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MKGE 6 Nr. 98

MKGE 6 Nr. 98

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243 Nr. 98 de les étudier, avec un of. spécialiste de son hat., en vue du cas concret qu'il envisageait. li se devait., en préparant cet exercice dans ses moin- dres détails, et, notamment, en déterminant l'emplacement de la zone dangereuse avec précision, de réduire autant que possihle le risque inhérent à to u t exercice de tir f ai t avec de la munition de guerre.

4. Un lien de causalité adéquate évident existe entre l'insuffisance des mesures de sécurité prises par le major M. et l'accident. Si les hom- mes du groupe R. s'étaient trouvés en dehors de la zone dangereuse, avec une marge de sécurité latérale de trois cents pour mille au moins., comme l'exigeaient les prescriptions de sécurité., l'accident ne se serait pas pro- duit. Le recourant n'a pas usé des précautions commandées par les cir- constances et par sa situation personnelle., et a ainsi fait preuve d'im- prévoyance coupahle au sens de l'art. 15., al. 3 CPM., en plaçant à l'en- droit ou il s'est trouvé le groupe mitr. du sgt. R., ou en tolérant qu'il reste à cet emplacement, lorsqu'il a fait procéder au tir de lm. dans la troisieme phase de l'exercice. Il s'est, par conséquent., rendu coupable des délits d'homicide par négligence et de lésions corporelles par négli- gence. Il se justifie., en application de l'art. 194 OJPPM., de condamner le ·recourant à la peine d'un mois d'emprisonnement, avec sursis pendant deux ans, car la peine qui avait été prononcée par le Tribunal de divi- sion 10 n'était nullement excessive., et il n'y a des lors pas de raison de l', attenuer. (28 février 1956, M. e. T. D. 10) 98. Art. 29, Ahs. 3 MStG schliesst die Strafmilderung aus achtungs- werten Beweggründen (Art. 45 MStG) nicht aus (Erw. l). - Ob sie einzutreten hahe, ist Ermessensfrage; überschreitung des Er- messens verneint (Erw. 2). L'art. 29, al. 3 CPM n'exclut pas une atténuation de peine pour mohile honorahle (art. 45 CPM) (cons. l). - L'opportunité d'une telle atténuation est une question d'appréciation; pas d'ahus du pouvoir d'appréciation (cons. 2). L'art. 29., al. 3 CPM non esclude l'attenuazione della pena per rnotivi onorevoli (art. 45 CPM) (cons. I). - L'opportunità di tale attenuazione e una questione d'apprezzamento; non ammesso l'ahu- so della facoltà d'apprezzamento (cons. 2).

l. Gemass Art. 45 MStG kann der Richter die Strafe unter anderen1 n1ildern, wenn der Tater aus achtungswerten Beweggründen gehandelt l1at. Diese Mildertmg ist auch zulassig~ wenn der Richter in Anwendung des Art. 29., Abs. 3 MStG verfügt, dass die Gefãngnisstrafe in den Formen

Nr. 98 244 der Haft zu vollziehen sei, weil der Tater aus religiõsen Gründen in schwerer Seelennot gel1andelt hat. Der Auditor irrt., wenn er ausführt., dem Beschwerdeführer sei durch die Anwendung des Art. 29., Ahs. 3 eine Strafmilderung zugebilligt worden., die den achtungswerten Beweg- gründen im Sinne des Art. 45 hereits Rechnung trage. W er '« aus reli- giosen Gründen in schwerer Seelennot handelt »., lasst sich freilich im- mer auch aus « achtungswerten Beweggründen » zur T at bestiinmen (vgl. MI(GE 4 N r. 144 Erw. B, 6 N r. 40). Das hedeute aber nicht., dass die Strafmilderung nach Art. 45 ausgeschlossen sei. W enn de r Richter ver- fügt, die Gefangnisstrafe sei in den Forn1.en der Haft zu vollziehen., mil- dert er die Strafe nicht., sondern ·ordnet er lediglich eine Vollzugsart an., die dem V erurteilten die Berührung mit gewohnlichen Rechts·brechern erspart. Das ergibt sich schon daraus, dass der Text des Art. 29., Ahs. 3 den Richter nicht etwa ermachtigt., statt auf Gefangnis auf Haft zu er- kennen, wie Art. 46 MStG es für den Fali der Strafmilderung vorschreibt. Auch in den Beratungen der Bundesversan1mlung zu Art. 29., Abs. 3 kam zum Ausdruck, dass damit lediglich eine custodia honesta einge- fiihrt werden wollte., weil der Richter sich nicht in1.mer dazu entschlies- sen konne, gemass Art. 45 und 46 MStG Haft auszusprechen. Gerade für den :F'all., dass es nicht zu einer Strafmilderung kom1ne, sollte Art. 29., Abs. 3 den1 Richter ermoglichen., dem Verurteilten wenigstens in1 Straf- vollzug entgegenzukon1men (StenBull 1950 StR 64., NatR 307). Das l(assationsgericht hat denn auch schon \viederholt entschieden., die An- wendtmg dieser Bestimmung verpflichte den Richter nicht., die Dauer cler Strafe auf drei Monate zu beschranken, was er gemass Art. 29 bis tun müsste., wenn er auf Haft erkennen würde (Urteile von1 23. Februar 1954 i. S. B [Ml(GE 6 N r. 59] und vom 24. Mai 1954 i. S. M.). Hingegen lag es den eidgenossischen Raten fern., durc'h Einführung des Art. 29., Abs. 3 die gesetzliche Ordntmg in clem Sinne zu verscharfen., dass diese Bestim1nung die Anwendung des Art. 45 ausschliesse.

