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MKGE 7 Nr. 55

MKGE 7 Nr. 55

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Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Nr. 55 108 Art. 128 OGPPM. In quali casi il gran giudice ha la facoltà di de- signare dei supplenti straordinari? (cons. 3). - Se l'usurpazione di comando contiene gli elementi della coazione., accanto all'art. 69 CPM e applicabile anche l'art. 150 CPl\I (cons. 4).

3. Der Einwand der Beschwerdefiihrer, der Beizug eines ausserordent- lichen Ersatzrichters sei nicht zulãssig gewesen, ist übrigens unbegriin- det. Art. 128 MStGO bestimmt freilich, dass das Gericht nach Moglich- keit aus den ordentlichen Richtern und Ersatzmannern zu bilden ist. Ziff. 24 Abs. 2 der internen Weisungen des Oberauditors vom 15. Novem- her 1954 fiihrt dazu nãher aus, dass die ordentlichen Richter oder Ersatz- mãnner grundsãtzlich, d. h. wenn keine gesetzlichen Ablehnungs- oder Ausschliessungsgriinde vorliegen, nur aus triftigen Gründen von der Teil- nahme an der Gericl1tssitzung dispensiert werden sollen. lnsbesondere dürfen ausserordentliche Ersatzrichter nicht turnusgemãss aufgeboten vferden (MI(GE 3 Nr. 132 Erw. C). Anderseits darf ArL 128 MStGO nicht so eng ausgelegt werden, class bei starker Arbeitsbelastung der Gerichte in der Beurteilung von Fãllen erl1ebliche Verzogerungen eintreten uncl di e rasche Ahwicklung des V erf ahrens nicht mehr gewãhrleistet ist. N a eh der Rechtsprechung muss denn auch dem Grossrichter ein gewisses Mass an Freiheit zur Einberufung ausserordentlicher Ersatzrichter eingerãumt werden, wenn die Belastung des Gerichts gross ist (~1l(GE 3 Nr. 132 Erw. B, 4 N r. 112 Erw. (:). lm vorliegenden Falle steht fest, class das Divisions- gericht 6 durch drei Gerichtssitzungen, die es im Dezemher 1963 durch- zuführen hatte, stark beansprucht und die vollstãndige Besetzung des Gerichts durch ordentliche Richter ocler Ersatzmãnner sehr erschwert ·w ar. Unter solchen Umstãnden konnte d em Grossrichter di e Berechtigung zur Einherufung eines ausserordentlichen Ersatzrichters nicht abgespro- chen werden.

4. Der Beschwercleführer Z. heantragt Freispruch von der Anklage der Notigung, weil dieser Tathestand bereits in jenem cler Befehlsanmas- sung enthalten uncl daher durch diesen konsumiert wercle. Damit macht er geltencl, zwischen Art. 69 und 150 MStG hestehe unechte Gesetzeskon- kurrenz. Di ese Auff assung hal t ni eh t stand. Art. 69 JVIStG bestraft d en Miss- brauch d er Bef ehlsgewalt, d er darin liegt, class d er Tãter, ohne Befehls- gewalt zu besitzen, sich solche anmasst. Erfüllt ist somit der Straftatbe- stand schon in dem Augenblick, in dem sich ein Unbefugter einem an- clern gegenüber als befehlsberechtigt ausgiht, gleichgültig, ob cler andere dem Befehl gehorcht oder nicht. Die Bestimmung über die Befehlsan- Inassung gilt cleshalb di e allenf alls hinzutretende Beschrãnkung d er Handlungsfreiheit des Opfers, das sich durch den widerrechtlich erteil- ten Befehl notigen lasst, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden,

109 Nr. 55, 56 nicht mit ab. Durch den Notigungstatbestand (Art. 150 MStG), der die Freiheit der Willensbildung des einzelnen schützt, wird umgekehrt das Unrecht, das im Missbrauch der Befehlsgewalt liegt, nicht erfasst. Wird clurch eine und dieselbe Hancllung zugleich der Tatbestand des Art. 69 und der des Art. 150 MStG erfüllt, so sind demnach beicle Bestimmungen nebeneinancler anwendbar (Idealkonkurrenz). (21. Aprill964, Z. und l(ons. e. D. G. 6) 56. Art. 49 Ziff. l Abs. l MStG: schwerste Tat. Sie hestimmt sich nicht nach dem konkreten V erschulden des Taters~ sondern nach der Schwere der abstrakten Strafandrohung (Erw. 2).- Verweigerung des bedingten Strafvollzuges hei Fahren in angetrunkenem Zustande (Art. 32 Ziff. l Abs. 2 MStG). Ungünstige Prognose~ gestützt auf die aus d en Tatumstanden zu schliessende Charakterschwache (Erw. 3). Art. 49~ eh. l~ al. l CPM: l~infraction la plus grave n~est pas dé- terminée par la culpabilité de l"Jauteur dans le cas concret~ mais d~a­ pres la gravité de la peine dont est passihle l~infraction (cons. 2).- Sursis refusé à un conducteur pris de hoisson (art. 32~ eh. l~ al. 2 CPM). Pronostic défavorable fondé sur la faiblesse de caractere dé- montrée par les circonstances du délit (cons. 3) • Art. 49 cif. l~ al. l CPM: l'infrazione piu grave non viene determi· nata dalla colpa concreta dell'autore ma dalla gravità della pena comminata (cons. 2). - Rifiuto della sospensione condizionale della pena ad un conducente~ che ha circolato in stato d'ehbrezza (art. 32 cif. l, al. 2 CPM). Pronostico sfavorevole, hasato sulla deholezza di carattere dimostrata dalle circostanze del delitto (cons. 3). 2 .... Der Beschwerdeführer glaubt, dass fiir den erhõhten Straf- rahmen, cler bei der Verwirkung mehrerer Freiheitsstrafen nach Art. 49 Ziff. l Abs. l MStG d em Richter zur V erfügung steht, die Strafdrohung clerjenigen T at massgehend sei, die nach dem V erschulden als die schwer- ste bewertet werde. Das sei im vorliegenden Falle der hochstens mit Ge- fangnis bis zu sechs Monaten beclrohte Tatbestand des Fahrens in ange- trunkenem Zustand. Dader festgestellte Alkoholgehalt von 1.,4-1,5 Pro- mille nur einen leichten Rausch hewirkt hahe., der Fali also nicht als schwer bezeichnet werden konne., uncl nehen diesem alle übrigen Straf- taten verschuldensmassig hedeutend weniger schwer wõgen., so müssten unter Berücksichtigung der verscl1iedenen Strafminderungsgründe sechs Monate Gefangnis als willkürlicl1 hoch heanstandet werden. Dieser Auf-