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MKGE 8 Nr. 51

MKGE 8 Nr. 51 — W. e. DG 5

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Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Nr. 51 126 schen an Kõrper oder Gesundheit schãdigt. Es steht fest., dass der Be- schwerdeführer den Lt S. schwer verletzt hat, weil er eine entsicherte Handgranate fallen liess. U nzweifelhaft besteht zwischen d em V erhalten des Beschwerdeführers und dem V erlust des linken Auges des L t S. ein Kausalzusammenhang. Mit Recht ist die V orinstanz davon ausgegangen, dass dieser Kausalzusammenhang als adãquat zu bezeichnen ist. Dies be- streitet im V erfahren vor dem Militãrkassationsgericht auch der Be- schwerdeführer nicht 1nehr. Er stellt einzig in Abrede, dass er fahrlãssig im Sinne von Art. 15 MStG gehandelt habe.

2. - Ist die Tat darauf zurückzuführen, dass der Tãter die Folge sei- nes V erhaltens aus pflichtwidriger U nvorsichtigkeit ni eh t bedacht o d er darauf nicht Rücksicht genommen hat, so begeht er das V erbrechen oder V ergehen fahrlãssig. Pflichtwidrig ist di e U nvorsichtigkeit, wenn d er Tã- ter die V orsicht ni eh t beobachtet, zu d er er na eh d en U mstãnden un d nach seinen persõnlichen Verhãltnissen verpflichtet ist (Art. 15 Abs. 3 MStG).

a) Der Beschwerdeführer wurde in der RS im Jahre 1966 zum Hand- granatenwerfer ausgebildet. Er war am Unfalltag weder übermüdet noch sonstwie kõrperlich gehindert, einen kunstgerechten Handgranatenwurf auszuführen. In der Tatsache., dass er sich zum Wurf vorbereitete, die Handgranate entsicherte und abgezogen hat, kann eine pflichtwidrige U nvorsichtigkeit ni eh t vorliegen. Das nimmt au eh die V orinstanz nicht an. Sie geht davon aus, das Fallenlassen der zum Wurf vorbereiteten Handgranate bedeute an sich eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit im Sinne von Art. 15 Abs. 3 MStG.

b) Das Versagen des Beschwerdeführers müsste als eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit angesehen werden, wenn dieser seine Willenskrãfte nach d en U mstãnden un d na eh sein en persõnlichen V erhãltnissen nicht ge- nügend angespannt hãtte. Das ist nicht bewiesen und trifft auch nicht zu. Es kann dem Beschwerdeführer nicht vorgeworfen werden, er habe die vorgeschriebenen Bewegungen nachlãssig ausgefü.hrt. Vielmehr ist er- stellt, dass er durch das unvorhergesehene Kommando des Motf B. über- rascht worden ist. Bei dieser Sachlage kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer die Handgranate in einer gewissen V erwirrung fallengelassen hat, obschon er - was vom Divisionsgericht nicht bestrit- ten ist - nach besten Krãften bestrebt war., den befohlenen Wurf ein- wandfrei auszuführen. Die Erfahrung lehrt, dass gerade pflichtbewusste W ehrmãnner beim HG-W erfen versagen kõnnen, weil sie sich wegen der ihnen bekannten Gefahren verkrampfen. Es kann somit dem Beschwerde- führer nicht vorgehalten werden, er habe die entsicherte Handgranate leichthin fahren gelassen und sich zu wenig angestrengt. Damit entfãllt ein Schuldvorwurf gemãss Art. 15 Abs. 3 MStG unabhãngig davon, ob

127 Nr. 5t, 52 der Beschwerdeführer - wie er hehauptet - hei der Wurfhewegung ir- gendwo angestossen ist oder nicht. Das Urteil des Divisionsgerichtes wiirde dazu führen, aus de r obj ektiv fehlerhaften Handlung allein, ohne Nachweis einer pflichtwidrigen Unvorsichtigkeit, ein subjektives Ver- schulden abzuleiten.

3. - ... (9. Marz 1970, W. e. DG 5) 52. Portée de l'ordre de marche. L'ordre de marche implique, à la charge du militaire qui le reçoit, no n seulement l'obligation de se présenter s ur les rangs, mais encore celle de se soumettre aux exigences du service pour le- quel il est commandé (cons. 2). Refus de servir (art. 81, eh. l CPM rev.). L'éleve sous-officier qui adopte une attitude de résistance passive durant l'ESO se rend coupable de refus de servir (cons. 2). Danger imminent et impossible à détourner autrement, au sens de l'art. 26, eh. l du CPM. N'est pas exposé à un danger de cette nature l'éleve sous-officier qui craint pour son équilibre mental et psychique au cas ou il devrait assumer le commendement d'un groupe (cons. 3). Bedeutung des Aufgebots. Es auferlegt dem W ehrmann nicht n ur die Pflicht, rechtzeitig einzurüeken, sondern es verpfliehtet ihn darüber hin- aus, sieh den Anforderungen des befohlenen Dienstes zu unterziehen (Erw. 2). · Dienstverweigerung (Art .. 81 Ziff. l rev. MStG). Der Unteroffiziers- sehüler, der die Ahsolvierung einer UOS hintertreiht, begeht eine Dienst- verweigerung (Erw. 2). Unmittelbare., nieht anders abwendbare Gefahr im Sinne von Art. 26 Ziff.l MStG. Fehlen einer solehen Gefahr für einen Unteroffiziersschüler., der seinen geistigen und seelischen Zerfall befürcbtet für den Fali, dass er eine Gruppe hefehligen muss (Erw. 3). Significato dell'ordine di marcia. Esso ingiunge al milite no n soltanto di presentarsi puntualmente in servizio, ma altresi in modo eumulativo di eomportarsi seeondo le esigenze del servizio., per il quale e stato ehiamato (eons. 2). Rifiuto del servizio (art. 81 eif. l CPM mod.). Lo commette l'allievo sott'ufficiale ebe frastorna il regolare assolvimento di una SSU. Pericolo imminente e non altrimenti evitabile secondo l'art. 26 eif. l CPM. Non sussiste tale perieolo per un allievo sott'ufficiale ebe teme pre- giudizi per la propria salute mentale e psichica per l'eventualità di essere ehiamato ad assumere il eomando di un gruppo (cons. 3).