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MKGE 7 Nr. 1

MKGE 7 Nr. 1

Mkg · · Deutsch CH
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l

Nr. l, 2

l.

Die l{assation wegen Nichtanwendung strafhefreiender oder straf-

mildernder Bestimmungen des Strafgesetzes setzt nicht voraus, dass

der Beschwerdeführer in der Hauptverhandlung die Anwendung

der hetreffenden Bestimmungen heantragt hahe (Art. 188 Ahs. 2

MStGO).

La cassation pour non-application de dispositions légales pré-

voyant l'exemption de toute peine ou l'atténuation de la peine n'a

pas pour condition que le recourant ait déjà présenté des conclusions

en ce sens dans le cours des déhats (art. 188, al. 2 OJPPM).

11 ricorso per cassazione, richiesto per la non applicazione di dis-

posizioni che prevedono la non punihilita õ l'attenuazione della pena,

non ha per condizione che il ricorrente ahhia formulato domanda

durante il dihattimento {art. 188 al. 2 OGPPM).

Beschwerden wegen Verletzung materiellen Rechts (Art. 188 Abst. l

Ziff. l MStGO) sin d na eh stãncliger Rechtsprechung au eh zulãssig, lvenn

sich der Beschwerclefii.hrer auf clie Bestimmung, deren V erletzung er

geltencl macht, in der Hauptverhandlung nicht berufen hat (MI(GE 2

N r. 22; 4 N r. 64, 110, 151). Dass der Beschwerclefiihrer die Antrãge auf

Freisprechung wegenNotstandes und auf Strafmilderung wegen schwerer

Drohung erst im Beschwerdeverfahren stellt und dass das angefochtene

Urteil nicht dazu Stellung nimmt, bildet daher keinen Grund, auf die

Beschwerde nicht einzutreten, wie der Auditor anzunehmen scheint.

(25. Mãrz 1958, l. e. D. G. 6)

2.

Ahsolute Verjahrung der Strafverfolgung (Art. 53 Ahs. 3 Satz 2

l\IStG). Wahrend des Ruhens der Verjahrung (Art. 53 Abs. l MStG)

un d wahrend der Zeit von der rechtskraftigen V erurteilung eines Ah-

wesenden his zur Aufhehung des l(ontumazialurteils lauft nicht nur

die ordentliche, sondern auch die absolute Verjahrungsfrist nicht

weiter (Erw. l) . -

Di e Frist für di e V ollstreckungsverjahrung (Art.

54 MStG) hestimntt si eh nach der ausgesprochenen Strafe, bei meh-

reren Delikten nach der Gesamtstrafe (Erw. 3).- Ein Beweis (Art.

158 Abs. l MStGO) kann au eh durch Aussagen von Mitheschuldig·

ten, die nicht als Zeugen einvernommen wurden, erbracht werden

(Erw. 5 a).- Psychische Gehilfenschaft (Art. 23 MStG) kann auch

in der Erteilung eines untauglichen Rates liegen, wenn dieser den

Tater anspornt, am Tatentschluss festzuhalten (Erw. 5 e).