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MKGE 8 Nr. 49

MKGE 8 Nr. 49

Mkg · · Deutsch CH
Erwägungen (2 Absätze)

E. 3 Difesa d'ufficio (art. 126 OGPPM).

a) Diritto alia libera scelta di un difensore (cons. 4 b): - garanzia di questo diritto nella procedura penale militare; - effetti della rinuncia a designare un difensore di fiducia.

b) Rimunerazione del difensore d'ufficio (cons. 4a): - ammontare dell'onorario; - parità di trattamento tra il difensore d'ufficio obbligato e quello non obbligato al servizio; - improponibilità del ricorso per cassazione contro la determinazione dell'onorario. Aus den Erwãgungen:

l. - Der Beschwerdeführer rügt zunãchst, das Divisionsgericht habe zu Unrecht nicht Art. 81 Ziff. 2 MStG angewandt; denn es handle sich um einen Fali von Dienstverweigerung aus ethischen Gründen in schwe- rer Gewissensnot. - Religiõse Gründe liegen nach Feststellung der Vor- instanz nicht vor und sind auch nie behauptet worden.

a) N a eh der Rechtsprechung des Militãrkassationsgerichts reichen ethische Gründe, mõgen sie noch so ehrlich gemeint sein, zur Privilegie- rung nicht aus, d. h. sie allein schaffen die schwere Gewissensnot nicht. Diese erfordert vielmehr, dass der Tãter in einen so schweren Gewissens- konflikt zwischen seinen ethischen Überzeugungen (somit zwischen <<gut -bõse>>, nicht nur <<richtig-falsch>>) und seiner Bürgerpflicht zum Mili- tãrdienst gerãt, dass man von einem moralischen Notstand sprechen muss

Nr. 50 120 (MKGE 8 Nr. 36 und 42). Im letzteren Sinne ist schon vor der Gesetzes- ãnderung von 1967 der frühere Art. 29 Abs. 3 MStG ausgelegt worden., w o im selben Sinne., do eh in d er Ausdrucksweise auf religiõse Gründe aus- gerichtet., von <<schwerer Seelennot>> die Rede war (z. B. MKGE 6 Nr. 40.,

E. 7 Nr. 15., wo noch prãzisiert worden ist., dass in einen Konflikt im Sinne des Gesetzes auch geraten kõnne., wer bereits gefestigte Überzeugungen besitze). N a eh d er gesetzlichen Gleichstellung de r religiõsen un d d er ni eh t religiõs bestimmten ethischen Motive ist an dieser W ertung festzuhalten. Diese Rechtsprechung hat keineswegs zur Folge., wie der Beschwerde- führer behauptet., dass die Privilegierung des Art. 81 Ziff. 2 für V erweige- rer aus ethischen Gründen bloss noch auf dem Papier steht. Die V orinstanz hat den Art. 81 Ziff. 2 MStG nicht verkannt, sondern ihn im selben Sinne ausgelegt. W enn sie dem Beschwerdeführer einge- rauint hat., seinen Gründen <<vornehmlich politischen Charakters kõnne e in gewisser ethischer Gehalt nicht abgesprochen werden >>., daun folgte allein daraus noch keine Privilegierung.

