opencaselaw.ch

MKGE 8 Nr. 72

MKGE 8 Nr. 72 — W. e. TD 2

Mkg · · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

181

Nr. 72, 73 .

voqué à l'audience e t pourra, au besoin, entrer en fonction sans perte de

temps.

5. -

. . .

(24 aout 1972, W. e. TD 2)

73.

Art. 145, 155, 188 Ahs.l Ziff. 5 MStGO.- Der Grossrichter kann wãh-

rend der Befragung des Angeklagten nach Art. 145 MStGO das Verlcsen

vorbereiteter Erklãrungen ablehnen; hingegen hat er das V erlesen an-

lãsslich des Schlusswortes zu gestatten. Lehnt er es auch bei dieser Gele-

genheit ah, verletzt er eine wesentliche Vorschrift üher das V erfahren.

Art. 145, 155 et 188, }er al., eh. 5 OJPPM. -

Lors de l'interrogatoire de

l'accusé en vertu de l'article 145 de l'OJPPM, le grand juge peut s'opposer

à la lecture de déclarations rédigées à l'avance; en revanche, il doit admettre

cette lecture quand l'accusé a la parole pour sa déclaration finale. S'il s'y

oppose encore à cette occasion, il viole une disposition essentielle de la pro-

cédure.

Art. 145, 155, 188 cpv. l cif. 5 OGPPM. -

Durante l'interrogatorio

dell'imputato secondo l'art. 145 OGPPM il gran giudice puõ opporsi alia

lettura di dichiarazioni redatte in precedenza; per contro deve permettet·ne

la lettura quando gli dà la parola dopo l'ultima arringa. Se si oppone ancora

in questa occasione viola una disposizione essenziale di procedura.

Aus den Erwãgungen:

2. -

Wie der Grossrichter in der Hauptverhandlung mit Recht aus-

führte, ist das militãrgerichtliche Strafverfahren von den Grundsãtzen

der Mündlichkeit und der Unmittelharkeit beherrscht. Nach Art. 145

MStGO wird der Angeklagte durch den Grossrichter >.

Der Grossrichter muss sich darüber Rechenschaft geben, welche Tat-

sachen für die Beurteilung wesentlich sind. Er hat deshalb dem Ange-

klagten die entsprechenden Fragen zu stellen. Dabei muss sich in diesem

V erfahrensstadium die Einvcrnahme nach dem Sinn des Gesetzes so ab-

wickeln~ dass der Grossrichter dem Angeklagten die Fragen stellt und

dieser darauf antwortet (vgl. auch Art. 145 Abs. 2 MStGO). Weil eine

solche Ordnung unmittelbare Aussagcn des Angeklagten (wie übrigens

auch der Zeugen) voraussetzt, vertrãgt sich das Ablesen vorbereiteter

Erklãrungen nicht mit ihr. Das lãsst sich auch aus Art. 152 MStGO

schliessen, wonach Erklãrungen des Angeklagten, die er in der Vorunter-

suchung gemacht hat, nur unter ganz bestimmten V oraussetzungen ver-

lesen werden dürfen. Das Militãrkassationsgericht hat denn auch schon

vor langem entschieden, der Angeklagte habe im Stadium der Einver-

nahme die an ihn gestellten Fragen zu beantworten und nicht eine V er-

teidigungsschrift zu verlesen (M l(G E 3 N r. 45 Erw. C). I m übrigen lassen