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AL.2020.00186

Ablösung Lohnzahlung durch Unfalltaggeld nach erfolgter Kündigung; Nichterfüllen der Beitragszeit und Befreiung infolge mehr als 12 Monate unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit bestätigt; Anspruch auf höchstens 90 Taggelder (AVIG 27 IV); Abweisung. (BGE 8C_238/2021)

Zürich SozVersG · 2021-01-09 · Deutsch ZH
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Sachverhalt

1.

X.___, geboren 1981, meldete sich gemäss Anmeldebestätigung vom 3. September 2019 (Urk. 8/79) sowie vom 1 3. September 2019 (Urk. 7/147 = Urk. 8/41 = Urk. 3/7) und Mutationsbestätigung vom 1 6. März 2020 (Urk. 7/148 = Urk. 7/106-180 = Urk. 3/8) am 3. September 2019 zur Arbeitsvermittlung an.

Ebenfalls am 3. September 2019 stellte er einen Antrag auf Arbeitslos en ent schä digung (Urk. 8/67-70) ab 1. Dezember 2019 (Ziff.

1) im Umfang von 70 % einer Vollzeitbeschäftigung (Ziff. 3).

Am 2 3. Januar 2020 (Urk. 7/219-222 = Urk. 8/13-17) stellte er den Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Januar 2020 (Ziff.

1) im Umfang von 85 % einer Vollzeitbeschäftigung (Ziff. 3).

Die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich (nachstehend: Kasse) hielt mit Ver fü gung vom 2 6. März 2020 (Urk. 7/106-107 = Urk. 7/153-152 = Urk. 3/1) fest, der Versicherte habe während der Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 1. Januar 2020 bis 3 1. Dezember 2021 Anspruch auf höchstens 90 Taggelder (S. 1 Mitte).

Die dagegen am 2. April 2020 erhobene Einsprache (Urk. 7/101-104) wies sie mit Einspracheentscheid

vom 1 4. Juli 2020 ab (Urk. 7/80-85 = Urk. 2) . 2.

Der Versicherte erhob am 2 2. Juli 2020 Beschwerde gegen den Einsprache ent scheid vom 1 4. Juli 2020 (Urk.

2) und beantragte, die für die Beitragszeit mass gebende Rahmenfrist sei vom 1. Januar 2017 bis 3 0. November 2019 festzusetzen und die für den Leistungsbezug massgebende Rahmenfrist vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 202 1. Es seien ihm höchstens 260 Taggelder zuzusprechen (Urk. 1 S. 4 lit . b, c

und e).

Die Kasse beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2 4. August 2020 (Urk.

6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2 7. August 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13). Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

1.1

Nach Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) gelten - soweit das Gesetz nichts anderes vorsieht - für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zwei jährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 9 Abs. 2 AVIG), und die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (Art. 9 Abs. 3 AVIG). 1.2

Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt unter anderem voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (Art. 8 Abs. 1 lit . a AVIG). Als ganz arbeitslos gilt, wer in keinem Arbeitsverhältnis steht und eine Vollzeit beschäftigung sucht (Art. 10 Abs. 1 AVIG). Als teilweise arbeitslos gilt, wer eine Teilzeitbeschäftigung hat und eine Vollzeit- oder eine weitere Teilzeitbeschäfti gung sucht (Art. 10 Abs. 2 lit . b AVIG).

Zu den gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen gehört ferner, dass die versi cherte Person einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 8 Abs. 1 lit . b AVIG). Arbeitsausfall heisst Ausfall an normaler Arbeitszeit. Dieser ist nach der Rechtsprechung in der Regel aufgrund der im Beruf oder Erwerbszweig der ver sicherten Person allgemein üblichen Arbeitszeit zu ermitteln (Thomas Nuss bau mer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, SBVR, 3. Auflage, Basel 2015, S. 2310 Rz 151). Nach Art. 11 Abs. 1 AVIG ist der Arbeits ausfall anrechenbar, wenn er einen Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei aufeinanderfolgende volle Arbeitstage dauert. Kumulativ erforderlich ist da mit ein Verdienstausfall und ein Mindestarbeitsausfall (Thomas Nussbaumer, a.a.O., S. 2311 Rz 153). 1.3

Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosen ent schädigung besteht darin, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Beitragspflicht befreit ist (Art. 8 Abs. 1 lit . e AVIG). Von der Erfül lung der Beitragszeit befreit sind gemäss Art. 14 Abs. 1 AVIG Personen, die innerhalb der Rahmenfrist (Art. 9 Abs.

3) während insgesamt mehr als zwölf Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis standen und die Beitragszeit nicht erfüllen konnten unter anderem wegen

Unfall, sofern sie während dieser Zeit Wohnsitz in der Schweiz hatten (lit . b). 1.4

Versicherte, die von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind, haben Anspruch auf höchstens 90 Taggelder (Art. 27 Abs. 4 AVIG). 2. 2.1

Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk.

2) davon aus, der Beschwerdeführer habe in der für die Beitragszeit massgebenden Rahmenfrist vom 1. Januar

2018 bis 3 1. Dezember

2019 lediglich vom 8. Januar bis 10. Septem ber 2018 (8.120 Monate) und vom 1 1. September bis 1 2. Oktober 2018 (1.120 Monate), mithin während 9.307 Monaten, eine beitragspflichtige Beschäf tigung ausgeübt (S. 4 oben). Er sei in dieser Rahmenfrist während mehr als 12

Monaten arbeitsunfähig gewesen, weshalb er von der Erfüllung der Beitrags pflicht zu befreien sei und Anspruch auf höchstens 90 Taggelder habe (S. 5 Ziff. 4). 2.2

Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), er habe sich vom 1 1. September 2018 bis 2 8. Februar 2019 in einem Arbeits verhält nis befunden (S. 2 Ziff. 1). Er habe sich der Arbeitsvermittlung am 1 3. September 2019 ab 1. Dezember 2019 und nicht erst am 2 3. Januar 2020 ab 1. Januar 2020 zur Verfügung gestellt (S. 3 Ziff. 2). Die für die Beitragszeit massgebende Rah menfrist dauere deshalb vom 1. Januar 2017 bis 3 0. November 201 9 (S. 4 Ziff. 3b) und die für den Leistungsbezug massgebende Rahmenfrist vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 20 2 1 (S. 4 Ziff. 3e). 2.3

Strittig und zu prüfen ist somit, wie es sich mit den Rahmenfristen und der Erfüllung der Beitragszeit sowie dem Anspruch auf Taggelder

verhält. 3. 3.1

Den Akten der Beschwerdegegnerin ist zu entnehmen, dass folgende Rahmen fristen für den Leistungsbezug eröffnet wurden: - 1. Dezember 2011 bis 3 0. November 2013 (Urk. 11 /102) - 1. Dezember 2013 bis 3 0. November 2015 (Urk. 10 Aktendeckblatt) - 1 6. Dezember 2015 bis 1 5. Dezember 2017 (Urk. 9 /3) - 1 6. Dezember 2017 bis 1 5. Dezember 2019 (Urk. 8 /95) - 1. Januar 2020 bis 3 1. Dezember 2021 (Urk. 7) 3.2

Gemäss Arztzeugnis von Dr. med. Y.___, Facharzt für Chirurgie, vom 1 5. November 2018 (Urk. 7/76) stürzte der Beschwerdeführer am 3. Oktober 2018 auf das linke Handgelenk (Ziff. 2); die Erstbehandlung fand am 1 2. Oktober 2018 statt (Ziff. 1). Dr. Y.___ attestierte eine Arbe itsunfähigkeit von 100 % ab 12. Oktober bis voraussichtlich 2 1. Oktober 2018 (Ziff.

