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Nr. 48 114 tere auch dann, wenn von einer Disziplinarstrafe Umgang genommen wird (Erw. 1). Entwendung (Art.l29 Ziff. 4 MStG). Der Strafrahmen geht bis 5 Jahre Zuchthaus, die Verfolgungsverjãhrung tritt daher erst nach 10 Jahren ein (Art. 51 MStG) (Erw. 2). Le recours en cassation (art. 160 a, al. 3 et art. 187 OJPPM) est admis- sible seulement contre des jugements (c'est-à-dire des décisions rendues dans une poursuite pénale) et contre des décisions judiciaires portant sur la punition disciplinaire de l'accusé même si celui-ci a été exempté de toute peine disciplinaire par ces décisions (cons. l). Pour le larcin (art. 129, eh. 4 CPM), ce n'est qu'au bout de dix ans que l'action pénale est prescrite, puisque l'infraction visée à cet article (le vol) est passible de la réclusion jusqu'à cinq ans (art. 51 CPM) (cons. 2). Ricorso per cassazione (art. 160a cpv. 3 et art. 187 OGPPM). Puo es- sere diretto soltanto contro sentenze (ossia giudizi conseguenti a un'impu- tazione penale) e contro decisioni in materia disciplinare pronunciate dai tri- bunali, anche se con queste non e stata pronunciata nessuna pena (cons.l). Sottrazioni di poca entità (art. 129 cif. 4 CPM). Siccome la pena com- minata va fino a 5 anni, la prescrizione dell'azione penale avviene soltanto dopo 10 anni (art. 51 CPM) (cons. 2). Aus den Erwãgungen:
l. - Zunãchst ist zu prüfen~ ob auf die Kassationsbeschwerde einge- treten werden kann. Das Divisionsgericht hat den Angeklagten freige- sprochen und der Sache in disziplinarischer Hinsicht keine weitere Folge gegeben. Urteilscharakter hat dieser Entscheid nur soweit~ als der An- geklagte von der kriminellen Anklage des Diebstahls freigesprochen wur- de. Mit dem Freispruch wird die Anklage erledigt und das Militãrstraf- verfahren abgeschlossen (vgl. MKGE 4 Nr. 77). Wenn das Gericht nach dem Freispruch darüber befindet, ob eine Disziplinarstrafe auszusprechen sei oder nicht, urteilt es nicht mehr als Gericht über die Anklage. Es ent- scheidet vielmehr im Rahmen seiner Disziplinarbefugnisse~ wie sie ihrer N a tur na eh sonst beim militãrischen V orgesetzten liegen (Haefliger, Komm. zur MStGO, N. l zu Art. 160a). Der Disziplinarentscheid des Gerichts ist kein Urteil (vgl. MKGE 8 Nr. 10), gleichviel, ob das Gericht eine Disziplinarstrafe ausfãllt, davon absieht oder die Sache an den mili- tãrischen V orgesetzten des Angeklagten weist. Die Kassationsbeschwerde richtet sich nicht dagegen, dass der An- geklagte von der kriminellen Anklage freigesprochen worden ist. Der Be- schwerdeführer ficht den Entscheid des Divisionsgerichtes nur insoweit an, als das Gericht der Sache in disziplinarischer Hinsicht keine Folge gab. Da sich die Kassationsbeschwerde nicht gegen ein > des Divisions- gerichtes richtet, kõnnte unter dem Gesichtspunkt des Art. 187 MStGO
115 Nr. 48 darauf nicht eingetreten werden. Nach Art. 160a Ahs. 3 MStGO kann nur gegen richterliche Entscheide, durch die eine Disziplinarstrafe ver- hãngt wird, Kassationsheschwerde eingereicht werden. Damit schafft das Gesetz eine Ausnahme von dem in Art. 187 MStGO enthaltenen Grund- satz, dass nur Urteile durch Kassationsbeschwerde angefochten werden kõnnen (Haefliger, a. a. 0., N. 6 zu Art. 160 a). Dem Wortlaut des Art. 160 a Abs. 3 MStGO nach wãre dieses Rechtsmittel n ur gegeben, wenn eine Disziplinarstrafe verhüngt wird. Doch ist diese Regel entsprechend anzu- wenden, wenn von einer Disziplinarstrafe U mgang genommen wird. De r Wortlaut des Art. 160 a Abs. 3 wurde offensichtlich so gefasst, weil der Gesetzgeher annahm, wenn keine Disziplinarstrafe gesprochen sei, werde der Angeklagte entweder mit einer (kriminellen) Strafe belegt oder frei- gesprochen, so dass die Kassationsheschwerde ohnehin zulãssig sei. Den Fali, dass der Angeklagte freigesprochen wird und der Auditor nicht den Freispruch, sondern bloss die Unterlassung einer Disziplinarstrafe an- ficht, hat der Gesetzgeber nicht geregelt. Es muss in dieser Hinsicht eine Lücke des Gesetzes angenommen werden, die der Richter auszufüllen hat. Dabei entspricht es dem Sinn des Gesetzes, in Analogie zu der V orschrift des Art. 160 a Abs. 3 MStGO die Kassationsheschwerde auch dann zuzu- lassen, wenn der Auditor nicht den Freispruch anficht, sondern bloss he- mãngelt, dass keine Disziplinarstrafe ausgesprochen wurde. Andernfalls wãre der Entscheid des Gerichts, wonach keine Disziplinarstrafe auszu- sprechen sei, unüherprüfbar und endgültig. Das kann nicht dem Willen des Gesetzgehers entsprechen: auf die l(assationsbeschwerde ist einzu- treten.
