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IV.2012.00885

Invalidenrente: Würdigung eines bidisziplinären Gutachtens, Invaliditätsbemessung unter Anwendung des Einkommensvergleichs bei (arbeitsmarktbedingter) Teilzeiterwerbstätigkeit.

Zürich SozVersG · 2013-11-15 · Deutsch ZH
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Sachverhalt

1.

Die 1961 geborene und zuletzt als Znüni-Kurier in

und Hauswartin erwerbstätig gewesene X.___ meldete sich am 7. April 2009 unter Hinweis auf Schmerzen ( im Nacken, Rücken, an Beinen, Schultern und Händen ) sowie auf eine Depression bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2). Nach Durchführung von Abklä rungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht stellte die IV-Stelle mit Vor bescheid vom 15. Februar 2011 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus sicht (Urk. 8/38 f.). Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens ergänzte sie die medizinischen Abklärungen und verfügte am 4. Juli 2012 im angekündigten Sinne (Urk. 2). 2.

Dagegen erhob

X.___ am 6. September 2012 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Zusprechung einer Invalidenrente, eventualiter um Veran lassung einer neutralen Begutachtung. Ferner ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2012 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Am 15. Oktober 2012 wurde die Beschwerdeantwort der Beschwerde führerin zur Kenntnis gebracht (Urk. 9). Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit ( Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein ( Art. 4 Abs. 1 des Bun desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt ( Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist ( Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit ( Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit ( Art. 6 ATSG) sei der versi cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen). 1.2

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a.

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min destens 40 Prozent arbeitsunfähig ( Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c.

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ( Art. 8 ATSG) sind.

Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.3

Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen). 1.4

Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen ( Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung). 1.5

Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein trächtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwe rbstätig wäre . Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhält nissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist ( Bundesgerichtsurteil 8C_812/2011 vom 11. Oktober 2012 E. 4.1 mit Hinweisen ). 1.6

Ist anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchti gung teilerwerbstätig

oder sie arbeite unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit

, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG und Art. 28a Abs. 3 IVG sowie Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; im Fol genden: Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG) tätig zu sein, ist die Invalidi tät ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG zu bemessen. Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zu r Anwendung wie bei ohne Gesund heits schaden voll Erwerbstätigen (Art. 27 bis IVV). Bei einer hypothetisch (im Gesund heitsfall) lediglich teilerwerbstätigen versicherten Person ohne einen Aufgaben bereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG bemisst sich somit die Invalidität nach der allge meinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Untervariante davon (Schätzungs- oder Prozentvergleich, a usserordentliches Bemessungsver fahren). Das Valideneinkommen ist nac h Massgabe der ohne Gesundheitsscha den aus geübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist , was die ver si cherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbs tätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stü cken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, o der ist die Ausübung einer Ganz tagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (BGE 125 V 157 E. 5c/bb) . Das Inva lideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Dur chführung allfälliger Eingliede rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das vom Arzt festzulegende Arbeits pen sum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (zum Ganzen: BGE 131 V 53 f. E. 5.1.2).

Nach der dargelegten Konzeption ist die Reduktion des zumutbaren erwerbli chen Arbeitspensums, ohne dass die dadurch frei werdende Zeit für die Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG verwendet wird, für die Methode der Invaliditätsbemessung ohne Bedeutung. Die Gründe für eine ohne Gesundheitsschaden bloss teilzeitlich ausgeübte Erwerbstätigkeit sind für die Wahl der Bemessungsmethode lediglich insofern von Interesse, als sie in Zu sammenhang stehen mit der Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG. Insbesondere werden allein stehende Personen bei einer Reduktion des Beschäftigungsgrades aus freien Stücken nicht gleichsam automatisch zu Teilerwerbstätigen mit einem Aufgabenberei ch Haushalt neben der Berufsaus übung (BGE 131 V 54 E. 5.2). 1.7

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 1.8

Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli chen allseitigen Untersuchun gen beruht, die geklagten Beschwerden berück sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus einander setzt was vor allem bei psychischen Fehlent wicklungen nö tig ist , in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu räu mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U.

Meyer Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.). 2.

Die Beschwerdegegnerin begründet die Rentenablehnung damit , dass der Beschwer deführerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Znüni-Kurier in

mit einem Pensum von 70 % seit April 2008 zwar nur noch zu 50 % zumutbar sei . Für e ine körperlich leichte, in temperierten Räumen abwechslungsweise sitzend und stehend auszuübende Tätigkeit, ohne häufige Inklination, Reklination oder Rotation, ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen, ohne Arbeiten mit erhöhter emotionaler Belastung, Stress belastung, Verantwortung, vermehrtem Kundenkontakt oder über du rch schnittlicher Dauerbelastung sei sie dagegen lediglich zu 40 % eingeschränkt (Urk. 2 S. 1 f.).

Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Stand punkt, dass sie im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig ( gewesen ) wäre, infolge schwerer psychischer Erkrankungen sowie körperlicher Einschränkungen jedoch zumindest in absehbarer Zeit nicht mehr arbeitsfähig sei (Urk. 1, insbe sondere S. 10). 3. 3.1

Aufgrund eines chron ischen zervi kobrachialen Schmerzsyndroms liess der Haus arzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. Y.___ , Facharzt für Allge meine Innere Medizin, Z.___ , Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, ein Arbeitsassessment durchführen (Urk. 8/7 S. 2). Im Bericht dieses Spitals

vom 2. Dezember 2008 (Urk. 8/7 S. 3 ff.)

wurden folgende Diagnosen gestellt : -

Chronisches zervi kobrachiales Schmerzsyndrom beidseits rechtsbetont - Status nach Autounfall am 24. März 2008 - Wirbelsäulenfehlform und

-fehlhaltung - muskuläre Dysbalance und Haltungsinsuffizienz - multisegmentale Diskopathie ohne Hinweis für Myelopathie - Onkovertebralarthrosen mit Einengung der Neuroforamina auf Höhe HWK 6/7 mit möglicher Tangierung von C7 beidseits (MRI HWS vom 25. April 2008) -

Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom -

Periarthropathia genu beidseits -

Leichte depressive Episode -

Verdacht auf generalisierte Angststörung

Weiter w u rd e im Bericht ausgeführt, z um Untersuchungszeitpunkt habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen im Schulter- / Nackenbereich rechtsbetont mit Ausstrahlung in beide Arme geklagt. Aufgrund der Selbstlimitierung könn ten mittels der Basistest s keine Aussagen über die arbeitsbezogen relevanten Probleme gemacht werden. Die Versicherte habe bei den Tests eine mässige Leistungsbereit schaft gezeigt und sei an beide n Testtage n zu spät erschienen. Es sei eine deutliche Selbstlimitierung festgestellt worden . Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb nebst den Ergebnissen der Tests und der kli nischen Untersuchung auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen. Daraus ergebe sich aus somatisch-rheumatologischer Sicht eine zumutbare Arbeitsfä higkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Znüni-Kurierin von 100 % (Urk. 8/7). 3.2

Vom 8. bis 21. Juli 2009 war die Versicherte im damaligen A.___

im Rahmen einer Krisenintervention bei depressiver Symptomatik hospi talisiert. Im Bericht vom 28. August 2009 (Urk. 8/21) wurde eine seit 2006 bestehende mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F32.11) mit somatischem Syndrom diagnostiziert und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit während der Hos pitalisation attestiert. Laut den berichtenden Ärzten war d ie Arbeitsfähigkeit nach dem Klinikaufenthalt neu zu evaluier en . Es wurde angenommen, dass die Versicherte i m Rahmen der depressiven Episode bei der Ausübung der bisheri gen Tätigkeit Schwierigkeiten haben könnte. Aus psychiatrischer Sicht und auf grund der Erfahrung während des kurzen einmaligen stationären Aufenthalts wäre bei der Beschwerdeführerin eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich. 3.3

Die Psychologin lic. phil. B.___ sowie Dr. med. C.___ , Oberärztin am D.___ , behandel te n die Beschwerde führerin im Ambulatorium D.___

ab Januar 200 9. Im Bericht vom

12. Januar 2010

(Urk. 8/28 ) stellten sie folgende Diagnosen: -

E motio nal-instabile

Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD 10 F6 0.31 ) , bestehend seit mehreren Jahren -

R ezidivierende mittelgradige depressive Episode

mit somatischem Syn drom (ICD-10 F33.11), bestehend seit etwa Mitte 2006

D ie emotionale Instabilität scheine sich in letzter Zeit etwas ausgeprägt zu haben. Demzufolge sei auch die Gefahr sehr gross, dass die Patientin immer wieder in depressive Episoden gerate. Die allgemeine Schmerzsymptomatik so wie das starke Übergewicht verschlechterten die Prognose deutlich. Kurz- und mittel fristig sei keine relevante Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Die Beschwerdeführerin sei sicher nicht in der Lage, in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf als Znüni-Kurierin zu arbeiten . 3.4

Im orthopädisch-psychiatrischen

Gutachten der

E.___ , vom 5. August 2010 ( Dr. med. F.___ , Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und Dr. med. G.___ , Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) wurden fol gende

Diagnosen m it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt

(Urk. 8/31 S. 21 ) : -

D eutliche Osteochondrose C4-7 mit Einengung des Spinalkanals C4/5 und C5/6 sowie der Neuroforamina C4/5 und geringer C6/7 beidseits -

D eutliche Spondylarthrose L4/5 mit linksbetonter birezessaler Stenose und Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 links, eventuell auch rechts sowie Spondylarthrose L5/S1 -

Adipositas -

R ezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Epi so den und somatischem Syndrom, bestehend seit etwa 2004 (ICD-10 F33.11) -

K omb inierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und ängstli chen Persönlichkeitszügen (ICD-10 F61.0)

Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen die Gutachter Dr es. F.___

und

G.___ dagegen folgenden weiteren Diagnosen bei (Urk. 8/31 S. 21): -

L eichte Gonarthrose links und Nullachse -

Senk-/Spreizfüsse -

Nikotinabusus

Laut Gutachten klagte die Beschwerdeführerin a nlässlich der orthopädischen Untersuchung über Nackenschmerzen mit Auss trahlungen in Kopf und Schulter , über lumbale Schmerzen, die sich in das linke Kniegelenk fortsetz t en , sowie über Schmerzen im linken Kniegelenk (Urk. 8/31 S. 4) . Aufgrund der Ergebnisse der klinischen und radiologischen Untersuchung kam Dr. F.___ zum Schluss, dass die Nackenschmerzen und die abnormen Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule auf die in der Magnetresonanztomographie (MRI) sichtbare Osteochondrose C4-7 mit Einengung des Spinalkanals C4/5 und C5/6 sowie der Neuroforamina C4/5 links und gering auch C6/7 beidseits zurückgeführt werden könnten. Die lumbalen Schmerzen und die pathologischen objektiven Befunde der Lendenwirbelsäule seien im Wesentlichen mit der im MRI nachgewiesenen deutlichen Spondylarthrose L4/5 mit linksbetonter birezessaler Stenose und Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 links, eventuell auch rechts sowie der moderaten Spondylarthrose L5/S1 vereinbar. Prognostisch ungünstig sei das Übergewicht, das zu einer vermehrten Belastung und Abnutzung der vorge schädigten Lendenwirbelsäule führen könne. Die Kniegelenksschmerzen links seien bei unauffälligem Untersuchungsbefund des linken Kniegelen ks und radi ologisch nur leichter Gonarthrose und Nullachse nicht ganz nachvollziehbar. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit resultiere aus diesem geringen Befund nicht (Urk. 8/31 S. 7 , S. 20 ) .

Die psychiatrische Untersuchung durch Dr. G.___ ergab eine rezidivierende depressive Störung, welche sich 2004 im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit und Partnerproblematik zu eine r mittelgradige n depressive n Episode entwickelt habe. 2005 habe sich die Beschwerdeführerin bis zum Tod ihres Ehemannes im November 2006 in guter psychischer Verfassung befunden .

S eit dem Tod des Ehemannes bestünden mittelgradige depressive Episoden mit somatischem Syn drom, wobei es 2007/2008 im Rahmen der

erwerblichen Tätigkeit als Znüni-Kurierin zu beruflichen Belastungssituationen gekommen sei ; am 24. März 2008 habe die Versicherte einen Verkehrsunfall erlitten. Seither sei durchgehend eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom anzunehmen. Zusätzlich fänden sich Hinweise für eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und ängstlichen Persönlichkeitszügen. Aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden erschienen die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Motivation und die Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt. Trotz der depressiven Störung liessen sich durchaus Ressourcen und Restaktivitäten erheben. Die Ver sicherte zeige einen relativ strukturierten Tagesablauf mit Versorgung des Haus haltes und verschiedenen Aktivitäten. Sie versuche sich zu beschäftigen , mache Spaziergänge, alleine oder mit Kolleginnen, halte sich viel ausser Haus auf und zeige durchaus Interessen. Es liessen sich keine kognitiven Störungen und keine wesentlichen Kontaktstörungen erheben, mit Ausnahme einer gewis sen Selbst unsicherheit. Die depressive Störung führe zu einer Beeinträchtigung der Schmerz verarbeitung und Schmerzbewältigung. Damit verfüge die Be schwerde führerin nicht ausreichend über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen und es seien diese mit einer zumutbaren Willens anstrengung nur eingeschränkt überwindbar (Urk. 8/31 S. 17 f. , S. 21 ).

Im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung legten die beiden Gutachter die aus somatischer Sicht lediglich um 15 % eingeschränkte (Urk. 8/31 S. 8)

Arbeitsfähigkeit als Znüni-Kurierin bei voller Stundenpräsenz seit mindestens April 2008 unter Hinweis auf die psychischen Einschränkungen auf 50 % fest. Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzen d und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig inkli nierte und reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 5 kg gehoben oder getragen werden müss t en , ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelast ung, ohne erhöhte Verantwortung , ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung

dürften

seit April 2008 bei voller Stundenpräsenz zu 60 % zugemutet werden (Urk. 8/31 S. 22) .

