ver schlechtert (S. 4 f. Ziff. III). Die Beschwerdegegnerin hätte daher ein interdiszip linäres Gutachten einholen müssen (S. 5 ff.). Das Gutachten von Dr. A.___ sei ohne Beweiswert (S. 7 ff.). Dessen Einschätzung stehe im Widerspruch zu jener der behandelnden Ärzte, und er habe ihn nur für eine Stunde gesehen und zu dem auf fremdanamnestische und aktuelle Angaben der behandelnden Ärzte verzichtet (S. 8 unten f., S. 15 unten f.). Die von den behandelnden Psychiatern am Gutachten vorgebrachten Kritikpunkte seien integrierter Bestandteil dieser Beschwerde (S. 9 ff.). Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung sei nicht nachvollziehbar, er leide vielmehr an einer schweren depressiven Symp tomatik (S. 11 ff.). Zudem habe auch der neu behandelnde Psychiater eine de pressive Störung, gegenwärtig schwere Episode, und eine dauernde Persönlich keitsveränderung nach Extrembelastung bestätigt sowie eine volle Arbeitsunfä higkeit (S. 16 f.). Hinsichtlich des Einkommensvergleichs machte der Beschwer deführer geltend, der Betrieb wäre nicht veräussert worden, wäre er nicht arbeits unfähig geworden. Sein Einkommen wäre mindestens der Teuerung folgend angestiegen, mit zunehmender Bekannt heit und Etabliertheit des Ge schäfts. Zudem sei mindestens ein Abzug von 15 % vom Invaliden ein kommen zu gewähren (S. 18 Ziff. VII).

Am 5. Oktober 2015 führte der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Praxis änderung des Bundesgerichts, namentlich die Aufgabe der Überwindbar keits rechtsprechung, aus, dass das Gutachten von Dr. A.___ den neuen Anfor de rungen nicht genüge (Urk. 11). 2.3

Strittig und zu prüfen ist, ob die Einstellung

der Invalidenrente rechtens war. 3. 3.1

Die letzte eingehende Rentenüberprüfung erfolgte im Rahmen des im Dezember 2006 eingeleiteten Revisionsverfahrens (Urk. 9/68) . Gestützt auf die Einschätz ung der Gutachter der Y.___ vom Dezember 2007 (vgl. Urk. 9/84) setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Oktober

2008 die bisherige ganze Rente des Beschwer deführers auf eine Dreiviertelsrente herab ( Urk. 9/103, Urk. 9/105) . 3.2

Die Gutachter des Y.___ stellten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 12. Dezember 2007 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 16 Ziff. 6.1): - bekannte rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) - chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit nicht-radikulärer Schmerzausstrahlung ins rechte Bein, Differenzialdiagnose intermittie rend tieflumbale Wurzelreizsymptomatik klinisch nicht auszuschliessen - mässige Osteochondrose L5/S1 und Anterolisthesis von LWK5 zu S1 und 1 cm bei Spondylolyse - mehrsegmentale degenerative Bandscheibenveränderungen mit Band scheibenprotrusionen, mögliche Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 links (CT vom 11. April 2001, 27. Januar 2000 und 3. Mai 1995) - chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom („Persistent neck pain“) - konventionell-radiologisch keine relevanten degenerativen Verände rungen der Halswirbelsäule (HWS; Röntgen vom 6. April 2001) - nicht-radikuläre Schmerzausstrahlung in den rechten Arm - leichte Fehlhaltung des oberen Achsenskeletts bei Beckentieferstand links um 1 cm, muskuläre Dolenzen rechts im Schultergürtelbereich

Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine Adipositas, einen Verdacht auf chronische Hepatitis B und eine Benzodia ze pinabhängigkeit (S. 16 Ziff. 6.2).

Die Gutachter führten aus, für die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Maschinen führer im 3-Schichtbetrieb oder Mitarbeiter in einer Imbissstube oder als Koch in vorwiegend stehender Tätigkeit, bestehe aufgrund der teilweise mindestens mittelschweren und achsenskelettär belastenden Tätigkeitsanteilen bleibend keine zumutbare Arbeitsfähigkeit mehr (S. 18 Ziff. 7.2).

Für körperlich leichte Verweistätigkeiten ohne repetitives Bücken und ohne repeti tive Überkopftätigkeitsanteile, ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5 kg, nicht ausschliesslich stehend oder gehend mit der Möglichkeit zur Einnahme von Wechselpositionen bestehe aus rein somati scher Sicht eine zu 70 % zumutbare Restarbeitsfähigkeit. Aufgrund der gleich zeitig bestehenden mittelgradigen Episode einer rezidivierenden depressiven Störung bestehe aber auch für eine derartige Tätigkeit zum jetzigen Zeitpunkt lediglich eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50 % (S. 18 Ziff. 7.3).

Hinweise für eine posttraumatische Belastungsstörung hätten sich keine gefun den und eine solche sei in der Vergangenheit auch nie diagnostiziert worden. Sowohl die somatischerseits wie auch die psychiatrischerseits attestierten Diag nosen hätten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Exploranden, allerdings ohne additiv wirksam zu werden (S. 17 Mitte). 4. 4.1

Im Zusammenhang mit dem Verschlechterungsgesuch der Z.___ anfangs Novem ber 2013 (Urk. 9/119) finden sich folgende medizinischen Berichte in den Ak ten :

Dr. med. B.___, Facharzt für Radiologie, Neuroradiologie Schanze, C.___ Klinik, führte nach der MRI-Untersuchung der Lenden wirbel säule ( LWS ) vom 10. September 2009 (Urk. 9/123/1) aus, eine schmerzbedingte Fehl haltung der LWS sei bei diesem Bild wahrscheinlich. Es bestehe eine Anteposi tion L5 bei beidseitiger Spondylolyse L5 und eine erhebliche Osteo chon drose und Spondylolyse L5/S1. Eine Mikroinstabilität am lumbosakralen Übergang wäre möglich. Es bestehe eine sehr kleine Hernie L4/5 median und paramedian links sowie eine äusserst kleine Hernie Th11/12 posterior rechts. Die Untersu chung ergebe nirgends Hinweise auf eine lumboradikuläre Kompression. Es be stehe ein weiter lumbosakraler Spinalkanal (S. 1). 4.2

Dr. med. D.___, Facharzt für Kardiologie, Herzgefäss-Zentrum, C.___ Klinik , führte in seinem Bericht vom 4. November 2013 (Urk. 9/123/2-3) nach gleichentags durchgeführtem MR des Herzens aus, die Stress-Perfusi ons untersuchung falle nicht normal aus. Es bestehe ein belastungsinduzierter Per fusionsdefekt anterior und lateral midventrikulär sowie lateral und infero-api kal. Der Befund sei vereinbar mit einer mikrovaskulären Perfusionsstörung. Eine relevante Stenosierung einer epikardialen Koronararterie könne aber nicht sicher ausgeschlossen werden. Im Übrigen zeige der linke Ventrikel eine nor male Funktion. Eine invasive Abklärung werde empfohlen (S. 2). 4.3

Die Ärzte der Z.___ stellten in ihrem Bericht vom 21. November 2013 (Urk. 9/121) folgende Diagnosen: - rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy chotische Symptome (ICD-10 F33.2) - chronisches lumbo- und zervikospondylogenes Schmerzsyndrom - Flachrücken, mässige Osteochondrose L5/S1, Anterolisthe sis/Spondylolyse LWK5/S1, mehrsegmentale Bandscheibenverände rungen mit Bandscheibenprotrusionen - arterieller Hypertonus mit hypertensiven Krisen - kardialer belastungsinduzierter Perfusionsdefekt vereinbar mit einer mikro vaskulären Perfusionsstörung, klinisch Belastungsdyspnoe - Magenulcus korrelierend mit Analgetikaeinnahme, 25. Januar 2011 - gastroösophageale Refluxkrankheit mit Ösophagitis, Erstdiagnose 1999

Die Ärzte der Z.___ führten aus, die chronische depressive Symptomatik habe sich seit mehreren Monaten verschlechtert. Psychopathologisch bestehe im Gegensatz zu den Befunden von vor einigen Jahren nun eine mittelgradige Antriebsarmut, eine globale Störung von Konzentration und des Gedächtnisses und konsekutiv auch eine intermittierende, mit der affektiven Belastung einher ge hende leichtgradige Störung der Auffassung (S. 1 unten f.). Formalgedanklich bestünden ein mittel- bis schwergradiges Grübeln, eine schwergradige Anhedo nie, schwergradige Insuffizienzgefühle und ein mittelgradiger sozialer Rückzug. Es bestünden weiter eine mittel- bis schwergradige Verzweiflung, eine mittel gradige Affektlabilität sowie massive Zukunftsängste nebst einer ausgeprägten globalen Schlafstörung einhergehend mit Albträumen. Immer wieder habe sich ein vermehrter Lebensüberdruss bis hin zu passiven lebensmüden Gedanken manifestiert. Die genannten Symptome seien medikamentös und psychothera peutisch kaum beeinflussbar gewesen (S. 2 oben). Zusammenfassend bestehe eine depressive Störung schwergradiger Ausprägung. Zu den bekannten soma tischen Diagnosen seien aktuell kardiovaskuläre Beschwerden mit medikamen tös schwer beeinflussbaren hypertensiven Krisen und eine Belastungsdyspnoe hinzugetreten. Des Weiteren bestehe ein Verdacht auf einen kardialen Perfusi onsdefekt, bezüglich dessen demnächst eine Abklärung mittels Herzkatheterun tersuchung stattfinde. Die Schmerzsymptomatik habe im Wesentlichen weiter bestanden.

Die Ärzte der Z.___ führten aus, aufgrund der oben genannten Befunde und Be schwerden bestehe sowohl im angestammten Bereich aber auch für angepasste Tätigkeiten bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S. 2 Mitte). 4.4

Dr. A.___ erstattete am 13. Juni 2014 das von der Beschwerdegegnerin veran lasste psychiatrische Gutachten (Urk. 9/131). Er nannte als Diagnose eine an haltende somatoforme Schmerzstörung; ICD-10 F45.40, mit Dysthymie; ICD-10 F34.1, bei gegenwärtig remittierter depressiver Störung; ICD-10 F33.4, mit ei nem Status nach einem Abhängigkeitssyndrom von Benzodiazepinen; ICD-10 F13.20 (S. 22 Ziff. 5) .

Dr. A.___ führte aus, zusammenfassend begründeten die anhaltende somato forme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) und die Dysthymie (ICD-10 F34.1) sowie die damit verbundenen Defizite aus rein medizinischer psychiatrisch-psycho therapeutischer Sicht keine relevante längerfristige Arbeitsunfähigkeit. Es seien auch keine besonderen Hinweise vorhanden, die schwere Defizite aufgrund ei ne s Gesundheitsschadens und/oder eine Unzumutbarkeit zu deren Überwindung begründen könnten, beispielsweise durch krankheitsbedingt fehlende Ressour c en oder durch eine fehlende Kapazität zur Verarbeitung innerpsychischer Kon flikte (S. 33 unten f.).

Im Gegenteil lasse die vom Beschwerdeführer angegebene vollständige Absti nenz von nicht ärztlich verordneten psychotropen Substanzen (inklusive Alko hol, Tabak und Drogen) und von Benzodiazepinen zumindest angemessene inner seelische Ressourcen annehmen. Eine Einschränkung der Zumutbarkeit einer Willensanstrengung zur Überwindung der vor allem rein subjektiven Defizite sei aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht somit nicht mehr zu begründen (S. 34 oben). Hingegen seien vielfältige psychosoziale Faktoren bekannt, die die Motivation zur Leistungssteigerung deutlich beeinträchtigten. Sie erklärten auch weit überwiegend vor dem Hintergrund von Verdeut lich ungstendenzen, die an lässlich der aktuellen Untersuchung erkennbare grosse Dis krepanz zwischen der subjektiv wahrgenommenen und der objektivierbaren Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers. Von dieser Einschätzung könne ab Datum der aktuellen Untersuchung ausgegangen werden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei der gegenwärtige Zustand aus rein psychiatrisch-psy cho therapeutischer Sicht bereits ab November 2013 anzunehmen (S. 34 Mitte).

Dr. A.___ führte aus, die im psychiatrischen Fachgutachten der Y.___ beschrie bene depressive Episode sei remittiert (ICD-10 F33.4).

Aufgrund der vom Beschwerdeführer angegebenen körperlichen Schmerzen ab etwa 1995, die zur Arbeitsunfähigkeit geführt hätten, und der nicht ausreichen den Erklärbarkeit des subjektiv genannten Ausmasses durch ein somatisches Korrelat, sei aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht gemäss ICD-10 F45.4 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung zu diskutieren (S. 28 Mitte). Die diagnostischen Kriterien seien weit überwiegend erfüllt. Die Ausprä gung der Störung sei beim Beschwerdeführer im Vergleich zu ähnlichen Stö rungsbildern als objektiv leicht einzustufen (beispielsweise erhaltene, bezie hungsweise wieder gewonnene Fähigkeit alltägliche Verrichtungen ausüben zu können, soziale und familiäre Kontakte zu pflegen und regelmässig in die E.___ zu reisen). Eine relevante Arbeitsunfähigkeit sei aus rein psychiatrisch-psy chotherapeutischer Sicht nicht begründbar (S. 30 unten f.).

Dr. A.___ führte aus, der Beschwerdeführer und die Vorakten postulierten aber auch klinisch relevante depressive Syndrome. Es bestehe aktuell eine deutliche Diskrepanz zwischen der subjektiven Wahrnehmung und den objektivierbaren depressiven Befunden. Die in den vorliegenden Berichten dokumentierten ob jek tiven depressiven Befunde seien nicht mehr erkennbar. Die ICD-10 Kriterien einer depressiven Episode seien nicht mehr erfüllt, und der Schweregrad errei che nicht das notwendige Ausmass. Eine relevante Arbeitsunfähigkeit sei aus rein psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht somit nicht (mehr) begründbar. Diese Einschätzung könne bereits ab November 2013 angenommen werden, nachdem aufgrund der objektiven psychopathologischen Befunde, die von der Z.___ dokumentiert worden seien, tatsächlich von einer objektiven Verbesserung im Vergleich zum psychiatrischen Fachgutachten vom November 2007 der Y.___ ausgegangen werden müsse (S. 31 Mitte).

Dr. A.___ führte aus, beim Verlauf der Störung des Beschwerdeführers seien auch Verdeutlichungstendenzen und vielfältige psychosoziale Faktoren (bei spiels weise Herkunft, Migration, fehlender Berufsabschluss, langjähriger Ren tenbe zug, Abstinenz vom und Lage am Arbeitsmarkt, Lebensalter, finanzielle Sorgen und Schulden, Krankheit der Ehefrau, eheliche und familiäre Konflikte, Wunsch nach Rentenerhöhung) zu benennen, welche nicht in die Beurteilung einer medizinisch-theoretischen Zumutbarkeit einer allfälligen Tätigkeit einge flossen seien (S. 32 unten).

Der Beschwerdeführer habe ausgeführt, er befinde sich seit 2001 in einer ambu lanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie bei der Z.___ . Gegenwärtig fänden monatliche Termine statt (S. 9 Mitte). Eine teil- und/oder vollstationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie sei bislang nicht durchgeführt worden (S. 9 unten).

Laut Angaben des Beschwerdeführers, sei er früher zufrieden gewesen und wolle jetzt nicht mehr leben. Sein Rücken mache ihn fertigt. Ausserdem werde er von der Vergangenheit eingeholt. Er habe viel Negatives erlebt. In der Jugend habe er drei Brüder durch Krankheit verloren . Aus politischen Gründen sei er selbst zwischen 1977 und 1984 mehrfach, insgesamt rund 2.5 Jahre inhaftiert gewe sen und misshandelt worden. Er sei schwer gefoltert und erniedrigt worden. Freunde von ihm seinen in der Haft gequält worden und gestorben. Noch heute habe er nachts deren Geschrei in den Ohren. Immer wieder erinnere er sich an diese schrecklichen Erlebnisse (S. 10 oben).

Den Tag verbringe er damit, indem er viel spazieren gehe. Er sehe TV und höre Radio. Im Haushalt arbeite er wenig mit. Er pflege familiäre Kontakte und treffe sich ab und zu mit Freunden. In die E.___ reise er regemässig einmal im Jahr. Zuletzt sei er Anfang 2014 mit seiner Ehefrau für 20 Tage mit dem Flugzeug dort gewesen. Eine Tochter habe den Flug bezahlt (S. 10 Mitte).

Zur

Verschlechterungsmeldung der Z.___ führte Dr. A.___ aus, dass insbeson dere der innere Widerspruch im Bericht unklar bleibe, weshalb bei einer signifi kanten Verschlechterung des Gesundheitszustandes, das heisse einer schweren depressiven Episode, im Fall des Beschwerdeführers keine Intensivierung oder Anpassung der therapeutischen Massnahmen (hier: seit etwa 2003 unverändert nur ein Antidepressivum in stets niedriger Dosierung, keine teil- und/oder vollstationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie, kein Wechsel der The rapiemethode oder des Therapiesettings) erfolgt sei, sondern schlicht eine Ver schlechterungsmeldung an die Behörde vorgenommen werde (S. 20 Mitte). Die Einschätzung im Sinne einer 0%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerde füh rers sei theoretisch kaum begründbar (S. 20 unten).

Zudem sei in Gegenüberstellung der objektiven Befunde der Berichte der Z.___ vom November 2007 und August 2009 zu November 2013 nicht nachvollzieh bar, weshalb 2013 eine schwere Ausprägung angenommen werde. Die Einord nung als ICD-10 F33.2 werde ausserdem nicht differenziert mit Bezug zum Klassifikationssystem diskutiert. Im Gegenteil sei aufgrund der objektiven psy chopathologischen Befunde tatsächlich von einer objektiven Verbesserung aus zugehen. Die behandelnde Institution nehme in diesem Zusammenhang nicht Stellung zu allfälligen sozialen Belastungsfaktoren und/oder zu in den Akten dokumentierten Verdeutlichungstendenzen des Beschwerdeführers. Ausserdem sei beim Beschwerdeführer eine Abstinenz von Benzodiazepinen möglich ge worden, was 2009 noch nicht der Fall gewesen sei (S. 26 unten f.). Er nenne weiter eine vollständige Abstinenz von ärztlich nicht verordneten psychotropen Substanzen. Deshalb könnten zumindest angemessene innerseelische Ressour cen beim Beschwerdeführer angenommen werden, was neben der langjährigen unveränderten ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie eine Erklärung der Verbesserung des objektiven tatsächlichen psychopathologischen Zustandsbildes sein könne. Weshalb dennoch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werde, bleibe unklar und begründe sich möglicherweise durch eine sehr engagierte therapeutische Arzt-Patient-Beziehung im Zusammenhang mit einem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (S. 27 oben). 4.5

Am 15. Dezember 2014 nahmen die Ärzte der Z.___ zum Gutachten von Dr. A.___ Stellung (Urk. 9/152/4-7). Sie führten aus, in der Begutachtung seien wesentliche Diagnosen ungeachtet der mehrheitlich konsistenten Vorberichte verändert worden, das Vorliegen einer depressiven Störung negiert und statt dessen ein somatoformes Schmerzsyndrom als wesentliche Haupterkrankung diagnostiziert worden. Gemäss ihrer eigenen auf die mehrjährige Betreuung fussenden Beurteilung sei weiter von einer depressiven Störung schweren Ausmasses bei zudem komorbid vorliegender komplexer post trau matischer

Belastungsstörung/andauernder Persönlichkeitsveränderung nach Extrembe las tung (ICD-10 F62.0) auszugehen.

Weiterhin bestehe in der Zusammenschau der Befunde und unter Berücksichti gung des niedrigen Funktionsgrades eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S. 1 Mitte). Begutachtungen könnten trotz methodischer Korrektheit aufgrund der nur einmaligen Konsultation nur ein begrenztes Bild vom Alltag oder dem Per sön lichkeitsstil geben (S. 1 unten). Bei der Diagnose der somatoformen Schmerz störung würden organische Ursachen für die schmerzhaften Beschwer den nicht ausreichend gewürdigt, trotz konsistent dokumentierter Beschwerden sowie neu aufgetretener kardialer Beschwerden. Im Gutachten sei der deutlich erhöhte W ert im Beck-Depressions -Inventar, welcher auf eine schwere depres sive Störung hin weise, nicht weiter diskutiert worden.