8) und sah eine voraus sichtliche Arbeitsaufnahme zu 100 % ab 2 2. Oktober 2018 vor (Ziff. 9).

Dr. med. Z.___, Leitender Arzt Handchirurgie, Spital A.___, führte mit Bericht vom 3 1. Oktober 2018 (Urk. 7/74-75) aus, die erste Konsultation bei ihm sei am 2 5. Oktober 2018 erfolgt. Mit Zeugnis vom 2 1. Oktober 2018 (Urk. 7/276 = Urk. 7/282) attestierte er eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab 2 7. Oktober 2018.

Dr. Y.___ gab m it Zeugnis v om 2 8. Januar 2020 (Urk. 7/211) an, der Beschwer deführer sei ab 6. Oktober 2018 bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig ge wesen.

3.3

Gemäss der Taggeldübersicht (Urk. 7/72 = Urk. 7/209) entrichtete die Suva Taggelder vom 1 3. Oktober bis 1 1. Dezember 2018 an die Arbeitgeberin und ab 1 2. Dezember 2018 an den Beschwerdeführer (vgl. Urk. 7/195-198, Urk. 7/200, Urk. 7/206-208, Urk. 7/223-225) . Gemäss ihrer Meldung vom 5. September 2019 an die Beschwerdegegnerin (Urk. 7/234 = 8/39) und Schreiben vom 1 3. Oktober 2019 an den Beschwerdeführer (Urk. 7/143-144 = Urk. 7/255-257 = Urk. 3/6) stellte sie die Taggeldleistungen ab 1. Dezember 2019 ein (S. 2). Gemäss Verfü gung vom 2 7. Dezember 2019 (Urk. 7/138-141 = Urk. 7/ 202-205 = Urk. 7/233-236 = Urk. 3/5) richtete sie ab 1. Januar 2020 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbsunfähigkeit von 14 % aus. 3.4

Im Antrag auf Arbeitslos en entschädigung vom 3. September 2019 (Urk. 8/67-70) gab der Beschwerdeführer an, das Arbeits verhältnis habe von 2017 bis 1. Dezem ber 2019 gedauert (Ziff.

16) und sei vom Arbeitgeber schriftlich gekündigt wor den (Ziff. 18). Der letzte Arbeitstag sei am 3. Oktober 2018 gewesen (Ziff. 19).

Gemäss Anmeldebestätigung vom 3. September

2019 (Urk. 8/79) sowie vom 1 3. September 2019 (Urk. 7/147 = Urk. 8/41 = Urk. 3/7) und Mutationsbestä tigung vom 1 6. März 2020 (Urk. 7/148 = Urk. 7/106-180 = Urk. 3/8) gab der Be schwerdeführer am 3. September

2019 als mögliche n Stellenantritt den

1. Dezem ber 2019 an.

3.5

In der Arbeitgeberbescheinigung vom 1 5. Okto ber

2019 (Urk. 7/111-112 = Urk. 7/217-218 = Urk. 7/241-242 =

Urk. 8/37-38 =

Urk. 3/2) wurde angegeben, das Arbeitsverhältnis habe vom 1 1. September bis 1 2. Oktober 2018 gedauert (Ziff. 2). Gekündigt habe die Arbeitgeberin schriftlich am 1 0. Oktober 2018 auf den 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 10). Als letzter gelei steter Arbeitstag wurde der 12. Oktober 201 8 genannt (Ziff. 14). Die Lohnzahlung sei bis am 3 1. März 2019 erfolgt (Ziff. 15).

In der Arbeitgeberbescheinigung vom 2 9. Oktober 201 8 (richtig wohl: 2019; Urk. 7/286-287) wurde angegeben, das Arbeitsverhältnis habe vom 8. Januar bis 1 0. September 2018 (vgl. Urk. 7/295 = Urk. 7/308) und vom 1 1. September bis 1 2. Oktober 2018 (vgl.

Urk. 7/296 = Urk. 8/148) gedauert (Ziff. 2). Gekündigt habe die Arbeitgeberin schriftlich am 1 0. Oktober 2018 auf den 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 10) . Als letzter geleisteter Arbeitstag wurde der 1 2. Oktober 2018 genannt (Ziff. 14). Die Lohnzahlung sei bis am 1 2. Oktober 2018 erfolgt (Ziff. 15). Mit Arbeitszeugnis (Urk. 7/215 = Urk. 8/10) und Arbeitsbestätigung (Urk. 7/216 = Urk. 8/9) vom 1 5. Januar 2020 gab die Arbeitgeberin an, der Beschwerdeführer sei vom 2 9. Mai 2017 bis 1 2. Oktober 2018 tätig gewesen.

In der Arbeitgeberbescheinigung vom 1 2. März

2020 (Urk. 7/78 -79 = Urk. 7/113 114 = Urk. 7/158-159 = Urk. 7/185-186) wurde angegeben, das Arbeit sverhältnis habe vom 1 1. September 2018 bis 2 8. Februar 2019 geda uert (Ziff. 2). Die Fragen nach den Kündigungsmodalitäten (Ziff. 10

ff.) blieben unbeantwortet. Als letzter geleisteter Arbeitstag wurde der 1 2. Oktober 201 8 ge nannt (Ziff. 14). Die Lohnzahlung sei bis am 1 1. Dezember 2018 erfolgt (Ziff. 15). 3.6

Im Antrag auf Arbeitslos en entschädigung vom 2 3. Januar 2020 (Urk. 7/219-222 = Urk. 8/13-17) gab der Beschwerdeführer an, das Arbeitsverhältnis habe vom 11. September bis 1 2. Oktober 2018 gedauert (Ziff.

16) und sei vom Arbeitgeber am 1 0. Oktober 2018 schriftlich auf den 1 2. Oktob er 2018 gekündigt worden (Ziff. 18). Der letzte Arbeitstag sei am 1 2. Oktober 2018 gewesen (Ziff. 19). 3.7

In der Lohnabrechnung vom 8. November 2018 betreffend Oktober 2018 wurde ein Bruttolohn von rund Fr. 3'300.-- angegeben (Urk. 7/73 = Urk. 7/135) .

In der Lohnabrechnung vom 7. Dezember 2018 betreffend November 2018 wurde ein Unfalltaggeld vom 1 3. Oktober bis 3 0. November 2018 im Betrag von rund Fr. 7'526.-- angegeben (Urk. 7/136) .

In der Lohnabrechnung vom 9. Januar 2019 betreffend Dezember 2018 wurde ein Unfalltaggeld vom 1. bis 1 1. Dezember 2018 im Betrag von rund Fr. 1'690.-- angegeben (Urk. 7/137) . 4. 4.1

In einem ersten Schritt ist zu bestimmen, ab welchem Tag die Rahmenfrist für den Leistungsbezug zu eröffnen ist und vor welchem die Rahmenfrist für die Bei tragszeit endete. Es ist dies der Tag, an welchem - vorbehältlich genügender Bei tragszeit - alle Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 8 Abs. 1 AVIG erfüllt waren (vorstehend E. 1.1).

Der Beschwerdeführer meldete sich gemäss Anmeldebestätigung vom 3. Septem ber 2019 (Urk. 8/79) sowie vom 1 3. September 2019 (Urk. 7/147 = Urk. 8/41 = Urk. 3/7) und Mutationsbestätigung vom 1 6. März

2020 (Urk. 7/148 = Urk. 7/ 106-180 = Urk. 3/8) am 3. September 2019 zur Arbeitsvermittlung ab 1. Dezember 2019 an.

Ebenfalls am 3. September 2019 stellte er einen Antrag auf Arbeitslosenent schädigung (Urk. 8/67-70) ab 1. Dezember 2019 (Ziff.