Weiter konnte der psychiatrische Gutachter den Berichten des damaligen

A.___ vom 28. August 2009 (Urk. 8/21) und des D.___ vom 12. Januar 2010 (Urk. 8/28) be ziehungsweise den entsprechenden

d iagnostischen Einschätzungen weitge hend zustimmen. Die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien aus gut achterlicher psychiatrischer Sicht aber deutlich geringer einzustufen, und es liessen sich sowohl in den psychiatrischen Arztberichten als auch bei der jetzi gen gutachterlichen Untersuchung deutliche Restaktivitäten und Ressourcen erkennen, die eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht rechtfertigten (Urk. 8/31 S. 22). 3.5

Laut Bericht des D.___

vom 11. April 2011 an die Rechtsvertreterin (Urk. 8/45) leidet die Beschwerdeführerin unter starken Stimmungsschwankungen. S eit etwa vier Monaten berichte sie von posttrauma tischen Erinnerungen, durch welche sie sich „ überschwemmt “ fühle. E ine statio näre Behandlung auf der Traumastation wolle sie sich finanziell nicht leisten. Der von ihr selber gewünschte Auseinandersetzungsversuch im ambulanten Setting sei ihr wegen der Instabilität bis jetzt allerdings

nicht gelungen. Auf grund des aktuellen, nu n chronifizierten Zustandsbildes sei die Beschwerdefüh rerin zu 100 % arbeitsunfähig . Eine Eingliederung im geschützten Rahmen sei nach kurzem Versuch im Sommer 2009 von der Beschwerdeführerin bei De kompensation und nachfolgender stationärer Behandlung im A.___ abgebrochen worden. Eine langfristige Prognose erscheine schwierig. 3.6

In seiner Stellungnahme vom 8. Juni 2011 zum oben wiedergegebenen Bericht des D.___ vom 11. April 2011 (Urk. 8/49) führte der psychiatrische E.___ - Gutachter Dr. G.___ aus, mangels zusätzli che r diagnostische r Aspekte und aufgrund der erhobenen Ressourcen ergäben sich aus psychiatrisch gutachterlicher Sicht keine Änderungen bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit. Auch seien aus psychiatrischer Sicht keine weiteren medizinischen Abklärungen erforderlich und aufgrund der vorliegenden psychischen Problematik keine zu sätzlichen Erkenntnisse zu erwarten. 3.7

Im

Abschlussbericht des D.___ vom 26. Mai 2011 (Urk. 8/55)

wurde der Beschwerdeführerin a ufgrund der momen tanen Symptomatik mit starken Stimmungsschwankungen und schweren depressiven Einbrüchen bei im Wesentlichen unveränderten Diagnosen empfohlen, eine höher frequente Therapie bei einem niedergelassenen Thera peuten zu beginnen.

In der Folge übernahm Dr. med. H.___ , Facharzt für Psychiatrie und Psy chotherapie, die psychotherapeutische Behandlung. Im Bericht vom 1. Februar 2012 (Urk. 8/59) stellte er

folgende Diagnose n: -

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) -

instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD-10 F60.31) -

rezidivierende depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)

In der Anamnese berichtete Dr. H.___

sodann über die schwere Kindheit der Beschwerdeführerin in I.___ sowie darüber, dass sie im Alter von 18

Jahren von ihrer in J.___ lebenden Freundin und deren Mann während zwei Monaten gezwungen worden sei, sich zu prostituieren. Letzteres sei für sie wie eine Vergewaltigung gewesen. Sie hasse sich dafür und fühle sich schmutzig, blöd und wertlos. Auch bei intensiver Therapie sei wegen der fest verankerten, ungünstigen depressiven Verarbeitungsweise, beziehungsweise der Selbstblo ckierung gegenüber anstehenden Problemen, Herausforderungen, persönlichen Kontakten sowie allgemein en Situationen des Alltags mittelfristig an eine rele vante Arbeitsfähigkeit nicht zu denken. Die Grundbefindlichkeit der Beschwer deführerin werde sich wahrscheinlich verbessern. Ob damit eine Arbeits fähigkeit einhergehen werde, sei fraglich. Gestützt darauf attestierte Dr. H.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 15. März 2008. 3.8

Vom 10. April bis 16. Juli 2012

somit zur Zeit des Erlasses der angefochtenen Verfügung befand sich die Beschwerdeführerin au f der Spezialstation für Traumafolgestörungen im A.___

in stationärer Behandlung . Im Bericht vom 6. August 2012 (Urk. 8/68) wurden folgende Diagnosen

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt : -

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) -

rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) -

Agoraphobie (ICD-10 F40.0) -

Schleudertrauma im Rahmen eines Verkehrsunfalls 2008

Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen die berichtenden Ärzte hinge gen einer kombinierten Hyperlipidämie sowie der Adipositas per magna bei (BMI 41.1

kg/m 2 ). Weiter führten sie aus, die Diagnosen einer rezidivieren den depressiven Störung bei gegenwärtig mittelgradiger Episode mit somati schem Syndrom sowie einer Agoraphobie seien zum aktuellen Zeitpunkt nicht klar abgrenzbar gegenüber der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung und könnten je nach Verlauf eventuell auch unter dieser Diagnose subsumiert werden. Eine im Vorfeld aufgetretene akute Suizidalität habe zum Berichtsz eit punkt nicht mehr bestanden. Allerdings habe die Beschwerdeführerin passive Todeswünsche angegeben. Eine zuvor mehrfach beschriebene emotional insta bile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31) habe während des dreimonatigen Aufenthalts nicht objektiviert werden können. Zwar habe die Beschwerdeführerin unter rezidivierenden depressiven Stimmungseinbrüchen gelitten, jedoch insgesamt eine durchgehend depressive Stimmungslage gezeigt. Auch habe sie sich während des stationären Aufenthaltes gut in den Klinikalltag einfügen und sich an die Stationsregeln halten können. Ein unberechenbares oder impulsives Verhalten habe nicht beobachtet werden können. Probleme im Rahmen der Beziehungsgestaltung zu Mitpatienten im Sinne der Nähe-/Distanz regulierung oder einer Vermeidung von Kontakt zu männlichen Mitpa tienten sowie anamnestisch beschriebene Männerbeziehungen mit fehlender emo tionaler Nähe, mangelndem Respekt gegenüber der Patientin und übermäs sigem Einsatz seitens der Patientin, die Beziehung zu erhalten, liessen sich voll umfänglich durch eine Bindungsproblematik aufgrund der komplexen post traumatischen Belastungsstörung in Kombination mit seit der Kindheit erlernten Verhaltensmuster n erklären. Als Znüni-Kurierin bestehe bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Es lägen kognitive Einschränkungen mit Auf merksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie eine depressive Stimmungslage mit rezidivierenden depressiven Krisen , Alpträume und Schlaf störungen vor . Dies e Symptomatik führe dazu, dass d ie Beschwerdeführerin we nig belastbar sei und somit Arbeitsqualität und -quantität sowie Lern- und Anpassungsfähigk eit reduziert seien. Weiter sei die Beschwerdeführerin in der Arbeitswelt mit organisatorischen und strukturellen Anforderungen rasch überfordert. Diese Problematik sei im Rahmen der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung zu sehen und nicht oder nur in geringem Ausmass durch den Willen der Beschwerdeführerin zur Besserung der Symptomatik, welcher durch aus vorhanden sei, beeinflussbar . Da es sich um eine schwere und chronifizierte Symptomatik einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung handle, sei auch unter adäquater Therapie im Gegensatz zur Lebensqualität keine Verbes serung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Ein Arbeitsversuch im geschützten Rahmen im Mai 2009 sei bereits gescheitert. Gestützt darauf gingen die berich tenden Ärzte aufgrund der psychiatrischen Grunderkrankung von einer bis auf weiteres bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus und empfahlen nach Bedarf die Ausübung von flexiblen Tätigkeiten mit insgesamt geringem Zeit aufwand, ohne Zeitdruck, ohne erhöhte Verantwortung, Dauerbelastung oder emotionaler Belastung im Sinne einer Tagesstruktur. Abschliessend wurden Konzentrations- und Auffassungsvermögen, Anpassungsfähigkeit sowie Belast barkeit als mittelgradig eingeschränkt eingeschätzt. 4. 4.1

Was die Frage nach dem Vorliegen einer posttraumatische n

Symptomatik angeht, berichtete die Beschwerdeführerin

e rstmals anlässlich der psychiatri schen Begutachtung durch Dr. G.___

über ihre schwierige Kindheit ( Urk. 8/31 S. 17) .

Anfangs 2011 gab sie an, weitere traumatische Erlebnisse gehabt zu haben , ohne diese allerdings detaillierter zu beschreiben (Urk. 8/45 S. 1, Urk. 8/55 S. 2). Erst im Januar 2012 erwähnte sie die zweimonatige Zwangs prostitution

im Alter von 18 Jahren, was zur Diagnosestellung einer posttrau matischen Belastungsstörung seitens des Psychiaters Dr. H.___ und deren Bestätigung durch die Ärzte der Spezialstation für Traumafolgestörungen des A.___

führte (Urk. 8/59 S 2 f. , Urk. 8/68 S. 2 ) . 4.2

Nach dem Klassifikationssystem der ICD-10, auf welche Kriterien abzustellen ist (Bundesgerichtsurteil 9C_554/2009 vom 1 8. August 2009 E. 6 ), setzt eine post traumatische Belastungsstörung

( F43.1 )

voraus, dass sie mit einer Latenz von wenigen Wochen bis Monaten nach einem Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartige m Ausmass auftritt , das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde (Dilling/Freyberger [Hrsg.], Taschenführer zur ICD-10 -Klassifikation psychischer Störungen, 6. Aufl. 2012, S. 173-175). Auch in der aktuellen Ausgabe der ICD-10, Version 2013 (abrufbar unter www.dimdi.de

) , wurde an dieser Definition und insbesondere an der Latenzzeit festgehalten. Eine weniger einschränkende Formulierung des Belastungskriteri ums und damit die Berücksichtigung von Ereignissen, die weder eine ausserge wöhnliche Bedrohung noch eine Katastrophe darstellen, dennoch aber im Erle ben einer versicherten Person eine Traumatisierung auslösen können, mag the rapeutisch Sinn machen. Dasselbe gilt für eine weniger einschränkende Formu lierung der zeitlichen Latenz mit Berücksichtigung von einem erst lange nach den traumatischen Ereignissen beginnenden Krankheitsverlauf. Hingegen ver langt die Leistungsberechtigung in der Invalidenversicherung zwangsläufig eine gewisse Objektivierung, weshalb solche Konstellationen ausser Betracht bleiben müssen (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 9C_228/2013 vom 2 6. Juni 2013 E. 4.1.2 und 4.1.3 mit Hinweisen).

4. 3

4.3.1

Zwar mögen

die

e rlebte n Traumata

wichtige Bestandteil e der Vergangenheit der Beschwerdeführerin darstellen . Jedoch war sie bis zum Unfall im Jahre 2008

in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich eingeschränkt . Die se

jahrzehntelange Latenz spricht nach den erwähnten Kriterien gegen die ( nachträgliche )

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung .

Davon abgesehen muss u nabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbese hen der Ätiologie rechtsprechungsgemäss eine Beeinträchtigung der Erwerbs fähigkeit ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entschei dend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu erfolgende Beurteilung, ob und inwiefern de r

v ersicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar ist ( BGE 127 V 294

E. 4c ; Urteil 8C_180/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 6.2.2).

D abei sind die Grundsätze zur Überwindbarkeit eines Leidens gemäss der soge nannten Schmerzstörungspraxis nach BGE 130 V 352

auch auf posttraumati sche Belastungsstörung en anwendbar. Demzufolge können solche Störungen

nur dann invalidisierend wirken, wenn ihre Auswirkungen nicht mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbar sind (Bundesgerichtsurteil 8C_ 483/2012 vom 4. Dezember 2012). Rechtsprechungsgemäss können b estimmte Umstände, wel che die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiederein stieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krank heitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter schiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent sprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraus setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352). 4.3.2

Weder den Berichten des D.___ be ziehungs weise des Dr. H.___ noch denjenigen der Spezialstation für Trauma folgestörungen des A.___ lässt sich entnehmen, dass die oben genannten Kriterien betreffend Unüberwindbarkeit der Auswirkungen der diag nostizierten posttraumatischen Belastungsstörung erfüllt wären .

Vielmehr schätzten die Ärzte des

A.___

die psychi schen Funktionen als lediglich mittel gradig eingeschränkt ein (Urk. 8/68 S. 8), was der von ihnen attestierten 100% igen Arbeitsunfähigkeit

widerspricht . Eine mittelgradige Einschränkung der Leistungsfähigkeit entspricht eher der Arbeitsfähigkeitse inschätzung der E.___ - Gutachter . Zu deren Begründung gaben die Gutachter deutliche Restaktivitäten und Ressourcen der Beschwerdeführerin an .

Insbesondere die jahrzehntelang e Erwerbstätigkeit mit Arbeitsp ensen von mind estens 70 % weist auf nicht unbedeutende Ressourcen hin. 4. 4

Bei dieser Aktenlage kann auch die Frage nach einer seit der Begutachtung in der E.___

eingetretene n Verschlechterung verneint werden . Namentlich lässt sich eine Verschlimmerung der Symptomatik nicht daraus ableiten, dass die Beschwerdeführerin erstmals im Januar 2012 von ihren traumatischen Erleb nissen berichtet e. Weiter

gaben die Ärzte des A.___ aufgrund ihrer Beobachtungen während der dreimonatigen Hospitalisation in der Spezialsta tion für Traumafolgestörungen an, dass die depressive Störung und die Agora phobie gegenüber der diagnostizierten komplexen posttraumatischen Belas tungsstörung nicht klar abgrenzbar seien. D ie Symptome für eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD-10 F60.31) konnten nicht objektiviert werden oder wurden auf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung zurückgeführt (Urk. 8/68 S. 3) .

Dies lässt nicht auf eine Ver schlechterung, sondern vielmehr auf eine andere medizinische Beurteilung eines seit der Begutachtung weitgehend unverändert gebliebenen Gesundheitszustan des schliessen . 4. 5

Aus diesen Gründen vermag der Umstand , dass die E.___ -Gutachter die der Beschwerdeführerin im Alter von 18 Jahren während zwei Monaten aufge zwungene Prostitution nicht mitberücksichtigen konnten, ihre Schlussfolgerun gen im Gutachten vom 5. August 2010 ent gegen den Ausführungen in der Beschwerde (Urk. 1 S. 10 f.)

nicht in Frage zu stellen . 4.6

Hinsichtlich der übrigen Diagnosen und der Einschätzung der der Beschwerde führerin aus somatischer Sicht noch zumutbaren Arbeitsleistung besteht eine weitgehende Übereinstimmung zwischen den Berichten der behandelnden Ärzte und dem E.___ -G utachten. Sogar der Hausarzt Dr. Y.___

widersprach dem klaren Ergebnis des von ihm veranlassten Arbeitsassessments im Z.___

nicht (Urk. 8/7 S. 2 ff. ) . 4. 7

D as bidisziplinäre E.___ -Gutachten vom 5. August 2010 erfüllt sämtliche Anfor derungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage: Es beruht auf einer eingehenden orthopädischen und psychiatrischen Untersu chung, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, setzt sich mit diesen und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge sowie in Bezug auf die gezo genen Schlussfolgerungen ein.

