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MKGE 9 Nr. 161

MKGE 9 Nr. 161

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Volltext (verifizierbarer Originaltext)

309 Nr. 161 priorité du délit d'abus et de dilapidation de matériel (art. 73 CPM) sur celui d'inobservation de prescriptions de service (art. 72 CPM). Inosservanza di prescrizioni di servizio (art. 72 CPM), abuso e sperpero di materiali (art. 73 CPM), furto (art. 129 CPM) e appropriazione indebita (art. 131 CPM); interferenza dei campi di applicazione di queste norme: qualifica giuridica deU'appropriazione indebita di materiale di corpo: portare a casa della munizione, infrangendo la cifra 4 lett. e dell'ordine concernente le munizioni, costituisce un furto (art. 129 CPM) o un appro- priazione indebita (art.131 CPM), ma non già un'inosservanza di prescri- zioni di servizio (art. 72 CPM), nemmeno allorquando risulta leso il ben e giuridico protetto dall'ordine suddetto; qualifica giuridica del fatto di aver usato senza permesso la propria muni- zione di tasca; priorità del delitto di abuso e sperpero di materiale (art. 73 CPM) su quello di inosservanza di prescrizioni di servizio (art. 72 CPM). A?s den Erwãgungen: 2.- Z ur Kassationsbeschwerde des Auditors betreffend rechtliche Qua- lifikation der Straftaten;

a) Der Auditor macht geltend, Füs P. habe durch Mitnahme von gestohlener bzw. veruntreuter Munition nach Hause nicht n ur die Straftatbe- stãnde des Diebstahls im Sinne von Art. 129 MStG und der Veruntreuung im Sinne von Art. 131 MStG erfüllt; denn das > ver1etze Ziff. 4 e des M unitionsbefehls, w as ni eh t als straflose N achtat gewertet wer- den kõnne. Durch Ziff. 4 e des erwãhnten Munitionsbefehls werde das Rechtsgut der dienstlichen Ordnung geschützt, wãhrend die Tatbestãnde des Diebstahls un d der Veruntreuung als gegen das Vermogen gerichtete Delikte zu qualifizieren seien. Aus diesen Gründen sei Füs P. hinsichtlich der Miss- achtung des Munitionsbefehls bzw. der Vorschriften auf dem Deckel der Taschenmunition auch der Nichtbefolgung von Dienstvorschriften im Sinne des Art. 72 MStG schuldig zu erklãren.

b) Dieser Rechtsauffassung des Auditors kann nicht beigepflichtet wer- den. Bei unrechtmãssiger Wegnahme von Korpsmaterial kann der Tatbe- stand d er Nichtbefolgung von Dienstvorschriften (Art. 72 MStG) n ur dann zur Anwendung gelangen, wenn die Tatbestandsmerkmale der Spezialnor- men des Art. 129 MStG (Diebstahl) bzw. des Art. 131 MStG (Veruntreuung) nicht vollstãndig erfüllt sin d, wie beispielsweise bei fehlender Bereicherungs- absicht des Tãters (vgl. Comtesse, Kommentar zum MStG, Art. 129 N 4). Der typische Fali der Wegnahme bzw. Aneignung ist der, dass der Tãter die Sache zu sich nach Hause nimmt bzw. darüber wie ein Eigentümer verfügt. Das > der Munition ist demgemãss durch den Tatbe- stand des Diebstahls bzw. der Veruntreuung bereits abgedeckt und abgegol- ten. Der Umstand, dass das > von Muniton (ausgenom- men Taschenmunition) durch den Munitionsbefehl - auch bei fehlender

Nr. 161, 162 310 Aneignungsabsicht- als verboten und strafbar erklart wird, kann nicht dazu führen, dass der Dieb bzw. Veruntreuer von Munition zusatzlich noch der Nichtbefolgung von Dienstvorschriften schuldig erklãrt werden kann. Es ist zwar zutreffend, dass der Munitionsbefehl auch die dienstliche Ordnung schützt; soweit dieser Schutz aber bereits durch die Tatbestãnde des gemei- nen Strafrechts (Diebstahl und Veruntreuung) gewãhrt wird, besteht kein Anlass, ihn zusãtzlich noch durch Anwendung allgemeinerer N ormen zu ver- stãrken. Die weitgehende Reglementierung des Dienstbetriebs führt dazu, dass bei vielen Tatbestãnden des MStG auch Dienstvorschriften verletzt wer- den. Diese sind nur dann gesondert zu ahnden, wenn sie durch den konkre- ten, speziellen Straftatbestand nicht erfasst und abgedeckt sind.

e) Die gleiche Argumentation gilt auch für die rechtliche Würdigung des unerlaubten V erschiessens von Taschenmunition. Dieser Tatbestand ist durch die Strafnorm des Missbrauchs und der Verschleuderung von Material im Sinne von Art. 73 MStG vollumfânglich abgedeckt, und es b lei b t vernünf- tigerweise kein Raum, den Tãter wegen Verschiessens der ihm anvertrauten Munition noch zusãtzlich wegen Nichtbefolgung von Dienstvorschriften im Sinne von Art. 72 MStG zu bestrafen. Aus allen diesen Gründen ist die Kassationsbeschwerde des Auditors abzuweisen. 3.- ... (30 Mãrz 1979, Aud e. DG 5 u. P) 162. Arbeitserziehung gemãss Art. l OObis un d l ooter StG B: Charakter al s besondere Massnahme für straffállige junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren mit einer Mindestdauer von einem Jahr (Erw. a). Bedingter Strafvollzug; Objektive Voraussetzungen der Verweigerung im Sinne von Art. 32 Zitf. l Abs. 2 MStG: keine Gleichstellung des Aufenthaltes in einer Arbeitserziehungsanstalt mit der Verbüssung einer Zuchthaus- oder Gefángnisstrafe von mehr als drei Monaten; Schlussfolgerung als Ergebnis grammatikalischer, teleologischer und systematischer Auslegung (Erw. a-e). Education au travail selon les art. lOObis et lOoter CPS: son caractere de mesure spéciale à I'égard des jeunes adultes punissables âgés de plus de 18 ans mais de moins de 25 ans, d'une durée minimale d'une année (cons. a) . . Sursis: conditions objectives du refus au sens de l'art. 32, eh. l er, 2e al., CPM: avoir été placé dans une maison d'éducation au travail n'équivaut pas à avoir subi plus de trois mois de réclusion ou d'emprisonnement; cette conclu- sion découle de l'interprétation littérale, téléologique et systématique (cons. a à e).