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MKGE 9 Nr. 33

MKGE 9 Nr. 33 — H. e. DG 3

Mkg · 1974-01-31 · Deutsch CH
Erwägungen (3 Absätze)

E. 5 e. est décédé alors qu'aucun jugement exécutoire n'existait encore contre lui. Sa mort a mis fin à l'action pénale en cours. En conséquence, lejugement de la cour de céans, du 22 novembre 1973, doit être mis à néant dans la mesure ou il concerne e. et la procédure doit être abandonnée en tant qu'elle est dirigée contre cet accusé.

E. 6 ... (31 janvier 1974, en la cause C.) 34. Dienstversãumnis (Art. 81 Ziff. l und Art. 82 Abs. l MStG); Abgrenzung der eventualvorsãtzlichen von der fahrlãssigen Begehung. Insoumission (art. 81, eh. l er, et art. 82, 1er al. CPM); délimitation entre ce délit commis par do l éventuel et l'insoumission par négligence. Omissione del servizio (art. 81 n. l e art. 82 cpv. l CPM); differenza tra quella commessa con dolo eventuale e quella commessa per negligenza. Aus den Erwagungen: 2.- Der Beschwerdeführer geht davon aus, dass die Vorinstanz in der Urteilsbegründung das Vorliegen eines direkten Vorsatzes verneint und fest- stellt, dass er sein er Meldepflicht <<aus reiner N achlãssigkeit nicht nachge- kommen>> sei und auch spãter entgegen den Erwartungen, welche man in einen <<jungen, intelligenten und interessierten Wehrmann mit abgeschlosse- ner Berufslehre>> setzen dürfe, sich nur in ungenügender Weise über den Zeitpunkt des WK-Beginns informiert ha be (S. 6 l 7 des U rteils). Di ese unbe- strittenen Feststellungen liessen indessen hõchstens den Schluss auf ein Wis- sen des Taters um die Mõglichkeit des Eintritts deliktischer Folgen, nicht aber d en Schluss au f ein Inkaufnehmen o d er gar auf e ine Billigung derselben zu. Das Divisionsgericht 3 ha be willkürlich einen in Wirklichkeit nicht vorlie- genden Eventualvorsatz angenommen und sei daher zu Unrecht zu einem Schuldspruch wegen vorsãtzlicher - statt fahrlassiger - Dienstversãumnis gelangt. 3.- Eventualvorsatz ist dann gegeben, wenn der Tãter den Eintritt des Erfolgs nicht mit Sicherheit voraussieht, sich aber der Mõglichkeit des Erfolgseintritts bewusst ist und die T at dennoch begeht, in d em er d en allfalli-

Nr. 34, 35 54 gen Erfolg zum vorneherein in Kaufnimmt oder sogar billigt (MKGE 7 N r. 53; 8 Nr. 18; 8 Nr. 58; 9 Nr. 12; BGE 96 IV 100; 98 IV 66). Die Feststellungen über das Wissen des Tãters um die Folgen seines Ver- haltens sin d tatsãchlicher N a tur un d kõnnen daher vom Kassationsgericht n ur auf Willkür hin überprüft werden. Inwieweit aber aus dem Wissen um die Moglichkeit des Erfolgseintritts auch auf einen auf diesen gerichteten Willen geschlossen werden kann, ist eine vom Kassationsgericht frei über- prüfbare Rechtsfrage (MKGE 7 N r. 53; 9 Nr. 12).

4. - Die Vorinstanz ist zur Ansicht gelangt, dass dem Beschwerdeführer <<klar bewusst sein musste, dass er unter Umstãnden den WK versãume>> (S.