Die Ärzte führten aus, ihrer Ansicht nach seien die wesentlichen Symptome einer depressiven Störung schweren Ausmasses nach ICD-10 erfüllt (S. 2 Ziff. 2-4 ). Es sei fraglich, ob die wesentlichen depressiven Symptome durch den Gut achter überhaupt erfragt worden seien, da sie im psychopathologischen Befund fehlten. Ferner seien die Kriterien des somatischen Syndroms nicht nachvoll ziehbar erfasst, dessen Vorliegen aber negiert worden (S. 2 Ziff. 5 Mitte). Auch sei me hr fach im Bericht auf eine Verdeutlichungstendenz hingewiesen worden, ohne dies näher zu begründen, und in der Gegenüberstellung der objektiven Befunde von November 2008 und August 2009 zu November 2013 seien ein zelne wenige Aspekte aus dem Gesamtkontext herausgerissen worden, um eine vermeintliche Verbesserung der depressiven Symptomatik zu begründen (S. 2 Ziff. 6-7). Auch seien bestimmte Daten durch den Gutachter nicht korrekt er fasst worden, und der Aufenthalt in der E.___ habe eher zu einer weiteren Verschlechterung der Symptomatik geführt (S. 3 Ziff. 8).

Im Gutachten werde an einigen Stellen auf die Diskrepanz zwischen Diag nos tizie rung einer schweren depressiven Episode und vermeintlich fehlen der An passung des Behandlungssettings hingewiesen. Die Ärzte hielten weiter fest, dass die Auswahl und Dosiswahl der antidepressiven Medikation in Abwä gung mit unerwünschten Nebenwirkungen erfolgt sei. Das Antidepressivum sei nicht in einer niedrigen, sondern in einer mittleren Dosierung verabreicht wor den. Es sei auch nicht korrekt, dass die Dosis seit 2003 unverändert gewesen sei, da auf grund subjektiv nicht tolerierbarer Nebenwirkungen die Medikation zwi schen zeitlich reduziert worden und mit zunehmender Depressivität ab Mitte 2013 wieder aufdosiert worden sei. Zudem seien die Termine deutlich höherfre quent erfolgt, als dies der Beschwerdeführer während der Begutachtung ange geben habe (S. 3 Ziff. 9). Bei der Beurteilung einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % seien vor allem die Funktionseinschränkungen im Alltag bei gleichzeiti gem Bestehen eines psychopathologisch erkennbaren depressiven Syndroms, er kennbarer Auf fällig keiten der Persönlichkeit sowie somatischer Beschwerden ausschlaggebend gewesen (S. 3 Ziff. 10). Zudem seien im Gutachten die Foers ter-Kriterien zur Überwindbarkeit nicht nachvollziehbar interpretiert worden (S. 3 Ziff. 11). Auch seien Persönlichkeitsfaktoren nicht ausreichend gewürdigt worden. Die Ärzte führten aus, der Gutachter habe die Kriterien für eine kom plexe posttrauma tische Störung/andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), die ihres Erachtens vorliege, nicht nachgefragt (S. 3 Ziff. 12). 4.6

Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 24. Dezember 2014 (Urk. 9/156) aus, der Patient leide an einer therapieresistenten chronifizierten Depression, gegenwärtig mittelgradig bis schwere Episode mit somatischem Syndrom. Trotz intensiver psychiatrischer Behandlung durch die Ärzte der Z.___ und dem Einsatz von Psychopharmaka sei es leider zu keiner wesentlichen Linderung der Beschwerden gekommen. Zudem leide er auch an einem chronischen Lumbovertebralsyndrom bei Anteroposition L5 bei beidseitiger Spondylose L5 und erheblicher Osteochondrose und Spon dylose L5-S1, welche die ausgeprägten Lumboischialgie gut erklären könnten.

Dr. F.___ führte aus, der Befund der kardialen Abklärung sei vereinbar mit einer mikrovaskulären Perfusionsstörung des Myokardes und könne die belastungsabhängigen Thoraxschmerzen sehr gut erklären (S. 1 Mitte).

Aktuell klage der Beschwerdeführer über diffuse Kreuzschmerzen mit Ausstrah lung in die Beine beidseits, wobei er bei Belastung beziehungsweise beim Lau fe n oder Stehen diffuse Schmerzexerbationen mit stechendem Charakter spüre. Er habe auch starke Kreuzschmerzen in Ruhe, besonders im Bett. Die Nachtruhe sei wegen der Schmerzen deutlich gestört (S. 1 unten).

Unter Mitberücksichtigung der oben genannten Diagnosen und der Krank heits ent wicklung sollte die Diagnose einer depressiven Störung, gegen wärtig mittel gradig bis schwere Episode mit somatischem Syndrom gestellt wer den, welche einer psychischen Erkrankung mit Krankheitswert entspreche. Der Patient klage über massivste Vergesslichkeit, Kraftlosigkeit, Interessenverlust, Lustlosigkeit, über sozialen Rückzug und deutlichen Libidoverlust, eine erhöhte Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkungen. Es müsste mindestens eine mit telgradige depre s sive Episode diagnostiziert werden, und es sei auch vom Vor liegen eines even tuellen somatischen Syndroms nach ICD-10 auszugehen (S. 2 Mitte).

Dr. F.___ hielt fest, der Patient sei auch von somatischer Seite her deutlich eingeschränkt, wobei er aus rein somatischer Sicht in einer leichten, wechsel belastenden Tätigkeit höchstens zu 40 % arbeitsfähig sei (S. 2 unten). 4.7

Dr. A.___ führte am 26. Januar 2015 in seiner Stellungnahme zur Kritik der Ärzte der Z.___ (Urk. 9/160/3-7) aus, die subjektiven Angaben des Beschwerde führers seien im Gutachten vom Juni 2014 differenziert erfragt, kritisch zur Kenntnis genommen und in der Gesamtbeurteilung fachlich gewürdigt worden (S. 2 Ziff. 3). Die persönliche Meinung der Fachpersonen sei zur Kenntnis zu nehmen, jedoch hätten anlässlich der Untersuchung am 14. Mai 2014 und in den vorliegenden Akten die Eingangskriterien gemäss ICD-10 F32/33 nicht bestätigt werden können. Die Autoren trennten subjektive Beschwerden und objektive Befunde nicht hinreichend und hätten sogar ausdrücklich auf die the ra peutisch motivierte Notwendigkeit einer „Selbstmitbeurteilung“ durch den Be schwerdeführer hingewiesen. Dieser Zugang sei jedoch ausdrücklich im Rahmen des Gutachtensauftrages nicht anzuwenden (S. 2 Ziff. 4-5). Dr. A.___ führte aus, er könne eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht bestätigen, nachdem eine voll ständige intellektuelle, emotionale und/oder innerseelische Leistungsunfä hig keit des Beschwerdeführers nicht zu erkennen sei (S. 3 Ziff. 10). Auch die neu eingeführte Diagnose ICD-10 F62 könne nicht bestätigt werden (S. 3 Ziff. 12 ).

Zum Bericht von Dr. F.___ vom Dezember 2014 führte Dr. A.___ aus, dieser habe die subjektiven körperlichen und innerseelischen Beschwerden des Be schwerdeführer referiert, ohne objektive psychopathologische Befunde zu formulieren. Insofern könne die Einordnung des Gesundheitsschadens als de pres sive Episode im Sinne der ICD-10 nicht nachvollzogen werden (S. 4 Mitte).

Dr. A.___ führte aus, er bestätige die diagnostische Einschätzung gemäss dem Gutachten vom 13. Juni 2014. Eine Änderung der Beurteilung der Arbeitsfähig keit des Beschwerdeführers ergebe sich aufgrund der nachgereichten medizini schen Berichte nicht (S. 5 Mitte). 4.8

Die Ärzte der Z.___ stellten in ihrem Bericht vom 16. Februar 2015 (Urk. 9/165) folgende Diagnosen (S. 9): - rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy chotische Symptome (ICD-10 F33.2) - andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) - chronisches lumbo- und zervikospondylogenes Schmerzsyndrom - Thoraxschmerzen, im Kardio-MR vom 4. November 2013: kardialer belas tungsinduzierter Perfusionsdefekt, vereinbar mit einer mikrovasku lären Perfusionsstörung; in der Koronarangiographie vom 29. November 2013 mit stenosefreien Koronararterien, normaler Pumpfunktion des linken Ventrikels; kardiale Risikofaktoren mit familiärer Belastung, Dysli pidämie, Zustand nach Nikotinabhängigkeit - Verdacht auf eine komorbid vorliegende chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) - anamnestisch Hepatitis B-Virus Infektion - Magenulcus korrelierend mit Analgetikaeinnahme, 25. Januar 2011 - gastroösophageale Refluxkrankheit mit Ösophagitis, Erstdiagnose 1999

Die Ärzte der Z.___ führten aus, die psychopathologische, diagnostische und funk tionsmässige Beurteilung beziehe sich auf eine Einschätzung bis am 25. November 2014, da der Beschwerdeführer mit seinem Umzug die Behand lung gewechselt habe (S. 1 Mitte). Mit den Ausführungen von Dr. A.___ vom 26. Januar 2015 seien die in ihrer Stellungnahme vom 15. Dezember 2015 dar gestellten Kritikpunkte am Gutachten nicht widerlegt. Auf zahlreiche Aspekte sei nicht eingegangen worden (S. 6 Mitte).

Zusammenfassend müsse jenseits der diagnostischen Diskussionen festgestellt werden, dass beim Beschwerdeführer psychopathologische Auffälligkeiten be stünden, die zu Funktionseinbussen führten. Diese seien auch empirisch beleg bar. Die Funktionseinbussen seien aufgrund der Komplexität der Erkrankung mit Beeinträchtigung durch verschiedene Erkrankungen nicht überwindbar. Zur Überwindbarkeit der Beschwerden sei nochmals festzuhalten, dass ein mehrjäh riger praktisch chronisch-kontinuierlicher Verlauf ohne längerdauernde Remis sionen vorliege, dass eine regelmässige somatische und psychiatrisch-psycho therapeutische Behandlung erfolgt sei, eine auffällige Persönlichkeitsstruktur bestehe, psychiatrische Komorbiditäten und chronische körperliche Begleiter krankungen bestünden, ein krankheitsbedingter Verlust der sozialen Integration bestehe, ein Krankheitsgewinn psychodynamisch nachvollziehbar vorliege und angesichts der konsequenten Behandlung unbefriedigende Behandlungsergeb nisse vorlägen (S. 7 unten). 4.9

Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem Bericht vom 20. März 2015 (Urk. 9/168) folgende Diagnosen (S. 1): - rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy chotische Symptome (ICD-10 F33.2) - andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)

Dr. G.___ führte aus, er behandle den Patienten seit dem 28. August 2014, seit seinem Umzug (S. 1). Er profitiere von einer inte grierten psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung und einer medi kamen tösen Behandlung und sei gleichzeitig zu 100 % arbeitsunfähig (S. 1 Mitte).

Der psychische Zustand des Beschwerdeführers sei schwer beeinträchtigt und erschüttert durch die Todesfälle seiner drei Brüder. Einer sei im Alter von 23

Jahren durch Faschisten umgebracht worden , ein anderer sei im Alter von 42

Jahren an Leukämie ge storben und der letzte sei im Alter von 49 Jahren an ei nem Herzstillstand gestorben .

Der Patient sei traumatisiert, weil er infolge politischer Aktivität von 1977 bis 1981 im Gefängnis gewesen sei. Er weine zu verschiedenen Gelegenheiten, wenn er von den Misshandlungen in der E.___ erzähle.

Er habe immer Flash-backs und Albträume von diesen Horrorszenen. Er habe berichtet, dass er aufgrund dieser traumatischen Erlebnisse in der E.___ sein Leben lang sehr gelitten habe. Seine Landsleute und seine Familie äusserten oft ihre Besorgnis hinsichtlich des psychischen Zustandes des Beschwerdeführers, welcher von seinem Bedürfnis zu sterben berichte. Sein Neffe habe sich im Jahr 2001 umgebracht (S. 2 Mitte).

Dr. G.___ führte aus, der Beschwerdeführer fühle sich aufgrund seiner phy sischen und psychischen Krankheiten limitiert und invalid. Er präsentiere eine gewichtige Ängstlichkeit, einen psychomotorischen Antrieb und einen Zustand von Schwäche und Reizbarkeit sowie schwere depressive Symptome (S. 4 unten f. ). Er ertrage keine Menschenmengen mehr und auch keine Einkaufsladen oder Ansammlungen von Menschen. Auch ertrage er keine geschlossenen Räume. Er sei überwältigt und angespannt aufgrund seiner schwierigen und schmerzhaften Erinnerungen. Der Beschwerdeführer habe manchmal eine Amnesie, Dissoziati o nen und eine Derealisation sowie eine Entpersönlichung mit Flash-backs, Rück blenden und starken Ängsten und Beklemmung in Verbindung mit den trau matischen Ereignissen. Er leide auch an einem Fehlen von Selbstachtung und an Schuldgefühlen und zeige einen sozialen Rückzug sowie ein Gefühl der Ver zweiflung. Seine Einstellung für die Zukunft sei missmutig und pessimistisch (S. 5 oben). Er schaffe es nicht, normal zu funktionieren und die Ausübung einer angepassten Tätigkeit sei unmöglich (S. 5 Mitte). 5. 5.1

Die Beschwerdegegnerin ging in somatischer Hinsicht von einem seit der Y.___-Begutachtung im Jahr 2007 (vgl. vorstehend E. 3.2) unveränderten Gesund heitszustand und in psychiatrischer Hinicht ges tützt auf das Gutachten von Dr. A.___ vom Juni 2014 (vorstehend E. 4.4 ) von einem seither verbesserten Gesundheitszustand aus (vgl. vorste hend E. 2.1). Dagegen machte der Be schwer deführer

geltend, sein Gesundheitszustand habe sich sowohl in somati scher als auch in psychiatrischer Hinsicht verschlechtert, der somatische Ge sundheits zu stand sei ungenügend abgeklärt worden und auf das psychiatrische Gutachten von Dr. A.___ könne nicht abgestellt werden, sondern es sei viel mehr der Einschätzung der behandelnden Ärzte der Z.___ zu folgen (vgl. vorste hend E. 2.2 ). 5.2

In somatischer Hinsicht ist zu beachten, dass seit der Begutachtung am Y.___ im Jahr 2007 keine Berichte vorliegen, die auf eine seither eingetretene höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als im dortigen Belastungsprofil formuliert, schliessen lassen würden. So nannte Dr. F.___ im Dezember 2014 (vorste hend E. 4.6) lediglich bereits bekannte Diagnosen und verwies auf die kardiolo gische Abklärung. Der Kardiologe Dr. D.___ äusserte sich im November 2013 (vorstehend E. 4.2) nicht zu allfälligen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit und empfahl eine invasive Abklärung. Aus dem Bericht der Ärzte der Z.___ vom Februar 2015 (vorstehend E. 4.8) geht hervor, dass die am 29. November 2013 durchgeführte Koronarangiographie ohne Befund blieb. Diesbezüglich sei an zu merken, dass sich der Beschwerdeführer aufgrund von Thoraxschmerzen un kla rer Ätiologie bereit s im Jahr 2002 kardiologisch untersuche n liess, was ohne erklärende Befunde blieb (vgl. Urk. 9/26/5-6) sowie auch die umfassende kardi al e Untersuchung des Beschwerdeführers im Februar 2009 keine Erklärung der Beschwerden brachte (vgl. Urk. 9/110/8-16).

Auch aus dem MRI-Bericht vom September 2009 (vgl. vorstehend E. 4.1) lässt sich nicht entnehmen, dass in angepasster Tätigkeit eine weitergehende Ein schränkung resultieren würde, insbesondere ergab die Untersuchung keine Hin weise auf eine lumboradikuläre Kompression .

Es bleibt demnach bei dem von den Gutachtern der Y.___ im Dezember 2007 formulierten Belastungsprofil, in welchem dem Beschwerdeführer körperlich leichte Verweistätigkeiten ohne repetitives Bücken und ohne repetitive Über kopf tätig keitsanteile, ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5 kg, nicht ausschliesslich stehend oder gehend mit der Mög lichkeit zur Ein nahme von Wechselpositionen aus rein somatischer Sich t zu 70 % zumutbar

sind. 5.3

Dr. A.___ nannte in seinem Gutachten vom Juni 2014 als Diagnose ohne Auswir kung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerz störung (ICD-10 F45.40) mit Dysthymie (ICD-10 F34.1) bei einer gegenwärtig remittierten depressiven Störung (ICD-10 F33.4) mit einem Status nach Abhän gigkeitssyndrom von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.20). MIT BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u nd anschliessende Urteile) ange passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtspre chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh alten. Das bishe rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st rukturiertes Beweisverfahren er setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berück sichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweisl ast der rentenansprechenden Per son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch nichts. An die Stelle des bishe rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete n im Regelfall beachtliche Stan dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka tegorien Schweregrad und Kon sis tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die Präponderanz der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich er Natur. Recht und Medizin wir ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel fall zusammen. Im Grunde konkre tisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbegrün denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w enn die funktionellen Auswirkun gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e s da ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi e vor die materiell beweis belas tete versicherte Person zu tragen (E. 6). 5.4

Nach Aufgabe des Konzepts der Überwindbarkeitsvermutung, welche durch eine ergebnisoffene Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens als zentralem Beweisgegenstand abgelöst wird, scheint der Begriff des Kriteriums nicht mehr geeignet. Das Bundesgericht spricht fortan von Indikatoren, einem Begriff, der massgebliche Beweisthemen bezeichnet, anhand welcher ein bestimmter Sach verhalt ermittelt wird (vgl. dazu auch Peter Henningsen, Probleme und offene Fragen in der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit bei Probanden mit funktionellen Körperbeschwerdesyndromen, in: SZS 2014 S. 533 und 541 [Gutachten des Prof .

Dr. Peter Henningsen, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Technische Universität München, vom Mai 2014 zu Fragen der Schweizer Praxis zur Invaliditätsfeststellung bei somatoformen und ver wandten Störungen]; BGE 141 V 281 E. 4.1.1 und E. 4.1.2).

Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i n

BGE 141 V 281 wie folgt: - Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3) - Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1) - Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1) - Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz (E. 4.3.1.2) - Komorbiditäten (E. 4.3.1.3) - Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res sourcen; E. 4.3.2) - Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3) - Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4) - gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver gleich baren Lebensbereichen (E. 4.4.1) - behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei dens druck (E. 4.4.2)

Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein zelfall relevanten) Indikatoren geben, ver schaffen den Rechtsanwendern In di zien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3). 5.5

Der Beschwerdeführer machte geltend, dass auf das Gutachten von Dr. A.___ aufgrund der Änderung der Rechtsprechung ohnehin nicht mehr abgestellt wer den könne (vgl. vorstehend E. 2.2).

Das Gutachten von Dr. A.___ berücksichtigt die vom Beschwerdeführer ge klag ten Beschwerden und setzt sich mit diesen und seinem Verhalten umfas send auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen Vorakten ab ge ge ben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schluss f olgerung ist in nachvollziehbarer Weise begründet. Dr. A.___ setzte sich auch umfassend mit der anderslautenden Einschätzung der Ärzte der Z.___ ausein an der, weshalb das Gutachten grundsätzlich die Anforderungen an eine beweis kräftige Expertise (vgl. vorstehend E. 1.6) erfüllt.

Es wurde jedoch im Juni 2014 und demnach vor der Rechtsprechungsände rung von BGE 141 V 281 verfasst. Damit verliert es seinen Beweiswert indes nicht per s

e. Z u prü fen ist vielmehr , ob das Gutachten

– gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte d er massgeblichen Indikatoren er l aubt oder nicht (vgl. BGE 141 V 281 E. 8 ) .

Da der B eschwerdeführer eine erhaltene Fähigkeit hat , al ltägliche Verrichtungen auszuüben , familiär gut integriert ist und Kon takte zu Freunden pflegt und regelmässig in die E.___ reist (vgl. vorstehend E. 4. 4 ) fällt eine schwere Aus prä gung des psychischen Leidens ausser Betracht ( Urteile des Bundesgerichts 9C_514/2015 vom 14. Januar 2016 E. 4 und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.1).

Es stellt sich deshalb die Frage, ob die mit der psychischen Gesundheitsbe ein träch tigung in Zusammenhang stehenden geltend gemachten Einschränkungen und Beeinträchtigungen überhaupt eine invalidisierende Be deutung annehmen können. Dabei ist von der grundsätzlichen Validität auszu gehen und es liegt die materielle Beweislast für Invalidität bei der versicherten Person ( BGE 139 V 547 E. 8.1 ).

Hinsichtlich des Indikators Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resis tenz lässt sich den Akten und auch dem Gutachten von Dr. A.___ entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer zwar seit 2001 in psychiatrischer Behandlung bei der Z.___ befunden hat, dies jedoch nur einmal im Monat, seit 2003 lediglich ein Antidepressivum in niedriger Dosierung eingenommen wurde und weder teil- oder vollstationäre Therapien stattgefunden haben. Zudem verzeichnete Dr. A.___ mit der Remission der depressiven Problematik dennoch einen Be handlungserfolg.