Demgegenüber haben sich die behandelnden Ä rzte in erster Linie auf die Be hand lung zu konzentrieren. Deren Berichte verfolgen nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die von der Rechtsprechung aufgestellten materiellen Anforderungen an ein Gut achten. Sodann ist der Erfahrungstatsache Rec hnung zu tragen, dass sie mitun ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zwei felsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5). Dies gilt für den Hausarzt wie für den behandelnden Spezi alarzt mit ihrem besonde ren Ver trauensverhältnis (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil I 655/05

vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen). Dadurch lässt sich die Diskrepanz zwischen der Einschätzung der E.___ -Gutachter einerseits und derjenigen der behandeln den Ärzte im D.___ und im A.___ sowie des behandelnden Psychiaters Dr. H.___

andererseits erklären .

4.8

Schliesslich legte die Beschwerdeführerin nicht dar ,

i nwiefern mit Blick auf die medizinischen Einschätzungen und Gegebenheiten de r orthopä dische Gutachter Dr. F.___

als voreingenommen zu betrachten wäre

( wenn gleich Bemerkungen zu Staatsbürgersc haft und Sprachkenntnisse n der Exploran di n unbestrittenermassen keine für die Orthopädie relevante n Gesichtspunkte darstellen ) . Dr. F.___ konnte - ebenso wie schon die Ärzte des Z.___ , Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin (E. 3.1) - keine Gründe ausmachen , welche aus orthopädischer Sicht gegen eine vollstän dige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit sprechen würden. 4.9

Bei dieser Sachlage bestehen keine Gründe für die Vornahme weiterer Abklärun gen (vgl. Urk. 1 S. 6).

Die Beschwerdegegnerin hat demzufolge zu Recht auf die Schlussfolgerungen im bidisziplinären E.___ -Gutachten vom 5. August 2010 abgestellt und ist davon ausgegangen, dass die Beschwerde führerin seit April 2008 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Znüni-Kurier in nur noch zu 50 %, in leidens angepasster Tätigkeit dagegen zu 60

% a r beitsfähig

ist . 5. 5.1

Unter den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass die Invaliditätsbemessung mangels eines Aufgabenbereichs der im Zeitpunkt des Eintritts des Gesund heitsschadens teilzeitlich erwerbstätigen Beschwerdeführerin nach der bei Erwerbstätige n anwendbare n Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen hat (Urk. 1 S. 9 f., Urk. 2). Strittig ist dagegen die Bemessung des im Gesund heits fall hypothetisch erzielbaren Valideneinkommens.

D ie Beschwerdegegnerin ging dabei laut Individuellem Konto vo m

durch schnittli chen Lohn der Jahre 2003 bis 2007 in Höhe von Fr. 43‘127. (per 2009) aus (Urk. 2 S. 3 , Urk. 8/62). Dies begründet sie damit, dass die Beschwer deführerin bis 2005 als Kassiererin zu 100 % und ab Februar 2007 bis zum Ein tritt der Invalidität im April 2008 zu einem Pensum von lediglich 70 % als Znüni-Kurierin gearbeitet habe (Urk. 8/2 S. 7, Urk. 8/6, Urk. 8/9). Demgegen über stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass ein Validen ein kommen für eine 100%ige Tätigkeit angerechnet werden müsste (Urk. 1 S. 9 f.). 5.2

Nach Lage der Akten war die

seit 2006 verwitwete ,

nun alleinstehende

Be schwerdeführer in

vor Eintritt des invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens im April 2008 mit einem Pensum von 70 % als Znüni-Kurierin erwerbstätig und ging daneben einer Hauswartstätigkeit im Kleinstpensum nach. D ie zuvor vollzeitlich erwerbstätig gewesene Beschwerde führerin meldete sich nach dem Stellenverlust per 1. Oktober 2005 zu einem Pensum von 100 % zur Arbeitsvermittlung an (Urk. 8/17). Am 15. Februar 2007 konnte sie die Teilzeitstelle als Znüni-Kurierin antreten (Urk. 8/9 S. 2). Nach eigener Aussage nahm die Beschwerdeführerin d ie se Anstellung an , um die seit Oktober 2005 bestehende Arbeitslosigkeit zu beenden. Ihr Ziel sei weiterhin ein Vollpensum gewesen, was die Arbeitgeberin allerdings nicht habe anbieten können (Urk. 8/35 ).

Demzufolge wäre die Beschwerdeführerin nach dem Verlust ihrer letzten vollzeitli chen Anstellung per Ende September 2005 zwar gesundheitlich in der Lage und grundsätzlich gewillt

gewesen, weiterhin ganztägig erwerbstätig zu sein. Die Ausübung einer Ganztagestätigkeit war ihr jedoch aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht mehr möglich . Dafür hat die Invalidenversicherung nicht ein zustehen, weshalb das Valideneinkommen rechtsprechungsgemäss nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit fest zulegen ist ( vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).

Selbst bei Heranziehung des von der Beschwerdegegnerin errechneten und für die Beschwerdeführerin bedeutend günstigeren

Valideneinkommens von Fr. 43‘127. (per 2009) würde aus dem Einkommensvergleich wie unten dar zulegen sein wird ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultieren ,

w es halb auf eine Ermittlung des Valideneinkommens anhand des auf 12 Monate aufgerechneten Einkommens der Beschwerdeführerin im Jahre 2007 oder anhand der Daten der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohn strukturerhebung (LSE 2008) verzichtet werden kann. 5.3

Lässt sich das Invalideneinkommen nicht konkret ermitteln, weil die versicherte Person die restliche Arbeits- beziehungsweise Erwerbsfähigkeit nicht zumut ba rerweise voll ausnützt, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne ge mäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhe bung

herangezogen werden. Dabei ist vom Zentralwert (Median) der standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) auszugehen (BGE 126 V 76 E. 3b/bb) . Der sta tistische Durchschnittslohn (Zentralwert) der mit einfachen und repetitiven Auf gaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Frauen betr u g Fr. 4‘116. (LSE 2008, Tabelle TA1, Total) . Unter Berücksichtigung der durch schnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahre 2009 von 4 1 .6 Stunden sowie der Nomi nallohnentwicklung (vgl. Die Volkswirtschaft 9-2013, S. 94 f., Tabellen B 9.2, Zeile G, und B 10.3 ) ergibt sich bei einem Arbeitspensum von 60 % ein E in kommen von Fr. 31‘4 74 . (Fr. 4‘116. x 12 : 40 x 41,6 : 2499 x 2552 x 60 %) .

Die Frage, ob und in welchem Ausmass der statistische Lohn zu korrigieren ist, hängt von den gesamten persönlichen und b eruflichen Umständen des konkre ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationa lität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad; BGE 12 6 V 75). Die Be schwer deführer in kann zwar aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeit lich er werbstätig sein, so dass sie auf dem Arbeits mar kt in Konkurrenz mit gesundheit lich nicht beeinträchtigten, vollzeitlich erwerbs tätigen Bewerberinnen und Bewer bern ben achteiligt ist. Dies wirkt sich jedoch lediglich in geringem Ausmass auf das Lohnniveau aus. D ie von der Beschwerdegegnerin vor ge nommene , eher

grosszügige aber nicht zu beanstandende

Herabsetzung des sta tistischen Lohnes um 1 5 % führt zu einem hypotheti schen Invalideneinkommen von Fr. 26‘7 53 .

(per 2009) . 5 .4

A us dem Vergleich der beiden Einkommen (Valideneinkommen: Fr. 43‘127. ; Invalideneinkommen: Fr. 26‘7 53 . ) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 16‘37 4 . , mithin ein rentenausschliessender In validitätsgrad von

unter 40 % ( 38 % ).

Nichts anderes ergäbe sich für die Folgejahre, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 6. 6.1

Vorliegend sind bei der Beschwerdeführer in die Voraussetzungen zur Bewilli gung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltl i chen Rechtsvertretung gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das So zialversi cherungsgericht (GSVGer) erfüllt (Urk. 3/6) . 6 .2

Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600 . festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerde führerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1 bis IVG) , jed och zufolge Gewährung der unent geltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts kasse zu nehmen. Zudem ist Rechtsanwältin Yolanda Schweri entsprechend ihrer Honorarnote vom

28. Oktober 2010 (Urk. 10) mit Fr. 2‘169. -- aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Das Gericht beschliesst,

In Bewilligung des Gesuchs vom 6. September 2012 wird der Beschwerdeführerin Rechtsan wältin Yolanda Schweri, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Ver fahren bestellt und es wird ihr die unentgeltliche Prozessführung gewährt , und erkennt: 1.

Die Beschwerde wird abgew iesen. 2.

Die Gerichtskosten von Fr. 600 .-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt , zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts kasse genommen. Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen. 3.

Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Yolanda Schweri, Zürich, wird mit Fr. 2‘169. -- (inkl. Barauslagen und MWSt) aus der Gerichts kasse entschädigt. Die Beschwerde führerin wird auf § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen. 4.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Yolanda Schweri - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen - O.___ sowie an: - Gerichtskasse 5.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin GräubMeier-Wiesner

Erwägungen (19 Absätze)

E. 1 Die 1961 geborene und zuletzt als Znüni-Kurier in

und Hauswartin erwerbstätig gewesene X.___ meldete sich am 7. April 2009 unter Hinweis auf Schmerzen ( im Nacken, Rücken, an Beinen, Schultern und Händen ) sowie auf eine Depression bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2). Nach Durchführung von Abklä rungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht stellte die IV-Stelle mit Vor bescheid vom 15. Februar 2011 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus sicht (Urk. 8/38 f.). Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens ergänzte sie die medizinischen Abklärungen und verfügte am 4. Juli 2012 im angekündigten Sinne (Urk. 2).

E. 1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit ( Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein ( Art.

E. 1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a.

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min destens 40 Prozent arbeitsunfähig ( Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c.

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ( Art.

E. 1.3 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).

E. 1.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen ( Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).

E. 1.5 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein trächtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwe rbstätig wäre . Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhält nissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist ( Bundesgerichtsurteil 8C_812/2011 vom 11. Oktober 2012 E. 4.1 mit Hinweisen ).

E. 1.6 Ist anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchti gung teilerwerbstätig

oder sie arbeite unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit

, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG und Art. 28a Abs. 3 IVG sowie Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; im Fol genden: Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG) tätig zu sein, ist die Invalidi tät ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG zu bemessen. Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zu r Anwendung wie bei ohne Gesund heits schaden voll Erwerbstätigen (Art. 27 bis IVV). Bei einer hypothetisch (im Gesund heitsfall) lediglich teilerwerbstätigen versicherten Person ohne einen Aufgaben bereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG bemisst sich somit die Invalidität nach der allge meinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Untervariante davon (Schätzungs- oder Prozentvergleich, a usserordentliches Bemessungsver fahren). Das Valideneinkommen ist nac h Massgabe der ohne Gesundheitsscha den aus geübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist , was die ver si cherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbs tätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stü cken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, o der ist die Ausübung einer Ganz tagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (BGE 125 V 157 E. 5c/bb) . Das Inva lideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Dur chführung allfälliger Eingliede rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das vom Arzt festzulegende Arbeits pen sum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (zum Ganzen: BGE 131 V 53 f. E. 5.1.2).

Nach der dargelegten Konzeption ist die Reduktion des zumutbaren erwerbli chen Arbeitspensums, ohne dass die dadurch frei werdende Zeit für die Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG verwendet wird, für die Methode der Invaliditätsbemessung ohne Bedeutung. Die Gründe für eine ohne Gesundheitsschaden bloss teilzeitlich ausgeübte Erwerbstätigkeit sind für die Wahl der Bemessungsmethode lediglich insofern von Interesse, als sie in Zu sammenhang stehen mit der Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG. Insbesondere werden allein stehende Personen bei einer Reduktion des Beschäftigungsgrades aus freien Stücken nicht gleichsam automatisch zu Teilerwerbstätigen mit einem Aufgabenberei ch Haushalt neben der Berufsaus übung (BGE 131 V 54 E. 5.2).

E. 1.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).

E. 1.8 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli chen allseitigen Untersuchun gen beruht, die geklagten Beschwerden berück sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus einander setzt was vor allem bei psychischen Fehlent wicklungen nö tig ist , in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu räu mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U.

Meyer Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.). 2.

Die Beschwerdegegnerin begründet die Rentenablehnung damit , dass der Beschwer deführerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Znüni-Kurier in

mit einem Pensum von 70 % seit April 2008 zwar nur noch zu 50 % zumutbar sei . Für e ine körperlich leichte, in temperierten Räumen abwechslungsweise sitzend und stehend auszuübende Tätigkeit, ohne häufige Inklination, Reklination oder Rotation, ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen, ohne Arbeiten mit erhöhter emotionaler Belastung, Stress belastung, Verantwortung, vermehrtem Kundenkontakt oder über du rch schnittlicher Dauerbelastung sei sie dagegen lediglich zu 40 % eingeschränkt (Urk. 2 S. 1 f.).

Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Stand punkt, dass sie im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig ( gewesen ) wäre, infolge schwerer psychischer Erkrankungen sowie körperlicher Einschränkungen jedoch zumindest in absehbarer Zeit nicht mehr arbeitsfähig sei (Urk. 1, insbe sondere S. 10). 3. 3.1

Aufgrund eines chron ischen zervi kobrachialen Schmerzsyndroms liess der Haus arzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. Y.___ , Facharzt für Allge meine Innere Medizin, Z.___ , Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, ein Arbeitsassessment durchführen (Urk. 8/7 S. 2). Im Bericht dieses Spitals

vom 2. Dezember 2008 (Urk. 8/7 S. 3 ff.)

wurden folgende Diagnosen gestellt : -

Chronisches zervi kobrachiales Schmerzsyndrom beidseits rechtsbetont - Status nach Autounfall am 24. März 2008 - Wirbelsäulenfehlform und

-fehlhaltung - muskuläre Dysbalance und Haltungsinsuffizienz - multisegmentale Diskopathie ohne Hinweis für Myelopathie - Onkovertebralarthrosen mit Einengung der Neuroforamina auf Höhe HWK 6/7 mit möglicher Tangierung von C7 beidseits (MRI HWS vom 25. April 2008) -

Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom -

Periarthropathia genu beidseits -

Leichte depressive Episode -

Verdacht auf generalisierte Angststörung

Weiter w u rd e im Bericht ausgeführt, z um Untersuchungszeitpunkt habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen im Schulter- / Nackenbereich rechtsbetont mit Ausstrahlung in beide Arme geklagt. Aufgrund der Selbstlimitierung könn ten mittels der Basistest s keine Aussagen über die arbeitsbezogen relevanten Probleme gemacht werden. Die Versicherte habe bei den Tests eine mässige Leistungsbereit schaft gezeigt und sei an beide n Testtage n zu spät erschienen. Es sei eine deutliche Selbstlimitierung festgestellt worden . Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb nebst den Ergebnissen der Tests und der kli nischen Untersuchung auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen. Daraus ergebe sich aus somatisch-rheumatologischer Sicht eine zumutbare Arbeitsfä higkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Znüni-Kurierin von 100 % (Urk. 8/7). 3.2

Vom 8. bis 21. Juli 2009 war die Versicherte im damaligen A.___

im Rahmen einer Krisenintervention bei depressiver Symptomatik hospi talisiert. Im Bericht vom 28. August 2009 (Urk. 8/21) wurde eine seit 2006 bestehende mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F32.11) mit somatischem Syndrom diagnostiziert und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit während der Hos pitalisation attestiert. Laut den berichtenden Ärzten war d ie Arbeitsfähigkeit nach dem Klinikaufenthalt neu zu evaluier en . Es wurde angenommen, dass die Versicherte i m Rahmen der depressiven Episode bei der Ausübung der bisheri gen Tätigkeit Schwierigkeiten haben könnte. Aus psychiatrischer Sicht und auf grund der Erfahrung während des kurzen einmaligen stationären Aufenthalts wäre bei der Beschwerdeführerin eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich. 3.3

Die Psychologin lic. phil. B.___ sowie Dr. med. C.___ , Oberärztin am D.___ , behandel te n die Beschwerde führerin im Ambulatorium D.___

ab Januar 200 9. Im Bericht vom

12. Januar 2010

(Urk. 8/28 ) stellten sie folgende Diagnosen: -

E motio nal-instabile

Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD

E. 2 Dagegen erhob

X.___ am 6. September 2012 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Zusprechung einer Invalidenrente, eventualiter um Veran lassung einer neutralen Begutachtung. Ferner ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2012 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Am 15. Oktober 2012 wurde die Beschwerdeantwort der Beschwerde führerin zur Kenntnis gebracht (Urk. 9). Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

E. 4 Abs. 1 des Bun desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt ( Art.

E. 4.1 Was die Frage nach dem Vorliegen einer posttraumatische n

Symptomatik angeht, berichtete die Beschwerdeführerin

e rstmals anlässlich der psychiatri schen Begutachtung durch Dr. G.___

über ihre schwierige Kindheit ( Urk. 8/31 S. 17) .

Anfangs 2011 gab sie an, weitere traumatische Erlebnisse gehabt zu haben , ohne diese allerdings detaillierter zu beschreiben (Urk. 8/45 S. 1, Urk. 8/55 S. 2). Erst im Januar 2012 erwähnte sie die zweimonatige Zwangs prostitution

im Alter von 18 Jahren, was zur Diagnosestellung einer posttrau matischen Belastungsstörung seitens des Psychiaters Dr. H.___ und deren Bestätigung durch die Ärzte der Spezialstation für Traumafolgestörungen des A.___

führte (Urk. 8/59 S 2 f. , Urk. 8/68 S. 2 ) .

E. 4.2 Nach dem Klassifikationssystem der ICD-10, auf welche Kriterien abzustellen ist (Bundesgerichtsurteil 9C_554/2009 vom 1 8. August 2009 E. 6 ), setzt eine post traumatische Belastungsstörung

( F43.1 )

voraus, dass sie mit einer Latenz von wenigen Wochen bis Monaten nach einem Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartige m Ausmass auftritt , das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde (Dilling/Freyberger [Hrsg.], Taschenführer zur ICD-10 -Klassifikation psychischer Störungen, 6. Aufl. 2012, S. 173-175). Auch in der aktuellen Ausgabe der ICD-10, Version 2013 (abrufbar unter www.dimdi.de

) , wurde an dieser Definition und insbesondere an der Latenzzeit festgehalten. Eine weniger einschränkende Formulierung des Belastungskriteri ums und damit die Berücksichtigung von Ereignissen, die weder eine ausserge wöhnliche Bedrohung noch eine Katastrophe darstellen, dennoch aber im Erle ben einer versicherten Person eine Traumatisierung auslösen können, mag the rapeutisch Sinn machen. Dasselbe gilt für eine weniger einschränkende Formu lierung der zeitlichen Latenz mit Berücksichtigung von einem erst lange nach den traumatischen Ereignissen beginnenden Krankheitsverlauf. Hingegen ver langt die Leistungsberechtigung in der Invalidenversicherung zwangsläufig eine gewisse Objektivierung, weshalb solche Konstellationen ausser Betracht bleiben müssen (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 9C_228/2013 vom 2 6. Juni 2013 E. 4.1.2 und 4.1.3 mit Hinweisen).

4. 3

4.3.1

Zwar mögen

die

e rlebte n Traumata

wichtige Bestandteil e der Vergangenheit der Beschwerdeführerin darstellen . Jedoch war sie bis zum Unfall im Jahre 2008

in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich eingeschränkt . Die se

jahrzehntelange Latenz spricht nach den erwähnten Kriterien gegen die ( nachträgliche )

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung .

Davon abgesehen muss u nabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbese hen der Ätiologie rechtsprechungsgemäss eine Beeinträchtigung der Erwerbs fähigkeit ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entschei dend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu erfolgende Beurteilung, ob und inwiefern de r

v ersicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar ist ( BGE 127 V 294

E. 4c ; Urteil 8C_180/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 6.2.2).

D abei sind die Grundsätze zur Überwindbarkeit eines Leidens gemäss der soge nannten Schmerzstörungspraxis nach BGE 130 V 352

auch auf posttraumati sche Belastungsstörung en anwendbar. Demzufolge können solche Störungen

nur dann invalidisierend wirken, wenn ihre Auswirkungen nicht mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbar sind (Bundesgerichtsurteil 8C_ 483/2012 vom 4. Dezember 2012). Rechtsprechungsgemäss können b estimmte Umstände, wel che die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiederein stieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krank heitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter schiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent sprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraus setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352). 4.3.2

Weder den Berichten des D.___ be ziehungs weise des Dr. H.___ noch denjenigen der Spezialstation für Trauma folgestörungen des A.___ lässt sich entnehmen, dass die oben genannten Kriterien betreffend Unüberwindbarkeit der Auswirkungen der diag nostizierten posttraumatischen Belastungsstörung erfüllt wären .

Vielmehr schätzten die Ärzte des

A.___

die psychi schen Funktionen als lediglich mittel gradig eingeschränkt ein (Urk. 8/68 S. 8), was der von ihnen attestierten 100% igen Arbeitsunfähigkeit

widerspricht . Eine mittelgradige Einschränkung der Leistungsfähigkeit entspricht eher der Arbeitsfähigkeitse inschätzung der E.___ - Gutachter . Zu deren Begründung gaben die Gutachter deutliche Restaktivitäten und Ressourcen der Beschwerdeführerin an .

Insbesondere die jahrzehntelang e Erwerbstätigkeit mit Arbeitsp ensen von mind estens 70 % weist auf nicht unbedeutende Ressourcen hin. 4. 4

Bei dieser Aktenlage kann auch die Frage nach einer seit der Begutachtung in der E.___

eingetretene n Verschlechterung verneint werden . Namentlich lässt sich eine Verschlimmerung der Symptomatik nicht daraus ableiten, dass die Beschwerdeführerin erstmals im Januar 2012 von ihren traumatischen Erleb nissen berichtet e. Weiter

gaben die Ärzte des A.___ aufgrund ihrer Beobachtungen während der dreimonatigen Hospitalisation in der Spezialsta tion für Traumafolgestörungen an, dass die depressive Störung und die Agora phobie gegenüber der diagnostizierten komplexen posttraumatischen Belas tungsstörung nicht klar abgrenzbar seien. D ie Symptome für eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD-10 F60.31) konnten nicht objektiviert werden oder wurden auf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung zurückgeführt (Urk. 8/68 S. 3) .

Dies lässt nicht auf eine Ver schlechterung, sondern vielmehr auf eine andere medizinische Beurteilung eines seit der Begutachtung weitgehend unverändert gebliebenen Gesundheitszustan des schliessen . 4. 5

Aus diesen Gründen vermag der Umstand , dass die E.___ -Gutachter die der Beschwerdeführerin im Alter von 18 Jahren während zwei Monaten aufge zwungene Prostitution nicht mitberücksichtigen konnten, ihre Schlussfolgerun gen im Gutachten vom 5. August 2010 ent gegen den Ausführungen in der Beschwerde (Urk. 1 S. 10 f.)

nicht in Frage zu stellen .

E. 4.6 Hinsichtlich der übrigen Diagnosen und der Einschätzung der der Beschwerde führerin aus somatischer Sicht noch zumutbaren Arbeitsleistung besteht eine weitgehende Übereinstimmung zwischen den Berichten der behandelnden Ärzte und dem E.___ -G utachten. Sogar der Hausarzt Dr. Y.___

widersprach dem klaren Ergebnis des von ihm veranlassten Arbeitsassessments im Z.___

nicht (Urk. 8/7 S. 2 ff. ) . 4. 7

D as bidisziplinäre E.___ -Gutachten vom 5. August 2010 erfüllt sämtliche Anfor derungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage: Es beruht auf einer eingehenden orthopädischen und psychiatrischen Untersu chung, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, setzt sich mit diesen und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge sowie in Bezug auf die gezo genen Schlussfolgerungen ein.

Demgegenüber haben sich die behandelnden Ä rzte in erster Linie auf die Be hand lung zu konzentrieren. Deren Berichte verfolgen nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die von der Rechtsprechung aufgestellten materiellen Anforderungen an ein Gut achten. Sodann ist der Erfahrungstatsache Rec hnung zu tragen, dass sie mitun ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zwei felsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5). Dies gilt für den Hausarzt wie für den behandelnden Spezi alarzt mit ihrem besonde ren Ver trauensverhältnis (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil I 655/05

vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen). Dadurch lässt sich die Diskrepanz zwischen der Einschätzung der E.___ -Gutachter einerseits und derjenigen der behandeln den Ärzte im D.___ und im A.___ sowie des behandelnden Psychiaters Dr. H.___

andererseits erklären .

E. 4.8 Schliesslich legte die Beschwerdeführerin nicht dar ,

i nwiefern mit Blick auf die medizinischen Einschätzungen und Gegebenheiten de r orthopä dische Gutachter Dr. F.___

als voreingenommen zu betrachten wäre

( wenn gleich Bemerkungen zu Staatsbürgersc haft und Sprachkenntnisse n der Exploran di n unbestrittenermassen keine für die Orthopädie relevante n Gesichtspunkte darstellen ) . Dr. F.___ konnte - ebenso wie schon die Ärzte des Z.___ , Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin (E. 3.1) - keine Gründe ausmachen , welche aus orthopädischer Sicht gegen eine vollstän dige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit sprechen würden.

E. 4.9 Bei dieser Sachlage bestehen keine Gründe für die Vornahme weiterer Abklärun gen (vgl. Urk. 1 S. 6).

Die Beschwerdegegnerin hat demzufolge zu Recht auf die Schlussfolgerungen im bidisziplinären E.___ -Gutachten vom 5. August 2010 abgestellt und ist davon ausgegangen, dass die Beschwerde führerin seit April 2008 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Znüni-Kurier in nur noch zu 50 %, in leidens angepasster Tätigkeit dagegen zu 60

% a r beitsfähig

ist . 5. 5.1

Unter den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass die Invaliditätsbemessung mangels eines Aufgabenbereichs der im Zeitpunkt des Eintritts des Gesund heitsschadens teilzeitlich erwerbstätigen Beschwerdeführerin nach der bei Erwerbstätige n anwendbare n Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen hat (Urk. 1 S. 9 f., Urk. 2). Strittig ist dagegen die Bemessung des im Gesund heits fall hypothetisch erzielbaren Valideneinkommens.

D ie Beschwerdegegnerin ging dabei laut Individuellem Konto vo m

durch schnittli chen Lohn der Jahre 2003 bis 2007 in Höhe von Fr. 43‘127. (per 2009) aus (Urk. 2 S. 3 , Urk. 8/62). Dies begründet sie damit, dass die Beschwer deführerin bis 2005 als Kassiererin zu 100 % und ab Februar 2007 bis zum Ein tritt der Invalidität im April 2008 zu einem Pensum von lediglich 70 % als Znüni-Kurierin gearbeitet habe (Urk. 8/2 S. 7, Urk. 8/6, Urk. 8/9). Demgegen über stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass ein Validen ein kommen für eine 100%ige Tätigkeit angerechnet werden müsste (Urk. 1 S. 9 f.). 5.2

Nach Lage der Akten war die

seit 2006 verwitwete ,

nun alleinstehende

Be schwerdeführer in

vor Eintritt des invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens im April 2008 mit einem Pensum von 70 % als Znüni-Kurierin erwerbstätig und ging daneben einer Hauswartstätigkeit im Kleinstpensum nach. D ie zuvor vollzeitlich erwerbstätig gewesene Beschwerde führerin meldete sich nach dem Stellenverlust per 1. Oktober 2005 zu einem Pensum von 100 % zur Arbeitsvermittlung an (Urk. 8/17). Am 15. Februar 2007 konnte sie die Teilzeitstelle als Znüni-Kurierin antreten (Urk. 8/9 S. 2). Nach eigener Aussage nahm die Beschwerdeführerin d ie se Anstellung an , um die seit Oktober 2005 bestehende Arbeitslosigkeit zu beenden. Ihr Ziel sei weiterhin ein Vollpensum gewesen, was die Arbeitgeberin allerdings nicht habe anbieten können (Urk. 8/35 ).