b) Die V orinstanz hat ihre richtige Einsicht in den Sinn von Art. 81 Ziff. 2 MStG auch zutreffend auf den vorliegenden Fali angewandt. Sie hat festgestellt., dass der Beschwerdeführer offensichtlich nicht in schwerer Gewissensnot gehandelt habe (Urteil S. 7)., und sie nahm damit Bezug auf die im Urteil festgestellten Beweggründe. Darnach hat der Beschwerdeführer im wesentlichen vorgebracht: Der Sinn der Armee sei nicht einzusehen. Sie koste viel Geld., welches besser anders ausgegeben würde. Si e lasse di e <<Bourgeois >> an ihr verdienen un d kõnne zur. U nter- drückung von Minderheiten dienen sowie dazu., die Soldaten im Sinne des herrschenden Systems zu indoktrinieren. Ihr defensiver W ert sei heut- zutage gleich <<null >>., do eh brãchte di e militãrische V erteidigung gegen einen Angreifer die Zivilbevõlkerung in vermeidbare Gefahr. E s gelte., gegen N ationalismus un d Patriotismus un d für di e Abschaffung d er Armee im Hinblick auf eine weltweite Abrüstung zu wirken., wie aber auch für di e Einführung des Zivildienstes. Endlich wolle er weder tõten no eh ge- tõtet werden. Von diesen Gründen stammt eine grõssere Anzahl- und zwar gerade solche., welche der Beschwerdeführer in allen seinen Aussagen als durch- aus nicht nur zweitrangig behandelt hat - nicht aus dem Bereich <<gut- bõse >>., sondern <<richtig-falsch >> (wozu au eh etwa gehõren: unzweckmãs- sig., unwirtschaftlich). Zum erstgenannten Bereich kõnnen nur jene Gründe gezãhlt werden., welche mit der Achtung vor dem Leben zu tun haben. Sie stehen aber im Gesamtzusammenhang keines,vegs im V order- grund. W eiter hat der Beschwerdeführer di e Stellungspflicht abgelehnt, um für seine Ansichten zu demonstrieren und zu werben. Das kommt zwar im Protokoll der Hauptverhandlung nicht deutlich zum Ausdruck, wohl aher (abgesehen von d er klaren Aussage in der V oruntersuchung) in d er

121 Nr. 50 Tatsache und im Zweck des erwãhnten Dokuments act. Nr. 3. Selbst wenn man einrãumt, dass jemand, dessen Überzeugung ihn eventuell in die schwere Gewissensnot gemãss Art. 81 Ziff. 2 MStG führt, für diese Überzeugung õffentlich einzustehen sich gedrãngt fühlen kõnnte, ergibt die gesamthafte Beurteilung anhand der verfügbaren Anhaltspunkte doch, es hatten bei der Willensbildung des Beschwerdeführers die dem Sinn von Art. 81 Ziff. 2 MStG fremden Elemente in einem solchen Masse (mindestens mit-)gespielt, dass die Vorinstanz mit Recht annehmen durfte, eine schwere Gewissensnot habe gefehlt. Sie hat auch ohne Will- kür festgestellt, dass der Beschwerdeführer eine solche nie behauptet habe. Selbst die Beschwerdeschrift nennt keine Anhaltspunkte, aus welchen dies hãtte geschlossen werden sollen.

e) Da di e V orinstanz d en Sinn des Gesetzes richtig aufgefasst un d ihre Erkenntnis zutreffend auf den von ihr festgestellten Sachverhalt ange- wendet hat, ist d er Beschwerdeführer mit Recht wegen Art. 81 Ziff.l Abs.l und ohne die Privilegierung von Ziff. 2 Abs. l verurteilt worden.

2. - ...

3. - Die Beschwerde vertritt die Ansicht, wegen der Erklãrung des Beschwerdeführers, sich künftig den Militãrdienstpflichten nicht mehr entziehen zu wollen, hãtte die Vorinstanz die Ziff. 4 von Art. 81 MStG anwenden sollen. Die V orinstanz hat das mit der Begründung abgelehnt, der Beschwerdeführer habe sich nicht zum Dienst gestellt und auch nichts unternommen, um mõglichst rasch eine Nachrekrutierung zu erwirken. E s erhebt si eh di e Frage, o b das <<Stellen zum Dienst >> n ur di e selbe Dienstleistung meine, die versãumt o d er verweigert worden ist (also den . selben Wl(oder die selbe Rekrutierung, sogar wenn sie nur einen einzigen Tag dauern sollte), o d er ob dazu auch zãhle, das s der Dienstpflichtige aus eigenem Antrieb alles Zumutbare getan habe, um zu einem Nachholdienst aufgeboten z u werden; denn j edenfalls kann si eh de r Dienst- o d er Stel- lungspflichtige nicht überall <<zum Dienst >> stellen, w o W ehrmãnner Dienst leisten oder wo rekrutiert 'vird.