Bei lediglich in diesem geringen Ausmass wahrgenommenen Therapie möglich kei ten bei dennoch eingetretener Remission des depressiven Leidens lässt sich indes nicht auf eine invalidisierende, schwere psychische Störung, welche thera peutisch nicht angehbar wäre, schliessen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_478/2015 vom 12. Februar 2016 E. 4.5). Hinsichtlich der psychischen Komor biditäten kommt der diagnostizierten Dysthymie (ICD-10 F34.1) rechtspre chungs gemäss grundsätzlich keine invalidisierende Wirkung zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2013 vom 6. März 2014 E. 6.2; klinisch-diagnostische Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Störun gen der Weltge sundheitsorganisation, ICD-10 Kapitel V (F), Dil ling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], 9. Auflage, Bern 2014, S. 183 f.).

Aus den somatischen Befunden geht unverändert in einer angepassten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % hervor (vgl. vorstehend E. 5.2 ).

I m Bereich des Komplexes Persönlichkeit bestehen keine Hinweise auf zu prüfen de Merkmale, welche im Rahmen einer umfassenden Ressourcenprüfung ins Gewicht fallen könnten. In Bezug auf den Indikator des sozialen Kontextes (BGE 141 V 281 E. 4.3.3) fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer regel mässig soziale Kontakte zu Familienmitgliedern und Freunden unterhält, wes halb davon auszugehen ist, dass er familiär und sozial gut integriert ist, was sich potenziell günstig auf sei ne Ressourcen auswirken dürfte.

Zu prüfen gilt es sodann die Kategorie Konsistenz , insbesondere in Bezug auf den Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in al len vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4 und 4.4.1). Laut den Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Begutachtung bei Dr. A.___ , verbringe er den Tag damit, viel spazieren zu gehe n , Radio zu höre n und TV zu sehe n , familiäre Kontakte zu pflege n und sich ab und zu mit Freunden zu treffe n . Zudem reise er regelmässig einmal im Jahr in die E.___ .

Von einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen kann nicht gesprochen werden.

Bei dieser Sachlage ergeben sich auch unter Berücksichtigung der beachtlichen Standardindikatoren keine erheblichen funktionellen Auswirkungen der medizi nisch festgestellten Diagnosen, weshalb Dr. A.___ der somatoforme n Schmerz störung (ICD-10 F45.4 0 ) zu Recht keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zugestanden hat . 5.6

Auch vermag die vom Beschwerdeführer und von den Ärzten der Z.___ im Dezem ber 2014 und Februar 2015 geäusserte Kritik am Gutachten von Dr. A.___ (vgl. vorstehend E. 4.5 und E. 4.8) dieses nicht in Zweifel zu ziehen.

Der Beschwerdeführer bemängelte in seiner Beschwerde die Dauer der Begut ach tung, sowie den Umstand, dass Dr. A.___ auf das Einholen einer Fremd anam nese verzichtet hat (vgl. vorstehend E. 2.2.).

Diesbezüglich ist zu beachten, dass es rechtsprechungsgemäss keine verbind liche Mindestdauer für eine psychiatrische Exploration gibt , sondern es wird lediglich verlangt, dass die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 1 5. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanam nestische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2).

H insichtlich der Ausführungen der seit 2001 behandelnden Ärzte der Z.___ vom Dezember 2014 und Februar 2015

(vgl. vorstehend E. 4.5 und E. 4.8) g ilt es zu berücksichtigen, dass

ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung zumindest als hausarztähnlich b ezeichnet werden muss, weshalb hier eine gewisse Zurück haltung bei der Würdigung ihrer Berichte angebracht ist (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc ).

Sie

vermischten sodann somatische und psychiatrische Diagnosen miteinander und schien en sich unkritisch auf die s ubjektiven Beschwerdeangaben des Beschwerdeführers zu stützen. Wie Dr. A.___ zu Recht kritisierte, äusserten sich die Ärzte der Z.___ nicht zu allfälligen psychosozialen Belastungsfaktoren oder zu auch anderweitig in den Akten dokumentierten Verdeutlichungsten denzen. So berichtet Dr. med. H.___, Facharzt für Neurologie, nach Untersu chung des Beschwerdeführers im März 2009, dass sich der Patient voll ständig unauffällig bewege, sobald jedoch die Arbeit und die Invalidenver sicherung an ge sprochen würden, er sich krümme und vor Schmerzen stöhne (vgl. Urk. 9/110/6-7).

Was die von den Ärzten der Z.___ gerügte Nichtberücksichtigung der Ergebnisse des Beck-Depressions-Inventars durch Dr. A.___ anbelangt, ist zu berücksich tigen, dass dieses im Wesentlichen auf den subjektiven Angaben des Beschwer deführers beruht und demnach keine objektive Einschätzung des tatsächlichen Gesundheitszustandes erlaubt. Zudem ist dem testmässigen Erfassen der Psy chopathologie im Rahmen der psychiatrischen Exploration rechtsprechungsge mäss generell nur eine ergänzende Funktion beizumessen. Ausschlaggebend bleibt die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ( vgl. Urteil 9C_344/2013 vom 16. Oktober

2013 E.

3.1.5 mit Hinweisen) .

Weiter ist hinsichtlich der von den Ärzten der Z.___ und vom neu behandelnden Psychiater Dr. G.___ (vgl. vorstehend 4.9) diagnostizierten Persönlichkeits veränderung nach Extrembelastung/komplexen posttraumatischen Belastungs störung (ICD-10 F62.0) auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu ver weisen, wo nach eine posttraumatisch e Belastungsstörung nur anerkannt wird , wenn sie mit einer Latenz von wenigen Wochen bis Monaten nach einem Ereig nis mit aussergewöhnlichen Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass auf tritt, das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädi sponierende Faktoren können die Schwelle zur Entwicklung dieses Syndroms zwar senken und den Verlauf erschweren, sind aber weder notwendig noch aus reichend, um dessen Auftreten erklären zu können. Eine weniger einschrän kende Formulie rung des Belastungskriteriums oder der zeitlichen Latenz und damit die Berück sichtigung von Ereignissen, die keine aussergewöhnliche Kata strophe darstelle n, dennoch aber im Erleben eines P atienten eine Traumati sierung auslösen können, oder ein erst lange nach traumatischen Ereignissen beginnender Krankheitsver lauf mag therapeutisch Sinn machen, hingegen ver langt die Leistungsberechti gung in der Invalidenversicherung zwangsläufig eine gewisse Objektivierung, weshalb solche Konstellationen ausser Betracht bleiben müssen (Urteil des Bun desgerichts 9C_671/2012 vom 1 5. November 2012 E. 4.3 mit Hinweisen).

Vorliegend arbeitete der Beschwerdeführer nach Einreise in die Schweiz von 1992 bis 2001 in einem Pensum von 100 % in verschiedenen Tätigkeiten (vgl. Urk. 9/4 Ziff. 6.3.1), ohne dass in psychiatrischer Hinsicht rele vante Probleme verzeichnet worden wären, weshalb die Latenzzeit des Eintritts der Beein träch tigung zur Bestätigung der Diagnose vorliegend nicht erfüllt ist. Auffallend sind auch die widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers hinsichtlich des Todes der drei Brüder. So äusserte er verschiedentlich, diese seien an Krankheit gestorben (vgl. auch Urk. 9/110/6 und vorstehend E. 4.4) und nun schreibt Dr. G.___, ein Bruder sei durch Faschisten umgebracht wor den.

Berechtigt ist auch der von Dr. A.___ an den Ärzten der Z.___ geäusserte Kritik punkt, dass sich die Therapiefrequenz und Medikamentation des Beschwerde führers nicht mit der attestierten hohen Arbeitsunfähigkeit und den gestellten Diagnosen vereinbaren lässt.

Schlussendlich ist in Bezug auf die Ausführungen des langjährig behandelnden Hausarztes Dr. F.___ einerseits festzuhalten, dass es sich bei seiner Ein schätzung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nicht um eine fachärztliche handelt und andererseits das Gericht der Erfahrungstat sache Rechnung zu tragen hat , dass Hausärztinnen und Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). 5.7

Zusammenfassend ist damit der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu betrachten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in psychiatrischer Hinsicht gestützt auf das Gutachten von Dr. A.___ vom Juni 2014 seit letztmaliger Begutachtung am Y.___ im Jahr 2007 ver bessert hat und nunmehr von einer 100%igen Arbeits fähigkeit in jeglichen Tätigkeiten auszu gehen ist.

I n somatischer Hinsicht ist dagegen von einem seither unveränderten Gesund heits zustand auszugehen, womit nach wie vor eine Restarbeitsfähigkeit in einer leichten angepasster Tätigkeit von insgesamt 70 %

besteht. 6.

Der Beschwerdeführer war von 1992

bis 1999 als Maschinenführer im Drei schicht-Betrieb und hernach von 1999 bis März 2001 als Koch bei der I.___ GmbH tätig (vgl. Urk. 9/1/1-2, Auszug aus dem individuellen Konto; IK-Auszug, Urk. 9/11, Urk. 9/13, Urk. 9/19, Urk. 9/21), wobei diese Firma stillgelegt wurde (vgl. Urk. 9/10, Urk. 9/19 Ziff. 3). Seit dem Jahr 2001 ging er keiner Erwerbstä tigkeit mehr nach und eine Anpassung des zuletzt erzielten Einkommens an die Nominallohnentwicklung über einen derart langen Zeitraum würde kein realis tisches Bild ergeben. Es rechtfertigt sich vorliegend demnach, bei der Bestim mung des Valideneinkommens auf den Durchschnittslohn (Zentralwert) für Männer für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompe tenz niveau 1 der LSE

2012 , Tabelle TA1, privater Sektor Schweiz 2012 ) abzu stellen. Auch das Invalideneinkommen ist gestützt auf diesen statistischen Wert der LSE zu berechnen.

Somit kann hier von der ärztlich geschätzten Arbeits(un)fähigkeit ohne Weiteres - unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn - auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen und damit ein Prozentvergleich

vorgenommen werden (Urteile des Bundesgerichts 9C_888/2014 vom 4. Februar 2015 E. 2

f. und 8C_450/2014 vom 24. Juli 2014 E. 7.3). Vorliegend erscheint bei lediglich noch in einem Teilzeitpensum möglicher Tätigkeit und nach langer Abstinenz vom Arbeitsmarkt zufolge langjährigem Rentenbezug ein Abzug vom Tabellenlohn im Umfang von 15 % gerechtfertigt ( vgl. BGE 126 V 472 E. 4.2.3) .

Demnach resultiert bei einem noch möglichen Arbeitspensum in angepasster Tätigkeit von 70 % unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 15 % ein Invaliditätsgrad von rund 40 %, bei welchem Ergebnis der Beschwer defüh rer Anspruch auf eine Viertelsrente hat.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die ange fochtene Verfügung mit der Feststellung aufzuheben ist, dass der Be schwer deführer ab 1. Juli 2015 Anspruch auf eine Viertelsrente hat . 7. 7.1

Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest zulegen (Art. 69 Abs . 1bis IVG) und auf Fr. 9 00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 7.2

Nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialver sicherungsgericht hat die obsiegende beschwerdeführende Person An spruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit aufwand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Der obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteu er) ermessensweise auf Fr. 3‘000 .-- (inklusive Baraus lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen

und von der Beschwerdegegnerin zu be zahlen ist. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung der Sozial versiche rungsanstalt des K antons Zürich, IV-Stelle, vom 11 . Mai 2015 aufgeho ben und fest gestellt wird, dass der B eschwerdeführer

ab 1. Juli 2015 Anspruch auf eine Viertels rente hat. 2.

Die Gerichtskosten von Fr. 900 .-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rech nung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts kraft zugestellt. 3.

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessent schä digung von Fr. 3‘000 .-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen. 4.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Barbara Laur - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 5.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin MosimannSchucan

Erwägungen (32 Absätze)

E. 1.1 In validität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG ). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund heit verur sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über wind bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

E. 1.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv be stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi schen Beein trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).

E. 1.3 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs.

E. 1.4 B ei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom men ), in Bezie hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom mensver gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b eiden hypo thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei nander gegen übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).

E. 1.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben ( Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.

3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Augu st 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu stan des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi onsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein spracheent scheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts be messung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin weisen).

E. 1.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege be nen falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits unfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam men hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).

E. 2 IVG .

E. 2.1 Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, aus medi zini scher Sicht habe sich die somatische Situation beim Beschwerdeführer seit der letzten Begutachtung nicht verändert, und in einer angepassten Tätig keit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Aus psychiatrischer Sicht könne auf das Gutachten von Dr. A.___ vom Juni 2014 abgestellt und von einer Ge sund heitsverbesserung ausgegangen werden. Eine relevante Einschränkung habe nicht mehr objektiviert werden können. Psychosoziale Belastungsfaktoren seien als invaliditätsfremd zu werten. Zudem könne eine Einschränkung der Zumut barkeit einer Willensanstrengung zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit - trotz der vor allem subjektiv empfundenen Defizite - aus psychiatrisch-psycho thera peutischer Sicht nicht mehr begründet werden. Sowohl das Validenein kommen als auch das Invalideneinkommen seien gestützt auf die Lohnstruk turerhe b ungen des Bundesamtes für Statistik (LSE) zu berechnen und ein zu sätzlicher Abzug könne nicht gewährt werden. Ein Anspruch auf Eingliede rungsmass nahmen bestehe nicht (S. 2 ff.).

E. 2.2 Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend, sein Gesundheitszustand habe sich seit der letzten Rentenprüfung nicht verbes sert, sondern sowohl in somatischer als auch in psychiatrischer Hinsicht ver schlechtert (S. 4 f. Ziff. III). Die Beschwerdegegnerin hätte daher ein interdiszip linäres Gutachten einholen müssen (S. 5 ff.). Das Gutachten von Dr. A.___ sei ohne Beweiswert (S. 7 ff.). Dessen Einschätzung stehe im Widerspruch zu jener der behandelnden Ärzte, und er habe ihn nur für eine Stunde gesehen und zu dem auf fremdanamnestische und aktuelle Angaben der behandelnden Ärzte verzichtet (S. 8 unten f., S. 15 unten f.). Die von den behandelnden Psychiatern am Gutachten vorgebrachten Kritikpunkte seien integrierter Bestandteil dieser Beschwerde (S. 9 ff.). Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung sei nicht nachvollziehbar, er leide vielmehr an einer schweren depressiven Symp tomatik (S. 11 ff.). Zudem habe auch der neu behandelnde Psychiater eine de pressive Störung, gegenwärtig schwere Episode, und eine dauernde Persönlich keitsveränderung nach Extrembelastung bestätigt sowie eine volle Arbeitsunfä higkeit (S. 16 f.). Hinsichtlich des Einkommensvergleichs machte der Beschwer deführer geltend, der Betrieb wäre nicht veräussert worden, wäre er nicht arbeits unfähig geworden. Sein Einkommen wäre mindestens der Teuerung folgend angestiegen, mit zunehmender Bekannt heit und Etabliertheit des Ge schäfts. Zudem sei mindestens ein Abzug von 15 % vom Invaliden ein kommen zu gewähren (S. 18 Ziff. VII).

Am 5. Oktober 2015 führte der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Praxis änderung des Bundesgerichts, namentlich die Aufgabe der Überwindbar keits rechtsprechung, aus, dass das Gutachten von Dr. A.___ den neuen Anfor de rungen nicht genüge (Urk. 11).

E. 2.3 Strittig und zu prüfen ist, ob die Einstellung

der Invalidenrente rechtens war.

E. 3.1 Die letzte eingehende Rentenüberprüfung erfolgte im Rahmen des im Dezember 2006 eingeleiteten Revisionsverfahrens (Urk. 9/68) . Gestützt auf die Einschätz ung der Gutachter der Y.___ vom Dezember 2007 (vgl. Urk. 9/84) setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Oktober

2008 die bisherige ganze Rente des Beschwer deführers auf eine Dreiviertelsrente herab ( Urk. 9/103, Urk. 9/105) .

E. 3.1.5 mit Hinweisen) .

Weiter ist hinsichtlich der von den Ärzten der Z.___ und vom neu behandelnden Psychiater Dr. G.___ (vgl. vorstehend 4.9) diagnostizierten Persönlichkeits veränderung nach Extrembelastung/komplexen posttraumatischen Belastungs störung (ICD-10 F62.0) auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu ver weisen, wo nach eine posttraumatisch e Belastungsstörung nur anerkannt wird , wenn sie mit einer Latenz von wenigen Wochen bis Monaten nach einem Ereig nis mit aussergewöhnlichen Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass auf tritt, das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädi sponierende Faktoren können die Schwelle zur Entwicklung dieses Syndroms zwar senken und den Verlauf erschweren, sind aber weder notwendig noch aus reichend, um dessen Auftreten erklären zu können. Eine weniger einschrän kende Formulie rung des Belastungskriteriums oder der zeitlichen Latenz und damit die Berück sichtigung von Ereignissen, die keine aussergewöhnliche Kata strophe darstelle n, dennoch aber im Erleben eines P atienten eine Traumati sierung auslösen können, oder ein erst lange nach traumatischen Ereignissen beginnender Krankheitsver lauf mag therapeutisch Sinn machen, hingegen ver langt die Leistungsberechti gung in der Invalidenversicherung zwangsläufig eine gewisse Objektivierung, weshalb solche Konstellationen ausser Betracht bleiben müssen (Urteil des Bun desgerichts 9C_671/2012 vom 1 5. November 2012 E. 4.3 mit Hinweisen).

Vorliegend arbeitete der Beschwerdeführer nach Einreise in die Schweiz von 1992 bis 2001 in einem Pensum von 100 % in verschiedenen Tätigkeiten (vgl. Urk. 9/4 Ziff. 6.3.1), ohne dass in psychiatrischer Hinsicht rele vante Probleme verzeichnet worden wären, weshalb die Latenzzeit des Eintritts der Beein träch tigung zur Bestätigung der Diagnose vorliegend nicht erfüllt ist. Auffallend sind auch die widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers hinsichtlich des Todes der drei Brüder. So äusserte er verschiedentlich, diese seien an Krankheit gestorben (vgl. auch Urk. 9/110/6 und vorstehend E. 4.4) und nun schreibt Dr. G.___, ein Bruder sei durch Faschisten umgebracht wor den.

Berechtigt ist auch der von Dr. A.___ an den Ärzten der Z.___ geäusserte Kritik punkt, dass sich die Therapiefrequenz und Medikamentation des Beschwerde führers nicht mit der attestierten hohen Arbeitsunfähigkeit und den gestellten Diagnosen vereinbaren lässt.

Schlussendlich ist in Bezug auf die Ausführungen des langjährig behandelnden Hausarztes Dr. F.___ einerseits festzuhalten, dass es sich bei seiner Ein schätzung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nicht um eine fachärztliche handelt und andererseits das Gericht der Erfahrungstat sache Rechnung zu tragen hat , dass Hausärztinnen und Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).

E. 3.2 Die Gutachter des Y.___ stellten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 12. Dezember 2007 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 16 Ziff. 6.1): - bekannte rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) - chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit nicht-radikulärer Schmerzausstrahlung ins rechte Bein, Differenzialdiagnose intermittie rend tieflumbale Wurzelreizsymptomatik klinisch nicht auszuschliessen - mässige Osteochondrose L5/S1 und Anterolisthesis von LWK5 zu S1 und 1 cm bei Spondylolyse - mehrsegmentale degenerative Bandscheibenveränderungen mit Band scheibenprotrusionen, mögliche Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 links (CT vom 11. April 2001, 27. Januar 2000 und 3. Mai 1995) - chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom („Persistent neck pain“) - konventionell-radiologisch keine relevanten degenerativen Verände rungen der Halswirbelsäule (HWS; Röntgen vom 6. April 2001) - nicht-radikuläre Schmerzausstrahlung in den rechten Arm - leichte Fehlhaltung des oberen Achsenskeletts bei Beckentieferstand links um 1 cm, muskuläre Dolenzen rechts im Schultergürtelbereich

Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine Adipositas, einen Verdacht auf chronische Hepatitis B und eine Benzodia ze pinabhängigkeit (S. 16 Ziff. 6.2).

Die Gutachter führten aus, für die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Maschinen führer im 3-Schichtbetrieb oder Mitarbeiter in einer Imbissstube oder als Koch in vorwiegend stehender Tätigkeit, bestehe aufgrund der teilweise mindestens mittelschweren und achsenskelettär belastenden Tätigkeitsanteilen bleibend keine zumutbare Arbeitsfähigkeit mehr (S. 18 Ziff. 7.2).

Für körperlich leichte Verweistätigkeiten ohne repetitives Bücken und ohne repeti tive Überkopftätigkeitsanteile, ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5 kg, nicht ausschliesslich stehend oder gehend mit der Möglichkeit zur Einnahme von Wechselpositionen bestehe aus rein somati scher Sicht eine zu 70 % zumutbare Restarbeitsfähigkeit. Aufgrund der gleich zeitig bestehenden mittelgradigen Episode einer rezidivierenden depressiven Störung bestehe aber auch für eine derartige Tätigkeit zum jetzigen Zeitpunkt lediglich eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50 % (S. 18 Ziff. 7.3).

