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MKGE 8 Nr. 67

MKGE 8 Nr. 67 — M. e. DG 8

Mkg · 1972-02-08 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Nr. 67, 68 174 Aus den Erwãgungen:

3. -

b) ... Wenn der Beschwerdeführer noch geltend macht, die Praxis des Müi- tãrkassationsgerichts verlange >, w as d er Gesetzgeber ni eh t gewollt habe, weil er sonst di e Gesetzesrevision hat te >, ist dazu festzuhalten: D er Gesetzgeber wollte eine Gleichstellung d er ethi- schen mit den religiõsen Gründen, sonst aber keine Lockerung. Deshalb ist das Merkmal der schweren Gewissensnot im gleichen Sinne beibehalten worden wie vordem >. Die selbstãndige Bedeutung dieses Tatbestandsmerkmals ist in der Botschaft eigens hervorgehoben worden (BBI 1967 I 584). Die lntensitãt der Gewissensnot muss also die gleiche sein. Das will auch die Vorinstanz auf Seite 9 zum Ausdruck brin- gen mit Hinweis auf das Urteil des Militãrkassationsgerichts vom 3. Mãrz 1971 i. S. K. (MKGE 8 Nr. 57). Jenes Urteil wül aber nicht sagen, die ra- tionale Herkunft ethischer Motive schlõsse von vornherein eine schwere Gewissensnot aus, sondern nur, rationale Überlegungen seien haufi.g wan- delbarer als religiõse Glaubensentscheidungen. Das Divisionsgericht hat somit zu Recht die Privilegierung gemass Art. 81 Ziff. 2 MStG abgelehnt. (8. Februar 1972, M. e. DG 8) 68. Art. 81 Ziff. l rev. MStG - Ahgrenzung der Dienstversãumnis von der Dienstverweigerung; Bedeutung der Beweggründe. - Massgebend sind die Verhãltnisse zur Zeit der Tat; Anforderungen an die tatsãchlichen Fest- stellungen der Divisionsgerichte. Art. 81, eh. l rev. CPM- Délimitation entre l'insoumission et le refus de servir: importance du dessein. - Sont déterminantes les circonstances au moment ou l'acte a été commis; constatations de fait exigées de la part des tribunaux de division. Art. 81 cif. l CPM mod. - Differenza tra omissione e rifiuto del servizio; rilevanza dei moventi. - Decisive son o le circostanze al momento del reato; esigenze per gli accertamenti di fatto del tribunale di divisione. (Das Militãrkassationsgericht hebt das angefochtene Urteil auf und weist di e Sa eh e z ur V ervollstandigung an di e V orinstanz zurück.) Aus den Erwagungen:

l. - ...

2. - Rückt der Tãter wegen vorwiegend dienstlichen Motiven (z. B. wegen Abscheu vor den Mühsalen des Dienstes) nicht ein, so liegt Dienst-

175 Nr. 68, 69 verweigerung vor; d er Dienstversãumnis macht sich d er Tãter schuldig, wenn er vorwiegend aus Gründen, die in pri v aten, persõnlichen V erhãlt- nissen wurzeln, dem Aufgebot nicht gehorcht (MKGE 4 Nr. 50 Erw. A, 6 Nr. 42 Erw. 2). Bei der Frage der Abgrenzung der beiden Delikte ist nicht entscheidend, ob die Absicht des Tãters auf dauernde, grundsãtz- liche Entziehung von der Dienstpflicht geht (d. h. auf Abschüttelung der gesamten Dienstpflicht für immer).oder ob sich die Absicht nur auf einen bestimmten Dienst bezieht (nicht verõffentlichtes Urteil des MKG vom

25. September 1969 i. S. M.). Diese Grundsãtze bedeuten für den vorliegenden Fali zunachst, dass es für die Qualifizierung des Nichteinrückens in d en WK 1971 (als Dienst- verweigerung oder als Dienstversãumnis) nicht entscheidend darauf an- kommt, dass der Beschwerdeführer sich der Dienstpflicht nicht generell entziehen will. Si e zeigen ferner, das s das Divisionsgericht das massge- bende Unterscheidungsmerkmal zwischen Dienstverweigerung und Dienstversãumnis nicht verkannt hat. Indessen erlauben die tatsãchli- chen Feststellungen dem Militãrkassationsgericht nicht, das Urteil des Divisionsgerichts darauf zu überprüfen, ob persõnliche oder dienstliche Gründe den Beschwerdeführer überwiegend davon abhielten, seine Dienst- pflich t z u erfüllen.

a) Massgebend sind die Verhãltnisse zur Zeit der Tat (MI(GE 8 Nr. 44). Das Divisionsgericht hat es unterlassen, im einzelnen festzustellen, ob der Beschwerdeführer anfangs September 1971 gesundheitlich beeintrãchtigt war und ob ein allfãlliger Gesundheitsschaden den Entschluss, nicht ein- zurücken, mitbestimmt habe.

b) - ... (2. Juni 1972, G. e. DG 8) 69. Art. 189 Ahs. 2 MStGO - lm Sinne dieser V orschrift ist heim > eine Kassationsbeschwerde rechtswirksam angemeldet, au eh wenn sie einem Ri~hter des Divisionsgerichts ühergeben worden ist. Art. 189, 2e al. OJPPM -Le recours est valablement annoncé au >, au sens de cette disposition, quand ill'est un juge du tribunal de divi- sion. Art. 189 cpv. 2 OGPPM - Secondo questa disposizione il ricorso per cassazione e da considerare annunciato al > anche quando esso viene comunicato a un giudice del tribunale. Aus den Erwãgungen :

l. - Zunãchst ist zu prüfen, ob auf die Kassationsbeschwerde einge- treten werden kann.