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239 Nr. 134 Inobservation de prescriptions de service (art. 72 CPM); omission de dé- clarations obligatoires (art.103 OC); réserve en faveur de dispositions du droit en vigueur (art. 235 CPM): Nature juridique des dispositions pénales de l'OC; délimitation avec l'in- fraction réprimée à l'art. 72 CPM; Sens de la réserve en faveur de ces dispositions énoncées à l'art. 235 CPM; portée de cette réserve incluse parmi les dispositions finales quant au champ d'application de l'art. 72 CPM. Inosservanza di prescrizioni di servizio (art. 72 CPM); omissione di dichia- razioni obbligatorie (art.103 OCM): riserva a favore di disposizioni del diritto vigente (art. 235 CPM): Natura giuridica delle disposizioni penali dell'OCM; differenza con i delitti previsti dall'art. 72 CPM; Significato della riserva delle disposizioni penali dell'OCM prevista dal- l'art. 235 CPM; significato del posto di questa riserva nelle disposizioni finali del CPM per il campo di applicazione dell'art. 72 CPM. Aus den Erwãgungen: 2.- Der Beschwerdeführer macht zunãchst geltend, dass auf die Verlet- zung der Meldevorschriften nach der Kontrollverordnung (KV) nur deren Art. 103 und nicht Art. 72 MStG anwendbar sei. In Art. 335 (richtigerweise Art. 235) MStG seien die Strafbestimmungen der KV ausdrücklich vorbehal- ten. Es besteht für das Militãrkassationsgericht kein Anlass, in dieser Frage von d er bisherigen Praxis abzuweichen: Die Strajbestimmungen der KV gehõren zum Bereich des Verwaltungs- strafrechts~ dessen Anwendung in die Hand der Administrativbehõrden, namentlich der Sektionschefs und Kreiskommandanten, gelegt ist. Der Strafrahmen erschõpft sich in V erweis, Busse und Arrest. Art. 72 MStG ist ein Vergehenstatbestand des Militiirstrafgesetzes, der generell die Nichtbefolgung von Reglernenten und allgemeinen Dienstvor- schriften mit Strafe bedroht. In leichten Fãllen kann disziplinarische Bestrafung erfolgen, anderseits in Kriegszeiten sogar auf Zuchthaus erkannt werden. Die Anwendung dieser Vorschrift steht den Militãrgerichten zu. Erschõpft sich eine Handlung in einern Verstoss gegen die KV, so erfolgt die Ahndung durch die Administrativbehõrden gestützt auf die KV, sofern es sich nicht um einen schweren Fall handelt und keine anderen Straftatbe- stãnde zu beurteilen sind. In den zuletzt genannten Fãllen greift gerichtliche Beurteilung Platz, wobei die Militãrgerichte bei einer Mehrheit von Straftat- bestãnden immer noch die Mõglichkeit haben, die Nichtbefolgung der KV als leichten Fall zu qualifizieren und diese lediglich disziplinarisch zu bestra- fen.
Nr. 134, 135 240 Der Beschwerdeführer hãlt dem zunãchst entgegen, dass Art. 235 MStG die Strafbestimmungen der KV ausdrücklich vorbehalte, und dass diese an die Stelle von Art. 72 MStG treten. In Art. 235 MStG werden > vorbehalten. Es handelt sich um Strafbestimmungen, die bei Erlass des MStG bereits in Kraft waren. Durch d en V ermerk in Art. 235 MStG wird festgehalten, dass diese Strafbestimmungen nicht durch das MStG als aufgehoben zu gelten haben; dass diese Strafbestimmungen aber dem Art. 72 MStG vorgehen würden, kann aus Art. 235 MStG nicht abge- leitet werden. E ine solche Einschrãnkung des Geltungs bereichs von Art. 72 MStG hãtte in dieser Vorschrift selber oder im unmittelbaren Anschluss daran vorgesehen werden müssen. Der Vorbehalt in den Schlussbestimmun- gen lãsst vielmehr erkennen, dass es sich bloss um eine Vorschrift der inter- temporalen Abgrenzung handelt. Entsprechendes gilt auch bezüglich der weiteren, vom Beschwerdeführer zur Stützung seiner Meinung angerufenen Vorbehalte des Art. 235 MStG (Vorbehalt der Strafbestimmungen des BG vom 28. J uni 1878 über den Militãrpflichtersatz sowie andere Bestimmungen des militãrpolizeilichen Übertretungsstrafrechts). Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers sind die besonderen Strafbestimmungen der KV auch nicht überflüssig ne ben Art. 72 MStG, da es nur aufGrund dieser Nor- men verwaltungsstrafrechtlicher Natur mõglich ist, die leichten Fãlle von Nichtbefolgung von Dienstvorschriften (die nicht mit andern Straftatbestãn- den konkurrieren) in einem einfachen und der Tragweite des Falles ange- messenen Administrativverfahren zu erledigen, so dass nichtjede verspãtete Meldung einer Adressãnderung zu einem Verfahren vor Divisionsgericht oder mindestens zu einem militãrgerichtlichen V erfahren führen muss. 3.- ... (21. Oktober 1977, K. e. DG 7) 135. Vorsãtzliche Dienstversãumnis (Art. 81 Ziff. l Abs. 2 MStG): Gesetzmãssigkeit von Aushebungsverfügungen; Überprüfung durch den Militãrstrafrichter (Bestãtigung der in MKGE 9 Nr. 80 eingeleiteten Rechtsprechung): (Erw. la); Rechtsfolgen einer fehlerhaften Aushebungsverfügung; Abgrenzung zwi- schen Nichtigkeit und Anfechtbarkeit; (Erw. lb). Kassationsbeschwerde (Art. 188 Abs. l Ziff. l MStGO). Das Strafgesetz im Sinne dieser Vorschrift verletzt au eh die unrichtige Entscheidung der ver- waltungsrechtlichen Vorfrage bezüglich der Diensttauglichkeit, wenn ein Wehrmann der vorsãtzlichen Dienstversãumnis angeklagt ist: (Erw. le).