Hinweise für eine posttraumatische Belastungsstörung hätten sich keine gefun den und eine solche sei in der Vergangenheit auch nie diagnostiziert worden. Sowohl die somatischerseits wie auch die psychiatrischerseits attestierten Diag nosen hätten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Exploranden, allerdings ohne additiv wirksam zu werden (S. 17 Mitte).

E. 4.1 Im Zusammenhang mit dem Verschlechterungsgesuch der Z.___ anfangs Novem ber 2013 (Urk. 9/119) finden sich folgende medizinischen Berichte in den Ak ten :

Dr. med. B.___, Facharzt für Radiologie, Neuroradiologie Schanze, C.___ Klinik, führte nach der MRI-Untersuchung der Lenden wirbel säule ( LWS ) vom 10. September 2009 (Urk. 9/123/1) aus, eine schmerzbedingte Fehl haltung der LWS sei bei diesem Bild wahrscheinlich. Es bestehe eine Anteposi tion L5 bei beidseitiger Spondylolyse L5 und eine erhebliche Osteo chon drose und Spondylolyse L5/S1. Eine Mikroinstabilität am lumbosakralen Übergang wäre möglich. Es bestehe eine sehr kleine Hernie L4/5 median und paramedian links sowie eine äusserst kleine Hernie Th11/12 posterior rechts. Die Untersu chung ergebe nirgends Hinweise auf eine lumboradikuläre Kompression. Es be stehe ein weiter lumbosakraler Spinalkanal (S. 1).

E. 4.2 Dr. med. D.___, Facharzt für Kardiologie, Herzgefäss-Zentrum, C.___ Klinik , führte in seinem Bericht vom 4. November 2013 (Urk. 9/123/2-3) nach gleichentags durchgeführtem MR des Herzens aus, die Stress-Perfusi ons untersuchung falle nicht normal aus. Es bestehe ein belastungsinduzierter Per fusionsdefekt anterior und lateral midventrikulär sowie lateral und infero-api kal. Der Befund sei vereinbar mit einer mikrovaskulären Perfusionsstörung. Eine relevante Stenosierung einer epikardialen Koronararterie könne aber nicht sicher ausgeschlossen werden. Im Übrigen zeige der linke Ventrikel eine nor male Funktion. Eine invasive Abklärung werde empfohlen (S. 2).

E. 4.3 Die Ärzte der Z.___ stellten in ihrem Bericht vom 21. November 2013 (Urk. 9/121) folgende Diagnosen: - rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy chotische Symptome (ICD-10 F33.2) - chronisches lumbo- und zervikospondylogenes Schmerzsyndrom - Flachrücken, mässige Osteochondrose L5/S1, Anterolisthe sis/Spondylolyse LWK5/S1, mehrsegmentale Bandscheibenverände rungen mit Bandscheibenprotrusionen - arterieller Hypertonus mit hypertensiven Krisen - kardialer belastungsinduzierter Perfusionsdefekt vereinbar mit einer mikro vaskulären Perfusionsstörung, klinisch Belastungsdyspnoe - Magenulcus korrelierend mit Analgetikaeinnahme, 25. Januar 2011 - gastroösophageale Refluxkrankheit mit Ösophagitis, Erstdiagnose 1999

Die Ärzte der Z.___ führten aus, die chronische depressive Symptomatik habe sich seit mehreren Monaten verschlechtert. Psychopathologisch bestehe im Gegensatz zu den Befunden von vor einigen Jahren nun eine mittelgradige Antriebsarmut, eine globale Störung von Konzentration und des Gedächtnisses und konsekutiv auch eine intermittierende, mit der affektiven Belastung einher ge hende leichtgradige Störung der Auffassung (S. 1 unten f.). Formalgedanklich bestünden ein mittel- bis schwergradiges Grübeln, eine schwergradige Anhedo nie, schwergradige Insuffizienzgefühle und ein mittelgradiger sozialer Rückzug. Es bestünden weiter eine mittel- bis schwergradige Verzweiflung, eine mittel gradige Affektlabilität sowie massive Zukunftsängste nebst einer ausgeprägten globalen Schlafstörung einhergehend mit Albträumen. Immer wieder habe sich ein vermehrter Lebensüberdruss bis hin zu passiven lebensmüden Gedanken manifestiert. Die genannten Symptome seien medikamentös und psychothera peutisch kaum beeinflussbar gewesen (S. 2 oben). Zusammenfassend bestehe eine depressive Störung schwergradiger Ausprägung. Zu den bekannten soma tischen Diagnosen seien aktuell kardiovaskuläre Beschwerden mit medikamen tös schwer beeinflussbaren hypertensiven Krisen und eine Belastungsdyspnoe hinzugetreten. Des Weiteren bestehe ein Verdacht auf einen kardialen Perfusi onsdefekt, bezüglich dessen demnächst eine Abklärung mittels Herzkatheterun tersuchung stattfinde. Die Schmerzsymptomatik habe im Wesentlichen weiter bestanden.

Die Ärzte der Z.___ führten aus, aufgrund der oben genannten Befunde und Be schwerden bestehe sowohl im angestammten Bereich aber auch für angepasste Tätigkeiten bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S. 2 Mitte).

E. 4.4 Dr. A.___ erstattete am 13. Juni 2014 das von der Beschwerdegegnerin veran lasste psychiatrische Gutachten (Urk. 9/131). Er nannte als Diagnose eine an haltende somatoforme Schmerzstörung; ICD-10 F45.40, mit Dysthymie; ICD-10 F34.1, bei gegenwärtig remittierter depressiver Störung; ICD-10 F33.4, mit ei nem Status nach einem Abhängigkeitssyndrom von Benzodiazepinen; ICD-10 F13.20 (S. 22 Ziff. 5) .

Dr. A.___ führte aus, zusammenfassend begründeten die anhaltende somato forme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) und die Dysthymie (ICD-10 F34.1) sowie die damit verbundenen Defizite aus rein medizinischer psychiatrisch-psycho therapeutischer Sicht keine relevante längerfristige Arbeitsunfähigkeit. Es seien auch keine besonderen Hinweise vorhanden, die schwere Defizite aufgrund ei ne s Gesundheitsschadens und/oder eine Unzumutbarkeit zu deren Überwindung begründen könnten, beispielsweise durch krankheitsbedingt fehlende Ressour c en oder durch eine fehlende Kapazität zur Verarbeitung innerpsychischer Kon flikte (S. 33 unten f.).

Im Gegenteil lasse die vom Beschwerdeführer angegebene vollständige Absti nenz von nicht ärztlich verordneten psychotropen Substanzen (inklusive Alko hol, Tabak und Drogen) und von Benzodiazepinen zumindest angemessene inner seelische Ressourcen annehmen. Eine Einschränkung der Zumutbarkeit einer Willensanstrengung zur Überwindung der vor allem rein subjektiven Defizite sei aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht somit nicht mehr zu begründen (S. 34 oben). Hingegen seien vielfältige psychosoziale Faktoren bekannt, die die Motivation zur Leistungssteigerung deutlich beeinträchtigten. Sie erklärten auch weit überwiegend vor dem Hintergrund von Verdeut lich ungstendenzen, die an lässlich der aktuellen Untersuchung erkennbare grosse Dis krepanz zwischen der subjektiv wahrgenommenen und der objektivierbaren Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers. Von dieser Einschätzung könne ab Datum der aktuellen Untersuchung ausgegangen werden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei der gegenwärtige Zustand aus rein psychiatrisch-psy cho therapeutischer Sicht bereits ab November 2013 anzunehmen (S. 34 Mitte).

Dr. A.___ führte aus, die im psychiatrischen Fachgutachten der Y.___ beschrie bene depressive Episode sei remittiert (ICD-10 F33.4).

Aufgrund der vom Beschwerdeführer angegebenen körperlichen Schmerzen ab etwa 1995, die zur Arbeitsunfähigkeit geführt hätten, und der nicht ausreichen den Erklärbarkeit des subjektiv genannten Ausmasses durch ein somatisches Korrelat, sei aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht gemäss ICD-10 F45.4 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung zu diskutieren (S. 28 Mitte). Die diagnostischen Kriterien seien weit überwiegend erfüllt. Die Ausprä gung der Störung sei beim Beschwerdeführer im Vergleich zu ähnlichen Stö rungsbildern als objektiv leicht einzustufen (beispielsweise erhaltene, bezie hungsweise wieder gewonnene Fähigkeit alltägliche Verrichtungen ausüben zu können, soziale und familiäre Kontakte zu pflegen und regelmässig in die E.___ zu reisen). Eine relevante Arbeitsunfähigkeit sei aus rein psychiatrisch-psy chotherapeutischer Sicht nicht begründbar (S. 30 unten f.).

Dr. A.___ führte aus, der Beschwerdeführer und die Vorakten postulierten aber auch klinisch relevante depressive Syndrome. Es bestehe aktuell eine deutliche Diskrepanz zwischen der subjektiven Wahrnehmung und den objektivierbaren depressiven Befunden. Die in den vorliegenden Berichten dokumentierten ob jek tiven depressiven Befunde seien nicht mehr erkennbar. Die ICD-10 Kriterien einer depressiven Episode seien nicht mehr erfüllt, und der Schweregrad errei che nicht das notwendige Ausmass. Eine relevante Arbeitsunfähigkeit sei aus rein psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht somit nicht (mehr) begründbar. Diese Einschätzung könne bereits ab November 2013 angenommen werden, nachdem aufgrund der objektiven psychopathologischen Befunde, die von der Z.___ dokumentiert worden seien, tatsächlich von einer objektiven Verbesserung im Vergleich zum psychiatrischen Fachgutachten vom November 2007 der Y.___ ausgegangen werden müsse (S. 31 Mitte).

Dr. A.___ führte aus, beim Verlauf der Störung des Beschwerdeführers seien auch Verdeutlichungstendenzen und vielfältige psychosoziale Faktoren (bei spiels weise Herkunft, Migration, fehlender Berufsabschluss, langjähriger Ren tenbe zug, Abstinenz vom und Lage am Arbeitsmarkt, Lebensalter, finanzielle Sorgen und Schulden, Krankheit der Ehefrau, eheliche und familiäre Konflikte, Wunsch nach Rentenerhöhung) zu benennen, welche nicht in die Beurteilung einer medizinisch-theoretischen Zumutbarkeit einer allfälligen Tätigkeit einge flossen seien (S. 32 unten).

Der Beschwerdeführer habe ausgeführt, er befinde sich seit 2001 in einer ambu lanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie bei der Z.___ . Gegenwärtig fänden monatliche Termine statt (S. 9 Mitte). Eine teil- und/oder vollstationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie sei bislang nicht durchgeführt worden (S. 9 unten).

Laut Angaben des Beschwerdeführers, sei er früher zufrieden gewesen und wolle jetzt nicht mehr leben. Sein Rücken mache ihn fertigt. Ausserdem werde er von der Vergangenheit eingeholt. Er habe viel Negatives erlebt. In der Jugend habe er drei Brüder durch Krankheit verloren . Aus politischen Gründen sei er selbst zwischen 1977 und 1984 mehrfach, insgesamt rund 2.5 Jahre inhaftiert gewe sen und misshandelt worden. Er sei schwer gefoltert und erniedrigt worden. Freunde von ihm seinen in der Haft gequält worden und gestorben. Noch heute habe er nachts deren Geschrei in den Ohren. Immer wieder erinnere er sich an diese schrecklichen Erlebnisse (S. 10 oben).

Den Tag verbringe er damit, indem er viel spazieren gehe. Er sehe TV und höre Radio. Im Haushalt arbeite er wenig mit. Er pflege familiäre Kontakte und treffe sich ab und zu mit Freunden. In die E.___ reise er regemässig einmal im Jahr. Zuletzt sei er Anfang 2014 mit seiner Ehefrau für 20 Tage mit dem Flugzeug dort gewesen. Eine Tochter habe den Flug bezahlt (S. 10 Mitte).

Zur

Verschlechterungsmeldung der Z.___ führte Dr. A.___ aus, dass insbeson dere der innere Widerspruch im Bericht unklar bleibe, weshalb bei einer signifi kanten Verschlechterung des Gesundheitszustandes, das heisse einer schweren depressiven Episode, im Fall des Beschwerdeführers keine Intensivierung oder Anpassung der therapeutischen Massnahmen (hier: seit etwa 2003 unverändert nur ein Antidepressivum in stets niedriger Dosierung, keine teil- und/oder vollstationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie, kein Wechsel der The rapiemethode oder des Therapiesettings) erfolgt sei, sondern schlicht eine Ver schlechterungsmeldung an die Behörde vorgenommen werde (S. 20 Mitte). Die Einschätzung im Sinne einer 0%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerde füh rers sei theoretisch kaum begründbar (S. 20 unten).

Zudem sei in Gegenüberstellung der objektiven Befunde der Berichte der Z.___ vom November 2007 und August 2009 zu November 2013 nicht nachvollzieh bar, weshalb 2013 eine schwere Ausprägung angenommen werde. Die Einord nung als ICD-10 F33.2 werde ausserdem nicht differenziert mit Bezug zum Klassifikationssystem diskutiert. Im Gegenteil sei aufgrund der objektiven psy chopathologischen Befunde tatsächlich von einer objektiven Verbesserung aus zugehen. Die behandelnde Institution nehme in diesem Zusammenhang nicht Stellung zu allfälligen sozialen Belastungsfaktoren und/oder zu in den Akten dokumentierten Verdeutlichungstendenzen des Beschwerdeführers. Ausserdem sei beim Beschwerdeführer eine Abstinenz von Benzodiazepinen möglich ge worden, was 2009 noch nicht der Fall gewesen sei (S. 26 unten f.). Er nenne weiter eine vollständige Abstinenz von ärztlich nicht verordneten psychotropen Substanzen. Deshalb könnten zumindest angemessene innerseelische Ressour cen beim Beschwerdeführer angenommen werden, was neben der langjährigen unveränderten ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie eine Erklärung der Verbesserung des objektiven tatsächlichen psychopathologischen Zustandsbildes sein könne. Weshalb dennoch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werde, bleibe unklar und begründe sich möglicherweise durch eine sehr engagierte therapeutische Arzt-Patient-Beziehung im Zusammenhang mit einem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (S. 27 oben).

E. 4.5 Am 15. Dezember 2014 nahmen die Ärzte der Z.___ zum Gutachten von Dr. A.___ Stellung (Urk. 9/152/4-7). Sie führten aus, in der Begutachtung seien wesentliche Diagnosen ungeachtet der mehrheitlich konsistenten Vorberichte verändert worden, das Vorliegen einer depressiven Störung negiert und statt dessen ein somatoformes Schmerzsyndrom als wesentliche Haupterkrankung diagnostiziert worden. Gemäss ihrer eigenen auf die mehrjährige Betreuung fussenden Beurteilung sei weiter von einer depressiven Störung schweren Ausmasses bei zudem komorbid vorliegender komplexer post trau matischer

Belastungsstörung/andauernder Persönlichkeitsveränderung nach Extrembe las tung (ICD-10 F62.0) auszugehen.

Weiterhin bestehe in der Zusammenschau der Befunde und unter Berücksichti gung des niedrigen Funktionsgrades eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S. 1 Mitte). Begutachtungen könnten trotz methodischer Korrektheit aufgrund der nur einmaligen Konsultation nur ein begrenztes Bild vom Alltag oder dem Per sön lichkeitsstil geben (S. 1 unten). Bei der Diagnose der somatoformen Schmerz störung würden organische Ursachen für die schmerzhaften Beschwer den nicht ausreichend gewürdigt, trotz konsistent dokumentierter Beschwerden sowie neu aufgetretener kardialer Beschwerden. Im Gutachten sei der deutlich erhöhte W ert im Beck-Depressions -Inventar, welcher auf eine schwere depres sive Störung hin weise, nicht weiter diskutiert worden.

Die Ärzte führten aus, ihrer Ansicht nach seien die wesentlichen Symptome einer depressiven Störung schweren Ausmasses nach ICD-10 erfüllt (S. 2 Ziff. 2-4 ). Es sei fraglich, ob die wesentlichen depressiven Symptome durch den Gut achter überhaupt erfragt worden seien, da sie im psychopathologischen Befund fehlten. Ferner seien die Kriterien des somatischen Syndroms nicht nachvoll ziehbar erfasst, dessen Vorliegen aber negiert worden (S. 2 Ziff. 5 Mitte). Auch sei me hr fach im Bericht auf eine Verdeutlichungstendenz hingewiesen worden, ohne dies näher zu begründen, und in der Gegenüberstellung der objektiven Befunde von November 2008 und August 2009 zu November 2013 seien ein zelne wenige Aspekte aus dem Gesamtkontext herausgerissen worden, um eine vermeintliche Verbesserung der depressiven Symptomatik zu begründen (S. 2 Ziff. 6-7). Auch seien bestimmte Daten durch den Gutachter nicht korrekt er fasst worden, und der Aufenthalt in der E.___ habe eher zu einer weiteren Verschlechterung der Symptomatik geführt (S. 3 Ziff. 8).

Im Gutachten werde an einigen Stellen auf die Diskrepanz zwischen Diag nos tizie rung einer schweren depressiven Episode und vermeintlich fehlen der An passung des Behandlungssettings hingewiesen. Die Ärzte hielten weiter fest, dass die Auswahl und Dosiswahl der antidepressiven Medikation in Abwä gung mit unerwünschten Nebenwirkungen erfolgt sei. Das Antidepressivum sei nicht in einer niedrigen, sondern in einer mittleren Dosierung verabreicht wor den. Es sei auch nicht korrekt, dass die Dosis seit 2003 unverändert gewesen sei, da auf grund subjektiv nicht tolerierbarer Nebenwirkungen die Medikation zwi schen zeitlich reduziert worden und mit zunehmender Depressivität ab Mitte 2013 wieder aufdosiert worden sei. Zudem seien die Termine deutlich höherfre quent erfolgt, als dies der Beschwerdeführer während der Begutachtung ange geben habe (S. 3 Ziff. 9). Bei der Beurteilung einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % seien vor allem die Funktionseinschränkungen im Alltag bei gleichzeiti gem Bestehen eines psychopathologisch erkennbaren depressiven Syndroms, er kennbarer Auf fällig keiten der Persönlichkeit sowie somatischer Beschwerden ausschlaggebend gewesen (S. 3 Ziff. 10). Zudem seien im Gutachten die Foers ter-Kriterien zur Überwindbarkeit nicht nachvollziehbar interpretiert worden (S. 3 Ziff. 11). Auch seien Persönlichkeitsfaktoren nicht ausreichend gewürdigt worden. Die Ärzte führten aus, der Gutachter habe die Kriterien für eine kom plexe posttrauma tische Störung/andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), die ihres Erachtens vorliege, nicht nachgefragt (S. 3 Ziff. 12).

E. 4.6 Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 24. Dezember 2014 (Urk. 9/156) aus, der Patient leide an einer therapieresistenten chronifizierten Depression, gegenwärtig mittelgradig bis schwere Episode mit somatischem Syndrom. Trotz intensiver psychiatrischer Behandlung durch die Ärzte der Z.___ und dem Einsatz von Psychopharmaka sei es leider zu keiner wesentlichen Linderung der Beschwerden gekommen. Zudem leide er auch an einem chronischen Lumbovertebralsyndrom bei Anteroposition L5 bei beidseitiger Spondylose L5 und erheblicher Osteochondrose und Spon dylose L5-S1, welche die ausgeprägten Lumboischialgie gut erklären könnten.

Dr. F.___ führte aus, der Befund der kardialen Abklärung sei vereinbar mit einer mikrovaskulären Perfusionsstörung des Myokardes und könne die belastungsabhängigen Thoraxschmerzen sehr gut erklären (S. 1 Mitte).

Aktuell klage der Beschwerdeführer über diffuse Kreuzschmerzen mit Ausstrah lung in die Beine beidseits, wobei er bei Belastung beziehungsweise beim Lau fe n oder Stehen diffuse Schmerzexerbationen mit stechendem Charakter spüre. Er habe auch starke Kreuzschmerzen in Ruhe, besonders im Bett. Die Nachtruhe sei wegen der Schmerzen deutlich gestört (S. 1 unten).

Unter Mitberücksichtigung der oben genannten Diagnosen und der Krank heits ent wicklung sollte die Diagnose einer depressiven Störung, gegen wärtig mittel gradig bis schwere Episode mit somatischem Syndrom gestellt wer den, welche einer psychischen Erkrankung mit Krankheitswert entspreche. Der Patient klage über massivste Vergesslichkeit, Kraftlosigkeit, Interessenverlust, Lustlosigkeit, über sozialen Rückzug und deutlichen Libidoverlust, eine erhöhte Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkungen. Es müsste mindestens eine mit telgradige depre s sive Episode diagnostiziert werden, und es sei auch vom Vor liegen eines even tuellen somatischen Syndroms nach ICD-10 auszugehen (S. 2 Mitte).