E. 7 der Begründung). Schon mit d er V ernachlãssigung sein er Meldepflicht sei er das Risiko eingegangen, d en persõnlichen Marschbefehl für d en WK nicht oder nicht rechtzeitig zu erhalten; dann habe er erst im April, also einen Monat nach WK-Beginn, das Aufgebotsplakat konsultiert und es ferner unterlassen, sich rechtzeitig beim Sektionschef, bei einem V orgesetzten oder bei einem Dienstkameraden nach dem Zeitpunkt des WK zu erkundigen. Diese Feststellungen sind wohl geeignet, den Vorwurf pflichtwidriger Unvorsichtigkeit zu begründen; sie erlauben aber nicht ohne weiteres den Schluss, dass sich der Beschwerdeführer der Mõglichkeit einer Dienstver- sãumnis bewusst war. Vor allem aber schliesst die Tatsache, dass sich Kan H., wenn auch ver- spãtet und nach Beginn des WK, anhand des Aufgebotsplakats über den WK-Beginn informieren wollte, die Annahme aus, dass er die Dienstver- sãumnis in irgend einer Art in sein en Willensentschluss miteinbezogen ha be. Damit entfállt auch die eventualvorsãtzliche Begehung der Tat. Dies ent- spricht dem Ergebnis der Voruntersuchung, in welcher der Beschwerdefüh- rer stets gleichbleibend geltend machte, dass er d en Dienst aus e in em V erse- hen, das er nicht gewollt ha be, versãumt habe (act. 6, p. 17, 23, act. 7 und act. 8). Di ese Aussage wird in d er vorinstanzlichen U rteilsbegründung nicht gewürdigt, obwohl der Angeklagte seine in d er Voruntersuchung gemachten Angaben bestãtigte (Protokoll der HV, act. 15, p. 77). Di e Kassationsbeschwerde ist daher gutzuheissen un d das U rteil des Divisionsgerichts 3 aufzuheben, soweit es angefochten wurde. (31. Januar 1974, H. e. DG 3) 35. Dienstverweigerung aus Gewissensgründen (Art. 81 Ziff. 2 MStG): <<Reli- giõse Gründe>>; Anforderungen an Ausmass und Intensitãt. Objection de conscience (art. 81, eh. 2, CPM): <<Convictions religieuses>>; mesure et intensité requises.

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

53 Nr. 33, 34 sance lorsqu'il a donné son verdict, le tribunal de division aurait probable- ment rendu une sentence différente, plus favorable au condamné. Tel n'est pas le cas en l'espece, puisque e. est décédé apres le jugement de premiere instance, pendant la procédure de recours. La loi ne fournit pas de solution quant à la voie à suivre en de telles circonstances. eette lacune doit être com- blée en ce sens qu'il appartient, en l'occurrence, à la cour de céans elle-même de mettre à néant ou de modifier son propre jugement. 5.- e. est décédé alors qu'aucun jugement exécutoire n'existait encore contre lui. Sa mort a mis fin à l'action pénale en cours. En conséquence, lejugement de la cour de céans, du 22 novembre 1973, doit être mis à néant dans la mesure ou il concerne e. et la procédure doit être abandonnée en tant qu'elle est dirigée contre cet accusé. 6.- ... (31 janvier 1974, en la cause C.) 34. Dienstversãumnis (Art. 81 Ziff. l und Art. 82 Abs. l MStG); Abgrenzung der eventualvorsãtzlichen von der fahrlãssigen Begehung. Insoumission (art. 81, eh. l er, et art. 82, 1er al. CPM); délimitation entre ce délit commis par do l éventuel et l'insoumission par négligence. Omissione del servizio (art. 81 n. l e art. 82 cpv. l CPM); differenza tra quella commessa con dolo eventuale e quella commessa per negligenza. Aus den Erwagungen: 2.- Der Beschwerdeführer geht davon aus, dass die Vorinstanz in der Urteilsbegründung das Vorliegen eines direkten Vorsatzes verneint und fest- stellt, dass er sein er Meldepflicht > sei und auch spãter entgegen den Erwartungen, welche man in einen > setzen dürfe, sich nur in ungenügender Weise über den Zeitpunkt des WK-Beginns informiert ha be (S. 6 l 7 des U rteils). Di ese unbe- strittenen Feststellungen liessen indessen hõchstens den Schluss auf ein Wis- sen des Taters um die Mõglichkeit des Eintritts deliktischer Folgen, nicht aber d en Schluss au f ein Inkaufnehmen o d er gar auf e ine Billigung derselben zu. Das Divisionsgericht 3 ha be willkürlich einen in Wirklichkeit nicht vorlie- genden Eventualvorsatz angenommen und sei daher zu Unrecht zu einem Schuldspruch wegen vorsãtzlicher - statt fahrlassiger - Dienstversãumnis gelangt. 3.- Eventualvorsatz ist dann gegeben, wenn der Tãter den Eintritt des Erfolgs nicht mit Sicherheit voraussieht, sich aber der Mõglichkeit des Erfolgseintritts bewusst ist und die T at dennoch begeht, in d em er d en allfalli-