a) Di ese Frage ist im ersteren Sinne z u entscheiden. Di e Gesetzes- materialien der Revision von 1967 sowie des MStG von 1927 (j e Botschaft und parlamentarische Beratungen) sprechen sich nicht darüber aus; auch die Praxis zum gleichlautenden Art. 81 Abs. 3 MStG alter Fassung be- antwortet die Frage nicht (MKGE 3 Nr. 129 enthãlt allerdings einen Satz, der wõrtlich für die erstgenannte Auffassung sprãche, indessen diente er in j e d em Fali n ur zur Begründung, das s di e Bereitschaft zu einem anders- artigen Dienst als dem verweigerten nicht genüge). Doch nach dem so- eben zitierten Urteil, wie auch nach Comtesse, N. 12 zu Art. 81, und nach der Botschaft (BBI 1918 V 371) handelt cs sich bei Art. 81 Abs. 3 (jetzt Ziff. 4) um einen Sonderfall der tãtigen Reue. Mit Art. 19bis Abs. 2 MStG

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Nr. 49, 50 118 gentille >> sel o n la version du cpl N. ou de > sel o n sa p ro pre version, il n'en reste pas moins que les propos et les gestes des deux recou- rants doivent être interprétés comme des menaces à l'encontre de le ur chef. E. l'a d'ailleurs implicitement confirmé en précisant devant son com- mandant de compagnie >, ce qui devait signifier qu'aux menaces du couteau auraient succédé des menaces plus graves encore. En conséquence, le grief formulé p ar les recourants n'est p as fondé.

3. - ... (16 décembre 1969, E. et G. e. TD 10 A) 50.

l. - Dienstverweigerung aus ethischen Gründen (Art. 81 Ziff. 2 rev. MStG). Gewicht des einzelnen Grundes aus dem Bereich > und > hinsiehtlieh der Gewissensnot; die Beweggründe aus der Kategorie > müssen im Gesamtzusammenhang überwiegen (Erw. l).

2. - Strafmilderung gemãss Art. 81 Ziff. 4 rev. MStG (Erw. 3) - Di ese V orschrift ist ein Sonderfall tãtiger Reue; Abgrenzung zu Art. 19bis Abs. 2 MStG. - Begriff des >. 3.- Amtliche Verteidigung (Art. 126 MStGO).

a) Reeht auffreie Anwaltswahl (Erw. 4b): - Gewãhrleistung in Militãrstrafsachen; - V erzicht, einen privaten V erteidiger beizuziehen.

b) Entsehãdigung des amtlichen Verteidigers (Erw. 4a): - Hõhe der Entsehãdigung; - Gleichstellung des dienstpftiehtigen und nieht dienstpftichtigen amt- Iichen V erteidigers; - Aussehluss der Kassationsbesehwerde gegen die Festsetzung des Honorars.

l. - Refus de servir du fait de eonvictions morales (art. 81, eh. 2 CPM rev.). lmportance à attribuer aux divers mobiles ayant conduit à un eon- ftit de eonscience, suivant qu'ils résultent d'une distinction entre le bien et le mal ou entre le juste et le faux; eeux qui ressortissent à la eatégorie bien -mal doivent avoir été prépondérants dans l'ensemble (cons. l).

2. - Atténuation de la peine en vertu de l'art. 81, eh. 4 du CPM rev. (cons. 3). - Cette disposition crée un cas partieulier de repentir aetif; distinction de cette disposition de celle de l'art. 19bis, 2e al. du CPM. - Sens de l'expression >.

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3. - Défense d'office (art. 126 OJPPM).

a) Droit au libre choix du défenseur (cons. 4h): - sa garantie en procédure militaire; - effets de la renonciation au droit de choisir un défenseur.

b) Indemnité allouée au défenseur d'office (cons. 4a): - montant de l'indemnité; Nr. 50 - mise sur un pied d'égalité des défenseurs d'office, qu'ils soient ou non astreints au service; - irrecevabilité du recours en cassation contre la fixation des hono- raires.

l. - Rifiuto del servizio per convinzioni morali (art. 81 cif. 2 CPM mod.) Valore di ogni singolo movente nell'amhito del bene e del male nonche del falso inerenti al conflitto di coscienza; i moventi appartenenti alia categoria del ben e e del male devono prevalere (cons. l).

2. - Attenuazione della pena secondo l'art. 81 cif. 4 CPM mod. (cons. 3). - Questa norma prevede un caso speciale di pentimento attivo; dif- ferenza rispetto all'art. 19bis cpv. 2 CPM. - Concetto di >.