1) im Umfang von 70 % einer Vollzeitbeschäftigung (Ziff. 3).

Damit stimmt überein, dass die Taggeldleistungen der Suva per 3 0. November 2019 eingestellt wurden (vorstehend E. 3.3).

Als Stichtag ist deshalb der 1. Dezember 2019 festzusetzen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug dauert somit vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 2021 und die Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 1. Dezember 2017 bis 3 0. November 2019. 4.2

Strittig ist sodann die Dauer des Arbeitsverhältnisses des Beschwerdeführers. Die verschiedenen - alle mit Firmenstempel und Unterschrift versehenen –

Arbeitge berbescheinigungen enthalten dazu unterschiedliche Angaben: - Arbeitgeberbescheinigung vom 1 5. Oktober 2019 (Urk. 7/111-112 = Urk. 7/217-218 = Urk. 7/241-242 = Urk. 8/37-38 = Urk. 3/2): 11.

Septem ber bis 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 2). - Arbeitgeberbescheinigung vom 2 9. Oktober

2019 (Urk. 7/286-287): 8.

Januar bis 1 0. September 2018 und 1 1. September bis 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 2) - Arbeitgeberbescheinigung vom 1 2. März 2020 (Urk. 7/78-79 = Urk. 7/113 114 = Urk. 7/158-159 = Urk. 7/185-186) : 1 1. September

2018 bis 28. Februar 2019 (Ziff. 2)

Mit Arbeitszeugnis (Urk. 7/215 = Urk. 8/10) und Arbeitsbestätigung (Urk. 7/216 = Urk. 8/9) vom 1 5. Januar 2020 gab die Arbeitgeberin an, der Beschwerdeführer sei vom 2 9. Mai 2017 bis 1 2. Oktober 2018 tätig gewesen.

Soweit die Frage beantwortet wurde, wurde sodann übereinstimmend ausgeführt, g ekündigt habe die Arbeitgeberin schriftlich am 1 0. Oktober 2018 auf den 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 10).

Als letzter geleisteter Arbeitstag wurde durchgehend der 12. Oktober 2018 ge nannt (Ziff. 14).

Zur Dauer der Lohnzahlung wurde einmal ausgeführt, diese sei bis am 3 1. März 2019 erfolgt (Urk. 7/11-112 Ziff. 15), einmal, sie sei bis am 1 2. Oktober 2018 erfolgt (Urk. 7/295-296 Ziff. 15), und einmal, sie sei bis am 1 1. Dezember 2018 erfolgt (Urk. 7/78-79 Ziff. 15). 4.3

Der letzte Arbeitstag war der 1 2. Oktober 2018, darin stimmen die Bescheini gungen überein, ebenso darin, da ss das Arbeitsverhältnis am 10. Oktober auf den 1 2. Oktober 2018 gekündigt wurde.

Die unterschiedlichen Angaben zur Dauer der Lohnzahlung erklären sich ohne weiteres dadurch, dass das Taggeld der Suva vom 1 3. Oktober bis 1 1. Dezember 201 8 der Arbeitgeberin und erst ab 1 2. Dezember 2018 direkt dem Beschwerde führer überwiesen wurde (vorstehend E. 3.3). Dies findet seine Bestätigungen in den «Lohnabrechnungen» der Monate November und Dezember 2018, in denen vom 1 3. Oktober bis 1 1. Dezember 2018 nicht Lohn, sondern Unfalltaggeld aus gewiesen wurde (vorstehend E. 3.7).

Somit steht ausweislich der Akten fest, dass das Arbeitsverhältnis und die Lohn zahlung am 1 2. Oktober 2018 endeten. Ab 1 3. Oktober 2018 bezog der Beschwer deführer nicht mehr Lohn, sondern Unfalltaggeld. 4.4

Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht davon ausgegangen, dass das Arbeits verhältnis im Jahr 2018 vom 8. Januar bis 1 2. Oktober gedauert hat und der Beschwerdeführer mithin eine Beitragszeit von 9.307 Monaten aufwies (vorstehend E. 2.1).

O b der Beschwerdeführer allenfalls im Monat Dezember 2017 Beitragszeit gene riert haben könnte, kann offen bleiben, denn auch bejahendenfalls käme er lediglich auf 10.307 Monate. 4.5

Dass er die Mindestbeitragszeit von 12 Monaten nicht erreichte, ergibt sich schliesslich auch aus dem Umstand, dass er während mehr als 12 Monaten auf grund des erlittenen Unfalls arbeitsunfähig war und Taggeld bezog, nämlich vom 1 3. Oktober 2018 bis am 3 0. November 2019 (vorstehend E. 3.3). Dies entspricht einer Bezugsdauer von 13.419 Monaten, so dass innerhalb der zweijährigen Rahmenfrist lediglich 10.581 Monate verbleiben, in denen er eine beitrags pflich tige Beschäftigung ausüben konnte. 4.6

Der angefochtene Entscheid, mit welchem die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 27 Abs. 4 AVIG einen Anspruch auf höchstens 90 Taggelder festhielt, ist so mit nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Besch werde führt.

Zu korrigieren ist einzig, dass die Rahmenfris t für den Leistungsbezug vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 2021 dauert, was jedoch, da materiell nicht Streitgegenstand, an der Abweisung nichts ändert. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird mit der Feststellung abgewiesen, dass die Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 2021 dauert. 2.

Das Verfahren ist kostenlos. 3.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - IG Treuhand & Beratungen GmbH - Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich - seco

- Direktion für Arbeit - Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) 4.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin MosimannTiefenbacher

Erwägungen (21 Absätze)

E. 1 X.___, geboren 1981, meldete sich gemäss Anmeldebestätigung vom 3. September 2019 (Urk. 8/79) sowie vom 1 3. September 2019 (Urk. 7/147 = Urk. 8/41 = Urk. 3/7) und Mutationsbestätigung vom 1 6. März 2020 (Urk. 7/148 = Urk. 7/106-180 = Urk. 3/8) am 3. September 2019 zur Arbeitsvermittlung an.

Ebenfalls am 3. September 2019 stellte er einen Antrag auf Arbeitslos en ent schä digung (Urk. 8/67-70) ab 1. Dezember 2019 (Ziff.

1) im Umfang von 70 % einer Vollzeitbeschäftigung (Ziff. 3).

Am 2 3. Januar 2020 (Urk. 7/219-222 = Urk. 8/13-17) stellte er den Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Januar 2020 (Ziff.

1) im Umfang von 85 % einer Vollzeitbeschäftigung (Ziff. 3).

Die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich (nachstehend: Kasse) hielt mit Ver fü gung vom

E. 1.1 Nach Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) gelten - soweit das Gesetz nichts anderes vorsieht - für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zwei jährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 9 Abs.

E. 1.2 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt unter anderem voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (Art.

E. 1.3 Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosen ent schädigung besteht darin, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Beitragspflicht befreit ist (Art. 8 Abs. 1 lit . e AVIG). Von der Erfül lung der Beitragszeit befreit sind gemäss Art.

E. 1.4 Versicherte, die von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind, haben Anspruch auf höchstens 90 Taggelder (Art. 27 Abs. 4 AVIG). 2.