2. - Nach Art. 51 MStG verjãhrt die Strafverfolgung in zwanzig Jah- ren, wenn die strafhare Tat mit dem Tode oder mit lebenslãnglichem Zuchthaus bedroht ist, in zehn J ahren, wenn die strafbare T at mit Zucht- haus bedroht ist, in fünf J ahren, wenn die strafbare T at mit einer andern Strafe bedroht ist. Gemãss Art. 183 Ziff. l MStG verjãhrt die Verfolgung eines Disziplinarfehlers in sechs Monaten. Das Gericht nahm an, es gelte diese Verjãhrungsfrist. Die Da u er d er V erj ãhrungsfrist hãngt von d er Art der Strafe ab. Da- bei ist die für ein bestimmtes Delikt angedrohte Strafe massgebend, nicht die Strafe, die im zu beurteilenden Fali auszusprechen ist. Qualifiziert das Gericht eine T at als (einfachen) Diebstahl im Sinne von Art. 129 Ziff. l MStG, betrãgt die V erj ãhrungsfrist zehn J ahre, da die T at mit Zuchthaus (als Hõchststrafe) bedroht ist. E s ist n un zu prüfen, welche Hõchststrafe für den privilegierten Diebstahl (Entwendung) im Sinne des Art. 129 Ziff. 4 MStG angedroht ist. In verschiedenen Vorschriften verwendet der Gesetzgeber die Formel >. In diesen Fãllen
Nr. 48 116 ist die angedrohte Strafe allein die Disziplinarstrafe, weshalb die Verjãh- rungsfrist des Art. 183 Ziff. l (sechs Mo na te) gilt. Dann aber kanu d er Richter nur eine Disziplinarstrafe aussprechen, da nur sie angedroht ist. Anders ist es, wenn der Gesetzgeber wie in Art. 129 Ziff. 4 uud Art. 131 Ziff. 3 MStG bestimmt, in (besonders umschriebenen) geringfügigen Fãl- len konne disziplinarische Bestrafung erfolgen. In diesen Fãlien besteht zwar die Mõglichkeit disziplinarischer Bestrafung, doch hat der Richter auch die Mõglichkeit, eine kriminelle Strafe auszufãllen, wie sie für das Delikt angedroht ist, welches im V ergleich zum privilegierten Delikt den Grundtatbestand bildet. W enn in Art. 129 Ziff. 4 MStG gesagt wird, bei Entwendung einer Sache von geringem W ert aus bestimmtem Beweg- grund kõnne disziplinarische Bestrafung erfolgen, bedeutet das demnach, dass der Richter die T at mit Zuchthaus bis zu fünf J ahren oder mit Ge- fãngnis gemãss der Strafandrohung des Art. 129 Ziff. l MStG oder diszi- plinarisch bestrafen kanu. Es kommt - zwar nicht hãufig - auch in anderen Strafnormen vor, dass der Gesetzgeber in der Strafdrohung drei Strafarten vorsieht (vgl. Art. 151 Abs. l StGB: Gefãngnis, Haft oder B us se). Ist solchermassen au eh bei d em privilegierten Diebstahl des Art. 129 Ziff. 4 MStG Zuchthaus als Hõc~ststrafe angedroht, so verjãhrt die Strafverfolgung erst in zehn J ahren. Ahnlichc Regelungen wie die in Art. 129 MStG finden sich auch im bürgerlichen Strafgesetz (Art. 144 Abs. 2, Art. 224 Abs. 2, Art. 225 Abs. 2, Art. 227 Ziff. l Abs. 2, Art. 228 Ziff. l Abs. 2, Art. 251 Ziff. 3 StGB). Art. 251 Ziff. l StGB droht beispielsweise für Urkundenfãlschung Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder Gefãngnis an, wãhrend nach Ziff. 3 in besonders leichten Fãllen auf Gefãngnis oder B us se erkannt werden kann. Selbst wenn es sich um einen besonders leichten Fali handelt, kanu der Richter an sich eine Zuchthausstrafe aussprechen (Logoz, Komm. zum StGB, N. 6c zu Abs. 3 vou Art. 251, S. 537), woraus sich ergibt'> dass auch in diesem Fali Zuchthaus die angedrohte Hõchst- strafe ist. Es geht nicht an, die Fãlle, in denen