3. - Difesa d'ufficio (art. 126 OGPPM).

a) Diritto alia libera scelta di un difensore (cons. 4 b): - garanzia di questo diritto nella procedura penale militare; - effetti della rinuncia a designare un difensore di fiducia.

b) Rimunerazione del difensore d'ufficio (cons. 4a): - ammontare dell'onorario; - parità di trattamento tra il difensore d'ufficio obbligato e quello non obbligato al servizio; - improponibilità del ricorso per cassazione contro la determinazione dell'onorario. Aus den Erwãgungen:

l. - Der Beschwerdeführer rügt zunãchst, das Divisionsgericht habe zu Unrecht nicht Art. 81 Ziff. 2 MStG angewandt; denn es handle sich um einen Fali von Dienstverweigerung aus ethischen Gründen in schwe- rer Gewissensnot. - Religiõse Gründe liegen nach Feststellung der Vor- instanz nicht vor und sind auch nie behauptet worden.

a) N a eh der Rechtsprechung des Militãrkassationsgerichts reichen ethische Gründe, mõgen sie noch so ehrlich gemeint sein, zur Privilegie- rung nicht aus, d. h. sie allein schaffen die schwere Gewissensnot nicht. Diese erfordert vielmehr, dass der Tãter in einen so schweren Gewissens- konflikt zwischen seinen ethischen Überzeugungen (somit zwischen >, nicht nur >) und seiner Bürgerpflicht zum Mili- tãrdienst gerãt, dass man von einem moralischen Notstand sprechen muss

Nr. 50 120 (MKGE 8 Nr. 36 und 42). Im letzteren Sinne ist schon vor der Gesetzes- ãnderung von 1967 der frühere Art. 29 Abs. 3 MStG ausgelegt worden., w o im selben Sinne., do eh in d er Ausdrucksweise auf religiõse Gründe aus- gerichtet., von > die Rede war (z. B. MKGE 6 Nr. 40., 7 Nr. 15., wo noch prãzisiert worden ist., dass in einen Konflikt im Sinne des Gesetzes auch geraten kõnne., wer bereits gefestigte Überzeugungen besitze). N a eh d er gesetzlichen Gleichstellung de r religiõsen un d d er ni eh t religiõs bestimmten ethischen Motive ist an dieser W ertung festzuhalten. Diese Rechtsprechung hat keineswegs zur Folge., wie der Beschwerde- führer behauptet., dass die Privilegierung des Art. 81 Ziff. 2 für V erweige- rer aus ethischen Gründen bloss noch auf dem Papier steht. Die V orinstanz hat den Art. 81 Ziff. 2 MStG nicht verkannt, sondern ihn im selben Sinne ausgelegt. W enn sie dem Beschwerdeführer einge- rauint hat., seinen Gründen >., daun folgte allein daraus noch keine Privilegierung.

b) Die V orinstanz hat ihre richtige Einsicht in den Sinn von Art. 81 Ziff. 2 MStG auch zutreffend auf den vorliegenden Fali angewandt. Sie hat festgestellt., dass der Beschwerdeführer offensichtlich nicht in schwerer Gewissensnot gehandelt habe (Urteil S. 7)., und sie nahm damit Bezug auf die im Urteil festgestellten Beweggründe. Darnach hat der Beschwerdeführer im wesentlichen vorgebracht: Der Sinn der Armee sei nicht einzusehen. Sie koste viel Geld., welches besser anders ausgegeben würde. Si e lasse di e > an ihr verdienen un d kõnne zur. U nter- drückung von Minderheiten dienen sowie dazu., die Soldaten im Sinne des herrschenden Systems zu indoktrinieren. Ihr defensiver W ert sei heut- zutage gleich >., do eh brãchte di e militãrische V erteidigung gegen einen Angreifer die Zivilbevõlkerung in vermeidbare Gefahr. E s gelte., gegen N ationalismus un d Patriotismus un d für di e Abschaffung d er Armee im Hinblick auf eine weltweite Abrüstung zu wirken., wie aber auch für di e Einführung des Zivildienstes. Endlich wolle er weder tõten no eh ge- tõtet werden. Von diesen Gründen stammt eine grõssere Anzahl- und zwar gerade solche., welche der Beschwerdeführer in allen seinen Aussagen als durch- aus nicht nur zweitrangig behandelt hat - nicht aus dem Bereich >., sondern > (wozu au eh etwa gehõren: unzweckmãs- sig., unwirtschaftlich). Zum erstgenannten Bereich kõnnen nur jene Gründe gezãhlt werden., welche mit der Achtung vor dem Leben zu tun haben. Sie stehen aber im Gesamtzusammenhang keines,vegs im V order- grund. W eiter hat der Beschwerdeführer di e Stellungspflicht abgelehnt, um für seine Ansichten zu demonstrieren und zu werben. Das kommt zwar im Protokoll der Hauptverhandlung nicht deutlich zum Ausdruck, wohl aher (abgesehen von d er klaren Aussage in der V oruntersuchung) in d er