E. 2 AVIG), und die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (Art. 9 Abs.

E. 2.1 Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk.

2) davon aus, der Beschwerdeführer habe in der für die Beitragszeit massgebenden Rahmenfrist vom 1. Januar

2018 bis 3 1. Dezember

2019 lediglich vom 8. Januar bis 10. Septem ber 2018 (8.120 Monate) und vom 1 1. September bis 1 2. Oktober 2018 (1.120 Monate), mithin während 9.307 Monaten, eine beitragspflichtige Beschäf tigung ausgeübt (S. 4 oben). Er sei in dieser Rahmenfrist während mehr als 12

Monaten arbeitsunfähig gewesen, weshalb er von der Erfüllung der Beitrags pflicht zu befreien sei und Anspruch auf höchstens 90 Taggelder habe (S. 5 Ziff. 4).

E. 2.2 Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), er habe sich vom 1 1. September 2018 bis 2 8. Februar 2019 in einem Arbeits verhält nis befunden (S. 2 Ziff. 1). Er habe sich der Arbeitsvermittlung am 1 3. September 2019 ab 1. Dezember 2019 und nicht erst am 2 3. Januar 2020 ab 1. Januar 2020 zur Verfügung gestellt (S. 3 Ziff. 2). Die für die Beitragszeit massgebende Rah menfrist dauere deshalb vom 1. Januar 2017 bis 3 0. November 201 9 (S. 4 Ziff. 3b) und die für den Leistungsbezug massgebende Rahmenfrist vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 20 2 1 (S. 4 Ziff. 3e).

E. 2.3 Strittig und zu prüfen ist somit, wie es sich mit den Rahmenfristen und der Erfüllung der Beitragszeit sowie dem Anspruch auf Taggelder

verhält. 3.

E. 3 AVIG).

E. 3.1 Den Akten der Beschwerdegegnerin ist zu entnehmen, dass folgende Rahmen fristen für den Leistungsbezug eröffnet wurden: - 1. Dezember 2011 bis 3 0. November 2013 (Urk. 11 /102) - 1. Dezember 2013 bis 3 0. November 2015 (Urk. 10 Aktendeckblatt) - 1 6. Dezember 2015 bis 1 5. Dezember 2017 (Urk. 9 /3) - 1 6. Dezember 2017 bis 1 5. Dezember 2019 (Urk. 8 /95) - 1. Januar 2020 bis 3 1. Dezember 2021 (Urk. 7)

E. 3.2 Gemäss Arztzeugnis von Dr. med. Y.___, Facharzt für Chirurgie, vom 1 5. November 2018 (Urk. 7/76) stürzte der Beschwerdeführer am 3. Oktober 2018 auf das linke Handgelenk (Ziff. 2); die Erstbehandlung fand am 1 2. Oktober 2018 statt (Ziff. 1). Dr. Y.___ attestierte eine Arbe itsunfähigkeit von 100 % ab 12. Oktober bis voraussichtlich 2 1. Oktober 2018 (Ziff.

8) und sah eine voraus sichtliche Arbeitsaufnahme zu 100 % ab 2 2. Oktober 2018 vor (Ziff. 9).

Dr. med. Z.___, Leitender Arzt Handchirurgie, Spital A.___, führte mit Bericht vom 3 1. Oktober 2018 (Urk. 7/74-75) aus, die erste Konsultation bei ihm sei am 2 5. Oktober 2018 erfolgt. Mit Zeugnis vom 2 1. Oktober 2018 (Urk. 7/276 = Urk. 7/282) attestierte er eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab 2 7. Oktober 2018.

Dr. Y.___ gab m it Zeugnis v om 2 8. Januar 2020 (Urk. 7/211) an, der Beschwer deführer sei ab 6. Oktober 2018 bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig ge wesen.

E. 3.3 Gemäss der Taggeldübersicht (Urk. 7/72 = Urk. 7/209) entrichtete die Suva Taggelder vom 1 3. Oktober bis 1 1. Dezember 2018 an die Arbeitgeberin und ab 1 2. Dezember 2018 an den Beschwerdeführer (vgl. Urk. 7/195-198, Urk. 7/200, Urk. 7/206-208, Urk. 7/223-225) . Gemäss ihrer Meldung vom 5. September 2019 an die Beschwerdegegnerin (Urk. 7/234 = 8/39) und Schreiben vom 1 3. Oktober 2019 an den Beschwerdeführer (Urk. 7/143-144 = Urk. 7/255-257 = Urk. 3/6) stellte sie die Taggeldleistungen ab 1. Dezember 2019 ein (S. 2). Gemäss Verfü gung vom 2 7. Dezember 2019 (Urk. 7/138-141 = Urk. 7/ 202-205 = Urk. 7/233-236 = Urk. 3/5) richtete sie ab 1. Januar 2020 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbsunfähigkeit von 14 % aus.

E. 3.4 Im Antrag auf Arbeitslos en entschädigung vom 3. September 2019 (Urk. 8/67-70) gab der Beschwerdeführer an, das Arbeits verhältnis habe von 2017 bis 1. Dezem ber 2019 gedauert (Ziff.

16) und sei vom Arbeitgeber schriftlich gekündigt wor den (Ziff. 18). Der letzte Arbeitstag sei am 3. Oktober 2018 gewesen (Ziff. 19).

Gemäss Anmeldebestätigung vom 3. September

2019 (Urk. 8/79) sowie vom 1 3. September 2019 (Urk. 7/147 = Urk. 8/41 = Urk. 3/7) und Mutationsbestä tigung vom 1 6. März 2020 (Urk. 7/148 = Urk. 7/106-180 = Urk. 3/8) gab der Be schwerdeführer am 3. September

2019 als mögliche n Stellenantritt den

1. Dezem ber 2019 an.

E. 3.5 In der Arbeitgeberbescheinigung vom 1 5. Okto ber

2019 (Urk. 7/111-112 = Urk. 7/217-218 = Urk. 7/241-242 =

Urk. 8/37-38 =

Urk. 3/2) wurde angegeben, das Arbeitsverhältnis habe vom 1 1. September bis 1 2. Oktober 2018 gedauert (Ziff. 2). Gekündigt habe die Arbeitgeberin schriftlich am 1 0. Oktober 2018 auf den 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 10). Als letzter gelei steter Arbeitstag wurde der 12. Oktober 201 8 genannt (Ziff. 14). Die Lohnzahlung sei bis am 3 1. März 2019 erfolgt (Ziff. 15).

In der Arbeitgeberbescheinigung vom 2 9. Oktober 201 8 (richtig wohl: 2019; Urk. 7/286-287) wurde angegeben, das Arbeitsverhältnis habe vom 8. Januar bis 1 0. September 2018 (vgl. Urk. 7/295 = Urk. 7/308) und vom 1 1. September bis 1 2. Oktober 2018 (vgl.

Urk. 7/296 = Urk. 8/148) gedauert (Ziff. 2). Gekündigt habe die Arbeitgeberin schriftlich am 1 0. Oktober 2018 auf den 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 10) . Als letzter geleisteter Arbeitstag wurde der 1 2. Oktober 2018 genannt (Ziff. 14). Die Lohnzahlung sei bis am 1 2. Oktober 2018 erfolgt (Ziff. 15). Mit Arbeitszeugnis (Urk. 7/215 = Urk. 8/10) und Arbeitsbestätigung (Urk. 7/216 = Urk. 8/9) vom 1 5. Januar 2020 gab die Arbeitgeberin an, der Beschwerdeführer sei vom 2 9. Mai 2017 bis 1 2. Oktober 2018 tätig gewesen.

In der Arbeitgeberbescheinigung vom 1 2. März

2020 (Urk. 7/78 -79 = Urk. 7/113 114 = Urk. 7/158-159 = Urk. 7/185-186) wurde angegeben, das Arbeit sverhältnis habe vom 1 1. September 2018 bis 2 8. Februar 2019 geda uert (Ziff. 2). Die Fragen nach den Kündigungsmodalitäten (Ziff. 10

ff.) blieben unbeantwortet. Als letzter geleisteter Arbeitstag wurde der 1 2. Oktober 201 8 ge nannt (Ziff. 14). Die Lohnzahlung sei bis am 1 1. Dezember 2018 erfolgt (Ziff. 15).