Dr. F.___ hielt fest, der Patient sei auch von somatischer Seite her deutlich eingeschränkt, wobei er aus rein somatischer Sicht in einer leichten, wechsel belastenden Tätigkeit höchstens zu 40 % arbeitsfähig sei (S. 2 unten).

E. 4.7 Dr. A.___ führte am 26. Januar 2015 in seiner Stellungnahme zur Kritik der Ärzte der Z.___ (Urk. 9/160/3-7) aus, die subjektiven Angaben des Beschwerde führers seien im Gutachten vom Juni 2014 differenziert erfragt, kritisch zur Kenntnis genommen und in der Gesamtbeurteilung fachlich gewürdigt worden (S. 2 Ziff. 3). Die persönliche Meinung der Fachpersonen sei zur Kenntnis zu nehmen, jedoch hätten anlässlich der Untersuchung am 14. Mai 2014 und in den vorliegenden Akten die Eingangskriterien gemäss ICD-10 F32/33 nicht bestätigt werden können. Die Autoren trennten subjektive Beschwerden und objektive Befunde nicht hinreichend und hätten sogar ausdrücklich auf die the ra peutisch motivierte Notwendigkeit einer „Selbstmitbeurteilung“ durch den Be schwerdeführer hingewiesen. Dieser Zugang sei jedoch ausdrücklich im Rahmen des Gutachtensauftrages nicht anzuwenden (S. 2 Ziff. 4-5). Dr. A.___ führte aus, er könne eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht bestätigen, nachdem eine voll ständige intellektuelle, emotionale und/oder innerseelische Leistungsunfä hig keit des Beschwerdeführers nicht zu erkennen sei (S. 3 Ziff. 10). Auch die neu eingeführte Diagnose ICD-10 F62 könne nicht bestätigt werden (S. 3 Ziff. 12 ).

Zum Bericht von Dr. F.___ vom Dezember 2014 führte Dr. A.___ aus, dieser habe die subjektiven körperlichen und innerseelischen Beschwerden des Be schwerdeführer referiert, ohne objektive psychopathologische Befunde zu formulieren. Insofern könne die Einordnung des Gesundheitsschadens als de pres sive Episode im Sinne der ICD-10 nicht nachvollzogen werden (S. 4 Mitte).

Dr. A.___ führte aus, er bestätige die diagnostische Einschätzung gemäss dem Gutachten vom 13. Juni 2014. Eine Änderung der Beurteilung der Arbeitsfähig keit des Beschwerdeführers ergebe sich aufgrund der nachgereichten medizini schen Berichte nicht (S. 5 Mitte).

E. 4.8 Die Ärzte der Z.___ stellten in ihrem Bericht vom 16. Februar 2015 (Urk. 9/165) folgende Diagnosen (S. 9): - rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy chotische Symptome (ICD-10 F33.2) - andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) - chronisches lumbo- und zervikospondylogenes Schmerzsyndrom - Thoraxschmerzen, im Kardio-MR vom 4. November 2013: kardialer belas tungsinduzierter Perfusionsdefekt, vereinbar mit einer mikrovasku lären Perfusionsstörung; in der Koronarangiographie vom 29. November 2013 mit stenosefreien Koronararterien, normaler Pumpfunktion des linken Ventrikels; kardiale Risikofaktoren mit familiärer Belastung, Dysli pidämie, Zustand nach Nikotinabhängigkeit - Verdacht auf eine komorbid vorliegende chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) - anamnestisch Hepatitis B-Virus Infektion - Magenulcus korrelierend mit Analgetikaeinnahme, 25. Januar 2011 - gastroösophageale Refluxkrankheit mit Ösophagitis, Erstdiagnose 1999

Die Ärzte der Z.___ führten aus, die psychopathologische, diagnostische und funk tionsmässige Beurteilung beziehe sich auf eine Einschätzung bis am 25. November 2014, da der Beschwerdeführer mit seinem Umzug die Behand lung gewechselt habe (S. 1 Mitte). Mit den Ausführungen von Dr. A.___ vom 26. Januar 2015 seien die in ihrer Stellungnahme vom 15. Dezember 2015 dar gestellten Kritikpunkte am Gutachten nicht widerlegt. Auf zahlreiche Aspekte sei nicht eingegangen worden (S. 6 Mitte).

Zusammenfassend müsse jenseits der diagnostischen Diskussionen festgestellt werden, dass beim Beschwerdeführer psychopathologische Auffälligkeiten be stünden, die zu Funktionseinbussen führten. Diese seien auch empirisch beleg bar. Die Funktionseinbussen seien aufgrund der Komplexität der Erkrankung mit Beeinträchtigung durch verschiedene Erkrankungen nicht überwindbar. Zur Überwindbarkeit der Beschwerden sei nochmals festzuhalten, dass ein mehrjäh riger praktisch chronisch-kontinuierlicher Verlauf ohne längerdauernde Remis sionen vorliege, dass eine regelmässige somatische und psychiatrisch-psycho therapeutische Behandlung erfolgt sei, eine auffällige Persönlichkeitsstruktur bestehe, psychiatrische Komorbiditäten und chronische körperliche Begleiter krankungen bestünden, ein krankheitsbedingter Verlust der sozialen Integration bestehe, ein Krankheitsgewinn psychodynamisch nachvollziehbar vorliege und angesichts der konsequenten Behandlung unbefriedigende Behandlungsergeb nisse vorlägen (S. 7 unten).

E. 4.9 Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem Bericht vom 20. März 2015 (Urk. 9/168) folgende Diagnosen (S. 1): - rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy chotische Symptome (ICD-10 F33.2) - andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)

Dr. G.___ führte aus, er behandle den Patienten seit dem 28. August 2014, seit seinem Umzug (S. 1). Er profitiere von einer inte grierten psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung und einer medi kamen tösen Behandlung und sei gleichzeitig zu 100 % arbeitsunfähig (S. 1 Mitte).

Der psychische Zustand des Beschwerdeführers sei schwer beeinträchtigt und erschüttert durch die Todesfälle seiner drei Brüder. Einer sei im Alter von 23

Jahren durch Faschisten umgebracht worden , ein anderer sei im Alter von 42

Jahren an Leukämie ge storben und der letzte sei im Alter von 49 Jahren an ei nem Herzstillstand gestorben .

Der Patient sei traumatisiert, weil er infolge politischer Aktivität von 1977 bis 1981 im Gefängnis gewesen sei. Er weine zu verschiedenen Gelegenheiten, wenn er von den Misshandlungen in der E.___ erzähle.

Er habe immer Flash-backs und Albträume von diesen Horrorszenen. Er habe berichtet, dass er aufgrund dieser traumatischen Erlebnisse in der E.___ sein Leben lang sehr gelitten habe. Seine Landsleute und seine Familie äusserten oft ihre Besorgnis hinsichtlich des psychischen Zustandes des Beschwerdeführers, welcher von seinem Bedürfnis zu sterben berichte. Sein Neffe habe sich im Jahr 2001 umgebracht (S. 2 Mitte).

Dr. G.___ führte aus, der Beschwerdeführer fühle sich aufgrund seiner phy sischen und psychischen Krankheiten limitiert und invalid. Er präsentiere eine gewichtige Ängstlichkeit, einen psychomotorischen Antrieb und einen Zustand von Schwäche und Reizbarkeit sowie schwere depressive Symptome (S. 4 unten f. ). Er ertrage keine Menschenmengen mehr und auch keine Einkaufsladen oder Ansammlungen von Menschen. Auch ertrage er keine geschlossenen Räume. Er sei überwältigt und angespannt aufgrund seiner schwierigen und schmerzhaften Erinnerungen. Der Beschwerdeführer habe manchmal eine Amnesie, Dissoziati o nen und eine Derealisation sowie eine Entpersönlichung mit Flash-backs, Rück blenden und starken Ängsten und Beklemmung in Verbindung mit den trau matischen Ereignissen. Er leide auch an einem Fehlen von Selbstachtung und an Schuldgefühlen und zeige einen sozialen Rückzug sowie ein Gefühl der Ver zweiflung. Seine Einstellung für die Zukunft sei missmutig und pessimistisch (S. 5 oben). Er schaffe es nicht, normal zu funktionieren und die Ausübung einer angepassten Tätigkeit sei unmöglich (S. 5 Mitte).

E. 5.1 Die Beschwerdegegnerin ging in somatischer Hinsicht von einem seit der Y.___-Begutachtung im Jahr 2007 (vgl. vorstehend E. 3.2) unveränderten Gesund heitszustand und in psychiatrischer Hinicht ges tützt auf das Gutachten von Dr. A.___ vom Juni 2014 (vorstehend E. 4.4 ) von einem seither verbesserten Gesundheitszustand aus (vgl. vorste hend E. 2.1). Dagegen machte der Be schwer deführer

geltend, sein Gesundheitszustand habe sich sowohl in somati scher als auch in psychiatrischer Hinsicht verschlechtert, der somatische Ge sundheits zu stand sei ungenügend abgeklärt worden und auf das psychiatrische Gutachten von Dr. A.___ könne nicht abgestellt werden, sondern es sei viel mehr der Einschätzung der behandelnden Ärzte der Z.___ zu folgen (vgl. vorste hend E. 2.2 ).

E. 5.2 In somatischer Hinsicht ist zu beachten, dass seit der Begutachtung am Y.___ im Jahr 2007 keine Berichte vorliegen, die auf eine seither eingetretene höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als im dortigen Belastungsprofil formuliert, schliessen lassen würden. So nannte Dr. F.___ im Dezember 2014 (vorste hend E. 4.6) lediglich bereits bekannte Diagnosen und verwies auf die kardiolo gische Abklärung. Der Kardiologe Dr. D.___ äusserte sich im November 2013 (vorstehend E. 4.2) nicht zu allfälligen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit und empfahl eine invasive Abklärung. Aus dem Bericht der Ärzte der Z.___ vom Februar 2015 (vorstehend E. 4.8) geht hervor, dass die am 29. November 2013 durchgeführte Koronarangiographie ohne Befund blieb. Diesbezüglich sei an zu merken, dass sich der Beschwerdeführer aufgrund von Thoraxschmerzen un kla rer Ätiologie bereit s im Jahr 2002 kardiologisch untersuche n liess, was ohne erklärende Befunde blieb (vgl. Urk. 9/26/5-6) sowie auch die umfassende kardi al e Untersuchung des Beschwerdeführers im Februar 2009 keine Erklärung der Beschwerden brachte (vgl. Urk. 9/110/8-16).

Auch aus dem MRI-Bericht vom September 2009 (vgl. vorstehend E. 4.1) lässt sich nicht entnehmen, dass in angepasster Tätigkeit eine weitergehende Ein schränkung resultieren würde, insbesondere ergab die Untersuchung keine Hin weise auf eine lumboradikuläre Kompression .

Es bleibt demnach bei dem von den Gutachtern der Y.___ im Dezember 2007 formulierten Belastungsprofil, in welchem dem Beschwerdeführer körperlich leichte Verweistätigkeiten ohne repetitives Bücken und ohne repetitive Über kopf tätig keitsanteile, ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5 kg, nicht ausschliesslich stehend oder gehend mit der Mög lichkeit zur Ein nahme von Wechselpositionen aus rein somatischer Sich t zu 70 % zumutbar

sind.

E. 5.3 Dr. A.___ nannte in seinem Gutachten vom Juni 2014 als Diagnose ohne Auswir kung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerz störung (ICD-10 F45.40) mit Dysthymie (ICD-10 F34.1) bei einer gegenwärtig remittierten depressiven Störung (ICD-10 F33.4) mit einem Status nach Abhän gigkeitssyndrom von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.20). MIT BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u nd anschliessende Urteile) ange passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtspre chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh alten. Das bishe rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st rukturiertes Beweisverfahren er setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berück sichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweisl ast der rentenansprechenden Per son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch nichts. An die Stelle des bishe rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete n im Regelfall beachtliche Stan dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka tegorien Schweregrad und Kon sis tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die Präponderanz der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich er Natur. Recht und Medizin wir ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel fall zusammen. Im Grunde konkre tisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbegrün denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w enn die funktionellen Auswirkun gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e s da ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi e vor die materiell beweis belas tete versicherte Person zu tragen (E. 6).

E. 5.4 Nach Aufgabe des Konzepts der Überwindbarkeitsvermutung, welche durch eine ergebnisoffene Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens als zentralem Beweisgegenstand abgelöst wird, scheint der Begriff des Kriteriums nicht mehr geeignet. Das Bundesgericht spricht fortan von Indikatoren, einem Begriff, der massgebliche Beweisthemen bezeichnet, anhand welcher ein bestimmter Sach verhalt ermittelt wird (vgl. dazu auch Peter Henningsen, Probleme und offene Fragen in der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit bei Probanden mit funktionellen Körperbeschwerdesyndromen, in: SZS 2014 S. 533 und 541 [Gutachten des Prof .

Dr. Peter Henningsen, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Technische Universität München, vom Mai 2014 zu Fragen der Schweizer Praxis zur Invaliditätsfeststellung bei somatoformen und ver wandten Störungen]; BGE 141 V 281 E. 4.1.1 und E. 4.1.2).

Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i n

BGE 141 V 281 wie folgt: - Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3) - Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1) - Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1) - Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz (E. 4.3.1.2) - Komorbiditäten (E. 4.3.1.3) - Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res sourcen; E. 4.3.2) - Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3) - Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4) - gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver gleich baren Lebensbereichen (E. 4.4.1) - behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei dens druck (E. 4.4.2)

Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein zelfall relevanten) Indikatoren geben, ver schaffen den Rechtsanwendern In di zien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).

E. 5.5 Der Beschwerdeführer machte geltend, dass auf das Gutachten von Dr. A.___ aufgrund der Änderung der Rechtsprechung ohnehin nicht mehr abgestellt wer den könne (vgl. vorstehend E. 2.2).

Das Gutachten von Dr. A.___ berücksichtigt die vom Beschwerdeführer ge klag ten Beschwerden und setzt sich mit diesen und seinem Verhalten umfas send auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen Vorakten ab ge ge ben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schluss f olgerung ist in nachvollziehbarer Weise begründet. Dr. A.___ setzte sich auch umfassend mit der anderslautenden Einschätzung der Ärzte der Z.___ ausein an der, weshalb das Gutachten grundsätzlich die Anforderungen an eine beweis kräftige Expertise (vgl. vorstehend E. 1.6) erfüllt.

Es wurde jedoch im Juni 2014 und demnach vor der Rechtsprechungsände rung von BGE 141 V 281 verfasst. Damit verliert es seinen Beweiswert indes nicht per s

e. Z u prü fen ist vielmehr , ob das Gutachten

– gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte d er massgeblichen Indikatoren er l aubt oder nicht (vgl. BGE 141 V 281 E. 8 ) .

Da der B eschwerdeführer eine erhaltene Fähigkeit hat , al ltägliche Verrichtungen auszuüben , familiär gut integriert ist und Kon takte zu Freunden pflegt und regelmässig in die E.___ reist (vgl. vorstehend E. 4. 4 ) fällt eine schwere Aus prä gung des psychischen Leidens ausser Betracht ( Urteile des Bundesgerichts 9C_514/2015 vom 14. Januar 2016 E. 4 und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.1).

Es stellt sich deshalb die Frage, ob die mit der psychischen Gesundheitsbe ein träch tigung in Zusammenhang stehenden geltend gemachten Einschränkungen und Beeinträchtigungen überhaupt eine invalidisierende Be deutung annehmen können. Dabei ist von der grundsätzlichen Validität auszu gehen und es liegt die materielle Beweislast für Invalidität bei der versicherten Person ( BGE 139 V 547 E. 8.1 ).

Hinsichtlich des Indikators Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resis tenz lässt sich den Akten und auch dem Gutachten von Dr. A.___ entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer zwar seit 2001 in psychiatrischer Behandlung bei der Z.___ befunden hat, dies jedoch nur einmal im Monat, seit 2003 lediglich ein Antidepressivum in niedriger Dosierung eingenommen wurde und weder teil- oder vollstationäre Therapien stattgefunden haben. Zudem verzeichnete Dr. A.___ mit der Remission der depressiven Problematik dennoch einen Be handlungserfolg.

Bei lediglich in diesem geringen Ausmass wahrgenommenen Therapie möglich kei ten bei dennoch eingetretener Remission des depressiven Leidens lässt sich indes nicht auf eine invalidisierende, schwere psychische Störung, welche thera peutisch nicht angehbar wäre, schliessen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_478/2015 vom 12. Februar 2016 E. 4.5). Hinsichtlich der psychischen Komor biditäten kommt der diagnostizierten Dysthymie (ICD-10 F34.1) rechtspre chungs gemäss grundsätzlich keine invalidisierende Wirkung zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2013 vom 6. März 2014 E. 6.2; klinisch-diagnostische Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Störun gen der Weltge sundheitsorganisation, ICD-10 Kapitel V (F), Dil ling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], 9. Auflage, Bern 2014, S. 183 f.).

Aus den somatischen Befunden geht unverändert in einer angepassten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % hervor (vgl. vorstehend E. 5.2 ).

I m Bereich des Komplexes Persönlichkeit bestehen keine Hinweise auf zu prüfen de Merkmale, welche im Rahmen einer umfassenden Ressourcenprüfung ins Gewicht fallen könnten. In Bezug auf den Indikator des sozialen Kontextes (BGE 141 V 281 E. 4.3.3) fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer regel mässig soziale Kontakte zu Familienmitgliedern und Freunden unterhält, wes halb davon auszugehen ist, dass er familiär und sozial gut integriert ist, was sich potenziell günstig auf sei ne Ressourcen auswirken dürfte.

Zu prüfen gilt es sodann die Kategorie Konsistenz , insbesondere in Bezug auf den Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in al len vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4 und 4.4.1). Laut den Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Begutachtung bei Dr. A.___ , verbringe er den Tag damit, viel spazieren zu gehe n , Radio zu höre n und TV zu sehe n , familiäre Kontakte zu pflege n und sich ab und zu mit Freunden zu treffe n . Zudem reise er regelmässig einmal im Jahr in die E.___ .

Von einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen kann nicht gesprochen werden.

Bei dieser Sachlage ergeben sich auch unter Berücksichtigung der beachtlichen Standardindikatoren keine erheblichen funktionellen Auswirkungen der medizi nisch festgestellten Diagnosen, weshalb Dr. A.___ der somatoforme n Schmerz störung (ICD-10 F45.4 0 ) zu Recht keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zugestanden hat .

E. 5.6 Auch vermag die vom Beschwerdeführer und von den Ärzten der Z.___ im Dezem ber 2014 und Februar 2015 geäusserte Kritik am Gutachten von Dr. A.___ (vgl. vorstehend E. 4.5 und E. 4.8) dieses nicht in Zweifel zu ziehen.

Der Beschwerdeführer bemängelte in seiner Beschwerde die Dauer der Begut ach tung, sowie den Umstand, dass Dr. A.___ auf das Einholen einer Fremd anam nese verzichtet hat (vgl. vorstehend E. 2.2.).

Diesbezüglich ist zu beachten, dass es rechtsprechungsgemäss keine verbind liche Mindestdauer für eine psychiatrische Exploration gibt , sondern es wird lediglich verlangt, dass die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 1 5. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanam nestische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2).

H insichtlich der Ausführungen der seit 2001 behandelnden Ärzte der Z.___ vom Dezember 2014 und Februar 2015

(vgl. vorstehend E. 4.5 und E. 4.8) g ilt es zu berücksichtigen, dass

ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung zumindest als hausarztähnlich b ezeichnet werden muss, weshalb hier eine gewisse Zurück haltung bei der Würdigung ihrer Berichte angebracht ist (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc ).

Sie

vermischten sodann somatische und psychiatrische Diagnosen miteinander und schien en sich unkritisch auf die s ubjektiven Beschwerdeangaben des Beschwerdeführers zu stützen. Wie Dr. A.___ zu Recht kritisierte, äusserten sich die Ärzte der Z.___ nicht zu allfälligen psychosozialen Belastungsfaktoren oder zu auch anderweitig in den Akten dokumentierten Verdeutlichungsten denzen. So berichtet Dr. med. H.___, Facharzt für Neurologie, nach Untersu chung des Beschwerdeführers im März 2009, dass sich der Patient voll ständig unauffällig bewege, sobald jedoch die Arbeit und die Invalidenver sicherung an ge sprochen würden, er sich krümme und vor Schmerzen stöhne (vgl. Urk. 9/110/6-7).

