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MKGE 8 Nr. 9

MKGE 8 Nr. 9 — R. e. DG. 10 B

Mkg · 1966-02-21 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Nr. 9 12 rischer V orgesetzter des Tãters w ar. Di e beiden Tatbestãnde schützen verschiedene Rechtsgüter: Schutzobjekt des Art. 122 MStG ist die kõr- perliche U nversehrtheit eines Dritten; Art. 62 MStG dient d em strafrecht- lichen Schutz der Pflicht zur Unterordnung in dienstlichen Belangen, also der Erhaltung der militãrischen Disziplin. Es liegt kein Widerspruch darin, das s d er Tãter, d er gegen einen V orgesetzten tãtlich geworden ist, ohne eine Kõrperverletzung hervorzurufen, allein nach Art. 62 MStG be- straft wird, wãhrend derjenige, welcher den Vorgesetzten überdies am Kõrper oder an der Gesundheit geschãdigt hat, in Anwendung beider Strafbestimmungen (Tãtlichkeiten gegen V orgesetzte und einfache Kõr- perverletzung) verurteilt wird; denn im zweiten Fali hat der Tãter sich nicht bloss gegen die militãrische Zucht und Ordnung vergangen, sondern auch die kõrperliche lntegritãt verletzt und eine Person an ihrer Gesund- heit geschãdigt. Dass für die Tãtlichkeiten gegen V orgesetzte Zuchthaus bis zu fünf J ahren, für die einfache l(õrperverletzung jedoch n ur Gefãng- nis bis zu drei J ahren als Hõchststrafe angedroht wird, ist nicht mass- gebend, weil es für die Frage der ldealkonkurrenz - wie oben ausgeführt - nicht auf die abstrakten Strafandrohungen ankommt.

3. - W as der Beschwerdeführer demgegenüber vorbringt, dringt nicht durch:

a) Der Beschwerdeführer macht zunãchst geltend,. die Verschieden- heit der geschützten Rechtsgüter sei nur dann wesentlich, wenn diese - wie in MI(GE 6 Nr. 119 - weit voneinander entfernt liegen. Haefliger führt in ZStR 1965 S. 268 aus, zwischen zwei Bestimmungen bestehe trotz Verschiedenheit der geschützten Rechtsgüter nicht notwendig ldeal- konkurrenz. Unechte Konkurrenz sei auch dann anzunehmen, wenn zur Erfüllung eines Tatbestandes (zwar nicht notwendig aber) typisch andere und leichtere Tatbestãnde miterfüllt würden. Das Militãrkassationsge- richt kann sich dieser Betrachtungsweise aus den Gründen, die im Urteil vom 31. Mai 1965 i. S. Kpl L. (Erw. 3) aufgeführt sind, nicht anschliessen. Wie nahe zwei geschützte Rechtsgüter zueinander stehen, ist für die Ant- wort auf die Frag·e, ob eine Gesetzesbestimmung den Unrechtsgehalt einer Straftat ""allseits abgelte, nicht entscheidend.

b) Der Beschwerdeführer beruft sich sodann auf MKGE 3 Nr. 87. In diesem Entscheid wird ausgeführt, dass der Tatbestand der Tãtlichkeiten gegen V orgesetzte nach Art. 62 MStG zu dem der schweren Kõrperver- letzung gemãss Art. 121 MStG in unechter Gesetzeskonkurrenz stehe und von letzterem konsumiert werde. An diesem nicht nãher begründeten Entscheid kann indessen nicht festgehalten werden. Würde man ihm fol- gen, so kõnnte der Richter, wenn der Angriff gegenüber dem Vorgesetzten eine schwere l(õrperverletzung verursacht, die Strafe allein im Rahmen des Art. 121 MStG zumessen. Tritt jedoch nur eine einfache Kõrperver-

13 Nr. 9, 10 letzung ein, so dürfte der Tãter einzig gestützt auf Art. 62 MStG wegen Tãtlichkeiten gegen einen V orgesetzten bestraft werden. Diese unter- schiedliche rechtliche Behandlung ist nicht sinnvoll. Die zutreffende Lõ- sung kann nur dahin gehen, dass in beiden Fãllen Idealkonkurrenz zwi- schen Tãtlichkeiten gegen Vorgesetzte und schwerer, hzw. einfacher Kõr- perverletzung angenommen wird. Zum gleichen Ergehnis gelangt auch Comtesse (vgl. Kommentar zum MStG, Nr. 3 zu Art. 62). (21. Februar 1966, R. e. DG. 10 B) 10. Revisione (art. 199 OGPPM). - lnammissibilità della revisione di una punizione disciplinare pronunciata in applicazione dell'art. 160a OGPPM). Revision (Art. 199 MStGO). - Unzulãssigkeit dieses Rechtsmittels gegenüber einem richterlichen Entscheid, in dem gestützt auf Art. 160 a MStGO eine Disziplinarstrafe verhãngt wird. Revision (art. 199 OJPPM). - Cette voie de droit n'est pas ouverte à l'encontre d'une décision par laquelle le tribunal prononce une peine dis- ciplinaire en application de l'article 160a de l'OJPPM). In diritto: I. Occorre dapprima esaminare se il rimedio della revtstone secondo l'art. 199 OGPPM sia ammissibile nei confronti di procedure terminate da un tribunale militare con l'inflizione di una pena disciplinare. La questione e sfuggita all'istante. Essa va risolta negativamente, per le se- guenti ragioni:

l. - Secondo l'art. 199 OG PPM il rimedio della revisione e possibile soltanto in relazione >. Dall'art. 160 a leg. cit. si evince che, nei casi da esso contemplati, la procedura giudiziaria militare vera e pro- pria termina con l'assoluzione dell'imputato da ogni accusa di crimine o delitto. La successiva decisione, che lo punisce disciplinarmente, e una semplice sanzione disciplinare e non una > a' sensi dell'art. 199 OGPPM (Hãfliger, Kommentar zur Militãrstrafgerichtsordnung, no 6 all'art. 160 a). Già per questa ragione la procedura non puõ venire rias- sunta in via di revisione. All 'intrinseca differenza tra la sentenza penale e la decisione disciplinare nulla muta il fatto che, formalmente, esse sono congiunte in un medesimo atto (OGPPM 160a) (cpv. 1).

2. - Alia possibilità di riaprire procedure terminate con una puni- zione disciplinare osta altresi il tenore letterale dell'art. 160 a cpv. 3 OGPPM, il quale dispone che contro la sentenza >. Ciõ significa inequivocabilmente l'esclusione d'ogni altro rimedio di diritto.