E. 3.6 Im Antrag auf Arbeitslos en entschädigung vom 2 3. Januar 2020 (Urk. 7/219-222 = Urk. 8/13-17) gab der Beschwerdeführer an, das Arbeitsverhältnis habe vom 11. September bis 1 2. Oktober 2018 gedauert (Ziff.

16) und sei vom Arbeitgeber am 1 0. Oktober 2018 schriftlich auf den 1 2. Oktob er 2018 gekündigt worden (Ziff. 18). Der letzte Arbeitstag sei am 1 2. Oktober 2018 gewesen (Ziff. 19).

E. 3.7 In der Lohnabrechnung vom 8. November 2018 betreffend Oktober 2018 wurde ein Bruttolohn von rund Fr. 3'300.-- angegeben (Urk. 7/73 = Urk. 7/135) .

In der Lohnabrechnung vom 7. Dezember 2018 betreffend November 2018 wurde ein Unfalltaggeld vom 1 3. Oktober bis 3 0. November 2018 im Betrag von rund Fr. 7'526.-- angegeben (Urk. 7/136) .

In der Lohnabrechnung vom 9. Januar 2019 betreffend Dezember 2018 wurde ein Unfalltaggeld vom 1. bis 1 1. Dezember 2018 im Betrag von rund Fr. 1'690.-- angegeben (Urk. 7/137) . 4. 4.1

In einem ersten Schritt ist zu bestimmen, ab welchem Tag die Rahmenfrist für den Leistungsbezug zu eröffnen ist und vor welchem die Rahmenfrist für die Bei tragszeit endete. Es ist dies der Tag, an welchem - vorbehältlich genügender Bei tragszeit - alle Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 8 Abs. 1 AVIG erfüllt waren (vorstehend E. 1.1).

Der Beschwerdeführer meldete sich gemäss Anmeldebestätigung vom 3. Septem ber 2019 (Urk. 8/79) sowie vom 1 3. September 2019 (Urk. 7/147 = Urk. 8/41 = Urk. 3/7) und Mutationsbestätigung vom 1 6. März

2020 (Urk. 7/148 = Urk. 7/ 106-180 = Urk. 3/8) am 3. September 2019 zur Arbeitsvermittlung ab 1. Dezember 2019 an.

Ebenfalls am 3. September 2019 stellte er einen Antrag auf Arbeitslosenent schädigung (Urk. 8/67-70) ab 1. Dezember 2019 (Ziff.

1) im Umfang von 70 % einer Vollzeitbeschäftigung (Ziff. 3).

Damit stimmt überein, dass die Taggeldleistungen der Suva per 3 0. November 2019 eingestellt wurden (vorstehend E. 3.3).

Als Stichtag ist deshalb der 1. Dezember 2019 festzusetzen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug dauert somit vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 2021 und die Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 1. Dezember 2017 bis 3 0. November 2019. 4.2

Strittig ist sodann die Dauer des Arbeitsverhältnisses des Beschwerdeführers. Die verschiedenen - alle mit Firmenstempel und Unterschrift versehenen –

Arbeitge berbescheinigungen enthalten dazu unterschiedliche Angaben: - Arbeitgeberbescheinigung vom 1 5. Oktober 2019 (Urk. 7/111-112 = Urk. 7/217-218 = Urk. 7/241-242 = Urk. 8/37-38 = Urk. 3/2): 11.

Septem ber bis 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 2). - Arbeitgeberbescheinigung vom 2 9. Oktober

2019 (Urk. 7/286-287): 8.

Januar bis 1 0. September 2018 und 1 1. September bis 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 2) - Arbeitgeberbescheinigung vom 1 2. März 2020 (Urk. 7/78-79 = Urk. 7/113 114 = Urk. 7/158-159 = Urk. 7/185-186) : 1 1. September

2018 bis 28. Februar 2019 (Ziff. 2)

Mit Arbeitszeugnis (Urk. 7/215 = Urk. 8/10) und Arbeitsbestätigung (Urk. 7/216 = Urk. 8/9) vom 1 5. Januar 2020 gab die Arbeitgeberin an, der Beschwerdeführer sei vom 2 9. Mai 2017 bis 1 2. Oktober 2018 tätig gewesen.

Soweit die Frage beantwortet wurde, wurde sodann übereinstimmend ausgeführt, g ekündigt habe die Arbeitgeberin schriftlich am 1 0. Oktober 2018 auf den 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 10).

Als letzter geleisteter Arbeitstag wurde durchgehend der 12. Oktober 2018 ge nannt (Ziff. 14).

Zur Dauer der Lohnzahlung wurde einmal ausgeführt, diese sei bis am 3 1. März 2019 erfolgt (Urk. 7/11-112 Ziff. 15), einmal, sie sei bis am 1 2. Oktober 2018 erfolgt (Urk. 7/295-296 Ziff. 15), und einmal, sie sei bis am 1 1. Dezember 2018 erfolgt (Urk. 7/78-79 Ziff. 15). 4.3

Der letzte Arbeitstag war der 1 2. Oktober 2018, darin stimmen die Bescheini gungen überein, ebenso darin, da ss das Arbeitsverhältnis am 10. Oktober auf den 1 2. Oktober 2018 gekündigt wurde.

Die unterschiedlichen Angaben zur Dauer der Lohnzahlung erklären sich ohne weiteres dadurch, dass das Taggeld der Suva vom 1 3. Oktober bis 1 1. Dezember 201 8 der Arbeitgeberin und erst ab 1 2. Dezember 2018 direkt dem Beschwerde führer überwiesen wurde (vorstehend E. 3.3). Dies findet seine Bestätigungen in den «Lohnabrechnungen» der Monate November und Dezember 2018, in denen vom 1 3. Oktober bis 1 1. Dezember 2018 nicht Lohn, sondern Unfalltaggeld aus gewiesen wurde (vorstehend E. 3.7).

Somit steht ausweislich der Akten fest, dass das Arbeitsverhältnis und die Lohn zahlung am 1 2. Oktober 2018 endeten. Ab 1 3. Oktober 2018 bezog der Beschwer deführer nicht mehr Lohn, sondern Unfalltaggeld. 4.4

Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht davon ausgegangen, dass das Arbeits verhältnis im Jahr 2018 vom 8. Januar bis 1 2. Oktober gedauert hat und der Beschwerdeführer mithin eine Beitragszeit von 9.307 Monaten aufwies (vorstehend E. 2.1).

O b der Beschwerdeführer allenfalls im Monat Dezember 2017 Beitragszeit gene riert haben könnte, kann offen bleiben, denn auch bejahendenfalls käme er lediglich auf 10.307 Monate. 4.5

Dass er die Mindestbeitragszeit von 12 Monaten nicht erreichte, ergibt sich schliesslich auch aus dem Umstand, dass er während mehr als 12 Monaten auf grund des erlittenen Unfalls arbeitsunfähig war und Taggeld bezog, nämlich vom 1 3. Oktober 2018 bis am 3 0. November 2019 (vorstehend E. 3.3). Dies entspricht einer Bezugsdauer von 13.419 Monaten, so dass innerhalb der zweijährigen Rahmenfrist lediglich 10.581 Monate verbleiben, in denen er eine beitrags pflich tige Beschäftigung ausüben konnte. 4.6

Der angefochtene Entscheid, mit welchem die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 27 Abs. 4 AVIG einen Anspruch auf höchstens 90 Taggelder festhielt, ist so mit nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Besch werde führt.