das Militãrstrafgesetz be- stimmt, dass in leichten Fãllen disziplinarische Bestrafung erfolge, den- jenigen gleichzustelien, in denen das Gesetz erlaubt'> dass disziplinarisch bestraft werde. Im ersten Fali wird eine im V ergleich zum Grundtatbe- stand geringere Strafe (Disziplinarstrafe) angedroht, di e allein ausge- sprochen werden kanu. Im zweiten Fali wird der Strafrahmen des Grund- tatbestandes nach unten in dem Sinne erweitert'> dass ausser den für das Grunddelikt angedrohten Strafen (hier: Zuchthaus bis zu fünf Jahren o d er Gefãngnis) au eh disziplinarische Bestrafung mõglich ist. Bei d er Entwendung nach Art. 129 Ziff. 4 MStG ist demnach Zuchthaus die an- gedrohte Hõchststrafe. Das Divisionsgericht hat bei dieser Sachlage zu Unrecht Art. 183 statt des Art. 51 MStG angewendet uud damit unrichti- gerweise d en Eintritt d er V erfolgungsverj ãhrung angenommen. Di e Kas- sationsbeschwerde des Auditors ist aus diesem Grunde gutzuheissen uud
117 Nr. 48, 49 der angefochtene Entscheid aufzuheben, soweit der Sache in disziplinari- scher Hinsicht keine weitere Folge gegeben wurde.
3. - ... (16. Dezember 1969, Auditor e. DG lO B i. S. H.) 49. Pour que les menaces contre un supérieur (art. 62 CPM) se trouvent réalisées, il n'est pas nécessaire que la personne menacée ait été alarmée ou effrayée, à la différence des infractions définies aux articles 149 du CPM et 180 du CPS. Drohung gegenüber Vorgesetzten (Art. 62 MStG) setzt - im Gegen- satz zu den Tathestãnden der Drohung gemãss Art.149 MStG und Art.l80 StGB - nicht voraus, dass der Bedrohte in Schrecken oder Angst versetzt worden ist. Minacce verso un superiore (art. 62 CPM) no n presuppongono, diver- samente da quanto dispongono gli art. 149 CPM et 180 CPS sulla minaccia, spavento o timore nella persona minacciata. Extrait des motifs:
2. - Les recourants prétendent que le Tribunal de division a violé la loi en les reconnaissant coupables de menaces contre le cpl N. Ce sous- officier, soutiennent-ils, ne pouvait prendre au sérieux leurs propos e t leurs gestes qui tenaient plus de la plaisanterie que de la menace propre- ment dite. Les menaces proférées contre un chef ou un supérieur visées p ar l'art. 62 CPM constituent un crime d'insubordination et, comme tel, doivent être appréciées différemment des infractions des art. 149 CPM et 180 CPS qui son t des délits contre la liberté. Ainsi l'article 62 CPM ne suppose p as, comme le font ces deux dernieres dispositions, que la personne menacée ait été > ou >. Cette distinction est justifiée par le fait que celui qui profere des menaces contre un chef ou un supérieur met en péril l'ordre e t la discipline militaire même si la personne visée ne les a pas prises au sérieux (Comtesse, no 2 ad art. 62 CPM). Admettre une autre interprétation de l'article 62 CPM serait exclure l'application de cette disposition chaque fois que des menaces sont proférées contre un chef suffisamment ferme p o ur ne p as se lais ser intin1ider. Peu importe don e que le eh e f de groupe des accusés se soi t en l'espece senti réellement menacé ou non. En déclarant au cpl N. qu'ils s'entrainaient > et, un peu p l us tard, >, E. et G. ont parlé de se livrer à des actes de violence sur la personne de leur chef. Que G. ait ensuite parlé de <<menace