Demzufolge wäre die Beschwerdeführerin nach dem Verlust ihrer letzten vollzeitli chen Anstellung per Ende September 2005 zwar gesundheitlich in der Lage und grundsätzlich gewillt

gewesen, weiterhin ganztägig erwerbstätig zu sein. Die Ausübung einer Ganztagestätigkeit war ihr jedoch aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht mehr möglich . Dafür hat die Invalidenversicherung nicht ein zustehen, weshalb das Valideneinkommen rechtsprechungsgemäss nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit fest zulegen ist ( vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).

Selbst bei Heranziehung des von der Beschwerdegegnerin errechneten und für die Beschwerdeführerin bedeutend günstigeren

Valideneinkommens von Fr. 43‘127. (per 2009) würde aus dem Einkommensvergleich wie unten dar zulegen sein wird ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultieren ,

w es halb auf eine Ermittlung des Valideneinkommens anhand des auf 12 Monate aufgerechneten Einkommens der Beschwerdeführerin im Jahre 2007 oder anhand der Daten der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohn strukturerhebung (LSE 2008) verzichtet werden kann. 5.3

Lässt sich das Invalideneinkommen nicht konkret ermitteln, weil die versicherte Person die restliche Arbeits- beziehungsweise Erwerbsfähigkeit nicht zumut ba rerweise voll ausnützt, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne ge mäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhe bung

herangezogen werden. Dabei ist vom Zentralwert (Median) der standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) auszugehen (BGE 126 V 76 E. 3b/bb) . Der sta tistische Durchschnittslohn (Zentralwert) der mit einfachen und repetitiven Auf gaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Frauen betr u g Fr. 4‘116. (LSE 2008, Tabelle TA1, Total) . Unter Berücksichtigung der durch schnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahre 2009 von 4 1 .6 Stunden sowie der Nomi nallohnentwicklung (vgl. Die Volkswirtschaft 9-2013, S. 94 f., Tabellen B 9.2, Zeile G, und B 10.3 ) ergibt sich bei einem Arbeitspensum von 60 % ein E in kommen von Fr. 31‘4 74 . (Fr. 4‘116. x 12 : 40 x 41,6 : 2499 x 2552 x 60 %) .

Die Frage, ob und in welchem Ausmass der statistische Lohn zu korrigieren ist, hängt von den gesamten persönlichen und b eruflichen Umständen des konkre ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationa lität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad; BGE 12 6 V 75). Die Be schwer deführer in kann zwar aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeit lich er werbstätig sein, so dass sie auf dem Arbeits mar kt in Konkurrenz mit gesundheit lich nicht beeinträchtigten, vollzeitlich erwerbs tätigen Bewerberinnen und Bewer bern ben achteiligt ist. Dies wirkt sich jedoch lediglich in geringem Ausmass auf das Lohnniveau aus. D ie von der Beschwerdegegnerin vor ge nommene , eher

grosszügige aber nicht zu beanstandende

Herabsetzung des sta tistischen Lohnes um 1 5 % führt zu einem hypotheti schen Invalideneinkommen von Fr. 26‘7 53 .

(per 2009) . 5 .4

A us dem Vergleich der beiden Einkommen (Valideneinkommen: Fr. 43‘127. ; Invalideneinkommen: Fr. 26‘7 53 . ) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 16‘37 4 . , mithin ein rentenausschliessender In validitätsgrad von

unter 40 % ( 38 % ).

Nichts anderes ergäbe sich für die Folgejahre, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 6. 6.1

Vorliegend sind bei der Beschwerdeführer in die Voraussetzungen zur Bewilli gung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltl i chen Rechtsvertretung gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das So zialversi cherungsgericht (GSVGer) erfüllt (Urk. 3/6) . 6 .2

Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600 . festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerde führerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1 bis IVG) , jed och zufolge Gewährung der unent geltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts kasse zu nehmen. Zudem ist Rechtsanwältin Yolanda Schweri entsprechend ihrer Honorarnote vom

28. Oktober 2010 (Urk. 10) mit Fr. 2‘169. -- aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Das Gericht beschliesst,

In Bewilligung des Gesuchs vom 6. September 2012 wird der Beschwerdeführerin Rechtsan wältin Yolanda Schweri, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Ver fahren bestellt und es wird ihr die unentgeltliche Prozessführung gewährt , und erkennt: 1.

Die Beschwerde wird abgew iesen. 2.

Die Gerichtskosten von Fr. 600 .-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt , zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts kasse genommen. Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen. 3.

Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Yolanda Schweri, Zürich, wird mit Fr. 2‘169. -- (inkl. Barauslagen und MWSt) aus der Gerichts kasse entschädigt. Die Beschwerde führerin wird auf § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen. 4.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Yolanda Schweri - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen - O.___ sowie an: - Gerichtskasse 5.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin GräubMeier-Wiesner

E. 7 Abs. 2 ATSG).

Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art.

E. 8 ATSG) sind.

Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG).

E. 10 F6 0.31 ) , bestehend seit mehreren Jahren -

R ezidivierende mittelgradige depressive Episode

mit somatischem Syn drom (ICD-10 F33.11), bestehend seit etwa Mitte 2006

D ie emotionale Instabilität scheine sich in letzter Zeit etwas ausgeprägt zu haben. Demzufolge sei auch die Gefahr sehr gross, dass die Patientin immer wieder in depressive Episoden gerate. Die allgemeine Schmerzsymptomatik so wie das starke Übergewicht verschlechterten die Prognose deutlich. Kurz- und mittel fristig sei keine relevante Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Die Beschwerdeführerin sei sicher nicht in der Lage, in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf als Znüni-Kurierin zu arbeiten . 3.4

Im orthopädisch-psychiatrischen

Gutachten der

E.___ , vom 5. August 2010 ( Dr. med. F.___ , Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und Dr. med. G.___ , Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) wurden fol gende

Diagnosen m it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt

(Urk. 8/31 S. 21 ) : -

D eutliche Osteochondrose C4-7 mit Einengung des Spinalkanals C4/5 und C5/6 sowie der Neuroforamina C4/5 und geringer C6/7 beidseits -

D eutliche Spondylarthrose L4/5 mit linksbetonter birezessaler Stenose und Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 links, eventuell auch rechts sowie Spondylarthrose L5/S1 -

Adipositas -

R ezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Epi so den und somatischem Syndrom, bestehend seit etwa 2004 (ICD-10 F33.11) -

K omb inierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und ängstli chen Persönlichkeitszügen (ICD-10 F61.0)

Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen die Gutachter Dr es. F.___

und

G.___ dagegen folgenden weiteren Diagnosen bei (Urk. 8/31 S. 21): -

L eichte Gonarthrose links und Nullachse -

Senk-/Spreizfüsse -

Nikotinabusus

Laut Gutachten klagte die Beschwerdeführerin a nlässlich der orthopädischen Untersuchung über Nackenschmerzen mit Auss trahlungen in Kopf und Schulter , über lumbale Schmerzen, die sich in das linke Kniegelenk fortsetz t en , sowie über Schmerzen im linken Kniegelenk (Urk. 8/31 S. 4) . Aufgrund der Ergebnisse der klinischen und radiologischen Untersuchung kam Dr. F.___ zum Schluss, dass die Nackenschmerzen und die abnormen Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule auf die in der Magnetresonanztomographie (MRI) sichtbare Osteochondrose C4-7 mit Einengung des Spinalkanals C4/5 und C5/6 sowie der Neuroforamina C4/5 links und gering auch C6/7 beidseits zurückgeführt werden könnten. Die lumbalen Schmerzen und die pathologischen objektiven Befunde der Lendenwirbelsäule seien im Wesentlichen mit der im MRI nachgewiesenen deutlichen Spondylarthrose L4/5 mit linksbetonter birezessaler Stenose und Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 links, eventuell auch rechts sowie der moderaten Spondylarthrose L5/S1 vereinbar. Prognostisch ungünstig sei das Übergewicht, das zu einer vermehrten Belastung und Abnutzung der vorge schädigten Lendenwirbelsäule führen könne. Die Kniegelenksschmerzen links seien bei unauffälligem Untersuchungsbefund des linken Kniegelen ks und radi ologisch nur leichter Gonarthrose und Nullachse nicht ganz nachvollziehbar. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit resultiere aus diesem geringen Befund nicht (Urk. 8/31 S. 7 , S. 20 ) .

Die psychiatrische Untersuchung durch Dr. G.___ ergab eine rezidivierende depressive Störung, welche sich 2004 im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit und Partnerproblematik zu eine r mittelgradige n depressive n Episode entwickelt habe. 2005 habe sich die Beschwerdeführerin bis zum Tod ihres Ehemannes im November 2006 in guter psychischer Verfassung befunden .

S eit dem Tod des Ehemannes bestünden mittelgradige depressive Episoden mit somatischem Syn drom, wobei es 2007/2008 im Rahmen der

erwerblichen Tätigkeit als Znüni-Kurierin zu beruflichen Belastungssituationen gekommen sei ; am 24. März 2008 habe die Versicherte einen Verkehrsunfall erlitten. Seither sei durchgehend eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom anzunehmen. Zusätzlich fänden sich Hinweise für eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und ängstlichen Persönlichkeitszügen. Aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden erschienen die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Motivation und die Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt. Trotz der depressiven Störung liessen sich durchaus Ressourcen und Restaktivitäten erheben. Die Ver sicherte zeige einen relativ strukturierten Tagesablauf mit Versorgung des Haus haltes und verschiedenen Aktivitäten. Sie versuche sich zu beschäftigen , mache Spaziergänge, alleine oder mit Kolleginnen, halte sich viel ausser Haus auf und zeige durchaus Interessen. Es liessen sich keine kognitiven Störungen und keine wesentlichen Kontaktstörungen erheben, mit Ausnahme einer gewis sen Selbst unsicherheit. Die depressive Störung führe zu einer Beeinträchtigung der Schmerz verarbeitung und Schmerzbewältigung. Damit verfüge die Be schwerde führerin nicht ausreichend über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen und es seien diese mit einer zumutbaren Willens anstrengung nur eingeschränkt überwindbar (Urk. 8/31 S. 17 f. , S. 21 ).

Im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung legten die beiden Gutachter die aus somatischer Sicht lediglich um 15 % eingeschränkte (Urk. 8/31 S. 8)

Arbeitsfähigkeit als Znüni-Kurierin bei voller Stundenpräsenz seit mindestens April 2008 unter Hinweis auf die psychischen Einschränkungen auf 50 % fest. Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzen d und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig inkli nierte und reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 5 kg gehoben oder getragen werden müss t en , ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelast ung, ohne erhöhte Verantwortung , ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung

dürften

seit April 2008 bei voller Stundenpräsenz zu 60 % zugemutet werden (Urk. 8/31 S. 22) .

Weiter konnte der psychiatrische Gutachter den Berichten des damaligen

A.___ vom 28. August 2009 (Urk. 8/21) und des D.___ vom 12. Januar 2010 (Urk. 8/28) be ziehungsweise den entsprechenden

d iagnostischen Einschätzungen weitge hend zustimmen. Die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien aus gut achterlicher psychiatrischer Sicht aber deutlich geringer einzustufen, und es liessen sich sowohl in den psychiatrischen Arztberichten als auch bei der jetzi gen gutachterlichen Untersuchung deutliche Restaktivitäten und Ressourcen erkennen, die eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht rechtfertigten (Urk. 8/31 S. 22). 3.5

Laut Bericht des D.___

vom 11. April 2011 an die Rechtsvertreterin (Urk. 8/45) leidet die Beschwerdeführerin unter starken Stimmungsschwankungen. S eit etwa vier Monaten berichte sie von posttrauma tischen Erinnerungen, durch welche sie sich „ überschwemmt “ fühle. E ine statio näre Behandlung auf der Traumastation wolle sie sich finanziell nicht leisten. Der von ihr selber gewünschte Auseinandersetzungsversuch im ambulanten Setting sei ihr wegen der Instabilität bis jetzt allerdings

nicht gelungen. Auf grund des aktuellen, nu n chronifizierten Zustandsbildes sei die Beschwerdefüh rerin zu 100 % arbeitsunfähig . Eine Eingliederung im geschützten Rahmen sei nach kurzem Versuch im Sommer 2009 von der Beschwerdeführerin bei De kompensation und nachfolgender stationärer Behandlung im A.___ abgebrochen worden. Eine langfristige Prognose erscheine schwierig. 3.6

In seiner Stellungnahme vom 8. Juni 2011 zum oben wiedergegebenen Bericht des D.___ vom 11. April 2011 (Urk. 8/49) führte der psychiatrische E.___ - Gutachter Dr. G.___ aus, mangels zusätzli che r diagnostische r Aspekte und aufgrund der erhobenen Ressourcen ergäben sich aus psychiatrisch gutachterlicher Sicht keine Änderungen bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit. Auch seien aus psychiatrischer Sicht keine weiteren medizinischen Abklärungen erforderlich und aufgrund der vorliegenden psychischen Problematik keine zu sätzlichen Erkenntnisse zu erwarten. 3.7

Im

Abschlussbericht des D.___ vom 26. Mai 2011 (Urk. 8/55)

wurde der Beschwerdeführerin a ufgrund der momen tanen Symptomatik mit starken Stimmungsschwankungen und schweren depressiven Einbrüchen bei im Wesentlichen unveränderten Diagnosen empfohlen, eine höher frequente Therapie bei einem niedergelassenen Thera peuten zu beginnen.