Was die von den Ärzten der Z.___ gerügte Nichtberücksichtigung der Ergebnisse des Beck-Depressions-Inventars durch Dr. A.___ anbelangt, ist zu berücksich tigen, dass dieses im Wesentlichen auf den subjektiven Angaben des Beschwer deführers beruht und demnach keine objektive Einschätzung des tatsächlichen Gesundheitszustandes erlaubt. Zudem ist dem testmässigen Erfassen der Psy chopathologie im Rahmen der psychiatrischen Exploration rechtsprechungsge mäss generell nur eine ergänzende Funktion beizumessen. Ausschlaggebend bleibt die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ( vgl. Urteil 9C_344/2013 vom 16. Oktober

2013 E.

E. 5.7 Zusammenfassend ist damit der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu betrachten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in psychiatrischer Hinsicht gestützt auf das Gutachten von Dr. A.___ vom Juni 2014 seit letztmaliger Begutachtung am Y.___ im Jahr 2007 ver bessert hat und nunmehr von einer 100%igen Arbeits fähigkeit in jeglichen Tätigkeiten auszu gehen ist.

I n somatischer Hinsicht ist dagegen von einem seither unveränderten Gesund heits zustand auszugehen, womit nach wie vor eine Restarbeitsfähigkeit in einer leichten angepasster Tätigkeit von insgesamt 70 %

besteht.

E. 6 Der Beschwerdeführer war von 1992

bis 1999 als Maschinenführer im Drei schicht-Betrieb und hernach von 1999 bis März 2001 als Koch bei der I.___ GmbH tätig (vgl. Urk. 9/1/1-2, Auszug aus dem individuellen Konto; IK-Auszug, Urk. 9/11, Urk. 9/13, Urk. 9/19, Urk. 9/21), wobei diese Firma stillgelegt wurde (vgl. Urk. 9/10, Urk. 9/19 Ziff. 3). Seit dem Jahr 2001 ging er keiner Erwerbstä tigkeit mehr nach und eine Anpassung des zuletzt erzielten Einkommens an die Nominallohnentwicklung über einen derart langen Zeitraum würde kein realis tisches Bild ergeben. Es rechtfertigt sich vorliegend demnach, bei der Bestim mung des Valideneinkommens auf den Durchschnittslohn (Zentralwert) für Männer für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompe tenz niveau 1 der LSE

2012 , Tabelle TA1, privater Sektor Schweiz 2012 ) abzu stellen. Auch das Invalideneinkommen ist gestützt auf diesen statistischen Wert der LSE zu berechnen.

Somit kann hier von der ärztlich geschätzten Arbeits(un)fähigkeit ohne Weiteres - unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn - auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen und damit ein Prozentvergleich

vorgenommen werden (Urteile des Bundesgerichts 9C_888/2014 vom 4. Februar 2015 E. 2

f. und 8C_450/2014 vom 24. Juli 2014 E. 7.3). Vorliegend erscheint bei lediglich noch in einem Teilzeitpensum möglicher Tätigkeit und nach langer Abstinenz vom Arbeitsmarkt zufolge langjährigem Rentenbezug ein Abzug vom Tabellenlohn im Umfang von 15 % gerechtfertigt ( vgl. BGE 126 V 472 E. 4.2.3) .

Demnach resultiert bei einem noch möglichen Arbeitspensum in angepasster Tätigkeit von 70 % unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 15 % ein Invaliditätsgrad von rund 40 %, bei welchem Ergebnis der Beschwer defüh rer Anspruch auf eine Viertelsrente hat.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die ange fochtene Verfügung mit der Feststellung aufzuheben ist, dass der Be schwer deführer ab 1. Juli 2015 Anspruch auf eine Viertelsrente hat .

E. 7.1 Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest zulegen (Art. 69 Abs . 1bis IVG) und auf Fr. 9 00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

E. 7.2 Nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialver sicherungsgericht hat die obsiegende beschwerdeführende Person An spruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit aufwand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Der obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteu er) ermessensweise auf Fr. 3‘000 .-- (inklusive Baraus lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen

und von der Beschwerdegegnerin zu be zahlen ist. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung der Sozial versiche rungsanstalt des K antons Zürich, IV-Stelle, vom 11 . Mai 2015 aufgeho ben und fest gestellt wird, dass der B eschwerdeführer

ab 1. Juli 2015 Anspruch auf eine Viertels rente hat. 2.

Die Gerichtskosten von Fr. 900 .-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rech nung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts kraft zugestellt. 3.

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessent schä digung von Fr. 3‘000 .-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen. 4.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Barbara Laur - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 5.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin MosimannSchucan

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich IV.2015.00650 II. Kammer Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Käch Sozialversicherungsrichterin Sager Gerichtsschreiberin Schucan Urteil vom 3. Oktober 2016 in Sachen X.___ Beschwerdeführer vertreten durch Rechtsanwältin Barbara Laur advokatur rechtsanker Ankerstrasse 24, Postfach 9822, 8036 Zürich gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1.

1.1

X.___, geboren 1960 , meldete sich a m 31. Januar 2002 unter Hinweis auf seit dem 14. März 2001 bestehende Rücken beschwerden und ein depressives Zustandsbild bei der Invalidenversicherun g zum Leistungsbezug an ( Urk. 9/4 Ziff. 7.2-3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stel le, sprach ihm mit Verfügung vom 11. März 2003 b ei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente ab 1. August 2002 z u (Urk. 9/38 ).

Am 9. August 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Rentena n spruch sei unverändert (Urk. 9/66 ).

Nach Eingang eines am 9. Dezember 2006 ausgefüllt en Revisionsfragebogens (Urk. 9/68 ) holte die IV-Stelle unter anderem bei der Y.___ ein polydiszip linäres Gutachten ein, das am 12. Dezem ber 2007 erstattet wurde (Urk. 9/84). Nach durchgeführt em Vorbescheidverfahren (Urk. 9/89; Urk. 9/98 ) setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Oktober 2008 die bisherige ganze Rente auf eine Dreiviertelsrente herab (Urk. 9/103, Urk. 9/105). Am 14. September 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 9/113). 1.2

Am 7. November 2013 machten die behandelnden Psychiater der Z.___ eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers geltend (Urk. 9/119). Die IV-Stelle klärte die medizinische Situation ab und holte unter ander em bei Dr. med. A.___, Facharzt für Psychiatrie und für Psychotherapie, ein psy chia tri sches Gutachten ein, das am 13. Juni 2014 erstattet wurde (Urk. 9/131 ). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren ( Urk. 9/142; Urk. 9/153, Urk. 9/157, Urk. 9/166) hob di e IV-Stelle mit Verfügung vom 11. Mai 2015 die bisher aus gerichtete Rente auf (Urk. 9/170 = Urk. 2). 2.

Der Versicherte erhob am 11. Juni 2015 Besch werde gegen die Verfügung vom 11. Mai 2015 ( Urk.

2) und beantragte, es sei en ihm die gesetzlichen Leistungen aus dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG) zu erbringen, ins besondere sei ihm weiterhin eine Invalidenrente auszurichten und zwar eine volle Rente ab 1. Dezember 2013, mindestens eine Dreiviertelsrente. Eventuell sei eine gerichtliche Expertise (medizinisches Gutachten) zum Gesundheitszu stand und zur Arbeitsfähigkeit einzuholen (Urk. 1 S. 2 ).

Die IV-Stelle beantra gte mit Beschwerdeantwort vom 25. August 2015 (Urk. 8 ) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 24. Septem ber 2015 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10). Am 5. Oktober 2015 machte der Beschwerdeführer eine weitere Eingabe (Urk. 11), welche der Beschwer degegnerin am 12. Oktober 2015 zur Kenntnis zugestellt wurde (Urk. 12). Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

1.1

In validität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG ). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund heit verur sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über wind bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2

Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv be stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi schen Beein trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen). 1.3

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG . 1.4

B ei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom men ), in Bezie hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom mensver gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b eiden hypo thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei nander gegen übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen). 1.5

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben ( Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.

3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Augu st 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu stan des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi onsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein spracheent scheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts be messung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin weisen). 1.6

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege be nen falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits unfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam men hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 2.

2.1

Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, aus medi zini scher Sicht habe sich die somatische Situation beim Beschwerdeführer seit der letzten Begutachtung nicht verändert, und in einer angepassten Tätig keit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Aus psychiatrischer Sicht könne auf das Gutachten von Dr. A.___ vom Juni 2014 abgestellt und von einer Ge sund heitsverbesserung ausgegangen werden. Eine relevante Einschränkung habe nicht mehr objektiviert werden können. Psychosoziale Belastungsfaktoren seien als invaliditätsfremd zu werten. Zudem könne eine Einschränkung der Zumut barkeit einer Willensanstrengung zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit - trotz der vor allem subjektiv empfundenen Defizite - aus psychiatrisch-psycho thera peutischer Sicht nicht mehr begründet werden. Sowohl das Validenein kommen als auch das Invalideneinkommen seien gestützt auf die Lohnstruk turerhe b ungen des Bundesamtes für Statistik (LSE) zu berechnen und ein zu sätzlicher Abzug könne nicht gewährt werden. Ein Anspruch auf Eingliede rungsmass nahmen bestehe nicht (S. 2 ff.). 2.2

Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend, sein Gesundheitszustand habe sich seit der letzten Rentenprüfung nicht verbes sert, sondern sowohl in somatischer als auch in psychiatrischer Hinsicht ver schlechtert (S. 4 f. Ziff. III). Die Beschwerdegegnerin hätte daher ein interdiszip linäres Gutachten einholen müssen (S. 5 ff.). Das Gutachten von Dr. A.___ sei ohne Beweiswert (S. 7 ff.). Dessen Einschätzung stehe im Widerspruch zu jener der behandelnden Ärzte, und er habe ihn nur für eine Stunde gesehen und zu dem auf fremdanamnestische und aktuelle Angaben der behandelnden Ärzte verzichtet (S. 8 unten f., S. 15 unten f.). Die von den behandelnden Psychiatern am Gutachten vorgebrachten Kritikpunkte seien integrierter Bestandteil dieser Beschwerde (S. 9 ff.). Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung sei nicht nachvollziehbar, er leide vielmehr an einer schweren depressiven Symp tomatik (S. 11 ff.). Zudem habe auch der neu behandelnde Psychiater eine de pressive Störung, gegenwärtig schwere Episode, und eine dauernde Persönlich keitsveränderung nach Extrembelastung bestätigt sowie eine volle Arbeitsunfä higkeit (S. 16 f.). Hinsichtlich des Einkommensvergleichs machte der Beschwer deführer geltend, der Betrieb wäre nicht veräussert worden, wäre er nicht arbeits unfähig geworden. Sein Einkommen wäre mindestens der Teuerung folgend angestiegen, mit zunehmender Bekannt heit und Etabliertheit des Ge schäfts. Zudem sei mindestens ein Abzug von 15 % vom Invaliden ein kommen zu gewähren (S. 18 Ziff. VII).

Am 5. Oktober 2015 führte der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Praxis änderung des Bundesgerichts, namentlich die Aufgabe der Überwindbar keits rechtsprechung, aus, dass das Gutachten von Dr. A.___ den neuen Anfor de rungen nicht genüge (Urk. 11). 2.3

Strittig und zu prüfen ist, ob die Einstellung

der Invalidenrente rechtens war. 3. 3.1

Die letzte eingehende Rentenüberprüfung erfolgte im Rahmen des im Dezember 2006 eingeleiteten Revisionsverfahrens (Urk. 9/68) . Gestützt auf die Einschätz ung der Gutachter der Y.___ vom Dezember 2007 (vgl. Urk. 9/84) setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Oktober

2008 die bisherige ganze Rente des Beschwer deführers auf eine Dreiviertelsrente herab ( Urk. 9/103, Urk. 9/105) . 3.2

Die Gutachter des Y.___ stellten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 12. Dezember 2007 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 16 Ziff. 6.1): - bekannte rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) - chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit nicht-radikulärer Schmerzausstrahlung ins rechte Bein, Differenzialdiagnose intermittie rend tieflumbale Wurzelreizsymptomatik klinisch nicht auszuschliessen - mässige Osteochondrose L5/S1 und Anterolisthesis von LWK5 zu S1 und 1 cm bei Spondylolyse - mehrsegmentale degenerative Bandscheibenveränderungen mit Band scheibenprotrusionen, mögliche Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 links (CT vom 11. April 2001, 27. Januar 2000 und 3. Mai 1995) - chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom („Persistent neck pain“) - konventionell-radiologisch keine relevanten degenerativen Verände rungen der Halswirbelsäule (HWS; Röntgen vom 6. April 2001) - nicht-radikuläre Schmerzausstrahlung in den rechten Arm - leichte Fehlhaltung des oberen Achsenskeletts bei Beckentieferstand links um 1 cm, muskuläre Dolenzen rechts im Schultergürtelbereich

Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine Adipositas, einen Verdacht auf chronische Hepatitis B und eine Benzodia ze pinabhängigkeit (S. 16 Ziff. 6.2).

Die Gutachter führten aus, für die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Maschinen führer im 3-Schichtbetrieb oder Mitarbeiter in einer Imbissstube oder als Koch in vorwiegend stehender Tätigkeit, bestehe aufgrund der teilweise mindestens mittelschweren und achsenskelettär belastenden Tätigkeitsanteilen bleibend keine zumutbare Arbeitsfähigkeit mehr (S. 18 Ziff. 7.2).

Für körperlich leichte Verweistätigkeiten ohne repetitives Bücken und ohne repeti tive Überkopftätigkeitsanteile, ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5 kg, nicht ausschliesslich stehend oder gehend mit der Möglichkeit zur Einnahme von Wechselpositionen bestehe aus rein somati scher Sicht eine zu 70 % zumutbare Restarbeitsfähigkeit. Aufgrund der gleich zeitig bestehenden mittelgradigen Episode einer rezidivierenden depressiven Störung bestehe aber auch für eine derartige Tätigkeit zum jetzigen Zeitpunkt lediglich eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50 % (S. 18 Ziff. 7.3).

Hinweise für eine posttraumatische Belastungsstörung hätten sich keine gefun den und eine solche sei in der Vergangenheit auch nie diagnostiziert worden. Sowohl die somatischerseits wie auch die psychiatrischerseits attestierten Diag nosen hätten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Exploranden, allerdings ohne additiv wirksam zu werden (S. 17 Mitte). 4. 4.1

Im Zusammenhang mit dem Verschlechterungsgesuch der Z.___ anfangs Novem ber 2013 (Urk. 9/119) finden sich folgende medizinischen Berichte in den Ak ten :

Dr. med. B.___, Facharzt für Radiologie, Neuroradiologie Schanze, C.___ Klinik, führte nach der MRI-Untersuchung der Lenden wirbel säule ( LWS ) vom 10. September 2009 (Urk. 9/123/1) aus, eine schmerzbedingte Fehl haltung der LWS sei bei diesem Bild wahrscheinlich. Es bestehe eine Anteposi tion L5 bei beidseitiger Spondylolyse L5 und eine erhebliche Osteo chon drose und Spondylolyse L5/S1. Eine Mikroinstabilität am lumbosakralen Übergang wäre möglich. Es bestehe eine sehr kleine Hernie L4/5 median und paramedian links sowie eine äusserst kleine Hernie Th11/12 posterior rechts. Die Untersu chung ergebe nirgends Hinweise auf eine lumboradikuläre Kompression. Es be stehe ein weiter lumbosakraler Spinalkanal (S. 1). 4.2

Dr. med. D.___, Facharzt für Kardiologie, Herzgefäss-Zentrum, C.___ Klinik , führte in seinem Bericht vom 4. November 2013 (Urk. 9/123/2-3) nach gleichentags durchgeführtem MR des Herzens aus, die Stress-Perfusi ons untersuchung falle nicht normal aus. Es bestehe ein belastungsinduzierter Per fusionsdefekt anterior und lateral midventrikulär sowie lateral und infero-api kal. Der Befund sei vereinbar mit einer mikrovaskulären Perfusionsstörung. Eine relevante Stenosierung einer epikardialen Koronararterie könne aber nicht sicher ausgeschlossen werden. Im Übrigen zeige der linke Ventrikel eine nor male Funktion. Eine invasive Abklärung werde empfohlen (S. 2). 4.3

Die Ärzte der Z.___ stellten in ihrem Bericht vom 21. November 2013 (Urk. 9/121) folgende Diagnosen: - rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy chotische Symptome (ICD-10 F33.2) - chronisches lumbo- und zervikospondylogenes Schmerzsyndrom - Flachrücken, mässige Osteochondrose L5/S1, Anterolisthe sis/Spondylolyse LWK5/S1, mehrsegmentale Bandscheibenverände rungen mit Bandscheibenprotrusionen - arterieller Hypertonus mit hypertensiven Krisen - kardialer belastungsinduzierter Perfusionsdefekt vereinbar mit einer mikro vaskulären Perfusionsstörung, klinisch Belastungsdyspnoe - Magenulcus korrelierend mit Analgetikaeinnahme, 25. Januar 2011 - gastroösophageale Refluxkrankheit mit Ösophagitis, Erstdiagnose 1999

Die Ärzte der Z.___ führten aus, die chronische depressive Symptomatik habe sich seit mehreren Monaten verschlechtert. Psychopathologisch bestehe im Gegensatz zu den Befunden von vor einigen Jahren nun eine mittelgradige Antriebsarmut, eine globale Störung von Konzentration und des Gedächtnisses und konsekutiv auch eine intermittierende, mit der affektiven Belastung einher ge hende leichtgradige Störung der Auffassung (S. 1 unten f.). Formalgedanklich bestünden ein mittel- bis schwergradiges Grübeln, eine schwergradige Anhedo nie, schwergradige Insuffizienzgefühle und ein mittelgradiger sozialer Rückzug. Es bestünden weiter eine mittel- bis schwergradige Verzweiflung, eine mittel gradige Affektlabilität sowie massive Zukunftsängste nebst einer ausgeprägten globalen Schlafstörung einhergehend mit Albträumen. Immer wieder habe sich ein vermehrter Lebensüberdruss bis hin zu passiven lebensmüden Gedanken manifestiert. Die genannten Symptome seien medikamentös und psychothera peutisch kaum beeinflussbar gewesen (S. 2 oben). Zusammenfassend bestehe eine depressive Störung schwergradiger Ausprägung. Zu den bekannten soma tischen Diagnosen seien aktuell kardiovaskuläre Beschwerden mit medikamen tös schwer beeinflussbaren hypertensiven Krisen und eine Belastungsdyspnoe hinzugetreten. Des Weiteren bestehe ein Verdacht auf einen kardialen Perfusi onsdefekt, bezüglich dessen demnächst eine Abklärung mittels Herzkatheterun tersuchung stattfinde. Die Schmerzsymptomatik habe im Wesentlichen weiter bestanden.

Die Ärzte der Z.___ führten aus, aufgrund der oben genannten Befunde und Be schwerden bestehe sowohl im angestammten Bereich aber auch für angepasste Tätigkeiten bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S. 2 Mitte). 4.4

Dr. A.___ erstattete am 13. Juni 2014 das von der Beschwerdegegnerin veran lasste psychiatrische Gutachten (Urk. 9/131). Er nannte als Diagnose eine an haltende somatoforme Schmerzstörung; ICD-10 F45.40, mit Dysthymie; ICD-10 F34.1, bei gegenwärtig remittierter depressiver Störung; ICD-10 F33.4, mit ei nem Status nach einem Abhängigkeitssyndrom von Benzodiazepinen; ICD-10 F13.20 (S. 22 Ziff. 5) .

Dr. A.___ führte aus, zusammenfassend begründeten die anhaltende somato forme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) und die Dysthymie (ICD-10 F34.1) sowie die damit verbundenen Defizite aus rein medizinischer psychiatrisch-psycho therapeutischer Sicht keine relevante längerfristige Arbeitsunfähigkeit. Es seien auch keine besonderen Hinweise vorhanden, die schwere Defizite aufgrund ei ne s Gesundheitsschadens und/oder eine Unzumutbarkeit zu deren Überwindung begründen könnten, beispielsweise durch krankheitsbedingt fehlende Ressour c en oder durch eine fehlende Kapazität zur Verarbeitung innerpsychischer Kon flikte (S. 33 unten f.).

Im Gegenteil lasse die vom Beschwerdeführer angegebene vollständige Absti nenz von nicht ärztlich verordneten psychotropen Substanzen (inklusive Alko hol, Tabak und Drogen) und von Benzodiazepinen zumindest angemessene inner seelische Ressourcen annehmen. Eine Einschränkung der Zumutbarkeit einer Willensanstrengung zur Überwindung der vor allem rein subjektiven Defizite sei aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht somit nicht mehr zu begründen (S. 34 oben). Hingegen seien vielfältige psychosoziale Faktoren bekannt, die die Motivation zur Leistungssteigerung deutlich beeinträchtigten. Sie erklärten auch weit überwiegend vor dem Hintergrund von Verdeut lich ungstendenzen, die an lässlich der aktuellen Untersuchung erkennbare grosse Dis krepanz zwischen der subjektiv wahrgenommenen und der objektivierbaren Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers. Von dieser Einschätzung könne ab Datum der aktuellen Untersuchung ausgegangen werden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei der gegenwärtige Zustand aus rein psychiatrisch-psy cho therapeutischer Sicht bereits ab November 2013 anzunehmen (S. 34 Mitte).