Zu korrigieren ist einzig, dass die Rahmenfris t für den Leistungsbezug vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 2021 dauert, was jedoch, da materiell nicht Streitgegenstand, an der Abweisung nichts ändert. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird mit der Feststellung abgewiesen, dass die Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 2021 dauert. 2.

Das Verfahren ist kostenlos. 3.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - IG Treuhand & Beratungen GmbH - Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich - seco

- Direktion für Arbeit - Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) 4.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin MosimannTiefenbacher

E. 8 Abs. 1 lit . a AVIG). Als ganz arbeitslos gilt, wer in keinem Arbeitsverhältnis steht und eine Vollzeit beschäftigung sucht (Art.

E. 10 Abs. 2 lit . b AVIG).

Zu den gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen gehört ferner, dass die versi cherte Person einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 8 Abs. 1 lit . b AVIG). Arbeitsausfall heisst Ausfall an normaler Arbeitszeit. Dieser ist nach der Rechtsprechung in der Regel aufgrund der im Beruf oder Erwerbszweig der ver sicherten Person allgemein üblichen Arbeitszeit zu ermitteln (Thomas Nuss bau mer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, SBVR, 3. Auflage, Basel 2015, S. 2310 Rz 151). Nach Art.

E. 11 Abs. 1 AVIG ist der Arbeits ausfall anrechenbar, wenn er einen Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei aufeinanderfolgende volle Arbeitstage dauert. Kumulativ erforderlich ist da mit ein Verdienstausfall und ein Mindestarbeitsausfall (Thomas Nussbaumer, a.a.O., S. 2311 Rz 153).

E. 14 Abs. 1 AVIG Personen, die innerhalb der Rahmenfrist (Art. 9 Abs.

3) während insgesamt mehr als zwölf Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis standen und die Beitragszeit nicht erfüllen konnten unter anderem wegen

Unfall, sofern sie während dieser Zeit Wohnsitz in der Schweiz hatten (lit . b).

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich AL.2020.00186

II. Kammer Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Käch Ersatzrichterin Lienhard Gerichtsschreiberin Tiefenbacher Urteil vom 2 9. Januar 2021 in Sachen X.___ Beschwerdeführerin vertreten durch IG Treuhand & Beratungen GmbH Industriestrasse 1, 8117 Fällanden gegen Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich Einkaufszentrum Neuwiesen Zürcherstrasse 8, Postfach 474, 8405 Winterthur Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1.

X.___, geboren 1981, meldete sich gemäss Anmeldebestätigung vom 3. September 2019 (Urk. 8/79) sowie vom 1 3. September 2019 (Urk. 7/147 = Urk. 8/41 = Urk. 3/7) und Mutationsbestätigung vom 1 6. März 2020 (Urk. 7/148 = Urk. 7/106-180 = Urk. 3/8) am 3. September 2019 zur Arbeitsvermittlung an.

Ebenfalls am 3. September 2019 stellte er einen Antrag auf Arbeitslos en ent schä digung (Urk. 8/67-70) ab 1. Dezember 2019 (Ziff.

1) im Umfang von 70 % einer Vollzeitbeschäftigung (Ziff. 3).

Am 2 3. Januar 2020 (Urk. 7/219-222 = Urk. 8/13-17) stellte er den Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Januar 2020 (Ziff.

1) im Umfang von 85 % einer Vollzeitbeschäftigung (Ziff. 3).

Die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich (nachstehend: Kasse) hielt mit Ver fü gung vom 2 6. März 2020 (Urk. 7/106-107 = Urk. 7/153-152 = Urk. 3/1) fest, der Versicherte habe während der Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 1. Januar 2020 bis 3 1. Dezember 2021 Anspruch auf höchstens 90 Taggelder (S. 1 Mitte).

Die dagegen am 2. April 2020 erhobene Einsprache (Urk. 7/101-104) wies sie mit Einspracheentscheid

vom 1 4. Juli 2020 ab (Urk. 7/80-85 = Urk. 2) . 2.

Der Versicherte erhob am 2 2. Juli 2020 Beschwerde gegen den Einsprache ent scheid vom 1 4. Juli 2020 (Urk.

2) und beantragte, die für die Beitragszeit mass gebende Rahmenfrist sei vom 1. Januar 2017 bis 3 0. November 2019 festzusetzen und die für den Leistungsbezug massgebende Rahmenfrist vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 202 1. Es seien ihm höchstens 260 Taggelder zuzusprechen (Urk. 1 S. 4 lit . b, c

und e).

Die Kasse beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2 4. August 2020 (Urk.

6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2 7. August 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13). Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

1.1

Nach Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) gelten - soweit das Gesetz nichts anderes vorsieht - für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zwei jährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 9 Abs. 2 AVIG), und die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (Art. 9 Abs. 3 AVIG). 1.2

Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt unter anderem voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (Art. 8 Abs. 1 lit . a AVIG). Als ganz arbeitslos gilt, wer in keinem Arbeitsverhältnis steht und eine Vollzeit beschäftigung sucht (Art. 10 Abs. 1 AVIG). Als teilweise arbeitslos gilt, wer eine Teilzeitbeschäftigung hat und eine Vollzeit- oder eine weitere Teilzeitbeschäfti gung sucht (Art. 10 Abs. 2 lit . b AVIG).

Zu den gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen gehört ferner, dass die versi cherte Person einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 8 Abs. 1 lit . b AVIG). Arbeitsausfall heisst Ausfall an normaler Arbeitszeit. Dieser ist nach der Rechtsprechung in der Regel aufgrund der im Beruf oder Erwerbszweig der ver sicherten Person allgemein üblichen Arbeitszeit zu ermitteln (Thomas Nuss bau mer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, SBVR, 3. Auflage, Basel 2015, S. 2310 Rz 151). Nach Art. 11 Abs. 1 AVIG ist der Arbeits ausfall anrechenbar, wenn er einen Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei aufeinanderfolgende volle Arbeitstage dauert. Kumulativ erforderlich ist da mit ein Verdienstausfall und ein Mindestarbeitsausfall (Thomas Nussbaumer, a.a.O., S. 2311 Rz 153). 1.3

Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosen ent schädigung besteht darin, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Beitragspflicht befreit ist (Art. 8 Abs. 1 lit . e AVIG). Von der Erfül lung der Beitragszeit befreit sind gemäss Art. 14 Abs. 1 AVIG Personen, die innerhalb der Rahmenfrist (Art. 9 Abs.

3) während insgesamt mehr als zwölf Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis standen und die Beitragszeit nicht erfüllen konnten unter anderem wegen

Unfall, sofern sie während dieser Zeit Wohnsitz in der Schweiz hatten (lit . b). 1.4

Versicherte, die von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind, haben Anspruch auf höchstens 90 Taggelder (Art. 27 Abs. 4 AVIG). 2. 2.1

Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk.