In der Folge übernahm Dr. med. H.___ , Facharzt für Psychiatrie und Psy chotherapie, die psychotherapeutische Behandlung. Im Bericht vom 1. Februar 2012 (Urk. 8/59) stellte er

folgende Diagnose n: -

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) -

instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD-10 F60.31) -

rezidivierende depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)

In der Anamnese berichtete Dr. H.___

sodann über die schwere Kindheit der Beschwerdeführerin in I.___ sowie darüber, dass sie im Alter von 18

Jahren von ihrer in J.___ lebenden Freundin und deren Mann während zwei Monaten gezwungen worden sei, sich zu prostituieren. Letzteres sei für sie wie eine Vergewaltigung gewesen. Sie hasse sich dafür und fühle sich schmutzig, blöd und wertlos. Auch bei intensiver Therapie sei wegen der fest verankerten, ungünstigen depressiven Verarbeitungsweise, beziehungsweise der Selbstblo ckierung gegenüber anstehenden Problemen, Herausforderungen, persönlichen Kontakten sowie allgemein en Situationen des Alltags mittelfristig an eine rele vante Arbeitsfähigkeit nicht zu denken. Die Grundbefindlichkeit der Beschwer deführerin werde sich wahrscheinlich verbessern. Ob damit eine Arbeits fähigkeit einhergehen werde, sei fraglich. Gestützt darauf attestierte Dr. H.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 15. März 2008. 3.8

Vom 10. April bis 16. Juli 2012

somit zur Zeit des Erlasses der angefochtenen Verfügung befand sich die Beschwerdeführerin au f der Spezialstation für Traumafolgestörungen im A.___

in stationärer Behandlung . Im Bericht vom 6. August 2012 (Urk. 8/68) wurden folgende Diagnosen

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt : -

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) -

rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) -

Agoraphobie (ICD-10 F40.0) -

Schleudertrauma im Rahmen eines Verkehrsunfalls 2008

Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen die berichtenden Ärzte hinge gen einer kombinierten Hyperlipidämie sowie der Adipositas per magna bei (BMI 41.1

kg/m 2 ). Weiter führten sie aus, die Diagnosen einer rezidivieren den depressiven Störung bei gegenwärtig mittelgradiger Episode mit somati schem Syndrom sowie einer Agoraphobie seien zum aktuellen Zeitpunkt nicht klar abgrenzbar gegenüber der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung und könnten je nach Verlauf eventuell auch unter dieser Diagnose subsumiert werden. Eine im Vorfeld aufgetretene akute Suizidalität habe zum Berichtsz eit punkt nicht mehr bestanden. Allerdings habe die Beschwerdeführerin passive Todeswünsche angegeben. Eine zuvor mehrfach beschriebene emotional insta bile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31) habe während des dreimonatigen Aufenthalts nicht objektiviert werden können. Zwar habe die Beschwerdeführerin unter rezidivierenden depressiven Stimmungseinbrüchen gelitten, jedoch insgesamt eine durchgehend depressive Stimmungslage gezeigt. Auch habe sie sich während des stationären Aufenthaltes gut in den Klinikalltag einfügen und sich an die Stationsregeln halten können. Ein unberechenbares oder impulsives Verhalten habe nicht beobachtet werden können. Probleme im Rahmen der Beziehungsgestaltung zu Mitpatienten im Sinne der Nähe-/Distanz regulierung oder einer Vermeidung von Kontakt zu männlichen Mitpa tienten sowie anamnestisch beschriebene Männerbeziehungen mit fehlender emo tionaler Nähe, mangelndem Respekt gegenüber der Patientin und übermäs sigem Einsatz seitens der Patientin, die Beziehung zu erhalten, liessen sich voll umfänglich durch eine Bindungsproblematik aufgrund der komplexen post traumatischen Belastungsstörung in Kombination mit seit der Kindheit erlernten Verhaltensmuster n erklären. Als Znüni-Kurierin bestehe bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Es lägen kognitive Einschränkungen mit Auf merksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie eine depressive Stimmungslage mit rezidivierenden depressiven Krisen , Alpträume und Schlaf störungen vor . Dies e Symptomatik führe dazu, dass d ie Beschwerdeführerin we nig belastbar sei und somit Arbeitsqualität und -quantität sowie Lern- und Anpassungsfähigk eit reduziert seien. Weiter sei die Beschwerdeführerin in der Arbeitswelt mit organisatorischen und strukturellen Anforderungen rasch überfordert. Diese Problematik sei im Rahmen der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung zu sehen und nicht oder nur in geringem Ausmass durch den Willen der Beschwerdeführerin zur Besserung der Symptomatik, welcher durch aus vorhanden sei, beeinflussbar . Da es sich um eine schwere und chronifizierte Symptomatik einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung handle, sei auch unter adäquater Therapie im Gegensatz zur Lebensqualität keine Verbes serung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Ein Arbeitsversuch im geschützten Rahmen im Mai 2009 sei bereits gescheitert. Gestützt darauf gingen die berich tenden Ärzte aufgrund der psychiatrischen Grunderkrankung von einer bis auf weiteres bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus und empfahlen nach Bedarf die Ausübung von flexiblen Tätigkeiten mit insgesamt geringem Zeit aufwand, ohne Zeitdruck, ohne erhöhte Verantwortung, Dauerbelastung oder emotionaler Belastung im Sinne einer Tagesstruktur. Abschliessend wurden Konzentrations- und Auffassungsvermögen, Anpassungsfähigkeit sowie Belast barkeit als mittelgradig eingeschränkt eingeschätzt. 4.

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich IV.2012.00885 III. Kammer Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Annaheim Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer Gerichtsschreiberin Meier-Wiesner Urteil vom

15. November 2013 in Sachen X.___ Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwältin Yolanda Schweri Kasernenstrasse 15, Postfach 1775, 8021 Zürich gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1.

Die 1961 geborene und zuletzt als Znüni-Kurier in

und Hauswartin erwerbstätig gewesene X.___ meldete sich am 7. April 2009 unter Hinweis auf Schmerzen ( im Nacken, Rücken, an Beinen, Schultern und Händen ) sowie auf eine Depression bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2). Nach Durchführung von Abklä rungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht stellte die IV-Stelle mit Vor bescheid vom 15. Februar 2011 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus sicht (Urk. 8/38 f.). Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens ergänzte sie die medizinischen Abklärungen und verfügte am 4. Juli 2012 im angekündigten Sinne (Urk. 2). 2.

Dagegen erhob

X.___ am 6. September 2012 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Zusprechung einer Invalidenrente, eventualiter um Veran lassung einer neutralen Begutachtung. Ferner ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2012 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Am 15. Oktober 2012 wurde die Beschwerdeantwort der Beschwerde führerin zur Kenntnis gebracht (Urk. 9). Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit ( Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein ( Art. 4 Abs. 1 des Bun desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt ( Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist ( Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit ( Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit ( Art. 6 ATSG) sei der versi cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen). 1.2

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a.

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min destens 40 Prozent arbeitsunfähig ( Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c.

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ( Art. 8 ATSG) sind.

Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.3

Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen). 1.4

Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen ( Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung). 1.5

Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein trächtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwe rbstätig wäre . Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhält nissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist ( Bundesgerichtsurteil 8C_812/2011 vom 11. Oktober 2012 E. 4.1 mit Hinweisen ). 1.6

Ist anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchti gung teilerwerbstätig

oder sie arbeite unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit

, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG und Art. 28a Abs. 3 IVG sowie Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; im Fol genden: Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG) tätig zu sein, ist die Invalidi tät ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG zu bemessen. Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zu r Anwendung wie bei ohne Gesund heits schaden voll Erwerbstätigen (Art. 27 bis IVV). Bei einer hypothetisch (im Gesund heitsfall) lediglich teilerwerbstätigen versicherten Person ohne einen Aufgaben bereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG bemisst sich somit die Invalidität nach der allge meinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Untervariante davon (Schätzungs- oder Prozentvergleich, a usserordentliches Bemessungsver fahren). Das Valideneinkommen ist nac h Massgabe der ohne Gesundheitsscha den aus geübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist , was die ver si cherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbs tätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stü cken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, o der ist die Ausübung einer Ganz tagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (BGE 125 V 157 E. 5c/bb) . Das Inva lideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Dur chführung allfälliger Eingliede rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das vom Arzt festzulegende Arbeits pen sum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (zum Ganzen: BGE 131 V 53 f. E. 5.1.2).

Nach der dargelegten Konzeption ist die Reduktion des zumutbaren erwerbli chen Arbeitspensums, ohne dass die dadurch frei werdende Zeit für die Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG verwendet wird, für die Methode der Invaliditätsbemessung ohne Bedeutung. Die Gründe für eine ohne Gesundheitsschaden bloss teilzeitlich ausgeübte Erwerbstätigkeit sind für die Wahl der Bemessungsmethode lediglich insofern von Interesse, als sie in Zu sammenhang stehen mit der Tätigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG. Insbesondere werden allein stehende Personen bei einer Reduktion des Beschäftigungsgrades aus freien Stücken nicht gleichsam automatisch zu Teilerwerbstätigen mit einem Aufgabenberei ch Haushalt neben der Berufsaus übung (BGE 131 V 54 E. 5.2). 1.7

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 1.8

Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli chen allseitigen Untersuchun gen beruht, die geklagten Beschwerden berück sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus einander setzt was vor allem bei psychischen Fehlent wicklungen nö tig ist , in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu räu mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U.

Meyer Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.). 2.

Die Beschwerdegegnerin begründet die Rentenablehnung damit , dass der Beschwer deführerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Znüni-Kurier in

mit einem Pensum von 70 % seit April 2008 zwar nur noch zu 50 % zumutbar sei . Für e ine körperlich leichte, in temperierten Räumen abwechslungsweise sitzend und stehend auszuübende Tätigkeit, ohne häufige Inklination, Reklination oder Rotation, ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen, ohne Arbeiten mit erhöhter emotionaler Belastung, Stress belastung, Verantwortung, vermehrtem Kundenkontakt oder über du rch schnittlicher Dauerbelastung sei sie dagegen lediglich zu 40 % eingeschränkt (Urk. 2 S. 1 f.).

Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Stand punkt, dass sie im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig ( gewesen ) wäre, infolge schwerer psychischer Erkrankungen sowie körperlicher Einschränkungen jedoch zumindest in absehbarer Zeit nicht mehr arbeitsfähig sei (Urk. 1, insbe sondere S. 10). 3. 3.1

Aufgrund eines chron ischen zervi kobrachialen Schmerzsyndroms liess der Haus arzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. Y.___ , Facharzt für Allge meine Innere Medizin, Z.___ , Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, ein Arbeitsassessment durchführen (Urk. 8/7 S. 2). Im Bericht dieses Spitals

vom 2. Dezember 2008 (Urk. 8/7 S. 3 ff.)

wurden folgende Diagnosen gestellt : -

Chronisches zervi kobrachiales Schmerzsyndrom beidseits rechtsbetont - Status nach Autounfall am 24. März 2008 - Wirbelsäulenfehlform und

-fehlhaltung - muskuläre Dysbalance und Haltungsinsuffizienz - multisegmentale Diskopathie ohne Hinweis für Myelopathie - Onkovertebralarthrosen mit Einengung der Neuroforamina auf Höhe HWK 6/7 mit möglicher Tangierung von C7 beidseits (MRI HWS vom 25. April 2008) -

Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom -

Periarthropathia genu beidseits -

Leichte depressive Episode -

Verdacht auf generalisierte Angststörung

Weiter w u rd e im Bericht ausgeführt, z um Untersuchungszeitpunkt habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen im Schulter- / Nackenbereich rechtsbetont mit Ausstrahlung in beide Arme geklagt. Aufgrund der Selbstlimitierung könn ten mittels der Basistest s keine Aussagen über die arbeitsbezogen relevanten Probleme gemacht werden. Die Versicherte habe bei den Tests eine mässige Leistungsbereit schaft gezeigt und sei an beide n Testtage n zu spät erschienen. Es sei eine deutliche Selbstlimitierung festgestellt worden . Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb nebst den Ergebnissen der Tests und der kli nischen Untersuchung auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen. Daraus ergebe sich aus somatisch-rheumatologischer Sicht eine zumutbare Arbeitsfä higkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Znüni-Kurierin von 100 % (Urk. 8/7). 3.2

Vom 8. bis 21. Juli 2009 war die Versicherte im damaligen A.___

im Rahmen einer Krisenintervention bei depressiver Symptomatik hospi talisiert. Im Bericht vom 28. August 2009 (Urk. 8/21) wurde eine seit 2006 bestehende mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F32.11) mit somatischem Syndrom diagnostiziert und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit während der Hos pitalisation attestiert. Laut den berichtenden Ärzten war d ie Arbeitsfähigkeit nach dem Klinikaufenthalt neu zu evaluier en . Es wurde angenommen, dass die Versicherte i m Rahmen der depressiven Episode bei der Ausübung der bisheri gen Tätigkeit Schwierigkeiten haben könnte. Aus psychiatrischer Sicht und auf grund der Erfahrung während des kurzen einmaligen stationären Aufenthalts wäre bei der Beschwerdeführerin eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich. 3.3

Die Psychologin lic. phil. B.___ sowie Dr. med. C.___ , Oberärztin am D.___ , behandel te n die Beschwerde führerin im Ambulatorium D.___

ab Januar 200 9. Im Bericht vom

12. Januar 2010

(Urk. 8/28 ) stellten sie folgende Diagnosen: -

E motio nal-instabile

Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD 10 F6 0.31 ) , bestehend seit mehreren Jahren -

R ezidivierende mittelgradige depressive Episode

mit somatischem Syn drom (ICD-10 F33.11), bestehend seit etwa Mitte 2006

D ie emotionale Instabilität scheine sich in letzter Zeit etwas ausgeprägt zu haben. Demzufolge sei auch die Gefahr sehr gross, dass die Patientin immer wieder in depressive Episoden gerate. Die allgemeine Schmerzsymptomatik so wie das starke Übergewicht verschlechterten die Prognose deutlich. Kurz- und mittel fristig sei keine relevante Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Die Beschwerdeführerin sei sicher nicht in der Lage, in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf als Znüni-Kurierin zu arbeiten . 3.4

Im orthopädisch-psychiatrischen

Gutachten der

E.___ , vom 5. August 2010 ( Dr. med. F.___ , Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und Dr. med. G.___ , Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) wurden fol gende

Diagnosen m it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt

(Urk. 8/31 S. 21 ) : -

D eutliche Osteochondrose C4-7 mit Einengung des Spinalkanals C4/5 und C5/6 sowie der Neuroforamina C4/5 und geringer C6/7 beidseits -

D eutliche Spondylarthrose L4/5 mit linksbetonter birezessaler Stenose und Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 links, eventuell auch rechts sowie Spondylarthrose L5/S1 -

Adipositas -

R ezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Epi so den und somatischem Syndrom, bestehend seit etwa 2004 (ICD-10 F33.11) -

K omb inierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und ängstli chen Persönlichkeitszügen (ICD-10 F61.0)

Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen die Gutachter Dr es. F.___

und

G.___ dagegen folgenden weiteren Diagnosen bei (Urk. 8/31 S. 21): -

L eichte Gonarthrose links und Nullachse -

Senk-/Spreizfüsse -

Nikotinabusus

Laut Gutachten klagte die Beschwerdeführerin a nlässlich der orthopädischen Untersuchung über Nackenschmerzen mit Auss trahlungen in Kopf und Schulter , über lumbale Schmerzen, die sich in das linke Kniegelenk fortsetz t en , sowie über Schmerzen im linken Kniegelenk (Urk. 8/31 S. 4) . Aufgrund der Ergebnisse der klinischen und radiologischen Untersuchung kam Dr. F.___ zum Schluss, dass die Nackenschmerzen und die abnormen Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule auf die in der Magnetresonanztomographie (MRI) sichtbare Osteochondrose C4-7 mit Einengung des Spinalkanals C4/5 und C5/6 sowie der Neuroforamina C4/5 links und gering auch C6/7 beidseits zurückgeführt werden könnten. Die lumbalen Schmerzen und die pathologischen objektiven Befunde der Lendenwirbelsäule seien im Wesentlichen mit der im MRI nachgewiesenen deutlichen Spondylarthrose L4/5 mit linksbetonter birezessaler Stenose und Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 links, eventuell auch rechts sowie der moderaten Spondylarthrose L5/S1 vereinbar. Prognostisch ungünstig sei das Übergewicht, das zu einer vermehrten Belastung und Abnutzung der vorge schädigten Lendenwirbelsäule führen könne. Die Kniegelenksschmerzen links seien bei unauffälligem Untersuchungsbefund des linken Kniegelen ks und radi ologisch nur leichter Gonarthrose und Nullachse nicht ganz nachvollziehbar. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit resultiere aus diesem geringen Befund nicht (Urk. 8/31 S. 7 , S. 20 ) .

