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MKGE 9 Nr. 55

MKGE 9 Nr. 55 — B. e. DG IOB

Mkg · 1975-04-10 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

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Nr. 55, 56

Aus den Erwãgungen:

4.- Der Beschwerdeführer lãsst schliesslich rügen, dass seine Intelligenz

straferhõhend berücksichtigt worden sei. Davon ist im schriftlich begründe-

ten Urteil nicht die Rede, doch erklãrt Rekr B., der Grossrichter ha be bei der

mündlichen Urteilsbegründung u. a. auch die Intelligenz des Angeklagten als

Straferhõhungsgrund erwãhnt. Wie das Militãrkassationsgericht stets ent-

schieden hat, di en t di e mündliche Begründung, welche d er Grossrichter na eh

Art. 164 Abs. 2 MStGO zu geben hat, bloss der vorlãufigen Information der

Prozessbeteiligten. Massgebend ist allein die schriftliche Urteilsbegründung

(MKGE 8 Nr. 41). Diese Rechtsprechung steht mit dem die militãrgerichtli-

che Hauptverhandlung beherrschenden Grundsatz der Unmittelbarkeit

nicht im Widerspruch. Im schriftlich motivierten U rteil sin d di e Gründe,

welche das Divisionsgericht bei der Strafzumessung in die Waagschale legte,

im einzelnen dargelegt. Da darin die überdurchschnittliche Intelligenz des

Angeklagten nicht un d insbesondere nicht als Straferhõhungsgrund erwãhnt

ist, ist davon auszugehen, das Gericht habe darin nicht einen Grund zur

Erhõhung der Strafe gesehen. Hãtte es bei der Würdigung der persõnlichen

V erhãltnisse des Angeklagten berücksichtigt, dass er sich bei sein er über-

durchschnittlichen Intelligenz über Fragen der Landesverteidigung leichter

ein Urteil bilden und die Zusammenhãnge besser erkennen konnte als ein

wenig intelligenter Rekrut, so würde darin übrigens keine Verletzung gesetz-

licher Strafzumessungsregeln liegen. Es ergibt sich aus allem, dass die Rügen

des Beschwerdeführers unbegründet sin d. Wãre sein e Kritik in einem einzel-

nen Punkt berechtigt, so kõnnte eine teilweise unrichtige Begründung ohne-

hin nicht zur Aufuebung des angefochtenen Urteils führen, da es auf jeden

Fali im Ergebnis vor dem Strafgesetz standhãlt.

(10. April 1975, B. e. DG IOB)

56.

Recours en cassation (art. 189 OJPPM); sursis (art. 32 CPM). >; application de ce principe en matiere de sursis: seul

l'auditeur- et non le condamné- peut recourir contre l'octroi de cette faveur.

Kassationsbeschwerde (Art. 189 MStGO); bedingter Strafvollzug (Art. 32

MStG). Beschwernis als Voraussetzung zur Kassationsbeschwerde; Anwen-

dung dieses Grundsatzes bei Gewãhrung des bedingten Strafvollzugs: nur der

Auditor, nicht a b er d er V erurteilte, kann gegen di e Gewãhrung dieser Rechts-

wohltat Beschwerde führen.

Ricorso per cassazione (Art. 189 OGPPM); sospensione condizionale

della pena (art. 32 CPM). Pregiudizio come presupposto del ricorso per cassa-

zione; applicazione di questo principio anche per la concessione della sospen-

sione condizionale della pena: soltanto l'uditore e non già il condannato puo

aggravarsi contro la concessione di tale beneficio.