Dr. A.___ führte aus, die im psychiatrischen Fachgutachten der Y.___ beschrie bene depressive Episode sei remittiert (ICD-10 F33.4).

Aufgrund der vom Beschwerdeführer angegebenen körperlichen Schmerzen ab etwa 1995, die zur Arbeitsunfähigkeit geführt hätten, und der nicht ausreichen den Erklärbarkeit des subjektiv genannten Ausmasses durch ein somatisches Korrelat, sei aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht gemäss ICD-10 F45.4 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung zu diskutieren (S. 28 Mitte). Die diagnostischen Kriterien seien weit überwiegend erfüllt. Die Ausprä gung der Störung sei beim Beschwerdeführer im Vergleich zu ähnlichen Stö rungsbildern als objektiv leicht einzustufen (beispielsweise erhaltene, bezie hungsweise wieder gewonnene Fähigkeit alltägliche Verrichtungen ausüben zu können, soziale und familiäre Kontakte zu pflegen und regelmässig in die E.___ zu reisen). Eine relevante Arbeitsunfähigkeit sei aus rein psychiatrisch-psy chotherapeutischer Sicht nicht begründbar (S. 30 unten f.).

Dr. A.___ führte aus, der Beschwerdeführer und die Vorakten postulierten aber auch klinisch relevante depressive Syndrome. Es bestehe aktuell eine deutliche Diskrepanz zwischen der subjektiven Wahrnehmung und den objektivierbaren depressiven Befunden. Die in den vorliegenden Berichten dokumentierten ob jek tiven depressiven Befunde seien nicht mehr erkennbar. Die ICD-10 Kriterien einer depressiven Episode seien nicht mehr erfüllt, und der Schweregrad errei che nicht das notwendige Ausmass. Eine relevante Arbeitsunfähigkeit sei aus rein psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht somit nicht (mehr) begründbar. Diese Einschätzung könne bereits ab November 2013 angenommen werden, nachdem aufgrund der objektiven psychopathologischen Befunde, die von der Z.___ dokumentiert worden seien, tatsächlich von einer objektiven Verbesserung im Vergleich zum psychiatrischen Fachgutachten vom November 2007 der Y.___ ausgegangen werden müsse (S. 31 Mitte).

Dr. A.___ führte aus, beim Verlauf der Störung des Beschwerdeführers seien auch Verdeutlichungstendenzen und vielfältige psychosoziale Faktoren (bei spiels weise Herkunft, Migration, fehlender Berufsabschluss, langjähriger Ren tenbe zug, Abstinenz vom und Lage am Arbeitsmarkt, Lebensalter, finanzielle Sorgen und Schulden, Krankheit der Ehefrau, eheliche und familiäre Konflikte, Wunsch nach Rentenerhöhung) zu benennen, welche nicht in die Beurteilung einer medizinisch-theoretischen Zumutbarkeit einer allfälligen Tätigkeit einge flossen seien (S. 32 unten).

Der Beschwerdeführer habe ausgeführt, er befinde sich seit 2001 in einer ambu lanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie bei der Z.___ . Gegenwärtig fänden monatliche Termine statt (S. 9 Mitte). Eine teil- und/oder vollstationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie sei bislang nicht durchgeführt worden (S. 9 unten).

Laut Angaben des Beschwerdeführers, sei er früher zufrieden gewesen und wolle jetzt nicht mehr leben. Sein Rücken mache ihn fertigt. Ausserdem werde er von der Vergangenheit eingeholt. Er habe viel Negatives erlebt. In der Jugend habe er drei Brüder durch Krankheit verloren . Aus politischen Gründen sei er selbst zwischen 1977 und 1984 mehrfach, insgesamt rund 2.5 Jahre inhaftiert gewe sen und misshandelt worden. Er sei schwer gefoltert und erniedrigt worden. Freunde von ihm seinen in der Haft gequält worden und gestorben. Noch heute habe er nachts deren Geschrei in den Ohren. Immer wieder erinnere er sich an diese schrecklichen Erlebnisse (S. 10 oben).

Den Tag verbringe er damit, indem er viel spazieren gehe. Er sehe TV und höre Radio. Im Haushalt arbeite er wenig mit. Er pflege familiäre Kontakte und treffe sich ab und zu mit Freunden. In die E.___ reise er regemässig einmal im Jahr. Zuletzt sei er Anfang 2014 mit seiner Ehefrau für 20 Tage mit dem Flugzeug dort gewesen. Eine Tochter habe den Flug bezahlt (S. 10 Mitte).

Zur

Verschlechterungsmeldung der Z.___ führte Dr. A.___ aus, dass insbeson dere der innere Widerspruch im Bericht unklar bleibe, weshalb bei einer signifi kanten Verschlechterung des Gesundheitszustandes, das heisse einer schweren depressiven Episode, im Fall des Beschwerdeführers keine Intensivierung oder Anpassung der therapeutischen Massnahmen (hier: seit etwa 2003 unverändert nur ein Antidepressivum in stets niedriger Dosierung, keine teil- und/oder vollstationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie, kein Wechsel der The rapiemethode oder des Therapiesettings) erfolgt sei, sondern schlicht eine Ver schlechterungsmeldung an die Behörde vorgenommen werde (S. 20 Mitte). Die Einschätzung im Sinne einer 0%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerde füh rers sei theoretisch kaum begründbar (S. 20 unten).

Zudem sei in Gegenüberstellung der objektiven Befunde der Berichte der Z.___ vom November 2007 und August 2009 zu November 2013 nicht nachvollzieh bar, weshalb 2013 eine schwere Ausprägung angenommen werde. Die Einord nung als ICD-10 F33.2 werde ausserdem nicht differenziert mit Bezug zum Klassifikationssystem diskutiert. Im Gegenteil sei aufgrund der objektiven psy chopathologischen Befunde tatsächlich von einer objektiven Verbesserung aus zugehen. Die behandelnde Institution nehme in diesem Zusammenhang nicht Stellung zu allfälligen sozialen Belastungsfaktoren und/oder zu in den Akten dokumentierten Verdeutlichungstendenzen des Beschwerdeführers. Ausserdem sei beim Beschwerdeführer eine Abstinenz von Benzodiazepinen möglich ge worden, was 2009 noch nicht der Fall gewesen sei (S. 26 unten f.). Er nenne weiter eine vollständige Abstinenz von ärztlich nicht verordneten psychotropen Substanzen. Deshalb könnten zumindest angemessene innerseelische Ressour cen beim Beschwerdeführer angenommen werden, was neben der langjährigen unveränderten ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie eine Erklärung der Verbesserung des objektiven tatsächlichen psychopathologischen Zustandsbildes sein könne. Weshalb dennoch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werde, bleibe unklar und begründe sich möglicherweise durch eine sehr engagierte therapeutische Arzt-Patient-Beziehung im Zusammenhang mit einem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (S. 27 oben). 4.5

Am 15. Dezember 2014 nahmen die Ärzte der Z.___ zum Gutachten von Dr. A.___ Stellung (Urk. 9/152/4-7). Sie führten aus, in der Begutachtung seien wesentliche Diagnosen ungeachtet der mehrheitlich konsistenten Vorberichte verändert worden, das Vorliegen einer depressiven Störung negiert und statt dessen ein somatoformes Schmerzsyndrom als wesentliche Haupterkrankung diagnostiziert worden. Gemäss ihrer eigenen auf die mehrjährige Betreuung fussenden Beurteilung sei weiter von einer depressiven Störung schweren Ausmasses bei zudem komorbid vorliegender komplexer post trau matischer

Belastungsstörung/andauernder Persönlichkeitsveränderung nach Extrembe las tung (ICD-10 F62.0) auszugehen.

Weiterhin bestehe in der Zusammenschau der Befunde und unter Berücksichti gung des niedrigen Funktionsgrades eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S. 1 Mitte). Begutachtungen könnten trotz methodischer Korrektheit aufgrund der nur einmaligen Konsultation nur ein begrenztes Bild vom Alltag oder dem Per sön lichkeitsstil geben (S. 1 unten). Bei der Diagnose der somatoformen Schmerz störung würden organische Ursachen für die schmerzhaften Beschwer den nicht ausreichend gewürdigt, trotz konsistent dokumentierter Beschwerden sowie neu aufgetretener kardialer Beschwerden. Im Gutachten sei der deutlich erhöhte W ert im Beck-Depressions -Inventar, welcher auf eine schwere depres sive Störung hin weise, nicht weiter diskutiert worden.

Die Ärzte führten aus, ihrer Ansicht nach seien die wesentlichen Symptome einer depressiven Störung schweren Ausmasses nach ICD-10 erfüllt (S. 2 Ziff. 2-4 ). Es sei fraglich, ob die wesentlichen depressiven Symptome durch den Gut achter überhaupt erfragt worden seien, da sie im psychopathologischen Befund fehlten. Ferner seien die Kriterien des somatischen Syndroms nicht nachvoll ziehbar erfasst, dessen Vorliegen aber negiert worden (S. 2 Ziff. 5 Mitte). Auch sei me hr fach im Bericht auf eine Verdeutlichungstendenz hingewiesen worden, ohne dies näher zu begründen, und in der Gegenüberstellung der objektiven Befunde von November 2008 und August 2009 zu November 2013 seien ein zelne wenige Aspekte aus dem Gesamtkontext herausgerissen worden, um eine vermeintliche Verbesserung der depressiven Symptomatik zu begründen (S. 2 Ziff. 6-7). Auch seien bestimmte Daten durch den Gutachter nicht korrekt er fasst worden, und der Aufenthalt in der E.___ habe eher zu einer weiteren Verschlechterung der Symptomatik geführt (S. 3 Ziff. 8).

Im Gutachten werde an einigen Stellen auf die Diskrepanz zwischen Diag nos tizie rung einer schweren depressiven Episode und vermeintlich fehlen der An passung des Behandlungssettings hingewiesen. Die Ärzte hielten weiter fest, dass die Auswahl und Dosiswahl der antidepressiven Medikation in Abwä gung mit unerwünschten Nebenwirkungen erfolgt sei. Das Antidepressivum sei nicht in einer niedrigen, sondern in einer mittleren Dosierung verabreicht wor den. Es sei auch nicht korrekt, dass die Dosis seit 2003 unverändert gewesen sei, da auf grund subjektiv nicht tolerierbarer Nebenwirkungen die Medikation zwi schen zeitlich reduziert worden und mit zunehmender Depressivität ab Mitte 2013 wieder aufdosiert worden sei. Zudem seien die Termine deutlich höherfre quent erfolgt, als dies der Beschwerdeführer während der Begutachtung ange geben habe (S. 3 Ziff. 9). Bei der Beurteilung einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % seien vor allem die Funktionseinschränkungen im Alltag bei gleichzeiti gem Bestehen eines psychopathologisch erkennbaren depressiven Syndroms, er kennbarer Auf fällig keiten der Persönlichkeit sowie somatischer Beschwerden ausschlaggebend gewesen (S. 3 Ziff. 10). Zudem seien im Gutachten die Foers ter-Kriterien zur Überwindbarkeit nicht nachvollziehbar interpretiert worden (S. 3 Ziff. 11). Auch seien Persönlichkeitsfaktoren nicht ausreichend gewürdigt worden. Die Ärzte führten aus, der Gutachter habe die Kriterien für eine kom plexe posttrauma tische Störung/andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), die ihres Erachtens vorliege, nicht nachgefragt (S. 3 Ziff. 12). 4.6

Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 24. Dezember 2014 (Urk. 9/156) aus, der Patient leide an einer therapieresistenten chronifizierten Depression, gegenwärtig mittelgradig bis schwere Episode mit somatischem Syndrom. Trotz intensiver psychiatrischer Behandlung durch die Ärzte der Z.___ und dem Einsatz von Psychopharmaka sei es leider zu keiner wesentlichen Linderung der Beschwerden gekommen. Zudem leide er auch an einem chronischen Lumbovertebralsyndrom bei Anteroposition L5 bei beidseitiger Spondylose L5 und erheblicher Osteochondrose und Spon dylose L5-S1, welche die ausgeprägten Lumboischialgie gut erklären könnten.

Dr. F.___ führte aus, der Befund der kardialen Abklärung sei vereinbar mit einer mikrovaskulären Perfusionsstörung des Myokardes und könne die belastungsabhängigen Thoraxschmerzen sehr gut erklären (S. 1 Mitte).

Aktuell klage der Beschwerdeführer über diffuse Kreuzschmerzen mit Ausstrah lung in die Beine beidseits, wobei er bei Belastung beziehungsweise beim Lau fe n oder Stehen diffuse Schmerzexerbationen mit stechendem Charakter spüre. Er habe auch starke Kreuzschmerzen in Ruhe, besonders im Bett. Die Nachtruhe sei wegen der Schmerzen deutlich gestört (S. 1 unten).

Unter Mitberücksichtigung der oben genannten Diagnosen und der Krank heits ent wicklung sollte die Diagnose einer depressiven Störung, gegen wärtig mittel gradig bis schwere Episode mit somatischem Syndrom gestellt wer den, welche einer psychischen Erkrankung mit Krankheitswert entspreche. Der Patient klage über massivste Vergesslichkeit, Kraftlosigkeit, Interessenverlust, Lustlosigkeit, über sozialen Rückzug und deutlichen Libidoverlust, eine erhöhte Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkungen. Es müsste mindestens eine mit telgradige depre s sive Episode diagnostiziert werden, und es sei auch vom Vor liegen eines even tuellen somatischen Syndroms nach ICD-10 auszugehen (S. 2 Mitte).

Dr. F.___ hielt fest, der Patient sei auch von somatischer Seite her deutlich eingeschränkt, wobei er aus rein somatischer Sicht in einer leichten, wechsel belastenden Tätigkeit höchstens zu 40 % arbeitsfähig sei (S. 2 unten). 4.7

Dr. A.___ führte am 26. Januar 2015 in seiner Stellungnahme zur Kritik der Ärzte der Z.___ (Urk. 9/160/3-7) aus, die subjektiven Angaben des Beschwerde führers seien im Gutachten vom Juni 2014 differenziert erfragt, kritisch zur Kenntnis genommen und in der Gesamtbeurteilung fachlich gewürdigt worden (S. 2 Ziff. 3). Die persönliche Meinung der Fachpersonen sei zur Kenntnis zu nehmen, jedoch hätten anlässlich der Untersuchung am 14. Mai 2014 und in den vorliegenden Akten die Eingangskriterien gemäss ICD-10 F32/33 nicht bestätigt werden können. Die Autoren trennten subjektive Beschwerden und objektive Befunde nicht hinreichend und hätten sogar ausdrücklich auf die the ra peutisch motivierte Notwendigkeit einer „Selbstmitbeurteilung“ durch den Be schwerdeführer hingewiesen. Dieser Zugang sei jedoch ausdrücklich im Rahmen des Gutachtensauftrages nicht anzuwenden (S. 2 Ziff. 4-5). Dr. A.___ führte aus, er könne eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht bestätigen, nachdem eine voll ständige intellektuelle, emotionale und/oder innerseelische Leistungsunfä hig keit des Beschwerdeführers nicht zu erkennen sei (S. 3 Ziff. 10). Auch die neu eingeführte Diagnose ICD-10 F62 könne nicht bestätigt werden (S. 3 Ziff. 12 ).

Zum Bericht von Dr. F.___ vom Dezember 2014 führte Dr. A.___ aus, dieser habe die subjektiven körperlichen und innerseelischen Beschwerden des Be schwerdeführer referiert, ohne objektive psychopathologische Befunde zu formulieren. Insofern könne die Einordnung des Gesundheitsschadens als de pres sive Episode im Sinne der ICD-10 nicht nachvollzogen werden (S. 4 Mitte).

Dr. A.___ führte aus, er bestätige die diagnostische Einschätzung gemäss dem Gutachten vom 13. Juni 2014. Eine Änderung der Beurteilung der Arbeitsfähig keit des Beschwerdeführers ergebe sich aufgrund der nachgereichten medizini schen Berichte nicht (S. 5 Mitte). 4.8

Die Ärzte der Z.___ stellten in ihrem Bericht vom 16. Februar 2015 (Urk. 9/165) folgende Diagnosen (S. 9): - rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy chotische Symptome (ICD-10 F33.2) - andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) - chronisches lumbo- und zervikospondylogenes Schmerzsyndrom - Thoraxschmerzen, im Kardio-MR vom 4. November 2013: kardialer belas tungsinduzierter Perfusionsdefekt, vereinbar mit einer mikrovasku lären Perfusionsstörung; in der Koronarangiographie vom 29. November 2013 mit stenosefreien Koronararterien, normaler Pumpfunktion des linken Ventrikels; kardiale Risikofaktoren mit familiärer Belastung, Dysli pidämie, Zustand nach Nikotinabhängigkeit - Verdacht auf eine komorbid vorliegende chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) - anamnestisch Hepatitis B-Virus Infektion - Magenulcus korrelierend mit Analgetikaeinnahme, 25. Januar 2011 - gastroösophageale Refluxkrankheit mit Ösophagitis, Erstdiagnose 1999

Die Ärzte der Z.___ führten aus, die psychopathologische, diagnostische und funk tionsmässige Beurteilung beziehe sich auf eine Einschätzung bis am 25. November 2014, da der Beschwerdeführer mit seinem Umzug die Behand lung gewechselt habe (S. 1 Mitte). Mit den Ausführungen von Dr. A.___ vom 26. Januar 2015 seien die in ihrer Stellungnahme vom 15. Dezember 2015 dar gestellten Kritikpunkte am Gutachten nicht widerlegt. Auf zahlreiche Aspekte sei nicht eingegangen worden (S. 6 Mitte).

Zusammenfassend müsse jenseits der diagnostischen Diskussionen festgestellt werden, dass beim Beschwerdeführer psychopathologische Auffälligkeiten be stünden, die zu Funktionseinbussen führten. Diese seien auch empirisch beleg bar. Die Funktionseinbussen seien aufgrund der Komplexität der Erkrankung mit Beeinträchtigung durch verschiedene Erkrankungen nicht überwindbar. Zur Überwindbarkeit der Beschwerden sei nochmals festzuhalten, dass ein mehrjäh riger praktisch chronisch-kontinuierlicher Verlauf ohne längerdauernde Remis sionen vorliege, dass eine regelmässige somatische und psychiatrisch-psycho therapeutische Behandlung erfolgt sei, eine auffällige Persönlichkeitsstruktur bestehe, psychiatrische Komorbiditäten und chronische körperliche Begleiter krankungen bestünden, ein krankheitsbedingter Verlust der sozialen Integration bestehe, ein Krankheitsgewinn psychodynamisch nachvollziehbar vorliege und angesichts der konsequenten Behandlung unbefriedigende Behandlungsergeb nisse vorlägen (S. 7 unten). 4.9

Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem Bericht vom 20. März 2015 (Urk. 9/168) folgende Diagnosen (S. 1): - rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy chotische Symptome (ICD-10 F33.2) - andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)

Dr. G.___ führte aus, er behandle den Patienten seit dem 28. August 2014, seit seinem Umzug (S. 1). Er profitiere von einer inte grierten psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung und einer medi kamen tösen Behandlung und sei gleichzeitig zu 100 % arbeitsunfähig (S. 1 Mitte).

Der psychische Zustand des Beschwerdeführers sei schwer beeinträchtigt und erschüttert durch die Todesfälle seiner drei Brüder. Einer sei im Alter von 23

Jahren durch Faschisten umgebracht worden , ein anderer sei im Alter von 42

Jahren an Leukämie ge storben und der letzte sei im Alter von 49 Jahren an ei nem Herzstillstand gestorben .

Der Patient sei traumatisiert, weil er infolge politischer Aktivität von 1977 bis 1981 im Gefängnis gewesen sei. Er weine zu verschiedenen Gelegenheiten, wenn er von den Misshandlungen in der E.___ erzähle.

Er habe immer Flash-backs und Albträume von diesen Horrorszenen. Er habe berichtet, dass er aufgrund dieser traumatischen Erlebnisse in der E.___ sein Leben lang sehr gelitten habe. Seine Landsleute und seine Familie äusserten oft ihre Besorgnis hinsichtlich des psychischen Zustandes des Beschwerdeführers, welcher von seinem Bedürfnis zu sterben berichte. Sein Neffe habe sich im Jahr 2001 umgebracht (S. 2 Mitte).

