Volltext (verifizierbarer Originaltext)
Nr. 18, 19
28
unternehmen, di e auf die Schadigung o d er d en V orteil gerichtete Ahsicht
zu verwirklicl1en. Diese gehort nur zum subjektiven Tathestand. Daher
ist auch unerheblich, ob die gefalschte Urkunde sich eignet, die Absicht
des Taters zu verwirklicl1en. Taugt sie hiezu nicl1t, so ist der Tatbestand
der Urkunclenfalschung dennoch erfüllt.
(13. Oktober 1959, J(. e. D. G. 6)
19.
W er sich um di e Aufnahme in die franzosische Fremdenlegion
erst bewirbt, ohne den «acte d'engagentent provisoire» zu unterzeich·
nen, und bis zum Entscheid über seine Diensttauglichkeit Arheiten
verrichtet, die nicht der militarischen Aushildung dienen, hat den
Eintritt in fremdenMilitardienst bloss versucht (Art. 94, l9bis MStG).
Celui qui cherche à prendre du service à la Légion étrangere fran-
çaise, sans avoir cependant signé l'«acte d'engagement provisoire» et
qui, jusqu'à décisio11 prise au sujet de son aptitude au service, vaque
à des travaux ne servant pas à la formation. militaire, n'a commis
qu41Jun délit 1nanqué de service militaire étranger (art. 94, l9bis CPM).
Colui che f a domanda d'arruolamento nella legione straniera fran-
cese, senza pero firmare l''«acte d"engagement provisoire» e che se-
gue, sino al momento della decisione concernente le sue attitudini al
servizio., un"occupazione che non puo essere considerata una prepa-
razione al servizio stesso, commette un reato mancato (art. 94, l9bis
CPM).
Nach der Rechtsprechung des Militarkassationsgerichts (MI<.GE 7
Nr.16) tritt in fremdenMilitardienst schon ein, wer sich der militarischen
Befehlsgewalt des fremden Staates durch eine einseitig bindende Ver-
pflichtung unterstellt, ja sogar, 'ver den Dienst in der fremden Armee
nur tatsachlich, ol1.ne Eingehung einer Verpflichtung, aufnin1mt. An die-
ser Rechtsprechung, auf die sich auch das angefochtene Urteil heruft, ist
festzuhalten. Nach dem Wortlaut des <<acte cl'engagement provisoire» he-
ginnt der Dienst in der franzosischen Fremclenlegion schon an clem Tag,
an dem dieses Schriftstück vom Geworhenen unterzeichnet wircl. W enn
die Erfahrung auch zeigt, class clie Unterzeichnung des provisorischen
'r ertrages im allgemeinen innert kurzer Zeit nach der Anmelclung des
Anwarters erfolgt, so kann es trotzdem vorkommen, dass sie sich aus-
nahmsweise verzogert. Sie kann unter hesonderen Umstanclen auch he-
stritten und nicht nachweishar sein. Mõglich ist soclann, class in anderen
fremden Armeen der Eintritt ol1ne schriftliche V erpflichtungserklarung
zulassig ist. In solchen Fallen muss darauf abgestellt werden, oh tatsach-
lich Dienst geleistet wurcle oder nicht.