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MKGE 9 Nr. 45

MKGE 9 Nr. 45 — J. e. DG 11

Mkg · 1974-11-28 · Deutsch CH
Erwägungen (1 Absätze)

E. 2 ... (28. November 1974, J. e. DG 11) 46. Dienstverweigerung aus ethischen Gründen (Art. 81 Ziff. 2 MStG): Sach- verhalt, der die Annahme einer schweren Gewissensnot aufdrãngt.

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

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Nr. 45, 46

Objection de conscience (art. 81, eh. 2 CPM); formulation du dispositif

du jugement: le dispositif formulé d'une maniere inappropriée par le tribunal

de division donne lieu, en procédure de cassation, à une rectification rédac-

tionnelle et non à la cassation.

Rifiuto del servizio per motivi di coscienza (art. 81 n. 2 CPM); formula-

zione del dispositivo della sentenza: un dispositivo formulato in modo no n per-

tinente comporta la rettifica redazionale dello stesso e non già la cassazione

nella procedura di cassazione.

Aus den Erwãgungen:

l.- Wie aus der Urteilsbegründung hervorgeht, nahm das Divisionsge-

richt an, der Angeklagte habe aus ethischen Gründen in schwerer Gewis-

sensnot gehandelt, weshalb auf sein e T at Art. 81 Ziff. 2 MStG anzuwenden

sei. Es ist eine Frage der Formulierung, ob es richtig war, im Urteilsspruch

neben Art. 81 Ziff. 2 auch Art. 81 Ziff. l Abs. l MStG anzuführen. Wohl

umschreibt Art. 81 Ziff. 2 MStG den Straftatbestand nicht vollstãndig, son-

dern spricht bloss vom > des Tãters, und welches Handeln gemeint

ist, ergibt sich aus Art. 81 Ziff. l Abs. l MStG. Praktische Überlegungen

gebieten aber, im Urteilsspruch nur Ziff. 2 zu erwãhnen. Wird der Ange-

klagte der Dienstverweigerung > schuldig erklãrt,

so herrscht Klarheit. Bei N ennung bei d er Vorschriften jedoch kõnnen

Zweifel auftauchen, weil in Art. 81 Ziff. l Abs. l MStG ein Straftatbestand

vollstãndig umschrieben und eine Strafe angedroht ist, die von der in Ziff.

2 angedrohten abweicht. W er Laie ist oder nur das Dispositiv kennt, müsste

im Zweifel bleiben, o b die Strafe im Rahmen von Ziff. l Abs. l oder von Ziff.

2 zugemessen wurde. Solche Überlegungen gelten auch, wenn im gleichen

Gesetzesartikel eine vorsãtzliche und eine fahrlãssige T at umschrieben sind,

wobei der Tatbestand der Fahrlãssigkeitstat n ur unvollstãndig umschrieben

ist (>).So dürfen zum Beispiel bei fahrlãssiger

V erletzung militãrischer Geheimnisse im U rteilsspruch nicht Art. l 06 Abs.

l und Abs. 3 angeführt werden, weil der Tãter nicht gleichzeitig vorsãtzlich

und fahrlãssig handeln kann. Es erscheint deshalb als richtig, bei Dienstver-

weigerung aus Gewissensgründen im U rteilsspruch n ur Art. 81 Ziff. 2 MStG

anzuführen. Die unzutreffende Formulierung durch das Divisionsgericht

kann indessen für sich allein nicht zur Kassation des Urteils, sondern n ur zu

einer redaktionellen Korrektur des Dispositivs führen.

2.- ...

(28. November 1974, J. e. DG 11)

46.

Dienstverweigerung aus ethischen Gründen (Art. 81 Ziff. 2 MStG): Sach-

verhalt, der die Annahme einer schweren Gewissensnot aufdrãngt.