2) davon aus, der Beschwerdeführer habe in der für die Beitragszeit massgebenden Rahmenfrist vom 1. Januar

2018 bis 3 1. Dezember

2019 lediglich vom 8. Januar bis 10. Septem ber 2018 (8.120 Monate) und vom 1 1. September bis 1 2. Oktober 2018 (1.120 Monate), mithin während 9.307 Monaten, eine beitragspflichtige Beschäf tigung ausgeübt (S. 4 oben). Er sei in dieser Rahmenfrist während mehr als 12

Monaten arbeitsunfähig gewesen, weshalb er von der Erfüllung der Beitrags pflicht zu befreien sei und Anspruch auf höchstens 90 Taggelder habe (S. 5 Ziff. 4). 2.2

Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), er habe sich vom 1 1. September 2018 bis 2 8. Februar 2019 in einem Arbeits verhält nis befunden (S. 2 Ziff. 1). Er habe sich der Arbeitsvermittlung am 1 3. September 2019 ab 1. Dezember 2019 und nicht erst am 2 3. Januar 2020 ab 1. Januar 2020 zur Verfügung gestellt (S. 3 Ziff. 2). Die für die Beitragszeit massgebende Rah menfrist dauere deshalb vom 1. Januar 2017 bis 3 0. November 201 9 (S. 4 Ziff. 3b) und die für den Leistungsbezug massgebende Rahmenfrist vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 20 2 1 (S. 4 Ziff. 3e). 2.3

Strittig und zu prüfen ist somit, wie es sich mit den Rahmenfristen und der Erfüllung der Beitragszeit sowie dem Anspruch auf Taggelder

verhält. 3. 3.1

Den Akten der Beschwerdegegnerin ist zu entnehmen, dass folgende Rahmen fristen für den Leistungsbezug eröffnet wurden: - 1. Dezember 2011 bis 3 0. November 2013 (Urk. 11 /102) - 1. Dezember 2013 bis 3 0. November 2015 (Urk. 10 Aktendeckblatt) - 1 6. Dezember 2015 bis 1 5. Dezember 2017 (Urk. 9 /3) - 1 6. Dezember 2017 bis 1 5. Dezember 2019 (Urk. 8 /95) - 1. Januar 2020 bis 3 1. Dezember 2021 (Urk. 7) 3.2

Gemäss Arztzeugnis von Dr. med. Y.___, Facharzt für Chirurgie, vom 1 5. November 2018 (Urk. 7/76) stürzte der Beschwerdeführer am 3. Oktober 2018 auf das linke Handgelenk (Ziff. 2); die Erstbehandlung fand am 1 2. Oktober 2018 statt (Ziff. 1). Dr. Y.___ attestierte eine Arbe itsunfähigkeit von 100 % ab 12. Oktober bis voraussichtlich 2 1. Oktober 2018 (Ziff.

8) und sah eine voraus sichtliche Arbeitsaufnahme zu 100 % ab 2 2. Oktober 2018 vor (Ziff. 9).

Dr. med. Z.___, Leitender Arzt Handchirurgie, Spital A.___, führte mit Bericht vom 3 1. Oktober 2018 (Urk. 7/74-75) aus, die erste Konsultation bei ihm sei am 2 5. Oktober 2018 erfolgt. Mit Zeugnis vom 2 1. Oktober 2018 (Urk. 7/276 = Urk. 7/282) attestierte er eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab 2 7. Oktober 2018.

Dr. Y.___ gab m it Zeugnis v om 2 8. Januar 2020 (Urk. 7/211) an, der Beschwer deführer sei ab 6. Oktober 2018 bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig ge wesen.

3.3

Gemäss der Taggeldübersicht (Urk. 7/72 = Urk. 7/209) entrichtete die Suva Taggelder vom 1 3. Oktober bis 1 1. Dezember 2018 an die Arbeitgeberin und ab 1 2. Dezember 2018 an den Beschwerdeführer (vgl. Urk. 7/195-198, Urk. 7/200, Urk. 7/206-208, Urk. 7/223-225) . Gemäss ihrer Meldung vom 5. September 2019 an die Beschwerdegegnerin (Urk. 7/234 = 8/39) und Schreiben vom 1 3. Oktober 2019 an den Beschwerdeführer (Urk. 7/143-144 = Urk. 7/255-257 = Urk. 3/6) stellte sie die Taggeldleistungen ab 1. Dezember 2019 ein (S. 2). Gemäss Verfü gung vom 2 7. Dezember 2019 (Urk. 7/138-141 = Urk. 7/ 202-205 = Urk. 7/233-236 = Urk. 3/5) richtete sie ab 1. Januar 2020 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbsunfähigkeit von 14 % aus. 3.4

Im Antrag auf Arbeitslos en entschädigung vom 3. September 2019 (Urk. 8/67-70) gab der Beschwerdeführer an, das Arbeits verhältnis habe von 2017 bis 1. Dezem ber 2019 gedauert (Ziff.

16) und sei vom Arbeitgeber schriftlich gekündigt wor den (Ziff. 18). Der letzte Arbeitstag sei am 3. Oktober 2018 gewesen (Ziff. 19).

Gemäss Anmeldebestätigung vom 3. September

2019 (Urk. 8/79) sowie vom 1 3. September 2019 (Urk. 7/147 = Urk. 8/41 = Urk. 3/7) und Mutationsbestä tigung vom 1 6. März 2020 (Urk. 7/148 = Urk. 7/106-180 = Urk. 3/8) gab der Be schwerdeführer am 3. September

2019 als mögliche n Stellenantritt den

1. Dezem ber 2019 an.

3.5

In der Arbeitgeberbescheinigung vom 1 5. Okto ber

2019 (Urk. 7/111-112 = Urk. 7/217-218 = Urk. 7/241-242 =

Urk. 8/37-38 =

Urk. 3/2) wurde angegeben, das Arbeitsverhältnis habe vom 1 1. September bis 1 2. Oktober 2018 gedauert (Ziff. 2). Gekündigt habe die Arbeitgeberin schriftlich am 1 0. Oktober 2018 auf den 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 10). Als letzter gelei steter Arbeitstag wurde der 12. Oktober 201 8 genannt (Ziff. 14). Die Lohnzahlung sei bis am 3 1. März 2019 erfolgt (Ziff. 15).

In der Arbeitgeberbescheinigung vom 2 9. Oktober 201 8 (richtig wohl: 2019; Urk. 7/286-287) wurde angegeben, das Arbeitsverhältnis habe vom 8. Januar bis 1 0. September 2018 (vgl. Urk. 7/295 = Urk. 7/308) und vom 1 1. September bis 1 2. Oktober 2018 (vgl.

Urk. 7/296 = Urk. 8/148) gedauert (Ziff. 2). Gekündigt habe die Arbeitgeberin schriftlich am 1 0. Oktober 2018 auf den 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 10) . Als letzter geleisteter Arbeitstag wurde der 1 2. Oktober 2018 genannt (Ziff. 14). Die Lohnzahlung sei bis am 1 2. Oktober 2018 erfolgt (Ziff. 15). Mit Arbeitszeugnis (Urk. 7/215 = Urk. 8/10) und Arbeitsbestätigung (Urk. 7/216 = Urk. 8/9) vom 1 5. Januar 2020 gab die Arbeitgeberin an, der Beschwerdeführer sei vom 2 9. Mai 2017 bis 1 2. Oktober 2018 tätig gewesen.

In der Arbeitgeberbescheinigung vom 1 2. März

2020 (Urk. 7/78 -79 = Urk. 7/113 114 = Urk. 7/158-159 = Urk. 7/185-186) wurde angegeben, das Arbeit sverhältnis habe vom 1 1. September 2018 bis 2 8. Februar 2019 geda uert (Ziff. 2). Die Fragen nach den Kündigungsmodalitäten (Ziff. 10

ff.) blieben unbeantwortet. Als letzter geleisteter Arbeitstag wurde der 1 2. Oktober 201 8 ge nannt (Ziff. 14). Die Lohnzahlung sei bis am 1 1. Dezember 2018 erfolgt (Ziff. 15). 3.6

Im Antrag auf Arbeitslos en entschädigung vom 2 3. Januar 2020 (Urk. 7/219-222 = Urk. 8/13-17) gab der Beschwerdeführer an, das Arbeitsverhältnis habe vom 11. September bis 1 2. Oktober 2018 gedauert (Ziff.

