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MKGE 8 Nr. 19

MKGE 8 Nr. 19 — T. e. DG. 10 B

Mkg · 1967-06-01 · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Nr. 19 40 Larcin (art. 129, eh. 4 CPM). Un montant de 20 fr. n"est pas une somme de peu de valeur pour des recrues. Le mobile de > n"entre en ligne de compte que si la chose mobiliere elle-même excite la convoitise e t que, de ce fai t, l" au te ur est fortement tenté de la soustraire. Sottrazione di cose di poca entità (at·t. 129 cif. 4 CPM). Un importo di fr. 20.- non costituisce per reclute cosa di poco valore. 11 movente della soddisfazione di un capriccio puo essere preso in considerazione soltanto quando il desiderio di impossessarsi e stato provocato dalla cosa stessa e percio il reo e indotto in misura accentuata in tentazione. Aus den Erwãgungen:

3. - N a eh Art. 129 Ziff. 4 MStG kann disziplinarische Bestrafung er- folgen, wenn der Tãter eine Sache von geringem Wert aus Not, Leicht- sinn oder zur Befriedigung eines Gelüstes entwendet.

a) Zu prüfen ist zunãchst., ob dadurch., dass dem Rekruten B. eine Zwanzigfrankennote weggenommen wurde., eine Sache von geringem W ert entwendet worden sei. D er Beschwerdeführer behauptet es. Er macht geltend., das Divisionsgericht habe zu Unrecht den Entscheid des Militãrkassationsgerichtes vom 15. Mai 1956 i. S. T. (Ml(GE 6 N r. 103) zum V ergleiche herangezogen. Richtig sei., dass dort ein Soldatenmesser im Werte von Fr. 10.50 nicht mehr als Sache von geringem Wert aner- kannt worden sei. Indessen beziehe sich der Entscheid auf einen Sach- verhalt., der sich im Jahre 1952 verwirklicht habe. Seither sei der Rekru- tensold von Fr. 1.- tãglich auf Fr. 2.- erhõht worden und die Kauf- kraft des Geldes sei erheblich geschwunden. W ann ein behãndigter Gegenstand als Sache von geringem W ert zu betrachten sei, entscheidet sich nach den gesamten Umstãnden des Ein- zelfalles (1VIKGE 6 N r. 103); denn das Gesetz zieht nicht eine feste Wert- grenze., sondern stellt es dem Ermessen des Richters anheim., ein und den- selben W ert j e nach den Besonderheiten des konkreten Falles einmal als gering zu würdigen., das andere Mal nicht (BGE 80 IV 242). Im vorliegen- den Fali kommt in Betracht, dass der Geschãdigte Rekrut war. Die Zwanzigfrankennote., die an sich als Sache von geringem W ert in Betracht fallen kann., bedeutete für ihn die Entschãdigung für 10 Tage Militãrdienst und einen Zwõlftel des gesamten Soldes., der in der Rekrutenschule aus- bezahlt wird. Dem Beschwerdeführer hãtte dieser Betrag die Heimreise über eine Strecke von etwa 140 km ermõglicht. Art. 129 Ziff. 4 MStG ist un t er diesen lJ mstãnden schon mangels >d er Sa eh e ni eh t anzuwenden. Die Tatsache., dass der Beschwerdeführer seinem Kamera- den B. vorher einmal eine Flasche Sinalco im Werte von Fr. 1.50 gekauft hat., ãndert daran nichts; denn auch die Differenz von Fr. 18.50 fiel für den Geschãdigten und den Beschwerdeführer immer noch in gleicher W eise ins Gewicht.

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b) Aber selbst wenn man den Betrag von Fr. 18.50 als geringen W ert würdigen wollte, so müsste die Beschwerde im Hauptpunkt abgewiesen werden; denn es fehlt au eh an d en Beweggründen, welche di e Aneignung einer fremden Sache von geringem W ert zur Entwendung stempeln. Leichtsinn fãllt ausser Betracht: der Beschwerdeführer handelte plan- mãssig und mehrere Tage vor der Reise. Anderseits befriedigte er mit der Zwanzigfrankennote nicht ein Gelüst an sich, sondern wollte sich da- mit die Mõglichkeit schaffen, über das W ochenende nach Basel zu reisen. D er Beweggrund > darf aber n ur berück- sichtigt werden, wenn die Sache selbst das Gelüste erzeugt hat und der Tãter daher der Versuchung, sie wegzunehmen, in erhõhtem Masse aus- gesetzt gewesen ist. So hat das Bundesgericht am 29. Oktober 1954 i. S. G. entschieden (BGE 80 IV 242), und das Militãrkassationsgericht schliesst sich dieser Auffassung an. Zu prüfen ist daher nur noch, ob der Be- schwerdeführer in einer Notlage gehandelt habe. Er behauptet es n1it dem Hinweis, dass er gezwungen gewesen sei, seine in Basel wohnende Frau über das W ochenende zu betreuen. N o t kann indessen nicht leicht- hin angenommen werden. Der franzõsische Text spricht von >, d.h. von einer aussergewõhnlichen seelischen Bedrãngnis. W as der Be- schwerdeführer diesbezüglich vorbringt, genügt nicht zu einer solchen Annahme. Die Totgeburt hatte schon im Monat Juli stattgefunden, also in einem Zeitpunkt, als er noch nicht in die Rekrutenschule eingerückt war. Zudem hatte er den vorangegangenen Urlaub in Basel verbracht. Der Beschwerdeführer ist daher zu Recht wegen l(ameradendiebstahls verurteilt worden.

4. - ... (1. Juni 1967, T. e. DG. 10 B) 20. Délit de garde (art. 76 CPM), sursis (art. 32 CPM). Pour décider de l'octroi ou du refus du sursis, le juge doit avant tout déterminer si les anté- cédents et le caractere du condamné permettent un pronostic d'amende- ment favorable. Des motifs de prévention générale ne peuvent pas à eux seuls justifier le refus du sursis. IIs peuvent cependant être pris en considé- ration en même temps que les motifs d'ordre personnel, si une catégorie d'infraction déterminée exige, par sa fréquence et le danger qu'elle pré- sente, une sévérité particuliere. Wachtvergehen (Art. 76 MStG), bedingter Strafvollzug (Art. 32 MStG). Beim Entscheid über Gewãhrung oder Verweigerung des hedingten Straf- vollzuges ist vor allem darauf abzustellen, ob Vorleben, Charakter und (gegebenenfalls) die militãrische Führung Besserung verheissen. General- prãventive Gründe allein rechtfertigen keine V erweigerung des bedingten