Dr. G.___ führte aus, der Beschwerdeführer fühle sich aufgrund seiner phy sischen und psychischen Krankheiten limitiert und invalid. Er präsentiere eine gewichtige Ängstlichkeit, einen psychomotorischen Antrieb und einen Zustand von Schwäche und Reizbarkeit sowie schwere depressive Symptome (S. 4 unten f. ). Er ertrage keine Menschenmengen mehr und auch keine Einkaufsladen oder Ansammlungen von Menschen. Auch ertrage er keine geschlossenen Räume. Er sei überwältigt und angespannt aufgrund seiner schwierigen und schmerzhaften Erinnerungen. Der Beschwerdeführer habe manchmal eine Amnesie, Dissoziati o nen und eine Derealisation sowie eine Entpersönlichung mit Flash-backs, Rück blenden und starken Ängsten und Beklemmung in Verbindung mit den trau matischen Ereignissen. Er leide auch an einem Fehlen von Selbstachtung und an Schuldgefühlen und zeige einen sozialen Rückzug sowie ein Gefühl der Ver zweiflung. Seine Einstellung für die Zukunft sei missmutig und pessimistisch (S. 5 oben). Er schaffe es nicht, normal zu funktionieren und die Ausübung einer angepassten Tätigkeit sei unmöglich (S. 5 Mitte). 5. 5.1

Die Beschwerdegegnerin ging in somatischer Hinsicht von einem seit der Y.___-Begutachtung im Jahr 2007 (vgl. vorstehend E. 3.2) unveränderten Gesund heitszustand und in psychiatrischer Hinicht ges tützt auf das Gutachten von Dr. A.___ vom Juni 2014 (vorstehend E. 4.4 ) von einem seither verbesserten Gesundheitszustand aus (vgl. vorste hend E. 2.1). Dagegen machte der Be schwer deführer

geltend, sein Gesundheitszustand habe sich sowohl in somati scher als auch in psychiatrischer Hinsicht verschlechtert, der somatische Ge sundheits zu stand sei ungenügend abgeklärt worden und auf das psychiatrische Gutachten von Dr. A.___ könne nicht abgestellt werden, sondern es sei viel mehr der Einschätzung der behandelnden Ärzte der Z.___ zu folgen (vgl. vorste hend E. 2.2 ). 5.2

In somatischer Hinsicht ist zu beachten, dass seit der Begutachtung am Y.___ im Jahr 2007 keine Berichte vorliegen, die auf eine seither eingetretene höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als im dortigen Belastungsprofil formuliert, schliessen lassen würden. So nannte Dr. F.___ im Dezember 2014 (vorste hend E. 4.6) lediglich bereits bekannte Diagnosen und verwies auf die kardiolo gische Abklärung. Der Kardiologe Dr. D.___ äusserte sich im November 2013 (vorstehend E. 4.2) nicht zu allfälligen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit und empfahl eine invasive Abklärung. Aus dem Bericht der Ärzte der Z.___ vom Februar 2015 (vorstehend E. 4.8) geht hervor, dass die am 29. November 2013 durchgeführte Koronarangiographie ohne Befund blieb. Diesbezüglich sei an zu merken, dass sich der Beschwerdeführer aufgrund von Thoraxschmerzen un kla rer Ätiologie bereit s im Jahr 2002 kardiologisch untersuche n liess, was ohne erklärende Befunde blieb (vgl. Urk. 9/26/5-6) sowie auch die umfassende kardi al e Untersuchung des Beschwerdeführers im Februar 2009 keine Erklärung der Beschwerden brachte (vgl. Urk. 9/110/8-16).

Auch aus dem MRI-Bericht vom September 2009 (vgl. vorstehend E. 4.1) lässt sich nicht entnehmen, dass in angepasster Tätigkeit eine weitergehende Ein schränkung resultieren würde, insbesondere ergab die Untersuchung keine Hin weise auf eine lumboradikuläre Kompression .

Es bleibt demnach bei dem von den Gutachtern der Y.___ im Dezember 2007 formulierten Belastungsprofil, in welchem dem Beschwerdeführer körperlich leichte Verweistätigkeiten ohne repetitives Bücken und ohne repetitive Über kopf tätig keitsanteile, ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5 kg, nicht ausschliesslich stehend oder gehend mit der Mög lichkeit zur Ein nahme von Wechselpositionen aus rein somatischer Sich t zu 70 % zumutbar

sind. 5.3

Dr. A.___ nannte in seinem Gutachten vom Juni 2014 als Diagnose ohne Auswir kung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerz störung (ICD-10 F45.40) mit Dysthymie (ICD-10 F34.1) bei einer gegenwärtig remittierten depressiven Störung (ICD-10 F33.4) mit einem Status nach Abhän gigkeitssyndrom von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.20). MIT BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u nd anschliessende Urteile) ange passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtspre chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh alten. Das bishe rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st rukturiertes Beweisverfahren er setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berück sichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweisl ast der rentenansprechenden Per son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch nichts. An die Stelle des bishe rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete n im Regelfall beachtliche Stan dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka tegorien Schweregrad und Kon sis tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die Präponderanz der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich er Natur. Recht und Medizin wir ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel fall zusammen. Im Grunde konkre tisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbegrün denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w enn die funktionellen Auswirkun gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e s da ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi e vor die materiell beweis belas tete versicherte Person zu tragen (E. 6). 5.4

Nach Aufgabe des Konzepts der Überwindbarkeitsvermutung, welche durch eine ergebnisoffene Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens als zentralem Beweisgegenstand abgelöst wird, scheint der Begriff des Kriteriums nicht mehr geeignet. Das Bundesgericht spricht fortan von Indikatoren, einem Begriff, der massgebliche Beweisthemen bezeichnet, anhand welcher ein bestimmter Sach verhalt ermittelt wird (vgl. dazu auch Peter Henningsen, Probleme und offene Fragen in der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit bei Probanden mit funktionellen Körperbeschwerdesyndromen, in: SZS 2014 S. 533 und 541 [Gutachten des Prof .

Dr. Peter Henningsen, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Technische Universität München, vom Mai 2014 zu Fragen der Schweizer Praxis zur Invaliditätsfeststellung bei somatoformen und ver wandten Störungen]; BGE 141 V 281 E. 4.1.1 und E. 4.1.2).

Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i n

BGE 141 V 281 wie folgt: - Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3) - Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1) - Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1) - Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz (E. 4.3.1.2) - Komorbiditäten (E. 4.3.1.3) - Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res sourcen; E. 4.3.2) - Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3) - Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4) - gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver gleich baren Lebensbereichen (E. 4.4.1) - behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei dens druck (E. 4.4.2)

Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein zelfall relevanten) Indikatoren geben, ver schaffen den Rechtsanwendern In di zien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3). 5.5

Der Beschwerdeführer machte geltend, dass auf das Gutachten von Dr. A.___ aufgrund der Änderung der Rechtsprechung ohnehin nicht mehr abgestellt wer den könne (vgl. vorstehend E. 2.2).

Das Gutachten von Dr. A.___ berücksichtigt die vom Beschwerdeführer ge klag ten Beschwerden und setzt sich mit diesen und seinem Verhalten umfas send auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen Vorakten ab ge ge ben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schluss f olgerung ist in nachvollziehbarer Weise begründet. Dr. A.___ setzte sich auch umfassend mit der anderslautenden Einschätzung der Ärzte der Z.___ ausein an der, weshalb das Gutachten grundsätzlich die Anforderungen an eine beweis kräftige Expertise (vgl. vorstehend E. 1.6) erfüllt.

Es wurde jedoch im Juni 2014 und demnach vor der Rechtsprechungsände rung von BGE 141 V 281 verfasst. Damit verliert es seinen Beweiswert indes nicht per s

e. Z u prü fen ist vielmehr , ob das Gutachten

– gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte d er massgeblichen Indikatoren er l aubt oder nicht (vgl. BGE 141 V 281 E. 8 ) .

Da der B eschwerdeführer eine erhaltene Fähigkeit hat , al ltägliche Verrichtungen auszuüben , familiär gut integriert ist und Kon takte zu Freunden pflegt und regelmässig in die E.___ reist (vgl. vorstehend E. 4. 4 ) fällt eine schwere Aus prä gung des psychischen Leidens ausser Betracht ( Urteile des Bundesgerichts 9C_514/2015 vom 14. Januar 2016 E. 4 und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.1).

Es stellt sich deshalb die Frage, ob die mit der psychischen Gesundheitsbe ein träch tigung in Zusammenhang stehenden geltend gemachten Einschränkungen und Beeinträchtigungen überhaupt eine invalidisierende Be deutung annehmen können. Dabei ist von der grundsätzlichen Validität auszu gehen und es liegt die materielle Beweislast für Invalidität bei der versicherten Person ( BGE 139 V 547 E. 8.1 ).

Hinsichtlich des Indikators Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resis tenz lässt sich den Akten und auch dem Gutachten von Dr. A.___ entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer zwar seit 2001 in psychiatrischer Behandlung bei der Z.___ befunden hat, dies jedoch nur einmal im Monat, seit 2003 lediglich ein Antidepressivum in niedriger Dosierung eingenommen wurde und weder teil- oder vollstationäre Therapien stattgefunden haben. Zudem verzeichnete Dr. A.___ mit der Remission der depressiven Problematik dennoch einen Be handlungserfolg.

Bei lediglich in diesem geringen Ausmass wahrgenommenen Therapie möglich kei ten bei dennoch eingetretener Remission des depressiven Leidens lässt sich indes nicht auf eine invalidisierende, schwere psychische Störung, welche thera peutisch nicht angehbar wäre, schliessen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_478/2015 vom 12. Februar 2016 E. 4.5). Hinsichtlich der psychischen Komor biditäten kommt der diagnostizierten Dysthymie (ICD-10 F34.1) rechtspre chungs gemäss grundsätzlich keine invalidisierende Wirkung zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2013 vom 6. März 2014 E. 6.2; klinisch-diagnostische Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Störun gen der Weltge sundheitsorganisation, ICD-10 Kapitel V (F), Dil ling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], 9. Auflage, Bern 2014, S. 183 f.).

Aus den somatischen Befunden geht unverändert in einer angepassten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % hervor (vgl. vorstehend E. 5.2 ).

I m Bereich des Komplexes Persönlichkeit bestehen keine Hinweise auf zu prüfen de Merkmale, welche im Rahmen einer umfassenden Ressourcenprüfung ins Gewicht fallen könnten. In Bezug auf den Indikator des sozialen Kontextes (BGE 141 V 281 E. 4.3.3) fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer regel mässig soziale Kontakte zu Familienmitgliedern und Freunden unterhält, wes halb davon auszugehen ist, dass er familiär und sozial gut integriert ist, was sich potenziell günstig auf sei ne Ressourcen auswirken dürfte.

Zu prüfen gilt es sodann die Kategorie Konsistenz , insbesondere in Bezug auf den Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in al len vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4 und 4.4.1). Laut den Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Begutachtung bei Dr. A.___ , verbringe er den Tag damit, viel spazieren zu gehe n , Radio zu höre n und TV zu sehe n , familiäre Kontakte zu pflege n und sich ab und zu mit Freunden zu treffe n . Zudem reise er regelmässig einmal im Jahr in die E.___ .

Von einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen kann nicht gesprochen werden.

Bei dieser Sachlage ergeben sich auch unter Berücksichtigung der beachtlichen Standardindikatoren keine erheblichen funktionellen Auswirkungen der medizi nisch festgestellten Diagnosen, weshalb Dr. A.___ der somatoforme n Schmerz störung (ICD-10 F45.4 0 ) zu Recht keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zugestanden hat . 5.6

Auch vermag die vom Beschwerdeführer und von den Ärzten der Z.___ im Dezem ber 2014 und Februar 2015 geäusserte Kritik am Gutachten von Dr. A.___ (vgl. vorstehend E. 4.5 und E. 4.8) dieses nicht in Zweifel zu ziehen.

Der Beschwerdeführer bemängelte in seiner Beschwerde die Dauer der Begut ach tung, sowie den Umstand, dass Dr. A.___ auf das Einholen einer Fremd anam nese verzichtet hat (vgl. vorstehend E. 2.2.).

Diesbezüglich ist zu beachten, dass es rechtsprechungsgemäss keine verbind liche Mindestdauer für eine psychiatrische Exploration gibt , sondern es wird lediglich verlangt, dass die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 1 5. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanam nestische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2).

H insichtlich der Ausführungen der seit 2001 behandelnden Ärzte der Z.___ vom Dezember 2014 und Februar 2015

(vgl. vorstehend E. 4.5 und E. 4.8) g ilt es zu berücksichtigen, dass

ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung zumindest als hausarztähnlich b ezeichnet werden muss, weshalb hier eine gewisse Zurück haltung bei der Würdigung ihrer Berichte angebracht ist (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc ).

Sie

vermischten sodann somatische und psychiatrische Diagnosen miteinander und schien en sich unkritisch auf die s ubjektiven Beschwerdeangaben des Beschwerdeführers zu stützen. Wie Dr. A.___ zu Recht kritisierte, äusserten sich die Ärzte der Z.___ nicht zu allfälligen psychosozialen Belastungsfaktoren oder zu auch anderweitig in den Akten dokumentierten Verdeutlichungsten denzen. So berichtet Dr. med. H.___, Facharzt für Neurologie, nach Untersu chung des Beschwerdeführers im März 2009, dass sich der Patient voll ständig unauffällig bewege, sobald jedoch die Arbeit und die Invalidenver sicherung an ge sprochen würden, er sich krümme und vor Schmerzen stöhne (vgl. Urk. 9/110/6-7).

Was die von den Ärzten der Z.___ gerügte Nichtberücksichtigung der Ergebnisse des Beck-Depressions-Inventars durch Dr. A.___ anbelangt, ist zu berücksich tigen, dass dieses im Wesentlichen auf den subjektiven Angaben des Beschwer deführers beruht und demnach keine objektive Einschätzung des tatsächlichen Gesundheitszustandes erlaubt. Zudem ist dem testmässigen Erfassen der Psy chopathologie im Rahmen der psychiatrischen Exploration rechtsprechungsge mäss generell nur eine ergänzende Funktion beizumessen. Ausschlaggebend bleibt die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ( vgl. Urteil 9C_344/2013 vom 16. Oktober

2013 E.

3.1.5 mit Hinweisen) .

Weiter ist hinsichtlich der von den Ärzten der Z.___ und vom neu behandelnden Psychiater Dr. G.___ (vgl. vorstehend 4.9) diagnostizierten Persönlichkeits veränderung nach Extrembelastung/komplexen posttraumatischen Belastungs störung (ICD-10 F62.0) auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu ver weisen, wo nach eine posttraumatisch e Belastungsstörung nur anerkannt wird , wenn sie mit einer Latenz von wenigen Wochen bis Monaten nach einem Ereig nis mit aussergewöhnlichen Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass auf tritt, das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädi sponierende Faktoren können die Schwelle zur Entwicklung dieses Syndroms zwar senken und den Verlauf erschweren, sind aber weder notwendig noch aus reichend, um dessen Auftreten erklären zu können. Eine weniger einschrän kende Formulie rung des Belastungskriteriums oder der zeitlichen Latenz und damit die Berück sichtigung von Ereignissen, die keine aussergewöhnliche Kata strophe darstelle n, dennoch aber im Erleben eines P atienten eine Traumati sierung auslösen können, oder ein erst lange nach traumatischen Ereignissen beginnender Krankheitsver lauf mag therapeutisch Sinn machen, hingegen ver langt die Leistungsberechti gung in der Invalidenversicherung zwangsläufig eine gewisse Objektivierung, weshalb solche Konstellationen ausser Betracht bleiben müssen (Urteil des Bun desgerichts 9C_671/2012 vom 1 5. November 2012 E. 4.3 mit Hinweisen).

Vorliegend arbeitete der Beschwerdeführer nach Einreise in die Schweiz von 1992 bis 2001 in einem Pensum von 100 % in verschiedenen Tätigkeiten (vgl. Urk. 9/4 Ziff. 6.3.1), ohne dass in psychiatrischer Hinsicht rele vante Probleme verzeichnet worden wären, weshalb die Latenzzeit des Eintritts der Beein träch tigung zur Bestätigung der Diagnose vorliegend nicht erfüllt ist. Auffallend sind auch die widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers hinsichtlich des Todes der drei Brüder. So äusserte er verschiedentlich, diese seien an Krankheit gestorben (vgl. auch Urk. 9/110/6 und vorstehend E. 4.4) und nun schreibt Dr. G.___, ein Bruder sei durch Faschisten umgebracht wor den.

Berechtigt ist auch der von Dr. A.___ an den Ärzten der Z.___ geäusserte Kritik punkt, dass sich die Therapiefrequenz und Medikamentation des Beschwerde führers nicht mit der attestierten hohen Arbeitsunfähigkeit und den gestellten Diagnosen vereinbaren lässt.

Schlussendlich ist in Bezug auf die Ausführungen des langjährig behandelnden Hausarztes Dr. F.___ einerseits festzuhalten, dass es sich bei seiner Ein schätzung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nicht um eine fachärztliche handelt und andererseits das Gericht der Erfahrungstat sache Rechnung zu tragen hat , dass Hausärztinnen und Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). 5.7

Zusammenfassend ist damit der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu betrachten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in psychiatrischer Hinsicht gestützt auf das Gutachten von Dr. A.___ vom Juni 2014 seit letztmaliger Begutachtung am Y.___ im Jahr 2007 ver bessert hat und nunmehr von einer 100%igen Arbeits fähigkeit in jeglichen Tätigkeiten auszu gehen ist.

I n somatischer Hinsicht ist dagegen von einem seither unveränderten Gesund heits zustand auszugehen, womit nach wie vor eine Restarbeitsfähigkeit in einer leichten angepasster Tätigkeit von insgesamt 70 %

besteht. 6.

Der Beschwerdeführer war von 1992

bis 1999 als Maschinenführer im Drei schicht-Betrieb und hernach von 1999 bis März 2001 als Koch bei der I.___ GmbH tätig (vgl. Urk. 9/1/1-2, Auszug aus dem individuellen Konto; IK-Auszug, Urk. 9/11, Urk. 9/13, Urk. 9/19, Urk. 9/21), wobei diese Firma stillgelegt wurde (vgl. Urk. 9/10, Urk. 9/19 Ziff. 3). Seit dem Jahr 2001 ging er keiner Erwerbstä tigkeit mehr nach und eine Anpassung des zuletzt erzielten Einkommens an die Nominallohnentwicklung über einen derart langen Zeitraum würde kein realis tisches Bild ergeben. Es rechtfertigt sich vorliegend demnach, bei der Bestim mung des Valideneinkommens auf den Durchschnittslohn (Zentralwert) für Männer für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompe tenz niveau 1 der LSE

2012 , Tabelle TA1, privater Sektor Schweiz 2012 ) abzu stellen. Auch das Invalideneinkommen ist gestützt auf diesen statistischen Wert der LSE zu berechnen.

Somit kann hier von der ärztlich geschätzten Arbeits(un)fähigkeit ohne Weiteres - unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn - auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen und damit ein Prozentvergleich

vorgenommen werden (Urteile des Bundesgerichts 9C_888/2014 vom 4. Februar 2015 E. 2

f. und 8C_450/2014 vom 24. Juli 2014 E. 7.3). Vorliegend erscheint bei lediglich noch in einem Teilzeitpensum möglicher Tätigkeit und nach langer Abstinenz vom Arbeitsmarkt zufolge langjährigem Rentenbezug ein Abzug vom Tabellenlohn im Umfang von 15 % gerechtfertigt ( vgl. BGE 126 V 472 E. 4.2.3) .

Demnach resultiert bei einem noch möglichen Arbeitspensum in angepasster Tätigkeit von 70 % unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 15 % ein Invaliditätsgrad von rund 40 %, bei welchem Ergebnis der Beschwer defüh rer Anspruch auf eine Viertelsrente hat.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die ange fochtene Verfügung mit der Feststellung aufzuheben ist, dass der Be schwer deführer ab 1. Juli 2015 Anspruch auf eine Viertelsrente hat . 7. 7.1

Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest zulegen (Art. 69 Abs . 1bis IVG) und auf Fr. 9 00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 7.2

Nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialver sicherungsgericht hat die obsiegende beschwerdeführende Person An spruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit aufwand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Der obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteu er) ermessensweise auf Fr. 3‘000 .-- (inklusive Baraus lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen

und von der Beschwerdegegnerin zu be zahlen ist. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung der Sozial versiche rungsanstalt des K antons Zürich, IV-Stelle, vom 11 . Mai 2015 aufgeho ben und fest gestellt wird, dass der B eschwerdeführer

ab 1. Juli 2015 Anspruch auf eine Viertels rente hat. 2.

Die Gerichtskosten von Fr. 900 .-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rech nung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts kraft zugestellt. 3.

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessent schä digung von Fr. 3‘000 .-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen. 4.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Barbara Laur - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 5.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin MosimannSchucan