Die psychiatrische Untersuchung durch Dr. G.___ ergab eine rezidivierende depressive Störung, welche sich 2004 im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit und Partnerproblematik zu eine r mittelgradige n depressive n Episode entwickelt habe. 2005 habe sich die Beschwerdeführerin bis zum Tod ihres Ehemannes im November 2006 in guter psychischer Verfassung befunden .

S eit dem Tod des Ehemannes bestünden mittelgradige depressive Episoden mit somatischem Syn drom, wobei es 2007/2008 im Rahmen der

erwerblichen Tätigkeit als Znüni-Kurierin zu beruflichen Belastungssituationen gekommen sei ; am 24. März 2008 habe die Versicherte einen Verkehrsunfall erlitten. Seither sei durchgehend eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom anzunehmen. Zusätzlich fänden sich Hinweise für eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und ängstlichen Persönlichkeitszügen. Aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden erschienen die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Motivation und die Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt. Trotz der depressiven Störung liessen sich durchaus Ressourcen und Restaktivitäten erheben. Die Ver sicherte zeige einen relativ strukturierten Tagesablauf mit Versorgung des Haus haltes und verschiedenen Aktivitäten. Sie versuche sich zu beschäftigen , mache Spaziergänge, alleine oder mit Kolleginnen, halte sich viel ausser Haus auf und zeige durchaus Interessen. Es liessen sich keine kognitiven Störungen und keine wesentlichen Kontaktstörungen erheben, mit Ausnahme einer gewis sen Selbst unsicherheit. Die depressive Störung führe zu einer Beeinträchtigung der Schmerz verarbeitung und Schmerzbewältigung. Damit verfüge die Be schwerde führerin nicht ausreichend über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen und es seien diese mit einer zumutbaren Willens anstrengung nur eingeschränkt überwindbar (Urk. 8/31 S. 17 f. , S. 21 ).

Im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung legten die beiden Gutachter die aus somatischer Sicht lediglich um 15 % eingeschränkte (Urk. 8/31 S. 8)

Arbeitsfähigkeit als Znüni-Kurierin bei voller Stundenpräsenz seit mindestens April 2008 unter Hinweis auf die psychischen Einschränkungen auf 50 % fest. Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzen d und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig inkli nierte und reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 5 kg gehoben oder getragen werden müss t en , ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelast ung, ohne erhöhte Verantwortung , ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung

dürften

seit April 2008 bei voller Stundenpräsenz zu 60 % zugemutet werden (Urk. 8/31 S. 22) .

Weiter konnte der psychiatrische Gutachter den Berichten des damaligen

A.___ vom 28. August 2009 (Urk. 8/21) und des D.___ vom 12. Januar 2010 (Urk. 8/28) be ziehungsweise den entsprechenden

d iagnostischen Einschätzungen weitge hend zustimmen. Die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien aus gut achterlicher psychiatrischer Sicht aber deutlich geringer einzustufen, und es liessen sich sowohl in den psychiatrischen Arztberichten als auch bei der jetzi gen gutachterlichen Untersuchung deutliche Restaktivitäten und Ressourcen erkennen, die eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht rechtfertigten (Urk. 8/31 S. 22). 3.5

Laut Bericht des D.___

vom 11. April 2011 an die Rechtsvertreterin (Urk. 8/45) leidet die Beschwerdeführerin unter starken Stimmungsschwankungen. S eit etwa vier Monaten berichte sie von posttrauma tischen Erinnerungen, durch welche sie sich „ überschwemmt “ fühle. E ine statio näre Behandlung auf der Traumastation wolle sie sich finanziell nicht leisten. Der von ihr selber gewünschte Auseinandersetzungsversuch im ambulanten Setting sei ihr wegen der Instabilität bis jetzt allerdings

nicht gelungen. Auf grund des aktuellen, nu n chronifizierten Zustandsbildes sei die Beschwerdefüh rerin zu 100 % arbeitsunfähig . Eine Eingliederung im geschützten Rahmen sei nach kurzem Versuch im Sommer 2009 von der Beschwerdeführerin bei De kompensation und nachfolgender stationärer Behandlung im A.___ abgebrochen worden. Eine langfristige Prognose erscheine schwierig. 3.6

In seiner Stellungnahme vom 8. Juni 2011 zum oben wiedergegebenen Bericht des D.___ vom 11. April 2011 (Urk. 8/49) führte der psychiatrische E.___ - Gutachter Dr. G.___ aus, mangels zusätzli che r diagnostische r Aspekte und aufgrund der erhobenen Ressourcen ergäben sich aus psychiatrisch gutachterlicher Sicht keine Änderungen bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit. Auch seien aus psychiatrischer Sicht keine weiteren medizinischen Abklärungen erforderlich und aufgrund der vorliegenden psychischen Problematik keine zu sätzlichen Erkenntnisse zu erwarten. 3.7

Im

Abschlussbericht des D.___ vom 26. Mai 2011 (Urk. 8/55)

wurde der Beschwerdeführerin a ufgrund der momen tanen Symptomatik mit starken Stimmungsschwankungen und schweren depressiven Einbrüchen bei im Wesentlichen unveränderten Diagnosen empfohlen, eine höher frequente Therapie bei einem niedergelassenen Thera peuten zu beginnen.

In der Folge übernahm Dr. med. H.___ , Facharzt für Psychiatrie und Psy chotherapie, die psychotherapeutische Behandlung. Im Bericht vom 1. Februar 2012 (Urk. 8/59) stellte er

folgende Diagnose n: -

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) -

instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD-10 F60.31) -

rezidivierende depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)

In der Anamnese berichtete Dr. H.___

sodann über die schwere Kindheit der Beschwerdeführerin in I.___ sowie darüber, dass sie im Alter von 18

Jahren von ihrer in J.___ lebenden Freundin und deren Mann während zwei Monaten gezwungen worden sei, sich zu prostituieren. Letzteres sei für sie wie eine Vergewaltigung gewesen. Sie hasse sich dafür und fühle sich schmutzig, blöd und wertlos. Auch bei intensiver Therapie sei wegen der fest verankerten, ungünstigen depressiven Verarbeitungsweise, beziehungsweise der Selbstblo ckierung gegenüber anstehenden Problemen, Herausforderungen, persönlichen Kontakten sowie allgemein en Situationen des Alltags mittelfristig an eine rele vante Arbeitsfähigkeit nicht zu denken. Die Grundbefindlichkeit der Beschwer deführerin werde sich wahrscheinlich verbessern. Ob damit eine Arbeits fähigkeit einhergehen werde, sei fraglich. Gestützt darauf attestierte Dr. H.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 15. März 2008. 3.8

Vom 10. April bis 16. Juli 2012

somit zur Zeit des Erlasses der angefochtenen Verfügung befand sich die Beschwerdeführerin au f der Spezialstation für Traumafolgestörungen im A.___

in stationärer Behandlung . Im Bericht vom 6. August 2012 (Urk. 8/68) wurden folgende Diagnosen

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt : -

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) -

rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) -

Agoraphobie (ICD-10 F40.0) -

Schleudertrauma im Rahmen eines Verkehrsunfalls 2008

Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen die berichtenden Ärzte hinge gen einer kombinierten Hyperlipidämie sowie der Adipositas per magna bei (BMI 41.1

kg/m 2 ). Weiter führten sie aus, die Diagnosen einer rezidivieren den depressiven Störung bei gegenwärtig mittelgradiger Episode mit somati schem Syndrom sowie einer Agoraphobie seien zum aktuellen Zeitpunkt nicht klar abgrenzbar gegenüber der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung und könnten je nach Verlauf eventuell auch unter dieser Diagnose subsumiert werden. Eine im Vorfeld aufgetretene akute Suizidalität habe zum Berichtsz eit punkt nicht mehr bestanden. Allerdings habe die Beschwerdeführerin passive Todeswünsche angegeben. Eine zuvor mehrfach beschriebene emotional insta bile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31) habe während des dreimonatigen Aufenthalts nicht objektiviert werden können. Zwar habe die Beschwerdeführerin unter rezidivierenden depressiven Stimmungseinbrüchen gelitten, jedoch insgesamt eine durchgehend depressive Stimmungslage gezeigt. Auch habe sie sich während des stationären Aufenthaltes gut in den Klinikalltag einfügen und sich an die Stationsregeln halten können. Ein unberechenbares oder impulsives Verhalten habe nicht beobachtet werden können. Probleme im Rahmen der Beziehungsgestaltung zu Mitpatienten im Sinne der Nähe-/Distanz regulierung oder einer Vermeidung von Kontakt zu männlichen Mitpa tienten sowie anamnestisch beschriebene Männerbeziehungen mit fehlender emo tionaler Nähe, mangelndem Respekt gegenüber der Patientin und übermäs sigem Einsatz seitens der Patientin, die Beziehung zu erhalten, liessen sich voll umfänglich durch eine Bindungsproblematik aufgrund der komplexen post traumatischen Belastungsstörung in Kombination mit seit der Kindheit erlernten Verhaltensmuster n erklären. Als Znüni-Kurierin bestehe bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Es lägen kognitive Einschränkungen mit Auf merksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie eine depressive Stimmungslage mit rezidivierenden depressiven Krisen , Alpträume und Schlaf störungen vor . Dies e Symptomatik führe dazu, dass d ie Beschwerdeführerin we nig belastbar sei und somit Arbeitsqualität und -quantität sowie Lern- und Anpassungsfähigk eit reduziert seien. Weiter sei die Beschwerdeführerin in der Arbeitswelt mit organisatorischen und strukturellen Anforderungen rasch überfordert. Diese Problematik sei im Rahmen der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung zu sehen und nicht oder nur in geringem Ausmass durch den Willen der Beschwerdeführerin zur Besserung der Symptomatik, welcher durch aus vorhanden sei, beeinflussbar . Da es sich um eine schwere und chronifizierte Symptomatik einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung handle, sei auch unter adäquater Therapie im Gegensatz zur Lebensqualität keine Verbes serung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Ein Arbeitsversuch im geschützten Rahmen im Mai 2009 sei bereits gescheitert. Gestützt darauf gingen die berich tenden Ärzte aufgrund der psychiatrischen Grunderkrankung von einer bis auf weiteres bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus und empfahlen nach Bedarf die Ausübung von flexiblen Tätigkeiten mit insgesamt geringem Zeit aufwand, ohne Zeitdruck, ohne erhöhte Verantwortung, Dauerbelastung oder emotionaler Belastung im Sinne einer Tagesstruktur. Abschliessend wurden Konzentrations- und Auffassungsvermögen, Anpassungsfähigkeit sowie Belast barkeit als mittelgradig eingeschränkt eingeschätzt. 4. 4.1

Was die Frage nach dem Vorliegen einer posttraumatische n

Symptomatik angeht, berichtete die Beschwerdeführerin

e rstmals anlässlich der psychiatri schen Begutachtung durch Dr. G.___

über ihre schwierige Kindheit ( Urk. 8/31 S. 17) .

Anfangs 2011 gab sie an, weitere traumatische Erlebnisse gehabt zu haben , ohne diese allerdings detaillierter zu beschreiben (Urk. 8/45 S. 1, Urk. 8/55 S. 2). Erst im Januar 2012 erwähnte sie die zweimonatige Zwangs prostitution

im Alter von 18 Jahren, was zur Diagnosestellung einer posttrau matischen Belastungsstörung seitens des Psychiaters Dr. H.___ und deren Bestätigung durch die Ärzte der Spezialstation für Traumafolgestörungen des A.___

führte (Urk. 8/59 S 2 f. , Urk. 8/68 S. 2 ) . 4.2

Nach dem Klassifikationssystem der ICD-10, auf welche Kriterien abzustellen ist (Bundesgerichtsurteil 9C_554/2009 vom 1 8. August 2009 E. 6 ), setzt eine post traumatische Belastungsstörung

( F43.1 )

voraus, dass sie mit einer Latenz von wenigen Wochen bis Monaten nach einem Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartige m Ausmass auftritt , das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde (Dilling/Freyberger [Hrsg.], Taschenführer zur ICD-10 -Klassifikation psychischer Störungen, 6. Aufl. 2012, S. 173-175). Auch in der aktuellen Ausgabe der ICD-10, Version 2013 (abrufbar unter www.dimdi.de

) , wurde an dieser Definition und insbesondere an der Latenzzeit festgehalten. Eine weniger einschränkende Formulierung des Belastungskriteri ums und damit die Berücksichtigung von Ereignissen, die weder eine ausserge wöhnliche Bedrohung noch eine Katastrophe darstellen, dennoch aber im Erle ben einer versicherten Person eine Traumatisierung auslösen können, mag the rapeutisch Sinn machen. Dasselbe gilt für eine weniger einschränkende Formu lierung der zeitlichen Latenz mit Berücksichtigung von einem erst lange nach den traumatischen Ereignissen beginnenden Krankheitsverlauf. Hingegen ver langt die Leistungsberechtigung in der Invalidenversicherung zwangsläufig eine gewisse Objektivierung, weshalb solche Konstellationen ausser Betracht bleiben müssen (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 9C_228/2013 vom 2 6. Juni 2013 E. 4.1.2 und 4.1.3 mit Hinweisen).