121 Nr. 50 Tatsache und im Zweck des erwãhnten Dokuments act. Nr. 3. Selbst wenn man einrãumt, dass jemand, dessen Überzeugung ihn eventuell in die schwere Gewissensnot gemãss Art. 81 Ziff. 2 MStG führt, für diese Überzeugung õffentlich einzustehen sich gedrãngt fühlen kõnnte, ergibt die gesamthafte Beurteilung anhand der verfügbaren Anhaltspunkte doch, es hatten bei der Willensbildung des Beschwerdeführers die dem Sinn von Art. 81 Ziff. 2 MStG fremden Elemente in einem solchen Masse (mindestens mit-)gespielt, dass die Vorinstanz mit Recht annehmen durfte, eine schwere Gewissensnot habe gefehlt. Sie hat auch ohne Will- kür festgestellt, dass der Beschwerdeführer eine solche nie behauptet habe. Selbst die Beschwerdeschrift nennt keine Anhaltspunkte, aus welchen dies hãtte geschlossen werden sollen.

e) Da di e V orinstanz d en Sinn des Gesetzes richtig aufgefasst un d ihre Erkenntnis zutreffend auf den von ihr festgestellten Sachverhalt ange- wendet hat, ist d er Beschwerdeführer mit Recht wegen Art. 81 Ziff.l Abs.l und ohne die Privilegierung von Ziff. 2 Abs. l verurteilt worden.

2. - ...

3. - Die Beschwerde vertritt die Ansicht, wegen der Erklãrung des Beschwerdeführers, sich künftig den Militãrdienstpflichten nicht mehr entziehen zu wollen, hãtte die Vorinstanz die Ziff. 4 von Art. 81 MStG anwenden sollen. Die V orinstanz hat das mit der Begründung abgelehnt, der Beschwerdeführer habe sich nicht zum Dienst gestellt und auch nichts unternommen, um mõglichst rasch eine Nachrekrutierung zu erwirken. E s erhebt si eh di e Frage, o b das > n ur di e selbe Dienstleistung meine, die versãumt o d er verweigert worden ist (also den . selben Wl(oder die selbe Rekrutierung, sogar wenn sie nur einen einzigen Tag dauern sollte), o d er ob dazu auch zãhle, das s der Dienstpflichtige aus eigenem Antrieb alles Zumutbare getan habe, um zu einem Nachholdienst aufgeboten z u werden; denn j edenfalls kann si eh de r Dienst- o d er Stel- lungspflichtige nicht überall > stellen, w o W ehrmãnner Dienst leisten oder wo rekrutiert 'vird.

a) Di ese Frage ist im ersteren Sinne z u entscheiden. Di e Gesetzes- materialien der Revision von 1967 sowie des MStG von 1927 (j e Botschaft und parlamentarische Beratungen) sprechen sich nicht darüber aus; auch die Praxis zum gleichlautenden Art. 81 Abs. 3 MStG alter Fassung be- antwortet die Frage nicht (MKGE 3 Nr. 129 enthãlt allerdings einen Satz, der wõrtlich für die erstgenannte Auffassung sprãche, indessen diente er in j e d em Fali n ur zur Begründung, das s di e Bereitschaft zu einem anders- artigen Dienst als dem verweigerten nicht genüge). Doch nach dem so- eben zitierten Urteil, wie auch nach Comtesse, N. 12 zu Art. 81, und nach der Botschaft (BBI 1918 V 371) handelt cs sich bei Art. 81 Abs. 3 (jetzt Ziff. 4) um einen Sonderfall der tãtigen Reue. Mit Art. 19bis Abs. 2 MStG