Nr. 34, 35 54 gen Erfolg zum vorneherein in Kaufnimmt oder sogar billigt (MKGE 7 N r. 53; 8 Nr. 18; 8 Nr. 58; 9 Nr. 12; BGE 96 IV 100; 98 IV 66). Die Feststellungen über das Wissen des Tãters um die Folgen seines Ver- haltens sin d tatsãchlicher N a tur un d kõnnen daher vom Kassationsgericht n ur auf Willkür hin überprüft werden. Inwieweit aber aus dem Wissen um die Moglichkeit des Erfolgseintritts auch auf einen auf diesen gerichteten Willen geschlossen werden kann, ist eine vom Kassationsgericht frei über- prüfbare Rechtsfrage (MKGE 7 N r. 53; 9 Nr. 12).

4. - Die Vorinstanz ist zur Ansicht gelangt, dass dem Beschwerdeführer > (S. 7 der Begründung). Schon mit d er V ernachlãssigung sein er Meldepflicht sei er das Risiko eingegangen, d en persõnlichen Marschbefehl für d en WK nicht oder nicht rechtzeitig zu erhalten; dann habe er erst im April, also einen Monat nach WK-Beginn, das Aufgebotsplakat konsultiert und es ferner unterlassen, sich rechtzeitig beim Sektionschef, bei einem V orgesetzten oder bei einem Dienstkameraden nach dem Zeitpunkt des WK zu erkundigen. Diese Feststellungen sind wohl geeignet, den Vorwurf pflichtwidriger Unvorsichtigkeit zu begründen; sie erlauben aber nicht ohne weiteres den Schluss, dass sich der Beschwerdeführer der Mõglichkeit einer Dienstver- sãumnis bewusst war. Vor allem aber schliesst die Tatsache, dass sich Kan H., wenn auch ver- spãtet und nach Beginn des WK, anhand des Aufgebotsplakats über den WK-Beginn informieren wollte, die Annahme aus, dass er die Dienstver- sãumnis in irgend einer Art in sein en Willensentschluss miteinbezogen ha be. Damit entfállt auch die eventualvorsãtzliche Begehung der Tat. Dies ent- spricht dem Ergebnis der Voruntersuchung, in welcher der Beschwerdefüh- rer stets gleichbleibend geltend machte, dass er d en Dienst aus e in em V erse- hen, das er nicht gewollt ha be, versãumt habe (act. 6, p. 17, 23, act. 7 und act. 8). Di ese Aussage wird in d er vorinstanzlichen U rteilsbegründung nicht gewürdigt, obwohl der Angeklagte seine in d er Voruntersuchung gemachten Angaben bestãtigte (Protokoll der HV, act. 15, p. 77). Di e Kassationsbeschwerde ist daher gutzuheissen un d das U rteil des Divisionsgerichts 3 aufzuheben, soweit es angefochten wurde. (31. Januar 1974, H. e. DG 3) 35. Dienstverweigerung aus Gewissensgründen (Art. 81 Ziff. 2 MStG): >; Anforderungen an Ausmass und Intensitãt. Objection de conscience (art. 81, eh. 2, CPM): >; mesure et intensité requises.