4. 3

4.3.1

Zwar mögen

die

e rlebte n Traumata

wichtige Bestandteil e der Vergangenheit der Beschwerdeführerin darstellen . Jedoch war sie bis zum Unfall im Jahre 2008

in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich eingeschränkt . Die se

jahrzehntelange Latenz spricht nach den erwähnten Kriterien gegen die ( nachträgliche )

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung .

Davon abgesehen muss u nabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbese hen der Ätiologie rechtsprechungsgemäss eine Beeinträchtigung der Erwerbs fähigkeit ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entschei dend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu erfolgende Beurteilung, ob und inwiefern de r

v ersicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar ist ( BGE 127 V 294

E. 4c ; Urteil 8C_180/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 6.2.2).

D abei sind die Grundsätze zur Überwindbarkeit eines Leidens gemäss der soge nannten Schmerzstörungspraxis nach BGE 130 V 352

auch auf posttraumati sche Belastungsstörung en anwendbar. Demzufolge können solche Störungen

nur dann invalidisierend wirken, wenn ihre Auswirkungen nicht mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbar sind (Bundesgerichtsurteil 8C_ 483/2012 vom 4. Dezember 2012). Rechtsprechungsgemäss können b estimmte Umstände, wel che die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiederein stieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krank heitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter schiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent sprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraus setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352). 4.3.2

Weder den Berichten des D.___ be ziehungs weise des Dr. H.___ noch denjenigen der Spezialstation für Trauma folgestörungen des A.___ lässt sich entnehmen, dass die oben genannten Kriterien betreffend Unüberwindbarkeit der Auswirkungen der diag nostizierten posttraumatischen Belastungsstörung erfüllt wären .

Vielmehr schätzten die Ärzte des

A.___

die psychi schen Funktionen als lediglich mittel gradig eingeschränkt ein (Urk. 8/68 S. 8), was der von ihnen attestierten 100% igen Arbeitsunfähigkeit

widerspricht . Eine mittelgradige Einschränkung der Leistungsfähigkeit entspricht eher der Arbeitsfähigkeitse inschätzung der E.___ - Gutachter . Zu deren Begründung gaben die Gutachter deutliche Restaktivitäten und Ressourcen der Beschwerdeführerin an .

Insbesondere die jahrzehntelang e Erwerbstätigkeit mit Arbeitsp ensen von mind estens 70 % weist auf nicht unbedeutende Ressourcen hin. 4. 4

Bei dieser Aktenlage kann auch die Frage nach einer seit der Begutachtung in der E.___

eingetretene n Verschlechterung verneint werden . Namentlich lässt sich eine Verschlimmerung der Symptomatik nicht daraus ableiten, dass die Beschwerdeführerin erstmals im Januar 2012 von ihren traumatischen Erleb nissen berichtet e. Weiter

gaben die Ärzte des A.___ aufgrund ihrer Beobachtungen während der dreimonatigen Hospitalisation in der Spezialsta tion für Traumafolgestörungen an, dass die depressive Störung und die Agora phobie gegenüber der diagnostizierten komplexen posttraumatischen Belas tungsstörung nicht klar abgrenzbar seien. D ie Symptome für eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD-10 F60.31) konnten nicht objektiviert werden oder wurden auf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung zurückgeführt (Urk. 8/68 S. 3) .

Dies lässt nicht auf eine Ver schlechterung, sondern vielmehr auf eine andere medizinische Beurteilung eines seit der Begutachtung weitgehend unverändert gebliebenen Gesundheitszustan des schliessen . 4. 5

Aus diesen Gründen vermag der Umstand , dass die E.___ -Gutachter die der Beschwerdeführerin im Alter von 18 Jahren während zwei Monaten aufge zwungene Prostitution nicht mitberücksichtigen konnten, ihre Schlussfolgerun gen im Gutachten vom 5. August 2010 ent gegen den Ausführungen in der Beschwerde (Urk. 1 S. 10 f.)

nicht in Frage zu stellen . 4.6

Hinsichtlich der übrigen Diagnosen und der Einschätzung der der Beschwerde führerin aus somatischer Sicht noch zumutbaren Arbeitsleistung besteht eine weitgehende Übereinstimmung zwischen den Berichten der behandelnden Ärzte und dem E.___ -G utachten. Sogar der Hausarzt Dr. Y.___

widersprach dem klaren Ergebnis des von ihm veranlassten Arbeitsassessments im Z.___

nicht (Urk. 8/7 S. 2 ff. ) . 4. 7

D as bidisziplinäre E.___ -Gutachten vom 5. August 2010 erfüllt sämtliche Anfor derungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage: Es beruht auf einer eingehenden orthopädischen und psychiatrischen Untersu chung, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, setzt sich mit diesen und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge sowie in Bezug auf die gezo genen Schlussfolgerungen ein.

Demgegenüber haben sich die behandelnden Ä rzte in erster Linie auf die Be hand lung zu konzentrieren. Deren Berichte verfolgen nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die von der Rechtsprechung aufgestellten materiellen Anforderungen an ein Gut achten. Sodann ist der Erfahrungstatsache Rec hnung zu tragen, dass sie mitun ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zwei felsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5). Dies gilt für den Hausarzt wie für den behandelnden Spezi alarzt mit ihrem besonde ren Ver trauensverhältnis (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil I 655/05

vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen). Dadurch lässt sich die Diskrepanz zwischen der Einschätzung der E.___ -Gutachter einerseits und derjenigen der behandeln den Ärzte im D.___ und im A.___ sowie des behandelnden Psychiaters Dr. H.___

andererseits erklären .

4.8

Schliesslich legte die Beschwerdeführerin nicht dar ,

i nwiefern mit Blick auf die medizinischen Einschätzungen und Gegebenheiten de r orthopä dische Gutachter Dr. F.___

als voreingenommen zu betrachten wäre

( wenn gleich Bemerkungen zu Staatsbürgersc haft und Sprachkenntnisse n der Exploran di n unbestrittenermassen keine für die Orthopädie relevante n Gesichtspunkte darstellen ) . Dr. F.___ konnte - ebenso wie schon die Ärzte des Z.___ , Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin (E. 3.1) - keine Gründe ausmachen , welche aus orthopädischer Sicht gegen eine vollstän dige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit sprechen würden. 4.9

Bei dieser Sachlage bestehen keine Gründe für die Vornahme weiterer Abklärun gen (vgl. Urk. 1 S. 6).

Die Beschwerdegegnerin hat demzufolge zu Recht auf die Schlussfolgerungen im bidisziplinären E.___ -Gutachten vom 5. August 2010 abgestellt und ist davon ausgegangen, dass die Beschwerde führerin seit April 2008 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Znüni-Kurier in nur noch zu 50 %, in leidens angepasster Tätigkeit dagegen zu 60

% a r beitsfähig

ist . 5. 5.1

Unter den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass die Invaliditätsbemessung mangels eines Aufgabenbereichs der im Zeitpunkt des Eintritts des Gesund heitsschadens teilzeitlich erwerbstätigen Beschwerdeführerin nach der bei Erwerbstätige n anwendbare n Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen hat (Urk. 1 S. 9 f., Urk. 2). Strittig ist dagegen die Bemessung des im Gesund heits fall hypothetisch erzielbaren Valideneinkommens.

D ie Beschwerdegegnerin ging dabei laut Individuellem Konto vo m

durch schnittli chen Lohn der Jahre 2003 bis 2007 in Höhe von Fr. 43‘127. (per 2009) aus (Urk. 2 S. 3 , Urk. 8/62). Dies begründet sie damit, dass die Beschwer deführerin bis 2005 als Kassiererin zu 100 % und ab Februar 2007 bis zum Ein tritt der Invalidität im April 2008 zu einem Pensum von lediglich 70 % als Znüni-Kurierin gearbeitet habe (Urk. 8/2 S. 7, Urk. 8/6, Urk. 8/9). Demgegen über stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass ein Validen ein kommen für eine 100%ige Tätigkeit angerechnet werden müsste (Urk. 1 S. 9 f.). 5.2

Nach Lage der Akten war die

seit 2006 verwitwete ,

nun alleinstehende

Be schwerdeführer in

vor Eintritt des invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens im April 2008 mit einem Pensum von 70 % als Znüni-Kurierin erwerbstätig und ging daneben einer Hauswartstätigkeit im Kleinstpensum nach. D ie zuvor vollzeitlich erwerbstätig gewesene Beschwerde führerin meldete sich nach dem Stellenverlust per 1. Oktober 2005 zu einem Pensum von 100 % zur Arbeitsvermittlung an (Urk. 8/17). Am 15. Februar 2007 konnte sie die Teilzeitstelle als Znüni-Kurierin antreten (Urk. 8/9 S. 2). Nach eigener Aussage nahm die Beschwerdeführerin d ie se Anstellung an , um die seit Oktober 2005 bestehende Arbeitslosigkeit zu beenden. Ihr Ziel sei weiterhin ein Vollpensum gewesen, was die Arbeitgeberin allerdings nicht habe anbieten können (Urk. 8/35 ).

Demzufolge wäre die Beschwerdeführerin nach dem Verlust ihrer letzten vollzeitli chen Anstellung per Ende September 2005 zwar gesundheitlich in der Lage und grundsätzlich gewillt

gewesen, weiterhin ganztägig erwerbstätig zu sein. Die Ausübung einer Ganztagestätigkeit war ihr jedoch aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht mehr möglich . Dafür hat die Invalidenversicherung nicht ein zustehen, weshalb das Valideneinkommen rechtsprechungsgemäss nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit fest zulegen ist ( vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).

Selbst bei Heranziehung des von der Beschwerdegegnerin errechneten und für die Beschwerdeführerin bedeutend günstigeren

Valideneinkommens von Fr. 43‘127. (per 2009) würde aus dem Einkommensvergleich wie unten dar zulegen sein wird ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultieren ,

w es halb auf eine Ermittlung des Valideneinkommens anhand des auf 12 Monate aufgerechneten Einkommens der Beschwerdeführerin im Jahre 2007 oder anhand der Daten der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohn strukturerhebung (LSE 2008) verzichtet werden kann. 5.3

Lässt sich das Invalideneinkommen nicht konkret ermitteln, weil die versicherte Person die restliche Arbeits- beziehungsweise Erwerbsfähigkeit nicht zumut ba rerweise voll ausnützt, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne ge mäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhe bung

herangezogen werden. Dabei ist vom Zentralwert (Median) der standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) auszugehen (BGE 126 V 76 E. 3b/bb) . Der sta tistische Durchschnittslohn (Zentralwert) der mit einfachen und repetitiven Auf gaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Frauen betr u g Fr. 4‘116. (LSE 2008, Tabelle TA1, Total) . Unter Berücksichtigung der durch schnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahre 2009 von 4 1 .6 Stunden sowie der Nomi nallohnentwicklung (vgl. Die Volkswirtschaft 9-2013, S. 94 f., Tabellen B 9.2, Zeile G, und B 10.3 ) ergibt sich bei einem Arbeitspensum von 60 % ein E in kommen von Fr. 31‘4 74 . (Fr. 4‘116. x 12 : 40 x 41,6 : 2499 x 2552 x 60 %) .

Die Frage, ob und in welchem Ausmass der statistische Lohn zu korrigieren ist, hängt von den gesamten persönlichen und b eruflichen Umständen des konkre ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationa lität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad; BGE 12 6 V 75). Die Be schwer deführer in kann zwar aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeit lich er werbstätig sein, so dass sie auf dem Arbeits mar kt in Konkurrenz mit gesundheit lich nicht beeinträchtigten, vollzeitlich erwerbs tätigen Bewerberinnen und Bewer bern ben achteiligt ist. Dies wirkt sich jedoch lediglich in geringem Ausmass auf das Lohnniveau aus. D ie von der Beschwerdegegnerin vor ge nommene , eher

grosszügige aber nicht zu beanstandende

Herabsetzung des sta tistischen Lohnes um 1 5 % führt zu einem hypotheti schen Invalideneinkommen von Fr. 26‘7 53 .

(per 2009) . 5 .4

A us dem Vergleich der beiden Einkommen (Valideneinkommen: Fr. 43‘127. ; Invalideneinkommen: Fr. 26‘7 53 . ) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 16‘37 4 . , mithin ein rentenausschliessender In validitätsgrad von

unter 40 % ( 38 % ).

Nichts anderes ergäbe sich für die Folgejahre, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 6. 6.1

Vorliegend sind bei der Beschwerdeführer in die Voraussetzungen zur Bewilli gung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltl i chen Rechtsvertretung gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das So zialversi cherungsgericht (GSVGer) erfüllt (Urk. 3/6) . 6 .2

Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600 . festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerde führerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1 bis IVG) , jed och zufolge Gewährung der unent geltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts kasse zu nehmen. Zudem ist Rechtsanwältin Yolanda Schweri entsprechend ihrer Honorarnote vom

28. Oktober 2010 (Urk. 10) mit Fr. 2‘169. -- aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Das Gericht beschliesst,

In Bewilligung des Gesuchs vom 6. September 2012 wird der Beschwerdeführerin Rechtsan wältin Yolanda Schweri, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Ver fahren bestellt und es wird ihr die unentgeltliche Prozessführung gewährt , und erkennt: 1.

Die Beschwerde wird abgew iesen. 2.

Die Gerichtskosten von Fr. 600 .-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt , zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts kasse genommen. Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen. 3.

Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Yolanda Schweri, Zürich, wird mit Fr. 2‘169. -- (inkl. Barauslagen und MWSt) aus der Gerichts kasse entschädigt. Die Beschwerde führerin wird auf § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen. 4.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Yolanda Schweri - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen - O.___ sowie an: - Gerichtskasse 5.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin GräubMeier-Wiesner