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MKGE 9 Nr. 3

MKGE 9 Nr. 3 — G. e. DG 8

Mkg · 1973-01-26 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Nr. 3

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Fixation de la peine (art.44 CPM): augmentation de la peine en cas de

délit continué.

Attenuazione della pena (art.45 CPM) in caso di rifiuto del servizio;

motivi onorevoli: quando non sussiste un conflitto di coscienza non possono

essere considerati come circostanze attenuanti.

Commisurazione della pena (art.44 CPM): aggravamento della pena in

caso di reato continuato.

Aus den Erwãgungen:

3.- ...

b) Von einer Strafmilderung nach Art.45 MStG (achtungswerte Beweg-

gründe) hat di e Vorinstanz aus guten Gründen abgesehen. Di e Bestimmung

des Art. 81 Ziff. 2 MStG legt spezialisierend in Würdigung des verletzten

Rechtsgutes fest, unter welchen V oraussetzungen ethische Motive zu einer

Strafmilderung bei Dienstverweigerern führen dürfen. Liegen diese Voraus-

setzungen im Einzelfall nicht vor, weil die schwere Gewissensnot verneint

werden muss, kann ni eh t über die bereits gewürdigten un d zu leicht befunde-

nen Beweggründe eine Milderung zum selben Resultat (Haft) oder sogar zu

noch geringerer Strafe (Busse) führen (vgl. Art. 45 l 46 MStG). Vorbehalten

für eine Milderung auf diesem W ege b lei ben n ur võllig an dere achtenswerte

Beweggründe, wofür aber im vorliegenden Falle keinerlei Anhaltspunkte

bestehen. Hingegen hat der Richter die Mõglichkeit, dem nicht in schwerer

Gewissensnot Handelnden ethische Motive im Rahmen des Art. 44 MStG

strafmindernd zugute zu halten, was die Vorinstanz offensichtlich auch getan

hat (MKGE 8 N r. 50) ...

e) Die Vorinstanz hat n un a b er di e Tatsache, dass gleich zwei Dienstver-

weigerungen (WK und Inspektion) zu beurteilen und abzugelten waren,

strafschãrfend im Sinne von Art. 49 MStG angerechnet (S. 6 des Urteils).

Dieses Vorgehen hãlt einer Überprüfung nicht stand. Offensichtlich beruhen

beide Taten auf einem einheitlichen deliktischen Willen und stehen daher

zueinander in einem Fortsetzungszusammenhang, was die Vorinstanz nicht

verkannt hat. Das Moment der Tatfortsetzung kannjedoch nicht strafschãr-

fend gemãss Art. 49 MStG, sondern lediglich straferhõhend im Rahmen von

Art. 44 MStG berücksichtigt werden. Auch wenn sich nicht feststellen lãsst,

o b und inwieweit sich dieser Irrtum im Strafmass ausgewirkt hat- d er Straf-

spruch bewegt sich im untern Drittel des gesetzlichen Strafrahmens und

kann keinesfalls als willkürlich streng bezeichnet werden -, so ist di e K as sa-

tionsbeschwerde dennoch wegen Verletzung des Strafgesetzes gutzuheissen

und das angefochtene Urteil des Divisionsgerichts 8 aufzuheben.

4.- ...

(26. Januar 1973, G. e. DG 8)