2. Das Divisionsgericht sagt in den Erwagungen des angefochtenen Urteils nicht ausdrücklich., weshalb es den achtungswerten Beweggrün- den., von denen der aus religiosen überlegungen in schwere Seelennot geratene Beschwerdeführer getrieben war., nicht gemass Art. 45 und 46 durch Ausfallung von Haft oder Busse statt Gefangnis Rechnung trage. Allein der Grund ergibt sich sinngemass aus den Erwagnngen zum Straf- mass. Das Gericht führt dort aus, wer die allgemeine W ehrpflicht., wel- che die Grundlage der Landesverteidigung sei., nicht erfülle., greife eines der Funclamente unseres Staates an., da die Unabhangigkeit cler Eidge- nossenschaft weitgehend davon abhange., oh der Schweizer bereit sei, sein Vaterland zu verteidigen. Die Dienstverweigertmg als gegen die Armee und im weiteren Sinne gegen die Sicherheit des Landes gerichte- tes Delikt rufe daher schon an sich strenger Bestrafung.

245 Nr. 98 Diese überlegung halt vor dem Gesetze stand. Wie das l(assations- . gericht schon ofters, insbesondere auch für den Fali der Dienstverwei- gerung aus achtungswerten Beweggründen, entschieden hat, ist der Richter nicht jedesmal zur Strafmilderung verpflichtet, wenn einer der in Art. 45 MStG aufgezahlten Gründe vorliegt. Diese Bestimn1ung legt di e Strafmilderung in sein Ermessen, wie sich aus den W orten « der Richter kann die Strafe mildern » deutlich ergibt (Ml(GE 3 Nr. 14, 4 Nr. 34, 5 N r. 36, 54). N ur wenn das Ermessen überschritten, d. h. die Milderung der Strafe aus offensichtlich unhaltbaren überlegungen ver- weigert wird, ist das Gesetz verletzt. Hievon kanh aber im vorliegenden Falle keine Rede sein. Das Interesse des Schweizervolkes an der Erhal- ttmg seiner Unahhangigkeit ist zu gross, als dass dem Richter über- schreitung des Ermessens vorgeworfen werden konnte, wenn er auch j ene Dienstverweigerer streng bestraft, di e das V ergehen aus religiosen und damit achtungswerten Gründen begehen (vgl. MI(GE 5 Nr. 54 Erw. 3 und Urteil vom 24. Mai 1954 i. S. M.). Das l(assationsgericht hat sogar schon selher in Fallen, in denen es die Strafe auszufallen und sie daher frei zu hemessen hatte, die Strafmilderung aus ahnlichen über- legungen abgelehnt (Urteile vom 24. Marz 1953 i. S. Z. ['Ml(GE 6 Nr. 40] und vom l. Juli 1953 i. S. R.). Dass der Beschwerdeführer sich hereit erklart, Militarpflichtersatz zu bezahlen, andert nichts. Gewiss ist auch die Bezahlung der Ersatzab- gabe Erfüllung der Wehrpflicht (Art. l, Abs. 2 MO), aber nur für solche, die zur Leistung des Militardienstes untauglich erklart worden sin d. V erf assung tmd Gesetz stellen es ni eh t in das Beliehen des E in- zelnen, seine W ehrpflicht so oder anders zu erfüllen. Der Beschwerde- führer irrt auch, wenn er meint, die achtungswerten Beweggründe seiner Tat rechtfertigten die Strafmilderung deshalb, weil er keine antimilita- ristische P ro p aganda hetreibe. Ist au eh nicl1t bewiesen, das s er an dere zur Dienstverweigerung auffordert, so steht doch fest, dass er die Lehre d er Zeugen J el1ovas, aus de r en Reihen zahlreiche Dienstverweigerer her- vorgehen, als Prediger weiterverbreitet und damit der Armee schadet. Aber selbst wenn den1 nicht so ware, fiele die Ablehnung der Strafmil- derung durch die Vorinstanz nicht aus dem Rahmen des Ermessens. Ob der Beschwerdeführer dem Volke Dienste erweise, ist ebenfalls unerheb- lich. Das ist Pflicht eines jeden, und sie wird auch von jedem rechten Bürger erfüllt. Der Beschwerdeführer geht auch fehl, wenn er meint, es bedürfte z. B. des N achweises einer anarchistischen Gesinnung, d ami t die Milderung der Strafe abgelehnt werden konnte. Nicht zu verstehen ist schliesslich, wie er sich zugute halten kann, er offenhare keinen delik- tischen Willen, weil er überzeugungstater sei. W ohl hat er sich aus religioser überzeugung vergangen. Das ware aher an sich kein Hinder- nis zur Einsicht, dass Glaubensansichten nicht von der Erfüllung der