16) und sei vom Arbeitgeber am 1 0. Oktober 2018 schriftlich auf den 1 2. Oktob er 2018 gekündigt worden (Ziff. 18). Der letzte Arbeitstag sei am 1 2. Oktober 2018 gewesen (Ziff. 19). 3.7

In der Lohnabrechnung vom 8. November 2018 betreffend Oktober 2018 wurde ein Bruttolohn von rund Fr. 3'300.-- angegeben (Urk. 7/73 = Urk. 7/135) .

In der Lohnabrechnung vom 7. Dezember 2018 betreffend November 2018 wurde ein Unfalltaggeld vom 1 3. Oktober bis 3 0. November 2018 im Betrag von rund Fr. 7'526.-- angegeben (Urk. 7/136) .

In der Lohnabrechnung vom 9. Januar 2019 betreffend Dezember 2018 wurde ein Unfalltaggeld vom 1. bis 1 1. Dezember 2018 im Betrag von rund Fr. 1'690.-- angegeben (Urk. 7/137) . 4. 4.1

In einem ersten Schritt ist zu bestimmen, ab welchem Tag die Rahmenfrist für den Leistungsbezug zu eröffnen ist und vor welchem die Rahmenfrist für die Bei tragszeit endete. Es ist dies der Tag, an welchem - vorbehältlich genügender Bei tragszeit - alle Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 8 Abs. 1 AVIG erfüllt waren (vorstehend E. 1.1).

Der Beschwerdeführer meldete sich gemäss Anmeldebestätigung vom 3. Septem ber 2019 (Urk. 8/79) sowie vom 1 3. September 2019 (Urk. 7/147 = Urk. 8/41 = Urk. 3/7) und Mutationsbestätigung vom 1 6. März

2020 (Urk. 7/148 = Urk. 7/ 106-180 = Urk. 3/8) am 3. September 2019 zur Arbeitsvermittlung ab 1. Dezember 2019 an.

Ebenfalls am 3. September 2019 stellte er einen Antrag auf Arbeitslosenent schädigung (Urk. 8/67-70) ab 1. Dezember 2019 (Ziff.

1) im Umfang von 70 % einer Vollzeitbeschäftigung (Ziff. 3).

Damit stimmt überein, dass die Taggeldleistungen der Suva per 3 0. November 2019 eingestellt wurden (vorstehend E. 3.3).

Als Stichtag ist deshalb der 1. Dezember 2019 festzusetzen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug dauert somit vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 2021 und die Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 1. Dezember 2017 bis 3 0. November 2019. 4.2

Strittig ist sodann die Dauer des Arbeitsverhältnisses des Beschwerdeführers. Die verschiedenen - alle mit Firmenstempel und Unterschrift versehenen –

Arbeitge berbescheinigungen enthalten dazu unterschiedliche Angaben: - Arbeitgeberbescheinigung vom 1 5. Oktober 2019 (Urk. 7/111-112 = Urk. 7/217-218 = Urk. 7/241-242 = Urk. 8/37-38 = Urk. 3/2): 11.

Septem ber bis 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 2). - Arbeitgeberbescheinigung vom 2 9. Oktober

2019 (Urk. 7/286-287): 8.

Januar bis 1 0. September 2018 und 1 1. September bis 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 2) - Arbeitgeberbescheinigung vom 1 2. März 2020 (Urk. 7/78-79 = Urk. 7/113 114 = Urk. 7/158-159 = Urk. 7/185-186) : 1 1. September

2018 bis 28. Februar 2019 (Ziff. 2)

Mit Arbeitszeugnis (Urk. 7/215 = Urk. 8/10) und Arbeitsbestätigung (Urk. 7/216 = Urk. 8/9) vom 1 5. Januar 2020 gab die Arbeitgeberin an, der Beschwerdeführer sei vom 2 9. Mai 2017 bis 1 2. Oktober 2018 tätig gewesen.

Soweit die Frage beantwortet wurde, wurde sodann übereinstimmend ausgeführt, g ekündigt habe die Arbeitgeberin schriftlich am 1 0. Oktober 2018 auf den 1 2. Oktober 2018 (Ziff. 10).

Als letzter geleisteter Arbeitstag wurde durchgehend der 12. Oktober 2018 ge nannt (Ziff. 14).

Zur Dauer der Lohnzahlung wurde einmal ausgeführt, diese sei bis am 3 1. März 2019 erfolgt (Urk. 7/11-112 Ziff. 15), einmal, sie sei bis am 1 2. Oktober 2018 erfolgt (Urk. 7/295-296 Ziff. 15), und einmal, sie sei bis am 1 1. Dezember 2018 erfolgt (Urk. 7/78-79 Ziff. 15). 4.3

Der letzte Arbeitstag war der 1 2. Oktober 2018, darin stimmen die Bescheini gungen überein, ebenso darin, da ss das Arbeitsverhältnis am 10. Oktober auf den 1 2. Oktober 2018 gekündigt wurde.

Die unterschiedlichen Angaben zur Dauer der Lohnzahlung erklären sich ohne weiteres dadurch, dass das Taggeld der Suva vom 1 3. Oktober bis 1 1. Dezember 201 8 der Arbeitgeberin und erst ab 1 2. Dezember 2018 direkt dem Beschwerde führer überwiesen wurde (vorstehend E. 3.3). Dies findet seine Bestätigungen in den «Lohnabrechnungen» der Monate November und Dezember 2018, in denen vom 1 3. Oktober bis 1 1. Dezember 2018 nicht Lohn, sondern Unfalltaggeld aus gewiesen wurde (vorstehend E. 3.7).

Somit steht ausweislich der Akten fest, dass das Arbeitsverhältnis und die Lohn zahlung am 1 2. Oktober 2018 endeten. Ab 1 3. Oktober 2018 bezog der Beschwer deführer nicht mehr Lohn, sondern Unfalltaggeld. 4.4

Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht davon ausgegangen, dass das Arbeits verhältnis im Jahr 2018 vom 8. Januar bis 1 2. Oktober gedauert hat und der Beschwerdeführer mithin eine Beitragszeit von 9.307 Monaten aufwies (vorstehend E. 2.1).

O b der Beschwerdeführer allenfalls im Monat Dezember 2017 Beitragszeit gene riert haben könnte, kann offen bleiben, denn auch bejahendenfalls käme er lediglich auf 10.307 Monate. 4.5

Dass er die Mindestbeitragszeit von 12 Monaten nicht erreichte, ergibt sich schliesslich auch aus dem Umstand, dass er während mehr als 12 Monaten auf grund des erlittenen Unfalls arbeitsunfähig war und Taggeld bezog, nämlich vom 1 3. Oktober 2018 bis am 3 0. November 2019 (vorstehend E. 3.3). Dies entspricht einer Bezugsdauer von 13.419 Monaten, so dass innerhalb der zweijährigen Rahmenfrist lediglich 10.581 Monate verbleiben, in denen er eine beitrags pflich tige Beschäftigung ausüben konnte. 4.6

Der angefochtene Entscheid, mit welchem die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 27 Abs. 4 AVIG einen Anspruch auf höchstens 90 Taggelder festhielt, ist so mit nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Besch werde führt.

Zu korrigieren ist einzig, dass die Rahmenfris t für den Leistungsbezug vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 2021 dauert, was jedoch, da materiell nicht Streitgegenstand, an der Abweisung nichts ändert. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird mit der Feststellung abgewiesen, dass die Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 1. Dezember 2019 bis 3 0. November 2021 dauert. 2.

Das Verfahren ist kostenlos. 3.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - IG Treuhand & Beratungen GmbH - Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich - seco

- Direktion für Arbeit - Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) 4.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin MosimannTiefenbacher